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Title:
USE OF A CATALYST FOR THE SELECTIVE CATALYTIC OXIDATION OF NITROGEN-CONTAINING ORGANIC COMPOUNDS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/007815
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to the use of a catalyst for the selective catalytic oxidation of nitrogen-containing organic compounds, in particular in the exhaust gas of a coffee roasting device, wherein the catalyst comprises: a first component, comprising at least one element of the group consisting of copper, manganese, iron, or a mixture thereof; a second component, comprising at least one element of the group consisting of cerium, strontium, a lanthanide, a mixture of lanthanides, or a mixture thereof; a third component, comprising at least one element of the group consisting of a zeolite, an oxygen storage material, an inorganic oxide, or a mixture thereof.

Inventors:
IRETSKAYA SVETLANA (DE)
ZIRPEL KEVIN (DE)
HELMER OLAF (DE)
ZIMMERMANN SEBASTIAN (DE)
Application Number:
EP2019/067652
Publication Date:
January 09, 2020
Filing Date:
July 02, 2019
Export Citation:
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Assignee:
INTERKAT CATALYST GMBH (DE)
International Classes:
B01D53/86; A23F5/04
Domestic Patent References:
WO2017064654A12017-04-20
WO2012085157A12012-06-28
Foreign References:
US20160001228A12016-01-07
DE102011012799A12012-03-15
EP1197259A12002-04-17
Attorney, Agent or Firm:
RÖßLER, Matthias (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verwendung eines Katalysators zur selektiven katalytischen Oxidation von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, wobei der Katalysator um- fasst:

- eine erste Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe bestehend aus Kupfer, Mangan, Eisen oder eine Mischung davon;

- eine zweite Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe bestehend aus Cer, Strontium, einem Lanthanid, einer Mi- schung von Lanthaniden oder eine Mischung davon;

- eine dritte Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe bestehend aus einem Zeolith, einem Sauerstoffspeichermaterial, einem anorganischen Oxid oder eine Mischung davon. 2. Verwendung nach Anspruch 1 , wobei die erste Komponente 1 bis 15 Ge- wichtsprozent des Katalysators bildet.

3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die zweite Komponente 2 bis 25 Gewichtsprozent des Katalysators bildet.

4. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die dritte Komponente 5 bis 95 Gewichtsprozent des Katalysators bildet.

5. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die dritte Komponente einen Zeolith umfasst.

6. Verwendung nach Anspruch 5, wobei der Zeolith einer aus der Gruppe be- stehend aus EMC-2, Beta-Zeolith, Mordenit, Faujasit, AIPO-5, Theta-1 , ZSM-Zeolith, MCM-Zeolith, Ferrierit oder eine Mischung davon ist.

7. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Bil dung von Stickoxiden im Abgas zumindest teilweise unterbunden wird.

8. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Ab- gas ohne Additiv mit dem Katalysator verwendet wird. 9. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zusätzlich und nachfolgend zu dem Katalysator zur selektiven katalytischen Oxidation ein Oxidationskatalysator verwendet wird.

10. Verwendung nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Nachbe- handlung eines Abgases eines Kaffeeröstprozesses.

Description:
Verwendung eines Katalysators zur selektiven katalytischen Oxidation von stick- stoffhaltigen organischen Verbindungen

Die Erfindung betrifft eine Verwendung eines Katalysators zur selektiven katalyti- schen Oxidation von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, insbesondere im Abgas einer Kaffeeröstvorrichtung bzw. eines Kaffeeröstprozesses.

Auch im Zusammenhang mit Kaffeeröstvorgängen sind Emissionsgrenzwerte, etwa für VOC’s (flüchtige organische Verbindungen), Kohlenstoffmonoxid und Stickoxide einzuhalten. Hierzu kann eine Abgasnachbehandlung des Abgases aus den Röstvorgängen beitragen. Vorgeschlagen wurde bereits eine Abgasnachbe- handlung von Abgas aus Röstvorgängen mit (edelmetallhaltigen) Oxidationskata- lysatoren. Entsprechende Oxidationskatalysatoren tragen dazu bei, organische Verbindungen und Kohlenstoffmonoxid zu oxidieren.

