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Title:
TRACKED VEHICLE, PARTICULARLY A CONSTRUCTION MACHINE, PARTICULARLY A ROAD-MAKING MACHINE, COMPRISING A TRACK TENSIONER, AND METHOD FOR OPERATING A TRACKED VEHICLE COMPRISING A TRACK TENSIONER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/185195
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a tracked vehicle, particularly a construction machine, particularly a road-making machine, comprising at least a drive motor and a driving pump of a travel drive hydraulic circuit, which is driven by the drive motor, for producing a drive travel pressure, at least one track running gear, the track running gear comprising a driving wheel driven by the travel drive hydraulic circuit, at least one guide wheel, a track revolving continuously around the driving wheel and the guide wheel, and a track tensioner for tensioning the track, where the track tensioner comprises an adjusting device with a track-tensioning hydraulic cylinder, by means of which the distance between two wheels of the track running gear, particularly the driving wheel and the guide wheel, can be adjusted for tensioning the track, the track-tensioning hydraulic cylinder being connected, by means of a hydraulic tensioning line, to a hydraulic pre-tensioning source by means of which starting pre-tensioning pressure can be applied to the track-tensioning hydraulic cylinder. The tensioning device also comprises a damping device with a spring for damping pressure peaks in the adjusting device. The invention also relates to a method for operating a tracked vehicle comprising a track running gear.

Inventors:
FORSTER, Johannes (Kapellenstr. 5, Saberhausen, 56290, DE)
STAHL, Jonathan (Rheintal 86, Urmitz, 56220, DE)
Application Number:
EP2019/000099
Publication Date:
October 03, 2019
Filing Date:
March 27, 2019
Export Citation:
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Assignee:
BOMAG GMBH (Hellerwald, Boppard, 56154, DE)
International Classes:
B62D55/30; F16F9/06
Foreign References:
US6224172B12001-05-01
SU718320A21980-02-29
GB2330563A1999-04-28
US3972569A1976-08-03
EP1559596A12005-08-03
JPS5551672A1980-04-15
DE4407764A11994-09-29
DE4412552A11994-10-20
DE102009013708A12010-09-23
US6224172B12001-05-01
Attorney, Agent or Firm:
HEIDLER, Philipp (LANG & TOMERIUS Patentanwaltspartnerschaft mbB, Rosa-Bavarese-Strasse 5, München, 80639, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE 1 . Kettenfahrzeug (1 ) mit

wenigstens einem Antriebsmotor (3) und einer vom Antriebsmotor (3) angetriebenen Fahrpumpe (9) eines Fahrantriebshydraulikkreislaufes (10) zum Erzeugen eines Antriebs- fahrdruckes,

wenigstens einem Kettenlaufwerk (4), wobei das Kettenlaufwerk (4) umfasst:

ein über den Fahrantriebshydraulikkreislauf (10) angetriebenes Antriebsrad (12), wenigstens ein Leitrad (14), eine das Antriebsrad (12) und das Leitrad (14) endlos umlaufende Kette (13) sowie eine Kettenspannvorrichtung (15) zum Spannen der Kette (13);

wobei die Kettenspannvorrichtung (15) eine Stelleinrichtung (16) mit einem Kettenspannhydraulikzylinder (1 7) umfasst, mit dem der Abstand zwischen zwei Rä- dern (12, 14) des Kettenlaufwerks zum Spannen der Kette (13) verstellbar ist, wobei der Kettenspannhydraulikzylinder (17) über eine Hydraulikspannleitung (18) an eine hydrau- lische Vorspannquelle (19) angeschlossen ist, über die er mit einem Ausgangsvorspanndruck beaufschlagbar ist,

und wobei die Kettenspannvorrichtung (15) ferner einer Dämpfungseinrichtung (21 ) mit einer Feder (23, 23') zum Dämpfen von Druckspitzen in der Stelleinrichtung (16) aufweist,

dadurch g e k e n n z e i c h n e t,

dass die Dämpfungseinrichtung (21 ) eine Zusatzspanneinrichtung (22) aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie den Ausgangsvorspanndruck unabhängig von der Vorspannquelle (19) in Abhängigkeit von dem Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreis- lauf (10) hin zu einem mit einer Änderung des Antriebsfahrdrucks korrelierenden Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder (1 7) variiert, und dass die Zusatzspanneinrichtung (22) einen Zusatzspannhydraulikzylinder (25) mit einem Hydraulikzylinder (24) und einem darin verstellbar gelagerten Zylinderkolben (26) umfasst, der den Innenraum des Zusatzspannhydraulikzylinders (25) in einen Kolbenraum und einem Kolbenstangen- raum teilt, wobei der Zusatzspannhydraulikzylinder (25) von der Feder (23, 23') der Dämpfungseinrichtung (21), insbesondere kolbenstangenseitig, mit einer Stellkraft beauf- schlagt ist

2. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Zusatzspanneinrichtung (22) derart ausgebildet ist, dass sie den tatsächlichen Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder (17) gegenüber dem Ausgangsvorspanndruck bei Rückwärtsfahrt erhöht.

3. Kettenfahrzeug (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Zusatzspanneinrichtung (22) in Form einer hydraulischen Übersetzungseinheit ausge- bildet ist, insbesondere derart, dass sie Druckänderungen im Antriebsfahrdruck in kleinere Druckänderungen im Kettenspannhydraulikzylinder(17) übersetzt.

4. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Zusatzspannhydraulikzylinder (25) zusätzlich zum Kolbenstangenraum einen zu diesem separierten Druckfederraum aufweist, in den der Zylinderkolben endseitig hineinragt und in dem die Druckfeder der Dämpfungseinrichtung vollständig angeordnet ist.

5. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Zusatzspanneinrichtung (22) über eine Zusatzspannverbindungsleitung (27) in Fluidverbindung an die Hydraulikspannleitung oder direkt den Kettenspannhydraulikzylinder (17) angeschlossen ist.

6. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Fahrantriebsverbindungsleitung (28) vom Fahrantriebshydraulikkreislauf (10), insbesondere von dessen Hochdruckseite bei Rückwärtsfahrt, zum Zusatzspannhydraulikzylinder (25) vorhanden ist, über die der Zusatzspannhydraulikzylinder (25) in fluidleitender Verbindung mit dem Fahrantriebskreislauf (10) steht.

7. Kettenfahrzeug (1) gemäß den Ansprüchen 5 und 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Zusatzspannverbindungsleitung (27) und die Fahrantriebsverbindungsleitung (28) derart angeordnet sind, dass die Zusatzspannverbindungsleitung (27) in Fluidverbindung mit einem Kolbenraum und die Fahrantriebsverbindungsleitung (28) in Fluidverbindung mit einem Kolbenstangenraum des Zusatzspannhydraulikzylinders (25) sind.

8. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dämpfungseinrichtung (21) außerhalb des Kettenlaufwerks angeordnet ist.

9. Kettenfahrzeug (1 ) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Dämpfungseinrichtung (21) zentral gleichzeitig mit zwei oder mehr Kettenspannhydraulikzylindern (17) von zwei oder mehr Kettenlaufwerken (4) verbunden ist.

10. Kettenfahrzeug (1) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass es eine Baumaschine, insbesondere eine Straßenbaumaschine, ist.

