DANN, Andreas (Neuenteilsredder 10, Lübeck, 23569, DE)
RÜSCH, Roland (Pinassenweg 8i, Lübeck, 23558, DE)
BRANDT, Manfred (Schattinger Weg 2, Lübeck, 23564, DE)
PAULSOHN, Carsten (Marlistr. 71, Lübeck, 23566, DE)
DANN, Andreas (Neuenteilsredder 10, Lübeck, 23569, DE)
RÜSCH, Roland (Pinassenweg 8i, Lübeck, 23558, DE)
BRANDT, Manfred (Schattinger Weg 2, Lübeck, 23564, DE)
Ansprüche
1. Werkzeug zum Entweiden von in der Bauchhöhle (11) geöffneten Fischen (12), wobei das Werkzeug (13) als Saugelement (23) zum Absaugen der Eingeweide ausgebildet ist, d adurch geke nnzei chnet , dass dem Saugelement (23) ein Element (35) zum Klemmen und/oder Quetschen der zu entfernenden Eingeweide zugeordnet ist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Saugelement (23) als Saugkratzer ausgebildet ist.
3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug als Kombinationswerkeug ausgebildet ist, derart, dass der Klemmmechanismus zum Klemmen und/oder Quetschen der Eingeweide integraler Bestandteil des Saugelementes (23) ist.
4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Saugelement (23) stirnseitig eine öffnung (26) und radial mindestens eine seitlich gerichtete öffnung (27) aufweist.
5. Werkzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlich gerichtete öffnung (27) in radialer Richtung zu drei Seiten hin ausgebildet ist.
6. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlich gerichtete öffnung (27) auf der den Eingeweiden zugewandten Seite verschließbar ist.
7. Werkzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die seitlich gerichtete öffnung (27) in dem Zustand, in dem die den Eingeweiden zugewandte Seite der öffnung (27) verschlossen ist, als Durchgangsöffhung ausgebildet ist.
8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Element (35) zum Klemmen und/oder Quetschen der Eingeweide aus einem Schiebeelement (28) gebildet ist, das aus einer oberen Warteposition in eine untere KJemmposition und umgekehrt bewegbar ist.
9. Werkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (28) in der unteren Klemmposition mit dem Saugelement (23) in
Wirkverbindung steht.
10. Werkzeug nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (28) in Längsrichtung des Saugelementes (23) auf und ab bewegbar ausgebildet ist.
11. Werkzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebeelement (28) in der Klemmposition formschlüssig an dem Saugelement (23) anliegt.
12. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass dem Saugelement (23) ein Schabeelement (31) zugeordnet ist.
13. Werkzeug nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Schabeelement (31) dem Schiebeelement (28) gegenüber liegt.
14. Werkzeug nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Schabeelement (31) als Schabeplatte (32) ausgebildet und lösbar am Saugelement (23) angeordnet ist.
15. Werkzeug nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Schabeelement (31) in Längsrichtung des Saugelementes (23) verstellbar ausgebildet ist.
16. Werkzeug nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Schabeelement (31) über das freie Ende (25) des Saugelementes (23) hinaus ragt.
17. Werkzeug nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Betrag des überstandes variabel ist.
18. Werkzeug nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Schabeelement (31) an seiner unteren, der Mittelgräte des Fisches (12) zugewandten Seite einen Vorsprung (33) aufweist.
19. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Saugelement (23) an ein Vakuumsystem oder dergleichen anschließbar ist.
20. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass es an eine Steuereinheit anschließbar und über die Steuereinheit mit einem Messinstrument zur Erfassung spezifischer Fischdaten in Wirkverbindung bringbar ist.
21. Vorrichtung zum Entweiden von in der Bauchhöhle (11) geöffneten Fischen (12), umfassend ein Werkzeug (13) zum Absaugen der Eingeweide, ein Messinstrument (14), das derart konfiguriert ist, um spezifische Fischdaten zu erfassen, sowie mindestens eine Steuereinheit zum Steuern des Werkzeugs (13) in Abhängigkeit der von dem Messinstrument (14) erfassten spezifischen
Fischdaten, d adurc h geken nzei c hn et , dass das Werkzeug (13) nach einem der Ansprüche 1 bis 20 ausgebildet ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21 , dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) Mittel (19) zum auf und ab Bewegen des Werkzeuges (13) umfasst.
23. Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, dass dem Werkzeug (13) ein Pneumatikzylinder oder dergleichen zugeordnet ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) in Transportrichtung T F oder entgegen der Transportrichtung T F der Fische (12) bewegbar ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) an einem Schlitten (20) angeordnet ist, der mittels Schrittmotoren (21) oder dergleichen angetrieben ist.
26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Förderer (17) umfasst, der mindestens eine Aufnahme (18) zur Unterbringung des zu bearbeitenden Fisches (12) aufweist.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderer (17) zur Aufnahme auf dem Rücken liegender Fische ( 12) und zum Transport derselben Schwanz voraus ausgebildet ist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass sie Bestandteil einer Schlachtmaschine für Fische ist.
29. Verfahren zum Entweiden von in der Bauchhöhle (11) geöffneten Fischen (12), gekennzei c hnet durc h die folgenden Bearbeitungsschritte:
- Erfassen spezifischer Fischdaten mittels eines Messinstrumentes ( 14), Eintauchen eines Werkzeuges (13) zum Absaugen der Eingeweide in die geöffnete Bauchhöhle (1 1),
Steuern des Werkzeugs (13) an eine zuvor definierte Position innerhalb der Bauchhöhle (11) mittels einer Steuereinheit, die mit dem Messinstrument (14) und dem Werkzeug (13) in Wirkverbindung steht, Klemmen/Quetschen der Eingeweide durch das Werkzeug (13), - Erzeugen einer Relativbewegung zwischen dem Fisch (12) und dem
Werkzeug (13), und
- Absaugen der durch den vorherigen Schritt gelösten Eingeweide durch das Werkzeug (13).
30. Verfahren nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, dass das Entweiden ein Nachreinigen der Fische (12) ist.
31. Verfahren nach Anspruch 29 oder 30, dadurch gekennzeichnet, dass die
Position/Lage des Anus bestimmt wird, so dass das Werkzeug (13) nach dem Eintauchen in die Bauchhöhle (1 1) bis an den Anus heran bewegt wird.
32. Verfahren nach Anspruch 31 , dadurch gekennzeichnet, dass der am Anus befindliche Darm von dem Werkzeug (13) eingeklemmt und gelöst wird.
33. Verfahren nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass das Lösen durch eine Relativbewegung des Werkzeuges (13) entgegen der Transportrichtung T F der Schwanz voraus geförderten Fische ( 12) erfolgt.
34. Verfahren nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) aktiv angetrieben ist.
35. Verfahren nach einem der Ansprüche 29 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (13) während der horizontalen Bewegung in Richtung des Anus und von diesem weg in vertikaler Richtung gegen den Fisch (12) bzw. dessen Mittelgräte gedrückt wird.
36. Verfahren nach einem der Ansprüche 29 bis 35, dadurch gekennzeichnet, dass zum Entweiden ein Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 20 bzw. eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 21 bis 28 verwendet wird. |
Werkzeug, Vorrichtung sowie Verfahren zum Entweiden von in der Bauchhöhle geöffneten Fischen
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Entweiden von in der Bauchhöhle geöffneten Fischen, wobei das Werkzeug als Saugelement zum Absaugen der Eingeweide ausgebildet ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Entweiden von in der Bauchhöhle geöffneten Fischen, umfassend ein Werkzeug zum Absaugen der Eingeweide, ein Messinstrument, das derart konfiguriert ist, um spezifische Fischdaten zu erfassen, sowie mindestens eine Steuereinheit zum Steuern des Werkzeugs in Abhängigkeit der von dem Messinstrument erfassten spezifischen Fischdaten. Weiterhin beinhaltet die Erfindung ein Verfahren zum Entweiden von in der Bauchhöhle geöffneten Fischen.
