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Title:
TRANSPORT VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/185436
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a two-axle transport vehicle (100) with four wheels (1) and a steering pole axis (A) and a steering target value transmitter (2), wherein a steering pole (O), to which the axes (P) of the wheels are oriented during cornering, is displaced along the steering pole axis (A) when the steering target value transmitter (2) is actuated; with at least one non-steered axle (E) with two drive wheels (3, 3'), each of which is driven non-steered and with a separate electric drive motor (4, 4') and with at least one steered axle (F) with at least two non-driven, steerable load wheels (5, 5'), each of which can be steered from a position in which the axis (6, 6') of the load wheel runs parallel to the axis (7) of the drive wheels (8, 8') to a position in which the axis (6, 6') of the load wheel is oriented to a steering pole (O) lying between the drive wheels (4, 4'); with a device (9) for detecting the steering angle of at least one load wheel (5, 5'), wherein an electronic control unit (10) is provided that is configured such that it influences the rotational speed of the drive motors (4, 4') subject to the steering angle of at least one load wheel (5, 5') and reverses the direction of rotation of one of the two drive motors (4, 4') subject to the steering angle of at least one load wheel (5, 5').

Inventors:
SCHÜTZ, Alfred Rudi (Sudetenstraße 4, Fulda, 36041, DE)
SCHÜTZ, Pascal Alfred (Sudetenstraße 4, Fulda, 36041, DE)
KELLER, Jürgen (Elisabethenstraße 2, Großenlüder, 36137, DE)
Application Number:
EP2019/057035
Publication Date:
October 03, 2019
Filing Date:
March 21, 2019
Export Citation:
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Assignee:
HUBTEX MASCHINENBAU GMBH & CO. KG (Werner-von-Siemens-Straße 8, Fulda, 36041, DE)
DIMOS MASCHINENBAU GMBH (Gewerbegebiet Petersberg Ost, Billérer Straße 1, Petersberg, 36100, DE)
International Classes:
B62D11/24; B66F9/075
Domestic Patent References:
WO2001070556A12001-09-27
Foreign References:
EP3015415A12016-05-04
EP2145812A22010-01-20
EP0982220A22000-03-01
Attorney, Agent or Firm:
KLUIN, Jörg-Eden (Benrather Schloßallee 111, Düsseldorf, 40597, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Transportfahrzeug (100) mit mindestens vier Rädern (1 ) und einem Lenksoll- wertgeber (2), wobei ein Lenkpol (O) durch Betätigung des Lenksollwertgebers (2) entlang einer Lenkpolachse (A) verlagert wird,

mit mindestens einer ungelenkten Achse (E) mit zwei Antriebsrädern (3, 3'), von denen jedes ungelenkt und mit einem eigenen elektrischen Antriebsmotor (4, 4') angetrieben ist,

und mit mindestens einer gelenkten Achse (F) mit mindestens zwei nicht ange- triebenen, lenkbaren Lasträdern (5, 5'), von denen jedes unter Zuhilfenahme des Lenksollwertgebers (2) von einer Position, in der seine Achse (6, 6') paral- lel zu einer Achse (7) der Antriebsräder (3, 3') verläuft in eine Position lenkbar ist, in der seine Achse (6, 6') auf einen zwischen den Antriebsrädern (3, 3') I le genden Lenkpol (O) ausgerichtet ist,

mit einer Vorrichtung (9) zur Erfassung des Lenkwinkels (a) von mindestens einem Lastrad (5, 5'),

wobei eine elektronische Steuereinrichtung (10) vorgesehen ist, die so einge- richtet ist, dass sie die Drehzahl der Antriebsmotoren (4, 4') in Abhängigkeit des Lenkwinkels (a) beeinflusst und die Drehrichtung von mindestens einem der Antriebsmotoren (4, 4') in Abhängigkeit des Lenkwinkels (a) umkehrt.

2. Transportfahrzeug nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Last- räder (5, 5') nicht mit einer Spurstange miteinander verbunden sind und jedes Lastrad (5, 5') unabhängig von einem anderen Lastrad (5, 5') lenkbar ist.

3. Transportfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an jedes Antriebsrad (3, 3') ein eigener Antriebsmotor (4, 4') direkt ange- flanscht ist.

4. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuereinrichtung (10) so eingerichtet ist, dass sie die Drehrichtungsumkehr selbsttätig bewirkt.

5. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (6, 6') mindestens zweier Lasträder (5, 5') senkrecht zu- einander ausrichtbar sind.

6. Transportfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Lastrad (5, 5') um mehr als 90° lenkbar ist.

7. Transportfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Lastrad (5, 5') um 360° oder endlos lenkbar ist.

Description:
T ransportfahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Transportfahrzeug mit mindestens vier Rädern, wobei ein Lenkpol durch Betätigung des Lenksollwertgebers entlang einer relativ zu dem Fahrzeug unverlagerbaren Lenkpolachse verlagert wird. Ein zweiachsiges Transportfahrzeug mit vier Rädern ist beispielsweise aus der WO 01/70556 A1 bekannt. Bei diesem Fahrzeug kann ein Lenkprogramm, auch „Allradlenkung“ genannt, während der Fahrt auf ein zweites Lenkprogramm zur gleichsinnigen Verdrehung der Lenkpolachse aller Räder durch Betätigung des Lenksollwertgebers, auch „Diagonallenkung“ genannt, gewechselt werden. Bei Betätigung des Lenksollwertgebers werden die gelenkten Räder bei der Allradlen- kung so betätigt, dass sich ihre Drehachsen stets in dem Lenkpol schneiden. Hin- gegen werden bei der Diagonallenkung die Räder in Abhängigkeit der Betätigung des Lenksollwertgebers so gelenkt, dass die Drehachsen der Räder parallel ver- laufen, mit anderen Worten: dass der Lenkpol im Unendlichen liegt. Bei einer Be- tätigung des Lenksollwertgebers bei gewählter Diagonallenkung führt das Fahr- zeug einen Richtungswechsel durch, ohne jedoch hierbei seine Ausrichtung zu verändern, wohingegen bei gewählter Allradlenkung die Ausrichtung des Fahr- zeugs der Fahrtrichtungsänderung folgt.

Um im Bedarfsfälle die Ausrichtung des Fahrzeugs relativ zu seiner Fahrtrichtung unabhängig von dem gerade gewählten Lenkprogramm ändern zu können, ist bei diesem Fahrzeug ein weiteres Steuerorgan vorgesehen, welches im Bedarfsfälle zeitgleich mit dem Lenksollwertgeber betätigt werden kann. Die Betätigung dieses zweiten Steuerorgans führt zur Korrektur der Lenkwinkel der Räder zumindest ei- ner Achse in einer nicht dem gewählten Lenkprogramm entsprechenden Weise, und zwar etwa proportional zur Auslenkung dieses Steuerorgans, das als Joystick ausgebildet ist.

Nachteilig an dem vorzitierten Stand der Technik ist, dass das Fahrzeug recht aufwendig herzustellen ist und das Lenken eines derartigen Fahrzeugs eine er- hebliche Übung und auch im täglichen Betrieb eine erhebliche Konzentration er- fordert, wenn unerwünschte, teilweise schwer beherrschbare Fahrsituationen ver- mieden werden sollen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Fahrzeug zu schaffen, wel- ches hinsichtlich zumindest eines der genannten Nachteile verbessert ist.

Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 wiedergegebene Fahrzeug gelöst.

Das erfindungsgemäße Transportfahrzeug weist mindestens vier Räder und ei- nen Lenksollwertgeber auf. Ein Lenkpol, wird durch Betätigung des Lenksollwert- gebers entlang einer Lenkpolachse verlagert. Mit dem Begriff „Lenkpol“ wird im Rahmen dieser Druckschrift ein Punkt bezeichnet, auf welchen die Achsen der Räder - jedenfalls in der Ausführungsform mit genau einer ungelenken Achse - bei einer Kurvenfahrt ausgerichtet sind.

Das Fahrzeug weist mindestens eine ungelenkten Achse, die auch als ungelenkte Fahrzeugradachse bezeichnet werden kann, mit zwei Antriebsrädern auf, von de- nen jedes ungelenk† und mit einem eigenen elektrischen Antriebsmotor angetrie- ben ist. Mit dem Begriff „ungelenkte Fahrzeugradachse“ wird im Rahmen dieser Druckschrift insbesondere eine Fahrzeugradachse bezeichnet, an der ungelenkte Räder angeordnet sind, bevorzugt ausschließlich.

