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Title:
TOOL AND METHOD FOR FINE MACHINING WORKPIECES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/025793
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a tool for fine machining workpieces, comprising at least one blade (13), which is used for pre-machining and which has a geometrically defined cutting edge (15), and comprising at least one blade (21), which is used for the finish-machining and which has a geometrically defined cutting edge (23). The inventive tool is characterized in that the blade (13) used for pre-machining is part of a pre-machining stage (3), and the blade (23) used for finish-machining is part of a finish-machining stage (5), and in that an interface (9) is provided, which is located between the pre-machining stage (3) and the finish-machining stage (5) and which has a first planar surface (27) and a second planar surface (29), these surfaces being respectively situated on the pre-machining stage (3) and on the finish-machining stage (5). Said interface also has a device (11) that ensures the coaxiality of the pre-machining stage (3) and of the finish-machining stage (5).

Inventors:
Kress, Dieter (Walkstrasse 87, Aalen, 73431, DE)
Häberle, Friedrich (Fliederstrasse 14, Lauchheim, 73466, DE)
Application Number:
PCT/EP2004/009822
Publication Date:
March 24, 2005
Filing Date:
September 03, 2004
Export Citation:
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Assignee:
MAPAL FABRIK FÜR PRÄZISIONSWERKZEUGE DR. KRESS KG (Obere Bahnstrasse 13, Aalen, 73431, DE)
Kress, Dieter (Walkstrasse 87, Aalen, 73431, DE)
Häberle, Friedrich (Fliederstrasse 14, Lauchheim, 73466, DE)
International Classes:
B23B41/16; B23B51/00; B23B51/08; B23C5/00; B23D77/00; (IPC1-7): B23B51/00; B23C5/00
Attorney, Agent or Firm:
Gleiss, Alf-olav (Gleiss & Grosse, Leitzstrasse 45, Stuttgart, 70469, DE)
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Claims:
Ansprüche
1. Werkzeug zur spanenden Feinbearbeitung von Werkstücken mit mindestens einer der Vorbearbeitung dienenden Schneide (13) mit einer geometrisch definierten Schneidkante (15) und mit mindestens einer der Fertigbearbeitung dienenden Schneide (21) mit einer geo metrisch definierten Schneidkante (23), dadurch gekennzeichnet, dass die der Vorbearbeitung dienende Schneide (13) Teil einer Vor bearbeitungsstufe (3) und die der Fertigbearbeitung dienende Schneide (23) Teil einer Fertigbearbeitungsstufe (5) ist, und dass eine zwischen der Vorbearbeitungsstufe (3) und der Fertigbearbei tungsstufe (5) angeordnete Schnittstelle (9) mit einer ersten Planflä che (27) und einer zweiten Planfläche (29) vorgesehen ist, die an der Vorbearbeitungsstufe (3) und der Fertigbearbeitungsstufe (5) ange ordnet sind, und die eine die Koaxialität der Vorbearbeitungsstufe (3) und der Fertigbearbeitungsstufe (5) zueinander gewährleistende Ein richtung (11) zur koaxialen Ausrichtung der Stufen (3,5) aufweist.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung (11) eine konische Ausnehmung (45) und einen in die sen eingreifenden konischen Schaft aufweist.
3. Werkzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der konische Schaft als Vollkegel (31) ausgebildet ist.
4. Verfahren zur spanenden Feinbearbeitung einer Bohrung in einem Werkzeug mit mindestens einer der Vorbearbeitung dienenden Schneide mit einer geometrisch definierten Schneidkante und mit mindestens einer der Fertigbearbeitung dienenden Schneide mit ei ner geometrisch definierten Schneidkante, insbesondere mit einem Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die Vorund Fertigbearbeitung mittels mindestens zweier durch eine Schnittstelle voneinander getrennter Schneiden erfolgt, die in einem Bearbeitungsgang nacheinander mit der zu be arbeitenden Oberfläche des Werkstücks in Eingriff treten.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Fertigbearbeitung eine Schnitttiefe von wenigen 1/100 mm ge wählt wird.
Description:
Werkzeug und Verfahren zur spanenden Feinbearbeitung von Werkstücken Beschreibung Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur spanenden Feinbearbeitung von Werkstücken gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur spanenden Feinbearbeitung von Werkstücken gemäß Oberbegriff des Anspruchs 4.