Beim Schlachten von Fischen, insbesondere der Salmo-Spezies, werden in der Praxis üblicherweise automatisierte Vorrichtungen eingesetzt, wie sie zum Beispiel aus der DE 698 24 008 T2 bekannt sind. Dabei wird die Bauchhöhle der Fische mittig mit einem Messer oder dergleichen geöffnet und die Eingeweide, die Blutniere, Häute und andere Innereien mittels einer Bearbeitungsstation, die mindestens ein Saugelement aufweist, durch Absaugen entnommen. Das Entweiden der Fische kann auch als Reinigen der Fische bezeichnet werden. Beim Entweiden bzw. Reinigen bleiben jedoch diverse Eingeweidereste, also Darmreste, Reste der Blutniere, Innereienreste sowie Blutansammlungen in der Bauchhöhle, die in einem nachgeordneten Schritt beseitigt bzw. entfernt werden müssen. Insbesondere verbleibt der am Anus befestigte Darm beim Entweiden/Reinigen in der Bauchhöhle. Unter Eingeweide werden u.a. sämtliche Innereien des Fisches, also auch die Blutniere, Blutreste, Häute, Gedärme etc. verstanden.
In der Praxis werden die Fische nach dem Entweiden auf ein Kontrollband geleitet, wo die Fische von Bedienpersonen kontrolliert und in der Regel manuell nachgereinigt werden. Auch das Nachreinigen ist ein Entweidevorgang. Hierzu verwenden die Bedienpersonen üblicherweise Handsauger, Spülelemente oder dergleichen. Diese Vorgehensweise ist jedoch personalintensiv und damit teuer. Des weiteren wird der eigentlich automatisierte Ablauf des Entweidens unterbrochen. Es sind auch Vorrichtungen zum Entweiden bzw. Reinigen bzw. Nachreinigen bekannt, die eine automatisierte Nachreinigung der entweideten Fische ermöglichen. Diese Vorrichtungen weisen mehrere Saugelemente auf, die in die Bauchhöhle abgesenkt werden und die in der Bauchhöhle verbleibenden Reste absaugen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass trotz der Nachreinigung durch Absaugen noch Reste in der Bauchhöhle verbleiben. Das betrifft insbesondere den im Bereich des Anus liegenden und an diesem befestigten Darm, der dann wiederum manuell entfernt werden muss.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Werkzeug zu schaffen, das ein zuverlässiges Entfernen der Eingeweide einschließlich des Darms ermöglicht. Des Weiteren ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Entfernen der Eingeweide sowie ein entsprechendes Verfahren vorzuschlagen.
Die Aufgabe wird durch ein Werkzeug der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass dem Saugelement ein Element zum Klemmen und/oder Quetschen der zu entfernenden Eingeweide zugeordnet ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass auch mit der Bauchhöhle und/oder dem Anus oder anderweitig mit dem Fisch verbundene Eingeweide zuverlässig entfernt werden. Das Klemmen/Quetschen hat den besonderen Vorteil, dass insbesondere der Darm unmittelbar am Anus gelöst und entfernt werden kann.
Vorzugsweise ist das Werkzeug als Kombinationswerkzeug ausgebildet, derart, dass der Klemmmechanismus zum Klemmen und/oder Quetschen der Eingeweide integraler Bestandteil des Saugelementes ist. Dies gewährleistet eine besonders kompakte und zuverlässige Bauweise, wobei die Ausbildung als Einzelwerkzeug für das Klemmen/Quetschen einerseits und das Absaugen andererseits das sichere Abfuhren der Eingeweide erlaubt.
In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Element zum Klemmen und/oder Quetschen der Eingeweide aus einem Schiebeelement gebildet, das aus einer oberen Warteposition in eine untere Klemmposition und umgekehrt bewegbar ist. Dadurch können Eingeweide besonders sauber insbesondere in Randbereichen der Bauchhöhle, z.B. auch im Bereich des Anus, geklemmt, gelöst und dann abgesaugt werden.
Eine zweckmäßige Ausgestaltung sieht vor, dass dem Saugelement ein Schabeelement zugeordnet ist. Mit dem Schabeelement kann die Bauchhöhle effektiv gereinigt werden.