Das Fahrzeug weist mindestens eine gelenkte Achse, die auch als gelenkte Fahr- zeugradachse bezeichnet werden kann, mit mindestens zwei nicht angetriebenen, lenkbaren Lasträdern auf. Mit dem Begriff „gelenkte Fahrzeugradachse“ wird im Rahmen dieser Druckschrift insbesondere eine Fahrzeugradachse bezeichnet, an der gelenkte Räder angeordnet sind, bevorzugt ausschließlich. In einer Ausfüh- rungsform sind an einer gelenkten Fahrzeugradachse genau zwei gelenkte Räder, insbesondere Lasträder, angeordnet. In einer anderen Ausführungsform sind an einer gelenkten Radachse mehr als zwei, etwa vier gelenkte Räder, insbesondere Lasträder, angeordnet.

Das Transportfahrzeug ist in einer Ausführungsform zweiachsig. Es ist in einer anderen Ausführungsform, wie dies etwa von manchen Lastwägen bekannt ist, dreiachsig oder weist mehr als drei Fahrzeugradachsen auf.

In einer Ausführungsform weist das Fahrzeug genau eine ungelenkte Achse auf. In einer anderen Ausführungsform weist das Fahrzeug zwei oder mehr ungelenkte Achsen auf.

In einer Ausführungsform weist das Fahrzeug genau eine gelenkte Achse auf. In einer anderen Ausführungsform weist das Fahrzeug zwei oder mehr gelenkte Achsen auf.

Jedes Rad ist bevorzugt also entweder gelenkt oder angetrieben. Und es sind be- vorzugt ausschließlich nicht angetriebene Räder gelenkt.

Jedes dieser Lasträder ist unter Zuhilfenahme des Lenksollwertgebers von einer Position, in der die Achse dieses Lastrades parallel zu einer Achse der Antriebs- räder verläuft in eine Position lenkbar, in der die Achse dieses Lastrades auf einen zwischen den Antriebsrädern liegenden Lenkpol ausgerichtet ist. Durch einen der- art großen Lenkbereich ist eine große Manövrierfähigkeit des Fahrzeugs bewirk- bar.

Es sind also bevorzugt alle Lasträder des Fahrzeugs nicht angetrieben und weiter bevorzugt alle Antriebsräder des Fahrzeugs nicht gelenkt. Wenn die Antriebsräder ungelenkt sind, ist die Lenkpolachse relativ zum Fahrzeug nicht verlagerbar und das Fahrzeug weist - jedenfalls in der Ausführungsform mit genau einer ungelenk- ten Achse - lediglich genau eine Lenkpolachse auf. Die Lenkpolachse fällt in der Ausführungsform mit genau einer ungelenkten Achse mit der Achse der beiden Antriebsräder zusammen.

Das Fahrzeug weist eine Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels von mindes- tens einem Lastrad auf. Diese Vorrichtung kann auch als Lenkwinkelsensor be- zeichnet werden.

Die Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels von mindestens einem Lastrad kann einen Winkelsensor umfassen, der an dem Lastrad angeordnet ist, sie kann also den Ist-Lenkwinkel erfassen. Da die Lage des Lenkpols bereits aus dem Lenkwinkel genau eines Lastrades bestimmbar ist, ist es grundsätzlich denkbar, dass lediglich genau eine Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels genau eines der Lasträder vorgesehen ist.

Es ist auch möglich, genau eine Vorrichtung zu Lenkwinkelerfassung vorzusehen, die die Lenkwinkel mehrerer, bevorzugt aller Lasträder erfasst oder mehrere Vor- richtungen, zur Erfassung der Lenkwinkel mehrerer, bevorzugt aller Lasträder. Die Erfassung der Lenkwinkel aller Lasträder ist insbesondere dann bevorzugt, wenn, wie in einer Ausführungsform, eine Lenkregeleinrichtung vorgesehen ist.

Die Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels von mindestens einem Lastrad kann an dem Lenksollwertgeber vorgesehen sein, sie kann also den Soll- Lenkwinkel erfassen. Es kann sowohl der Sollwert des Lenkwinkels, als auch der Istwert erfasst werden und es kann eine Lenkregeleinrichtung vorgesehen sein, etwa in der elektroni- schen Steuereinrichtung, zur Annäherung des Istwerts an den Sollwert, bei Ab- weichung.

Es ist eine elektronische Steuereinrichtung vorgesehen, die so eingerichtet ist, dass sie die Drehzahl der Antriebsmotoren in Abhängigkeit des Lenkwinkels be- einflusst.

