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Title:
TRACTION TRANSMISSION AND DRIVE UNIT FOR A MOTOR VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/099722
Kind Code:
A1
Abstract:
Traction transmission having a first and a second component transmission (26a, b) which are of mirror-symmetrical construction with respect to one another and are arranged axially adjacently in a housing (12), in each case comprising - an axially inner drive friction disc (28a, b) and an axially outer complementary friction disc (32a, b) which are arranged coaxially and can be rotated relative to one another about a transmission central axis, and - a set of friction rollers (40) which make non-positive contact between the friction discs (28a, b, 32a, b) and are mounted such that they can be rotated about in each case one roller axle (44), wherein the roller axles (44) are pivotably mounted in a manner which is spaced apart radially from the transmission central axis on a star-shaped spider (38a, b) which can be moved axially in relation to the transmission central axis, wherein the spiders (38a, b) are arranged on a common spider sleeve (50) and are coupled to one another at a variable spacing via an axially extending thread pairing (52), wherein - the complementary friction discs (32a, b) are arranged fixedly on a common output shaft (34) which is mounted in the housing such that it is fixed axially and can be rotated, - the spacing of the drive friction discs (28a, b) from one another can be varied by means of a spacing setting device (60), and - the spider sleeve (50) is mounted such that it can be displaced axially relative to the housing (12), wherein the first spider (38a) which is assigned to the first component transmission (26a) is connected fixedly to the housing (12) so as to rotate with it, the second spider (38b) which is assigned to the second component transmission (26b) can be rotated relative to the housing (12) by means of an angular position setting device (54b, 58), and the thread pairing (52) which couples the spiders (38a, b) is set up in such a way that a relative rotation of the spiders (38a, b) brings about a change in the spacing thereof.

Inventors:
PETERSEN, Rainer (Graf-Stauffenberg-Ring 34, Wolfsburg, 38444, DE)
MÖCKEL, Jörg (Im Flassroden 15, Sassenburg, 38524, DE)
Application Number:
EP2017/079335
Publication Date:
June 07, 2018
Filing Date:
November 15, 2017
Export Citation:
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Assignee:
VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT (Berliner Ring 2, Wolfsburg, 38440, DE)
International Classes:
F16H15/38
Domestic Patent References:
WO2009146748A12009-12-10
Foreign References:
JP2010190381A2010-09-02
JPH06185590A1994-07-05
US2140012A1938-12-13
US2057136A1936-10-13
DE102016111740A2016-06-27
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Claims:
Patentansprüche

Traktionsgetriebe mit einem ersten und einem zweiten Teilgetriebe (26a, b), die spiegelsymmetrisch zueinander aufgebaut und axial benachbart in einem Gehäuse (12) angeordnet sind, jeweils umfassend

- eine axial innere Antriebs-Reibscheibe (28a, b) und eine axial äußere Gegen- Reibscheibe (32a, b), die koaxial angeordnet und relativ zueinander um eine Getriebe- Zentralachse rotierbar sind, sowie

- einen Satz zwischen den Reibscheiben (28a, b, 32a, b) kraftschlüssig kontaktierter Reibroller (40), die rotierbar um jeweils eine Rollerachse (44) gelagert sind, wobei die Rollerachsen (44) an einem in Bezug auf die Getriebe-Zentralachse axial bewegbaren, sternförmigen Steg (38a, b), radial von der Getriebe-Zentralachse beabstandet schwenkgelagert sind,

wobei die Stege (38a, b) auf einer gemeinsamen Steghülse (50) angeordnet und über eine axial erstreckte Gewindepaarung (52) abstandsvariabel miteinander gekoppelt sind, wobei

- die Gegen-Reibscheiben (32a, b) fest auf einer gemeinsamen, axial fest und rotierbar im Gehäuse gelagerten Abtriebswelle (34) angeordnet sind,

- der Abstand der Antriebs-Reibscheiben (28a, b) voneinander mittels einer Abstand- Stelleinrichtung (60) variierbar ist und

- die Steghülse (50) relativ zum Gehäuse (12) axial verschieblich gelagert ist, wobei der dem ersten Teilgetriebe (26a) zugeordnete, erste Steg (38a) drehfest mit dem Gehäuse (12) verbunden ist, der dem zweiten Teilgetriebe (26b) zugeordnete, zweite Steg (38b) mittels einer Winkellagen-Stelleinrichtung (54b, 58) relativ zum Gehäuse (12) verdrehbar ist und die die Stege (38a, b) koppelnde Gewindepaarung (52) derart eingerichtet ist, dass eine Relativverdrehung der Stege (38a, b) eine Änderung deren Abstandes bewirkt.

Traktionsgetriebe nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steghülse (50) als in sich drehstarre Einheit ausgebildet ist und im Bereich eines Teilgetriebes (26b) ein Außengewinde (52) trägt, auf welchem der zugeordnete Steg (26b), der ein korrespondierendes Innengewinde trägt, aufgeschraubt ist. Traktionsgetriebe nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet,

dass dasjenige Teilgetriebe (26b), in dessen Bereich die Steghülse (50) das

Außengewinde (52) trägt, das zweite Teilgetriebe (26b) ist.

Traktionsgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Winkellagen-Stelleinrichtung (54b, 58) eine mit einem Stellantrieb gekoppelte, zur Getriebezentralachse koaxiale Stellhülse (54b) aufweist, die drehbeweglich am Gehäuse (12) gelagert ist, die zugeordnete Gegen-Reibscheibe (32b) von axial außen her umgreift und nach axial innen erstreckte Stellfinger (56b) aufweist, die paarweise zwischen sich je einen über das Schwenklager einer Rollerachse (44) radial

hinausragenden Fortsatz (48) des zugeordneten Stegs (38b) drehfixieren.

Traktionsgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine der Antriebs-Reibscheiben (28a) eine Koppeleinrichtung (30) zur Kopplung dieser Antriebs-Reibscheibe (28a) mit einem Antriebsaggregat (14) trägt und über eine drehmomentübertragende Kupplungseinrichtung (60) mit der anderen Antriebs- Reibscheibe (28b) verbunden ist.

Traktionsgetriebe nach Anspruch 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kupplungseinrichtung und die Abstand-Stelleinrichtung gemeinsam als eine Wälzkörper/Rampen-Kupplung (60) ausgebildet sind.

Traktionsgetriebe nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass wenigstens eine der Antriebs-Reibscheiben (28a, b) an ihrer der anderen Antriebs- Reibscheibe (28a, b) zugewandten Fläche ein in Umfangsrichtung variierendes

Rampenprofil (62) aufweist und dass zwischen den Antriebs-Reibscheiben (28a, b) ein ringscheibenförmiger Käfig (66) gelagert ist, an dem eine Mehrzahl von an dem

Rampenprofil (62) anliegenden, um jeweils eine radiale Wälzachse rotierbaren

Wälzkörpern (64) gelagert ist.

8. Traktionsgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Antriebs-Reibscheiben (28a, b) mittels einer zwischen ihnen angeordneten, sich beidseitig gegen sie abstützenden Federeinrichtung (68) in Richtung der jeweils zugeordneten Gegen-Reibscheiben (32a, b) vorgespannt sind.

9. Traktionsgetriebe nach Anspruch 8,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Federeinrichtung als ringscheibenförmige Tellerfederanordnung (68) ausgebildet ist.

10. Traktionsgetriebe nach Anspruch 7 und 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Tellerfederanordnung (68) eine Innenverzahnung aufweist, in die eine korrespondierende Außenverzahnung des Käfigs (66) eingreift.

1 1. Traktionsgetriebe nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Reibflächen der Reibscheiben (28a, b, 32a, b) sowie der Roller (40) derart geformt sind, dass sich unabhängig von der Schwenkstellung der Roller (40) die

Mantellinien der beiden Kontaktpunkte jedes Rollers (40) eines Teilgetriebes (26a, b) mit der jeweiligen Rollerachse (44) und der Getriebe-Zentralachse in einem Punkt schneiden.

12. Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug, umfassend eine elektrische Maschine (14) mit einem Stator (16) und einem radial innerhalb des Stators (16) drehbeweglich gelagerten Rotor (18) sowie ein Traktionsgetriebe (26)

dadurch gekennzeichnet,

dass das Traktionsgetriebe (26) nach einem der Ansprüche 5 oder 6 bis 1 1 , soweit rückbezogen auf Anspruch 5 ausgebildet ist und der Rotor (18) eine

Innensteckverzahnung aufweist, die mit einer Außensteckverzahnung (30), als welche die Koppeleinrichtung des Traktionsgetriebes (26) ausgebildet ist, verzahnt ist.

Description:
Beschreibung

Traktionsgetriebe und Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug

Die Erfindung bezieht sich auf ein Traktionsgetriebe mit einem ersten und einem zweiten Teilgetriebe, die spiegelsymmetrisch zueinander aufgebaut und axial benachbart in einem Gehäuse angeordnet sind, jeweils umfassend

- eine axial innere Antriebs-Reibscheibe und eine axial äußere Gegen-Reibscheibe, die

koaxial angeordnet und relativ zueinander um eine Getriebe-Zentralachse rotierbar sind, sowie

- einen Satz zwischen den Reibscheiben kraftschlüssig kontaktierter Reibroller, die rotierbar um jeweils eine Rollerachse gelagert sind, wobei die Rollerachsen an einem in Bezug auf die Getriebe-Zentralachse axial bewegbaren, sternförmigen Steg, radial von der Getriebe- Zentralachse beabstandet schwenkgelagert sind,

wobei die Stege auf einer gemeinsamen Steghülse angeordnet und über eine axial erstreckte Gewindepaarung abstandsvariabel miteinander gekoppelt sind.

Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug, umfassend ein solches Traktionsgetriebe sowie eine elektrische Maschine mit einem Stator und einem radial innerhalb des Stators drehbeweglich gelagerten Rotor.

Traktionsgetriebe und Antriebseinheiten der vorbezeichneten Art sind in der nicht

vorveröffentlichten deutschen Patentanmeldung DE 10 2016 1 1 1 740.4 beschrieben.

Die grundsätzliche Form eines Traktionsgetriebes mit zwei um eine gemeinsame

Scheibenachse rotierbaren Reibscheiben, zwischen deren einander gegenüberliegenden, konkaven Reibflächen Reibroller kraftschlüssig eingespannt sind, ist seit langem bekannt. Unter Variation des Rollerwinkels lassen sich dabei stufenlos unterschiedliche Übersetzungen zwischen den Reibscheiben realisieren. Im Fall herkömmlicher Toroidgetriebe sind die konkaven Reibflächen der Reibscheiben kalottenformig ausgebildet. Dies führt jedoch zu einer Bohrbewegung an der Kontaktstelle zwischen Roller und Reibfläche, d.h. zu einer rotativen Bewegungskomponente um die Kontaktnormale.