Vorteilhafterweise weist das Schabeelement an seiner unteren, der Mittelgräte des Fisches zugewandten Seite einen Vorsprung auf. Dieser Vorsprung ist geeignet, in die sogenannten Knochentaschen einzugreifen, so dass insbesondere die Knochentaschen im hinteren Bereich der Bauchhöhle, also im Bereich des Anus, gründlich gereinigt werden.
Des Weiteren wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Gattung dadurch gelöst, dass das Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 20 ausgebildet ist. Die sich daraus ergebenden Vorteile wurden weiter oben beschrieben, so dass an dieser Stelle auf eine Wiederholung verzichtet wird.
Vorteilhafterweise ist das Werkzeug in Transportrichtung T oder entgegen der Transportrichtung T der Fische bewegbar. Dies ermöglicht in aktiver Weise eine Bewegung innerhalb der Bauchhöhle, so dass definierte Positionen innerhalb der Bauchhöhle ansteuerbar sind. Dadurch kann das Werkzeug exakt an die Positionen verfahren werden, an denen Eingeweide bzw. Eingeweidereste, als u.a. der Darm, gelöst und entfernt werden müssen.
Die Aufgabe wird auch durch ein eingangs genanntes Verfahren gelöst, das sich durch die folgenden Schritte auszeichnet: Erfassen spezifischer Fischdaten mittels eines Messinstrumentes, Eintauchen eines Werkzeuges zum Absaugen der Eingeweide in die geöffnete Bauchhöhle, Steuern des Werkzeugs an eine zuvor definierte Position
- A - innerhalb der Bauchhöhle mittels einer Steuereinheit, die mit dem Messinstrument und dem Werkzeug in Wirkverbindung steht, Klemmen/Quetschen der Eingeweide durch das Werkzeug, Erzeugen einer Relativbewegung zwischen dem Fisch und dem Werkzeug, und Absaugen der durch den vorherigen Schritt gelösten Eingeweide durch das Werkzeug. Zu den sich daraus ergebenden Vorteilen wird auf die vorherigen Abschnitte verwiesen.
Weitere Merkmale und bevorzugte und/oder zweckmäßige Ausführungsformen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform wird anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum
Entweiden von in der Bauchhöhle geöffneten Fischen mit einem erfindungsgemäßen Werkzeug.
Fig. 2 eine Seitenansicht des Werkzeugs zum Entweiden in einer geöffneten Position, also mit dem Element zum Klemmen/Quetschen in Warteposition,
Fig. 3 eine Vorderansicht des Werkzeuges gemäß Figur 2,
Fig. 4 eine Seitenansicht des Werkzeugs zum Entweiden in einer geschlossenen
Position, also mit dem Element zum Klemmen/Quetschen in Klemmposition
Fig. 5 eine Vorderansicht des Werkzeugs gemäß Figur 4,
Fig. 6 eine Vorderansicht auf ein Schabeelement als Bestandteil des Werkzeugs gemäß der Figuren 2 bis 5, und
Fig. 7 eine schematische Darstellung eines Beispiels der Bewegungsrichtungen des Werkzeuges innerhalb der Bauchhöhle.
Die gezeigten Werkzeuge und Vorrichtungen dienen zum Nachreinigen von zuvor bereits entweideten bzw. gereinigten Fischen. Selbstverständlich sind die Werkzeuge und Vorrichtungen auch zum Entweiden bzw. Reinigen der Fische selbst einsetzbar.
