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Patent Searching and Data


Title:
TOOL FOR PRODUCING PLASTIC SKINS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2005/056265
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a tool for producing plastic skins, which has a molding tool (3) and a support (1), whereby the molding tool (3) is placed over the support (1) in such a manner that a space (6) remains between the molding tool (3) and the support (1) and is filled with a metallic filling having a lower melting point than that of the material forming the molding tool (3). The invention also relates to a use of this tool for producing a plastic skin and to a method for producing a tool of this type. The inventive design enables a trouble-free exchanging of the molding tool (3).

Inventors:
Liesen, Martin (Im Wimkel 15, Lüdenscheid, 58609, DE)
Lienhaed, Wolfgang (Im Krautgarten 21, Hassenbach, 97723, DE)
Application Number:
PCT/EP2004/014303
Publication Date:
June 23, 2005
Filing Date:
December 09, 2004
Export Citation:
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Assignee:
FAURECIA INNENRAUM SYSTEME GMBH (Faureciastrasse 1, Hagenbach, 76767, DE)
Liesen, Martin (Im Wimkel 15, Lüdenscheid, 58609, DE)
Lienhaed, Wolfgang (Im Krautgarten 21, Hassenbach, 97723, DE)
International Classes:
B29C33/38; B29C33/56; B29C41/38; B29C33/30; B29C33/70; B29C41/18; B29C33/38; B29C33/56; B29C41/34; B29C33/30; B29C33/70; B29C41/18; (IPC1-7): B29C33/56; B29C33/38; B29C41/38
Attorney, Agent or Firm:
PFENNING MEINIG & PARTNER GBR (Joachimstahler Strasse 10-12, Berlin, 10719, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Werkzeug zur Herstellung von Kunststoffhäuten, das ein Abformwerkzeug und einen Träger auf weist, wobei das Abformwerkzeug so über dem Trä ger angeordnet ist, dass zwischen dem Abform werkzeug und dem Träger ein Raum verbleibt, dadurch gekennzeichnet, dass der Raum (6) zwischen dem Träger (1) und dem Abformwerkzeug (3) mit einer metallischen Füllung gefüllt ist, die einen niedrigeren Schmelzpunkt hat als ein das Abformwerkzeug (3) bildendes Material.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich net, dass die metallische Füllung aus einer Wi s mutlegierung gebildet ist, vorzugsweise mit. ei nem Gewichtsanteil von Wismut von zwischen 40% und 60%, besonders vorzugsweise mit einem Ge wichtsanteil von zwischen 45% und 50%..
3. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da durch gekennzeichnet, dass die metallische Fül lung Anteile von Cadmium, Indium, Zink und/oder Zinn enthält.
4. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da durch gekennzeichnet, dass die metallische Fü l lung einen Schmelzpunkt von zwischen 130°C und 180°C hat.
5. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da durch gekennzeichnet, dass das Abformwerkzeug (3) aus Nickel besteht und/oder eine Wandstärke von zwischen 1 mm und 3 mm hat.
6. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da durch gekennzeichnet, dass rückseitig an das Ab formwerkzeug (3) Verankerungen angeformt sind zur formschlüssigen Verbindung des Abformwerk zeugs (3) mit der metallischen Füllung.
7. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da durch gekennzeichnet, dass der Träger (1) zumin dest teilweise aus Gussstahl besteht.
8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da durch gekennzeichnet, dass in dem Raum (6) zwi schen Träger (1) und Abformwerkzeug (3) mindes tens eine Rohrleitung (7) zur Führung eines Me diums zum Temperieren des Werkzeugs angeordnet ist, die von der metallischen Füllung umgeben ist.
9. Werkzeug nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich net, dass die Rohrleitung (7) gerade Leitungsab schnitte aufweist, die durch mindestens ein au ßerhalb des Raums zwischen Träger (l) und Ab formwerkzeug (3) verlaufendes Verbindungsstück (8) verbunden sind, wobei die geraden Leitungs abschnitte vorzugsweise in die metallische Fül lung eingebohrt sind.
10. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da durch gekennzeichnet, dass der Träger (1) min destens eine Stütze (5) zur Fixierung des darauf ruhenden Abformwerkzeugs (3) aufweist.
11. Verwendung eines Werkzeugs nach einem der An sprüche 1 bis 10 zur Herstellung einer Kunst stoffhaut, vorzugsweise durch Pulversintern.
12. Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem ein zwi schen einem Träger (1) und einem darüber ange ordneten Abformwerkzeug (3) verbleibender Raum (6) mit einer metallischen Schmelze, vorzugswei se einer Wismutlegierung, gefüllt wird, die an schließend aushärtet und eine Verbindung zwi schen dem Träger (1) und dem Abformwerkzeug (3). bildet.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich net, dass das Abformwerkzeug (3) zuvor durch galvanische Abscheidung oder durch Dampfauftra gung auf eine Modellform gebildet wird, vorzugs weise durch galvanische Abscheidung von Nickel oder durch Nickeldampfauftragung.
14. Verfahren zur Instandhaltung eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch ge kennzeichnet, dass die metallische Füllung zu mindest in einem an das Abformwerkzeug (3) an grenzenden Bereich auf eine über ihrem Schmelz punkt und unter dem Schmelzpunkt des das Abform werkzeug (3) bildenden Materials. liegende Tempe ratur erwärmt wird, worauf das Abformwerkzeug (3) abgenommen und durch ein anderes Abformwerk zeug ersetzt wird, das dazu über dem Träger (1) angeordnet wird, worauf die zwischen dem Träger' (1) und dem letztgenannten Abformwerkzeug be findliche metallische Füllung wieder so weit ab gekühlt wird, dass sie erstarrt.
Description:
Werkzeug zur Herstellung von Kunststoffhäuten Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur Herstellung von Kunststoffhäuten, insbesondere zur Herstellung von Oberflächendekoren für Verkleidungsteile wie bei- spielsweise Innenverkleidungsteile von Kraftfahrzeu- gen, nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches. Die.