Dem Fachmann ist eine Bedingung bekannt, bei deren Realisierung die Bohrbewegung verschwindet. Dies ist der Fall, wenn sich die Rollerachse, die Scheibenachse und die Mantellinie der Kontaktstelle zwischen Roller und Reibfläche in einem Punkt schneiden. Unter der Mantellinie der Kontaktstelle versteht man die zur Kontaktnormalen Senkrechte in der von der Rollerachse und der Scheibenachse aufgespannten Schnittebene. Traktionsgetriebe, die, anders als herkömmliche Toroidgetriebe, diese Bedingung in allen Schwenkstellungen der Roller realisieren, sind dem Fachmann als sog. Traktrix-Getriebe bekannt, wie sie in der WO 2009/146748 A1 beschreiben sind. Eine ebenfalls bohrbewegungsfreie Alternative zum Traktrix- Getriebe ist in der eingangs erwähnten, deutschen Patentanmeldung beschrieben. Die vorliegende Erfindung wird bevorzugt mit der Reibflächenform der letztgenannten

Traktionsgetriebeart umgesetzt, ist jedoch nicht auf diese beschränkt, sondern kann

insbesondere auch mit herkömmlichen Toroidgetrieben in Voll- oder Halbtoroid-Bauform umgesetzt werden.

In der genannten deutschen Patentanmeldung ist eine Antriebseinheit für ein Kraftfahrzeug offenbart, die eine elektrische Maschine als ihr Antriebsaggregat umfasst. Obgleich elektrische Maschinen einen weitgehend effizienten Betrieb in einem sehr viel weiter gespreizten

Drehzahlbereich im Vergleich zu Verbrennungskraftmaschinen erlauben, kann es zur

Effizienzsteigerung sinnvoll sein, auch bei elektrischen Antriebseinheiten dem Antriebsaggregat eine Getriebeeinheit nachzuschalten, die, um das mit dem elektrischen Betrieb typischerweise verbundene, stufenlose Fahrgefühl nicht zu stören, als ein stufenloses Getriebe (CVT-Getriebe) ausgeführt sein sollte. In der genannten deutschen Patentanmeldung ist eine Getriebeeinheit beschrieben, die aus zwei axial spiegelsymmetrisch aufgebauten Teilgetrieben

zusammengesetzt ist. Die beiden Teilgetriebe sind einander mittelbar axial benachbart, nämlich beidseitig der elektrischen Maschine angeordnet. Die einander zugewandten Seiten der Teilgetriebe werden hier als axial innen bezeichnet. Die einander abgewandten Seiten der Teilgetriebe werden hier als axial außen bezeichnet.

Axial innen ist in jedem Teilgetriebe eine mit dem Rotor verbundene Antriebs-Reibscheibe angeordnet, der am axial äußeren Ende des jeweiligen Teilgetriebes eine korrespondierende Gegen-Reibscheibe gegenüberliegt. Bei der bekannten Ausführungsform ist die Gegen- Reibscheibe drehfest am Gehäuse gelagert und kann, insbesondere mittels einer Hydraulik, axial verschoben werden. Zwischen den beiden Reibscheiben ist ein sternförmiger Steg positioniert, der eine Mehrzahl von schwenkbaren Reibrollern trägt. Die Reibroller liegen kraftschlüssig an den Reibflächen der Antriebs- bzw. der Gegen-Reibscheibe an und sind um jeweils eine tangential orientierte Schwenkachse schwenkbar. Eine Rotation der Antriebs- Reibscheibe überträgt sich kraftschlüssig auf die Reibroller und auf den Steg, wobei dessen Drehzahl von der aktuell eingestellten Getriebeübersetzung abhängt, die sich wiederum aus der Schwenkstellung der Reibroller und der Durchmesser-Relation von deren Kontaktlinien mit der Antriebs- und der Gegen-Reibscheibe ergibt. Der Steg dient somit als Abtriebs- bzw.

Ausgangselement jedes Teilgetriebes.

Zur Verstellung der Getriebeübersetzung ist es erforderlich, den Steg innerhalb des ihm zugeordneten Teilgetriebes axial zu verschieben (und die Gegen-Reibscheibe mittels ihrer Hydraulik entsprechend nachzuführen). Hierbei ändert sich der Abstand der beiden Stege voneinander. Um diese Anforderungen gemeinsam zu erfüllen, sind beide Stege auf einer gemeinsamen, als Abtriebswelle dienenden Steghülse angeordnet, wobei die Steghülse jedoch aus zwei drehfest und axial verschieblich miteinander gekoppelten Axialabschnitten besteht. Diese als Hohlwellen ausgebildeten Axialabschnitte tragen in ihrem Inneren je ein

Innengewinde, in welches ein gemeinsamer Gewindebolzen eingeschraubt ist. Aufgrund der spiegelsymmetrischen Gestaltung der Gewinde in den beiden Teilgetrieben führt eine Rotation des Gewindebolzens zu einer spiegelsymmetrischen Axialverschiebung der beiden

Axialabschnitte der Steghülse relativ zueinander und somit zu einer symmetrischen Variation des Stegabstandes. Zur Verstellung der Winkellage des Gewindebolzens relativ zu den Axialabschnitten der Steghülse sind die Steghülse und der Gewindebolzen über ein Differenz- Getriebe, an dessen Abtriebswelle ein Stellmotor angeschlossen ist, miteinander gekoppelt. Betätigung des Stellmotors führt somit zu einer Rotation des Gewindebolzens relativ zur Steghülse, deren beide Axialabschnitte daraufhin ihren Abstand verändern, sodass sich die Stege innerhalb der jeweils zugeordneten Teilgetriebe symmetrisch zueinander verschieben, was bei geeigneter Nachführung der Gegen-Reibscheiben zu der gewünschten

Übersetzungsänderung führt.

Insbesondere wegen des zur Verstellung erforderlichen Differenzgetriebes ist die beschriebene Antriebseinheit nachteilig bauraumintensiv. Hinzu kommt eine erhebliche konstruktive

Komplexität, sodass die beschriebe Einheit vergleichsweise teuer ist.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein gattungsgemäßes Traktionsgetriebe und eine gattungsgemäße Antriebseinheit derart weiterzubilden, dass der Bauraumbedarf und die konstruktive Komplexität verringert werden.

Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die Gegen-Reibscheiben fest auf einer gemeinsamen, axial fest und rotierbar im Gehäuse gelagerten Abtriebswelle angeordnet sind, wobei - die Gegen-Reibscheiben fest auf einer gemeinsamen, axial fest und rotierbar im Gehäuse gelagerten Abtriebswelle angeordnet sind,

- der Abstand der Antriebs-Reibscheiben voneinander mittels einer Abstand-Stelleinrichtung variierbar ist und

- die Steghülse relativ zum Gehäuse axial verschieblich gelagert ist,

wobei der dem ersten Teilgetriebe zugeordnete, erste Steg drehfest mit dem Gehäuse verbunden ist, der dem zweiten Teilgetriebe zugeordnete, zweite Steg mittels einer

Winkellagen-Stelleinrichtung relativ zum Gehäuse verdrehbar ist und die die Stege koppelnde Gewindepaarung derart eingerichtet ist, dass eine Relativverdrehung der Stege eine Änderung deren Abstandes bewirkt.

Die Aufgabe wird weiter mit einer Antriebseinheit gemäß Anspruch 12 gelöst.

Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen

Patentansprüche.

Der grundlegende, spiegelsymmetrische Aufbau bleibt beim erfindungsgemäßen

Traktionsgetriebe erhalten. Allerdings wird die funktionale Bedeutung der verschiedenen Elemente verändert. Zwar dienen die axial inneren Reibscheiben nach wie vor als Antriebs- Reibscheiben; als Abtriebs-Reibscheiben dienen erfindungsgemäß jedoch die Gegen- Reibscheiben. Diese müssen daher relativ zum Gehäuse rotierbar angeordnet sein. Allerdings ist keine axiale Verschieblichkeit der Gegen-Reibscheiben mehr erforderlich. Vielmehr sind die Gegen- bzw. Abtriebs-Reibscheiben axial fest auf einer gemeinsamen Abtriebswelle gelagert. Die jeweils nach axial außen auf die Gegen-Reibscheiben wirkenden Axialkräfte heben sich, vermittelt durch die gemeinsame Abtriebswelle, gegenseitig auf. Eine axiale Abstützung am Gehäuse kann dadurch entfallen.

Um die mit jeder Übersetzungsverstellung verbundene Abstandsvariation zwischen den Reibscheiben eines Teilgetriebes zu realisieren, müssen jedoch die Antriebs-Reibscheiben abstandsvariabel gestaltet werden. Hierzu ist es, wie weiter unten anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher beschrieben werden soll, möglich, eine entsprechende

Stelleinrichtung unmittelbar zwischen den einander benachbarten Antriebs-Reibscheiben anzuordnen, die sich beidseitig gegen diese Reibscheiben abstützt, sodass auch hier keine Axialkraftabstützung am Gehäuse erforderlich ist. Schließlich ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Steghülse, welche die beiden Stege trägt, als solche relativ zum Gehäuse axial verschieblich gelagert ist. Dies ist konstruktiv einfach zu bewerkstelligen, da im Kontext der Erfindung, abgesehen von eventuellen

Stellverdrehungen, keine Rotation der Steghülse relativ zum Gehäuse vorgesehen ist. Es ist lediglich eine reinen Verstellzwecken dienende Relativ-Verdrehbarkeit der Stege zueinander vorgesehen, wobei diese Relativverdrehung über die Gewindekopplung in eine

Abstandsänderung der Stege übersetzt wird. Hierbei sind unterschiedliche, einfache

Konstruktionen denkbar.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass die Steghülse als in sich drehstarre Einheit ausgebildet ist und im Bereich eines Teilgetriebes ein Außengewinde trägt, auf welchem der zugeordnete Steg, der ein korrespondierendes Innengewinde trägt, aufgeschraubt ist. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der hier als erster Steg bezeichnete, drehfest mit dem Gehäuse verbundene Steg auch fest mit der Steghülse verbunden ist. Die Steghülse ist somit ebenfalls drehfest zum Gehäuse gelagert. Der hier als zweiter Steg bezeichnete, mittels der Winkellagen-Stelleinrichtung relativ zum Gehäuse verdrehbare Steg ist hingegen auf das Außengewinde der Steghülse aufgeschraubt. In der Terminologie von Anspruch 1 bedeutet dies, dass dasjenige Teilgetriebe, in dessen Bereich die Steghülse das Außengewinde trägt, das zweite Teilgewinde ist. Alternativ kann auch der relativ zum Gehäuse verdrehbare (zweite) Steg fest mit der Steghülse verbunden sein, während der drehfest zum Gehäuse angeordnete (erste) Steg auf die Steghülse aufgeschraubt ist. In diesem Fall würde sich die Steghülse bei einer Verdrehung des zweiten Stegs mitdrehen. Nochmals alternativ ist es auch denkbar, die Steghülse als zwei mittels eines korrespondierenden

Längsgewindes miteinander verschraubte Axialabschnitte auszubilden, wobei jeder

Axialabschnitt einen fest mit ihm verbundenen Steg trägt. In allen Fällen führt eine Stell- Verdrehung des zweiten Stegs zu einer Änderung des Abstandes beider Stege voneinander. Wenn durch entsprechendes axiales Nachführen der axial verschieblichen Antriebs- Reibscheiben mittels der Abstand-Stelleinrichtung der Kraftschluss zwischen den Reibscheiben und den Reibrollern erhalten bleibt, führt die Abstandsverstellung der Stege zu einer

Selbstzentrierung der Steghülse bei gleichzeitiger selbsttätiger Anpassung der Reibroller- Schwenklage mit der entsprechenden Änderung der Getriebeübersetzung.