In der Figur 1 ist eine Vorrichtung 10 zum Entweiden von in der Bauchhöhle 11 geöffneten Fischen 12 gezeigt, die als Einzelmodul oder als Bestandteil einer Schlachtmaschine oder einer gesamten Schlachtlinie eingesetzt werden kann. Die Vorrichtung 10 selbst umfasst mindestens ein Werkzeug 13 zum Entfernen, insbesondere Absaugen der Eingeweide aus der Bauchhöhle 1 1, ein Messinstrument 14 sowie mindestens eine (nicht dargestellte) Steuereinheit. Das Messinstrument 14 ist derart ausgebildet bzw. konfiguriert, dass spezifische Fischdaten erfasst werden können. Das betrifft insbesondere die Länge und Höhe des Fisches 12, die Lage der Anusflosse 15 sowie den damit verbundenen Anus selbst. Zusätzlich zu den genannten geometrischen Daten können weitere Daten, auch Bilddaten erfasst werden. In der gezeigten Ausführung ist das Messinstrument 14 ein zangenartiger Fühler, mit dem insbesondere die exakte Lage der Anusflosse 15 und damit des Anus erfasst werden kann. Andere mechanische und/oder berührungslose Messmittel, insbesondere auch optische Elemente, wie z.B. Kameras etc., sind ebenfalls möglich. Die Steuereinheit verbindet das Messinstrument 14 mit dem Werkzeug 13. Genauer ist das Werkzeug 13 mittels der Steuereinheit auf der Basis der erfassten Daten durch das Messinstrument 14 steuerbar.
Der Vorrichtung 10, die sich üblicherweise in einem Gehäuse 16 befindet bzw. an einem Rahmen/Gestell angeordnet ist, ist ein Förderer 17 zugeordnet, der aber auch Bestandteil der Vorrichtung 10 sein kann. Der Förderer 17 weist mindestens eine, vorzugsweise aber mehrere Aufnahmen 18 zur Unterbringung der Fische 12 auf. Der Förderer 17 ist derart angeordnet, dass die Fische 12 unterhalb des Messinstrumentes 14 und des Werkzeuges 13 entlang in Transportrichtung T F gefördert werden. Dabei werden die Fische 12 im gezeigten Beispiel auf dem Rücken liegend Schwanz voraus gefördert. Andere Förderrichtungen oder Fischausrichtungen sind ebenfalls möglich.
Die Vorrichtung 10 umfasst weiterhin Mittel 19 zum auf und ab Bewegen des Werkzeugs 13. Die Mittel 19 können in üblicher Weise ausgebildet sein, beispielsweise
als Pneumatikzylinder oder dergleichen, der dem Werkzeug 13 zugeordnet ist. Mit dem Mittel 19 ist das Werkzeug 13 im Wesentlichen vertikal nach unten in die Bauchhöhle 11, also in die Arbeitsposition, absenkbar, und nach oben, also in eine Warteposition, verfahrbar. Die Bewegungsrichtung ist in der Figur 1 mit B v bezeichnet. Das Werkzeug 13 ist zusätzlich in im Wesentlichen horizontaler Richtung (siehe Pfeil B H ), also in Transportrichtung T F bzw. entgegen der Transportrichtung T F bewegbar bzw. verfahrbar. Dazu ist das Werkzeug 13 in der beschriebenen Ausführungsform an einem Schlitten 20 oder dergleichen angeordnet, der mittels Schrittmotor 21 o.a. über einen Zahnriemen 22 oder dergleichen antreibbar ist. Die Verfahrbarkeit des Schlittens 20 bzw. des Werkzeugs 13 kann aber auch in anderer üblicher Weise realisiert sein.
Zentraler Bestandteil der Vorrichtung 10 ist das Werkzeug 13, das auch als Einzelteil an bestehenden Schlacht- und/oder Reinigungsvorrichtungen nachrüstbar ist. Das Werkzeug ist als Saugelement 23 zum Absaugen der Eingeweide ausgebildet. Das im folgenden beschriebene Werkzeug 13 weist gegenüber herkömmlichen Saugelementen jedoch mehrere Funktionalitäten auf. Das als Saugkratzer ausgebildete Saugelement 23 weist einen Saugkanal 24 auf, der an ein nicht dargestelltes Vakuumsystem angeschlossen ist. An seinem freien Ende 25 weist das Saugelement 23 eine erste öffnung 26 auf, die stirnseitig aus dem Saugkanal 24 austritt. Diese öffnung 26 dient insbesondere zur Absaugung der Blutniere bzw. des Inhaltes derselben.
