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Patent Searching and Data


Title:
UPPER-JAW TOOTH PROTECTION DURING THE USE OF A LARYNGO-PHARYNGOSCOPE RETRACTOR SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/211258
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an upper-jaw tooth protector during the use of a laryngo-pharyngoscope retractor system on a patient. For this, pressure-damping and pressure-distributing material is arranged in various ways between the pressure-exerting upper-jaw support of the laryngo-pharyngoscope retractor system and the pressure-receiving upper-jaw region, in particular the incisors in the upper jaw. This is achieved firstly with a re-positionable cover on the upper-jaw support of the laryngo-pharyngoscope retractor system, and secondly with the use of a personalised tooth or jaw protector for the upper jaw based on a plastic moulded mass or deep-drawn film, which functions as a contact or support surface for the upper-jaw support. In this way, damage to the incisors or the surrounding upper-jaw region, including irritation of the gum, can be largely prevented.

Inventors:
WOLTER MICHAEL (DE)
KÖHNECKE FELIX (DE)
Application Number:
EP2019/060998
Publication Date:
November 07, 2019
Filing Date:
April 30, 2019
Export Citation:
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Assignee:
WINTER & IBE OLYMPUS (DE)
International Classes:
A61B17/02; A61M16/04
Foreign References:
DE202007008070U12007-08-16
US5941246A1999-08-24
US20160331223A12016-11-17
JP2006141833A2006-06-08
US20160331223A12016-11-17
Attorney, Agent or Firm:
GLAWE DELFS MOLL PARTNERSCHAFT MBB VON PATENT- UND RECHTSANWÄLTEN (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Repositionierbarer Überzug (1) für eine Oberkieferabstüt- zung (2) eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems (3).

2. Überzug (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug (1) einen direkten Kontakt zwischen der Ober kieferabstützung (2) des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor- Systems (3) und

- dem Oberkiefer und/oder

- in dem Oberkiefer angeordneten Schneidezähnen verhin

dert .

3. Überzug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug (1) aus einem druckdämp fenden Material, vorzugsweise einem synthetischem Polymer, weiter vorzugsweise aus Silikon, hergestellt ist.

4. Überzug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug auf die Oberkieferabstüt zung (2) formschlüssig und selbstsichernd gestülpt wird.

5. Überzug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug (1) zur Einmalverwendung vorgesehen ist.

6. Überzug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Überzug (1) eine Wandstärke auf weist, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: 0,10-20,00 mm, 0,30-19,00 mm, 0,50-18,00 mm, 0,70-17,00 mm, 0,90-16,00 mm, 1,10-15,00 mm, 1,30-14,00 mm, 1,50-13,00 mm, 1,70 - 12,00 mm, 1,90 -11,00 mm, 2,10-10,00 mm, 2,30-9,00 mm, 2,50-9,00 mm, 2,70-8,00 mm, 2,90-7,00 mm, 3,10-6,00 mm,

4 , 00-5, 00 mm.

7. Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System (3) mit einer Ober- kieferabstützung (2), dadurch gekennzeichnet, dass die Oberkieferabstützung (2) einen Überzug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche umfasst.

8. Verwendung eines personalisierten Zahn- oder Kieferschutzes für den Oberkiefer (17) auf der Basis einer plastischen Ab formmasse (18) oder Tiefziehfolie als Auflage- oder Stütz fläche für eine Oberkieferabstützung (2) eines Laryngo-Pha- ryngoskop-Retraktor-Systems (3) , insbesondere nach Anspruch 7.

9. Verwendung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahn- oder Kieferschutz (17) aus Silikon oder Ethylen- Vinylacetat hergestellt ist.

10. Verwendung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Zahn- oder Kieferschutz (17) vor der Anwendung mit dem Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System (3) zumindest teilweise ausgehärtet ist.

11. Verwendung nach einem der Ansprüche 8-10, dadurch gekenn zeichnet, dass der Zahn- oder Kieferschutz (17) einen un mittelbaren Kontakt zwischen der Oberkieferabstützung (2) des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems (3) und

- dem Oberkiefer und/oder

- in dem Oberkiefer angeordneten Schneidezähnen verhin

dert .

12. Verwendung nach einem der Ansprüche 8-11, dadurch gekenn zeichnet, dass die plastische Abformmasse (18) oder Tief ziehfolie Zahnschäden und/oder Zahnlücken im Schneidezahn bereich des Kiefers zumindest teilweise ausfüllt.