Die elektronische Steuereinrichtung ist zudem so eingerichtet, dass sie die Dreh- richtung von mindestens einem der Antriebsmotoren in Abhängigkeit des Lenk- winkels umkehrt.

Die elektronische Steuereinrichtung ist - jedenfalls in der Ausführungsform mit genau einer ungelenkte Achse - bevorzugt so eingerichtet, dass sie bei genau einem bestimmten Lenkwinkel mindestens eines der Lasträder die Drehzahl eines der Antriebsmotoren auf null reduziert und bei einem weiteren Vergrößern des Lenkwinkels die Drehrichtung dieses Antriebsmotors umkehrt.

Die elektronische Steuereinrichtung ist bevorzugt so eingerichtet, dass sie die Drehrichtung eines Antriebsmotors bei einem Lenkwinkel umkehrt, bei dem die Achsen der Lasträder auf das von diesem Motor angetriebene Antriebsrad weisen.

Anders ausgedrückt ist die elektronische Steuereinrichtung bevorzugt so einge- richtet, dass sie die Drehrichtung eines der Antriebsmotoren umkehrt, wenn der Drehpol das Antriebsrad, das dieser Antriebsmotor antreibt, entlang der Lenkpo- lachse - bei einem bestimmten Lenkwinkel - passiert.

Die elektronische Steuereinrichtung kann bevorzugt auch als elektronisches Diffe renzialgetriebe bezeichnet werden. Die Stellung der Lasträder gibt den An- triebsmotoren mittels der elektronischen Steuereinrichtung also bevorzugt vor, wie schnell und in welche Richtung die Antriebsmotoren das zugehörige Rad antrei- ben, um ein Radieren auf dem Untergrund zumindest weitgehend zu vermeiden. Die elektronische Steuereinrichtung weist bevorzugt einen Eingang auf, der mit der Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels von mindestens einem Lastrad wirkverbunden ist. Die elektronische Steuereinrichtung weist bevorzugt einen wei- teren Eingang auf, der mit dem Geschwindigkeitssollwertgeber wirkverbunden ist.

Die elektronische Steuereinrichtung weist bevorzugt einen Ausgang auf, der mit einem der Antriebsmotoren wirkverbunden ist und sie weist weiter bevorzugt einen weiteren Ausgang auf, der vorzugweise mit einem anderen Antriebsmotor wirkver- bunden ist. Die elektronische Steuereinrichtung weist bevorzugt für jeden An- triebsmotor einen eigenen Ausgang auf.

Ein Fahrzeug mit einer derartigen Steuereinrichtung kann grundsätzlich, etwa wenn es - anders als das erfindungsgemäße Fahrzeug - allradgelenkt ist, auch eine Verschiebung und/oder Verdrehung der Lenkpolachse ermöglichen und dann als außerordentlich manövrierfähiges Zwei- oder Mehrwegefahrzeug ausgebildet sein. Dagegen ist eine Verschiebung und/oder Verdrehung der Lenkpolachse bei dem erfindungsgemäßen Fahrzeug aufgrund der ungelenkten Antriebsräder aus- geschlossen. Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass die erfindungsgemäße Kombination einer derartigen elektronischen Steuereinrichtung mit nicht lenkbaren Antriebsrädern zu einem Fahrzeug führt, welches einerseits - etwa verglichen mit einem Fahrzeug mit Spurstangenlenkung - bereits sehr manövrierfähig sein kann und andererseits aufgrund der nicht lenkbaren Antriebsräder - etwa verglichen mit einem allradgelenkten Fahrzeug - unaufwendig herstellbar und einfach zu steuern ausgebildet sein kann.

Bevorzugt ist jedes Lastrad von einer Position, in der seine Achse parallel zur Achse der Antriebsräder verläuft in eine Position lenkbar, in der seine Achse auf einen genau mittig zwischen den Antriebsrädern einer ungelenkte Achse liegen- den Lenkpol ausgerichtet ist. Auf diese Weise kann die Manövrierfähigkeit noch weiter gesteigert werden. Der Lenksollwertgeber kann beispielsweise als Lenkrad oder als Joystick ausge- bildet sein.