Das Saugelement 23 verfügt weiterhin über eine zweite öffnung 27, die sich ebenfalls im Bereich des freien Endes 25 befindet. Allerdings ist die zweite öffnung 27 vom Saugkanal 24 betrachtet radial gerichtet. Die seitlich gerichtete öffnung 27 ist zu drei Seiten hin gerichtet und dient insbesondere zur Absaugung der Eingeweide, speziell des Darms. Die öffnung 27 ist bei Bedarf mindestens teilweise verschließbar bzw. abdeckbar. Genauer ist die seitlich gerichtete öffnung 27 auf der den Eingeweiden zugewandte Seite verschließbar. Dies kann durch Klappen, Schieber oder in anderer Weise realisiert werden. Die bevorzugte Art, einen Teil der öffnung 27 zu schließen, wird weiter unten beschrieben. Für den Fall, dass die öffnung 27 teilweise, nämlich an einer Seite, geschlossen ist, verbleiben jedoch zwei gegenüberliegende Seiten, die geöffnet sind, so dass die öffnung 27 dann eine Art Durchgangsöffhung bildet, die quer zum Saugkanal 24 und durch diesen hindurch verläuft.
Dem Saugelement 23 ist des Weiteren ein Element 35 zugeordnet, mit dem unmittelbar auf die Eingeweide eingewirkt werden kann. Anders ausgedrückt ist das Werkzeug 13 ein Kombinationswerkzeug. Das Element 35 dient nämlich zum Klemmen und/oder Quetschen der zu entfernenden Eingeweide. Dazu sind verschiedene Ausbildungen des Elementes 35 geeignet, beispielsweise gegenläufig rotierende Walzen, Spangen sowie andere einteilige oder mehrteilige Bauteile. Der Klemmmechanismus, der im Folgenden detaillierter beschrieben wird, ist bevorzugt integraler Bestandteil des Saugelementes 23, so dass mit einem einzelnen Werkzeug 13 mehrere Funktionen ausführbar sind.
Das Element 35, also der Klemmmechanismus, ist aus einem Schiebeelement 28 gebildet, das aus einer oberen Warteposition (siehe Figuren 2 und 3) in eine untere Klemmposition (siehe Figuren 4 und5) und umgekehrt bewegbar ist. Genauer ist das Schiebeelement 28 in Längsrichtung des Saugelementes 23 auf und ab bewegbar. In der unteren Klemmposition steht das Schiebeelement 28 in Wirkverbindung mit dem Saugelement 23. Hierzu ist das Schiebeelement 28 formmäßig an die öffnung 27 angepasst. Anders ausgedrückt weist das Schiebeelement 28 ein schaufelförmiges freies Ende 29 auf, das an die Formgebung der öffnung 27 angepasst ist, also formschlüssig vor die öffnung 27 schiebbar ist, so dass eingesammelte und aufgenommene Eingeweide, Därme oder dergleichen zwischen dem Schiebeelement 28 und einer unteren Wand 30 des Saugelementes 23 einklemmbar sind.
Dem Saugelement 23 ist weiterhin optional ein Schabeelement 31 zugeordnet. Das Schabeelement 31 ist auf der dem Schiebeelement 28 gegenüberliegenden Seite lösbar am Saugelement 23 befestigt. Das Schabeelement 31 ist als Schabeplatte 32 ausgebildet und in Längsrichtung des Saugelementes 23 verstellbar. Dadurch lässt sich der überstand der Schabeplatte 32 über das freie Ende 25 des Saugelementes 23 hinaus variieren. An dem unteren Ende der Schabeplatte 32, also auf der der Mittelgräte des Fisches 12 zugewandten Seite, weist die Schabeplatte 32 einen Vorsprung 33 auf, mit dem in Knochentaschen des Fisches 12 eingreifbar ist. Zusätzlich kann die Schabeplatte 32 seitlich zu beiden Seiten eine Struktur 34 aufweisen, mittels der ein zusätzlicher Reinigungseffekt erzielbar ist. Beispielhaft ist eine Rillung der Seitenkanten gezeigt.
