Artel, Gerhard (Auf dem Kamp 14, Kirchhundem, 57339, DE)
| 1. | Drehmomentstütze an Ölsammelkästen (2,2') im Bereich der paarweisen Verbindung von Spindelköpfen und Walzenzapfen (1, 1') bei Walzgerüsten bei deren Verstellung sowohl in vertikaler als auch in axialer Richtung, mit je einem Befestigungspunkt am oberen sowie am unteren Ölsammelkasten (2, 2'), gekennzeichnet durch eine einstückige Leiste (3) mit insbesondere rechteckigem Querschnitt aus biegefestem Material, die am oberen Ende durch ein Gelenk (4) in vertikaler Ebene pendelbar mit dem oberen Ölsammelkasten (2) verbunden ist, und im Bereich ihres unteren Endes (9) in einer formschlüssigkompatiblen Aus nehmung (5) einer Führungskulisse (6) sowohl abstandsveränderlich als auch mit veränderlichem Neigungswinkel (a) in der Pendelebene gleitbar geführt ist. |
| 2. | Drehmomentstütze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskulisse (6) mit jeweils einem Paar planparalleler Breitsei tenwände (7, 7') und Schmalseitenwände (8,8') unter Ausbildung einer rechteckigen Führungsausnehmung (5) zusammengesetzt ist. |
| 3. | Drehmomentstütze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Breitseitenwände (7,7') in gegenseitigem Abstand derart angeord net sind, dass sie für die Leiste (3) einen Gleitsitz ausbilden. |
| 4. | Drehmomentstütze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmalseitenwände (8,8'), zur inneren Führungskulisse (6) ausge richtet, konvexförmig ausgebildet sind. |
| 5. | Drehmomentstütze nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die rechteckige Leiste (3) aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff wie Hartgewebe oder Glashartgewebe zum ölfreien Betrieb besteht. |
Die Walzgerüste in Warmwalzwerken stehen zumeist über Zahngelenkspindeln mit einer Motor-Getriebeeinheit in Verbindung. Die einzelne Zahngelenkspindel ist am Spindelkopf mit dem Walzenzapfen beispielsweise einer Arbeitswalze verbunden. Auf den rotierenden Spindelköpfen sind relativ schwere Ölsammel- kästen auf einem Wälzlager gelagert. Da die Walzen im Walzgerüst veränderli- che Positionen einnehmen, ist die Verstellbarkeit der Spindelköpfe und damit die Verstellbarkeit der Ölsammelkästen in horizontaler als auch in vertikaler Richtung gefordert.
Der Stand der Technik hierzu sieht vor, dass zur abstandsveränderlichen Be- festigung der Ölsammelkästen mit Gelenken verbindbare Kniehebel eingesetzt werden, wie solche in der beigefügten Figur 1 beispielsweise gezeigt wird. Eine derartige Kniehebelverbindung besteht aus zwei Rohrelementen, weiche über ein Zwischengelenk miteinander verbunden sind.
An den entgegengesetzten Enden der Kniehebel sind zwei Endköpfe ange- schweißt. An den Ölsammelkäsen sind Befestigungbolzen vorgesehen, auf welche die Endköpfe aufgesteckt, in einem Gelenkgriff gehalten und mit einer Platte gesichert sind.
Bei dieser Art der Befestigung bzw. Position der Befestigungspunkte an dem oberen und unteren Ölsammelkasten verändert sich diese Position beim Ver- stellen der Arbeitswalzen in vertikaler und/oder in axialer Richtung, ggfs. beim
Walzen in Walzrichtung und führt damit zu Schwingungen im Kniehebel, welche im Verlauf des Betriebes die Anbindung der Kniehebel zerstören.
Die Bauart der bisher eingesetzten Kniehebel sieht mehrere Einzelkomponen- ten vor, welche miteinander verschweißt werden. Im Gelenk sowie an den Be- festigungspunkten an den Ölsammelkästen ist eine ausreichende Versorgung mit Schmiermittel notwendig. Bei dem relativ hohen Gewicht der miteinander zu verbindenden Elemente des Kniehebels muss bei der Montage der Einsatz ei- nes Krans erfolgen.
Der vorbekannte Stand der Technik weist eine Reihe von Nachteilen auf. Diese betreffen : - Schwingungen der Kniehebel bei unruhigem Lauf der Spindelköpfe - bei starken Schwingungen wird die Anbindung der Kniehebel zerstört - schwierige Montage infolge des großen Gewichtes.
