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Title:
USE OF PARTS OF THE BAOBAB PLANT AS ANIMAL FOOD OR AS ADDITIVE IN ANIMAL FOOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/014860
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to the use of plant parts of the species Adansonia, particularly of the type Adansonia digitata (baobab) in animal food, or as animal food (additives), containing parts of the baobab plant.

Inventors:
ENGELS, Peter (Am Mühlenberg 29, Bergisch Gladbach, 51465, DE)
Application Number:
EP2007/005872
Publication Date:
February 07, 2008
Filing Date:
July 03, 2007
Export Citation:
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Assignee:
ENGELS, Peter (Am Mühlenberg 29, Bergisch Gladbach, 51465, DE)
International Classes:
A23K1/14; A23K1/18; A23K3/00
Attorney, Agent or Firm:
POLYPATENT (Fleischer, Godemeyer Kierdorf & Partne, Braunsberger Feld 29 Bergisch Gladbach, 51429, DE)
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Claims:

Ansprüche

1. Tierfutter oder Tierfutterergänzungsmittel, enthaltend wenigstens einen Zusatz aus wenigstens einem Bestandteil einer Pflanze der Gattung Adansonia, insbesondere der Arten Adansonia digitata (Baobab-Pflanze), A. grandidieri, A. za, oder A. gibbosa.

2. Tierfutter oder Tierfutterergänzungsmittel gemäß Anspruch 1 , enthaltend einen Pflanzenbestandteil in zerkleinerter Form, oder einen Extrakt aus einer Pflanze der Gattung Adansonia.

3. Tierfutter oder Tierfutterergänzungsmittel gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Zusatz wenigstens ein frischer oder getrockneter Pflanzenbestandteil in zerkleinerter Form ist, oder/und ein Extrakt aus wenigstens einem Pflanzenbestandteil, wobei der Extrakt bevorzugt vollständig unter Temperaturbedingungen unterhalb von maximal 65°C hergestellt wurde.

4. Tierfutter oder Tierfutterergänzungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem Zusatz aus einem Bestandteil der Baobab-Pflanze wenigstens ein weiterer Zusatz enthalten ist, ausgewählt aus der Gruppe der Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Zucker, Malz, Melasse, Getreide, Samen, insbesondere von ölpflanzen, Proteine, Aminosäuren, Salze, öle, Fette, Fettsäuren, Früchte, Fruchtbestandteile oder Fruchtextrakte oder Mischungen daraus.

5. Tierfutter oder Tierfutterergänzungsmittel gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der/die eingearbeiteten Pflanzenbestandteil(e) des Baobab ausgewählt ist/sind aus Fruchtpulpe, Blättern, Rinde, Blüten, Samen oder Wurzeln, oder Kombinationen davon, bzw. der Extrakt aus wenigstens einem dieser Bestandteile hergestellt ist.

6. Verwendung eines Pflanzenbestandteils in zerkleinerter Form und/oder eines Extrakts aus einer Pflanze der Gattung Adansonia, insbesondere der Arten Adansonia digitata (Baobab-Pflanze), A. grandidieri, A. za, oder A. gibbosa, in oder als Tierfutter(ergänzungs)mittel.

7. Verwendung gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Pflanzenbestandteil oder der Extrakt aus wenigstens einem der Bestandteile, ausgewählt aus Fruchpulpe, Blätter, Rinde, Blüten, Wurzeln oder Samen ist.

8. Verwendung gemäß Anspruch 6 oder 7, wobei der Pflanzenbestandteil oder Extrakt in Abmischung mit wenigstens einem weiteren Bestandteil, ausgewählt aus der Gruppe der Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Zucker, Malz, Melasse, Getreide, Samen, insbesondere von ölpflanzen, Proteine, Aminosäuren, Salze, öle, Fette, Fettsäuren, Früchte, Fruchtbestandteile oder Fruchtextrakte oder Mischungen daraus verwendet wird.

9. Verwendung gemäß Anspruch 7 oder 8, wobei der Pflanzenbestandteil des Baobabs Fruchtpulpe oder Blätter oder eine Mischung daraus ist.