Wie weiter oben bereits erwähnt, ist das Saugelement 23 an ein Vakuumsystem anzuschließen. Des Weiteren ist das Werkzeug 13 an eine Steuereinheit anschließbar, um eine Wirkverbindung zwischen dem Werkzeug 13 und einem vorgeschalteten Messmittel herzustellen.
Das Entweiden bzw. speziell die Nachreinigung der Fische 12 wird im Folgenden anhand der Figuren näher beschrieben:
Durch das Messinstrument 14 wird die Lage der Anusflosse 15 und damit des Anus exakt bestimmt. Auf der Basis der ermittelten Daten wird das Werkzeug 13 durch die Steuereinheit in Transportrichtung T F des Fisches 12 vor der Anusflosse 15 in die Bauchhöhle 11 verfahren, und zwar vorzugsweise so tief, dass das freie Ende 25 des Werkzeuges 13 bzw. des Saugelementes 23 auf der Mittelgräte des Fisches 12 aufsetzt. Das Saugelement 23 wird dann, während der Fisch 12 kontinuierlich in Transportrichtung Tp durch die Vorrichtung 10 transportiert wird, zum Anus bewegt, und zwar in Verfahrrichtung V 1 , die der Transportrichtung T F entspricht. Dabei kann optional in vertikaler Richtung ein Druck des Saugelementes 23 auf die Mittelgräte aufrechterhalten werden, um insbesondere die Blutniere druckbeaufschlagt zu reinigen. Die Geschwindigkeit, mit der das Werkzeug 13 bzw. das Saugelement 23 bewegt wird, ist größer als die Transportgeschwindigkeit der Fische 12.
Während des Aufenthalts des Saugelementes 23 in der Bauchhöhle 11 werden Eingeweide etc. gelöst und abgesaugt. Dies erfolgt insbesondere durch die öffnung 26 des Saugelementes 23. Auch wird insbesondere der am Anus befestigte Darm vom Saugelement 23 angesaugt, und zwar durch die öffnung 27 des Saugelementes 23. Während der voran gegangenen Arbeitsschritte ist das Element 35, also das
Schiebeelement 28 in der oberen Warteposition, so dass die öffnung 27 vollständig geöffnet ist. Wenn das Saugelement 23 den Anus erreicht hat, wird das Schiebeelement 28 nach unten in die Klemmposition bewegt, so dass der Darm zwischen dem Schiebeelement 28 und dem Saugelement 23 eingeklemmt ist. Durch die Klemmung ist die öffnung 27 an der dem Anus bzw. Darm zugewandten Seite geschlossen, während der Darm weiterhin durch die verbleibenden seitlichen öffnungen der öffnung 27 angesaugt wird. Bei der Bewegung in Richtung des Schwanzes werden die
Knochentaschen des Fisches 12 insbesondere durch die Schabeplatte 32 mit dem Vorsprung 33 gereinigt.
Dadurch, dass der Fisch 12 in Transportrichtung T F weiter transportiert wird und das Saugelement 23 bei Erreichen des Anus stehen bleibt bzw. sogar in die entgegen gesetzte Richtung Vn in Richtung des Kopfes bewegt wird, reißt der Darm unmittelbar am Anus, wo der Darm eine Art Perforation durch eine dünne Darmwand aufweist, ab. Bei dem Verfahren in Richtung Kopf wird weiterhin die Blutniere durch Kratzen und Saugen bis zum Ende der Bauchhöhle 11 im Bereich des Kopfes gereinigt. Das Ergebnis ist ein vollständig gesäuberter Fisch 12, der ohne weitere manuelle Nachreinigung weiter verarbeitet werden kann.
Wie beschrieben, dient das Verfahren insbesondere dazu, bereits entweidete Fische 12 nachzureinigen, indem neben den beim eigentlichen Entweidevorgang in der Bauchhöhle 11 zurück gelassenen Resten auch der Darm vom Anus gelöst und entfernt wird. Andere Entweideschritte bzw. Reinigungsschritte sind in entsprechender Form selbstverständlich ebenfalls möglich.
