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Title:
TOWER OF A WIND POWER PLANT AND METHOD FOR PRODUCING A TOWER OF A WIND POWER PLANT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/157659
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for the production of a tower (1) of a wind power plant, wherein at least one tubular tower section (2) is produced from annular precast concrete parts (5) having two horizontal contact surfaces (21), which are arranged on top of one another. After casting, the annular precast concrete parts (5) are set up in a processing station (27) in the precast plant and the two horizontal contact surfaces (21) of the precast concrete parts (5) are processed in a fixture in a planparallel, material-removing manner. A tower (1) of a wind power plant comprises at least one tubular tower section (2) of annular precast concrete parts (5) having two horizontal contact surfaces (21), which are arranged on top of one another. Both horizontal contact surfaces (21) of the precast concrete parts (5) are reworked in a planparallel, material-removing manner with a parallelism deviation and a flatness deviation of few tenths of a millimeter, preferably less than 0.2 mm.

Inventors:
BÖGL, Stefan (Sportheimstrasse 20, Sengenthal, 92369, DE)
HIERL, Martin (Maria-Ferdinanda-Strasse 8, Neumarkt, 92318, DE)
KNITL, Josef (Appianistrasse 44, Freystadt, 92342, DE)
Application Number:
EP2011/059713
Publication Date:
December 22, 2011
Filing Date:
June 10, 2011
Export Citation:
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Assignee:
MAX BÖGL BAUUNTERNEHMUNG GMBH & CO. KG (Max-Bögl-Strasse 1, Sengenthal, 92369, DE)
BÖGL, Stefan (Sportheimstrasse 20, Sengenthal, 92369, DE)
HIERL, Martin (Maria-Ferdinanda-Strasse 8, Neumarkt, 92318, DE)
KNITL, Josef (Appianistrasse 44, Freystadt, 92342, DE)
International Classes:
E04H12/00; E04H12/12; F03D1/00; F03D11/00; F03D11/04
Attorney, Agent or Firm:
BERGMEIER, Werner (Friedrich-Ebert-Straße 84, Ingolstadt, 85055, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e

1 . Verfahren zur Herstellung eines Turms (1 ), insbesondere eines Turms (1 ) einer Windenergieanlage, bei welchem zumindest ein rohrförmiger Turmabschnitt (2) aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen (5) mit zwei horizontalen Kontaktflächen (21 ) hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) nach dem Gießen in einer Bearbeitungsstation (27) im Fertigteilwerk aufgespannt werden und die beiden horizontalen Kontaktflächen (21 ) der Betonfertigteile (5) in einer Aufspannung materialabtragend planparallel bearbeitet werden.

2. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) während der Bearbeitung um ihre vertikale Achse (28) gedreht werden.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) in liegender Aufspannung in Einbaulage auf einem Drehtisch (29) bearbeitet werden.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontalen Kontaktflächen (21 ) der ringförmigen Betonfertigteile mit einer Parallelitätsabweichung und einer Ebenheitsabweichung von wenigen Zehntelmillimeter, vorzugsweise weniger als 0,2 mm, überschliffen werden.

5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) vor dem Überschleifen aus zwei oder mehreren Ringsegmenten (6) zusammengesetzt und gesichert, vorzugsweise miteinander verschraubt oder verbolzt, werden und nach dem Überschleifen für den Transport zum Einbauort wieder in Ringsegmente zerlegt werden.

6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Überschleifen in derselben Aufspannung eine Ringnut (30) für ein Dichtprofil (31 ) in die obere horizontale Kontaktfläche (21 ) der Betonfertigteile (5) eingearbeitet wird.

7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Überschleifen in derselben Aufspannung Ausnehmungen (24), vorzugsweise Zentrierbohrungen in die beiden horizontalen Kontaktflächen (21 ) eingearbeitet werden.

8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Überschleifen und/oder nach dem Einarbeiten der Ringnut (30) und/oder der Ausnehmungen (24) die Betonfertigteile (5) mittels eines berührungslosen Messsystems vorzugsweise in derselben Aufspannung vermessen werden.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Einbauort die Ringsegmente wieder zu ringförmigen Betonfertigteilen zusammengesetzt werden und miteinander vergossen und/oder verschraubt werden.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Einbauort die Betonfertigteile (5) aufeinander gesetzt werden und mittels externer Spannglieder trocken gegeneinander verspannt werden.