Description:

Verwendung von Teilen der Baobab-Pflanze als Tierfutter oder als Zusatz in Tierfutter

[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von Pflanzenteilen der Gattung Adansonia insbesondere der Art Adansonia digitata (Baobab oder Affenbrotbaum) in Tierfutter oder als Tierfutter und Tierfutter(zusätze), das/die Teile der Baobabpflanze enthält/enthalten.

[0002] Die Verwendung unterschiedlicher Bestandteile der Baobab-Pflanze als Nahrungsmittel für Menschen und für verschiedene andere Zwecke ist allgemein bekannt. So werden beispielsweise die Blätter frisch als Gemüse gegessen, oder getrocknet und gerieben für die Zubereitung von Nahrungsmitteln, wie Soßen, Breien usw. genutzt. Die Fruchtpulpe der Baobab-Pflanze wird wegen ihres Vitamingehalts entweder frisch gegessen, zu gekochten Speisen hinzugefügt oder wegen ihres angenehmen Geschmacks als Grundlage bei der Getränkeherstellung genutzt. Die Samen der Baobab-Pflanze werden z.B. als Bindemittel für Suppen, geröstet als Snacks, als Ersatzbasis zur Kaffeeherstellung, oder gepresst als Speiseölgrundlage usw. verwendet. Die geriebenen Wurzeln der Baoab-Pflanze finden als Grundlage für die Farbstoffherstellung Verwendung. Medizinisch wird die Rinde der Baobab-Pflanze mit ihren astringierenden, diaphoretischen und sogar fiebersenkenden Eigenschaften eingesetzt, das Fruchtfleisch und die Samen werden beispielsweise wegen ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften bei Fieber oder auf entzündeten Wunden verwendet. Die Blätter dienen gegen das Schwitzen, gegen Nieren- und Harnblasenbeschwerden und als Antiasthmatikum. Kosmetische Anwendungen verschiedener Extrakte aus einzelnen Bestandteilen des Baobabs sind ebenfalls bekannt.

[0003] Die EP 0 973 494 beschreibt beispielsweise die Verwendung eines Extraktes aus Blättern einer Pflanze der Gattung Adansonia, insbesondere der Art Adansonia digitata (Affenbrotbaum = Baobab), für kosmetische, dermatologische und pharmazeutische Anwendungen sowie ein Kosmetik- und/oder Arzneimittelprodukt bzw. eine Kosmetik- oder Arzneimittelzusammensetzung für die Haut und/oder die Epithelanhanggebilde mit solch einem Extrakt.

[0004] In der heutigen Zeit halten viele Menschen Haus- oder Nutztiere und es wird sehr viel Wert auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung der Tiere gelegt. Aufgrund verschiedener Umstände kann es jedoch trotz des breiten Tierfutter-Angebots zu einer Mangelernährung der Tiere bezüglich bestimmter notwendiger Nahrungsbestandteile kommen, z.B. während der Trächtigkeit, während Krankheiten, bei Jungtieren während der Wachstumsphasen, bei verletzten oder älteren Tieren usw...

[0005] Ziel der vorliegenden Erfindung war es ein hochwertiges, schmackhaftes und daher von den Tieren gut annehmbares Futtermittel oder Futterergänzungsmittel bereitzustellen, das einer solchen Mangelernährung entgegenwirkt.

[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Tierfutter oder ein Futterergänzungsmittel, enthaltend wenigstens einen Zusatz aus wenigstens einem Bestandteil einer Pflanze der Gattung Adansonia, insbesondere der Arten Adansonia digitata (Baobab-Pflanze), A. grandidieri, A. za, oder A. gibbosa.

[0007] Wenn im Folgenden der Begriff „Baobab" oder „Baobab-Pflanze" verwendet wird, ist damit jede der hier zuvor genannten Pflanzengattungen gemeint.

[0008] Dieser Zusatz ist bevorzugt entweder ein Pflanzenbestandteil in zerkleinerter Form oder ein Extrakt aus wenigstens einem Bestandteil einer Pflanze der Gattung Adansonia, wobei dieser Extrakt bevorzugt nicht durch Heißextraktion gewonnen wird. Dieser Zusatz kann selbst als Nahtungs(ergänzungs)mittel verwendet werden.