Description:
Oberkiefer- Zahn-Schutz bei Anwendung eines Laryngo- Phar y ngo skop-Retraktor-Sys tems

Die Erfindung betrifft einen Oberkiefer-Zahn-Schutz bei Anwen dung eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems an einem Pa tienten .

Zur Untersuchung und für minimalinvasive Operationen des Ra chenraums, des Kehlkopfes und/oder des oberen Aerodigestiv- traktes eines Patienten ist bekannt, ein Laryngo- oder Pharyn goskop durch den Mund des Patienten bis zu dem Untersuchung oder Operationsgebiet einzuführen, um entsprechend Einblick in das Untersuchungs- oder Operationsgebiet zu erhalten. Auch können für die Untersuchung oder Operation benötigen Instru mente entsprechend durch den Mund des Patienten geführt wer den .

Für die transorale, roboter-assistierte Chirurgie (TORS) oder die konventionelle Mikrochirurgie, bspw. des Kehlkopfes oder am Zungengrund, sowie für die Laserchirurgie des oberen Aero- digestivtraktes ist die Verwendung von sog. Laryngo-Pharyn- goskop-Retraktoren bekannt. Mit Hilfe dieser Refraktoren kann der Mund des Patienten während der Untersuchung oder Operation offen- und gleichzeitig die Zunge und umgebendes Gewebe bei seite gehalten werden.

Ein entsprechender Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor ist zum Bei spiel in Dokument US 2016/0331223 Al offenbart. Der Refraktor umfasst einen starren Rahmen, an dessen oberem Riegel eine Oberkieferabstützung, ausgeformt als ein Oberkieferlöffel, be festigt ist, und an dessen unteren Riegel eine hinsichtlich Position und Orientierung einstellbare Spatelaufnahme angeord net ist. Mit einem geeigneten darin eingesetzten Spatel lässt sich der Retraktor zwischen Ober- und Unterkiefer des Patien ten verspannen, sodass der Retraktor den Mund offen- und gleichzeitig mit dem Spatel die Zunge und ggf. weiteres Gewebe beiseite hält. An den beiden seitlichen Stielen des Rahmens können zusätzlich noch Wangenhalter befestigt werden, mit de nen die Wangen des Patienten zur Vergrößerung der Mundöffnung auseinander gezogen werden können.

Laryngo-Pharyngoskop-Retraktoren, als auch die Oberkieferab- stützung der Laryngo-Pharyngoskop-Retraktoren, sind auf Grund medizinischer und technischer Anforderungen aus einem metalli schen Material hergestellt, üblicherweise aus medizinischen Edelstahl und weisen daher eine entsprechend harte Oberfläche auf. Es hat sich gezeigt, dass eine Abstützung des Laryngo- Pharyngoskop-Retraktors mittels der Oberkieferabstützung auf dem Oberkiefer im Schneidezahnbereich bei unmittelbaren Kon takt der Oberkieferabstützung mit den Schneidezähnen und den die Schneidezähne umgebenden Kiefer- und Gaumenbereich, insbe sondere dem Zahnfleisch, zu einer Schädigung dieses Bereichs und der Zähne führen kann. Die Erfinder haben erkannt, dass der beim Verspannen des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems über die Oberkieferabstützung auf den Oberkiefer-Schneidezahn bereich aufgebrachte Druck, der beim nachfolgendem Hantieren im Mundbereich des Patienten durch Berührung des Laryngo-Pha- ryngoskop-Retraktor-Systems noch verstärkt wird, so stark ist, dass eine Überbeanspruchung der Schneidezähne und des umgebe nen Gewebes eintreten kann. Diese Überbeanspruchung kann zu Schneidezahnschädigungen und Gewebeirritationen in dem die Schneidezähne umgebenden Oberkieferbereich führen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, vorgenannte Nach teile bei der Anwendung eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor- Systems weitestgehend zu vermeiden, d.h. diese bei der Anwen dung eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems aus dem Stand der Technik bekannten und oben beschriebenen Nachteile sollen nicht mehr oder zumindest nur noch in verminderten Um fang auftreten.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die Anordnung von drückdämp fenden und druckverteilenden Material zwischen der den Druck ausübenden Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Ret- raktor-Systems und dem den Druck aufnehmenden Oberkieferbe reich, insbesondere den in dem Oberkiefer angeordneten Schnei dezähnen. Vorliegende Erfindung zeigt dafür zwei Möglichkeiten mittels entsprechender Ausführungsformen der Erfindung gemäß den beigefügten Ansprüchen (Ansprüche 1-7 einerseits und An sprüche 8-12 andererseits) auf, die voneinander unabhängig, als auch miteinander kombiniert, Verwendung finden können und den gleichen erfinderischen Gedanken auf unterschiedliche Art und Weise verwirklichen. Im Einzelnen:

In einer ersten Ausführungsform der Erfindung wird die oben gestellte Aufgabe durch einen repositionierbaren Überzug für die Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor- Systems gemäß Anspruch 1 und ein diesen Überzug umfassendes Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System gemäß Anspruch 7 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen des besagten Überzugs sind Gegen stand der abhängigen Ansprüche 2-6.

Demnach betrifft die Erfindung einen repositionierbaren Über zug für die Oberkieferabstützung eines Laryngo-Pharyngoskop- Retraktor-Systems und ein Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Sys- tem mit einem entsprechenden Überzug auf der Kieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems .

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein direkter Kontakt der metallischen Oberkieferabstützung des Laryngo-Pha- ryngoskop-Retraktor-Systems durch seine Abstützung an den Schneidezähnen und daran angrenzenden Bereich des Oberkiefers zu einer Schädigung in diesem abstützenden Oberkieferbereich führen kann, beispielsweise zu einer Abtragung (Abrasion) oder Schädigung des Zahnschmelzes (Enamelum) an den Schneidzähnen oder zu Irritationen des die Zähne im Zahnhalsbereich bede ckenden Zahnfleisches (Gingiva) . An dieser Stelle sei erwähnt, dass weder Zahnschmelz noch Zahnfleisch vom Patienten regene riert werden können und daher bei Schädigung einer aufwendigen dentalen Behandlung zugeführt werden müssen.

Weitestgehend vermieden wird dies durch den erfindungsgemäßen Überzug auf der Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop- Retraktor-Systems . Dieser Überzug ist ist „repositionierbar" , d.h. der Überzug kann auf der Oberkieferabstützung seine Posi tion ändern, beispielsweise aus einer nicht mit der Oberkie- ferabstützung formschlüssigen Position in eine formschlüssige Position wechseln. Vorzugsweise kann der Überzug nach der Ver wendung an dem Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System (z.B. im Rahmen einer Patientenbehandlung oder zu Veranschaulichungs zwecken bei einer Produktpräsentation) von der Oberkieferab- stützung abgenommen oder abgezogen werden. Eine herkömmliche und für medizinische Geräte übliche Reinigung und Sterilisa tion ist somit nach Abzug bzw. Abnahme des Überzugs vom La- ryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems ohne zusätzlichen techni schen Aufwand möglich.

Durch den erfindungsgemäßen Überzug lässt sich ein direkter Kontakt zwischen der Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyn- goskop-Retraktor-Systems und dem Oberkiefer und/oder in dem Oberkiefer angeordneten Schneidezähnen somit weitestgehend verhindern, wobei der Überzug gemäß einer bevorzugten Ausfüh rungsform aus einem druckdämpfenden Material, vorzugsweise ei nem synthetischem Polymer, weiter vorzugsweise aus Silikon, hergestellt ist. Geeignete Silikone sind aus dem Stand der Technik, insbesondere aus dem Dentalbereich-Stand der Technik, bekannt. Beispielhaft genannt sind additions- oder kondensati- onsvernetzende Silikone. Entsprechende Silikone werden bei spielsweise im Dentalbereich für Silikonabformmassen verwen det, die neben additions-oder kondensationsvernetzenden Orga- nosilikonen weitere Hilfsstoffe (z.B. Füllstoffe) enthalten können. Bei den additionsvernetzenden Organosilikonen handelt es sich vorwiegend um Mischungen von Vinylgruppen enthaltenden Polydimethylsiloxanen mit Hydrogenpolydimethylsiloxanen . Kon densationsvernetzende Organosilikone sind Hydroxylgruppen ent haltende Polydiorganosiloxane, die mit Alkyl-, Cycloalkyl- und Arylgruppen substituiert sein können und dem Fachmann bekannt sind .