11. Verfahren zum Betrieb eines Kettenfahrzeugs (1), insbesondere eines Kettenfahrzeugs (1) ge- mäß den Ansprüchen 1 bis 10, mit einer Kettenspannvorrichtung (15), insbesondere eines Kettenfahrzeugs (1) gemäß den vorhergehenden Ansprüchen, umfassend die Schritte a) Vorspannen (29) einer um ein Antriebsrad (12) und ein Leitrad (14) umlaufenden Kette eines Ketten laufwerks mithilfe eines an eine hydraulische Vorspannquelle angeschlosse- nen Kettenspannhydraulikzylinders mit einem Ausgangsvorspanndruck;

b) Dämpfen (30) von im Kettenspannhydraulikzylinders auftretenden Druckspitzen mithilfe einer Druckfeder einer Dämpfungseinrichtung;

c) Verändern (31) des Ausgangsvorspanndruckes hin zu einem mit einer Änderung des Antriebsfahrdrucks korrelierenden Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder mithilfe einer in Abhängigkeit von dem Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreislauf wirkenden Zusatzspanneinrichtung.

12. Verfahren gemäß Anspruch 11 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass im Schritt c) ein eingangsseitiges Beaufschlagen eines Zylinderkolbens eines Zusatz- spannhydraulikzylinders mit Hydraulikfluid über eine Fahrantriebsverbindungsleitung vorgese- hen ist, die in Fluidverbindung mit einem Fahrantriebshydraulikkreislauf ist, und dass der Zu- satzspannhydraulikzylinder ausgangsseitig in Fluidverbindung mit dem Kettenspannhydrau- likzylinder ist.

13. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 11 oder 12,

dadurch gekennzeichnet,

dass im Schritt c) ein hydraulisches Übersetzen über die Zusatzspanneinrichtung erfolgt, insbesondere derart, dass Druckänderungen im Fahrantriebskreislauf zum Kettenspannhydraulikzylinder verkleinert werden.

Description:
KETTEN FAHRZEUG, INSBESONDERE BAUMASCH I N E BESONDERS STRABENBAUMASCHI- N E, MIT EINER KETTENSPANNVORRICHTUNG SOWIE VERFAHREN ZUM B ETRIEB EINES

KETTEN FAHRZEUGS MIT EINER KETTENSPAN NVORRICHTUNG

[0001 ] Die Erfindung betrifft ein Kettenfahrzeug, insbesondere eine Baumaschine, besonders eine Straßenbaumaschine, mit einer Kettenspannvorrichtung sowie Verfahren zum Betrieb eines Ketten- fahrzeugs, insbesondere einer Baumaschine, mit einer Kettenspannvorrichtung.

[0002] Kettenfahrzeuge der vorliegenden Art sind Kraftfahrzeuge mit einem Kettenlaufwerk. Wesentliche Elemente eines Kettenlaufwerks sind eine Kette, häufig auch als Gleiskette bezeichnet, und wenigstens zwei von der Kette umlaufene Räder, von denen eines angetrieben ist (Antriebsrad) und wenigstens eines im Wesentlichen der Führung der Kette dient (Leitrad), sowie optional Laufrollen. Im praktischen Einsatz ist es wichtig, dass die Kette in einem bestimmten Spannungsbereich gespannt wird, um einerseits ein Abspringen der Kette zu verhindern und andererseits den Verschleiß an der Kette möglichst gering zu halten. Hierzu wird üblicherweise auf sogenannte Kettenspannvorrichtungen zurückgegriffen. Derartige Kettenspannvorrichtungen für Kettenfahrzeuge, insbesondere für Baumaschinen mit Kettenlaufwerken, sind im Stand der Technik bekannt. Die Kettenspannvorrichtung der vorliegenden Art ist eine Laufkettenspannvorrichtung. Solche Kettenfahrzeuge, ganz besonders Baumaschinen, insbesondere Straßenbaumaschinen, umfassen üblicherweise wenigstens einen Antriebsmotor, in der Regel ein Verbrennungsmotor, und eine von dem Antriebsmotor angetriebene Fahrpumpe eines Fahrantriebshydraulikkreislaufes zum Erzeugen eines Antriebsfahrdruckes. Der Antriebsfahrdruck wird zum Fahrantrieb des Kettenlaufwerkes, konkret des Antriebsrades, genutzt. Dazu wird das Antriebsrad typischerweise über den Fahrantriebshydraulikkreislauf angetrieben. Die Kettenspannvorrichtung umfasst zum Spannen konkret eine Stelleinrichtung mit einem Kettenspannhydraulikzylinder, mit dem der Abstand zwischen wenigstens zwei Rädern des Kettenlaufwerks, insbesondere zwischen dem Antriebsrad und dem Leitrad und/oder einem ersten und einem zweiten Leitrad, zum Spannen der Kette, typischerweise in Horizontalrichtung, verstellbar ist, wobei der Kettenspannhydraulikzylinder über eine Hydraulikspannleitung an eine hydraulische Vorspannquelle angeschlossen ist, über die er mit einem Ausgangsvorspanndruck beaufschlagbar ist. Mit der Vor- spannquelle wird die Kette somit auf einen Ausgangswert hin gespannt, beispielsweise insbesondere durch Erzeugen eines gewünschten Hydraulikdruckes im Kettenspannzylinder. Ausgehend von dieser Vorspannung bzw. diesem Vorspanndruck können allerdings im Betrieb Änderungen des im Kettenspannhydraulikzylinder anliegenden Druckes auftreten, sei es durch Verschleiß, durch eine Änderung der Drehrichtung der Kette (beispielsweise bei einem Wechsel von Vorwärts- zu Rückwärtsfahrt), beim Einfädeln von Fremdkörpern zwischen dem Antriebsrad oder dem Leitrad und der Kette, beispielsweise durch Steine oder ähnliches, oder durch die Polygonwirkung der einzelnen Kettenglieder der Kette im Fährbetrieb. Derartige Druckspitzen sind unerwünscht, da sie zu einer unsicheren Betriebssituation führen urid Verschleißerscheinungen erheblich erhöht werden können. Zur Vermeidung bzw. zum Abmildern potentiell auftretender Druckspitzen im Kettenspannhydraulikzylinder ist es nun bekannt, dass die Kettenspannvorrichtung ferner eine Dämpfungseinrichtung mit einer Feder, insbesondere einer Druck- oder Zugfeder, zum Dämpfen von Druckspitzen in der Stelleinrichtung aufweist. Eine solche Feder kann beispielsweise funktional zwischen dem Kettenspannhydraulikzylinder und dem Leitrad angeordnet werden, wie beispielsweise in der DE 10 2009 013 708 A1 offenbart. Problematisch bei solchen Anordnungen ist jedoch, dass die Spannkraft mit einer Änderung der Einfederposition der Feder der Dämpfungseinrichtung variiert und insbesondere mit steigender Einfederposition der Feder ansteigt. Es ist aber wünschenswert, die Kettenspannvorrichtung derart auszubilden, dass der Druck im Stellhydraulikzylinder möglichst konstant über annähernd den gesamten Federweg der Feder der Dämpfungseinrichtung ist.