Erfindung betrifft ferner neben einer Verwendung ei- nes derartigen Werkzeugs zur Herstellung einer Kunst- stoffhaut auch ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Werkzeugs.

Ein gattungsgemäßes Werkzeug weist ein üblicherweise als dünne Metallschale ausgebildetes Abformwerkzeug auf, das beispielsweise als Gussform oder Sinterform dienen kann, also als formgebende Komponente des Werkzeugs. Dieses Abformwerkzeug ist dabei so über einem Träger des Werkzeugs angeordnet, dass zwischen dem Abformwerkzeug und dem Träger ein Raum, verbleibt.

Bei Ausführungen derartiger Werkzeuge nach dem Stand der Technik wird dieser Raum zwischen dem Träger und dem Abformwerkzeug üblicherweise mit Harz oder Sand gefüllt, um einerseits eine mechanische Unterstützung des Abformwerkzeugs zu gewährleisten und das Abform- werkzeug dadurch vor Verformungen zu schützen und um andererseits dem Werkzeug als ganzem eine hinreichend hohe Wärmekapazität zu verleihen. Üblicherweise wer- den zusätzlich Rohrleitungen in den Raum zwischen Ab- formwerkzeug und Träger eingebracht, die ein Medium zum Temperieren des Werkzeugs führen können.

Ein Werkzeug der beschriebenen Art nach dem Stand der Technik bringt aber erhebliche Nachteile mit sich.

Das Abformwerkzeug hält üblicherweise nur einer sehr begrenzten Anzahl von Herstellungsprozessen stand, bevor es wegen im Laufe der Zeit unvermeidlich auf- tretenden Schäden ausgewechselt werden muss. Nun ver- backt das Abformwerkzeug allerdings im Lauf der Her- stellungsprozesse mit dem dahinterliegenden Harz oder Sand, so dass nur die Möglichkeit verbleibt, das ge- samte Werkzeug auszutauschen, womit alle Komponenten des alten Werkzeugs unbrauchbar werden. Als Alterna- tive böte sich nur die äußerst aufwendige Lösung an, das Abformwerkzeug"bergmännisch"von den übrigen Komponenten des Werkzeugs abzulösen, was allerdings kaum möglich ist, ohne weitere Schäden anzurichten.