[0009] In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird in ein Tierfutter, welches die üblichen Bestandteile einer solchen jeweils für eine bestimmte Tierart geeigneten Zusammensetzung enthalten kann, ohne dass hierdurch die Erfindung beschränkt werden soll, ein Zusatz aus wenigstens einem Bestandteil der Baobab-Pflanze eingearbeitet, in dem die in der Baobab-Pflanze natürlicherweise vorkommenden Bestandteile ohne wesentliche Degeneration enthalten sind. Dies soll heissen, dass solche Zusätze aus dem/den Pflanzenteil(en) hergestellt werden, ohne dass die in den Pflanzenteilen befindlichen Substanzen einer hohen, z.B. thermischen Belastung ausgesetzt sind.

[0010] In einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung werden die Bestandteile der Pflanze entweder unmittelbar in frischer oder getrockneter, zerkleinerter Form bereitgestellt und als solche als Tierfutter, in Tierfutter oder bevorzugt als Tierfutterergänzungsmittel verwendet, oder es wird aus den Bestandteilen ein wässriger Extrakt hergestellt, der bei der Herstellung nur maximal bis auf mäßige Temperaturen erwärmt wurde, und dieser wird in eine als Futtermittel oder Futterergänzungsmittel dienende Zusammensetzung eingearbeitet. Unter mäßigen Temperaturen ist hierbei eine Temperatur von maximal 65 C C, bevorzugt von maximal 50 0 C, besonders bevorzugt von maximal 40 0 C zu verstehen.

[0011] Die Trocknung des Bestandteils / der Bestandteile kann durch eine der bekannten Trocknungsarten erfolgen, wobei entweder Lufttrocknung oder Gefriertrocknung bevorzugt ist. Eine Temperaturerhöhung bei der Trocknung ist möglich, jedoch sollte auch hierbei die Temperatur bevorzugt nicht die oben angegebenen Werte überschreiten. Eine Trocknung unter Umweltbedingungen der Herstellerländer, also z.B. Afrika mit teilweise Tagestemperaturen im Bereich von über 40 0 C (in der Sonne auch deutlich höher) fällt jedoch ebenfalls unter den Sinn der vorliegenden Erfindung. Solange die Pflanzenbestandteile noch nicht einem Extraktionsverfahren unterzogen werden, ist die Temperatur für die in den Pflanzenteilen befindlichen Substanzen noch nicht so nachteilig, wie nach dem Herauslösen aus der „natürlichen Umgebung" durch ein Extraktionsverfahren. Daher ist im Falle der unmittelbaren Einarbeitung der Pflanzenbestandteile (ohne Extraktionsverfahren) in die hier beschriebenen Zubereitungen die bei der Trocknung angelegte Temperatur für die Erfindung nicht limitierend.

[0012] Durch diese Form der Aufarbeitung der Pflanzenbestandteile, also entweder (Trocknung und) Zerkleinerung, oder unter (ggf. zusätzlichen) Anwendung eines temperaturbeschränkten Extraktionsschrittes werden die in den Pflanzenbestandteilen enthaltenenen Substanzen besonders schonend behandelt. Dadurch wird erreicht, dass die

[0013] in die Futter(ergänzungs)mittel eingearbeiteten Zusätze aus Bestandteilen der Baobab-Pflanze eine weitgehend „orginale" Zusammensetzung haben, also eine Zusammensetzung, wie sie auch in dem/den verwendeten Bestandteil(en) in natürlichen Umgebung vorliegt.

[0014] Viele der in den Bestandteilen der Pflanze befindlichen Substanzen sind gegenüber Hitzeeinwirkung - insbesondere außerhalb der „schützenden" Pflanzenstruktur - ausgesprochen labil. Daher werden diese bei einem Extraktionsverfahren, bei dem ein starkes Erhitzen erfolgt, häufig weitgehend zerstört. Daher wird bei einer Extraktion gemäß der Erfindung ein Extrakt aus wenigstens einem Bestandteil der Baobabpflanze hergestellt, bei dem der/die Bestandteil(e) in einem Extraktionsmittel maximal wenige Sekunden (maximal 10) einer Temperatur über 65°C ausgesetzt werden. Bevorzugt wird eine Temperatur von über 65 0 C nicht erreicht. In einer Ausführunsform der Erfindung wird ein solcher „kalter" Extrakt dann in Tierfutter oder ein Futterergänzungsmittel eingearbeitet. Als Extraktionsmittel für eine solche Extraktion eigenen sich z.B. Wasser (auch unter Zusatz verschiedener löslicher Substanzen wie z.B. Salze oder Puffersubstanzen), ein organisches Lösungsmittel wie ein öl, insbesondere eines der unten für die Formulierungen genannten, ohne jedoch auf diese beschränkt zu sein. Für die Extraktion kann jedes geeignete Extraktionsverfahren angewendet werden, bevorzugt sind physikalische Extraktionsverfahren, z.B. mit Hilfe von Ultraschall.

