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Title:
TRANSMISSION CONTROL SYSTEM FOR REDUCING THERMAL LOAD ON ENGAGING ELEMENTS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1997/025556
Kind Code:
A1
Abstract:
A transmission control system is proposed for reducing thermal load on engaging elements (2, 3, 4, 5) in a transmission (1) during the starting operation. The gearbox (1) has an input shaft (7) and an output shaft (9) and at least two engaging elements or clutches (2, 3, 4, 5) each of which is allocated to a gear and comprises a first clutch half (21, 31, 41, 51) which transmits the force coming from the direction of the input shaft (7) onto a second clutch half (22, 32, 42, 52) which in turn transmits the force in the direction of the output shaft (9). Transmission elements (11, 12, 13) and shafts (7, 8, 9, 23, 33, 40, 50) are mounted between the input shaft (7) and a first clutch (2, 3) and/or between the first clutch (2, 3) and a second clutch (4, 5) and/or between the second clutch (4, 5) and a further clutch or the output shaft (9). The engaging elements (2, 3, 4, 5) are actuated, via an actuation system (17) by a regulation and control unit (14) which receives system status data from sensors, in such a way that at least two of the engaging elements (2, 3, 4, 5) are actuated simultaneously during the starting operation.

Inventors:
DOMIAN HANS-JOERG (DE)
DREIBHOLZ RALF (DE)
Application Number:
PCT/EP1996/005848
Publication Date:
July 17, 1997
Filing Date:
December 27, 1996
Export Citation:
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Assignee:
ZAHNRADFABRIK FRIEDRICHSHAFEN (DE)
DOMIAN HANS JOERG (DE)
DREIBHOLZ RALF (DE)
International Classes:
F16D48/06; F16D48/08; F16H61/04; F16H61/08; F16H61/688; (IPC1-7): F16H61/08
Foreign References:
EP0688974A11995-12-27
EP0289466A21988-11-02
DE3812327A11989-06-29
DE3546454A11987-02-26
Other References:
PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 016, no. 002 (M - 1197) 7 January 1992 (1992-01-07)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Getriebesteuerung zur Reduzierung der thermischen Belastung von Schaltelementen (2, 3, 4, 5) in einem Getrie¬ be (1) während des Anfahrens, wobei das Getriebe (1) eine Eingangswelle (7) und eine Ausgangswelle (9) und wenigstens zwei Schaltelemente bzw. Kupplungen (2, 3, 4, 5), die je¬ weils einem Gang zugeordnet sind, mit jeweils einer ersten Kupplungshälfte (21, 31, 41, 51), welche die von Richtung der Eingangswelle (7) kommende Kraft auf eine zweite Kupp¬ lungshälfte (22, 32, 42, 52) überträgt, welche den Kraft¬ fluß in Richtung der Ausgangswelle (9) weiterleitet, auf¬ weist, die derart angeordnet sind, daß zwischen der Ein gangswelle (7) und einer ersten Kupplung (2, 3) und/oder zwischen der ersten Kupplung (2, 3) und einer zweiten Kupp¬ lung (4, 5) und/oder zwischen der zweiten Kupplung (4, 5) und einer weiteren Kupplung oder der Ausgangswelle (9) ein Teilgetriebe (11, 12, 13) und jeweils Wellen (7, 8, 9, 23, 33, 40, 50) angeordnet sind, und wobei die Schaltele¬ mente (2, 3, 4, 5) über eine Aktuatorik (17) von einer Re¬ gel und Steuereinheit (14), die von einer Sensorik System zustandsdaten erhält, derart angesteuert werden, daß bei einem Anfahrvorgang wenigstens zwei der Schaltelemente (2, 3, 4, 5) gleichzeitig betätigt werden und eine dabei ent¬ stehende Reibleistung entsprechend der werkstoffspezifi¬ schen thermischen Belastbarkeit der Schaltelemente zwischen diesen aufgeteilt wird.
2. Getriebesteuerung nach Anspruch 1, dadurch g e ¬ k e n n z e i c h n e t , daß eine an jedem der Schalt¬ elemente (2, 3, 4, 5) vorliegende Differenzwinkelgeschwin digkeit (Δω2, Δω3, Δω4, Δω5, ) über ein Kupplungsmoment direkt beeinflußbar ist.
3. Getriebesteuerung nach Anspruch 1 und 2, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß das an den Schaltele menten (2, 3, 4, 5) vorliegende Kupplungsmoment gemäß der individuellen thermischen Belastbarkeit der Schaltelemente durch Zuführung bzw. Abführung von Druck zu bzw. von den Schaltelementen über die Regel und Steuereinheit (14) und die Aktuatorik (17), welche der Regel und Steuerein heit (14) nachgeordnet ist, erhöht bzw. reduziert wird.
4. Getriebesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Aktuato¬ rik (17) als Hydraulik oder Pneumatik oder mechanische oder elektrische Übertragungseinrichtung mit Stellgliedern zum Einstellen eines Druckes, der zu und von den Schaltelemen¬ ten (2, 3, 4, 5) führbar ist, und Stellgliedern zum Ein¬ stellen wenigstens eines Teiles der Wellen (7, 8, 9, 23, 33, 40, 50) ausgebildet ist.
5. Getriebesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch g e k e n n z e i c h n e t / daß die Regel und Steuereinheit (14) einen Sollwertgenerator (141), eine Regeleinrichtung (142) und eine Meßwertverarbeitungsein richtung (143) aufweist.
6. Getriebesteuerung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Schalt¬ elemente (2, 3, 4, 5) als einstellbare Reibkupplungen oder Bremsen ausgebildet sind.
Description:
Getriebesteuerung zur Reduzierung der thermischen Belastung von Schaltelementen