Die Erfindung liefert also ein Getriebemodul, dessen Übersetzung durch einfache Stell- Verdrehung eines Steges einstellbar ist und in dem sich sämtliche Axial- und Radialkräfte gegenseitig aufheben, sodass ein leichter, nach außen kräftefreier Einbau in eine komplexere Antriebseinheit möglich ist. Hinsichtlich der Winkellagen-Stelleinrichtung zur Stell-Verdrehung des zweiten Stegs ist bevorzugt vorgesehen, dass die Winkellagen-Stelleinrichtung eine mit einem Stellantrieb gekoppelte, zur Getriebezentralachse koaxiale Stellhülse aufweist, die drehbeweglich am Gehäuse gelagert ist, die zugeordnete Gegen-Reibscheibe von axial außen her umgreift und nach axial innen erstreckte Stellfinger aufweist, die paarweise zwischen sich je einen über das Schwenklager einer Rollerachse radial hinausragenden Fortsatz des zugeordneten Stegs drehfixieren. Die Stellhülse kann im Wesentlichen die Form eines Hohlzylinders mit axial geschlitzter Wandung haben, wobei die Wandungsschlitze nach axial innen offen sind. Der Winkelabstand der Schlitze bzw. der sie bildenden Finger hat auf die Winkelabstände der Strahlen des sternförmigen Stegs abgestimmt zu sein. Jeder Steg-Strahl trägt, wie

grundsätzlich aus dem Stand der Technik bekannt, einen schwenkbaren Reibroller. Bei der hier beschriebenen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass sich jeder Steg-Strahl mit einem radialen Fortsatz über das Schwenklager jedes Reibrollers hinaus erstreckt. Diese Fortsätze dienen als Ansatzstelle für die Stellhülse. Insbesondere sollen sie innerhalb eines der vorbeschriebenen Stellhülsenschlitze liegen und gleitend an den den Schlitz bildenden Fingern anliegen. Eine Rotation der Stellhülse führt über diesen Mitnehmer-Mechanismus also zu einer entsprechenden Rotation des zweiten Steges, der jedoch innerhalb des axialen Stellhülsen- Schlitzes seiner über die Gewindepaarung der Steghülse vermittelten Axialbewegung folgen kann. Die Drehfixierung des ersten Steges erfolgt vorzugsweise mittels einer ähnlichen Hülse, die in diesem Fall jedoch gehäusefest angeordnet und daher nicht als Stell- sondern als Fixierhülse anzusprechen ist.

Wie eingangs erläutert, sind die Antriebs-Reibscheiben mit einem Antriebsaggregat koppelbar. Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass (nur) eine der Antriebs-Reibscheiben eine Koppeleinrichtung zur Kopplung dieser Antriebs-Reibscheibe dem Antriebsaggregat trägt und über eine drehmomentübertragende Kupplungseinrichtung mit der anderen Antriebs-Reibscheibe verbunden ist. Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, jede der Antriebs-Reibscheiben mit einer solchen Koppeleinrichtung zu versehen; dies scheint jedoch nur dann angezeigt, wenn keinerlei Relativrotation zwischen den beiden Antriebsscheiben beabsichtigt ist.

Bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist jedoch vorgesehen, dass die Kupplungseinrichtung und die Abstand-Stelleinrichtung gemeinsam als eine

Wälzkörper/Rampen-Kupplung ausgebildet sind. Dieser dem Fachmann grundsätzlich bekannte Kupplungstyp kombiniert eine Drehmomentübertragung und eine Abstandsverstellung der miteinander gekoppelten Elemente (hier der Antriebs-Reibscheiben). Zwei derart gekoppelte Elemente rotieren zwar grundsätzlich mit derselben Drehzahl; bei einer Momentenänderung kommt es jedoch kurzfristig zu einer geringfügigen Relativverstellung, die bei einer separaten Kopplung jeder Antriebs-Reibscheibe mit dem Antriebsaggregat nicht möglich wäre. Aus diesem Grund wird die oben erläuterte Kopplung zwischen nur einer Antriebs-Reibscheibe und dem Antriebsaggregat bevorzugt. Eine solche Kopplung kann beispielsweise als

Steckverzahnung ausgebildet sein, die zwar eine Drehmitnahme der gekoppelten Antriebs- Reibscheibe garantiert, gleichzeitig aber deren Axialverschieblichkeit nicht behindert.

Zur Ausbildung der bevorzugten Wälzkörper/Rampen-Kupplung kann vorgesehen sein, dass wenigstens eine der Antriebs-Reibscheiben an ihrer der anderen Antriebs-Reibscheibe zugewandten Fläche ein in Umfangsrichtung variierendes Rampenprofil aufweist und dass zwischen den Antriebs-Reibscheiben ein ringscheibenförmiger Käfig gelagert ist, an dem eine Mehrzahl von an dem Rampenprofil anliegenden, um jeweils eine radiale Wälzachse rotierbaren Wälzkörpern gelagert ist. Grundsätzlich denkbar wäre auch eine unmittelbare Lagerung der Wälzkörper an der nicht mit dem Rampenprofil bewehrten Reibscheibe;

konstruktiv einfacher ist jedoch die hier beschriebene Variante eines separaten Käfigs als Träger der Wälzkörper. Diese Ausführungsform hat zudem den Vorteil, dass beide Antriebs- Reibscheiben an ihren einander zugewandten Flächen mit einem Rampenprofil versehen sein können, sodass ein größerer Abstandshub realisierbar ist und insbesondere in Fällen einer Momentenumkehr ein großer Totweg vermieden wird.