Ein Nachteil solcher Oxidationskatalysatoren ist jedoch die Bildung von Stickoxi- den (NOx) durch die Oxidation stickstoffhaltiger organischer Verbindungen. Um diesem Nachteil entgegenzuwirken, wurden bisher verschiedene Möglichkeiten vorgeschlagen. Eine Möglichkeit besteht in der selektiven nicht katalytischen Re- duktion (sog. SNCR-Technologie), die sehr energieaufwendig bei hohen Tempe- raturen mit Hilfe eines Reduktionsmittels, wie etwa Ammoniak oder Harnstoff er- folgt. Diese ist allerdings platzaufwändig sowie unpraktisch für kleinere Anlagen und lässt sich daher nicht immer realisieren. Eine weitere Möglichkeit besteht da- rin, zusätzlich einen Katalysator zur selektiven katalytischen Reduktion (sog. SCR- Technologie) einzusetzen. Dieser dient der Reduktion von Stickoxiden (NOx) im Abgas, wobei die chemische Reaktion am SCR-Katalysator selektiv ist, d.h., dass die Stickoxide (NO, NO 2 ) bevorzugt zu Stickstoff reduziert werden, während uner- wünschte Nebenreaktionen wie die Bildung von Lachgas (N 2 O) weitgehend unter- drückt werden. Nachteile der SCR-Technologie sind jedoch darin zu sehen, dass diese zum einen eine ggf. aufwendige Prozesssteuerung erforderlich macht und zum anderen hierzu ein zusätzliches Additiv bzw. Reduktionsmittel, wie etwa Harn- stoff oder Ammoniak notwendig ist. Solche Stoffe sind jedoch in der Lebensmittelindustrie grundsätzlich unerwünscht, sodass deren Einsatz in diesem Zusammenhang möglichst zu vermeiden ist.

Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen. Ins- besondere soll eine Verwendung eines Katalysators zur Behandlung von stickstoff- haltigen organischen Verbindungen im Abgas (insbesondere einer Kaffeeröstvor- richtung) angegeben werden, die zumindest dazu beiträgt, dass eine katalytische Umsetzung der stickstoffhaltigen organischen Verbindungen möglichst ohne (be- achtliche) Bildung von Stickoxiden und ohne Zugabe eines Additives (insbeson- dere Reduktionsmittels, wie etwa Harnstoff oder Ammoniak) möglich ist.

Hierzu trägt eine Verwendung eines Katalysators zur selektiven katalytischen Oxi- dation von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen bei, wobei der Katalysator umfasst:

- eine erste Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe beste- hend aus Kupfer, Mangan, Eisen oder eine Mischung davon;

- eine zweite Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe be- stehend aus Cer, Strontium, einem Lanthanid, einer Mischung von Lanthani- den oder eine Mischung davon;

- eine dritte Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe beste- hend aus einem Zeolith, einem Sauerstoffspeichermaterial, einem anorgani- schen Oxid oder eine Mischung davon.

Die hier vorgeschlagene Lösung erlaubt den besonderen Vorteil, dass eine kata- lytische Umsetzung der stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, insbeson- dere aus dem Abgas von (Kaffee-)Röstprozessen, möglichst ohne Bildung von Stickoxiden und ohne Zusatz eines Reduktionsmittels, wie etwa Harnstoff oder Ammoniak möglich ist. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass die hier vor- geschlagene Kombination von erster Komponente, zweiter Komponente und drit- ter Komponente in vorteilhafter Weise dazu beiträgt, dass die Oxidation selektiv ausgeführt wird, was insbesondere bedeutet, dass bei der Oxidation von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen der Stickstoff gezielt nicht oxidiert wird, wodurch die Bildung ungewünschter Stickoxide (NOx) praktisch vermieden werden kann. Dadurch kann eine (sich an herkömmliche Oxidationskatalysatoren anschließende) Reduktion von Stickoxiden vorteilhaft entfallen, sodass kein Re- duktionsmittel verwendet werden muss.