Die erfindungsgemäß bevorzugte formschlüssige und selbstsi chernde Positionierung des Überzugs auf der Oberkieferabstüt- zung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems lässt sich beispielsweise durch die Verwendung des oben beschriebenen Si likonmaterials bei der Herstellung des Überzugs erreichen.

Der Überzug kann in situ auf der Oberkieferabstützung herge stellt werden, beispielsweise durch Auftragung von Überzugsma terial auf die Oberkieferabstützung im Wege des Tauchens in o- der Aufsprühen von Überzugmaterial, oder separat vorgefertigt und anschließend auf der Oberkieferabstützung aufgebracht, insbesondere darüber gestülpt, werden. Bei letztgenannter Her stellungsweise sind die von den Maßen der Oberkieferabstützung abgeleiteten Maße des Überzugs bei Auswahl eines dehnbarem Ma terial (z.B. Silikon) etwas geringer, so dass sich der Überzug beim Stülpen auf die Oberkieferabstützung gedehnt der Kontur der Oberkieferabstützung folgt und an dieser in seiner Endpo sition möglichst formschlüssig anliegt.

Des Weiteren ist der erfindungsgemäße Überzug vorzugsweise zur Einmalverwendung vorgesehen, d.h. der Überzug wird nach seiner (erstmaligen) Verwendung auf der Oberkieferabstützung des La- ryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems keiner Wiederverwendung bei einem anderen Patienten, vorzugsweise auch nicht zur wie derholten Verwendung bei dem Patienten der erstmaligen Anwen dung, zugeführt.

Der erfindungsgemäße Überzug weist eine Wandstärke auf, die eine ausreichende Druckverteilung im Übergangsbereich von Oberkieferabstützung zu Oberkiefer mit den darin angeordneten Schneidezähnen sicher stellt und ohne in dem dortigen Bereich Schädigungen oder Irritationen hervorzurufen. Dafür geeignete Wandstärken sind z.B. nachfolgend genannte: 0,10-20,00 mm, 0,30-19,00 mm, 0,50-18,00 mm, 0,70-17,00 mm, 0,90-16,00 mm, 1,10-15,00 mm, 1,30-14,00 mm, 1,50-13,00 mm, 1,70 -12,00 mm, 1,90 -11,00 mm, 2,10-10,00 mm, 2,30-9,00 mm, 2,50-9,00 mm, 2,70-8,00 mm, 2,90-7,00 mm, 3,10-6,00 mm, 4,00-5,00 mm.

Alternativ oder in Ergänzung zu vorbeschriebener Ausführungs form des repositionierbaren Überzugs für die Oberkieferabstüt- zung eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems wird die eingangs gestellte Aufgabe durch einen personalisierten Zahn oder Kieferschutz gemäß dem Verwendungsanspruch 8 gelöst, des sen vorteilhafte Weiterbildungen Gegenstand der abhängigen An sprüche 9-12 sind.