1 1 . Turm (1 ), insbesondere für eine Windenergieanlage, mit zumindest einem rohrförmigen Turmabschnitt (2) aus Beton, welcher aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen (5) mit zwei hori- zontalen Kontaktflächen (21 ) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden horizontalen Kontaktflächen (21 ) der Betonfertigteile (5) mit einer Parallelitätsabweichung und einer Ebenheitsabweichung von wenigen Zehntelmillimetern, vorzugsweise von weniger als 0,2 mm materialabtragend planparallel überarbeitet sind.

12. Turm nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fuge (32) zwischen zwei aufeinander angeordneten Betonfertigteilen (5) im ungespannten Zustand des Turms (1 ) eine Breite von weniger als 0,5 mm, vorzugsweise weniger als 0,2 mm, aufweist.

13. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) eine Befestigungsvorrichtung für eine Aufspannung auf einem Drehtisch (29) aufweisen.

14. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugen (32) zwischen zwei aufeinander angeordneten Betonfertigteilen (5) trocken ausgeführt sind.

15. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betonfertigteile (5) an ihrer oberen horizontalen Kontaktfläche (21 ) eine Ringnut (30) für ein Dichtprofil (31 ) aufweisen.

16. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betonfertigteile (5) an ihren horizontalen Kontaktflächen (21 ) wenigstens eine Ausnehmung (24), vorzugsweise wenigstens eine Zentrierbohrung aufweisen, in welche ein Element zur Lage- und/oder Verdrehsicherung, insbesondere ein Kunststoffdübel, einsetzbar ist.

17. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine horizontale Kontaktfuge (22) zwischen den ring- förmigen Betonfertigteilen (5) mittels eines Dichtprofils (31 ) abgedichtet ist.

18. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ringförmigen Betonfertigteile (5) aus zwei oder mehreren Ringsegmenten (6) bestehen.

19. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringsegmente (6) mittels einer Vergussmasse zu einem ringförmigen Betonfertigteil (5) zusammengesetzt sind.

20. Turm nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ringsegmente (6) in horizontaler Richtung mittels diagonal angeordneter Spannelemente, vorzugsweise Schrauben, vorgespannt sind.

Description:
Turm einer Windenerqieanlaqe sowie Verfahren zur Herstellung eines

Turms einer Windenerqieanlaqe

Die vorliegende Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Turms, insbesondere eines Turms einer Windenergieanlage, bei welchem zumindest ein rohrförmiger Turmabschnitt aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen mit zwei horizontalen Kontaktflächen hergestellt wird. Weiterhin betrifft die Erfindung einen Turm, insbesondere einen Turm für eine Windenergieanlage, mit zumindest einem rohrförmigen Turmabschnitt aus Beton, welcher aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen mit zwei horizontalen Kontaktflächen ausgebildet ist.

Türme für Windenergieanlagen werden aus in einem Fertigteilwerk vorgefertigten Betonfertigteilen aufgebaut. Nach einem üblichen Verfahren des Stands der Technik werden die Betonfertigteile nach ihrer Herstellung an den Einbauort transportiert und dort durch Aufeinandersetzen zu einem Turm zusammengefügt, wobei die Betonfertigteile zunächst zueinander ausgerichtet werden müssen. Zwischen die Fertigteile wird hierbei ein Vergussmittel eingebracht, um die großen Fertigungstoleranzen der Betonfertigteile, welche bei großen Teilen wie vorliegend in der Regel mehrere Millimeter betragen, auszugleichen. Weiterhin ist ein Vergussmittel in der Fuge zwischen den Fertigteilen erforderlich, um eine Abdichtung des Turms herzustellen. Nachteilig ist hierbei, dass der Aufbau durch das Ausrichten der Teile sowie das Einbringen und Abbinden des Vergussmittels aufwändig ist und eine längere Zeitdauer in Anspruch nimmt. Weiterhin ist die Herstellung des Turms am Einbauort nur unter günstigen Witterungsbedingungen möglich.