[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Pflanzenbestandteile keinem Extaktionsverfahren ausgesetzt, sondern werden entweder in frischem oder getrocknetem Zustand zerkleinert (die Trocknung kann auch nach der Zerkleinerung erfolgen), die erhaltenen Teilchen ggf. nach Größe getrennt und unmittelbar als

Tierfutter(ergänzungsmittel) verwendet oder in ein solches eingearbeitet. Die Zerkleinerung der Pflanzenbestandteile kann durch jedes geeignete Verfahren erfolgen, wie z.B. Zerreiben, Zermahlen, Zerschneiden, Zerhäckseln oder ähnliche, ohne auf diese beschränkt zu sein. Nach dem Zerkleinern kann das hergestellte Pulver oder Mus durch geeignete Maßnahmen in Größenfraktionen getrennt werden, z.B. durch Sieben (insbesondere bei Pulver), Aufschlämmen (bei Mus) usw., so dass die in die Futterrezepturen eingearbeiteten Teilchen gewünschtenfalls eine bestimmte Größenverteilung haben. Dies ist jedoch für die Erfindung nicht zwingend, sondern hängt vielmehr von den Verarbeitungsparametern der herzustellenden Zusammensetzung ab.

[0016] Gemäß der vorliegenden Erfindung können Bestandteile einer Pflanze der Gattung Adansonia, insbesondere der Arten Adansonia digitata (Affenbrotbaum = Baobab), A. grandidieri, A. za, oder A. gibbosa unmittelbar oder Extrakte daraus, die unter maximal mäßigem Erhitzen verarbeitet wurden, in Tierfutter(ergänzungsmittel) eingearbeitet, oder als solches verwendet werden. Geeignete Bestandteile der Pflanze sind insbesondere die Fruchtpulpe, die Blätter, die Rinde, die in der Fruchtpulpe eingelagerten Samen, die Blüten und die Wurzeln. Jeder dieser Bestandteile kann entsprechend der Erfindung einzeln verwendet werden, oder als ein Gemisch von zweien oder mehreren dieser Bestandteile. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als wenigstens ein Bestandteil Fruchtpulpe und/oder Blätter verwendet.

[0017] Die verschiedenen Bestandteile der Pflanzen enthalten Mischungen verschiedener Substanzen, die für die Verwendung als Tierfutter(ergänzungsmittel) besonders geeignet sind. So enthalten die Blätter vor allem viele Proteine, einen hohen Calciumgehalt und einen hohen Gehalt an Vitaminen A und E, die Fruchtpulpe zeichnet sich durch einen hohen Vitamin C- und Calcium-Gehalt aus sowie durch einen hohen Anteil an Pektin, die Samen enthalten öle mit ungesättigten Fettsäuren und weisen einen hohen Proteingehalt auf. Da es sich hierbei um Naturprodukte handelt, kann eine bestimmte Konzentration einer Substanz oder ein Verhältnis der Substanzen zueinander nicht abschließend bestimmt werden, es wird jedoch auf die folgenden Literaturstellen verwiesen: Gebauer, J. et al. Gartenbauwissenschaft (2002), 67 (4), S.155-160; Nour, A. et al., Trop.Sci. (1980), 22 (4), S.383-388. Darüber hinaus enthalten die Pflanzenbestandteile einen deutlichen Anteil an Ballaststoffen, die einer gesunden Verdauung der Tiere zuträglich sind.