Die Erfindung betrifft eine Getriebesteuerung zur Re¬ duzierung der thermischen Belastung von Schaltelementen in einem Getriebe während des Anfahrens.

Bei den aus der Praxis bekannten Getrieben, welche in der Lage sind, das Anfahren ohne ein spezielles Anfahreie- ment, wie z. B. eine Strömungskupplung, einen Wandler oder eine separate Anfahrkupplung, zu ermöglichen, sind die wäh¬ rend des Anfahrvorganges schlupfenden Schaltelemente hohen thermischen Belastungen ausgesetzt. Insbesondere wenn das Anfahren nur über ein einziges Schaltelement bzw. eine ein¬ zige Kupplung bewerkstelligt wird, muß diese Kupplung die komplette Verlustleistung bzw. Reibenergie aufnehmen. Diese hohe Belastung erfordert eine entsprechend robuste Ausle¬ gung der Kupplung, was nachteilhafterweise einen erhöhten Bauraumbedarf, ein höheres Gewicht der Schaltelemente sowie höhere Fertigungskosten nach sich zieht.

Aus der DE 38 12 327 ist ein Verfahren zum Einstellen eines Doppelkupplungsgetriebes sowie ein Doppelkupplungs- getriebe eines Kraftfahrzeuges bekannt. Dieses Doppelkupp¬ lungsgetriebe weist eine Eingangswelle und eine Ausgangs¬ welle auf, die über stirnradverzahnte und selektiv in Ein¬ griff bringbare Zahnradpaare miteinander verbindbar sind. Es sind eine erste Kupplung und eine zweite Kupplung vor- gesehen, deren erste Kupplungshälften drehstarr mit der

Eingangswelle und deren zweite Kupplungshälften mit einer Welle bzw. einer die Welle umgebenden Hohlwelle verbunden sind. Schaltmittel dienen zum Betätigen der Kupplungen, um

den Kraftfluß zwischen Eingangs- und Ausgangswelle in einem Gang über die Kupplung, die Welle, Schaltmuffen und einen ersten Satz Zahnradpaare bzw. einen benachbarten Gang über die zweite Kupplung, die Hohlwelle, Schaltmuffen und einen zweiten Satz Zahnradpaare zu führen. Beim Anfahren des Kraftfahrzeuges werden die zugehörige eine Kupplung und eine zugehörige Schaltmuffe des einen Ganges und gleichzei¬ tig die andere Kupplung und eine Schaltmuffe eines weiteren der anderen Kupplung zugeordneten Ganges betätigt. Dann, wenn die Ausgangsdrehzahl der Kupplung eines der Gänge de¬ ren Eingangsdrehzahl erreicht, wird der Kraftfluß in diesem Gang aufgetrennt.