Die DE 10 2008 016 828 A1 schlägt daher ein verbessertes Verfahren zum Herstellen von Betonfertigteilen für Windenergieanlagen vor. Hierbei wird das Betonfertigteil in einer Gießform mit einem planebenen Boden hergestellt, so dass die Unterseite des Betonfertigteils sehr exakt hergestellt werden kann. Auf die Oberseite des Betonfertigteils wird eine Schicht aus Epoxidharz aufgebracht, welche nach dem Aushärten parallel zur Unterseite überfräst wird. Die Gießform muss hierbei für die Herstellung der planebenen Unterseite bereits sehr exakt sein, so dass die Formherstellung vergleichsweise aufwändig ist. Weiterhin muss die Frässtation eine exakt eingerichtete Aufnahme für das Betonfertigteil bereitstellen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Turm sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Turms aus Betonfertigteilen vorzuschlagen, welche in einfacher weise einen schnellen Aufbau des Turms ermöglichen.

Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.

Bei einem Verfahren zur Herstellung eines Turms, insbesondere eines Turms einer Windenergieanlage, wird zumindest ein rohrförmiger Turmabschnitt aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen mit zwei horizontalen Kontaktflächen hergestellt. Erfindungsgemäß werden die ringförmigen Betonfertigteile nach dem Gießen in einer Bearbeitungsstation im Fertigteilwerk aufgespannt und die beiden horizontalen Kontaktflächen der Betonfertigteile werden in einer Aufspannung materialabtragend planparallel bearbeitet. Die horizontalen Kontaktflächen aus Beton werden hierbei direkt überarbeitet, so dass das zusätzliche Aufbringen einer Ausgleichsschicht auf die Kontaktflächen entfallen kann. Das aufwändige Herstellen einer sehr exakten Gießform ist ebenfalls nicht erforderlich, da die horizontalen Kontaktflächen erst nach Abschluss des Gießprozesses exakt überarbeitet werden.

Ein Turm, insbesondere ein Turm einer Windenergieanlage, weist zumindest einen rohrförmigen Turmabschnitt aus Beton auf, welcher aus aufeinander angeordneten ringförmigen Betonfertigteilen mit zwei horizontalen Kontaktflächen ausgebildet ist. Die beiden horizontalen Kontaktflächen der Betonfertigteile sind erfindungsgemäß mit einer Parallelitätsabweichung und einer Ebenheitsabweichung von nur wenigen Zehntelmillimetern, vorzugsweise von weniger als 0,2 mm, materialabtragend planparallel überarbeitet. Die Ausbildung von Betonfertigteilen mit derart geringen Toleranzen ermöglicht einen schnellen Aufbau des Turms durch einfaches Aufeinandersetzen der Bauteile. Aufgrund der geringen Toleranzen sind beim Aufbau keinerlei Aus- richtungs- und Ausgleichsarbeiten mehr erforderlich, es muss lediglich die Zentrierung der aufeinander gesetzten in der Regel ringförmigen Betonfertigteile gewährleistet werden. Die Einhaltung derart geringer Toleranzen bei Betonfertigteilen mit einem Gewicht von mehreren Tonnen und Abmessungen von mehreren Metern ist durch die Überarbeitung der beiden Kontaktflächen in derselben Aufspannung in günstiger Weise möglich.

Vorteilhaft ist es, wenn die Betonfertigteile mit einer Parallelitätsabweichung und einer Ebenheitsabweichung von wenigen Zehntelmillimetern, vorzugsweise von weniger als 0,2 mm, überschliffen werden. Mit einem Schleifverfahren können die gewünschten Genauigkeiten besonders gut hergestellt werden, wobei Toleranzen im Bereich von 0,1 mm - 0,2 mm erreicht werden können.

Wird ein Turm aus überschliffenen Betonfertigteilen aufgebaut, so lassen sich aufgrund der sehr geringen Parallelitäts- und Ebenheitsabweichungen ohne weitere Maßnahmen und ohne Einsatz von Vergussmitteln trockene Fugen zwischen zwei aufeinander angeordneten Betonfertigteilen herstellen, welche bereits im ungespannten Zustand des Turms eine Breite von weniger als 0,5 mm aufweisen. Sind die Betonfertigteile besonders exakt mit Abweichungen von nur 0,1 mm überschliffen, beträgt die Breite der Fugen im ungespannten Zustand weniger als 0,2 mm. Werden im Anschluss die Betonfertigteile des Turms durch Spannmittel gegeneinander verspannt und eine Vorspannung auf den Turm aufgebracht, so wird die Breite der Fugen noch weiter reduziert bzw. können die Betonfertigteile fugenlos miteinander verbunden werden. Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn die Betonfertigteile mittels externer, im Inneren des Turms verlaufender Spannglieder verspannt sind. Die Fertigung der Betonfertigteile ist hierdurch vereinfacht, da keine Hüllrohre für die Spannmittel vorgesehen werden müssen. Auch bleiben die Spannglieder für Kontrollzwecke und Wartungsarbeiten zugänglich.

