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Title:
TURBINE ROTOR BLADE FOR A GAS TURBINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/185713
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a turbine rotor blade (10) for a gas turbine, comprising a metal blade airfoil (16), which has a leading edge (18), against which a hot gas (S) can flow and from which a side wall (22) on the suction side and a side wall (24) on the pressure side extend to a trailing edge (20) of the blade airfoil (16), wherein the blade airfoil (16) extends, in a radial direction (R) extending perpendicularly thereto, from an end (26) on the root side to an end (28) on the tip side, which end forms an airfoil tip (30); and wherein a first cutting layer (36) is applied to the surface (35) of the airfoil tip (30) facing radially outward. The aim of the invention is to provide a turbine rotor blade (10) that has an improved service life, in particular when used in a gas turbine having an axially movable rotor. This aim is achieved, according to the invention, in that a further cutting layer (36) is applied on the tip side at least to one of the two side walls, in particular to the side wall (22) of the blade airfoil (16) on the suction side and/or to the leading edge (18) of the blade airfoil.

Inventors:
DÖHNERT, Johannes (Olbersstr. 2, Berlin, 10589, DE)
JOKISCH, Torsten (Körnerstraße 9, Neuenhagen bei Berlin, 15366, DE)
LADRU, Francis (Havelschanze 41, Berlin, 13587, DE)
SCHULZ, Thorsten (Plathweg 4, Berlin, 13595, DE)
Application Number:
EP2019/057718
Publication Date:
October 03, 2019
Filing Date:
March 27, 2019
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
F01D5/20; F01D5/28; F01D11/12
Foreign References:
EP2316988A12011-05-04
EP1820938A12007-08-22
EP2317078A22011-05-04
GB2529854A2016-03-09
GB2075129A1981-11-11
EP0166676A21986-01-02
EP2316988A12011-05-04
EP1820938A12007-08-22
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Claims:
Patentansprüche

1. Turbinenlaufschaufel (10) für eine Gasturbine,

mit einem metallischen Schaufelblatt (16) umfassend ei ne von einem Heißgas anströmbare Vorderkante (18) , von der aus sich eine saugseitige Seitenwand (22) und eine druckseitige Seitenwand (24) zu einer Hinterkante (20) des Schaufelblatts (16) erstrecken,

wobei das Schaufelblatt (16) in einer sich dazu quer erstreckenden Radialrichtung von einem fußseitigen Ende (26) zu einem eine Blattspitze (30) bildenden spitzen seitigen Ende (28) erstreckt, und

wobei an der radial nach außen weisenden Fläche (35) der Blattspitze (30) eine erste Schneidschicht (36) aufgebracht ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass zumindest auf einer der beiden Seitenwände (22, 24), insbesondere auf der saugseitigen Seitenwand (22) des Schaufelblatts (16) , und/oder auf der Vorderkante (18) des Schaufelblatt (16) spitzenseitig zumindest ei ne weitere Schneidschicht (36) aufgebracht ist.

2. Turbinenlaufschaufel (10) nach Anspruch 1,

bei der die erste Schneidschicht (36) und die zumindest eine weitere Schneidschicht (36) ineinander übergehen, sodass eine zwischen der radial nach außen weisenden Fläche (35) und der betreffenden Seitenwand (22, 24) bzw. der Vorderkante (18) angeordnete Kante (37) davon überdeckt ist.

3. Turbinenlaufschaufel nach Anspruch 1 oder 2,

bei der auf den Seitenwänden des Schaufelblatts (16) zumindest eine keramische Wärmedämmschicht (42) aufge bracht ist.

4. Turbinenlaufschaufel (10) nach Anspruch 1, 2 oder 3, bei der die Blattspitze (30) zumindest eine, vorzugs weise mindestens zwei Anstreifkanten (32) mit einer ersten der Saugseitenwand (22) zugewandten Seitenfläche umfasst, auf welcher Seitenfläche die weitere Schneid schicht (36) aufgebracht ist.

5. Turbinenlaufschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,

bei der die betreffende Seitenwand des Schaufelblatts (16) bzw. die betreffende Seitenfläche der Anstreifkan te zur Blattspitze (30) hin eine zurückspringende Stufe (44) aufweist.

6. Turbinenlaufschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei spitzenseitig zwischen

der weiteren Schneidschicht (36) und dem metallischen Schaufelblatt

zumindest eine weitere Schicht,

insbesondere eine Haftvermittlerschicht (40) und/oder einer Wärmedämmschicht (42) vorgesehen ist.