Das Dokument DE 1 902 894 beschreibt eine Zahngelenkspindel für Walz- werksantriebe mit einer Vorrichtung zur Umlaufschmierung.
Die Vorrichtung besitzt einen der Ölzufuhr dienenden, den Spindelschaft abge- dichtet umfassenden und gegenüber diesem undrehbar gehaltenen, genuteten Ring, von dem aus Öl durch Kanäle des Spindelschaftes den Zahngelenken zuführbar ist, mit einem der Ölabfuhr dienenden Spindelschaft im Abstand um- gebenden, undrehbaren Gehäuse und mit einer Ölförderpumpe die saugseitig ggf. unter Zwischenschaltung einer Kühlvorrichtung mit dem Gehäuse und druckseitig mit dem genuteten Ring in Verbindung steht. Der Ringkörper ist in- nerhalb des oder eines der Ölabfuhr-Gehäuse auf dem Spindelschaft lagert und das oder die Zahngelenke ragen mindestens teilweise in das Ölabfuhr-Gehäuse hinein. An der Spindelhülse angeordnete, in das Gehäuse hineinragende Leit- wände bilden eine Leckverbindung. Die den walzenseitigen Spindelköpfen der beiden Zahngelenkspindel zugeordneten Gehäuse sind an gemeinsamen Füh- rungsschienen sowohl in Höhenrichtung verschiebbar, als auch in Achsrichtung gegeneinander verlagerbar gehalten. Diese Führungsschienen sichern dabei die Gehäuse gegen Drehung mit den Zahngelenkspindeln.
Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik besteht die Aufgabe der vor- liegenden Erfindung darin, eine signifikante Verbesserung der Drehmoment- stütze im Bereich der Verbindung von Spindelkopf und Walzenzapfen zu schaf- fen sowie dauerhafte Betriebssicherheit, keinen Wartungsaufwand und verein- fachte Montage zu gewährleisten.
Zur Lösung des anstehenden Problems wird mit der Erfindung vorgeschlagen, dass anstelle des vorbeschriebenen mehrteiligen Kniehebels eine einteilige Drehmomentstütze eingebaut wird. Diese besteht erfindungsgemäß aus einer einstückigen Leiste mit insbesondere rechteckigem Querschnitt aus biegefes- tem Material, die am oberen Ende durch ein Gelenk in vertikaler Ebene pendel- bar mit dem oberen Ölsammelkasten verbunden und im Bereich ihres unteren Endes in einer formschlüssig-kompatiblen Ausnehmung einer Führungskulisse sowohl abstandsveränderlich als auch mit veränderlichem Neigungswinkel a in der vertikalen Pendelebene gleitbar geführt ist. Diese Drehmomentstütze ist konstruktiv einfach und stellt eine problemlose, leicht montierbare und elasti- sche Verbindung dar.
Eine Ausgestaltung der Drehmomentstütze sieht vor, dass die Führungskulisse mit jeweils einem Paar planparalleler Breitseitenwände und Schmalseitenwän- den unter Ausbildung einer rechteckigen Führungsausnehmung zusammenge- setzt ist.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die Breitseitenwände in gegenseitigem Abstand derart angeordnet sind, dass sie für die Leiste einen Gleitsitz ausbilden. Bevorzugt sind die Schmalseitenwände, zur inneren Füh- rungskulisse ausgerichtet, konvexförmig ausgebildet, so dass die Leiste pen- delnd bewegbar bleibt.
Weiterhin ist vorgesehen, dass die rechteckige Leiste aus einem glasfaserver- stärkten Kunststoff wie Hartgewebe oder Glashartgewebe zum ölfreien Betrieb besteht.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich auch aus der nachstehenden Erläuterung eines in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels.
Es zeigen : Figur 1 in einer Ansicht und in einem Teilschnitt eine Ausführung der Drehmomentstütze nach dem Stand der Technik mit gelenkig ge- teiltem Kniehebel in Gelenkverbindung mit dem oberen sowie mit dem unteren Ölsammelkasten.
Figur 2 Die Anordnung der erfindungsgemäßen Drehmomentstütze an Ölsammelkästen zu deren Verstellung in vertikaler sowie axialer Richtung.