Werkzeuge und Verfahren der hier angesprochenen Art sind be- kannt. Die Werkzeuge zeichnen sich durch eine so genante Stufen- schneide aus, die eine geometrisch definierte Schneidkante umfasst.

Zur Feinbearbeitung von Werkstücken wird das Werkzeug und/oder das Werkstück in Rotation gesetzt und in Richtung der Drehachse . eine axiale Verlagerung durchgeführt, so dass die Schneide Späne von einer zu bearbeitenden Oberfläche des Werkstücks abträgt. In der Regel wird das Werkstück eingespannt, das Werkzeug in Rotati- on versetzt und einer Vorschubbewegung unterworfen. Dadurch trägt die Schneide von einer Oberfläche des Werkstücks Späne ab.

Die-in Vorschubrichtung gesehen-vordere Stufe der Stufen- schneide ist für die Schrupp-oder Vorbearbeitung, die hintere Stufe -für die Schlicht-oder Fertigbearbeitung der Werkstückoberfläche vorgesehen. Stufenschneiden sind zum Einen sehr aufwendig und schwierig herzustellen, darüber hinaus ist auch das Nachschleifen derartiger Schneiden schwierig. Zum Anderen ist die Ausführung der Schneiden für die Vor-und Fertigbearbeitung praktisch gleich, zu- mindest bestehen sie aus dem gleichen Werkstoff. Dies ist ange- sichts der unterschiedlichen Anforderungen an die Vor-und Fertig- bearbeitung und damit an die Schneiden negativ : Die Schneide für die Vorbearbeitung muss insbesondere warmfest sein, die für die Fertigbearbeitung muss eine hohe Kantenfestigkeit aufweisen.

An die Herstellungsgenauigkeit von Bohrungen in Werkstücken wer- den immer höhere Anforderungen gestellt. Besonders wichtig ist die Maßgenauigkeit der Bohrung, also deren Durchmesser, Rundheit und Zylindrizität, außerdem ist die Oberflächengüte von entschei- dender Bedeutung.

Wesentlich ist, dass Genauigkeit und OberFlächengüte bei der Bear- beitung einer großen Zahl von Werkstücken einzuhalten ist, auch bei schwierig zerspanbaren Materialien wie zum Beispiel bestimmten Guss-und Stahisorten. Es hat sich herausgestellt, dass die Verbes- serung der Genauigkeit und eine Verlängerung der Standlänge mit der Schnitttiefe während der Fertigbearbeitung in Zusammenhang stehen : Je geringer die Schnitttiefe, desto besser sind die erreichte Oberflächengüte, Maßgenauigkeit und die Standzeit.

Bezüglich der hier angesprochenen Anforderungen ergeben sich die besten Ergebnisse bei Schnitttiefen, die in einem Bereich von weni- gen 1/100 mm liegen. Um ein gleichmäßiges Aufmaß von so gerin- ger Größe zu erreichen, muss die Konzentrizität zwischen Vor-und Fertigbearbeitung sehr exakt sein. Dies bedeutet einen sehr großen -Aufwand im Bereich der Vorbearbeitung.

Die Verwendung der oben angesprochenen Stufenschneiden hat sich angesichts der aufwändigen und schwierigen Herstellung und insbesondere angesichts der Probleme beim Nachschleifen nicht bewährt.

Es sind Verfahren zur Feinbearbeitung von Werkstücken bekannt, bei denen zwei unterschiedliche Werkzeuge eingesetzt werden, von denen eines der Vorbearbeitung und eines der Fertigbearbeitung des Werkstücks dient. Bei der Bearbeitung eines Werkstücks muss

also nach der Vorbearbeitung ein Werkzeugwechsel erfolgen, um die Fertigbearbeitung durchführen zu können. Denkbar ist es auch, in einer Transferlinie das Werkstück zunächst einem Vorbearbeitungs- und dann einem Fertigbearbeitungswerkzeug zuzuführen. Problema- tisch ist, dass die Drehachsen der Werkzeuge nicht genau koaxial zueinander verlaufen, so dass keine ausreichende Herstellungsge- nauigkeit und keine optimale Oberflächengüte erzielbar sind.