Der Katalysator ist insbesondere zur selektiven katalytischen Oxidation von stick- stoffhaltigen organischen Verbindungen, insbesondere stickstoffhaltigen organi- schen Kohlenwasserstoffen, eingerichtet. Dies bedeutet mit anderen Worten ins- besondere, dass die chemische Reaktion am Katalysator selektiv ist. Hierbei wer- den bevorzugt Kohlenstoffgruppen innerhalb (organischer Kohlenwasserstoffe zu Kohlenmonoxid (CO) und Kohlendioxid (CO 2 ) oxidiert, während unerwünschte Ne- benreaktionen wie insbesondere die Totaloxidation von Stickstoff, beispielsweise zu Stickstoffoxid (NO) oder Stickstoffdioxid (NO 2 ), weitgehend oder nahezu voll- ständig unterdrückt werden.

Insbesondere ist der Katalysator dazu eingerichtet, nur Kohlenstoffgruppen und/o- der nur sich von Stickstoff unterscheidende chemische Elemente zu oxidieren. Dies bedeutet mit anderen Worten insbesondere, dass der Katalysator derart se- lektiv ist, dass er (insbesondere innerhalb einer stickstoffhaltigen organischen Ver- bindung bzw. bei der Oxidation einer stickstoffhaltigen organischen Verbindung) nur Kohlenstoffgruppen innerhalb einer organischen Verbindung zu CO und CO 2 oxidiert und/oder nur bestimmte chemische Elemente, insbesondere sich von Stickstoff unterscheidende chemische Elemente partiell oder vollständig oxidiert. Dies bedeutet mit noch anderen Worten insbesondere, dass der Katalysator derart selektiv ist, dass er stickstoffhaltige Molekülgruppen innerhalb der Kohlenwasser- stoffkette selektiv zu Stickstoff und nicht zu NOx oxidiert, insbesondere bei der Oxidation einer stickstoffhaltigen organischen Verbindung den Stickstoff nicht zu NOx oxidiert.

Ein Beispiel für eine stickstoffhaltige organische Verbindung, die im Zusammen- hang mit Röstvorgängen eine Rolle spielen kann, ist Koffein. Koffein hat die chemische Summenformel C8H10N4O2. Nachfolgend wird am Beispiel von Koffein eine selektive Oxidation dieser stickstoffhaltigen organischen Verbindung anhand einer entsprechenden Reaktionsgleichung veranschaulicht:

2 C 8 HION 4 02 + 19 0 2 -» 4 N2 + I 6 CO2 + I O H2O

Der Katalysator wird bevorzugt zur selektiven katalytischen Oxidation bzw. zum selektiven katalytischen Oxidieren von stickstoffhaltigen organischen Verbindun- gen im Abgas einer Kaffeeröstvorrichtung verwendet. Das Abgas der Kaffeeröst- vorrichtung betrifft hierbei regelmäßig die Abluft aus den Röstvorgängen. Diese Abluft enthält in der Regel stickstoffhaltige organische Verbindungen, wie etwa Koffein.

Röstkaffe enthält ca. 835 flüchtige Verbindungen. Diese können in 21 Verbin- dungsklassen eingeteilt werden. Zu diesen Verbindungsklassen zählen aliphati- sche Kohlenwasserstoffe (mit 45 flüchtigen Verbindungen), aromatische Kohlen- wasserstoffe (mit 35 flüchtigen Verbindungen), Alkohole (mit 25 flüchtigen Verbin- dungen), Aldehyde (mit 37 flüchtigen Verbindungen), Ketone (mit 85 flüchtigen Verbindungen), Säuren (mit 28 flüchtigen Verbindungen), Ester (mit 33 flüchtigen Verbindungen), Amine (mit 13 flüchtigen Verbindungen), Pyrrole (mit 72 flüchtigen Verbindungen), Pyridine (mit 20 flüchtigen Verbindungen), Pyrazine (mit 89 flüch- tigen Verbindungen), Chinoxaline (mit 1 1 flüchtigen Verbindungen), Furanone (mit 128 flüchtigen Verbindungen), Oxazole (mit 35 flüchtigen Verbindungen), Thiole (mit 7 flüchtigen Verbindungen), Sulfide (mit 13 flüchtigen Verbindungen), Disulfide (mit 10 flüchtigen Verbindungen), Thiophene (mit 28 flüchtigen Verbindungen), Thiazole (mit 27 flüchtigen Verbindungen), Phenole (mit 49 flüchtigen Verbindun- gen) und sonstige (mit 45 flüchtigen Verbindungen).