Werden die Fugen trocken, d. h. ohne das Aufbringen eines Vergussmittels oder einer Ausgleichsmasse zwischen den Betonfertigteilen am Einbauort ausgeführt, so ist der Aufbau des Turms besonders einfach und schnell zu bewerkstelligen. Eine Abdichtung der Fugen ist durch die hochwertige Ausführung der Kontaktflächen nicht erforderlich, da durch das Verspannen der Betonfertigteile die Fugen vollständig beseitigt werden können.

Zur Herstellung der Betonfertigteile mit exakt planparallelen horizontalen Kontaktflächen ist es vorteilhaft, wenn die ringförmigen Betonfertigteile während der Bearbeitung um ihre vertikale Achse gedreht werden. Die Bearbeitung der horizontalen Kontaktflächen in derselben Aufspannung wird hierdurch in einfacher weise ermöglicht. Besonders vorteilhaft ist hierbei, dass auch bei einer weniger exakten Lagerung des Betonfertigteils dennoch hochgenaue und parallele Kontaktflächen erzeugt werden können.

Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die ringförmigen Betonfertigteile in liegender Aufspannung, also in ihrer späteren Einbaulage, auf einem Drehtisch bearbeitet werden. Insbesondere bei konischen oder parabelförmigen Betonfertigteilen kann hierdurch die Lagerung der Betonfertigteile auf dem Drehtisch in einfacher Weise realisiert werden.

Zur Aufspannung der Betonfertigteile auf einem Drehtisch weisen diese vorteilhafterweise eine Befestigungsvorrichtung auf. Diese ermöglicht eine sichere Aufnahme der Betonfertigteile und kann bereits in die Betonfertigteile eingegossen sein oder durch eine Aussparung im Beton gebildet sein. Bei- spielsweise können als Befestigungsvorrichtungen Muttern eingegossen werden, in welche eine Stahlkonsole eingreift.

Für die Herstellung von ringförmigen Betonfertigteilen mit einem großen Durchmesser ist es vorteilhaft, wenn die ringförmigen Betonfertigteile vor dem Überschleifen aus zwei oder mehreren Ringsegmenten zusammengesetzt und gesichert werden. Vorzugsweise werden die Betonfertigteile miteinander verschraubt oder verbolzt. Nach dem Überschleifen werden die Betonfertigteile für den Transport zum Einbauort wieder in Ringsegmente zerlegt. Die Ringsegmente können aufgrund ihrer, im Vergleich zu den vollständigen Ringen, kleineren Größe noch problemlos auf der Straße transportiert werden.

Bei einem Turm aus Betonfertigteilen sind die einzelnen Ringsegmente mittels einer Vergussmasse wieder zu einem ringförmigen Betonfertigteil zusammengesetzt. Da der Einsatz der Vergussmasse auf einen sehr kleine Bereich beschränkt ist, können die ringförmigen Betonfertigteile dennoch sehr schnell und witterungsunabhängig zusammengesetzt und montiert werden. Zusätzlich können die Betonsegmente noch miteinander verspannt oder verschraubt werden.