Der Fachmann wird anhand der obigen Erläuterungen verstanden haben, dass die Form der Rampen und die Form der Reibflächen so aufeinander abgestimmt sein sollten, dass der Abstand der Antriebs-Reibscheiben und daher auch der Abstand von Antriebs- und Gegen- Reibscheibe jedes Teilgetriebes bei jeder Winkellage der Reibroller eine korrekte Anpresskraft zwischen den Reibscheiben und den Reibrollern sicherstellt. Um auch ein anfängliches Durchrutschen beim Anfahren und/oder Undefinierte Zustände zu vermeiden, ist bevorzugt vorgesehen, dass Reibscheiben und Reibroller auch im Stillstand des erfindungsgemäßen Traktionsgetriebes kraftschlüssig aneinander anliegen. Dies kann erreicht werden, indem, wie bevorzugt vorgesehen, die Antriebs-Reibscheiben mittels einer zwischen ihnen angeordneten, sich beidseitig gegen sie abstützenden Federeinrichtung in Richtung der jeweils zugeordneten Gegen-Reibscheibe vorgespannt sind. Eine solche Federeinrichtung ist vorzugsweise als ringscheibenförmige Tellerfederanordnung ausgebildet. Bei einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform ist vorgesehen, dass die

Teilfederanordnung eine Innenverzahnung aufweist, in die eine korrespondierende

Außenverzahnung des die Wälzkörper tragenden Käfigs eingreift. Dies verkürzt zusätzlich den Totweg bei Momentenumkehr.

Wie bereits eingangs erwähnt, ist die konkrete Form der Reibflächen hier nicht

erfindungsrelevant. Der beschriebene Mechanismus der Selbstzentrierung der Stege funktioniert grundsätzlich mit jeder sinnvollen Reibflächenform, wie sie für verschiedene Traktionsgetriebe bekannt sind. Im Hinblick auf die erzielbare Bohrreibungsfreiheit ist jedoch besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Reibflächen der Reibscheiben sowie der Roller derart ausgeformt sind, dass sich unabhängig von der Schwenkstellung der Roller die

Mantellinien der beiden Kontaktpunkte jedes Rollers eines Teilgetriebes mit der jeweiligen Rollerachse und der Getriebe-Zentralachse in einem Punkt schneiden. Für eine derartige Reibflächenform lässt sich kein geschlossener, analytischer Ausdruck angeben. Solche Reibscheiben lassen sich jedoch für jeden Einzelfall durch den Fachmann grundsätzlich bekannte Verfahren der analytischen Geometrie konstruieren.

Ein besonders bevorzugtes Einsatzgebiet eines erfindungsgemäßen Traktionsgetriebes ist eine Antriebseinheit eines Kraftfahrzeugs, insbesondere eine elektrische Antriebseinheit eines Elektro- oder Hybridfahrzeugs. Eine solche Antriebeinhalt umfasst typischerweise eine als Innenläufer ausgebildete elektrische Maschine mit einem Stator und einem radial innerhalb des Stators drehbeweglich gelagerten Rotor. Der Rotor weist bevorzugt eine Innensteckverzahnung auf, die mit einer Außensteckverzahnung verzahnt ist, als welche die Koppeleinrichtung des Traktionsgetriebes, insbesondere dessen einer Antriebs-Reibscheibe, ausgebildet ist. Das Traktionsgetriebe kann dabei radial innerhalb des Rotors liegen, was zu einer erheblichen axialen Bauraumeinsparung gegenüber Varianten mit axialer Anordnung von Antriebsaggregat und Getriebe führt.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden, speziellen Beschreibung und den Zeichnungen.

Es zeigen:

Figur 1 : eine Schnittdarstellung durch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen

Antriebeinheit, Figur 2: eine Detaildarstellung der linken Rolleraufhängung von Figur 1 in einer ersten Schwenkstellung,

Figur 3: die Rolleraufhängung von Figur 2 in einer zweiten Schwenkstellung,

Figur 4: die Rolleraufhängung von Figur 2 in einer dritten Schwenkstellung,

Figur 5: eine perspektivische Darstellung der Stege der Antriebseinheit von Figur 1 ,

Figur 6: eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform eines

erfindungsgemäßen Traktionsgetriebes, insbesondere des Traktionsgetriebes der Antriebseinheit von Figur 1 ,

Figur 7: eine geschnittene, perspektivische Darstellung des Traktionsgetriebes von Figur

6 sowie

Figur 8: eine geschnittene, perspektivische Darstellung der Kupplungs- und Abstand- Stelleinrichtung des Traktionsgetriebes von Figur 6.

Gleiche Bezugszeichen in den Figuren deuten auf gleiche oder analoge Elemente hin.

Die Figuren 1 bis 8 stellen eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Antriebseinheit bzw. einzelne Komponenten derselben dar. Die nachfolgenden Erläuterungen beziehen sich insofern auf sämtliche Figuren gemeinsam. Lediglich dort, wo einzelne Aspekte in einzelnen Figuren besonders deutlich illustriert sind, soll auf diese Figuren explizit hingewiesen werden.

Die Schnittdarstellung von Figur 1 gibt einen Überblick über den grundlegenden Aufbau der Antriebseinheit 10. In einem Gehäuse 12 ist eine als Innenläufer gestaltete elektrische

Maschine 14 mit einem gehäusefesten Stator 16 und einem radial innerhalb des Stators 16 rotierbaren Rotor 18 angeordnet. Der Rotor 18 ist bei der dargestellten Ausführungsform zusammengesetzt aus einem elektrisch wirksamen Teil 20 und einer Rotorwelle 22, die mittels der Rotorlager 24 unmittelbar (rechtes Rotorlager) bzw. mittelbar (linkes Rotorlager) gegen das Gehäuse 12 gelagert ist. Die Rotorwelle 22 dient als Eingangswelle des radial innerhalb des Rotors 18 angeordneten Traktionsgetriebes 26, welches in isolierter Form in den Figuren 6 und 7 gesondert dargestellt ist. Das Traktionsgetriebe 26 ist aus zwei Teilgetrieben aufgebaut, nämlich dem in Figur 1 links dargestellten ersten Teilgetriebe 26a und dem in Figur 1 rechts dargestellten zweiten