Dieses bekannte Verfahren bzw. dieses Doppelkupplungs- getriebe stellt eine Möglichkeit zur Reduzierung der ther¬ mischen Belastung, d. h. der Reibleistung bzw. Reibarbeit, der Anfahrkupplung bzw. Anfahrkupplungen für ein Doppel¬ kupplungsgetriebe, bei dem beide Eingangskupplungen zum Anfahren eingesetzt werden, dar. Zwar bietet dieses vorge- schlagene Verfahren den Vorteil, daß die beim Anfahren in den Reibbelägen erzeugte beträchtliche Energie, welche in den Kupplungen in Wärme umgesetzt wird, nicht nur von einem Schaltelement aufgenommen werden muß, sondern auf zwei Schaltelemente verteilt wird. Die Verteilung erfolgt jedoch gleichmäßig und unabhängig von dem jeweiligen Betriebszu¬ stand der Kupplung, so daß es zu einer Überhitzung und thermischen Überbeanspruchung einer Kupplung, die bei¬ spielsweise bereits größere Verschleißerscheinungen als die andere Kupplung aufweist, kommen kann.

Zudem ist dieses Verfahren nachteilhafterweise nur auf Doppelkupplungsgetriebe anwendbar, deren Eingangswelle und

Ausgangswelle über stirnradverzahnte und in selektiven Ein¬ griff bringbare Zahnradpaare miteinander verbunden sind.

Weiterhin nachteilhaft ist, daß dieses Verfahren vor allem für Getriebe mit serieller Anordnung der Schaltele¬ mente nicht oder nur bedingt geeignet ist.

Ein weiterer erheblicher Nachteil besteht bei diesem bekannten Verfahren darin, daß vor Abschluß des Anfahrvor- ganges eine Kupplung abgeschaltet werden muß, welche für das anschließende Weiterfahren nicht geschlossen sein darf. Durch das Öffnen des Schaltelementes bzw. der Kupplung oder durch Betätigung der Schaltmuffe wird der Kraftschluß zur Gangübersetzung nach dem Anfahren somit unerwünschterweise unterbrochen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Getriebesteuerung der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß bei einer beliebigen Getriebebauart eine thermische Überbeanspruchung der beim Anfahren betei¬ ligten Schaltelemente verhindert wird und gleichzeitig ein zur gewünschten Übersetzung erforderlicher Kraftfluß auf¬ rechterhalten wird.

Diese Aufgabe wird durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.

Die erfindungsgemäße Getriebesteuerung ermöglicht es vorteilhafterweise, die thermische Belastung einem indivi- duellen Zustand der am Anfahrvorgang beteiligten Schaltele¬ mente anzupassen, wodurch diese kleiner dimensioniert wer¬ den können und trotzdem nicht durch zu große Reibbelastung überhitzt werden.

Daraus ergibt sich der Vorteil, daß der Bauraumbedarf, die Kosten und das Gewicht dieser Schaltelemente deutlich reduziert werden können.

Zudem kann durch die Reduzierung und Anpassung der thermischen Belastung an den jeweiligen Schaltelementen mit Hilfe der erfindungsgemäßen Getriebesteuerung deren Lebens¬ dauer deutlich erhöht werden.

Die erfindungsgemäße Getriebesteuerung bietet des wei¬ teren den Vorteil, daß sie, unabhängig von der Art und der Bauweise des Getriebes, z. B. in einem Planetengetriebe, Vorgelegegetriebe oder einem anderen Getriebe immer dann anwendbar ist, wenn zur Erzeugung und Aufrechterhaltung der Gangübersetzung, mit der angefahren werden soll, mehrere Schaltelemente aktiviert sein müssen.