Bestehen die ringförmigen Betonfertigteile aus zwei oder mehreren Ringsegmenten, so ist es weiterhin vorteilhaft, wenn auch vertikale Kontaktfugen zwischen den Kontaktflächen der ringsegmentförmigen Betonfertigteile trocken ausgeführt werden. Die Ringsegmente werden hierbei in horizontaler Richtung vorzugsweise mittels diagonal angeordneter Spannelemente, beispielsweise mittels Schrauben, vorgespannt. Die Fuge kann jedoch auch ohne Verschraubung ausgebildet werden, wobei die vertikale Fuge ausschließlich durch die vertikale Verspannung des Turmabschnitts aus Beton zusammengehalten wird. Die Ringsegmente eines Rings werden hierbei bei aufeinanderfolgenden Ringen jeweils gegeneinander verdreht angeordnet. Um die Abdichtung des Turms weiter zu verbessern, kann es jedoch auch vorteilhaft sein, ein Dichtprofil zwischen den horizontalen Kontaktflächen der Betonfertigteile vorzusehen. Die Betonfertigteile weisen hierzu an ihrer oberen horizontalen Kontaktfläche eine Ringnut für ein Dichtprofil auf. Die Ringnut wird nach dem Überschleifen in derselben Aufspannung in die obere horizontale Kontaktfläche der Betonfertigteile eingearbeitet. Vorzugsweise wird die Ringnut mittels einer Säge eingebracht.

Nach einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung weisen die Betonfertigteile an ihren Kontaktflächen wenigstens eine Ausnehmung, vorzugsweise wenigstens eine Bohrung auf. In diese ist dann jeweils ein Element zur Lage- und/oder Verdrehsicherung, beispielsweise ein Kunststoffdübel, einsetzbar. Vorzugsweise werden hierbei mehrere Bohrungen gleichmäßig über den Umfang verteilt.

Die Ausnehmungen bzw. Zentrierbohrungen werden nach dem Überschleifen vorzugsweise ebenfalls in derselben Aufspannung in die beiden horizontalen Kontaktflächen eingearbeitet.

Nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung werden nach dem Überschleifen und/oder nach dem Einarbeiten der Ringnut und/oder der Ausnehmungen die Betonfertigteile mittels eines berührungslosen Messsystems vorzugsweise in derselben Aufspannung vermessen. Durch die Zusammenfassung mehrerer Bearbeitungsschritte in einer Bearbeitungsstation können die Betonfertigteile ohne Umlagerung hochpräzise hergestellt werden, wobei die Lagerung auf einem Drehtisch in günstiger Weise die Bearbeitung durch mehrere Werkzeuge sowie die Vermessung ermöglicht.

Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgend dargestellten Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigen: Fig. 1 eine Übersichtsdarstellung eines erfindungsgemäßen Turms mit einem Betonabschnitt, einem Stahlabschnitt sowie einem Adapterstück,

Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Bearbeitungsstation und der

Bearbeitung der ringförmigen Betonfertigteile,

Fig. 3 eine Schnittdarstellung eines Adapterstücks,

Fig. 4 eine Darstellung eines ringförmigen Betonfertigteils für einen erfindungsgemäßen Turm, sowie

Fig. 5 eine schematische Draufsicht auf ein ringförmiges Betonfertigteil für einen erfindungsgemäßen Turm.

Fig. 1 zeigt einen Turm 1 , beispielsweise für eine Windenergieanlage, in einer perspektivischen Übersichtsdarstellung. Der Turm 1 ist als Hybridturm ausgeführt, bei welchem ein unterer rohrförmiger Turmabschnitt 2 aus Beton und ein oberer rohrförmiger Turmabschnitt 3 aus Stahl vorgesehen ist. Weiterhin weist der Turm 1 einen Fußabschnitt 4 bzw. ein Fundament auf. An dem Turmabschnitt aus Stahl 3 sind in an sich bekannter Weise eine Maschinengondel und ein Rotor angeordnet, welche hier nicht dargestellt sind.

Der Turmabschnitt 2 aus Beton ist hierbei aus einzelnen, ringförmigen Betonfertigteilen 5 aufgebaut, welche vorliegend wiederum aus jeweils zwei Ringsegmenten 6 bestehen, wie aus Fig. 4 ersichtlich. Hierdurch können in günstiger Weise auch sehr große Türme, welche im Fußbereich einen sehr großen Durchmesser aufweisen, in Fertigteilbauweise hergestellt werden, da die einzelnen Fertigteile problemlos transportierbar sind. Der Turmabschnitt 3 aus Stahl kann einteilig vorgefertigt sein und an den Montageort verbracht werden oder ebenso aus mehreren Teilen bestehen, welche am Montageort, oder auch bereits zuvor, an einem Fertigungsort zusammengefügt werden. Um eine einfache und flexible Verbindung des Turmabschnitts 2 aus Beton und des Turmabschnitts 3 aus Stahl zu ermöglichen, ist ein Adapterstück 7 vorgesehen.