Demnach betrifft diese Ausführungsform der Erfindung die Ver wendung eines personalisierten Zahn- oder Kieferschutzes für den Oberkiefer auf der Basis einer plastischen Abformmasse o- der Tiefziehfolie als Auflage- oder Stützfläche für eine Ober kieferabstützung eines Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems , beispielsweise dem in Anspruch 7 genannten Laryngo-Pharyn- goskop-Retraktor-Systems . Ebenfalls in Betracht kommt eine scannen des mit dem personalisierten Zahn- oder Kieferschutz zu schützenden Oberkieferbereichs und ein anschließender Aus druck eines auf dem Scan basierenden entsprechenden Zahn- oder Kieferschutzes im Wege eines 3D-Drucks. Die Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor- Systems setzt bei Verwendung des erfindungsgemäßen personali sierten Zahn- oder Kieferschutzes somit nicht mehr unmittelbar und direkt an dem Oberkiefer oder den im Oberkiefer angeordne ten Schneidezähnen an bzw. setzt nicht darauf direkt und un mittelbar auf, sondern nutzt den Zahn- oder Kieferschutz als geeignete Stützfläche um den durch die Kieferabstützung ausge übten Druck abzufangen und gleichmäßiger im Vergleich zu einer punktuellen Belastung bei Verzicht auf den Zahn- oder Kiefer schutz zu verteilen. Dies gelingt besonders gut durch die er findungsgemäße Personalisierung des Zahn- oder Kieferschutzes, der den Konturen im Schneidezahnbereich des Oberkiefers wei testgehend als negative Abformung folgt und damit über diese formschlüssigen Bereiche im Schneidezahnbereich des Kiefers den von der Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Ret- raktor-Systems ausgeübten Druck über die mit den Zahn- oder Kieferschutz geschaffene größere Kontaktfläche gleichmäßiger auf den Oberkiefer und insbesondere die im Oberkiefer angeord neten Schneidezähne verteilt. Von besonderen Vorteil bei der erfindungsgemäßen Verwendung einer plastischen Abformasse oder Tiefziehfolie ist auch, dass diese sich in Fehlstellen (z.B. Zahnlücken) erstreckt und damit (im Unterschied zu einer An wendung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems ohne Zahn oder Kieferschutz) Druck von den zu den Fehlstellen benachbar ten Bereichen des abgedeckten Oberkieferbereiches bei der Be aufschlagung mit der Oberkieferabstützung nimmt und gleichmä ßiger verteilt. Insbesondere dieser Vorteil kommt auch zum Tragen, wenn der personalisierte Zahn- oder Kieferschutz in Ergänzung zu der mit einem Überzug versehenen Oberkieferab- stützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems verwendet wird, da damit einem unerwünschten Einbruch der Oberkieferab- stützung in die Fehlstellen, nunmehr ausgefüllt durch die plastische Abformmasse oder tiefgezogene Folie, entgegenge wirkt wird. Durch die Verwendung des erfindungsgemäßen personalisierten Zahn- oder Kieferschutzes für den Oberkiefer wird somit ein direkter Kontakt der metallischen Oberkieferabstützung des La- ryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems mit den Schneidezähnen und daran angrenzenden Bereich vermieden, der ansonsten zu ei ner Schädigung führen kann, beispielsweise zu einer Abtragung (Abrasion) oder Schädigung des Zahnschmelzes (Enamelum) oder zu Irritationen des die Zähne im Zahnhalsbereich bedeckenden Zahnfleisches (Gingiva) .

Der Zahn- oder Kieferschutz wird erfindungsgemäß auf der Basis einer plastischen Abformmasse oder Tiefziehfolie hergestellt. Ebenfalls in Betracht kommen hybride Materialien, beispiels weise Kombinationen aus soft-elastischen Materialien mit har ten Materialien. Entsprechende Materialien und Techniken sind aus dem Stand der Technik bekannt und werden routinemäßig im Dentalbereich verwendet um beispielsweise Abdrücke von Zähnen, Kiefer oder Kieferbereichen im Wege sogenannter Situationsab- formungen zu nehmen oder um Zahn- oder den Kiefer-schützende Auflagen (Zahnschiene bzw. Nachtschienen; Aufbissschienen bzw. Okklusionsschienen, etc.) herzustellen. Unter anwendungsprak tischen Gesichtspunkten ist es von Vorteil, wenn die plasti schen Abformmassen keine starren Materialien sind, da sich starre Materialien nur schwer als Ganzes aus dem Mund entfer nen lassen. Mit anderen Worten, bevorzugt sind elastische Ab formmassen, wie sie im Stand der Technik üblich sind und in der Regel auf der Basis von Silikon oder Ethylen-Vinylacetat hergestellt werden. Grundsätzlich ist jedoch jegliches Dental material geeignet, welches im Stand der Technik für Präzisi- onsabformungen Verwendung findet. Dazu zählen auch die zuvor für den repositionierbaren Überzug der Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems als vorteilhaft er läuterten Silikone. Der personalisierte Zahn-oder Kieferschutz deckt den Oberkiefer im Schneidezahnbereich ab und kann sich bis zu den Eckzähnen, den kleinen Backenzähnen, den großen Ba ckenzähnen und den gegebenenfalls vorhandenen Weisheitszähnen erstrecken. Beispielsweise kann der Zahn-oder Kieferschutz nur von dem Schneidzahnbereich des Oberkiefers abgeformt sein oder eine Abformung des gesamten Oberkiefers sein, wobei diese Ab formung nachfolgend z.B. nur auf den Schneidezahnbereich der Abformung eingekürzt wird.