[0003] Eine weitere Herausforderung beim Betrieb eines vorstehend beschriebenen Kettenlaufwerks liegt darin, dass sich das zur Aufrechterhaltung einer ausreichenden Kettenspannung erforderlich Druckniveau beim Wechseln der Fahrtrichtung ändert. Das Leitrad kann beispielsweise in Vorwärtsrichtung vor dem Antriebsrad angeordnet sein, so dass sich in diesem Fall die Kette am Antriebsrad abstützt, welches die resultierende Kraft aus dem Vortriebsmoment aufnimmt. Bei einer Fahrtrichtungsumkehr ändert sich diese Situation derart, dass nunmehr das Abstützen der Kette am Leitrad erfolgt, was regelmäßig ein starkes Einfedern der Dämpfungseinrichtung auslöst. Dadurch steigt das Risiko, dass die Kette bei Rückwärtsfahrt ungewollt abspringt. In diesem Zusammenhang schlägt beispielsweise die US 6,224,172 B1 bereits eine Kettenspannvorrichtung mit einer fahrtrichtungsabhängigen Drucksteuerung vor. Dazu ist ein Sensor vorgesehen, der die Druckbedingungen im Fahrantriebshydraulikkreislauf ermittelt. Über eine Steuereinheit wird anschließend der Druck im Stellhyd- raulikzylinder derart angepasst, dass er gegenüber der jeweils entgegengesetzten Fahrtrichtung größer oder kleiner ist. Dieser Ansatz ist vergleichsweise aufwändig und kostenintensiv, da beispielsweise eine elektrische Steuerung und zusätzliche hydraulische Ventile benötigt werden. Ferner sind auch sogenannten Delta-Laufwerke bekannt, bei denen das Antriebsrad in Vertikalrichtung oberhalb von zwei Leiträdern und in Horizontalrichtung zwischen den beiden Leiträdern sitzt. Auch für solche Kettenlaufwerke ist die Anbindung einer Kettenspannvorrichtung an eines der Leiträder bekannt.

[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht somit darin, ein gattungsgemäßes Kettenfahrzeug, insbesondere eine Baumaschine mit wenigstens einem Kettenlaufwerk, sowie ein Verfahren zum Betrieb eines Kettenfahrzeugs, insbesondere einer Baumaschine, anzugeben, die die vorstehend genannten Probleme überwinden, insbesondere somit eine Möglichkeit für eine Kettenspannvorrichtung anzu- geben, bei der einerseits der Spanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder in Abhängigkeit von der aktuellen Fahrtrichtung optimal gesteuert, insbesondere geregelt, werden kann und andererseits gleichzeitig ein bestehender Spanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder möglichst wenig durch verschiedene Einfederpositionen der Druckfeder der Dämpfungseinrichtung beeinflusst wird. Im Wesentlichen sollen dazu die Funktionen„Spannen" und„Dämpfen" zueinander entkoppelt werden.

[0005] Die Lösung der Aufgabe gelingt mit einem Kettenfahrzeug, besonders einer Baumaschine, insbesondere einer Straßenbaumaschine, sowie einem Verfahren zum Betrieb eines, insbesondere erfindungsgemäßen, Kettenfahrzeugs, gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.

[0006] Ein gattungsgemäßes Kettenfahrzeug umfasst wenigstens einen Antriebsmotor, typischerweise einen Verbrennungs- oder Elektromotor. Der Antriebsmotor wird genutzt, um eine Fahrpumpe eines Fahrantriebshydraulikkreislaufes anzutreiben, über die ein Antriebsfahrdruck erzeugt wird, beispielsweise zum Betrieb eines das Antriebsrad antreibenden Hydromotors. Das Kettenfahrzeug umfasst ferner wenigstens ein und insbesondere mehrere Ketten laufwerke. Wesentliche Elemente des wenigstens einen Kettenlaufwerkes sind ein über den Fahrantriebshydraulikkreislauf angetriebenes Antriebsrad (wobei der Antrieb konkret beispielsweise über einen Hydromotor erfolgt), wenigstens ein Leitrad, eine das Antriebsrad und das Leitrad endlos umlaufende Kette, beispielsweise eine Gleiskette, sowie eine Kettenspannvorrichtung zum Spannen der Kette. Im Gegensatz zu dem Antriebsrad ist das wenigstens eine Leitrad somit insbesondere nicht unmittelbar angetrieben und läuft vielmehr passiv mit und erfüllt somit im Kern eine Führungsfunktion für die umlaufende Kette. Das Kettenlaufwerk kann zudem ein oder mehrere Laufrollen aufweisen. Die wesentliche Aufgabe der Ketten- spannvorrichtung liegt darin, eine insbesondere für den Fährbetrieb ausreichende Spannung der umlaufenden Kette aufzubauen. Dazu umfasst sie eine Stelleinrichtung mit einem Kettenspannhydraulikzylinder, mit dem der Abstand zwischen zwei Rädern des Ketten laufwerks, insbesondere zwischen dem Antriebsrad und wenigstens einem Leitrad, zum Spannen der Kette verstellbar ist. Der Ketten- spannhydraulikzylinder ist dazu über eine Hydraulikspannleitung an eine hydraulische Vorspannquelle angeschlossen ist, über die er mit einem Ausgangsvorspanndruck beaufschlagbar ist. Die Aufgabe der Hydraulikspannleitung liegt somit im Wesentlichen darin, eine Fluidversorgung des Kettenspan nhydraulikzylinders zum Aufbau der Vorspannung (durch ein Auseinanderschieben von Leitrad und Antriebsrad) zu ermöglichen. Wie nachfolgende noch gezeigt werden wird, kann diese Leitung ferner auch zu Dämpfungszwecken genutzt werden. Die Versorgung der Hydraulikspannleitung mit Hydraulikfluid erfolgt dazu über die hydraulische Vorspannquelle, beispielsweise umfassend eine Pumpe und wenigstens ein Ventil, insbesondere ein schaltbares Sperrventil. Konkret kann es insbesondere vorgesehen sein, das mit dem Anlassen des Antriebsmotors bei stehender Maschine die hydraulische Vorspannquelle die gewünschte Vorspannung am Kettenspannhydraulikzylinder aufbaut und bei Erreichen der gewünschten Vorspannung über das Ventil die Fluidverbindung zwischen Kettenspannhydraulikzylinder und der hydraulischen Vorspannquelle gesperrt bzw. unterbrochen wird. Ergänzend zu diesem Mechanismus zum Aufbau der gewünschten Kettenspannung beim Starten der Maschine umfasst die Spannvorrichtung eine Dämpfungseinrichtung mit einer Feder, konkret Zug- oder Druckfeder, zum Dämpfen von Druckspitzen in der Stelleinrichtung. Derartige Druckspitzen können beispielsweise beim Überfahren von Kanten auftreten oder durch zwischen der Kette und dem Antriebs- oder dem wenigstens einen Leitrad befindlichen Fremdkörpern, beispielsweise Steinen, oder aber auch durch Druckschwankungen aufgrund der Polygonwirkung der Antriebskette hervorgerufen werden.

[0007] Erfindungsgemäß ist es zur Lösung der Aufgabe nun vorgesehen, dass die Dämpfungseinrichtung eine Zusatzspanneinrichtung aufweist, die derart ausgebildet ist, dass sie den Ausgangsvorspanndruck unabhängig von der Vorspannquelle in Abhängigkeit von dem Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreislauf hin zu einem mit einer Änderung des Antriebsfahrdrucks korrelierenden Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder variiert. Damit umfasst die Dämpfungseinrichtung somit eine Einrichtung, über die unabhängig zu der vorstehend genannten Vorspanneinrichtung eine über eine Hydraulikleitung erfolgende Beeinflussung und Änderung der Druckbeaufschlagung des Kettenspannhydraulikzylinders möglich ist. Die Steuerung und Regelung der Druckbeaufschlagung im Fährbetrieb der Baumaschine erfolgt daher nicht über die Vorspannquelle, sondern über die, idealerweise hydraulisch wirkende, Zusatzspanneinrichtung. Die Anpassung mit Hilfe der Zu- satzspannquelle erfolgt dabei in Korrelation zum Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreislauf. Steigt dort der Druck, führt dies erfindungsgemäß über die Zusatzspanneinrichtung zu einer Steige- rung des Vorspanndruckes im Kettenspannhydraulikzylinder, die durch die separat zur Vorspann- quelle wirkende Zusatzspanneinrichtung erreicht wird. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass auf eine Steuerung der Vorspannquelle während des Fährbetriebes verzichtet werden kann.