Die Betonfertigteile 5 des Turmabschnitts 2 aus Beton werden bei der Montage des Turmabschnitts 2 trocken aufeinandergesetzt und gegeneinander verspannt. Die Betonfertigteile 5 (siehe Fig. 4), welche vorliegend aus jeweils zwei Ringsegmenten 6 bestehen, weisen jeweils eine obere und eine untere horizontale Kontaktfläche 21 auf.

Fig. 2 zeigt eine Bearbeitungsstation 27, in welcher in einem Fertigteilwerk die gegossenen und ausgehärteten Betonfertigteile 5 materialabtragend überarbeitet werden. Die Bearbeitungsstation weist einen Drehtisch 29 auf, auf welchem die ringförmigen Betonfertigteile 5 aufgespannt werden. Die Bearbeitung erfolgt vorliegend durch eine Fahrständerschleifmaschine 33, welche an dem Drehtisch 29 positioniert ist und welche in allen drei Raumachsen einstellbar ist. Ein Schleifkopf 34 ist hierdurch sowohl der oberen als auch der unteren horizontalen Kontaktfläche 21 zustellbar, ohne dass eine erneute Aufspannung des Betonfertigteils 5 erforderlich ist. Der Drehtisch 29 verfügt über einen Antrieb, so dass die Betonfertigteile 5 während der Bearbeitung um ihre vertikale Achse 28 gedreht werden können. Hierdurch ist es möglich, in einer einzigen Aufspannung beide horizontalen Kontaktflächen 21 exakt planparallel zueinander zu überarbeiten.

Vorliegend beinhaltet das Betonfertigteil 5 Befestigungsvorrichtungen 35 für die Aufspannung am Drehtisch 29. Je nach Ausführung der Aufnahme des Drehtischs 29 können insbesondere die konischen Fertigteile 5 jedoch auch lediglich auf eine entsprechend geformte Aufnahme aufgelegt werden.

Durch die voneinander unabhängigen Fertigungsschritte Gießen des Betonfertigteils 5 und Herstellen der exakten horizontalen Kontaktflächen 21 können sich somit Fehler bzw. Toleranzen des Gießprozesses nicht auf die Aus- bildung der Kontaktflächen 21 auswirken. Dadurch, dass beide horizontale Kontaktflächen 21 in einem Fertigungsschritt und in derselben Aufspannung durch Überarbeitung des Betonfertigteils 5 hergestellt werden, ist weiterhin ein aufwändiges Einrichten des Betonfertigteils 5 in der Bearbeitungsstation nicht erforderlich, da die Parallelität zwischen oberer und unterer Kontaktfläche 21 in jedem Fall gewährleistet ist. Sogar Winkelabweichungen in der Aufspannung wirken sich nicht auf den Aufbau des Turms 1 und die Fugenausbildung aus, da auch bei einer schrägen Aufspannung des Betonfertigteils 5 die Parallelität der beiden Kontaktflächen 21 gewährleistet werden kann.

Durch die Überarbeitung mit einer Fahrständerschleifmaschine 33 können die Betonfertigteile 5 mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 mm - 0,2 mm überschliffen werden, so dass sich geringste Abweichungen bezüglich der Ebenheit und Parallelität ergeben. Durch die hochgenaue Überarbeitung der Betonfertigteile 5 durch Überschleifen beträgt die Breite der Fugen 32 zwischen den aufeinander angeordneten Betonfertigteilen 5 weniger als 0,5 mm, vorzugsweise lediglich 0,2 mm. Der Turm 1 kann daher am Einbauort ohne aufwändige Einstellarbeiten und ohne das Vorsehen einer Ausgleichsmasse zwischen den einzelnen Betonfertigteilen 5 durch einfaches Aufeinandersetzen der Betonfertigteile 5 aufgebaut werden. Nachdem die gewünschte Turmhöhe erreicht ist, werden die aufeinander angeordneten Betonfertigteile 5 durch Spannglieder vorgespannt, so dass die Fugenbreite noch weiter reduziert wird. Gesonderte Maßnahmen zur Abdichtung des Turms 1 sind aufgrund der minimalen und exakten Fugenausbildung daher ebenfalls nicht erforderlich. Es kann jedoch, um eine Dichtigkeit des Turms in jedem Fall zu gewährleisten, ein Dichtprofil 31 (s. Fig. 5) zwischen den einzelnen Betonfertigteilen 5 vorgesehen werden.