Der Katalysator (zur selektiven katalytischen Oxidation) umfasst mindestens drei Komponenten, nämlich zumindest eine erste Komponente, eine zweite Kompo- nente und eine dritte Komponente. Darüber hinaus kann der Katalysator grund- sätzlich auch noch weitere Komponenten umfassen. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung besteht der Katalysator (nur) aus der ersten Komponente, der zwei- ten Komponente und der dritten Komponente.

Der Katalysator hat eine erste Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe bestehend aus Kupfer, Mangan, Eisen oder eine Mischung davon. Dies bedeutet mit anderen Worten insbesondere, dass die erste Komponente Kup- fer, Mangan und/oder Eisen umfasst und/oder eine Mischung von Kupfer, Mangan und/oder Eisen umfasst. Als erste Komponente werden besonders bevorzugt Man- gan und/oder Kupfer verwendet.

Die chemischen Elemente aus der ersten Komponentengruppe weisen eine (ge- genüber Edelmetallen) milde Oxidationsaktivität auf und können daher besonders gut für die partielle Oxidation der stickstoffhaltigen organischen Verbindungen im Vergleich zu Edelmetallen, die zu ihrer vollständigen Oxidation führen würden, ge- eignet sein.

Der Katalysator hat weiterhin eine zweite Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe bestehend aus Cer, Strontium, einem Lanthanid, einer Mi- schung von Lanthaniden oder eine Mischung davon. Dies bedeutet mit anderen Worten insbesondere, dass die zweite Komponente Cer, Strontium, ein Lanthanid und/oder eine Mischung von Lanthaniden umfasst und/oder eine Mischung von Cer, Strontium, einem Lanthanid und/oder eine Mischung von Lanthaniden um- fasst. Als zweite Komponente wird bevorzugt Cer und/oder Strontium verwendet. Besonders bevorzugt wird als zweite Komponente Cer verwendet.

Die Elemente der zweiten Komponente können Mischoxide mit Elementen der ers- ten Komponente bilden, welche insbesondere vorteilhaft zur selektiven Oxidation sind.

Der Katalysator hat zudem eine dritte Komponente, umfassend zumindest ein Ele- ment der Gruppe bestehend aus einem Zeolith, einem Sauerstoffspeichermaterial, einem anorganischen Oxid oder eine Mischung davon. Dies bedeutet mit anderen Worten insbesondere, dass die dritte Komponente einen Zeolith, ein Sauerstoff- speichermaterial und/oder ein anorganisches Oxid umfasst und/oder eine Mi- schung von einem Zeolith, einem Sauerstoffspeichermaterial und/oder einem an- organischen Oxid umfasst.

Die dritte Komponente dient als Träger für die aktiven Metalle der ersten Kompo- nente und/oder zweiten Komponente.

Die komplexe Struktur von Zeolithen als Träger für die aktiven Metalle kann dazu beitragen, eine selektive Oxidation von stickstoffhaltigen organischen Materialien zu erreichen. Diese Wirkungsweise wird auch als„shape selectivity“ bezeichnet.

Das Sauerstoffspeichermaterial unterstützt die Oxidation von organischen Materi- alien, die an der Katalysatoroberfläche adsorbiert sind, indem es ein hochreaktives Sauerstoffatom aus dem Gitter bereitstellt.