Diese universell einsetzbare Getriebesteuerung bietet sich auch für stufenlose Getriebe an, sofern mehrere

Schaltelemente zur Erzeugung der gewünschten Anfahrüberset¬ zung erforderlich sind.

Da die am Anfahrvorgang beteiligten Schaltelemente nach Abschluß des Anfahrvorganges geschlossen bleiben, kann vorteilhafterweise der für die gewünschte Getriebeüberset¬ zung erforderliche Leistungsfluß erzeugt und aufrechterhal¬ ten werden.

Die Getriebesteuerung gemäß der Erfindung ist vorteil¬ hafterweise auch bei jeder beliebigen Anordnung der Schalt¬ elemente anwendbar. So können beispielsweise die betreffen¬ den Schaltelemente parallel oder seriell zueinander ange-

ordnet sein, wobei die Reduzierung der Reibleistung bei paralleler Anordnung der Schaltelemente durch Aufteilung des zu übertragenden Drehmomentes erfolgt und bei serieller Anordnung die Reibleistungsreduzierung durch Aufteilung der zwischen Getriebeeingang und Getriebeausgang bestehenden Drehzahldifferenz auf mehrere Schaltelemente erzielt wird.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus dem nachfolgend unter Hinweis auf die beigefügte Zeichnung nä¬ her beschriebenen Ausführungsbeispiel.

Die Zeichnung zeigt eine Prinzipdarstellung eines fik¬ tiven Getriebes mit einer äußerst schematisiert dargestell- ten Getriebesteuerung zur Erläuterung der erfindungsgemäßen Getriebesteuerung.

Bezug nehmend auf die Zeichnung ist mit 1 ein Getriebe angedeutet, welches drei Teilgetriebe 11, 12, 13 und vier Schaltelemente 2, 3, 4, 5, die jeweils einem Gang zugeord¬ net sind, aufweist. Diese Schaltelemente sind als einstell¬ bare Reibkupplungen ausgebildet, sie können jedoch alterna¬ tiv in einer anderen Ausführungsform auch als Bremsen aus¬ gebildet sein. Die Teilgetriebe 11 / 12, 13 stellen eigen- ständige Getriebe dar und sind als Teile des Getriebes 1 zu betrachten.

In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist mit 6 äußerst schematisiert ein Motor angedeutet, welcher eine Eingangswelle 7 des Getriebes 1 antreibt, wobei die Ein¬ gangswelle 7 mit einer ersten Kupplungshälfte 21 der Kupp¬ lung 2 verbunden ist. Von der ersten Kupplungshälfte 21 kann entsprechend der Drehzahl n7 der Eingangswelle 7 Kraft

auf eine zweite Kupplungshälfte 22 der Kupplung 2 übertra¬ gen werden, von wo aus der Kraftfluß über ein Umlaufteil 20 zum Teilgetriebe 11 weitergeleitet wird.

Alternativ hierzu ist es auch möglich, den Kraftfluß über die Eingangswelle 7 und einer ersten Kupplungs¬ hälfte 31 der Kupplung 3 sowie deren zweite Kupplungshälf¬ te 32, ein damit verbundenes Umlaufteil 30 sowie eine daran befestigte Welle 33 zu dem Teilgetriebe 11 zu führen.

Das Teilgetriebe 11 ist in dem dargestellten Ausfüh¬ rungsbeispiel als Planetengetriebe mit drei Anschlüssen für eine Hohlwelle 23, eine Welle 33 und eine abtriebsseitig weiterführende Welle 8 mit der Drehzahl n8 bzw. der Winkel- geschwindigkeit ω8 ausgebildet.

Selbstverständlich sind anstelle des Planetengetrie¬ bes 11 auch Teilgetriebe von einer anderen Getriebebauart, wie z. B. ein Stirnradgetriebe, einsetzbar, welche eine Übersetzungsänderung bewirken.