Die Lasträder einer gelenkten Achse sind bevorzugt zueinander beabstandet aus- gebildet, es handelt sich daher vorzugweise nicht etwa um Zwillingsräder. Glei ches gilt bevorzugt für die Antriebsräder.

Die Beeinflussung der Drehzahl der Antriebsmotoren durch die elektronische Steuereinrichtung kann im Wege einer Steuerung oder einer Regelung gesche- hen. Wenn dies im Wege einer Regelung geschieht, dann sind bevorzugt Dreh- zahlsensoren an den Antriebsrädern vorgesehen, die den Istwert der Drehzahl der Antriebsräder erfassen und diese wird mit dem durch den Geschwindigkeitssoll- wertgeber vorgegebenen Wert verglichen und bei einer Abweichung an diesen angeglichen.

Mit dem Begriff„Lastrad“ wird im Rahmen dieser Druckschrift insbesondere jedes nicht angetriebenen Rad bezeichnet.

Vorzugweise ist an jedes Antriebsrad ein eigener Antriebsmotor direkt ange- flanscht.

Der Durchmesser der Lasträder ist in einer Ausführungsform kleiner, als der Durchmesser der Antriebsräder. In einer anderen Ausführungsform ist der Durch- messer aller Räder gleichgroß.

Wenn die elektronische Steuereinrichtung so eingerichtet ist, dass sie die Dreh- richtungsumkehr selbsttätig bewirkt, dann ergibt sich eine besonders einfache Steuerbarkeit des Fahrzeugs.

In der bevorzugten Ausführungsform sind die Achsen mindestens zweier Lasträ- der senkrecht zueinander ausrichtbar. Hierdurch kann das Fahrzeug in eine Parkposition gebracht werden. In der bevorzugten Ausführungsform sind die Lasträder einer gelenkten Achse nicht mechanisch - etwa mittels einer Spurstange - miteinander verbunden. Be- vorzugt ist jedes Lastrad daher unabhängig von einem anderen Lastrad lenkbar.

Bevorzugt ist mindestens ein, bevorzugt jedes Lastrad um einen Lenkwinkel von mehr als 90° lenkbar.

Mindestens ein, bevorzugt jedes Lastrad ist in einer Ausführungsform um einen Lenkwinkel von weniger als 180°, weiter bevorzugt weniger als 135° lenkbar.

In einer anderen Ausführungsform ist mindestens ein, bevorzugt jedes Lastrad um 360° oder endlos lenkbar.

Die Lasträder können beispielsweise hydraulisch oder elektrisch gelenkt sein. In einer Ausführungsform sind die Lasträder elektrisch gelenkt und es ist ein elektri- scher Lenkmotor vorgesehen, bevorzugt für jedes Lastrad ein eigener.

Der Abstand der Lasträder zueinander kann kleiner sein, als der Abstand der An- triebsräder zueinander.

In einer Ausführungsform sind die Antriebsräder als Vorderräder und die Lasträder als Hinterräder des Fahrzeugs ausgebildet.

In der bevorzugten Ausführungsform ist das Fahrzeug als Gabelstapler ausge- führt.

Bevorzugt weist das Fahrzeug einen aufrecht stehenden Mast auf, an dem heb- und senkbar eine Gabelanordnung angeordnet ist. Die Antriebsräder sind bevor- zugt auf der der Gabelanordnung zugewandten Seite des Fahrzeugs angeordnet und die Lasträder sind bevorzugt auf der der Gabelanordnung abgewandten Seite des Fahrzeugs angeordnet. Bevorzugt ist die elektronische Steuereinrichtung so eingerichtet, dass sie die Drehzahl der Antriebsmotoren in Abhängigkeit des Abstands des jeweiligen An- triebsrades von dem Drehpol, der sich aus dem Lenkwinkel eines Lastrades ergibt, beeinflusst. Dies erfolgt bevorzugt entsprechend des mathematischen Zu sammenhangs zwischen dem Umfang der Kreisbahn, auf der das jeweilige An- triebsrad läuft, und seinem Abstand zum durch den Lenkpol definierten Kreismit- telpunkt, also dem Radius dieses Kreises.

In der elektronischen Steuereinrichtung ist bevorzugt die sich nicht verändernde und durch die Fahrzeuggeometrie vorgegebene Lage mindestens eines Lastrades senkrecht zu den Achsen der Antriebsräder und weiter bevorzugt parallel hierzu hinterlegt. Bevorzugt ermittelt die elektronische Steuereinrichtung den jeweiligen Abstand eines Antriebsrades von dem durch den Lenkwinkel vorgegebenen Lenk- pol aus dieser hinterlegten Lage und dem Lenkwinkel unter Zuhilfenahme von Winkelfunktionen, etwa dem Tangens.