Man ist also mit dem Problem konfrontiert, unverhält- nismäßig hohe Kosten zu verursachen, weil anstelle des verhältnismäßig einfach und mit wenig Material herzustellenden Abformwerkzeugs bei dessen Beschädi- gung das gesamte Werkzeug ersetzt werden muss.

Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Werkzeug zu entwickeln, das den be- schriebenen Nachteil vermeidet, indem eine Ablösung

des Abformwerkzeugs vom Träger und den üblichen Kom- ponenten des Werkzeugs ohne deren Beschädigung ermög- licht wird. Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, dadurch ein verbilligtes Verfahren zur Her- stellung von Kunststoffhäuten zur Verfügung zu stel- len sowie ein Verfahren anzugeben, mit dem ein ent- sprechendes Werkzeug hergestellt werden kann.

Diese Aufgaben werden erfindungsgemäß gelöst durch ein Werkzeug mit den kennzeichnenden Merkmalen des Hauptanspruchs in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Hauptanspruchs sowie durch eine Ver- wendung eines solchen Werkzeugs nach dem Anspruch 11 und durch ein Verfahren mit den Merkmalen des An- spruchs 12.

Dadurch, dass der Raum zwischen dem Träger und dem Abformwerkzeug mit einer metallischen Füllung gefüllt ist, die einen niedrigeren Schmelzpunkt hat als ein das Abformwerkzeug bildendes Material, wird es Mög- lich, diese Füllung durch Erhitzen zum Schmelzen zu bringen und dann das Abformwerkzeug abzunehmen, ohne weitere Schäden zu verursachen. Unter Umständen kann es dazu genügen, wenn die Füllung lediglich an einer am Abformwerkzeug anliegenden Oberfläche erwärmt wird, in der Regel wird aber zum Abnehmen des Abform- werkzeugs die gesamte Füllung geschmolzen. Dadurch kann das alte Abformwerkzeug problemlos durch ein neues ersetzt werden, die übrigen Komponenten des Werkzeugs aber einschließlich der Füllung. weiterer- wendet werden, was eine erhebliche Kostenersparnis und einen deutlich reduzierten Aufwand bei der Her- stellung einer größeren Anzahl gleicher oder ähnli- cher Kunststoffhäute zur Folge hat. Mit einer metal- lischen Füllung soll hier eine vorzugsweise aus- schließlich aus Metall bestehende Füllung bezeichnet

sein, nichtmetallische Zusätze von bis zu 3% Ge- wichtsanteilen sollen aber zulässig sein.

Ein Werkzeug der beschriebenen Art bietet sich insbe- sondere zur Herstellung einer Kunststoffhaut, bei der es sich z. B. um ein Oberflächendekor für eine Instru- mententafel eines Kraftfahrzeugs handeln kann, durch Pulversintern an, wozu ein Kunststoff in Pulverform so auf das erhitzte Abformwerkzeug aufgebracht werden kann, dass es dort aufschmilzt und durch Sintern die Kunststoffhaut bildet. Andere Ausführungen der Erfin- dung können als Gussform oder Teil einer Gussform zur Herstellung von Gießhäuten geeignet sein. In jedem Fall kann das Abformwerkzeug so geformt sein, dass es nicht nur eine großskalige 3D-Kontur einer entstehen- den Kunststoffhaut vorgibt, sondern dieser Kunst- stoffhaut durch eine entsprechende Oberflächenstruk- tur einer der Füllung abgewandten, die Kunststoffhaut aufnehmenden Oberfläche auch eine Narbung verleit.

Dadurch können z. B. Oberflächendekore mit einer Leder imitierenden Oberfläche erzeugt werden.

Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Werkzeugs. oder für eine Ausrüstung dieses Werkzeugs mit einem neuen Abformwerkzeug kann der zwischen dem Träger und dem zuvor darüber angeordneten Abformwerkzeug verbleibende Raum in einfacher Weise mit einer metal- lischen Schmelze gefüllt werden, vorzugsweise voll- ständig, wodurch sich nach einem Aushärten der Schmelze die besagte metallische Füllung bildet und eine Verbindung zwischen dem Träger und dem Abförm- werkzeug zustande kommt. Bei einem solchen Verfahren wird das Abformwerkzeug, das. zuvor durch galvanische Abscheidung oder durch Dampfauftragung auf eine. Mo- dellform in aufwandsarmer Weise gebildet worden sein. kann, also mit der metallischen Schmelze hintergegos-

sen.