Teilgetriebe 26b. Die beiden Teilgetriebe 26a, 26b sind spiegelsymmetrisch zueinander aufgebaut und einander axial benachbart angeordnet. Axial innen, d.h. mittig in Figur 1 , sind die Antriebs-Reibscheiben 28a, b der Teilgetriebe 26a, b positioniert. Die dem ersten Teilgetriebe 26a zugeordnete erste Antriebs-Reibscheibe 28a ist mittels einer geraden Steckverzahnung 30 mit der Rotorwelle 22 verbunden. Hierdurch wird eine drehfeste Kopplung zwischen der Rotorwelle 22 und der ersten Antriebs-Reibscheibe 28a realisiert, die jedoch eine

Axialverschiebung der ersten Antriebs-Reibscheibe 28a zulässt. Axial außen, d.h. den Antriebs- Reibscheiben 28a, b in jedem Teilgetriebe 26a, b jeweils gegenüberliegend, sind Gegen- Reibscheiben 32a, b angeordnet, die bei dem erfindungsgemäßen Traktionsgetriebe 26 als Abtriebs-Reibscheiben fungieren. Die Abtriebs-Reibscheiben 32a, b sind fest mit einer

Abtriebswelle 34 verbunden, die über die Abtriebswellenlager 36 mittelbar am Gehäuse 12 gelagert ist.

Zwischen den einander zugeordneten Reibscheiben jedes Teilgetriebes 26a, b ist je ein Steg 38a, b angeordnet, welcher im Wesentlichen sternförmig ausgebildet ist und an jedem seiner Stahlen einen Reibroller 40 trägt, der bei der gezeigten Ausführungsform einen Reibring 42 aufweist, der um eine Rollerachse 44 rotierbar gelagert ist und die ihm zugeordneten Antriebs- und Abtriebs-Reibscheiben 28a, b, 32a, b kraftschlüssig kontaktiert. Die Rollerachse 44 ist um eine Schwenkachse 46 schwenkbar am Steg 38a, 38b gelagert. Dabei ragen die jeweils einen Reibroller 40 tragenden Strahlen des Stegs 38a, b mit einem radialen Fortsatz 48 radial über die Schwenkachse 46 hinaus.

In den Figuren 2 bis 4 ist die Aufhängung eines Reibrollers 40 am ersten Steg 38a in drei unterschiedlichen Schwenkstellungen vergrößert dargestellt. In den Figuren 2 bis 4 ist auch erkennbar, dass mit jeder Verschwenkung des Reibrollers 40 eine Axialverschiebung des Stegs 38a sowie der zugeordneten Antriebs-Reibscheibe 28a relativ zum Gehäuse 12 bzw. zur gehäusefesten Abtriebs-Reibscheibe 32a verbunden ist. Diese Axialverschiebungen sind erforderlich, um den Kraftschluss zwischen den Reibscheiben 28a, 32a und dem Reibroller 40 aufrecht zu erhalten. Die mit dieser Verschwenkung und Axialverschiebung einhergehende Übersetzungsänderung im Teilgetriebe 26a zwischen dessen Antriebs-Reibscheibe 28a und seiner Abtriebs-Reibscheibe 32a ist für den Fachmann ohne weiteres erkennbar.

Selbstverständlich ist es erforderlich, dass in beiden Teilgetrieben 26a, b besagte

Übersetzungsänderungen synchron verlaufen. Daher sind die beiden Stege 38a, b mittels einer gemeinsamen Steghülse 50 miteinander verbunden. Bei der gezeigten Ausführungsform ist der erste Steg 38a fest mit der Steghülse 50 verbunden, während der zweite Steg 38b ein

Innengewinde trägt, welches auf einen Außengewindeabschnitt 52 der Steghülse 50

aufgeschraubt ist. Die als Hohlwelle ausgebildete Steghülse 50 umgreift die Abtriebswelle 34 koaxial und erfährt über die Reibroller 40 eine Radiallagerung. Axial ist sie hingegen nicht fixiert, sondern relativ zum Gehäuse 12 verschieblich. Eine solche Axialverschiebung der Steghülse 50 hat also eine gleichgerichtete Verschiebung der Stege 38a, b zur Folge, wohingegen eine Relativrotation der Stege 38a, b zueinander aufgrund der Gewindekopplung 52 zu einer Abstandsänderung zwischen den Stegen 38a, b führt. Die beiden Stege 38a, b samt Reibrollern 40 und gemeinsamer Steghülse 50 sind in Figur 5 nochmals isoliert dargestellt.

Um eine Relativverdrehung der Stege 38a, b zu bewirken, wie dies zum Zwecke einer

Übersetzungsänderung vorgesehen ist, weist das Traktionsgetriebe 26 im Bereich seines ersten Teilgetriebes 26a eine Fixierhülse 54a und im Bereich seines zweiten Teilgetriebes 26b eine Stellhülse 54b auf. Diese sind in den Figuren 6 und 7, die zwei Darstellungen des isolierten Traktionsgetriebes 26 zeigen, besonders deutlich erkennbar. Die Fixierhülse 54a ist fest mit dem Gehäuse 12 verbunden und trägt bei der gezeigten Ausführungsform das linke

Rotorwellenlager 24. Die Fixierhülse 54a umgreift die erste Abtriebs-Reibscheibe 32a von axial außen her und weist nach radial innen erstreckte Fixierfinger 56a auf, mittels welcher die Fortsätze 48 des ersten Stegs 38a drehfixiert werden, wobei jedoch die Axialverschieblichkeit des Stegs 38a nicht behindert wird. Die Stellhülse 54b im Bereich des zweiten Teilgetriebes 26b ist entsprechend aufgebaut und positioniert, allerdings nicht drehfest mit dem Gehäuse 12 gekoppelt. Vielmehr ist sie über ein Stellrad 58 mit einem in den Figuren nicht dargestellten Stellantrieb verbunden. Mittels dieses Stellantriebs kann also eine gezielte Rotation des zweiten Stegs 38b relativ zum ersten Steg 38a und damit eine gezielte Abstandsänderung der Stege 38a, b zueinander bewirkt werden.