Eine mögliche Ausgestaltung der Erfindung soll im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben werden. Es zeigen:

Fig. 1 - schematisch - ein zweiachsiges Transportfahrzeug am Beispiel eines Gabelstaplers in einer Seitenansicht;

Fig. 2 eine Prinzipdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Transportfahr- zeugs in einer Ansicht von oben bei Geradeausfahrt;

Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigte Darstellung bei Kurvenfahrt;

Fig. 4 die in Fig. 2 gezeigte Darstellung bei einem zwischen den An- triebsrädern liegenden Drehpol.

Das in den Zeichnungen gezeigte Ausführungsbeispiel des als Ganzes mit 100 bezeichneten erfindungsgemäßen Transportfahrzeugs ist, wie Fig. 1 zeigt, als zweiachsiger Gabelstapler ausgeführt, mit einem als Lenkrad ausgebildeten Lenksollwertgeber 2. Der Durchmesser der Lasträder 5, 5 ' ist, wie die Fig. 2 bis 4 zeigen, kleiner, als der Durchmesser der Antriebsräder 3, 3 ' (in Fig. 1 sind die Lasträder und die Antriebsräder lediglich der Einfachheit halber gleichgroß darge- stellt).

Fig. 1 zeigt, dass das Fahrzeug einen aufrecht stehenden Mast 12 aufweist, an dem heb- und senkbar eine Gabelanordnung 13 (in den Figuren 2 bis 4 der Ein- fachheit halber nicht dargestellt) angeordnet ist.

Die beiden Lasträder 5, 5 ' sind um Radachsen 6, 6 ' drehbar und jeweils um eine in den Figuren 2 bis 4 senkrecht zur Zeichenebene verlaufende Lenkachse X lenkbar angeordnet.

Der in Fig. 1 und 2 gezeigte Geschwindigkeitssollwertgeber 11 ist als„Gaspedal“ ausgeführt und gibt den Sollwert für die Antriebsleistung der Antriebsmotoren 4, 4 ' vor.

Der Abstand der Lasträder 5, 5 ' zueinander ist im gezeigten Ausführungsbeispiel kleiner, als der Abstand der Antriebsräder 3, 3 ' zueinander.

Etwa aus Fig. 2 geht hervor, dass das Fahrzeug vier Räder 1 aufweist. Ein Lenk- pol O, auf welchen die Achsen P der Räder 1 bei einer Kurvenfahrt ausgerichtet sind, wird, wie etwa ein Vergleich der Figuren 3 und 4 zeigt, durch Betätigung des Lenksollwertgebers 2 entlang einer Lenkpolachse A verlagert. Der Pfeil C zeigt in allen Figuren die Fahrtrichtung des Fahrzeugs.

Fig. 2 zeigt auch, dass das Fahrzeug eine ungelenkte Fahrzeugradachse E mit zwei Antriebsrädern 3, 3 ' aufweist. Jedes dieser Antriebsräder 3, 3 ' ist ungelenkt und mit einem eigenen elektrischen Antriebsmotor 4, 4 ' angetrieben.

Das Fahrzeug weist eine gelenkte Fahrzeugradachse F mit zwei lenkbaren Last- rädern 5, 5 ' auf, von denen jedes nicht angetrieben ist. Wie ein Vergleich der Figuren 2, 3 und 4 zeigt, ist jedes der Lasträder 5, 5 ' mit dem Lenksollwertgeber 2 von einer Position, in der seine Achse 6, 6 ' parallel zur Achse 7 der Antriebsräder 3, 3 ' verläuft (gezeigt in Fig. 2) in eine Position lenkbar, in der seine Achse 6, 6 ' auf einen zwischen den Antriebsrädern 3, 3 ' liegenden Lenkpol (O) ausgerichtet ist (gezeigt in Fig. 4).