[0018] Die Pflanzenbestandteile oder die Extrakte können jedem beliebigen Tier verabreicht werden, wobei sie sich für die Nahrungsergänzung von in irgendeiner Weise mangelernährten Tieren besonders eignen. Mit Mangelernährung ist im vorliegenden Fall insbesondere gemeint, dass ein deutlicher Bedarf eines Tieres an bestimmten Nahrungsbestandteilen besteht, der durch das üblicherweise verabreichte Futter nicht vollständig gedeckt wird, oder dass das Tier von dem üblicherweise verabreichten Futter übermäßig viel zu sich nehmen müsste, um diesen Bedarf zu decken. In solchen Fällen kann entweder unmittelbar beim Hersteller das entsprechende Tierfutter mit den hier beschriebenen Pflanzenbestandteilen oder Extrakten versetzt werden, oder die Pflanzenbestandteile oder Extrakte können als Futterergänzungsmittel bereitgestellt werden, welches dann vom Tierhalter in das dem Tier üblicherweise verabreichte Futter zugemischt wird.

[0019] Auf diese Weise kann das Futter für Haus- und Nutztiere, wie beispielsweise Pferde, Kühe, Esel, Schafe, Ziegen, Hunde, Katzen, Schweine, Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Vögel (ohne auf diese beschränkt zu sein) ebenso angereichert werden wie das von Zootieren bzw. Exoten wie z.B., Affen, Zebras, Antilopen, Giraffen, Raubkatzen, Büffel, Nagern, und vielen mehr, ohne auf die genannten Tiere beschränkt zu sein.

[0020] Eine Nahrungsergänzung des üblichen Futters mit den hier beschriebenen Pflanzenbestandteilen oder Extrakten - entweder durch Einarbeiten in das Futter beim Hersteller, oder durch Zugabe eines Ergänzungsmittels durch den Tierhalter - bietet sich insbesondere an bei

- Trächtigkeit der Tiere

Kranken oder immungeschwächten Tieren

- Jungtieren, insbesondere während der Wachstumsphasen

- älteren Tieren, insbesondere mit geschwächter Knochensubstanz

- Tieren während intensiver Leistungsphasen (beispielsweise Turniersaison bei Pferden, Ausdauertraining bei Hunden und ähnliches)

- Zur Leistungssteigerung bei Milchkühen ohne auf diese Umstände beschränkt zu sein.

[0021] Insbesondere der hohe Vitamin C-, Vitamin A- Vitamin E-, Vitamin B-, Calcium- und Proteingehalt der Pflanzenbestandteile, bevorzugt der Fruchtpulpe, der Blätter und der Rinde, wie auch der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren der Samen machen diese Bestandteile zu besonders wertvollen Nahrungsbestandteilen. Beispielsweise enthalten 100 g Fruchtpulpe des Baobabs 75,6% Kohlehydrate (teilweise in Form von Ballaststoffen wie Cellulose), 2,3% Proteine und einen sehr niedrigen Gehalt an Fett (0,27%), aber einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C (ca 300 mg / 100 g Pulpe), was ungefähr dem sechsfachen des Vitamin C-Gehaltes einer ganzen Orange entspricht. Nur als Vergleich: die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C für einen Menschen liegt bei 75 bis 90 mg pro Tag. Außerdem enthält die Fruchtpulpe einen hohen Calciumgehalt (ungefähr 300 mg pro 100 g Pulpe) und einen hohen Gehalt des während des Wachstums in verstärktem Maß notwendigen Vitamin B2 und des Vitamins B3, das an verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt ist.

[0022] Die gemäß dieser Erfindung als Futter(ergänzungs)mittel bereitgestellten Pflanzenbestandteile können in einer bevorzugten Ausführungsform darüber hinaus mit weiteren für den Organismus vorteilhaften Nahrungsmittelbestandteilen oder Nahrungsergänzungsmitteln vermischt werden, bevor diese in das Futtermittel eingearbeitet werden, bzw. als Futterergänzungsmittel verwendet werden.

[0023] Insbesondere können weitere Zusatzstoffe ausgewählt sein aus der Gruppe der Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Zucker, Malz, Melasse, Getreide, Kleie, Samen (insbesondere von ölpflanzen), Proteine, Aminosäuren, Salze, öle, Fette, Fettsäuren, Früchte, Fruchtbestandteile oder Fruchtextrakte oder Mischungen daraus.