7. Turbinenlaufschaufel (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die erste Schneidschicht und die weitere Schneid schicht Hartpartikel, insbesondere aus kubischem oder hexagonalem Bornitrid, und MAX-Phasen enthalten.

8. Verwendung einer Turbinenlaufschaufel (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7 in einer Gasturbine mit einem axial verschieblichen Rotor.

Description:
Beschreibung

Turbinenlaufschaufel für eine Gasturbine

Die Erfindung betrifft eine Turbinenlaufschaufel für eine Gasturbine gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Eine dem Oberbegriff des Anspruchs 1 entsprechende Turbinen laufschaufel ist beispielsweise aus der Druckschrift EP 0 166 676 A2 oder aus der Druckschrift EP 2 316 988 Al bekannt. Die vorbekannte Turbinenschaufel weist ein metallisches Schaufel blatt auf, an dessen nach außen weisender Spitze eine Schicht mit Hartstoffpartikeln aufgebracht wurde. Diese dient bei Verwendung der Turbinenlaufschaufel in einer Gasturbine zum gezielten Abtragen von Material, welches an der der Schaufel spitze gegenüberliegenden Gehäusewand aufgebracht wurde. Üb licherweise werden diese den Strömungspfad begrenzenden Ge häusewände bei stationären Gasturbinen durch sogenannte Ring segmente gebildet, auf denen das abreibbare Material nicht nur als Temperaturschutz, sondern auch funktional zur Radi alspalteinstellung und -Optimierung aufgebracht ist. Hinter grund ist eine sich während des Betriebs der Gasturbine ein stellende thermische Verteilung, die zu unterschiedlichen thermisch bedingten Dehnungen im Gehäuse führen. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeverteilung und der unterschiedlich ge stalteten Gehäusebauteile entsteht eine nicht exakt kreisrun de Strömungskontur der Gehäusewände, in dem sich der mit den Turbinenlaufschaufeln bestückte Rotor dreht. Auch die hydro dynamische Lagerung führt ebenfalls dazu, dass der Rotor nicht exakt mittig positioniert ist. Im Ergebnis stellt sich zwischen jeder Schaufelblattspitze und der dieser gegenüber liegenden Gehäusewand ein individueller Radialspalt ein. Die se können längs des Umfangs verteilt unterschiedlich groß sein. Zur Steigerung des Turbinenwirkungsgrades sind diese Unterschiede zu vergleichmäßigen und kleinstmögliche Radial spalte einzustellen, was mit Hilfe des abreibbaren Materials erreichbar ist. Dieses wird als eine keramische, abriebfähige Schicht - auch EinlaufSchicht genannt - auf den Ringsegmenten aufgebracht und erlaubt ein Anstreifen und ein Eingraben der Laufschaufeln darin.

So schlägt beispielsweise die eingangs erwähnte EP 0 166 676 A2 vor, auf der nach außen weisenden Fläche der Schaufelspit ze ein besonders hartes Material zu verwenden, um somit das weichere, auf den Ringsegmenten aufgebrachte Material während des Betriebs der Gasturbine zur Einstellung minimaler Spalte und auch zur Verbesserung des Warmstartverhaltens dort abzu reiben .

Darüber hinaus ist es in Fachkreisen bekannt, das Schaufel blatt von Turbinenschaufeln mittels eines Schichtsystems aus zumeist zwei Schichten, einer zuerst aufgetragenen Haftver mittlerschicht und einer darüber aufgetragenen keramischen Wärmedämmschicht, gegen den schädlichen Einfluss des Heißga ses zu schützen.

Es hat sich jedoch gezeigt, dass zum Eingraben in eine ab riebfähige Schicht verwendete Laufschaufeln dazu neigen kön nen, an ihrem äußeren Ende die thermische Wärmedämmschicht lokal zu verlieren. Dies reduziert den Schutz des Schaufel blatts gegen Heißgaseinflüsse, so dass an den Stellen fehlen der Wärmedämmschichten das metallische Material der Turbinen schaufel vorzeitig altern kann. Dies kann die Lebensdauer der Turbinenlaufschaufel verkürzen, was schlimmstenfalls einen vorzeitigen Austausch des beschädigten Bauteils nach sich ziehen kann.

Darüber hinaus ist aus der EP 1 820 938 Al bekannt, Lauf schaufelspitzen mit Reinigungselementen auszustatten, um im Betrieb an den Ringsegmenten auftretende Verunreinigungen entfernen zu können.