Nach allem zeigt sich also, dass das Werkzeug und das Verfahren keine ausreichende Herstellungsgenauigkeit gewährleisten, und dass die Standzeit des Werkzeugs nicht ausreichend ist.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Werkzeug und ein Verfahren zur Feinbearbeitung von Werkstücken zu schaffen, die die genann- ten Nachteile vermeiden.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Werkzeug vorgeschlagen, das die in Anspruch 1 genannten Merkmale aufweist. Es zeichnet sich dadurch aus, dass es eine der Vorbearbeitung dienende und eine der Fertigbearbeitung dienende Schneide aufweist, die durch eine Schnittstelle voneinander getrennt sind. Durch die Trennung der bei- den Schneiden ist es möglich, jeweils speziell auf die Bearbeitung, also auf die Vor-und Fertigbearbeitung, abgestimmte Schneiden zu verwenden, was zu einer deutlichen Verbesserung der Herstellungs- genauigkeit führt. Da die Schnittstelle eine Vorbearbeitungsstufe mit einer ersten Planfläche und eine Fertigbearbeitungsstufe mit einer zweiten Planfläche aufweist, außerdem eine Einrichtung, die der möglichst koaxialen Ausrichtung der Vorbearbeitungsstufe gegen- über der Fertigbearbeitungsstufe dient und mit deren Hilfe die beiden Stufen sehr präzise miteinander verbunden werden können, lassen

sich sehr geringe Schnitttiefen von wenigen 1/100 mm realisieren und damit eine optimale Herstellungsgenauigkeit bei einer sehr lan- gen Standzeit.

Weitere Vorteile ergeben sich aus den übrigen Unteransprüchen.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird auch ein Verfahren mit den Merk- malen des Anspruchs 4 vorgeschlagen. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Vor-und Fertigbearbeitung mittels mindestens zweier durch eine Schnittstelle voneinander getrennter Schneiden erfolgt, die in einem Bearbeitungsgang nacheinander mit der zu bearbeiten- den Oberfläche des Werkstücks in Eingriff treten. Es ist also mög- lich, mit einem einzigen Werkzeug dieselbe Oberfläche eines Werk- stücks einem Vorbearbeitungs-und einem Fertigbearbeitungsvor- gang zu unterwerfen.

Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform des Verfahrens, die sich dadurch auszeichnet, dass bei der Fertigbearbeitung Späne mit wenigen 1/100 mm abgetragen werden können. Dies führt zu einer optimalen Herstellungsgenauigkeit, also zu einer exakten Maßge- nauigkeit und zu einer sehr hohen Oberflächengüte, bei einer langen -Standzeit des Werkzeugs.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Figur 1 eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Werkzeugs in Explosionsdarstellung ; Figur 2 eine perspektivische Darstellung des Werkzeugs nach An- spruch 1 und

Figur 3 eine Skizze zur Verdeutlichung der Koaxialität der beiden Stufen eines Werkzeugs.

Figur 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel eines Werkzeugs 1, das der spanenden Feinbearbeitung von Werkstücken dient und eine Vorbearbeitungsstufe 3 und eine Fertigbearbeitungsstufe 5 aufweist.

Das Werkzeug 1 ist auf geeignete Weise mit einer Werkzeugma- schine-direkt oder über ein Zwischenstück, einen Adapter oder dergleichen-verbindbar, beispielsweise über einen kegelförmigen Schaft 7, der in eine Werkzeugaufnahme greift und auf geeignete Weise mit dieser verspannt wird.

Die Vorbearbeitungsstufe 3 und die Fertigbearbeitungsstufe 5 sind über eine Schnittstelle 9 fest miteinander verbunden, die eine Ein- richtung 11 aufweist, mit deren Hilfe die Relativstellung der beiden Stufen beeinflussbar ist. Sie soll die Stufen 3 und 5 möglichst koaxial zueinander anordnen. Die Schnittstelle 9 dient also dazu, die beiden Stufen 3 und 5 des Werkzeugs 1 so miteinander zu verbinden, dass die Mittelachsen der beiden Stufen 3 und 5 miteinander und mit der Mittelachse 25 des Werkzeugs 1 zusammenfallen. Mit Hilfe derarti- : ger Präzisionsschnittstellen ist es möglich, einen Rundlauffehler von maximal 3 um zu realisieren.