Wie weiterhin in Fig. 4 gezeigt, können die Betonfertigteile 5, 6 an ihren Kontaktflächen 21 eine oder mehrere Ausnehmungen 24, vorliegend Bohrungen, aufweisen. In diese kann ein Dübel, beispielsweise aus Kunststoff (nicht dar- gestellt), eingesetzt werden, der in das darüberliegende Betonfertigteil 5, 6 eingreift, so dass eine horizontale Verschiebung der Betonfertigteile 5, 6 oder Verdrehung verhindert wird. Anstelle eines Kunststoffdübels kann auch ein anderes Element zur Lage- oder Verdrehsicherung aus verschiedensten Materialien eingesetzt werden. Eine besonders gute Fixierung der einzelnen Betonfertigteile 5, 6 zueinander kann erreicht werden, wenn, wie vorliegend gezeigt, mehrere Dübel bzw. mehrere Ausnehmungen 24 über den Umfang des Betonfertigteils 5, 6 verteilt angeordnet sind.

Fig. 5 zeigt ein Betonfertigteil 5, welches neben den Ausnehmungen 24 eine Ringnut 30 für ein Dichtprofil 31 aufweist. Das Aufeinandersetzen der einzelnen Betonfertigteile 5 am Einbauort wird hierdurch erleichtert. Das Dichtprofil 31 kann bereits im Fertigteilwerk in die Ringnut 30 eingesetzt und dort fixiert werden. Die schnelle Montage des Turms 1 auf der Baustelle wird hierdurch weiter unterstützt.

Besonders vorteilhaft ist es, dass die Ausnehmungen 24, die Ringnut 30 und ggf. weitere Bearbeitungen ebenfalls in derselben Aufspannung eingearbeitet werden können und somit hochgenaue Betonfertigteile 5 hergestellt werden können. Dadurch, dass sämtliche Bearbeitungsschritte nach dem Gießen in einer einzigen Bearbeitungsstation 27 vorgenommen werden können, können die Fertigteile 5 trotz der hochgenauen Ausführung sehr rationell hergestellt werden. Wie in Fig. 2 weiterhin ersichtlich, beinhaltet die Bearbeitungsstation 27 ein berührungsloses Messsystem 36, so dass fehlerhafte Betonfertigteile 5 bereits im Fertigteilwerk ausgesondert werden können.

Bestehen die ringförmigen Betonfertigteile 5 aus zwei oder mehreren Ringsegmenten 6, wie in Fig. 1 oder Fig. 4 gezeigt, so werden diese vor dem Schleifprozess zu ringförmigen Fertigteilen zusammengesetzt und ebenso wie diese überarbeitet. Nach dem Überschleifen der Kontaktflächen 21 und ggf. weiteren Bearbeitungsschritten werden die Ringsegmente 6 wieder von- einander gelöst, um eine für den Straßentransport zulässige Größe zu erreichen.

Die vertikalen Kontaktfugen 23 zwischen den einzelnen Ringsegmenten 6 werden schließlich auf der Baustelle am Boden vergossen, so dass stabile ringförmige Betonfertigteile 5 entstehen. Da lediglich ein sehr kleiner Bereich vergossen werden muss, führt dies nicht zu Verzögerungen bei der Montage des Turms. Ggf. können die vertikalen Kontaktfugen 23 jedoch ebenfalls trocken ausgeführt werden.

Um die einzelnen Ringsegmente 6 gegeneinander zu fixieren, können im Bereich der vertikalen Kontaktfugen 23 diagonal angeordnete Verschraubungen (nicht dargestellt) vorgesehen werden. Eine Fixierung der Ringsegmente 6 zueinander kann jedoch auch allein durch die Vorspannkraft der Spannglieder 13 sowie einen Versatz der einzelnen Ringsegmente 6 in jedem Ring 5 erreicht werden. Vorliegend liegen die vertikalen Kontaktfugen 23 des folgenden Rings 5 jeweils um 90° versetzt (siehe Fig. 1 ).