Aufgabe der Erfindung ist daher die Bereitstellung einer Tur binenlaufschaufel für eine Gasturbine, welche, ausgestaltet zum Eingraben in eine gehäuseseitig vorgesehene abriebfähige Schicht, eine vergleichsweise lange Lebensdauer aufweist.

Die auf die Turbinenlaufschaufel gerichtete Aufgabe wird mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Mithin wird zur Lösung der Aufgabe eine Turbinenlaufschaufel für eine Gasturbine, mit einem metallischen Schaufelblatt umfassend eine von einem heißgasanströmbare Vorderkante, von der aus sich eine saug seitige Seitenwand und eine druckseitige Seitenwand zu einer Hinterkante des Schaufelblatts erstrecken, wobei das Schau felblatt in einer sich dazu quer erstreckenden Radialrichtung von einem fußseitigen Ende zu einem eine Blattspitze bilden den spitzenseitigen Ende erstreckt und wobei an der radial nach außen weisenden Fläche der Blattspitze eine erste

Schneidschicht aufgebracht ist, vorgeschlagen, bei der auf zumindest einer der beiden Seitenwände, insbesondere auf der saugseitigen Seitenwand des Schaufelblatts und/oder auf der Vorderkante des Schaufelblatts spitzenseitig zumindest eine weitere Schneidschicht aufgebracht ist.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zu Grunde, dass die erste Schneidschicht eine in Radialrichtung erfassbare Dicke auf weist, die vergleichsweise gering ist. Dies kann dazu führen, dass während einer der ersten Anstreifvorgängen die betref fende Turbinenlaufschaufel während ihres Umlaufs sich derart tief in Radialrichtung in das abzureibende Material der Ge häusewand eingräbt, dass auch ein Kontakt zwischen der auf den Seitenwänden bzw. auf der Vorderkante aufgebrachten Wär medämmschicht und dem abzureibenden Material der Gehäusewand auftritt. In diesem Fall treffen zwei vergleichsweise weiche Materialien aufeinander, so dass nicht zwingend das abzurei bende Material der Gehäusewand abgerieben wird. Vielmehr kann die auch an den spitzenseitigen Enden des Schaufelblatts auf gebrachte Wärmedämmschicht wegen des ungewünschten Kontakts lokal abplatzen. Des Weiteren kann sich die erste auf der ra dial nach außen weisenden Fläche der Blattspitze aufgebrachte Schneidschicht beim Eingraben in die gegenüberliegende auf der Gehäusewand aufgebrachte abreibbare Schicht signifikant erwärmen. Die Erwärmung führt zu thermischen Dehnungen in der Schneidschicht und auch in den daran angrenzenden Bereichen. Insbesondere die auf den Seitenwänden und an der Vorderkante des Schaufelblatts spitzenseitig angebrachte Wärmedämmschicht kann sich unzulässig hoch erwärmen, so dass die Gefahr eines spitzenseitigen Abplatzens der Wärmedämmschicht erhöht ist.

Um diese Effekte zu vermeiden, schlägt die Erfindung vor, dass nicht nur auf der radial nach außen weisenden Fläche der Blattspitze eine erste Schneidschicht aufgebracht ist, son dern dass zumindest auf einer der beiden Seitenwände, insbe sondere auf der saugseitigen, weil voreilenden Seitenwand des Schaufelblatts und/oder auf der Vorderkante des Schaufel blatts spitzenseitig zumindest eine weitere Schneidschicht aufgebracht ist. Mit anderen Worten: Die erste Schneidschicht und die zumindest eine weitere Schneidschicht gehen ineinan der über und umgreifen die Kante zwischen der Seitenwand und der nach außen weisenden Fläche. Die Begriffe „erste" und „weitere" Schneidschicht dienen lediglich zu Identifizierung zweier oder mehrerer, zusammenhängender Bereiche der Schneid schicht, welche in einem Herstellungsschritt aufgebracht wer den können. Spitzenseitig bedeutet diesbezüglich, dass die weitere Schneidschicht sich von der radial äußersten Kante der Turbinenschaufel in einem geringen, jedoch für den Zweck hinreichenden Umfang, nach radial innen erstreckt.