Die Vorbearbeitungsstufe 3 weist mindestens eine, hier beispielhaft drei, Schneide 13 mit einer geometrisch definierten Schneidkante 15 auf. Die Schneide 13 ist hier beispielhaft als Tangentialschneide ausgebildet, die in die Stirnseite 17 der Vorbereitungsstufe 3 einge- setzt und auf geeignete Weise dort befestigt ist.

Entsprechend weist die Fertigbearbeitungsstufe 5 mindestens eine, hier mehrere, in gleicher Abstand in die Umfangsfläche 19 der Fer- tigbearbeitungsstufe 5 eingesetzte Schneiden 21 mit einer geomet- risch definierten Schneidkante 23 auf.

Die Schneidkanten 15 der Schneiden 13 der Vorbereitungsstufe 3 und die Schneidkanten 23 der Schneiden 21 der Fertigbearbeitungs- stufe 5 liegen auf konzentrisch zur Mittelachse 25 des Werkzeugs 1 verlaufenden Kreisen, wobei der Vorbearbeitungsdurchmesser klei- ner ist als der Fertigbearbeitungsdurchmesser. Die Durchmesserun- terschiede sind in Figur 1 zur Verdeutlichung stark vergrößert.

Die Schnittstelle 9 weist im Bereich der Vorbearbeitungsstufe 3 eine erste Planfläche 27, Fertigungsbearbeitungsstufe 5 eine zweite Plan- fläche 29 auf. Die Planflächen sind hier beispielhaft als Ringflächen ausgebildet, die in zusammengebautem Zustand der Schnittstelle, 9 fest aneinander liegen. Die Planflächen 27 und 29 liegen in Ebenen, auf denen die Mittelachse 25 des Werkzeugs 1 senkrecht steht. Sie dienen insbesondere dazu, die Stufen 3 und 5 so zueinander anzu- ordnen, dass die Mittelachse der Vorbearbeitungsstufe 3 keinen Winkelversatz gegenüber der Mittelachse'der Fertigbearbeitungsstu- - fe 5 aufweist, also nicht gegenüber dieser verkippt ist.

Bei dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Schnitt- stelle 9 mit einer Einrichtung 11 versehen, die an einer Stufe, hier an der Vorbearbeitungsstufe 3 einen Konus, vorzugsweise einen klein bauenden Vollkegel 31, aufweist, der in eine konische Aufnahme eingreift, die in die Stirnseite 33 der Fertigbearbeitungsstufe 5 einge- bracht ist.

Figur 2 zeigt das Werkzeug 1 aus Figur 1 in perspektivischer An- sicht. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, so dass auf die Beschreibung zu Figur 1 verwiesen wird.

Deutlich erkennbar sind hier die mindestens eine Schneide 21. Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sind acht Schneiden in gleichem Umfangsabstand in die Umfangsfläche 19 der Fertigbear- beitungsstufe 5 eingebracht. Bei der Bearbeitung einer Werkstück- oberfläche dreht sich die Fertigbearbeitungsstufe 5-in Vorschubrich- tung gesehen-im Uhrzeigersinn, so dass jeweils die Schneidkanten 25 der Schneiden 21 Späne von der Werkstückoberfläche abtragen.

In Drehrichtung gesehen ist vor jeder Schneide ein Spanraum 35 vorgesehen, in den die abgetragenen Späne gelangen..

Vorzugsweise ist das Werkzeug 1 mit einer Kühl-/Schmiermittelquel- le verbunden, um die Schneiden 21 bei der Bearbeitung eines Werk- stücks kühlen zu können und um die entstehenden Späne auszutra- gen. Bei der Darstellung gemäß Figur 2 ist ersichtlich, dass in einen Spanraum 35 jeweils ein Kühl-/Schmiermittelkanal 37 mündet, um den gewünschten Effekt zu erreichen. l In die Stirnfläche 33 beziehungsweise in die zweite Planfläche 29 münden ebenfalls Kühl-/Schmiermittelkanäle, über die das Kühl-/ Schmiermittel in die Vorbearbeitungsstufe 3 eingeleitet wird. Figur 2 zeigt, dass in einen vor jeder Schneide 13 gelegenen Spanraum 41 ebenfalls Kühl-/Schmiermittelkanäle 43 münden. Damit ist es mög- lich, auch die Schneiden 13 der Vorbearbeitungsstufe 3 zu kühlen und abgetragene Späne austragen.