Um der auf dem Zahn- oder Kieferschutz aufsetzenden Oberkie- ferabstützung einen ausreichenden Widerstand entgegenzusetzen ist es zweckmäßig, wenn der Schutz weitestgehend, zumindest aber teilweise ausgehärtet ist. Das bedeutet insbesondere, dass bei der Verwendung einer Tiefziehfolie diese Folie nach dem Tiefziehverfahren ausreichend stabil ist um der Oberkie- ferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems einen Widerstand entgegenzusetzen. In Bezug auf dentale Silikon-Ab- formmassen auf der Basis von additions- oder kondensationsver netzenden Silikonen unter Verwendung eines Katalysators bedeu tet dies, dass die katalytische Reaktion soweit abgeschlossen ist, dass die Abformmasse ausreichend stabil ist um der Ober- kieferabstützung des Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems einen Widerstand entgegenzusetzen.

Die Erfindung wird nun anhand von bevorzugten Ausführungsfor men unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beispiel haft beschrieben. Es zeigen:

Figur 1: ein Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System;

Figur 2: das Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System gemäß

Figur 1 bei Anwendung am Patienten;

Figur 3a, b: Die Oberkieferabstützung des Laryngo-Pharyn- goskop-Retraktor-Systems gemäß Figur 1 und 2 ohne (Figur 3a) und mit (Figur 3b) dem erfindungsgemä ßen repositionierbaren Überzug; und

Figur 4: einen personalisierten Zahn- oder Kieferschutz zur erfindungsgemäßen Verwendung mit einem La- ryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System.

Das in Figur 1 als solches und in Figur 2 am Patienten darge stellte metallische Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-System 3 umfasst einen Basisrahmen 4 mit einem oberen Riegel 5 und ei nem unteren Riegel 6. Am oberem Riegel 5 ist eine Oberkiefer- abstützung in Form eines Oberkieferlöffel 2 angeordnet. Am dem oberen Riegel 5 gegenüberliegenden unteren Riegel 6 ist eine Spatelaufnahme 7 angeordnet, in die ein Spatel 8 mit seinem dafür vorgesehenen Anschlussstück 9 eingesetzt ist. Der Auf nahmebereich der Spatelaufnahme 7 ist über die Stellschrauben 10, 11 hinsichtlich Position und Orientierung einstellbar. Die Position des Spatels 8 in der Spatelaufnahme 7 selbst kann durch die Stellschraube 12 verändert werden. An den beiden zwischen oberem Riegel 5 und unterem Riegel 6 angeordneten Stielen 13 des Basisrahmens 4 sind weiterhin zwei Wangenhal ter-Adapter 14 lösbar befestigt. Die Wangenhalter-Adapter 14 lassen sich in beliebiger Position an den Stielen 13 befestig ten. An den Wangenhalter-Adaptern 14 ist jeweils ein Wangen halter 15 lösbar in einer frei wählbaren Position befestigt.

Am entfernten Ende der Spatelaufnahme 7 ist ein Kupplungsbe reich 16 vorgesehen, mit dem der Basisrahmen 4 bspw. an einem Gelenkhalter (vgl. Figur 2) befestigt werden kann. Die letzt endliche Verwendung des in den Figuren 1 und 2 dargestellten Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems 3 zu Untersuchung- oder Operationszwecken ist aus dem Stand der Technik bekannt.

Figur 3 zeigt den oberen Riegel 5 des Basisrahmens 4 mit der sich aus dem oberen Riegel 5 erstreckenden Oberkieferabstüt- zung in Form eines Oberkieferlöffels 2 des in Figur 1 darge stellten Laryngo-Pharyngoskop-Retraktor-Systems 3 ohne (Figur 3a) und mit (Figur 3b) dem erfindungsgemäßen repositionierba- ren Überzug 1. Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass der Überzug 1 die als metallischen Oberkieferlöffel ausgebildete Oberkie- ferabstützung 2 formschlüssig umhüllt.

Figur 4 zeigt einen personalisierten Zahn- oder Kieferschutz 17 für den Oberkiefer gemäß der weiteren Ausführungsform der Erfindung in Form einer plastischen Abformmasse 18 auf einem Abformlöffel 19. Die plastische Abformmasse 18 ist nach ihrer Aushärtung als Zahn- oder Kieferschutz 17 für den Oberkiefer des Patienten in der Anwendung mit einem Laryngo-Pharyngoskop- Retraktor-System 3 geeignet, dessen Oberkieferabstützung 2 an dem Zahn oder Kieferschutz 17 im Bereich der Schneidezähne an liegt und sich an dieser Fläche abstützt.