Fig. 3 zeigt eine Ausführung eines Adapterstücks 7 in einer Schnittdarstellung. Das Adapterstück 7 beinhaltet ein inneres ringförmiges Betonelement 8 und ein äußeres ringförmiges Stahlelement 9, welches an seinem in Einbaulage oberen Ende einen nach innen weisenden ringförmigen Flansch 9a aufweist. Besonders vorteilhaft ist es, wenn, wie hier dargestellt, das Stahlelement 9 im Querschnitt im Wesentlichen U-förmig ausgebildet ist, so dass es den oberen Bereich des Betonelements 8 umgreift. Hierdurch kann eine besonders gute Verbindung zwischen dem Betonelement 8 und dem Stahlelement 9 und eine besonders gute Belastbarkeit des Betonelements 8 hergestellt werden.

Wie weiterhin aus Fig. 3 ersichtlich, sind in dem Betonelement 8 des Adapterstücks 7 eine Vielzahl von vorliegend senkrecht orientierten Ankerbolzen 1 1 eingegossen. Vorliegend sind die Ankerbolzen 1 1 durch entsprechende Bohrungen 10 des Flansches 9a geführt und überragen die Oberseite 14 des Adapterstücks. Bei der späteren Montage des Turms 1 muss somit nur noch der Turmabschnitt 3 aus Stahl, welcher in seinem Fußbereich einen Befestigungsflansch 16 mit einer Vielzahl von über den Umfang verteilten Befestigungsbohrungen 17 aufweist, über die Ankerbolzen geführt werden und kann dann befestigt werden. Die Ankerbolzen 1 1 können mit einem Trennmittel versehen sein, so dass diese nicht direkt mit dem Betonelement 8 verbunden sind und wieder demontiert werden können. Hierdurch ist eine spätere Demontage des Turms 1 oder ein Austausch der Ankerbolzen 1 1 bei einer Wartung möglich. Ebenso können die Ankerbolzen 1 1 auch in einem Hüllrohr vergossen sein, um Demontage und Austausch zu ermöglichen.

Wie weiterhin in Fig. 3 ersichtlich, weist der Flansch 9a des Adapterstücks 7 eine Vielzahl von Öffnungen 12 zur Festlegung von Spanngliedern 13 auf. Weiterhin sind in dem Betonelement 8 des Adapterstücks 7 Hüllrohre 19 eingegossen, so dass eine nachträgliche Verspannung der Betonfertigteile 6 in günstiger Weise möglich ist. Die Spannglieder 13 werden hierzu durch die Hüllrohe 19 in dem Betonelement 8 und die Öffnungen 12 in dem Flansch 9a hindurchgeführt und an der Oberseite 14 des Flansches 9a festgelegt. Vorliegend sind die Spannglieder 13 ohne Ankerplatte direkt auf dem Flansch 9a festgelegt. Lediglich bei einem schrägen Verlauf der Spannglieder 13 wird, wie hier gezeigt, eine Keilplatte 20 untergelegt. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Flansches 9a, welcher in besonders guter Weise mit dem Betonelement 8 verbunden ist, kann dieser zugleich die Funktion einer Lastverteilplatte übernehmen.

Das Adapterelement 7 weist an seinem in Einbaulage unteren Ende einen Rezess 21 auf, sodass die Spannglieder lediglich im Bereich des Adapterstücks 7 innerhalb der Wandung des Turms 1 geführt sind und sich ansonsten im Inneren des Turms außerhalb der Wandung bis zu dem Fußabschnitt 4 des Turms 1 erstrecken, wo sie ebenfalls verankert sind. Zur Führung der Spannglieder 13 kann es jedoch auch vorgesehen sein, diese in bestimmten Abständen entlang der Höhe des Turms mittels geeigneter Befestigungselemente oder Führungselemente zu befestigen oder zumindest zu führen. Anstelle der hier gezeigten Verspannung mittels externer Spannglieder 13 kann die Vorspannung auf den Turmabschnitt aus Beton 2 selbstverständlich auch mittels im Betonquerschnitt liegender Spannglieder 13 aufgebracht werden.

Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt. Abwandlungen und Kombinationen fallen ebenfalls unter die Erfindung.