Über ein Umlaufteil 80 ist die Welle 8 mit einer er¬ sten Kupplungshälfte 41 der Kupplung 4 und einer ersten Kupplungshälfte 51 der Kupplung 5 verbunden. Je nachdem, ob die Kupplung 4 bzw. die Kupplung 5 geschlossen oder geöff¬ net ist, kann ein von der Winkelgeschwindigkeit ω8 der Wel¬ le 8 abhängiger Kraft- bzw. Leistungsfluß über eine mit der zweiten Kupplungshälfte 42 der Kupplung 4 verbundene Wel¬ le 40 mit der Drehzahl n40 zu dem Teilgetriebe 12 bzw. von der zweiten Kupplungshälfte 52 der Kupplung 5 und eine da¬ mit verbundene Welle 50 mit der Drehzahl n50 zu dem Teilge¬ triebe 13 geführt werden. Von dem Teilgetriebe 12 bzw. 13,

wo ein Übersetzungsvorgang stattfindet, wird die Kraft bzw. Leistung über ein Umlaufteil 90 auf eine Ausgangswelle 9 übertragen, welche zu einem mit 10 bezeichneten, schema¬ tisch dargestellten Abtrieb führt.

Im folgenden wird ein Kraft- bzw. Leistungsfluß von dem Motor 6 über die Kupplung 2 zu dem Teilgetriebe 11, von dem Teilgetriebe 11 über die Kupplung 5 zu dem Teilgetrie¬ be 13 und von dort zum Abtrieb 10 betrachtet, wobei die bei einem Anfahrvorgang entstehende Reibleistung an den betei¬ ligten Kupplungen 2 und 5 zwischen diesen derart aufgeteilt wird, daß eine thermische Überbeanspruchung der Kupplun¬ gen 2 und 5 vermieden wird.

Wenn mit diesem Leistungsfluß bzw. in diesem Gang an¬ gefahren wird, so wird die gesamte während des Anfahrvor¬ ganges auftretende Reibleistung bzw. Verlustleistung auf die Schaltelemente 2 und 5, welche in dem vorliegenden Aus¬ führungsbeispiel in Reihe zueinander, d. h. seriell, ange- ordnet sind, so aufgeteilt, daß die prozentuale Aufteilung der Gesamtreibleistung P_Rges an die schaltelementspezifi- sche thermische Belastbarkeit angepaßt ist.

Während des Anfahrvorganges liefert der Motor 6 das Drehmoment T_mot. Die Kupplung 2 überträgt während der An¬ fahrphase das Drehmoment T2 = T_mot. Solange sich die Kupp¬ lung 2 in einer Rutschphase befindet, liegt an dieser Kupp¬ lung die Differenzwinkelgeschwindigkeit Δω2 vor. Die Reib¬ leistung beträgt somit an der Kupplung 2 P_2 = T_2 x Δω2. Läßt man gleichzeitig zu der Kupplung 2 auch die Kupplung 5 rutschen, so herrscht an der Kupplung 5 die Differenzwin¬ kelgeschwindigkeit Δω5. Von der Kupplung 5 wird ein Drehmo-

ment T_5 übertragen, wobei das Drehmoment T_5 dem Produkt aus dem Drehmoment T_2 und einer Übersetzung i_ll des Teil¬ getriebes 11 entspricht. Die an der Kupplung 5 vorliegende Reibleistung P_5 entspricht in diesem Fall dem Produkt des Drehmomentes T_5 und der Differenzwinkelgeschwindigkeit

Δω5. Die Summe der beiden an den Kupplungen 2 und 5 erzeug¬ ten Reibleistungen P_2 und P_5 entspricht der Gesamtreib¬ leistung P_Rges, welche auch mit P_Rges = T_6 x (ω6 - i x ωlO) angegeben werden kann, worin i = i__ll x i_13 ist mit i_H für die Übersetzung des Teilgetriebes 11, i_13 für die Übersetzung des Teilgetriebes 13 und ωlO für die Winkelge¬ schwindigkeit des Abtriebes 10.