Um hieraus eine gezielte Übersetzungsänderung zu generieren, bedarf es einer

kompensierenden Axialverschiebung der beiden Antriebs-Reibscheiben 28a, b, sodass der Kraftschluss zwischen den Reibscheiben 28a, b, 32a, b und den Reibrollern 40 in jedem

Teilgetriebe erhalten bleibt. Der Fachmann wird erkennen, dass eine derart kompensierende Axialverschiebung der Antriebs-Reibscheiben 28a, b eine entsprechend kompensierende Axialverschiebung der Steghülse 52 und somit eine Selbstzentrierung der Stege 38a, b innerhalb ihres jeweiligen Teilgetriebes 26a, b bewirkt. Zur Realisierung der kompensierenden Axialverschiebung der Antriebs-Reibscheiben 28a, b ist eine momentenabhängige Wälzkörper/Rampen-Kupplung 60 zwischen den Antriebs- Reibscheiben 28a, b vorgesehen, die insbesondere in Figur 8 besonders deutlich illustriert ist. Die Aufgabe der Kupplung 60 ist zum einen die Übertragung des Rotor-Drehmomentes von der ersten Antriebs-Reibscheibe 28a auf die zweite Antriebs-Reibscheibe 28b und zum anderen die vorgenannte, kompensierende Axialverschiebung der Antriebs-Reibscheiben 28a, b relativ zueinander bzw. relativ zu den ihnen jeweils zugeordneten Abtriebs-Reibscheiben 32a, b. Hierzu sind die Antriebs-Reibscheiben 28a, b an ihren einander zugewandten Flächen jeweils mit einem in Umfangsrichtung variierenden Rampenprofil 62 versehen. In Figur 8 ist lediglich das Rampenprofil 62 der ersten Antriebs-Reibscheibe 28a dargestellt. An den Rampenprofilen 62 liegen Wälzkörper 64 an, die bei der gezeigten Ausführungsform in einem separaten Käfig 66 um eine radiale Drehachse drehbar gelagert sind. Bei der gezeigten Ausführungsform haben die Wälzkörper 64 die Form von Walzen. Kugelförmige Wälzkörper sind ebenso denkbar. Je nach Relativlage der Berge und Täler der Rampenprofile 62 einerseits und der Wälzkörper 64 andererseits ändert sich der Abstand der Antriebs-Reibschreiben 28a, b zueinander. Die hierfür notwenige Relativverdrehung der Antriebs-Reibscheiben 28a, b ist abhängig von dem übertragenen Moment, welches insbesondere durch die von den Reibrollern auf die Antriebs- Reibscheiben 28a, b eingebrachte Anpresskraft bestimmt wird. Der Käfig 66 ist mit einer ringscheibenförmigen Tellerfederanordnung 68 verzahnt, die sich beidseitig an den Antriebs- Reibscheiben 28a, b abstützt und diese in Richtung der jeweils zugeordneten Abtriebs- Reibscheiben 32a, b vorspannt. Hierdurch wird eine Grundspannung in jedem Teilgetriebe 26a, b erzeugt, die Undefinierte Zustände oder ein Durchrutschen beim Anfahren vermeidet. Zur Verschleißminderung weist die Tellerfederanordnung 68 an ihren ringförmigen Anlageflächen an den Antriebs-Reibscheiben 28a, b je eine Gleitbeschichtung 70 auf. Durch die Verzahnung des Käfigs 66 mit der Tellerfederanordnung 68 kann der Totweg bei einer Momentenumkehr zwischen den Antriebs-Reibscheiben 28a, b besonders gering gehalten werden.

Der Fachmann wird verstehen, dass das erfindungsgemäße Traktionsgetriebe, wie es sich insbesondere in den Figuren 6 und 7 darstellt, als außen axial- und radialkräftefreie Einheit darstellt, da sämtliche axiale und radiale Kraftkomponenten einander im Inneren des Getriebes 26 aufheben. Es werden daher allein Drehmomente ein- und ausgeleitet, sodass ein modularer Einbau ohne besondere Abstützungen im Gehäuse ermöglicht wird.

Natürlich stellen die in der speziellen Beschreibung diskutierten und in den Figuren gezeigten Ausführungsformen nur illustrative Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dar. Dem Fachmann ist im Lichte der hiesigen Offenbarung ein breites Spektrum an Variationsmöglichkeiten an die Hand gegeben.

Bezugszeichenliste

Antriebseinheit

Gehäuse

elektrische Maschine

Stator

Rotor

elektrisch wirksamer Teil von 18

Rotorwelle

Rotorwellenlager

Traktionsgetriebe

a erstes Teilgetriebe von 26

b zweites Teilgetriebe von 26

a erste Antriebs-Reibscheibe

b zweite Antriebs-Reibscheibe

Steckverzahnung

a erste Gegen-Reibscheibe, erste Abtriebs-Reibscheibeb zweite Gegen-Reibscheibe, zweite Abtriebs-Reibscheibe

Abtriebswelle

Abtriebswellenlager

a erster Steg

b zweiter Steg

Reibroller

Reibring

Rollerachse

Schwenkachse

radialer Fortsatz

Steghülse

Außengewinde

a Fixierhülse

b Stellhülse

a Fixierfinger

b Stellfinger

Stellrad Wälzkörper/Rampen-Kupplung Rampenprofil

Wälzkörper

Käfig

Tellerfederanordnung

Gleitfläche