ARNHOLD, Michael (Höllkopfstrasse 8, Eisenberg, 07607, DE)
Patentansprüche
1. Universalausschläger für Knieprothesen umfassend
• ein T-Stück (1) mit einer Ausschlagplatte (1 1) und einem Befestigungsschenkel (8), wobei der Befestigungsschenkel (8) an seinem proximale Ende die Ausschlagplatte (11) trägt, und
• einen Scherenmechanismus 7, an dessen freien distalen Enden sich Spannbacken (71) befinden, wobei der Befestigungsschenkel (8) den Scherenmechanismus (7) vermittels einer Befestigungsachse (74), um die der Scherenmechanismus (7) bewegbar ist, haltert, dadurch Rekennzeichnet, dass
• der Befestigungsschenkel (8) an seinem distalen Ende (9) gabelförmig sowie geschlitzt ist, » die Spannbacken (71) eine schaufelartige, U- bis V-förmige
Geometrie aufweisen, wobei sie einen gekrümmter Rand besitzen, und
• sich am proximalen Ende des Scherenmechanismus (7) eine gelagerte Augenschraube (72) mit einer Rändelmutter (73) befindet, wobei die Augenschraube (72) verstellbar ist und die
Enden des Scherenmechanismus 7 miteinander verbindet, so dass eine Feststellung bzw. Lösung der Spannbacken (71) ermöglicht ist.
2. Universalausschläger gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spannbacken (71) einstückiger Bestandteil des Scherenmechanismus (7) sind.
3. Universalausschläger gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Scherenmechanismus (7)
Ausnehmungen (75) aufweist und die Spannweite der
Spannbacken (71) durch eine in den Ausnehmungen (75) umsteckbare Befestigungsachse (74) einstellbar ist.
4. Universalausschläger gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im betriebenen Zustand die sichere Feststellung der Spannbacken (74) durch die am proximalen Ende des Scherenmechanismus (7) gelagerte Augenschraube (72) mit Rändelmutter (73) gewährleistet wird.
5. Universalausschläger gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im betriebenen Zustand die Spannbacken (74) selbst zentrierend sind und rotationsstabil ein Prothesenelement fixieren.
6. Universalausschläger gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im betriebenen Zustand über die Spannbacken (74) eine stabile Verankerung des Universalausschlägers an der Prothese generierbar ist. |
P2328pct Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Bock- Bieber- Donath, Hans-Knöll-Str. 1, 07745 Jena
Universalausschläger für Totalendoprothesen (TEP) des Kniegelenkes
Die Erfindung betrifft einen Universalausschläger für Knieendoprothesen gemäß der Gattung der Patentansprüche.
Nur weinige Ausschläger und Spannvorrichtungen sind derzeitig verfügbar; ihre Wirkungsweise ist oft unzweckmäßig.
Die TEP des Kniegelenkes haben durch Fortschritte im Prothesendesign einen fast ebenbürtigen Stellenwert wie die des Hüftgelenkes erreicht. Aber auch die Zahl der Wechseloperationen steigt stetig. Die Grundproblematik ist dabei mit der des Hüftgelenkes vergleichbar.
Auch der Markt der Totalendoprothesenplastiken war vor etwa 20 Jahren von zementierten, gekoppelten Prothesenkomponenten mit Schaft beherrscht. Bei Lockerungen oder Infektionen waren oft ausgeprägte knöcherne Defektsituationen die Folge. Die Entfernung derartiger Prothesen gelang meist ohne Probleme. Bei persistierenden Infekten war eine Amputation keine Seltenheit.
In der Folgezeit eroberten dann die ungekoppelten, meist zementfreien Oberflächenersatzprothesen den Markt, die eine Reihe wesentlicher Vorteile aufweisen. Die Entfernung derartiger Prothesen ist im Revisionsfall nicht unproblematisch. Auch hier gibt es nur wenige technische Lösungen, die im Revisionsfall eine knochenschonende Entfernung des Implantates ermöglichen.
Die wenigen brauchbaren Ausschläger für Knieprothesenkomponenten haben den Nachteil, dass sie keine stabile kraftschlüssige Verankerung an diesen ermöglichen. Ebenso erbringen die Sledge-Hammer meist nur eine unbefriedigende Kraftübertragung bei der Explantation der Gelenkkomponenten.
Im Revisionsfall müssen fest knöchern integrierte zementfreie, seltener auch zementierte Komponenten unter Verwendung diverser Werkzeuge „vorgelockert" werden. Ziel ist eine Reduktion der Verankerungsfläche der Prothesen und damit der Scherkräfte bei der Explantation. Nur so
können sekundäre Folgeschäden auf das knöcherne Prothesenlager oder nachteilige Osteotomien vermieden und damit eine Reimplantation einer Revisionsprothese erleichtert werden.
Die Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, einen Universalausschläger für Knieprothesenkomponenten anzugeben, der die Nachteile des Standes der Technik vermeidet. Dazu müssen u.a. folgende Aufgaben gelöst werden:
1. Stabile, orthograde Verankerung des Ausschlägers an Prothesenkomponenten unterschiedlichen Designs und Größe.
2. Optimale Entfaltung der Ausschlagkraft.
3. Wiederverwendbarkeit des Ausschlägers.
Gemäß der Erfindung werden diese Aufgaben durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst und durch vorteilhafte Ausgestaltungen gemäß den Unteransprüchen ergänzt.