In Fig. 2 ist auch zu erkennen, dass eine Vorrichtung 9 (als Dreieck symbolisiert) zur Erfassung des Lenkwinkels a von einem Lastrad 5 ' vorgesehen ist. In dem in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiel ist lediglich an genau einem Lastrad 5 ' eine Vorrichtung 9 zur Erfassung des Lenkwinkels a dieses Lastrades 5 ' vorge- sehen. Diese Vorrichtung 9 erfasst den Lenkwinkel a ausgehend von der Nullstel lung, die in Fig. 2 gezeigt ist, in beide möglichen Lenkrichtungen. Für die Bestim- mung der Lage des Drehpols O ist die Erfassung genau eines Lenkwinkels a aus- reichend. Es kann jedoch auch an dem anderen Lastrad 5 eine Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels dieses Lastrades vorgesehen sein.

An jedes Antriebsrad 3, 3 ' ist ein eigener Antriebsmotor 4, 4 ' direkt angeflanscht.

Fig. 2 zeigt eine (für den Figuren 3 und 4 der Einfachheit halber nicht dargestellte) elektronische Steuereinrichtung 10. Diese elektronische Steuereinrichtung weist Eingänge auf, die mit der Vorrichtung zu Lenkwinkelerfassung 9 und dem Ge- schwindigkeitssollwertgeber 11 wirkverbunden sind und Ausgänge, die mit den beiden Antriebsmotoren 4, 4 ' wirkverbunden sind. Sie ist so eingerichtet, dass sie die Drehzahl der Antriebsmotoren 4, 4 ' in Abhängigkeit des mit der Vorrichtung 9 erfassten Lenkwinkels a beeinflusst und die Drehrichtung von jeweils einem der beiden Antriebsmotoren 4, 4 ' in Abhängigkeit des Lenkwinkels a umkehrt. Dies geschieht derart, dass bei einer Kurvenfahrt, wie etwa in Fig. 3 gezeigt, das kur- veninnere Antriebsrad 3 ' langsamer angetrieben wird, als das kurvenäußere An- triebsrad 3, wie dies durch die beiden unterschiedlich langen Pfeile B in Fig. 3 dargestellt ist. Erkennt die elektronische Steuervorrichtung 10 anhand des erfass- ten Lenkwinkels a, dass der Drehpol O die Position eines Antriebsrades 3 ' erreicht und überschritten hat (wie dies zwischen den Figuren 3 und 4 geschehen ist), dann kehrt sie die Drehrichtung dieses Rades 3 ' selbsttätig um, wie durch die in unterschiedliche Richtungen weisenden Pfeile B in Fig. 4 gezeigt ist.

Die elektronische Steuereinrichtung 10 ist so eingerichtet, dass sie die Drehzahl der Antriebsmotoren in Abhängigkeit des durch den Lenkwinkel a bestimmten Ab- stands r1 , r2 des jeweiligen Antriebsrades 3, 3 ' von dem Drehpol O beeinflusst, entsprechend des mathematischen Zusammenhangs des Umfangs der Kreisbahn, auf der das jeweilige Antriebsrad 3, 3 ' läuft und seinem Abstand r1 , r2 zum durch den Lenkpol O definierten Kreismittelpunkt, also dem Radius dieses Kreises.

Fig. 4 zeigt die Situation, in der die Achsen 6, 6 ' der Lasträder 5, 5 ' auf einen ge- nau mittig zwischen den Antriebsrädern 3, 3 ' liegenden Lenkpol O ausgerichtet ist.

Wie etwa Fig. 4 zeigt, ist jedes Lastrad 5, 5 ' um einen Lenkwinkel a von mehr als 90° lenkbar. Jedes Lastrad kann endlos lenkbar sein.

Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Lasträder 5, 5 ' elektrisch, mittels eines elektrischen Lenkmotors 8, 8 ' gelenkt.

Bezuqszeichenliste:

100 Transportfahrzeug

1 Räder

2 Lenksollwertgeber

3, 3 ' Antriebsräder

4, 4 ' elektrischer Antriebsmotor

5, 5 ' Lasträder

6, 6 ' Achsen der Lasträder

7 Achse der Antriebsräder

8, 8 ' Lenkmotor

9 Vorrichtung zur Erfassung des Lenkwinkels

10 elektronische Steuereinrichtung

1 1 Geschwindigkeitssollwertgeber

12 Mast

13 Gabelanordnung

A Lenkpolachse

B Pfeile

C Pfeil

E ungelenkte Achse

F gelenkte Achse

O Lenkpol

P Radachsen

X Lenkachsen

a Lenkwinkel