[0008] Zweckmäßig und daher erfindungsgemäß bevorzugt ist die Zusatzspanneinrichtung derart ausgebildet, dass sie den tatsächlichen Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder gegenüber dem Ausgangsvorspanndruck bei Rückwärtsfahrt gegenüber der Vorwärtsfahrt erhöht. Der tatsächliche Vorspanndruck ist der am Kettenspannhydraulikzylinder anliegende Druck des Hydraulikfluids im Fährbetrieb, der sich vom über die hydraulische Vorspannquelle vor dem Fährbetrieb erzeugten Ausgangsvorspanndruck situationsbedingt unterscheiden kann, wie vorstehend bereits erläutert. Eine Erhöhung des tatsächlichen Vorspanndruckes bei Rückwärtsfahrt ist dann von Vorteil, wenn das Antriebsrad in Vorwärtsrichtung der Baumaschine gesehen hinter dem Leitrad angeordnet ist, um das Abstützverhalten des Leitrades zu verbessern.

[0009] Die im Fahrantriebshydraulikkreislauf auftretenden Druckänderungen entsprechend häufig nicht den Änderungen der Kettenspannung für eine optimale Kettenspannung bei verschiedenen Betriebszuständen oder Fahrrichtungen. Aus diesem Grund hat es sich als bevorzugt erwiesen, wenn die Zusatzspanneinrichtung in Form einer hydraulischen Übersetzungseinheit ausgebildet ist, insbesondere derart, dass sie Druckänderungen im Antriebsfahrdruck in kleinere Druckänderungen im Kettenspannhydraulikzylinder übersetzt. Dies ermöglicht eine bestmögliche Abstimmung des Verhältnisses, in welchem Ausmaß sich Druckänderungen im Fahrantriebshydraulikkreislauf durch die Zusatzspanneinrichtung im Kettenspannhydraulikzylinder auswirken. Wesentliche Größen, die dabei in der Ermittlung des optimalen Übersetzungsverhältnisses eine Rolle spielen, können dabei insbesondere der Speisedruck, der maximale Fahrdruck, das Schluckvolumen des jeweiligen Hydraulikmotors, die Getriebeübersetzung, der hydraulisch-mechanische Wirkungsgrad eines Getriebes und des Hydraulikmotors, der Turas-Durchmesser, der Durchmesser des Kettenspannzylinders und/oder die Vorspannkraft der verwendeten Feder sein.

[0010] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform umfasst die Zusatzspanneinrichtung einen Zusatzspannhydraulikzylinder mit einem Zylinder und einem darin verstellbar gelagerten Zylinderkolben, der den Innenraum des Zusatzspannhydraulikzylinders in einen Kolbenraum und einen Kolbenstangenraum teilt, wobei der Zusatzspannhydraulikzylinder von der Feder der Dämpfungseinrichtung, insbesondere kolbenstangenseitig, mit einer Stellkraft beaufschlagt ist. Insgesamt wird somit zur Ausbildung des Zusatzspanneinrichtung auf einen Federspannzylinder zurückgegriffen. Der federbe- aufschlagte, insbesondere druckfederbeaufschlagte Zylinderkolben ist zwischen zwei Anschlagendpositionen innerhalb des Zylinders schwimmend bzw. arretierungsfrei verstellbar

[0011 ] Bevorzugt ist es, wenn der Zusatzspan nhyd rau likzylinder zusätzlich zum Kolbenstangenraum einen zu diesem separierten Federraum aufweist, in den der Zylinderkolben endseitig hineinragt und in dem die Feder, insbesondere Druckfeder, der Dämpfungseinrichtung vollständig angeordnet ist. Dabei kann der Federraum insbesondere ein zur Außenumgebung belüfteter Raum sein. Alternativ ist es auch möglich, die Feder vollständig in einem Zylinderkolbenraum, insbesondere niederdruck- seitig, anzuordnen.

[0012] Um eine möglichst direkte Anbindung der Zusatzspanneinrichtung an den Kettenspannhyd- raulikzylinder zu ermöglichen, ist die Zusatzspanneinrichtung bevorzugt über eine Zusatzspan nver- bindungsleitung in Fluidverbindung an die Hydraulikspannleitung oder direkt an den Ketten- spannhydraulikzylinder angeschlossen. Erfolgt der Anschluss an die Hyd rau likspann leitu ng, dient diese somit auch zur Fluidleitung im Dämpfungsfall. Dies kann in Bezug auf den regelmäßig um den Kettenspannhydraulikzylinder nur sehr begrenzt zur Verfügung stehenden Bauraum vorteilhaft sein.

[0013] Eine besonders einfache und effiziente Ausführungsform sieht es vor, dass eine Fahrantriebsverbindungsleitung vom Fahrantriebshydraulikkreislauf, insbesondere von dessen Hochdruckseite bei Rückwärtsfahrt, zum Zusatzspannhydraulikzylinder vorhanden ist, über die der Zusatzspannhydraulikzylinder in fluidleitender Verbindung mit dem Fahrantriebskreislauf steht. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn die Anbindung des Zusatzspannhydraulikzylinders zum Fahrantriebshydraulikkreislauf ausschließlich über eine einzige Fahrantriebsverbindungsleitung ausschließlich zu dessen Hochdruck- seite bei Rückwärtsfahrt erfolgt. Beim Fahrantriebshydraulikkreislauf handelt es sich wie gesagt um einen Hydraulikkreislauf zwischen der Fahrpumpe und einem Fahrantrieb, beispielsweise einem Hydromotor zum Antrieb des Antriebsrades. Dies umfasst sowohl Ausführungsformen, bei denen der Hydraulikkreislauf ausschließlich eine einzige Fahrpumpe und einen einzigen Fahrantrieb umfasst, als auch Varianten, bei denen der Hydraulikreislauf eine einzige Fahrpumpe und mehrere Fahrantriebe umfasst. Wesentlich ist insbesondere, dass ein Zusatzspannhydraulikzylinder pro Pumpenkreislauf eingesetzt wird. Je nach dem, in welche Drehrichtung der Hydromotor läuft bzw. in welche Richtung die Fahrpumpe fördert, besteht auf einer Seite des Hydraulikreislaufes zwischen der Fahrpumpe und dem Hydromotor ein höheres Druckniveau als gegenüber der anderen Seite. Die Seite mit dem je- weils höheren Druckniveau entspricht der aktuellen Hochdruckseite. Da sich in der Regel bei Rückwärtsfahrt der Baumaschine die Kette des Kettenlaufwerks über das Leitrad abstützt, ist es bevorzugt, wenn gerade in dieser Betriebssituation die erfindungsgemäße Zusatzspanneinrichtung greift und selektiv für die Rückwärtsfahrt die Vorspannung im Kettenspannhydraulikzylinder erhöht. Diese Fahrtrichtungsabhängigkeit spiegelt auch den erfindungsgemäß wesentlichen Einsatzfall der Zusatz- spanneinrichtung wider. Es ist daher auch ausreichend, wenn die Anbindung der Zusatzspannein- richtung an den Fahrantriebshydraulikkreislauf ausschließlich über diese eine Fahrantriebsverbin- dungsleitung erfolgt.

[0014] Bevorzugt sind die Zusatzspannverbindungsleitung und die Fahrantriebsverbindungsleitung derart angeordnet, dass die Zusatzspannverbindungsleitung in Fluidverbindung mit einem Kolben- raum und die Fahrantriebsverbindungsleitung in Fluidverbindung mit einem Kolbenstangenraum des Zusatzspannhydraulikzylinders sind. Damit setzt der Zusatzspannhydraulikzylinder im Fahrantriebs- hydraulikkreislauf auftretende Druckänderungen in kleinere Druckänderungen zum Kettenspannhydraulikzylinder um. Auf diese Weise wird vermieden, dass der vergleichsweise hohe Fahrdruck, beispielsweise im Bereich von 425 bar, in dieser Größenordnung auf den Kettenspannzylinder wirkt, was insbesondere in Bezug auf den Kettenverschleiß und die Auslegung des zu verwendenden Kettenspannhydraulikzylinders nachteilig wäre.