[0024] Geeignete und bevorzugte Mineralien und Spurenelemente sind z.B. Phosphor, Eisen, Kalium, Natrium, Magnesium, Jod, Fluor, Zink, Mangan, Selen, Nickel, Kobalt, Chrom, Kupfer, Zink, Molybdän, Lithium, Silicium und deren biologisch wirksamen Verbindungen und Salze. Solche Mineralien und Spurenelemente werden der Mischung bevorzugt in einer Menge zugesetzt, die bei einer täglichen Gabe des Futter(ergänzungs)mittels im Mittel zu einer Gabe von beispielsweise 0,1 mg bis 0,4 mg Eisen , 0,1 mg bis 0,26 mg Zink, 20 μg bis 40 μg Kupfer, 25 μg bis 70 μg Mangan, 1 ,3 μg bis 4 μg Jod, 25 μg bis 60 μg Fluor, 1 μg bis 3,5 μg Molybdän, 0,7 μg bis 2,7 μg Chrom und 0,25 μg bis 1 ,4 μg Selen pro kg Körpergewicht des Tieres führt. Im Falle des Bedarfs höherer oder niedriger Dosen kann das Mischungsverhältnis entsprechend angepaßt werden.

[0025] Vitamine können den Futter(ergänzungs)mitteln gemäß der Erfindung zugesetzt werden, wobei die Pflanzenbestandteile bereits eine ausreichende Menge an Vitamin C, A, B2, B3 und E enthalten können. Bei besonderem Bedarf können jedoch insbesondere die Vitamine A (besonders für ältere Tiere), B1 (bei Trächtigkeit), B2 (bei Krankheitszuständen, bei Trächtigkeit), B3 (bei Durchfallerkrankungen, Allergien, durchblutungsfördernd), B6 (bei Trächtigkeit und für Jungtiere), D (bei Trächtigkeit und für Jungtiere), und/oder E (insbesondere bei Zuchttieren) zugeführt werden. Der Bedarf an Vitamin C und Calcium ist z.B. während der Trächtigkeit und der Säugezeit bis zum dreifachen Bedarf gegenüber dem Normalbedarf gesteigert, daher eignet sich die Gabe der Pflanzenbestandteile Fruchtpulpe und Blätter besonders für Tiere, die sich in einem solchen Zustand befinden, ebenso wie für immungeschwächte und/oder kranke Tiere.

[0026] Aus Geschmacksgründen, wie auch zur Steigerung der Energiezufuhr können auch Zucker, insbesondere Glucose und/oder Fructose zugesetzt werden, aber auch Malz, Melasse und/oder z.B. Zuckerrübenschnitzel.

[0027] Bevorzugt zuzusetzende öle sind natürliche öle, wie z.B. Olivenöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Erdnussöl, Rapsöl, Weizenkeimöl, Traubenkernöl, Distelöl, Macadamianussöl, Baobaböl, Avokadoöl und dergleichen mehr.

[0028] Die verwendeten Pflanzenbestandteile oder Extrakte können - ggf in Abmischung mit wenigstens einem der oben genannten weiteren Zusätze - unmittelbar als Futter(ergänzungs)mittel bereitgestellt werden, oder in ein für das jeweilige Tier angepasstes und geeignetes Futter eingearbeitet werden. Bei der Einarbeitung in ein ansonsten an eine bestimmte Tierart angepasstes Futter ist eine Konfektionierung des Futters nicht nötig, kann aber durchgeführt werden. Bei der Einarbeitung können die Pflanzenbestandteile bezüglich der Größe ausgewählt werden, um in dem fertigen Futter keine störende Komponente darzustellen. Die geeignete Größe hängt davon ab, in welcher Form das übrige Futter dem Tier dargeboten wird. In jedem Falle ist es vorteilhaft, wenn eine nicht zu grobe Körnung der Pflanzenbestandteile gewählt wird. Auch die Einarbeitung eines Extraktes ist als vorteilhaft anzusehen.