In Figur 2 ist noch die konische Ausnehmung 45 zu erkennen, die in die Stirnseite 33 der Fertigbearbeitungsstufe 5 eingebracht ist und

die der Aufnahme des Vollkegels 31 dient. Dieser wird auf übliche Weise im Inneren der Ausnehmung 45 verankert. Dabei können her- kömmliche Spannmittel verwendet werden. Entscheidend ist, dass mittels der Schnittstelle 9 eine exakte Positionierung der Vorbearbei- tungsstufe 3 gegenüber der Fertigbearbeitungsstufe 5 möglich ist, wobei mit Hilfe der Planflächen 27,29 die Winkelposition der beiden Stufen sichergestellt wird und mittels der Einrichtung 11 deren Ko- axialität.

Nach den Erläuterungen wird deutlich, dass die Einrichtung 11 auch jeweils spiegelbildlich ausgebildet sein kann : Bei dem Werkzeug 1 nach Figur 1 könnte der Vollkegel 31, der von der Vorbearbeitungs- stufe 3 ausgeht, auch an der Fertigbearbeitungsstufe 5 vorgesehen sein und in eine entsprechende Ausnehmung in der Vorbearbei- tungsstufe 3 eingreifen.

Figur 3 zeigt einen schematischen Vergleich der Kreise, auf denen einerseits die mindestens eine Schneide 13 einer Vorbearbeitungs- stufe 3 und die mindestens eine Schneide 23 der Fertigbearbei- tungsstufe 5 angeordnet sind.

-Rechts in Figur 3 sieht man einen Kreis KV, auf dem die Schneid- kante 15 der mindestens einen Schneide 13 der Vorbearbeitungsstu- fe 3 angeordnet ist und einen Kreis KF, auf dem die Schneidkante 23 mindestens einer Schneide 23 der Fertigbearbeitungsstufe 5 an- geordnet ist. Die beiden Kreise liegen bei dem Werkzeug 1 praktisch exakt konzentrisch zueinander, weil die Vorbearbeitungsstufe 3 mit der Fertigbearbeitungsstufe 5 mittels der Schnittstelle 9 sehr exakt miteinander verspannt wird.

Links von den konzentrischen Kreisen KV und KF ist durch eine Skizze angedeutet, dass bei herkömmlichen Werkzeugen, bei denen getrennt die Vor-und Fertigbearbeitung erfolgt, die Kreise KF und KV nicht konzentrisch zueinander angeordnet sind, weil es praktisch unmöglich ist, die Werkzeuge für die Vor-und Fertigbearbeitung konzentrisch zueinander auszurichten. In der Regel ergibt sich ein Achsversatz A, um den der Kreis KV gegenüber dem Kreis KF, hier beispielhaft nach rechts, versetzt ist.

In den beiden Skizzen gemäß Figur 3 wird durch den Abstand zwi- schen den beiden Kreisen KV und KF angedeutet, welcher Bereich einer Bohrung bei der Feinbearbeitung eines Werkstücks abgetragen werden muss. In der Praxis wird bei der Feinbearbeitung eine sehr geringe Schnitttiefe angestrebt, die im Bereich von wenigen 1/100 mm liegt. Das heißt, dass bei den in Figur 3 wiedergegebenen Krei- sen KV und KF ein sehr geringer Größenunterschied gegeben ist.

Ergibt sich dann, wie bei der linken Skizze in Figur 3, ein Achsver- satz A, kann der innere Kreis KV den äußeren Kreis KF berühren, so dass im Berührungsbereich bei der Feinbearbeitung keine Späne mehr abgetragen werden. Dies führt dazu, dass sich hier eine unzu- < reichende Oberflächenqualität einstellt. Außerdem weicht die Positi- on der fertig bearbeiteten Bohrung um den Achsversatz A von der gewünschten Position ab.