Die Schneidschicht, üblicherweise mit Hartstoffpartikeln, insbesondere aus kubischem oder hexagonalem Bornitrid ange reichert, weisen damit eine hinreichende Festigkeit und Härte auf, die es ermöglicht, dass lediglich das an der Gehäusewand aufgetragene Material dort abgetragen wird. Die auf den Sei tenwänden des Schaufelblatts aufgetragene Wärmedämmschicht ist somit vor zerstörerischem Kontakt mit der beschichteten Gehäusewand geschützt.

Besonders bevorzugt wird eine Mischung aus kubischem Borni trid (cBN) und MAX-Phasenpulver als Schneidschicht aufge bracht, so dass sich die Abriebbeständigkeit der Turbinenlaufschaufel signifikant verbessert. Das kubische Bornitrid weist eine sehr hohe Härte auf und zeichnet sich durch eine herausragende Verschleißbeständigkeit aus. Das Einbettmaterial für das kubische Bornitrid sollte ebenfalls über eine gute Verschleißbeständigkeit, kombiniert mit einer guten Oxidationsbeständigkeit und einer hohen thermischen Be ständigkeit verfügen. Diese Kombination aus Eigenschaften wird durch die MAX-Phasen optimal abgedeckt. MAX-Phasen sind Werkstoffe, deren Eigenschaften zwischen denen von Keramiken und Metallen liegen. Dabei steht M für ein Element aus den Übergansmetallen (z.B. Ti, Cr, Nb, Ta, etc.), A steht für ein Element aus der A-Gruppe (z.B. Al, Si, etc.) und X steht für Kohlenstoff oder Stickstoff (C oder N) . Typische Vertreter der MAX-Phasen sind Ti2AlC, Cr2AlC sowie Nb2AlC . Das Gemisch aus kubischem Bornitrid und MAX-Phase könnte z.B. über Laser pulverauftragsschweißen aufgebracht werden. Alternativ könn ten Preforms gesintert werden, die anschließend über einen Lötprozess an die Turbinenschaufel angebunden werden.

Durch den aufrechterhaltenen Schutz des Schaufelblatts auf grund des Fortbestands der keramischen Wärmedämmschicht auf den Seitenwänden des Schaufelblatts kann die Lebensdauer der Turbinenlaufschaufel verbessert werden, verglichen mit Turbi nenlaufschaufeln aus dem Stand der Technik.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen an gegeben, wobei deren Merkmale beliebig miteinander kombinier bar sind.

Gemäß einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung gehen die erste Schneidschicht und die zumindest eine weitere Schneidschicht ineinander über, sodass eine zwischen der be treffenden Seitenwand bzw. der Vorderkante und der radial nach außen weisenden Fläche angeordnete Kante davon überdeckt ist . Weiter bevorzugt umfasst die Blattspitze zumindest eine, vor zugsweise mindestens zwei Anstreifkanten mit jeweils einer ersten, der Saugseite zugewandten Seitenfläche, auf welcher Seitenfläche die weitere Schneidschicht aufgebracht ist. Mit hin ist die Erfindung nicht nur lediglich bei ebenen und so mit unprofilierten Blattspitzen anwendbar, sondern auch bei solchen Blattspitzen, bei denen die Turbinenlaufschaufel be kanntermaßen verwendete Anstreifkanten aufweisen. Da bei ro tierenden Turbinenlaufschaufeln die saugseitige Seitenwand der druckseitigen Seitenwand vorauseilt, ist es von besonde rem Vorteil, wenn zur Saugseite weisende Flächen die weitere Schneidschicht spitzenseitig aufweisen.

Um eine auf der Seitenwand des Schaufelblatts gleichbleibende Dicke an Beschichtungen bereitzustellen, ist es von Vorteil, wenn die betreffende Seitenwand des Schaufelblatts bzw. die betreffende Seitenfläche der Anstreifkante zur Blattspitze hin eine zurückspringende Stufe aufweist. Die Tiefe der Stufe entspricht ungefähr der Dicke der aufgebrachten weiteren Schneidschicht .

Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn spitzensei tig zwischen der weiteren Schneidschicht und dem metallischen Schaufelblatt zumindest eine weitere Schicht, insbesondere eine Haftvermittlerschicht und/oder eine keramische Wärmdämm schicht vorgesehen sind. Für den Fall, dass aufgrund fehlen der Dauerfestigkeit der Hartstoffpartikel diese vorzeitig al tern oder aufgrund höherer Einsatztemperaturen sich auflösen, ist es von Vorteil, wenn zwischen der weiteren Schneidschicht noch zumindest eine Haftvermittlerschicht, welche zumeist in Form einer MCrAlY gleichzeitig eine Korrosionsschutzschicht darstellt, diesen Bereich der Turbinenschaufel vor den schäd lichen Einflüssen des Heißgases zusätzlich schützt.