[0015] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die erfindungsgemäße Dämpfungs- einrichtung dezentral zum Kettenlaufwerk und damit insbesondere außerhalb des Kettenlaufwerks angeordnet werden kann, da die Anbindung der Dämpfungseinrichtung inklusive der Zusatzspanneinrichtung an den Kettenspannhydraulikzylinder gemeinsam und ausschließlich über eine Hydraulikleitung, insbesondere die Zusatzspannverbindungsleitung, erfolgt. Dies ermöglicht nicht nur eine besonders platzsparende Gesamtanordnung, sondern eröffnet zusätzlich die Möglichkeit, die Dämpfungseinrichtung inklusive Zusatzspanneinrichtung außerhalb des Schmutzbereiches der Baumaschine, beispielsweise im Maschineninneren, anzuordnen. Dies verringert die Verschleißanfälligkeit und erleichtert Wartungsarbeiten. Bevorzugt erfolgt die Anordnung der Zusatzspanneinrichtung bzw. deren Dämpfungseinrichtung an einem Maschinenrahmen.

[0016] Grundsätzlich ist es möglich, mehrere oder jedes der Kettenlaufwerke einer Baumaschine mit jeweils einer eigenen erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung auszustatten. Die Erfindung eröffnet nun aber gleichzeitig den Vorteil, dass die Dämpfungseinrichtung zentral gleichzeitig mit zwei oder mehr Stellhydraulikzylindern von zwei oder mehr Ketten laufwerken, insbesondere allen Kettenlaufwerken des Kettenfahrzeugs, insbesondere der Baumaschine, verbunden sein kann. Der Zusatzspannhydraulikzylinder kann dazu beispielsweise über die Zusatzspannverbindungsleitung und Abzweigungen gleichzeitig mit mehreren Kettenspannhydraulikzylindern in Fluidverbindung stehen. Damit sind eine zentrale Dämpfung aller angeschlossenen Ketten laufwerke und gleichzeitig eine fahrtrichtungsabhängige Druckerhöhung in allen angeschlossenen Kettenspannhydraulikzylindern möglich.

[001 7] Die Erfindung betrifft allgemein Kettenfahrzeuge. Bevorzugt handelt es sich erfindungsgemäß bei dem Kettenfahrzeug um eine Baumaschine, besonders um eine Straßenbaumaschine. Von diesen eignet sich die Erfindung dabei ganz besonders für eine Straßenkaltfräse, einen Straßenfertiger oder einen Beschicker.

[0018] Ein weiterer Aspekt der Erfindung liegt in einem Verfahren zum Betrieb eines Kettenfahrzeugs, insbesondere eines Kettenfahrzeugs gemäß den vorhergehenden Ansprüchen. Wesentliche Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens sind das Vorspannen einer um ein Antriebsrad und ein Leitrad umlaufenden Kette eines Kettenlaufwerks mithilfe eines an eine hydraulische Vorspannquelle angeschlossenen Kettenspannhydraulikzylinders mit einem Ausgangsvorspanndruck. In diesem Schritt wird somit der Kettenspannhydraulikzylinder zu Beginn mit einem Spanndruck beaufschlagt. Dies erfolgt beispielsweise beim Anlassen des Antriebsmotors des Kettenfahrzeugs. Die dazu genutzte hydraulische Vorspannquelle dient nur dieser Vorspannung und hat keinen Einfluss auf Änderungen des Vorspanndruckes am Kettenspannhydraulikzylinder während des Fährbetriebs. Ist der gewünschte Vorspanndruck durch die Vorspannquelle aufgebaut, kann es daher auch vorgesehen sein, dass die Fluidverbindung anschließend durch ein Ventil oder ähnliches zur Vorspannquelle hin unterbrochen wird. Der dann im Kettenvorspannhydraulikzylinder herrschende Vorspanndruck wird vorliegend auch als Ausgangsvorspanndruck bezeichnet. Im Fährbetrieb des Kettenfahrzeugs ist ferner ein Dämpfen von im Kettenspannhydraulikzylinder auftretenden Druckspitzen mithilfe einer Feder, insbesondere einer Druck- oder Zugfeder, einer Dämpfungseinrichtung vorgesehen. Derartige Druckspitzen können hier beispielsweise durch Einfedern der Feder zumindest teilweise kompensiert werden. Weiter ist erfindungsgemäß ein Verändern des Ausgangsvorspanndruckes hin zu einem mit einer Änderung des Antriebsfahrdrucks im Fahrantriebshydraulikkreislauf korrelierenden Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder mithilfe einer in Abhängigkeit von dem Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreislauf wirkenden Zusatzspanneinrichtung vom erfindungsgemäßen Verfahren mit umfasst. Die Zusatzspanneinrichtung hat somit die Aufgabe, unabhängig von der Vorspanneinrichtung die am Kettenspannhydraulikzylinder anliegenden Druckverhältnisse des Hydraulikfluids zu ändern, und zwar in Abhängigkeit von der Fahrrichtung des Kettenfahrzeugs. So erfolgt beispielsweise eine Erhöhung des Fluiddruckes im Kettenspannhydraulikzylinder bei Rückwärtsfahrt des Kettenfahrzeugs nicht über die hydraulische Vorspannquelle, sondern ausschließlich über die Zusatzspanneinrichtung. Ein beispielsweise vorhandenes Ventil zur Herstellung einer Fluidverbindung zur hyd- raulischen Vorspannquelle bleibt dazu geschlossen. Für eine Anpassung der Vorspannung im Fährbetrieb muss daher beim erfindungsgemäßen Verfahren nicht auf die hydraulische Vorspannquelle zurückgegriffen werden.

[0019] Bevorzugt ist es für das erfindungsgemäße Verfahren vorgesehen, dass beim Verändern des Ausgangsvorspanndruckes mithilfe der Zusatzspanneinrichtung ein eingangsseitiges Beaufschlagen eines Zylinderkolbens eines Zusatzspannhydraulikzylinders mit Hydraulikfluid über eine Fahrantriebsverbindungsleitung erfolgt, die in Fluidverbindung mit einem Fahrantriebshydraulikkreislauf ist, und dass der Zusatzspannhydraulikzylinder ausgangsseitig in Fluidverbindung mit dem Kettenspannhydraulikzylinder ist. Ergänzend oder alternativ kann auch ein hydraulisches Übersetzen über die Zusatzspanneinrichtung erfolgen, insbesondere derart, dass Druckänderungen im Fahrantriebskreislauf zum Kettenspannhydraulikzylinder verkleinert werden. Zu Einzelheiten wird ergänzend auf die Ausführungen zum erfindungsgemäßen Kettenfahrzeug Bezug genommen.