Neben eine Wiederverwertbarkeit des Werkzeugs nach einem Auswechseln des Abformwerkzeugs hat die Erfin- dung den weiteren Vorteil, dass das fertige Werkzeug eine gegenüber vergleichbaren Werkzeugen nach dem Stand der Technik deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit hat. Dadurch wird eine gleichmäßige und zügige Tempe- rierung des Abformwerkzeugs vor, während und nach der Herstellung einer Kunststoffhaut wesentlich verein- facht.

Besonders vorteilhaft erweist sich eine Verwendung einer Wismutlegierung für die. metallische Füllung.

Mit einer Wismutlegierung lässt sich zunächst der für die Erfindung wesentliche niedrige Schmelzpunkt be- sonders einfach realisieren. Darüber hinaus erlaubt Wismut aufgrund eines diesem Metall eigenen negativen Ausdehnungskoeffizienten eine Herstellung von Legie- rungen von betragsmäßig kleinen und in einem Bereich zwischen positiven und negativen Werten einstellbaren Ausdehnungskoeffizienten. Das aber ist naheliegender- weise von besonderem Vorteil, wenn es darum geht, wie im vorliegenden Fall einen Hohlraum auszugießen. Ins- besondere kann dadurch bei einer geeigneten Zusammen- setzung der Wismutlegierung ein guter Kontakt zwi- schen der Füllung und dem Abformwerkzeug gewährleis- tet werden, was sowohl für eine gute mechanische Un- terstützung des Abformwerkzeugs als auch. für einen guten Wärmetransport von Vorteil ist. Gute Resultate erzielt man in dieser Hinsicht mit Wismutlegierungen, die einen Gewichtsanteil von Wismut von zwischen 40% und 60%, vorzugsweise zwischen 45% und 50% haben. An- dere zur Herstellung einer Legierung für die metall- sche Füllung besonders gut geeignete Metalle sind Cadmium, Indium, Zink und Zinn, mit denen sich insb. e-

sondere bei einer Kombination mit Wismut niedrige Schmelzpunkte und geeignete Ausdehnungskoeffizienten realisieren lassen. Eine Verwendung von Wismut bringt ferner den Vorteil mit sich, ungefährlich zu sein, weil bei einem Schmelzen keine gesundheitsschädlichen Dämpfe frei werden. In dieser Hinsicht ist-neben einer ebenfalls denkbaren Verwendung von reinem Wis- mut-insbesondere eine aus Wismut und Zinn bestehen- de Legierung empfehlenswert. Mit diesen beiden Metal- len lässt sich problemlos eine Legierung gewünschter Schmelztemperatur und Aüsdehnungseigenschaften reali- sieren.

Vorzugsweise ist für die metallische Füllung ein Ma- terial mit einem Schmelzpunkt von zwischen 130°C und 180°C zu wählen, womit einerseits ein besonders ein- faches Auslösen des Abformwerkzeugs ermöglicht wird, andererseits aber zu gewährleisten ist, dass die Fül- lung bei gewöhnlichen Betriebstemperaturen noch fest ist.

Als Material für das Abformwerkzeug kommen verschie- dene im Vergleich zur Füllung bei höheren Temperatu- ren schmelzende Metalle in Frage, besonders gut eig-. net sich Nickel, mit dem eine Herstellung des Abform- werkzeugs besonders einfach durch galvanische Ab- scheidung von Nickel oder durch Nickeldampfauftragung auf eine Modellform möglich ist. Vorteilhaft ist da- bei eine Auslegung des Abformwerkzeugs mit einer Wandstärke von zwischen 1 mm und 3 mm, womit einer- seits ein überschaubarer Materialaufwand einhergeht, andererseits aber sichergestellt ist, dass beim Hin- tergießen des Abformwerkzeugs mit der die Füllung bildenden Schmelze keine Schäden an der die entste- henden Kunststoffhäute aufnehmenden Oberfläche des Abformwerkzeugs entstehen.