Als besonders vorteilhaft hat sich die Verwendung einer vor genannten Turbinenlaufschaufel in einer Gasturbine herausge stellt, deren Rotor in Axialrichtung verschieblich ausgestal tet ist. Bekanntermaßen existieren Gasturbinen mit axialver- schieblichem Rotor, um die Radialspalte zwischen Laufschau felspitzen und einem sich konisch erweiternden Turbinenheiß gaskanal während des stationären Betriebs der Gasturbine zu reduzieren. Dabei sind die Blattspitzen der Turbinenlauf schaufeln und der sich konisch erweiterende Turbinenheißgas kanal korrespondierend geneigt, so dass bei einer Axialver schiebung des Rotors in Richtung der ankommenden Heißgasströ mung der Radialspalt zwischen konischer Gehäusewand und eben so geneigter Schaufelspitze verkleinerbar ist. Insbesondere für derartig ausgestaltete Gasturbinen ist es von Vorteil, wenn deren zum Eingraben in eine gehäuseseitig angeordnete Beschichtung vorgesehene Turbinenlaufschaufeln auf der Vor derkante im Bereich der Schaufelspitze und/oder somit auch auf den Seitenwänden des Schaufelblatts spitzenseitig auch die weitere Schneidschicht aufweisen. Damit kann ein spitzen seitiges Abplatzen der keramischen Schutzschicht auf der Vor derkante vermieden werden, wenn während der Axialverschiebung des Rotors in stromaufwärtiger Richtung ein Kontakt zwischen der Vorderkante des Schaufelblatts und der abreibbaren Be schichtung der Gehäusewand auftritt.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung anhand der Figuren. Dabei zeigen:

Figur 1 eine perspektivische Ansicht auf eine Turbinen laufschaufel gemäß eines ersten Ausführungsbei spiels,

Figur 2 den Längsschnitt durch die Blattspitze der Turbi nenschaufel gemäß Figur 2 und

Figur 3 im Längsschnitt eine alternative Blattspitze ge mäß eines zweiten Ausführungsbeispiels.

In Figur 1 ist in einer perspektivischen Darstellung eine Turbinenlaufschaufel 10 dargestellt. Entlang einer Achse, die mit der Radialrichtung R einer Gasturbine zusammenfällt, in welcher die Turbinenlaufschaufel 10 eingebaut ist, umfasst diese von innen nach außen gesehen einen Schaufelfuß 12, eine Plattform 14 und ein Schaufelblatt 16. Üblicherweise werden derartige Turbinenlaufschaufeln 10 innen gekühlt. Mithin wer den diese gewöhnlich in einem Gussverfahren hergestellt, so dass sie insgesamt aus einem metallischen Grundwerkstoff ge bildet sind. Für die Erfindung betreffend ist es jedoch aus reichend, wenn das Schaufelblatt 16 metallisch ist. Dieses weist eine von einem Heißgas S anströmbare Vorderkante 18 so wie eine Hinterkante 20 auf. Dazwischen erstrecken sich eine saugseitige Seitenwand 22 und eine druckseitige Seitenwand 24, welche in Querrichtung und somit in Radialrichtung R sich von einem fußseitigen Ende 26 zu einem spitzenseitigen Ende 28 erstrecken. Letzteres bildet gleichzeitig die Blattspitze 30, welche nicht zwingend eben ausgebildet sein muss. Gemäß dem gezeigten ersten Ausführungsbeispiel ist die Blattspitze 30 mit einer Umrandung, welche auch als Anstreifkante 32 be zeichnet wird, versehen. Auf ihrer radial nach außen weisen den Fläche 35 ist eine in Figur 1 nicht weiter dargestellte Schneidschicht aufgebracht, die jedoch in den Figuren 2 und 3 im Detail zu sehen ist.

Die Figuren 2 und 3 zeigen jeweils in einem Längsschnitt ent sprechend der Schnittlinien II-II und III-III unterschiedli che Ausführungsbeispiele der Erfindung, bei der die Schneid schicht 36 nicht nur auf der radial nach außen weisenden Flä che 35 der Blattspitze 30 angeordnet ist, sondern auch auf der saugseitigen Seitenwand 24 des metallischen Schaufel blatts 16 bzw. dort auf seiner Vorderkante 18. Dies gilt für sowohl für die saugseitige als auch für die druckseitig ange ordnete Anstreifkante 32. Die für das Verständnis der Erfin dung irrelevanten Elemente der Turbinenlaufschaufel sind - wie stets bei schematischen Darstellungen - nicht darge stellt .