Der erfindungsgemäße Universalausschläger besteht aus folgenden Baugruppen:
1. Scherenmechanismus mit Spannbacken und Augenschraube mit Rändelmutter.
2. Befestigungsbolzen.
3. T-Stück dessen axialer Schenkel aus einer geschlitzten Stange besteht.
Die stabile Verankerung des Universalausschlägers an der zu entfernenden Prothesenkomponente erfolgt über zwei gekrümmte Spannbacken, die am distalen Ende des Scherenmechanismus angebracht sind. Ihre schaufelartige, näherungsweise V- bis U-förmige Form gestattet auch an gekrümmten Prothesenrändern eine feste, sich selbst zentrierende Fixation. Die sichere Feststellung der Spannbacken ist durch eine am proximalen Ende des Scherenmechanismus gelagerte Augenschraube mit Rändelmutter gewährleistet. Dieser
Scherenmechanismus ist über eine Befestigungsachse am axialen Schenkel des T-Stückes mit Ausschlagplatte montiert. Damit ist eine stabile Kopplung zwischen Prothesenkomponente und Ausschlagplatte gesichert, die eine optimale Entfaltung der Ausschlagkraft sicherstellt.
Der Schermechanismus mit den dazugehörigen Spannbacken ist dabei in der Spannweite (dem wirkenden Greifabstand der Spannbacken) einstellbar. Dies erfolgt über je drei in den Schenkeln des Scherenmechanismus eingebrachte Perforationen zur Aufnahme der Befestigungsachsen. Verschiedenste Größen und Geometrien von Prothesenkomponenten sind so stabil und orthograd zentriert verspannbar, die die Funktion des erfindungsgemäßen Universalausschlägers erleichtert. Die stabile orthograde Verankerung des erfmdungsgemäßen Universalausschlägers erfolgt über zwei sich selbst zentrierende Spannbacken, die in die Grenzzone zwischen knöchernem Lager und Prothesenkomponente einbringbar sind. Unabhängig von einer geraden oder gekrümmten Randstruktur einer Prothesenkomponente wird die Selbstzentierung und damit stabile Verankerung durch die ebenfalls gekrümmte Struktur der erfindungsgemäßen Spannbacken erreicht, deren Krümmungsradius jedoch kleiner als der der kleinsten Prothesenkomponente sein muss.
Nach stabiler Fixation des Universalausschlägers an der Prothesenkomponente wird eine optimale Entfaltung der Ausschlagkraft durch die Ausschlagplatte des T-Stückes unter Verwendung eines Metallhammers erzielt.
Nach erfolgreicher Prothesenentfernung kann die Kopplung des Ausschlägers mit dieser problemlos aufgehoben werden. Vorteilhaft ist die stufenlose Spannung und Lösung des Schermechanismus.
Die Wiederverwendbarkeit des Universalausschlägers ist durch die Reversibilität der Verankerung und seine Resterilisierbarkeit gegeben.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand der schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
- A -
Fig.l eine Ausführungsform eines erfϊndungsgemäßen Universalausschlägers in schematischer räumlicher Darstellung.
Der in Fig. 1 dargestellte Universalausschläger umfasst einen Schermechanismus 7 mit Spannbacken 71 sowie eine gelagerte Augenschraube 72 mit Rändelmutter 73. Dieser ist über eine Befestigungsachse 74 mit dem distalen gabelförmigen Ende 9 des Befestigungsschenkels 8 des T-Stückes verbunden. Das proximale Ende des T-Stückes wird durch die Ausschlagplatte 11 gebildet.
Am distalen Ende des Schermechanismus 7 sind die erfindungsgemäßen Spannbacken 71 angebracht. Diese Spannbacken 71 besitzen eine schaufelartige, zum Prothesenrand gerichtete V- bis U-förmige Oberfläche (gekrümmte Kontaktfläche), die die stabile, sich selbst zentrierende Fixation des Ausschlägers am zu entfernenden Prothesenelement in dessen Grenzzonenbereich zum knöchernen Lager gewährleistet. Die Feststellung erfolgt dabei durch die am proximalen Ende des Scherenmechanismus 7 gelagerte Augenschraube 72 mit Rändelmutter 73. Die optimale Spannweiteneinstellung der Spannbacken 71 bei Prothesenelementen unterschiedlicher Größe kann bspw. über eine umsteckbare Befestigungsachse 74 des Scherenmechanismus 7 generiert werden, die in Ausnehmungen 75 gelagert ist. Die Ausnehmungen 75 in den Schenkeln des Scherenmechanismus 7 müssen dabei gleichsinnig sein.
Alle in der Beschreibung, den nachfolgenden Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
1 T-Stück
11 Ausschlagplatte
7 Scherenmechanismus
71 Spannbacken
72 Augenschraube
73 Rändelmutter
74 Befestigungsachse
75 Ausnehmungen
8 Befestigungsschenkel
9 distales Ende des Befestigungsschenkels 8