An das Abformwerkzeug können rückseitig Verankerun- gen, beispielsweise in Form von Krallen, angeformt sein zur formschlüssigen Verbindung des Abformwerk- zeugs mit der metallischen Füllung. Dadurch wird eine bessere sowohl thermische als auch mechanische Ver- bindung des Abformwerkzeugs mit der Füllung erreicht, ohne dass ein Auslösen des Abformwerkzeugs aus der Füllung durch deren Schmelzen erschwert würde.

Für den Träger oder Teile des Trägers bietet sich ei- ne Herstellung aus Gussstahl an, der dadurch hinrei- chend stabil ausgelegt werden kann, um ein hohesGe- wicht zu tragen, das sich insbesondere durch die me-. tallische Füllung ergibt-eine Menge von etwa zwei Tonnen einer Wismutlegierung wäre z. B. typisch für ein Werkzeug das zur Herstellung von Oberflächendeko- ren für Instrumententafeln bestimmt ist. Ein Träger aus Gussstahl wäre außerdem hinreichend hitzeresis- tent, um Schäden beim Hintergießen des Abformwerk- zeugs und beim Schmelzen-der metallischen Füllung zu vermeiden.

Eine Temperierung des Werkzeugs vor, während und nach der Herstellung einer Kunststoffhaut ist besonders einfach und präzise möglich, wenn in dem Raum zwi- schen Träger und Abformwerkzeug mindestens eine Rohr- leitung zur Führung, eines Mediums angeordnet ist ; die von der metallischen Füllung umgeben ist. Als eine solche Rohrleitung durchströmendes Medium eignet sich z. B. Wasser oder Dampf. Um Probleme zu vermeiden, die sich durch einen von der metallischen Füllung abwei- chenden Ausdehnungskoeffizienten einer'solchen Rohr- leitung ergeben könnten, ist es vorteilhaft, wenn die Rohrleitung innerhalb des mit der metallischen Fül- lung gefüllten Raums zwischen Träger und Abformwerk-

zeug ausschließlich aus geraden Leitungsabschnitten besteht, die dann durch mindestens ein außerhalb die- ses Raums zwischen Träger und Abformwerkzeug verlau- fendes Verbindungsstück verbunden sind. Bei einer in dieser Hinsicht besonders günstigen Ausführung können die innerhalb des Raums zwischen Träger und Abform- werkzeug verlaufenden Leitungsabschnitte auch so in die metallische Füllung eingegossen werden oder ein- gebohrt sein, dass die Füllung selbst eine Leitungs- wand bildet.

Zur richtigen Positionierung des Abformwerkzeugs über dem Träger vor dem Hintergießen des Abformwerkzeugs bei der Herstellung des Werkzeugs kann dieses so aus- geführt sein, dass das Abformwerkzeug mit einem Rand auf einer seitlichen Wand des Trägers zu liegen kommt. Für eine gute Positionierung kann es vorteil- haft sein, wenn der Träger darüber hinaus mindestens eine Stütze aufweist, auf der das Abformwerkzeug zu ruhen kommt. Eine solche Stütze-vorzugsweise weist ein erfindungsgemäßes Werkzeug mehrere solche Stützen auf-kann auch verstellbar ausgeführt sein, bei- spielsweise höhenverstellbar durch eine Ausführung als Schraube, und so nicht nur zur Fixierung bzw. Po- sitionierung, sondern auch zur Justierung vor dem Hintergießen des Abformwerkzeugs dienen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgen- den anhand der Fig. 1 und 2 erläutert. Es zeigt Fig.. 1 einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Werkzeug und Fig. 2 eine Aufsicht auf einen Ausschnitt des Werk- zeugs aus Fig. 1 in einem Bereich einer seitlichen Wand dieses Werkzeugs.