Die Differenzwinkelgeschwindigkeiten Δω2 und Δω5 sind zu jedem Zeitpunkt durch Messung oder Berechnung bekannt. Hierzu ist in dem Getriebe 1 eine nicht näher dargestellte Sensorik vorgesehen, welche Betriebszustandsdaten, wie z. B. Drehzahl und Temperatur an den Wellen 7, 8, 9, 23, 33, 40, 50 sowie an den Schaltelementen 2, 3, 4, 5, am Mo- tor 6 und am Abtrieb 10 erfaßt, und diese an eine Regel- und Steuereinheit 14 weiterleitet, was in der Zeichnung durch einige beispielhafte Pfeile 15 dargestellt ist.

Die Differenzwinkelgeschwindigkeiten Δω2 und Δω5 sind über Kupplungsmomente bzw. Reibmomente an den Kupplungen 2 und 5 direkt beeinflußbar, indem die Kupplungen 2 und 5 mit unterschiedlich starkem Druck ansteuerbar bzw. betätigbar sind. Erhöht man beispielsweise den Druck an der Kupp¬ lung 2, so wird die Differenzwinkelgeschwindigkeit Δω2 ent- sprechend der Höhe des aufgebrachten Druckes verringert.

Gleiches gilt auch für die Kupplung 5. Somit kann, je nach

dem von der Sensorik erfaßten Betriebszustand, an den bei dem Anfahrvorgang beteiligten Bauteilen von der Regel- und Steuereinheit 14, welche Befehle (mit Pfeilen 16 angedeu¬ tet) an eine geeignete Aktuatorik 17 gibt, über die Aktua- torik 17 der Druck an den Kupplungen 2 und 5 entsprechend der thermischen Belastung und Belastbarkeit der Kupplungen eingestellt werden. Die Ansteuerung der beteiligten Bautei¬ le, insbesondere der Schaltelemente 2, 3, 4, 5 durch die Aktuatorik 17 ist in der Zeichnung durch einige beispiel- hafte Pfeile 18 angedeutet.

Über den an den Kupplungen 2 und 5 anliegenden Druck und damit auch über die daran auftretenden Kupplungsmomente läßt sich somit die Drehzahl der Zwischenwelle 8 im Ver- hältnis zur Drehzahl der Eingangswelle 7 bzw. zur Drehzahl der Ausgangswelle 9 einstellen.

Entsprechend der individuellen thermischen Belastbar¬ keit der Kupplungen 2 und 5 liegen an der Regel- und Steu- ereinheit 14 Sollwerte für die Differenzwinkelgeschwindig¬ keit Δω2 und Δω5 vor. Soll der Anteil an der Gesamtreibleistung P_Rges, den die Kupplung 2 übernimmt, reduziert werden und der Anteil der Kupplung 5 entsprechend erhöht werden, so muß hierzu der Betrag der Differenzwinkelgeschwindigkeit Δω2 reduziert und der Betrag der Differenzwinkelgeschwindigkeit Δω5 erhöht werden. Dies wird dadurch erreicht, daß das Drehmoment T_5 an der Kupplung 5 kurzzeitig zurückgenommen wird, indem der an der Kupplung 5 anliegende Druck mittels einem von der Aktuatorik 17 ausgehenden Befehl (durch Pfeil 18 dargestellt) reduziert wird.

Eine zur Druckeinstellung an den Kupplungen 2, 3, 4, 5 erforderliche Hydraulik (nicht dargestellt) wird durch eine Elektronik, die dem allgemeinen Stand der Technik ent¬ spricht, gesteuert.