Als dritte Komponente wird besonders bevorzugt ein Zeolith verwendet. Als dritte Komponente kann darüber hinaus auch eine Mischung von Zeolithen verwendet werden. Der Zeolith oder die Mischung von Zeolithen kann in der H-Form, der Na- Form, der Ammoniumform oder einer Mischung davon vorliegen. Besonders be- vorzugt liegt der Zeolith oder die Mischung von Zeolithen in der H-Form vor.

Alternativ oder kumulativ kann als dritte Komponente bevorzugt ein Sauerstoffspei- chermaterial verwendet werden. Ein Sauerstoffspeichermaterial kann ein Material auf Cer-Oxid-Basis umfassen. Ein Sauerstoffspeichermaterial kann Sauerstoff aus sauerstoffreichen Zufuhrströmen aufnehmen und (den gespeicherten) Sauerstoff (wieder) an sauerstoffarme Zufuhrströme abgeben. Das Sauerstoffspeichermate- rial kann auch ein Träger für die erste Komponente und/oder die zweite Kompo- nente sein.

Besonders bevorzugt ist die Verwendung einer Mischung aus einem Zeolith und einem Sauerstoffspeichermaterial. Alternativ oder kumulativ kann als dritte Komponente bevorzugt ein anorganisches Oxid verwendet werden. Bei dem anorganischen Oxid kann es sich beispielsweise um zumindest eines der Gruppe bestehend aus Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Ti- tandioxid und Siliciumdioxid-Aluminiumoxid handeln. Darüber hinaus kann das an- organische Oxid als feste Lösung, als Verbundstoff und/oder als Mischungen aus der genannten Gruppe von anorganischen Oxiden vorliegen. Ein bevorzugt ver- wendetes anorganisches Oxid ist Siliziumoxid.

Die anorganischen Oxide können beispielsweise als Teil eines Washcoats verwen- det werden. Anorganische Oxide können in vorteilhafter Weise die Rheologie von wässrigen Aufschlämmungen für den (optionalen) Washcoat verbessern und/oder die Washcoat-Haftung an einem Substrat verbessern, insbesondere wenn der Ka- talysator auf einen Monolithen aufgetragen werden soll.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die erste Kom- ponente (etwa) 1 bis (etwa) 15 Gewichtsprozent des Katalysators bildet. Bevorzugt bildet die erste Komponente 2 bis 10 Gewichtsprozent des Katalysators.

Die Gewichtsprozentangaben beziehen sich auf die Trockenmasse des Katalysa- tors.

Mit dem angegebenen Minimum kann erreicht werden, dass noch ausreichend ak- tive Metalle auf der Oberfläche des Katalysators vorhanden sind, um genügend aktive Stellen für die Adsorption und die katalytische Reaktion bereitzustellen. Die maximale Menge sollte basierend auf der verfügbaren Oberfläche des Trägers be- stimmt werden. Ein zu großer Anteil an aktiven Metallen der ersten Komponente könnte zu einer reduzierten Dispergierung und damit zu einem schnellen Sintern der aktiven Metalle während des Einsatzes und damit zum Aktivitätsverlust führen. Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die zweite Kom- ponente (etwa) 2 bis (etwa) 25 Gewichtsprozent des Katalysators bildet. Bevorzugt bildet die zweite Komponente 5 bis 20 Gewichtsprozent des Katalysators.

Ein (vor)bestimmbarer Verhältnisbereich zwischen der ersten Komponente und der zweiten Komponente kann zu einer besseren Aktivität des Katalysators führen. Daher sollte die Menge der zweiten Komponente in dem Katalysator von der Menge der ersten Komponente abhängen. Beispielsweise kann die zweite Kom- ponente mit einem größeren, etwa gleichen oder kleineren Gewichtsanteil als die erste Komponente vorgesehen sein.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die dritte Kom- ponente (etwa) 5 bis (etwa) 95 Gewichtsprozent des Katalysators bildet. Bevorzugt bildet die dritte Komponente 50 bis 85 Gewichtsprozent des Katalysators.