Da die Vorbearbeitungsstufe 3 und die Fertigbearbeitungsstufe 5 bei dem Werkzeug 1 gemäß Figuren 1 und 2 mittels der Schnittstelle 9 sehr exakt konzentrisch zueinander verspannt werden, ergibt sich immer das rechts in Figur 3 dargestellte Bild : Die Kreise KV und KF liegen praktisch exakt konzentrisch zueinander, so dass eine sehr geringe Schnitttiefe bei der Feinbearbeitung realisiert werden kann.

Dies führt zu einer sehr guten Herstellungsgenauigkeit, also Maßge- nauigkeit und Oberflächengüte, aber auch dazu, dass sich das Werkzeug durch eine lange Standzeit auszeichnet.

Entscheidend ist, dass bei dem Werkzeug 1 zwei Stufen vorgesehen sind, nämlich eine Vorbearbeitungsstufe 3, die mindestens eine Schneide 13 mit einer Schneidkante 15 umfasst, und eine Fertigbe- arbeitungsstufe 5, die mindestens eine Schneide 21 mit einer Schneidkante 23 aufweist. Für die Vor-und Fertigbearbeitung ist es sehr vorteilhaft, wenn die Schneiden für den jeweiligen Bearbei- tungsvorgang speziell abgestimmt werden können. Durch die Tren- nung der beiden Stufen 3 und 5 im Bereich der Schnittstelle 9 ist es ohne weiteres möglich, eine warmfeste Schneide für die Vorbearbei- tung vorzusehen und eine Schneide mit hoher Kantenfestigkeit für die Fertigbearbeitung.

Die Vorbereitungsstufe 3 kann, wie Figur 1 zeigt, mit mindestens ei- ner Schneide 13 versehen werden, die tangential in die Stirnseite 17 der Vorbearbeitungsstufe 3 eingesetzt ist.

Die Fertigbearbeitungsstufe 5 wird vorzugsweise als Stahlkörper rea- lisier, in dessen Umfangsfläche 19 die mindestens eine Schneide 21 eingelötet wird. Hier können Schneiden aus Hartmetall, Cermet, PKD und PKB realisiert werden.

Da die beiden Stufen 3 und 5 in separaten Herstellungsverfahren erzeugt und auch separat geschliffen werden, kann für jede der Stu- fen die optimale Schneidengeometrie hergestellt werden, ohne dass Störkonturen beim Schleifen berücksichtigt werden müssten, wie dies bei einstückigen Werkzeugen beziehungsweise Stufenschnei- den der Fall ist.

Bei dem Werkzeug 1 lassen sich also bei der Vorbearbeitungsstufe 3 und der Fertigbearbeitungsstufe 5 Schneiden 13 und 21 realisie- ren, die aufgrund der hochpräzisen Schnittstelle 9 auf konzentri- schen Kreisen KV und KF, die auch als Flugkreise bezeichnet wer- den, liegen. Dabei ist es möglich, im Rahmen der Vorbearbeitung mittels der Vorbearbeitungsstufe 3 eine in einem Werkstück vorhan- dene Bohrung mit einem Durchmesser vorzubearbeiten, der dem Durchmesser der fertig bearbeiteten Bohrung sehr nahe kommt. Der Abstand der beiden Kreise KV und KF ist also sehr gering. Dies er- laubt es, bei der Fertigbearbeitung Schnitttiefen im Bereich von we- nigen 1/100 mm vorzusehen und dabei sicherzustellen, dass im ge- samten Bereich der Fertigbearbeitung eine praktisch gleiche Schnitt- tiefe realisiert wird.

Das Werkzeug 1 zeichnet sich dadurch aus, dass zwei Stufen 3 und 5 mit jeweils mindestens einer Schneide 13 beziehungsweise 21 rea- lisiert wird, die ein und denselben Bereich eines Werkstücks bearbei- ten. Die Vorbearbeitungsstufe 3 bearbeitet also einen Bereich des Werkstücks, der in ein und demselben Verfahrensschritt auch mittels der Schneide 21 der Fertigbearbeitungsstufe 5 bearbeitet wird. Das Werkzeug 1 weist also zwei Bearbeitungsstufen 3 und 5 auf, die mit- tels einer Schnittstelle 9 voneinander getrennt und daher auch ge- trennt herstellbar sind, aber dazu dienen, den identischen Bereich im Werkstück zu bearbeiten.