[0020] Nachstehend wird die Erfindung anhand der in den Figuren angegebenen Ausführungsbeispiele näher beschrieben. Es zeigen schematisch:

Figur 1 : Eine Seitenansicht auf ein Kettenfahrzeug vom Typ Baumaschine, konkret eine Straßenfräse;

Figur 2: eine Ansicht auf ein Ketten laufwerk;

Figur 3: einen Ausschnitt aus einem Hydraulikschaltplan;

Figur 4: einen graphischen Vergleich der Abhängigkeit der Kettenspannung vom Federweg der erfindungsgemäßen Ausführungsform mit aus dem Stand der Technik bekannten Lösun- gen;

Figur 5: ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens;

Figur 6: eine Seitenansicht auf eine Baumaschine vom Typ Straßenfertiger

Figur 7: eine Seitenansicht auf eine Baumaschine vom Typ Beschicker;

Figur 8: ein Ausschnitt aus einem Hydraulikschaltplan einer alternativen Ausführungsform;

Figur 9: A - D zeigen alternative Ausführungsformen des Federspannzylinders;

Figur 10: eine Ansicht auf ein Kettenlaufwerk vom Typ Deltalaufwerk; Figur 11 : den Verlauf des Antriebsfahrdruckes und der dazu korrelierenden Anpassung des Vor- spanndruckes im Kettenspannhydraulikzylinder; und

Figur 12: A - E zeigen weitere bevorzugte Typen von Kettenfahrzeugen.

[0021 ] Hinsichtlich Funktion und/oder Aufbau gleiche Bauteile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet, wobei nicht jedes sich in den Figuren wiederholende Bauteil zwin- gend in jeder Figur gekennzeichnet ist.

[0022] Fig. 1 veranschaulicht zunächst eine Baumaschine 1 vom Typ Straßenfräse. Wesentliche Elemente der Baumaschine 1 sind ein Maschinenrahmen 2, ein Antriebsmotor (zum Beispiel Verbrennungsmotor) 3, Fahreinrichtungen in Form von Ketten laufwerken 4, wobei diese im vorliegenden Ausführungsbeispiel über höhenverstellbare Hubsäulen 5 mit dem Maschinenrahmen 2 verbunden sind, ein Fahrstand 6, eine Arbeitseinrichtung 7 (vorliegend eine innerhalb eines Fräswalzenkastens angeordnete Fräswalze) sowie ein Verladeförderband 8. Im Arbeitsbetrieb bewegt sich die Baumaschine 1 in Arbeitsrichtung bzw. Vorwärtsrichtung A über den zu bearbeitenden Bodenuntergrund. Der Fahrantrieb der Baumaschine 1 erfolgt über eine vom Antriebsmotor 3 angetriebene Fahrpumpe eines Fahrantriebshydraulikkreislaufes, der einen oder mehrere Hydromotoren zum Antrieb der Kettenlaufwerke 4 mit Antriebsenergie versorgt. Weitere Einzelheiten hierzu ergeben sich beispielsweise aus der Fig. 2.

[0023] Fig. 2 veranschaulicht eines der Kettenlaufwerke 4 aus Fig. 1 und dessen Antrieb. Über den Antriebsmotor 3 wird die Fahrpumpe 9 betrieben, wobei hier beispielsweise auch weitere Komponenten zwischengeschaltet sein können, wie beispielsweise ein Pumpenverteilergetriebe, Kupplungseinheiten etc. Die Fahrpumpe 9 ist Teil eines Fahrantriebshydraulikkreislaufes 10, der weiter einen Fahrantriebsmotor 11 , beispielsweise einen Hydromotor, umfasst. Der Fahrantriebsmotor 1 1 treibt, insbesondere direkt oder über eine Zahnradgetriebe, ein Antriebsrad 12 des Kettenlaufwerks 4 an, wodurch eine Kette 13 in eine das Antriebsrad 12 und eine ein vom Fahrantriebsmotor nicht direkt angetriebenes Leitrad endlos umlaufende Bewegung versetzt wird, die letztlich die Fahrbewegung der Baumaschine 1 ermöglicht. Es versteht sich, dass die konkrete Ausgestaltung der Kette 13 variieren kann; beispielsweise können von der Kette 13 austauschbare Laufpads etc. mit umfasst sein. Um einen zuverlässigen Fährbetrieb zu ermöglichen, ist es wichtig sicherzustellen, dass die Kette 13 nicht vom Antriebsrad 12 und/oder dem Leitrad 14 abrutscht. Dazu wird die Kette mithilfe einer Kettenspannvorrichtung 15, mit deren Hilfe der horizontale Abstand zwischen dem Antriebsrad 12 und dem Leitrad 14 verstellbar ist, gespannt. Gemäß Fig. 2 umfasst die Kettenspannvorrichtung 15 dazu unter anderem eine Stelleinrichtung 16 mit einem Kettenspannhydraulikzylinder 1 7, der kolbenstan- genseitig an das Leitrad 14 und kolbenseitig an einen in Fig. 2 nicht näher gezeigten Rahmen ver- bunden, der auch in an sich im Stand der Technik bekannter Weise das Antriebsrad 12 lagert. Kol- benseitig ist der Kettenspannhydraulikzylinder 17 über eine Hydraulikspannleitung 18 an eine hyd- raulische Vorspannquelle 19 angeschlossen. Mithilfe dieser hydraulischen Vorspannquelle 19 wird beispielsweise beim Starten der Baumaschine 1 ein hydraulischer Vorspanndruck (Ausgangsvor- spanndruck) im Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 aufgebaut, um eine gewünschte Ausgangsspannung der Kette 13 zu erreichen. Dieser Ausgangsvorspannungsdruck kann beispielsweise werksseitig vorgegeben sein, beispielsweise in einer geeigneten Maschinensteuerung. Über ein Schaltventil 20 kann die Fluidverbindung zwischen dem Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 und der Vorspannquelle bei Erreichen des Vorspanndruckes im Kettenspannhydraulikzylinder, beispielsweise bei Aufnahme einer Fahrbewegung der Baumaschine, unterbrochen werden.

[0024] Ferner umfasst die Kettenspannvorrichtung eine Dämpfungseinrichtung 21 . Diese ermöglicht eine gewissen Elastizität der Kettenspannvorrichtungl 5, um beispielsweise im Fährbetrieb auftreten- de Druckspitzen an der Kette 13 und respektive im Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 zu dämpfen oder zu kompensieren. Weitere Einzelheiten zu Aufbau und zur Funktionsweise der Dämpfungseinrichtung 21 ergeben sich insbesondere aus der Fig. 3. Wichtig ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel jedoch, dass die Dämpfungseinrichtung 21 in fluidischer Verbindung sowohl mit dem Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 als auch mit der Hydraulikspannleitung 18 bzw. mit dem Kettenspannhydraulikzylinder 17 steht. Dies ermöglicht es unter Umgehung der hydraulischen Vorspannquelle 19 fahrtrichtungsabhängig eine zu einer Änderung des Antriebsfahrdruckes im Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 korrelierende Zusatzspannung am Kettenspannhydraulikzylinder 17 aufzubauen. Dazu umfasst die Dämpfungseinrichtung 21 eine Zusatzspanneinrichtung 22.

[0025] Ein Ausführungsbeispiel einer solchen Dämpfungseinrichtung 21 mit Zusatzspanneinrichtung 22 ist in Fig. 3 näher angegeben. Der in Fig. 3 gestrichelt umrandete Bereich entspricht dabei dem gestrichelten Kasten aus der Fig. 2. Die Dämpfungseinrichtung umfasst zu Dämpfungszwecken von Druckspitzen im Kettenspannhydraulikzylinder 17 eine Druckfeder 23. Je nach Anordnung und Aufhängung kann auch eine Zugfeder verwendet werden, wie nachstehend noch weiter gezeigt werden wird. Diese ist im Inneren eines Hydraulikzylinders 24 eines Zusatzspannhydraulikzylinders 25 zusammen mit einem in dem Hydraulikzylinder 24 verstellbar, konkret axial verschiebbar, gelagerten Zylinderkolbens 26 angeordnet. Über eine Zusatzspannverbindungsleitung 27 ist der Hydraulikzylinder kolbenseitig an eine hydraulische Versorgungsleitung von der Vorspannquelle 19 zu wenigstens einem Kettenspannhydraulikzylinder 17 angeschlossen, so dass der Hydraulikzylinder kolbenseitig in fluidleitender Verbindung zu dem Kettenspannhydraulikzylinder steht. Tritt im Kettenspannhydrau- likzylinder 17 somit eine Druckspitze auf, wirkt sich die über das vorstehend beschriebene Leitungs- system letztlich auf den Zylinderkolben 26 auf, der eine solche Druckspitze durch Verschieben seiner Position auf die Druckfeder 23 ändert und diese zusammendrückt. Auf diese Weise erfolgt entspre- chend eine Dämpfung der Druckspitze.