Die dritte Komponente liefert eine Oberfläche für eine gute Dispersion der gewähl- ten aktiven Metalle (Kombination der ersten Komponente und zweiten Kompo- nente). Daher ist ein angepasster Verhältnisbereich zwischen der dritten Kompo- nente und der Summe der ersten Komponente und zweiten Komponenten zu wäh- len.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die dritte Kom- ponente einen Zeolith umfasst. In diesem Zusammenhang ist es besonders bevor- zugt, wenn der Zeolith einer aus der Gruppe bestehend aus EMC-2, Beta-Zeolith, Mordenit, Faujasit, AIPO-5, Theta-1 , ZSM-Zeolith, MCM-Zeolith, Ferrierit oder eine Mischung davon ist. Bevorzugt wird ZSM-5 als Zeolith verwendet.

Zeolithe, die im Gerüst große Ringe (8 oder mehr T-Atome) enthalten, können für die Anwendung besonders vorteilhaft sein („ shape selectivity‘).

Der Katalysator wird insbesondere so verwendet, dass die Bildung von Stickoxiden im Abgas zumindest teilweise unterbunden wird. Der Katalysator wird insbesondere so verwendet, dass für die Reaktion mit dem Abgas kein Additiv zugegeben wird. Das meint insbesondere, dass das„unbehan- delte“ Abgas direkt bzw. ohne Hinzufügen eines abgasexternen Fluids oder Fest- stoffs dem Katalysator zugeführt wird.

Die Verwendung ist so bevorzugt, dass das (gesamte) Abgas im ersten (katalyti- schen) Behandlungsschritt dem Katalysator zu geführt wird.

Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass zusätzlich zu dem Katalysator zur selektiven katalytischen Oxidation ein Oxidationskatalysator zur Nachbehandlung des Abgases der Kaffeeröstvorrichtung verwendet wird.

In der Regel kommt der Oxidationskatalysator dabei insbesondere erst (räumlich und/oder zeitlich) nach dem Katalysator zur selektiven katalytischen Oxidation in Kontakt mit dem Abgas. Das bedeutet mit anderen Worten insbesondere, dass der Oxidationskatalysator stromab des Katalysators zur selektiven katalytischen Oxi- dation angeordnet ist. Der Oxidationskatalysator wird insbesondere dazu verwen- det, im Kohlenmonoxid im (vorbehandelten) Abgas zu oxidieren.

Als Beispiel für einen solchen Oxidationskatalysator sei hier einer angegeben, der Platin (Pt) oder/und Palladium (Pd) als Träger auf einem anorganischen Oxid (z.B. Aluminiumoxid, Titanoxid, oder dergleichen) umfasst.

Grundsätzlich wird der Katalysator ohne Zusatz eines Additivs, z. B. eines Reduk- tionsmittels für die SCR-Reaktion verwendet. Bei dem Reduktionsmittel handelt es sich beispielsweise um Harnstoff oder Ammoniak. In diesem Zusammenhang wird Harnstoff auch als sog. Reduktionsmittelvorläufer bezeichnet, aus dem das eigent- liche Reduktionsmittel Ammoniak generiert werden kann. Der Katalysator kommt insbesondere deshalb ohne ein solches Reduktionsmittel aus, da der Katalysator (nur) zur selektiven Oxidation (und nicht zur Reduktion) dient. Bevorzugt wird der Katalysator bei einer Abgastemperatur größer oder gleich 350°C [Grad Celsius] verwendet. Besonders bevorzugt wird der Katalysator bei einer Abgastemperatur größer oder gleich 400°C verwendet. Für den Fall der Kaf- feeröstung kann vorgesehen sein, dass das Abgas zunächst noch erhitzt wird, be- vor es dem Katalysator zugeführt wird.