Figur 3 Die Drehmomentstütze gemäß Fig. 1 in einer Ansicht (Fig. 3a) und in einer Seitenansicht ; teilweise im Schnitt (Fig. 3b) Die Bauart der Drehmomentstütze nach dem Stand der Technik gemäß Fig. 1 zeigt im Schnitt sowie in Ansicht die Spindelköpfe der Zahngelenkspindeln in- nerhalb der sie umgebenden endseitigen Ölsammelkästen 2, 2'. Der in Figur 1 dargestellte Kniehebel besteht aus zwei Rohrelementen 11, 11', welche an ei- nem Ende über ein Gelenk 12 miteinander verbunden sind. An den entgegen- gesetzten Enden der Rohrelemente 11, 11'sind zwei Endköpfe 10,10'befes- tigt, beispielsweise geschweißt. An den Ölsammelkästen sind Befestigungsbol- zen 13, 13'vorgesehen, auf welche die Endköpfe 10, 10'aufgesteckt und mit einer Platte 14,14'gesichert werden. Die Position der Befestigungsbolzen 13, 13'am oberen und unteren Ölsammeikasten 2,2'verändert sich beim Verste-
fen der Arbeitswalzen des Walzgerüstes zusammen mit den Gelenkspindeln in vertikaler und/oder axialer Richtung beim Walzen und führt zu Schwingungen im Kniehebel, welche im Laufe der Zeit die Anbindung der Kniehebel 11, 11' zerstören kann. Ein weiterer Nachteil ergibt sich daraus, dass der bisher einge- setzte Kniehebel aus mehreren Einzelkomponenten besteht, welche miteinan- der verbunden werden müssen. Eine Schmierung ist im Gelenk unbedingt er- forderlich. Die Endköpfe 10, 10'sind aufwendig in der Herstellung und dabei selbstschmierend augebildet.
Die Bauart der Drehmomentstütze nach der Erfindung ist im Detail in der Figur 2 und 3, und zwar einmal in perspektivischer Ansicht (Fig. 2) sowie zum ande- ren (Fig. 3) einmal in einer Ansicht (Fig. 3a) und einmal in einer Seitenansicht (Fig. 3b) gezeigt. Aus den Figuren 2 und 3 ist ersichtlich, dass erfindungsge- mäß anstelle des oben beschriebenen Kniehebels 10, 11,12 gemäß Fig. 1 die neue Drehmomentstütze in der einfachsten Ausführung aus einer rechteckigen Leiste 3 besteht, die vorzugsweise aus einem glasfaserverstärkten Kunststoff wie Glashartgewebe bzw. Hartgewebe hergestellt sein kann. Zur Befestigung der Stütze am oberen Befestigungspunkt 10 befindet sich ein Gelenk 4 mit ei- nem Gelenkbolzen in einer kompatiblen Bohrung.
Im Bereich des unteren Endes 9 der Leiste 3 ist diese in einer formschlüssig- kompatiblen Ausnehmung 5 einer Führungskulisse 6 sowohl abstandsveränder- lich als auch mit dem veränderlichen Neigungswinkel a in der Pendelebene gleitbar geführt.
Wie die Figuren 2 und 3 weiterhin zeigen, ist die Führungskulisse 6 mit jeweils einem Paar planparalleler Breitseitenwände 7,7'und Schmalseitenwände 8, 8' unter Ausbildung der rechteckigen Führüngsausnehmung 5 zusammengesetzt.
In der Figur 2 sind mit 4'Seitenwände des Gelenkes 4 gekennzeichnet, woge- gen mit 7, 7'die Breitseitenwände und mit 8, 8'die Schmalseitenwände unter Ausbildung der rechteckigen Führungsausnehmung 5 gekennzeichnet sind.
Die Breitseitenwände 7, 7'sind in gegenseitigem Abstand derart angeordnet, dass diese für die Leiste 3 einen Gleitsitz ausbilden. Sie können infolgedessen ohne Verwendung von Schmiermitteln gleitbar den abstandveränderlichen Be- wegungen der Arbeitswalzen bzw. der Gelenkspindeln problemlos folgen und zusätzlich dem in Figur 2 gezeigten Winkel a der Verschiebeposition der Ar- beitswalzen. Dabei sind die Innenseiten der Schmalseitenwände konvexförmig ausgebildet.
Next Patent: METHOD FOR PRODUCING A TOOTHED GEAR