[0026] Wesentlich ist nun, dass der Zusatzspannhydraulikzylinder gleichzeitig über eine Fahran- triebsverbindungsleitung 28 in fluidleitender Verbindung zum Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 steht, der in Fig. 3 nur teilweise dargestellt ist. Die Fahrantriebsverbindungsleitung 28 verbindet im konkre- ten Ausführungsbeispiel eine Seite des Fahrantriebsverbindungskreislaufes mit dem Kolbenstangen- raum 22 des Zusatzspannhydraulikzylinders 25 und somit mit der gegenüber der Zusatzspannverbin- dungsleitung 27 gegenüberliegenden Seite des Zylinderkolbens 26. Treten Druckänderungen im Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 auf, beispielsweise bei einer Fahrtrichtungsumkehr, wirken diese sich somit über die Fahrantriebsverbindungsleitung 28 und die Dämpfungseinrichtung 21 auf den in der Zusatzspannverbindungsleitung 27 bzw. am Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 herrschenden Druckverhältnisse aus. Steigt der Druck im Fahrantriebshydraulikkreislauf 10, steigt damit auch der Druck im Kettenspannhydraulikzylinder 1 7. Der Zusatzspannhydraulikzylinder 25 wirkt dabei als hydraulische Übersetzungseinheit, so dass Druckänderungen zwar in korrelierender Weise aber nicht eins zu eins übertragen werden. Ändert die Baumaschine nun beispielsweise durch Umkehr der För- derrichtung der Fahrpumpe 9 im Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 ihre Fahrrichtung (bei eine Wech- sel von Vorwärtsfahrt in Rückwärtsfahrt) wechseln auch die Hochdruckseite und die Niedrigdruckseite im Fahrantriebshydraulikkreislauf, was sich mit der vorstehend beschriebenen Anordnung ohne Zwischenschaltung von Sensoren oder sonstigen elektronischen Steuereinrichtungen unmittelbar auf den von der Zusatzspanneinrichtung 22 auf den wenigstens einen Kettenspannhydraulikzylinder erzeugten hydraulischen Vorspanndruck auswirkt. Da bei den üblichen Anordnungen von Leitrad und Antriebsrad in einem Ketten laufwerk in der Regel bei Rückwärtsfahrt eine erhöhte Kettenspan- nung erforderlich ist, ist die Zusatzspanneinrichtung 22 daher auch idealerweise mit demjenigen Leitungsabschnitt der Fahrantriebshydraulikkreislaufes verbunden, der zwischen Fahrpumpe 9 und Fahrantriebsmotor 1 1 die Hochdruckseite des Fahrantriebshydraulikkreislaufes 10 bei Rückwärtsfahrt ist.

[0027] Ein besonders großer Vorteil der vorstehend beschriebenen Anordnung besteht nun darin, dass sich die Übertragung der Druckänderungen aus dem Fahrantriebshydraulikkreis auf die über die Druckfeder 23 erhaltene Dämpfungscharakteristik praktisch nicht auswirkt. Durch die Veränderung der Vorspannung bzw. des Vorspanndruckes im Leitungssystem zu dem wenigstens einen Ketten- Spannhydraulikzylinder 1 7 wird die Einfederposition der Druckfeder 23 nicht oder nur sehr minimal beeinflusst. Die über die Kettenspannvorrichtung 15 erzeugte Kettenspannung ist damit vom Feder- weg der Druckfeder 23 im Wesentlichen entkoppelt. Damit ist es möglich, dass selbst bei stark er- höhter Kettenspannung nach wie vor optimale Dämpfungseigenschaften der Dämpfungseinrichtung 21 ermöglicht werden, was einen besonders zuverlässigen Betrieb ermöglicht. Dies veranschaulicht die Fig. 4, in der die Abhängigkeit der Kettenspannung KS vom Federweg FW bzw. der aktuellen Einfederposition der Druckfeder 23 im Vergleich zu den bisher im Stand der Technik verbreiteten Anordnungen aufgetragen ist. Die Kurven A (Federspanner) und B (Membranspeicher)sind dabei dem Stand der Technik zugeordnet und die Kurve C der erfindungsgemäßen Anordnung, beispielsweise wie im Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 2 und 3 gezeigt. D gibt dabei die optimale Kettenspannung (konstante Vorspannung) wieder. Es zeigt sich, dass die vorstehend beschriebene Anordnung eine nahezu vollständige Entkoppelung des Federweges von der Kettenspannung ermöglicht.

[0028] In weiterer wesentlicher Vorteil der beschriebenen Anordnung liegt darin, dass eine zentrale Dämpfungseinrichtung 21 für mehrere Kettenlaufwerke bereitgestellt werden kann. So können beispielsweise an die eine Dämpfungseinrichtung 21 gleichzeitig mehrere Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 (beispielsweise vier von insgesamt vier Kettenlaufwerken bzw. idealerweise sämtlichen Kettenlaufwerken der Baumaschine 1) angeschlossen und gedämpft werden. Dies ist beispielsweise in der Fig. 8 näher veranschaulicht.

[0029] Im Fall mehrere gleichzeitig Kettenspannhydraulikzylinder kann die Anbindung der Dämpfungseinrichtung 21 an den jeweiligen Kettenspannhydraulikzylinder ausschließlich über die Zusatzspannverbindungsleitung 27 und beispielsweise nicht über mechanische Elemente, wie beispielsweise Lager etc. erfolgen. Damit kann die Dämpfungseinrichtung 21 fernab des jeweiligen Kettenlaufwerks angeordnet werden. Eine Anordnung im Schmutzbereich des Kettenlaufwerks ist dagegen nicht erforderlich.

[0030] Fig. 5 veranschaulicht ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betrieb einer Baumaschine wie vorstehend beschrieben in Form eines Ablaufdiagramms. Im Schritt 29 erfolgt zunächst ein Vorspannen einer um ein Antriebsrad und ein Leitrad umlaufenden Kette eines Kettenlaufwerks mithilfe eines an eine hydraulische Vorspannquelle angeschlossenen Kettenspannhydraulikzylinders mit einem Ausgangsvorspanndruck. Dies kann beispielsweise beim Starten des Antriebsmotors der Baumaschine 1 erfolgen. Die Baumaschine 1 bewegt sich dabei nicht. Im Schritt 30 ist nun ein Dämpfen von im Kettenspannhydraulikzylinder auftretenden Druckspitzen mithilfe einer Druckfeder einer Dämp- fungseinrichtung, beispielsweise wie vorstehend beschrieben, vorgesehen. Dies erfolgt insbesondere im Fährbetrieb der Baumaschine. Unabhängig vom Schritt 30 erfolgt im Schritt 31 ferner ein Verän- dern des Ausgangsvorspanndruckes hin zu einem mit einer Änderung des Antriebsfahrdrucks korrelierenden Vorspanndruck im Kettenspannhydraulikzylinder mithilfe einer in Abhängigkeit von dem Antriebsfahrdruck im Fahrantriebshydraulikkreislauf wirkenden Zusatzspanneinrichtung.