In einer Ausführungsform kann der Katalysator in eine Form, wie etwa eine Wa- benstruktur, Pellets oder Kügelchen geformt sein. Bevorzugt ist der Katalysator auf eine metallische oder keramische Wabenstruktur aufgebracht. In einer alternativen Ausführungsform kann der Katalysator zu einem Extrudat, insbesondere Monolith extrudiert sein.

Darüber hinaus kann der Katalysator ein Substrat und eine mit dem Substrat ver- bundene katalytische Schicht, insbesondere katalytische Beschichtung aufweisen. Das Substrat kann in der Art eines (festen) Katalysatorträgerkörpers, beispiels- weise mittels eines keramischen oder metallischen Monoliths gebildet sein. Alter- nativ oder kumulativ kann das Substrat Pellets oder Kügelchen umfassen. Bei dem Substrat kann es sich beispielsweise um eine insbesondere für das Abgas durch- strömbare Kanäle ausbildende Struktur handeln. Die Struktur kann metallisch oder keramisch sein. Bevorzugt handelt es sich bei der Struktur um eine insbesondere keramische oder metallische Wabenstruktur. Wenn der Katalysator ein Substrat aufweist, beziehen sich die obigen Gewichtsprozentangaben grundsätzlich auf die darauf befindliche katalytische Schicht bzw. Beschichtung und nicht auf das Ge- samtgewicht inklusive Substrat.

Die Verwendung des Katalysators eignet sich insbesondere zur Nachbehandlung eines Abgases eines Kaffeeröstprozesses.

Bei einem Kaffeeröstprozess werden Kaffeebohnen einer großen Hitze ausgesetzt (also geröstet), um ihre Aromastoffe zu lösen. Dies erfolgt insbesondere in einer trockenen oder wasserdampfhaltigen Umgebung bei Temperaturen von ca. 100 °C bis ca. 500 °C (Rösttemperatur) über eine vorgegebene Zeit von beispielsweise 2 bis 20 min. Die während der Röstung entstehenden Gase werden einer Abgas- nachbehandlung unterzogen, wobei bevorzugt der hier vorgeschlagenen Kataly- sator verwendet wird.

Nach einem weiteren Aspekt wird hier auch ein Katalysator für eine Kaffeeröstvor- richtung vorgeschlagen, wobei der Katalysator zur selektiven katalytischen Oxida- tion von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen im Abgas der Kaffeeröstvor- richtung eingerichtet ist und wobei der Katalysator umfasst:

- eine erste Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe beste- hend aus Kupfer, Mangan, Eisen oder eine Mischung davon;

- eine zweite Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe be- stehend aus Cer, Strontium, einem Lanthanid, einer Mischung von Lanthani- den oder eine Mischung davon;

- eine dritte Komponente, umfassend zumindest ein Element der Gruppe beste- hend aus einem Zeolith, einem Sauerstoffspeichermaterial, einem anorgani- schen Oxid oder eine Mischung davon.

Die im Zusammenhang mit der Verwendung erörterten Details, Merkmale und vor- teilhaften Ausgestaltungen können entsprechend auch bei dem hier vorgestellten Katalysator auftreten und umgekehrt. Insoweit wird auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung der Merkmale vollumfänglich Bezug genommen.

Nach einem weiteren Aspekt wird hier auch eine Kaffeeröstvorrichtung vorgeschla- gen, die einen hier vorgeschlagenen Katalysator zur selektiven katalytischen Oxi- dation aufweist.

Die im Zusammenhang mit der Verwendung und/oder dem Katalysator erörterten Details, Merkmale und vorteilhaften Ausgestaltungen können entsprechend auch bei der hier vorgestellten Kaffeeröstvorrichtung auftreten und umgekehrt. Insoweit wird auf die dortigen Ausführungen zur näheren Charakterisierung der Merkmale vollumfänglich Bezug genommen. Die hier vorgestellte Lösung sowie deren technisches Umfeld werden nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Erfindung durch die gezeigten Ausführungsbeispiele nicht beschränkt werden soll. Insbeson- dere ist es, soweit nicht explizit anders dargestellt, auch möglich, Teilaspekte der in den Figuren erläuterten Sachverhalte zu extrahieren und mit anderen Bestand- teilen und/oder Erkenntnissen aus anderen Figuren und/oder der vorliegenden Be- schreibung zu kombinieren. Es zeigt schematisch:

Fig. 1 : eine Veranschaulichung einer Reduzierung der Stickoxid-Emission in Kaffee-Röstabgasen, die mit der hier vorgeschlagenen Lösung erzielt werden konnte.