Die Blattspitze 30 ist beispielhaft sowohl saugseitig als auch druckseitig mit jeweils einer Anstreifkante 32 ausge stattet, die nicht nur an ihren radial nach außen weisenden Flächen 35 von der ersten Schneidschicht 36 überdeckt sind. Die Schneidschicht 36 erstreckt sich erfindungsgemäß auch über eine Ecke 38 auf diejenige Seitenflächen 34 der An- streifkanten 32, die zur Saugseite 24 hinweisen oder Teil der Vorderkante 18 sind. Dieser Teil der Schneidschicht 36 wird als weitere Schneidschicht bezeichnet. Die gesamte Schneid schicht überdeckt damit die äußerste Kante 37 der Turbinen schaufel zu beiden Seiten hin.

Gemäß Figur 3 ist die Schnittlinie III-III derartig angeord net, dass diese sich durch die Vorderkante 18 der Schaufel sowie der druckseitigen Seitenwand 24 erstreckt. Insofern ist die Schneidschicht 36 gemäß Figur 3 schaufelspitzenseitig auch auf der Vorderkante 18 auf die vom Heißgas anströmbare Fläche vorgezogen und erstreckt sich sogar geringfügig bis auf die druckseitige Seitenwand 24. Der vorderkantenseitige Bereich der vom Heißgas S anströmbaren Fläche des Schaufel blatts 16, an dem die weitere Schneidschicht 36 vorgesehen ist, ist in Figur 1 als Bereich VK umrandet. Diese Ausgestal tung ist insbesondere dann sinnvoll, wenn der Rotor der mit einer solchen Turbinenlaufschaufel 10 ausgestatteten Gastur bine auch in Axialrichtung A verschieblich ist.

Gemäß den Ausführungsbeispielen der Figuren 2 und 3 ist das Schaufelblatt 16 jeweils sowohl saugseitig als auch drucksei tig bzw. an der Vorderkante großflächig zuerst von einer Haftvermittlerschicht 40 überzogen, die ihrerseits wiederrum durch eine keramische Wärmedämmschicht 42 abgedeckt ist. Nach dem ersten Ausführungsbeispiel stoßen beiden Schichten 40, 42 direkt an die weitere Schneidschicht an. Gleichzeitig weist das zweite Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 spitzenseitig eine Stufe 44 auf, welche bezogen auf die Vorderkante 18 oder ggf. bezogen auf die Saugseitenwand 22 zurückspringt.

Die Haftvermittlerschicht 40 kann - wie gemäß Figur 3 exemp larisch dargestellt - auch zwischen der Schneidschicht 36 ei nerseits und der Anstreifkante 32 bzw. dem Schaufelblatt 16 andererseits angeordnet sein. In diesem Fall reicht nur die keramische Wärmedämmschicht 42 bis an die weitere Schneid schicht heran. Mithin betrifft die Erfindung eine Turbinenlaufschaufel 10 für eine Gasturbine mit einem metallischen Schaufelblatt 16 umfassend eine von einem Heißgas S anströmbare Vorderkante 18, von der aus sich eine saugseitige Seitenwand 22 und eine druckseitige Seitenwand 24 zu einer Hinterkante 20 des Schau felblatts 16 erstrecken, wobei das Schaufelblatt 16 in einer sich dazu quer erstreckenden Radialrichtung R von einem fuß seitigen Ende 26 zu einem eine Blattspitze 30 bildenden spit zenseitigen Ende 28 erstreckt und wobei an der radial nach außen weisenden Fläche 35 der Blattspitze 30 eine erste

Schneidschicht 36 aufgebracht ist. Um eine zum Abreiben einer weicheren Schicht einer Gehäusewand vorgesehene Turbinenlauf schaufel bereitzustellen, welche eine verbesserte Lebensdauer aufweist insbesondere bei Verwendung in einer Gasturbine mit einem axial verschieblichen Rotor, wird vorgeschlagen, dass zumindest auf einer der beiden Seitenwände, insbesondere auf der saugseitigen Seitenwand des Schaufelblatts und/oder auf der Vorderkante des Schaufelblatts spitzenseitig eine weitere Schneidschicht aufgebracht ist.