[0031 ] Die Figuren 6 und 7 geben beispielhaft weitere Baumaschinen, insbesondere Straßenbaumaschinen schematisch wieder, für die sich eine Dämpfungseinrichtung der vorstehend beschriebenen Art besonders eignet, wobei zu den Einzelheiten der Dämpfungseinrichtung auf die vorhergehenden Ausführungen Bezug genommen wird. Fig. 6 zeigt einen Straßenfertiger und Fig. 7 einen Beschicker.

[0032] Fig. 8 zeigt ein zu dem Ausschnitt des Flydraulikschaltplans gemäß Fig. 3 alternatives Ausführungsbeispiel, wobei in Bezug auf den Aufbau und die Funktionsweise im Wesentlichen auf die vor- hergehenden Ausführungen, insbesondere zur Fig. 3, Bezug genommen wird. Der wesentliche Unterschied liegt dabei in der Anbindung der Fahrantriebsverbindungsleitung 28 gleichzeitig an mehrere Fahrantriebsmotoren 11 bzw. deren Hydraulikkreisläufe. Konkret weist jedes der Antriebsräder 12 (in Fig. 8 nicht gezeigt) des Kettenfahrzeugs 1 einen eigenen Fahrantriebsmotor 11 auf. Die vorhandenen Fahrantriebsmotoren 11 (vorliegend vier) sind zueinander parallel geschaltet und in einen gemeinsamen von der Fahrpumpe 9 ausgebildeten Hydraulikkreislauf eingebunden. Damit verteilen sich Druckänderungen im gesamten Fahrantriebshydraulikkreislauf gleichmäßig auf alle vier der vorhandenen Kettenspannhydraulikzylinder bzw. auf alle vorhandenen vier Kettenlaufwerke des Kettenfahrzeugs 1. Ferner ist im Unterschied zum Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 noch ein einstellbares Druckbegrenzungsventil 32 vorhanden, welches von der Zusatzspannverbindungsleitung 27 zum Fluidreservoir abzweigt. Mithilfe dieses Ventils 32 ist es möglich, eine Druckobergrenze in der Hydraulikspannleitung 18 einstellbar festzulegen, beispielsweise um eine übermäßige Kettenspannung zu verhindern.

[0033] Die Figuren 9A bis 9D veranschaulichen alternative Ausbildungen des Federspannzylinders der Zusatzspanneinrichtung 25 der Dämpfungseinrichtung 21. Fig. 9A zeigt die Zusatzspanneinrichtung, wie in den Figuren 3 und 8 verwendet. Erkennbar ist dabei ferner, dass die kolbenstangenseitig angeordnete Feder 23 (Druckfeder) in einem zur Außenumgebung belüfteten Innenraum angeordnet ist. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9B liegt die dort ebenfalls als Druckfeder ausgebildete und kolbenseitig angeordnete Feder 23 dagegen im Hydraulikfluid zu dem Kettenspannhydraulikzylinder 17 hin. Die Varianten gemäß der Figuren 9C und 9D betreffen dagegen Ausführungsformen, bei denen die Feder 23 als Zugfeder ausgebildet ist. Die Feder 23 ist dazu jeweils kolbenseitige ange- ordnet. Beim Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 9C ist die Feder 23 ebenfalls im Hydraulikfluid angeordnet, wohingegen beim Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 9D ein separater und zum Hyd- raulikkolben 26 abgedichteter und zur Außenumgebung belüfteter Innenraum vorhanden ist, in dem die Feder 23 positioniert ist.

[0034] Fig. 10 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eines sogenannten Delta-Laufwerks. Im Wesentlichen wird hier auf die vorstehenden Ausführungen zur Fig. 2 Bezug genommen. Der Unterschied besteht nun darin, dass das Antriebsrad 12 gegenüber zwei in Vertikalrichtung nach unten versetzt angeordneten Leiträdern 14 angeordnet ist, wobei das Antriebsrad 12 in horizontaler Richtung zwischen den beiden Leiträdern 14 liegt. Es kann vorgesehen sein, dass jedes der beiden Leiträder 14 einen eigenen Kettenspannhydraulikzylinder 1 7 aufweist oder nur eines von beiden.

[0035] Der Graph aus Fig. 11 zeigt die Verläufe der Änderungen des Fahrantriebshydraulikdruckes im Fahrantriebshydraulikkreislauf 10 bzw. in der Fahrantriebsverbindungsleitung 28 (Kurve II: wenn also auf dieser Seite des Hydraulikkreislaufes zwischen Pumpe und Motor bei Rückwärtsfahrt die Hochdruckseite ist), den Druckverlauf in dem Teil des Hydraulikkreislaufes zwischen der Pumpe und dem Motor, der keine Anbindung an die Fahrantriebsverbindungsleitung 28 aufweist und bei Vor- wärtsfahrt die Hochdruckseite ist (Kurve I) und der daraus resultierenden Druckänderungen in der Zusatzspannverbindungsleitung 27 bzw. an den Kettenspanhydraulikzylindern 17 (Kurve III). Es wird somit die vom Antriebsfahrdruck abhängige Änderung des Ausgangsvorspanndruckes gezeigt. Fig. 11 verdeutlicht dabei zunächst, dass mit der Zusatzspanneinrichtung 22 der Dämpfungseinrichtung 21 eine hydraulische Druckübersetzung erfolgt derart, dass große Druckänderungen im Fahrantriebshyd- raulikkreislauf (Kurve II) in dazu korrelierend kleinere Druckänderungen des aktuell an den Kettenspannhydraulikzylindern 17 anliegenden Vorspanndruckes (Kurve III) übersetzt werden. Im vorlie- genden Fall liegt das Übersetzungsverhältnis bei ca. 3:1. Fig. 11 zeigt ferner in Abhängigkeit von der Zeit t einen Fahrtrichtungswechsel von Vorwärtsfahrt (Phase P1 ) in Rückwärtsfahrt (Phase P2). Dabei wird deutlich, dass die Fahrantriebsverbindungsleitung 28 derart an den Fahrantriebshydraulikkreis- lauf angeschlossen ist, dass sie bei Rückwärtsfahrt mit der Hochdruckseite des Fahrantriebshydraulikkreislaufes in Verbindung steht. Auf diese Weise wird erreicht, dass die bei Rückwärtsfahrt von dem Zusatzspannhydraulikzylinder 25 an den Kettenspannhydraulikzylindern 17 aufgebaute Spanndruck deutlich höher ist als bei Vorwärtsfahrt (Phase I).

[0036] Die Figuren 12A bis 12E schließlich zeigen weitere Kettenfahrzeuge, die sich für den Einsatz der erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung 21 mit Zusatzspanneinrichtung 22 wie vorstehend beschrieben, besonders eignen. Fig. 12A zeigt dabei einen Bagger, Fig. 12B eine Planier- oder Lade- raupe, Fig. 12C eine Pistenraupe, Fig. 12D ein landwirtschaftliches Erntefahrzeug, insbesondere ei- nen Mähdrescher, und Fig. 12E einen Schlepper, insbesondere zum Einsatz in der Land- und/oder Forstwirtschaft. Allen in den Figuren 12A bis 12E gezeigten Fahrzeugen ist gemein, dass sie einen Antriebsmotor, eine Fahrpumpe und wenigstens ein Kettenlaufwerk mit einer erfindungsgemäßen Dämpfungseinrichtung 21 mit einer Zusatzspanneinrichtung 22 aufweisen. Unterschiede bestehen dabei insbesondere in dem jeweils vorhandenen Arbeitswerkzeug und dem Einsatzgebiet.