Grabau, Peter (H.C. Petersensvej 10, Kolding, DK-6000, DK)
| 1. | Patentanspruch Kanüle mit einem starren Kanülenrohr (2) und einem schrä¬ gen Anschliff (5), der sich aus einem Grundsσhliff (8) und zwei im Winkel zueinander stehenden Facettenschliffen (9) zusammensetzt und dessen Spitze (4) in Richtung auf die Kanülenmittelachse (6) einwärts gebogen ist, dadurch ge¬ kennzeichnet, daß die Spitze (10) der Kanüle (1) innerhalb des nach vorn verlängert gedachten Innenquerschnittes des Kanülenrohres (2) liegt und daß die gesamte Kante zwischen dem Grundschliff (8) und der inneren Oberfläche des Kanü lenrohres abstumpfend verrundet ist. |
Die Erfindung bezieht sich auf eine Kanüle der im Oberbegriff des Anspruchs 1 bekannten Art.
Aus der US 2 746 454 und aus der EP 0 301 246 B.1 ist jeweils eine Kanüle der betreffenden Art bekannt. Sie weist ein starres Kanülenrohr auf, das an der Spitze schräg angeschliffen ist und auf der vorderen Hälfte die¬ ses Anschliffes zwe weitere, gegen inander winklig ange¬ ordnete sogenannte Facettenschliffe trägt. Die Spitze der Kanüle ist im Falle der EP 0 301 246 Bl über die Mittel- achse der Kanüle hinweg bis in den Bereich zwischen zwei gedachten parallelen Linien gebogen, welche die Innenflä¬ che und die Außenfläche des Kanu 1en ohres nach vorn ver¬ längern. Die hintere Schneide des Grundsch1 i ffet- ist ein¬ wärts gerundet. Diese bekannt n Kanülen sind unter dein Gesichtspunkt vorgeschlagen worden, daß eine derartig abgebogene K-tnii- lenspitze beim Punktieren eines Blutgefäßes weniger leicht die gegenüberliegende Gefäßwand punktiert. Derartige Kanü¬ len werden wegen des verringerten Stanzeffektes auch zum Punktieren sogenannter implantierbarer Portkatheter einge¬ setzt. Bei diesen Portkathetern wird unter der Haut des Patienten eine Membran angestochen und durch die Kanüle dann ein Medikament injiziert. Da diese Kanülen beim An¬ stechen dieser Membranen Teile der Membran heraushobeln, werden die Port kal hei er schnel l undicht , und der Pa ient wird mit den herausgehobe I Leu Tei len belastet.. Diese Teile
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können auch zum Versagen des Systems fuhren.
Es ist bekannt, daß dieses Hobeln oder Stanzen der Kanülen durch die hintere Schneide des Schliffes erfolgt. Den bisher vorgeschlagenen Losungen liegt der Gedanke zu- gr nde, daß dieser Schliff gewissermaßen im Schatten der Spitze liegen und dadurch nicht mehr schneiden soll. Es hat sich in der Praxis aber herausgestellt, daß dies al¬ lein nicht ausreicht, um ein Stanzen zu verhindern. Des¬ halb wird in der EP 0 301 246 Bl auch beschrieben, daß das hintere Ende dieses Schliffes einwärts gerundet sein soll. Die Eigenschaft der Stanzfreiheit ist nicht nur für die vorbeschriebenen Anwendungen zum Punktieren von Port¬ kathetern interessant, sondern auch für die Punktion von Korperhohlen, z. B. Gelenken, zum Zwecke der Einspritzung von Medikamenten oder der Absaugung von darin befindlichen Flüssigkeiten. Klinge und Müller (Deutsches Arzteblatt 47/90) konnten zeigen, daß es mit normalen Kanülen beim Durchstich durch die menschliche Haut regelmäßig zur Aus¬ bildung von Hautstanzpartikeln kommt, die zumeist bakte- riell besiedelt sind. Dieses Ausstanzen von Hautpartikeln laßt sich durch eine stanzarme oder stanzfreie Kanüle ver¬ meiden, und dadurch laßt sich die Gefahr einer Infektion der anpunktierten Korperhohle, z. B. des Gelenkes, herab¬ setzen. Die aus der EP 0 301 246 Bl bekannte Kanüle erfüllt die Anforderungen, die an eine solche Ranule zu stellen sind, sehr weitgehend. Ihre Eignung ist in der Praxis vielfach nachgewiesen worden, jedoch bereitet sie erhebli¬ che fertigungstechnische Probleme. Diese sind zum einen dadurch bedingt, daß durch die relativ starke Biegung in Bereich des Schliffes der Schliff sich typischerweise nach außen aufbiegt. Dadurch wird die Kanüle im Schilffbereich breiter. Dies laßt sich durch geeignete Biegevorrichtungen zum Teil kompensieren. Bei einem Teil der Kanülen kommt es aber durch die in Schilffbereich auftretenden Zugkräfte zu
Einrissen in der hinteren Schuffkante, und zwar insbeson¬ dere dort, wo sich die Schweißnaht der geschweißten Kanüle befindet. Wenn diese Einrisse auftreten, nimmt der Stanz¬ effekt der Kanüle schlagartig zu. Es ist bislang keinem Hersteller gelungen, diese Einrisse vollständig zu vermei¬ den. Die Stanzfreiheit der Kanülen kann nur durch Aussor¬ tieren einer relativ großen Ausschußmenge erreicht werden. Dies macht die Herstellung der Kanüle aufwendig und teuer, so daß sie für den Masseneinsatz, z. B. für Gelenkpunktio- nen, bislang vom Preis her nicht akzeptabel ist.