[0029] Die Teilchengröße der einzuarbeitenden Pflanzenbestandteile kann je nach Tierart sehr unterschiedlich sein. Bei großen Tieren, insbesondere Tiere der Größe von Pferden, Kühen, Zebras, Büffeln usw. können sehr grobe Pflanzenteile verwendet werden, beispielsweise Teilchen mit einer Größe von einigen cm. Bevorzugt wird jedoch auch für diese Tiere eine Teilchengröße von nicht mehr als 5mm verwendet, insbesondere wenn es sich um die Bereitstellung in Form eines unter ein Futter zu mischendes Futterergänzungsmittel handelt. Bei kleineren und empfindlichen Tieren ist es bevorzugt die Teilchengrößen der eingearbeiteten Teilchen im wesentlichen unter 1000μm zu halten, bevorzugt im wesentlichen unter 500μm, besonders bevorzugt unter 200μm. Auch „Staub", also Teilchen unter 50μm, bevorzugt unter 20 μm lässt sich in erfindungsgemäße Formulierungen einarbeiten.

[0030] Bei Einarbeitung eines Extraktes kann bis zu 50 Gew.% eines solchen Extraktes in eine Futterrezeptur (als Futtermittel oder als Ergänzungsmittel) eingearbeitet werden. Insbesondere wenn der Extrakt mit Hilfe wässriger Lösungsmittel oder öle hergestellt wurde, kann der Extrakt unmittelbar einen Teil der Futterrezeptur darstellen. üblicherweise werden die Extrakte jedoch in einem Bereich von 0,01 bis 20 Gew.%, bevorzugt 0,05 bis 10 Gew.%, besonders bevorzugt 0,05 bis 5 Gew.% in die Zusammensetzungen eingearbeitet.

[0031] Wie bereits beschrieben, ist die Menge der einzuarbeitenden Pflanzenbestandteile und deren Teilchengröße ebenso wie die Menge der einzuarbeitenden Extrakte abhängig von der jeweils zu berücksichtigenden Tierart.

[0032] Bei der Bereitstellung der Pflanzenbestandteile - ggf. in Abmischung mit wenigstens einem der weiteren oben genannten Zusätze - als Futterergänzungsmittel kann dieses

unmittelbar als Mischung der Bestandteile ohne eine Konfektionierung bereitgestellt werden, oder in Form eines Granulats, von Preßlingen, Pellets, Pulver, Dragees, Sirup, einer Suspension oder irgendeiner anderen geeigneten Verabreichungsart, ohne dass die Erfindung dadurch beschränkt wird.

[0033] Geeigneterweise wird das Futterergänzungsmittel in einer Form bereitgestellt, die es dem Tierhalter ermöglicht eine individuelle Dosierung an das jeweilige Tier zu verabreichen. Dies ist beispielsweise bei einem Pulver oder einem Granulat, aber auch bei Dragees oder Pellets in besonderer Weise gegeben. Das zu verabreichende Mittel wird bevorzugt so dosiert, dass 5 bis 500 mg, bevorzugt 20 bis 400 mg, besonders bevorzugt 50 bis 300 mg des/der Pflanzenbestandteile(s) pro kg Lebendgewicht des Tieres pro Tag an das Tier verabreicht werden. Bei einer Abmischung mit anderen Bestandteilen ist bevorzugt eine entsprechend höhere, die zusätzlichen Bestandteile berücksichtigende Gesamtmenge des Futterergänzungsmittels zu geben.

[0034] Durch die Einarbeitung der Baobab-Bestandteile und/oder der schonend hergestellten Extrakte daraus stehen die in den Pflanzenbestandteilen enthaltenenen Wirkstoffe dem Organismus in geeigneter Weise zu Verfügung.

[0035] Die übrigen Nahrungsbestandteile des jeweiligen Futtermittels für die einzelnen Tiere spielen für die vorliegende Erfindung keine Rolle und schränken diese in keiner Weise ein. Bei allen Futtermitteln, in die die Pflanzenbestandteile oder Extrakte der vorliegenden Erfindung eingearbeitet, oder denen diese zugesetzt werden können, kann es sich um übliche auf dem Markt befindliche oder für eine Tierart neu entwickelte Futterarten handeln. Hierbei sind Trockenfutter ebenso geeignet wie Frischfutter, oder auch mit Hilfe von Flüssigkeit oder ähnlichem anzurührende Futterarten. Bei Verwendung der Erfindung als Futterergänzungsmittel kann dieses entweder durch den Tierhalter oder eine sonstige das Tier fütternde Person einem üblichen Tierfutter beigemischt werden, oder es kann unabhängig von dem sonstigen Tierfutter an das Tier verabreicht werden.