Während der Momentenreduzierung in der Kupplung 5, bei der die Hydraulik mit einem Druckregler (nicht dargestellt) elektronisch derart gesteuert wird, daß der an der Kupp¬ lung 5 anliegende Druck reduziert wird, wirkt an der Wel- le 8 zwischen dem Teilgetriebe 11 und der Kupplung 5 ein Beschleunigungsmoment, wodurch sich der Betrag der Winkel¬ geschwindigkeit ω8 der Welle 8 erhöht. Das Beschleuni¬ gungsmoment an der Welle 8 wird erzeugt, indem sich die Winkelgeschwindigkeit der Welle 8 bei einer Reduzierung des Drehmomentes T_5 erhöht bzw. bei einer Erhöhung des Drehmo¬ mentes T_5 reduziert.

Die Winkelgeschwindigkeit ω6 des Motors 6 und die Win¬ kelgeschwindigkeit ωlO des Abtriebs 10 ändert sich während dieses gesamten Zeitabschnittes nicht bzw. nur geringfügig.

Die Differenzwinkelgeschwindigkeit Δω2, welche der Differenz zwischen der Winkelgeschwindigkeit ω23 der Hohl¬ welle 23 und der Winkelgeschwindigkeit ω7 der Eingangswel- le 7 entspricht / nimmt also ab, während die Differenzwin¬ kelgeschwindigkeit Δω5, die der Differenz zwischen der Win¬ kelgeschwindigkeit ω8 der Welle 8 und der Winkelgeschwin¬ digkeit ω50 der Welle 50 entspricht, hingegen zunimmt. Auf diese Weise kommt es an der Kupplung 5 zu einer Erhöhung des Anteils an der Gesamtreibleistung P_Rges um einen Be¬ trag ΔP R.

Die thermische Belastung an der Kupplung 2 wird dem¬ gegenüber um den Betrag ΔP_R reduziert. Die Verteilung der Reibleistung und damit die thermische Belastung der Schalt- elemente kann also stufenlos variiert werden.

Die Kupplungen 2, 3, 4, 5 werden, wie bereits be¬ schrieben, über die Aktuatorik 17 von der Regel- und Steu¬ ereinheit 14 angesteuert. Die in der Zeichnung äußerst schematisiert dargestellte Aktuatorik 16 ist als elektro¬ nisch gesteuerte Hydraulik mit Stellgliedern zur Steuerung des Druckes, der zu den Kupplungen 2, 3, 4, 5 geführt wird, ausgebildet. Die Aktuatorik 17 beinhaltet ebenfalls nicht mehr dargestellte Stellglieder für weitere Schaltelemente, wie beispielsweise Pedale.

Die Regel- und Steuereinheit 14, welche Befehle, die mit Pfeilen 16 angedeutet sind, an die Aktuatorik 17 gibt, erhält über die nicht näher dargestellte Sensorik Informa- tionen über den Zustand des Systems, wie beispielsweise die Drehzahlen der einzelnen Wellen, die an den Schaltelementen vorliegende Temperatur, die Stellung eines Fahrpedales usw. und ermittelt daraus laufend geeignete Werte für die Stell¬ glieder der Aktuatorik 17. Die Regel- und Steuereinheit 14 beinhaltet hierzu einen Sollwertgenerator 141, eine Regel¬ einrichtung 142 und eine Meßwertverarbeitungseinrich¬ tung 143. Die an der Regel- und Steuereinheit 14 eingehen¬ den Informationen über den Betriebszustand werden mit Soll¬ werten verglichen, die sich aus einem gesteuerten und einem geregelten Anteil zusammensetzen. Während über den rückwir¬ kungsfreien Steuerungsanteil bekannte Auswirkungen auf den Betrieb, wie sie sich z. B. aus einer Gaspedalstellung er-

geben, berücksichtigt werden, werden über den geregelten Anteil die vom Betrieb beeinflußten Parameter berücksich¬ tigt. Die Aufgabe der Regel- und Steuereinheit 14 besteht vor allem darin, eine Aufteilung der Gesamtreiblei- stung P_Rges zu gewährleisten, die sich an der thermischen Belastbarkeit der betroffenen Schaltelemente orientiert. Somit wird eine Überbeanspruchung der Schaltelemente ver¬ hindert.