Zu erkennen ist in der Fig. 1 ein Träger l aus Guss- stahl des dort abgebildeten Werkzeugs, wobei dieser Träger 1 seitliche Wände 2 aufweist, auf denen ein Abformwerkzeug 3 ruht. Eine dem Träger 1 abgewandte Oberfläche 4 dieses Abformwerkzeugs dient als formge- bende Fläche für eine entstehende Kunststoffhaut, die als Oberflächendekor für eine Instrumententafel eines Kraftfahrzeugs dienen soll, bei einer Herstellung dieser Kunststoffhaut durch ein Pulversinterverfah- ren. Die Oberfläche 4 des Abformwerkzeugs 3 weist ei- ne Narbung auf, um dem mit dem Werkzeug herzustellen- den Oberflächendekor eine entsprechende Oberflächen- struktur zu verleihen. Das Abformwerkzeug 3 ist als Nickelschale mit einer Wandstärke von etwa 2 mm ge- bildet und seinerseits hergestellt durch galvanische Abscheidung von Nickel auf eine entsprechend geformte Modellform. In ähnlicher Weise kann ein entsprechen- des Abformwerkzeug durch Nickeldampfauftragung herge- stellt werden. Auf dem Träger 1 sind einige justier- bare Stützen 5 angeordnet, die jeweils durch eine . Ausführung als Schraube eine verstellbare Höhe haben und zu einer richtigen Positionierung und Unterstüt-. zung des darauf ruhenden Abformwerkzeugs 3 dienen.

Das Abformwerkzeug 3 ist so oberhalb des Trägers 1 angeordnet, dass zwischen dem Träger 1 und dem Ab- formwerkzeug 3 ein Raum 6 verbleibt, der bei dem ab- gebildeten Werkzeug mit einer Wismutlegierung gefüllt ist. Diese Wismutlegierung, in der Wismut mit einem Gewichtsanteil von etwa 45% bis 50% enthalten ist und die ferner neben vernachlässigbaren Spuren anderer Stoffe Zinn mit einem Gewichtsanteil von zwischen 50% und 55% enthält, hat einen Schmelzpunkt von etwa 138°C, also einen deutlich niedrigeren Schmelzpunkt als das das Abformwerkzeug 3 bildende Nickel. Die

Wismutlegierung bildet also eine metallische Füllung des Raums 6 zwischen dem Träger 1 und dem Abformwerk- zeug 3. Der niedrige Schmelzpunkt dieser Füllung er- laubt es, durch ein Anschmelzen der Füllung das Ab- formwerkzeug 3 in einfacher Weise zu entfernen. Da- durch wird ein Auswechseln des Abformwerkzeugs bei einer Beschädigung desselben möglich, ohne dass dabei an anderen Komponenten des Werkzeugs Schäden entste- hen.

Eine Herstellung des abgebildeten Werkzeugs geschieht dadurch, dass nach einem Aufsetzen des Abformwerk- zeugs 3 auf den Träger 1 und die Stützen 5 die Wis- mutlegierung als Schmelze in den Raum 6 hineingefüllt wird. Um dabei eine bessere Verbindung zwischen der metallischen Füllung und dem Abformwerkzeug 3 zu er- reichen, sind rückseitig am Abformwerkzeug 3 hier nicht erkennbare Verankerungen angeformt. Diese Ver- ankerungen, die als Krallen ausgebildet sind, führen zu einer formschlüssigen Verbindung zwischen dem Ab- formwerkzeug und der aushärtenden Wismutlegierung.

In dem Raum 6 ist eine von der Wismutlegierung umge- bene Rohrleitung 7 angeordnet, welche bei einem Be- trieb des Werkzeugs Wasser oder Dampf führen kann. als Medium zum Temperieren des Werkzeugs. Diese Rohrlei- tung 7 weist innerhalb des Raums 6 ausschließlich ge- rade Leitungsabschnitte auf, die außerhalb dieses Raums 6 durch halbkreisförmige Verbindungsstücke 8 verbunden sind. Dadurch können durch thermische Aus- dehnungen oder Schrumpfungen der Rohrleitung 7 verur- sachte Probleme vermieden werden. Dabei können die geraden Leitungsabschnitte u. U. in die metallische Füllung eingebohrt oder eingegossen sein, so dass die Wismutlegierung selbst Rohrwände für die Rohrleitung bildet.