Der Erfindung liegt also die Aufgabe zugrunde, eine Kanüle der betreffenden Art so zu verbessern, daß sie ein¬ fach herzustellen ist und eine geringe Ausschußquote auf¬ weist. Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des An¬ spruchs angegebene Lehre gelöst. Erfindungsgemäß ist der Einstichteil, der eine lanzettförmige Spitze mit Facetten¬ schliff aufweist, weniger stark als bei den vorbekannten Kanülen einwärts gebogen. Er wird so weit einwärts gebo- gen, daß sie innerhalb des nach vorn verlängert gedachten Innenquerschnittes des Kanülenrohres liegt. Diese geringe¬ re Biegung bedeutet primär eine Verschlechterung des Stanzverhaltens gegenüber der Kanüle aus EP 0 301 246 Bl . Dies wird aber dadurch kompensiert, daß nicht nur die hin- tere Schliffkante des Grundschliffes nach innen verrundet wird, sondern die gesamte innere Schliffkante des Grund¬ schliffes verrundet ist. Versuche konnten zeigen, daß durch die Abstumpfung bzw. Verrundung dieser seitlichen Schuffkanten die Stanzneigung des Grundschliffes so ab- nimmt, so daß die Kanüle auch bei einer geringeren Biegung ihrer Spitze stanzfrei bleibt. Durch die geringere Biegung im Bereich der Kanülenspitze treten die vorbeschriebenen Schwierigkeiten bei der Fertigung nicht auf. Die erfin¬ dungsgemäße Kanüle ist somit stanzarm, einfach, billig und läßt sich ohne hohe Ausschußrate fertigen.
Anhand der Zeichnung soll die Erfindung an einem Aus¬ führungsbeispiel näher erläutert werden.
Es zeigt: Fig. 1 eine Seitenansicht der Kanüle,
Fig. 2 eine um 90 Grad gedrehte Draufsicht auf die
Kanüle nach Fig. 1, Fig. 3 einen Längsschnitt A-A durch den Einstich¬ teil der Kanüle nach Fig. 2 in vergrößertem Maßstab, und
Fig. 4 eine Vergrößerung der hinteren und seitli¬ chen Schliffkante des hinteren Schliffauges entsprechend dem kreisförmigen Ausschnitt B in Fig. 3.
Kanüle 1 nach Fig. 1 und 2 besteht aus einem zylindri¬ schen, starren Kanülenrohr 2, an dessen hinterem Ende ein Anschluß oder ein Schlauch angeschlossen sein kann. Das Kanülenrohr 2 ist im wesentlichen gerade. Sein Außendurch- messer d liegt vorzugsweise zwischen 0.5 und 1,2 mm. Ein Durchgangskanal 3 kann vorzugsweise Durchmesser von 0,3 - 1,0 mm aufweisen. Eine angeschliffene Spitze 4 des Kanü¬ lenrohres 2 ist in Richtung auf eine Mittelachse 6 ge¬ krümmt. Diese Krümmung ist dergestalt, daß eine Spitze 10 des Einstichteiles zwischen Linien 7, die gedachte Verlän¬ gerungen des Innenquerschnitts der Kanüle sind, liegt.
Ein Schliff 5 der Kanüle setzt sich zusammen aus einem Grundschliff 8 und zwei im Winkel zueinander angebrachten Facettenschliffen 9, die zur Ausbildung einer scharfen Spitze 10 führen. Der Grundschliff 8 bildet nach dem
Schleifen mit der Innenwandung der Kanüle 1 zunächst eine relativ scharfe Kante 11, die ihre größte Schärfe am hin¬ teren Ende eines Schliffauges 12 hat. Diese gesamte Kante, die in Fig. 2 einseitig fett dargestellt ist und die Länge L hat, wird durch Perlstrahlen oder ein ähnliches Verfah-
ren abgestumpft. Dadurch wird der Grundschliff 8 vom Ende der Facette bis zum hinteren Ende des Schliffauges 12 ent¬ schärft, so daß von diesem Teil des Schliffes keine schneidende Wirkung mehr ausgeht.
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