Die Schaltelemente 2 und 5 (oder 2 und 4 oder 3 und 5 oder 3 und 4) bleiben auch nach dem Anfahrvorgang ge¬ schlossen bzw. liegen nach dem Anfahrvorgang im Kraft- bzw. Momentenfluß. Es wird somit nicht nur im Anfahrzustand, sondern auch im geschalteten Zustand mit mehreren Schalt- elementen operiert.

Der geschlossene Zustand eines Schaltelements ist hierbei dadurch charakterisiert, daß dieses entweder haftet oder geregelt mit geringer Differenzdrehzahl- bzw. -winkel- geschwindigkeit gleitet.

Selbstverständlich ist der grundsätzliche Gedanke der Erfindung, nämlich die Reduzierung der thermischen Be¬ lastung der Schaltelemente entsprechend deren spezifischen werkstoffbedingten Gegebenheiten und Dimensionierung, un¬ abhängig von dem zuvor geschilderten Ausführungsbeispiel. Das in dem Ausführungsbeispiel beschriebene fiktive Getrie¬ be stellt nur eine bevorzugte Ausführung dar, welche viel¬ fältig variierbar ist.

Beispielsweise können die Teilgetriebe 11, 12, 13 in einer anderen Getriebeausführung an einer anderen Stelle, z. B. zwischen der Eingangswelle 7 und einem der Schaltele-

mente 2, 3 oder zwischen den Schaltelementen 4, 5 und wei¬ teren Schaltelementen bzw. der Ausgangswelle 9, angeordnet sein. Unter einem Schaltelement ist sowohl eine Kupplung als auch eine Bremse zu verstehen.

Des weiteren ist beispielsweise neben der in dem Aus¬ führungsbeispiel beschriebenen seriellen Anordnung der Schaltelemente auch eine parallele Anordnung von Schaltele¬ menten möglich, insbesondere bei Verwendung von Planeten- bzw. Umlaufgetrieben. Die Vorzüge der anhand des Ausfüh¬ rungsbeispieles mit einer seriellen Anordnung der Schalt¬ elemente beschriebenen Getriebesteuerung lassen sich vor allem auch deshalb bevorzugt mit einem Umlaufgetriebe mit Parallelanordnung der Schaltelemente erzielen, da ein Um- laufgetriebe aufgrund seiner physikalischen Gegebenheiten und höheren Freiheitsgrade in beliebiger Form, d. h. auch ohne drehsteife Verbindungen, ausgeführt werden kann, wobei die Parallelanordnung der Schaltelemente im Prinzip einer Serienanordnung in einem Vorgelegegetriebe entspricht.

Als eine weitere Variation bei der Ausführung des Ge¬ triebes kann die Aktuatorik 17 anstelle mit einer Hydraulik selbstverständlich auch mit einer Pneumatik oder einer me¬ chanischen oder einer elektrischen Übertragung ausgebildet sein.

Dergleichen Variationen liegen selbstverständlich im Rahmen der Erfindung.

Bezugszeichen

1 Getriebe

2 Schaltelement

3 Schaltelement

4 Schaltelement

5 Schaltelement

6 Motor

7 Eingangswelle

8 Welle

9 Ausgangswelle

10 Abtrieb

11 Teilgetriebe

12 Teilgetriebe

13 Teilgetriebe

14 Regel- und Steuereinheit

15 Datenleitung

16 Befehlsleitung

17 Aktuatorik

18 Steuerleitung

20 Umlaufteil

21 erste Kupplungshälfte

22 zweite Kupplungshälfte

23 Hohlwelle

30 Umlaufteil

31 erste Kupplungshälfte

32 zweite Kupplungshälfte

33 Welle

0 Welle 1 erste Kupplungshälfte 2 zweite Kupplungshälfte

50 Welle

51 erste Kupplungshälfte

52 zweite Kupplungshälfte

80 Umlaufteil

90 Umlaufteil

141 Sollwertgenerator 142 Regeleinrichtung

143 MeßwertVerarbeitungseinrichtung