Das abgebildete Werkzeug eignet sich zur Herstellung von Kunststoffhäuten durch ein Pulversinterverfahren, bei dem Kunststoff in Pulverform auf die erhitzte O- berfläche 4 aufgebracht wird und dort schmelzend eine Haut bildet. In entsprechender Weise können aber auch Werkzeuge zur Herstellung von Gießhäuten ausgeführt werden. In dem Fall wäre eine zusätzliche Werkzeug- hälfte vorzusehen, so dass ein Hohlraum entsteht, der dann zur Herstellung einer Kunststoffhaut beispiels- weise mit Polyurethan gefüllt werden kann.

In Fig. 2 ist ein Ausschnitt des Werkzeugs aus Fig. 1 mit einer Umgebung einer der seitlichen Wände 2 des Trägers noch einmal als Aufsicht gezeigt. Neben die- ser seitlichen Wand 2 ist dort ein Teil der Rohrlei- tung 7 zu erkennen, wobei ein außerhalb des Raums 6 verlaufendes Verbindungsstück 8, das einen halbkreis- förmigen Verlauf hat, zwei gerade Leitungsabschnitte der Rohrleitung 7 verbindet. Diese geraden Leitung- abschnitte verlaufen innerhalb des Raums 6 zwischen dem hier nicht abgebildeten Abformwerkzeug 3 und dem Träger 1 und sind von der genannten Wismutlegierung umgeben.

Die vorliegende Erfindung schlägt also ein Werkzeug zur Herstellung von Kunststoffhäuten vor, das ein Ab- formwerkzeug und einen Träger aufweist, wobei das. Ab- formwerkzeug so über dem Träger angeordnet ist, dass zwischen dem Abformwerkzeug und. dem Träger ein Raum verbleibt, und der Raum zwischen dem Träger und dem Abformwerkzeug mit einer metallischen Füllung-vor- zugsweise mit einer Wismutlegierung-gefüllt ist, die einen niedrigeren Schmelzpunkt hat als ein das Abformwerkzeug bildendes Material. Das Abformwerkzeug kann dabei mit einem Rand auf einer Seitenwand des

Werkzeugs ruhen, wobei die Seitenwand Bestandteil des Trägers oder auf ihrerseits auf diesem befestigt sein kann, um den mit der metallischen Füllung gefüllten Raum seitlich zu begrenzen. Eventuell rückseitig an das Abformwerkzeug angeformte Verankerungen können eine formschlüssige und daher verbesserte Verbindung des Abformwerkzeugs mit der Füllung bewirken. Solche Verankerungen können auf verschiedenste Art geformt sein, beispielsweise als Haken.

Ein Werkzeug der mit der vorliegenden Erfindung vor- geschlagenen Art lässt sich besonders einfach und ko- stengünstig instand halten, insbesondere wenn an dem typischerweise am meisten beanspruchten und zuerst verschleißenden Abformwerkzeug Schäden auftreten. Ein entsprechendes Instandhaltungsverfahren kann vorse- hen, dass die metallische Füllung zumindest in einem an das Abformwerkzeug angrenzenden Bereich auf eine über ihrem Schmelzpunkt und unter dem Schmelzpunkt des das Abformwerkzeug bildenden Materials liegende Temperatur erwärmt wird, worauf das Abformwerkzeug abgenommen und durch ein anderes Abformwerkzeug er- setzt wird, das dazu über dem Träger angeordnet wird, worauf die zwischen dem Träger und dem letztgenannten Abformwerkzeug befindliche metallische Füllung wieder so weit abgekühlt wird, dass sie erstarrt. Am ein- fachsten zu realisieren ist das Verfahren, wenn die die Füllung dabei vollständig oder nahezu einge- schmolzen wird. Die metallische Füllung kann dabei in dem Werkzeug verbleiben (typischerweise in einem durch den Träger und Seitenwände gebildeten Raum) oder auch teilweise oder vollständig abgelassen und anschließend wieder in das Werkzeug eingebracht wer- den. Selbstverständlich kann auch die metallische Füllung auf diese Weise vollständig oder teilweise ausgewechselt werden, was aber in der Regel nicht nö- tig sein wird.




 
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