Mit Hilfe des hier beschriebenen Werkzeugs 1 lässt sich also ein Verfahren zur Feinbearbeitung von Werkzeugen realisieren, bei dem die Vor-und Fertigungsbearbeitung mittels mindestens zweier durch eine Schnittstelle voneinander getrennter Schneiden erfolgt, nämlich mittels der mindestens einen Schneide 13 der Vorbearbeitungsstufe

3 und mittels der mindestens einen Schneide 21 der Fertigbearbei- tungsstufe 5. Die Schneiden 13 und 21 der beiden Stufen 3 und 5 treten in einem Bearbeitungsgang nacheinander mit derselben zu bearbeitenden Oberfläche des Werkstücks in Eingriff. In anderen Worten : Ein Bereich des Werkstücks wird in einem Bearbeitungs- gang von den Schneiden zweier Stufen 3 und 5 eines Werkzeugs 1 bearbeitet.

Besonders bevorzugt wird eine Ausführungsform des Verfahrens, bei der eine Schnitttiefe von wenigen 1/100 mm, nämlich 0,02 bis 0,1 mm, vorzugsweise von 0,04 bis 0,06 mm, insbesondere von 0,05 mm realisiert wird. Durch diese sehr geringe Schnitttiefe ver- bessert sich die Herstellungsgenauigkeit, also die Maßgenauigkeit und die Oberflächengüte, des Werkstücks. Gleichzeitig wird eine sehr hohe Standzeit des Werkzeugs gewährleistet.

Durch den besonderen Aufbau des Werkzeugs 1 wird eine sehr ex- akte Konzentrizität zwischen Vor-und Fertigbearbeitung realisiert, außerdem ein sehr gleichmäßiges Aufmaß von geringer Größe.

Aus den Erläuterungen des Werkzeugs 1 wird Folgendes deutlich : Es ist möglich, eine Schnittstelle 9 zwischen einer Vorbearbeitungs- stufe 3 und einer Fertigbearbeitungsstufe 5 anzuordnen, was den Vorteil bietet, dass. bei der Herstellung der Bearbeitungsstufen auf die für die jeweilige Bearbeitung gewünschten Voraussetzungen ein- zugehen, beispielsweise auf die Warmfestigkeit der mindestens ei- nen Schneide der Vorbearbeitungsstufe und auf die Kantenfestigkeit der mindestens einen Schneide der Fertigbearbeitungsstufe.

Durch die äußerst exakte Verbindung der beiden Stufen 3 und 5 mit- tels der Schnittstelle 9 wird darüber hinaus die Möglichkeit geschaf- fen, im Zuge der Fertigbearbeitung sehr geringe Schnitttiefen zu rea- lisieren. Dafür ist es erforderlich, dass die beiden Teilwerkzeuge, die Vorbearbeitungsstufe 3 und die Fertigbearbeitungsstufe 5 sehr exakt gegeneinander ausgerichtet werden, einerseits bezüglich der Winkel der Mittelachsen der beiden Stufen und andererseits bezüglich der Konzentrizität der Mittelachsen der Vorbearbeitungsstufe 3 und der Fertigbearbeitungsstufe 5. Es ist hier möglich, die beiden Stufen in- nerhalb weniger um konzentrisch zueinander auszurichten.

Die hier beschriebene Schnittstelle 9 ermöglicht es, die beiden Bear- beitungsstufen 3 und 5 so zu verbinden, dass sich eine hohe Steifig- keit des Werkzeugs 1 ergibt. Im Übrigen wird durch die Trennung der beiden Bearbeitungsstufen noch erreicht, dass Schwingungen redu- ziert werden, die die Oberflächengüte der bearbeiteten Werkstück- oberfläche beeinträchtigen und die Standzeit des Werkzeugs 1 re- duzieren könnten.