Fig. 1 zeigt schematisch eine Veranschaulichung einer Reduzierung der Stickoxid- Emission in Kaffee-Röstabgasen, die mit der hier vorgeschlagenen Lösung erzielt werden konnte. Hierbei ist die NOx-Konzentration 1 über der Zeit 2 aufgetragen. Die Veranschaulichung zeigt einen Verlauf 3 der NOx-Konzentration über der Zeit.

Die Veranschaulichung gemäß Fig. 1 betrifft ein Abgasmessergebnis bei einem Versuch, für den als Röstvorrichtung ein T rommelröster verwendet wurde, bei dem die Röstdauer jeweils zwölf Minuten betragen hat und bei dem als Bohnenart eine Robusta-Bohne verwendet wurde.

Es wurden zwei Röstvorgänge durchgeführt, die jeweils eine Röstdauer von zwölf Minuten aufwiesen. Während der ersten Röstdauer 4 wurden die Röstabgase mit einem herkömmlichen Oxidationskatalysator behandelt. Während der zweiten Röstdauer 5 wurden die Röstabgase zusätzlich unter Verwendung der hier vorge- schlagenen Lösung behandelt (und mit dem Oxidationskatalysator nachbehan- delt).

Während der ersten Röstdauer 4 konnte eine erste mittlere NOx-Konzentration 6 von ca. 500 mg/Nm 3 gemessen werden. Während der zweiten Röstdauer 5 konnte eine zweite mittlere NOx-Konzentration 7 von ca. 100 mg/Nm 3 gemessen werden. Somit konnte die hier vorgeschlagenen Lösung zu einer deutlichen Reduzierung der Stickoxid-Emission (hier um ca. 80%) beitragen.

Der dazu verwendete, beispielhafte Katalysator umfasste:

- als erste Komponente: Kupfer und Mangan (ca. 9 Gewichtsprozent);

- als zweite Komponente: Cer (ca. 12 Gewichtsprozent);

- als dritte Komponente: einen Zeolith, nämlich ZSM-5, ein Sauerstoffspeicher- material und Siliziumoxid (ca. 79 Gewichtsprozent). Der bei dem Versuch verwendete herkömmliche Oxidationskatalysator weist fol gende Merkmale auf: 60 g / ft 3 Edelmetallbeladung im Verhältnis 1/2/0 (Pt / Pd / Rh) auf Basismetalloxid.

Hier vorgeschlagen wird (somit) eine Verwendung eines Katalysators zur selek- tiven katalytischen Oxidation von stickstoffhaltigen organischen Verbindungen im Abgas einer Kaffeeröstvorrichtung, welche die mit Bezug auf den Stand der Tech- nik geschilderten Probleme zumindest teilweise löst. Insbesondere wird eine Ver- wendung eines Katalysators zur selektiven katalytischen Oxidation von stickstoff- haltigen organischen Verbindungen im Abgas einer Kaffeeröstvorrichtung angege- ben, die zumindest dazu beiträgt, dass eine katalytische Umsetzung der stickstoff- haltigen organischen Verbindungen aus der Abluft von Röstprozessen möglichst ohne Bildung von Stickoxiden und ohne Zusatz eines Reduktionsmittels, wie etwa Harnstoff oder Ammoniak möglich ist.

Bezugszeichenliste

1 NOx-Konzentration

2 Zeit

3 Verlauf

4 erste Röstdauer

5 zweite Röstdauer

6 erste mittlere NOx-Konzentration

7 zweite mittlere NOx-Konzentration