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Title:
VACUUM CLEANER FILTER BAG WITH RECYCLED TEXTILE MATERIALS AND/OR COTTON LINTERS, AND USE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/065164
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to vacuum cleaner filter bags made of waste products from the textile industry. In addition, possible uses of waste products from the textile industry for vacuum cleaner filter bags are specified. The vacuum cleaner filter bag, which comprises a wall, enclosing an interior, made of an air-permeable material and an inlet opening introduced into the wall, is characterized in that the air-permeable material comprises at least one layer of a nonwoven, which comprises fibrous and/or dust-form recycled textile material and/or cotton linters, wherein the specific volume of the layer of nonwoven is at least 20 cm3/g.

Inventors:
SAUER, Ralf (Lieven Gevaertlaan 21, Nolimpark 1013, 3900 Overpelt, 3900, BE)
SCHULTINK, Jan (Lieven Gevaertlaan 21, Nolimpark 1013, 3900 Overpelt, 3900, BE)
Application Number:
EP2017/072345
Publication Date:
April 12, 2018
Filing Date:
September 06, 2017
Export Citation:
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Assignee:
EUROFILTERS N.V. (Lieven Gevaertlaan 21, Nolimpark 1013, 3900 Overpelt, 3900, BE)
International Classes:
B01D39/16; B01D39/02; B01D39/20
Domestic Patent References:
WO2011057641A12011-05-19
WO2011047764A12011-04-28
WO2013106392A22013-07-18
WO2011057641A12011-05-19
WO2001003802A12001-01-18
Foreign References:
US20090223190A12009-09-10
EP0960645A21999-12-01
US20110030557A12011-02-10
EP2301404A22011-03-30
EP1198280A12002-04-24
EP2433695A12012-03-28
EP1254693A22002-11-06
DE19919809A12000-11-09
EP1795247A12007-06-13
EP0960645A21999-12-01
CN101747596A2010-06-23
EP0960645A21999-12-01
US20090223190A12009-09-10
EP1795427A12007-06-13
EP2263508A12010-12-22
EP2442703A12012-04-25
DE202006020047U12007-09-20
DE202008003248U12008-05-08
DE202008005050U12008-06-26
EP0960645A21999-12-01
Other References:
S.J. RUSSELT: "Handbook of Nonwovens", WOODHEAD PUBLISHING LTD.
VON H. FUCHS; W. ALBRECHT: "Vliesstoffe", vol. 2, 2012, WILEY-VCH
Attorney, Agent or Firm:
PFENNING, MEINIG & PARTNER MBB (Theresienhöhe 11a, München, 80339, DE)
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Claims:
EUROFILTERS N.V.

179PCT 2394

Patentansprüche

1. Staubsaugerfilterbeutel, umfassend einen Innenraum umschließende Wandung aus einem luftdurchlässigen Material sowie eine in die Wandung eingebrachte Einlassöffnung,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s

das luftdurchlässige Material mindestens eine Lage eines Vliesstoffes umfasst, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, wobei das spezifische Volumen der Lage des Vliesstoffes mindestens 20 cm3/g beträgt.

2. Staubsaugerfilterbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das spezifische Volumen der mindestens einen Lage des Vliesstoffes 20 bis 500 cm3/g, bevorzugt 25 bis 250 cm3/g, weiter bevorzugt 30 bis 100 cm3/g, insbesondere 40 bis 60 cm /g beträgt.

3. Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das faser- und/oder staubförmige recyclierte textile Material aus

Fasern aus textilen Produktionsabfälle und/oder gebrauchten Textilien, bevorzugt Reißfasern, insbesondere Reißfasern aus Baumwolltextilien und/oder

faser- und/oder staubförmige Rohstoffe aus Herstellung und/oder Verarbeitung von Textilien und/oder

Baumwolllinters

gewonnen wird.

4. Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfassende Lage des Vliesstoffes bis zu 95 Gew.-%, bevorzugt 50 bis 90 Gew.-% des faser- und/oder staubförmigen recyclierten textilen Materials und/oder Baumwolllinters und mindestens 5 Gew.- , bevorzugt 10 bis 50 Gew.-% an Bindefasern, insbesondere

Bikomponentenfasern umfasst oder hieraus besteht.

5. Staubsaugerfilterbeutel nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindefasern Stapelfasern mit einer Länge von 2 bis 75 mm, bevorzugt 2 bis 25 mm aufweisen.

6. Staubsaugerfilterbeutel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bikomponentenfasern aus einem Kern, bestehend aus einem ersten thermoplastischen Material und einem Mantel, bestehend aus einem verglichen mit dem ersten thermoplastischen Material bei geringeren Temperaturen schmelzenden zweiten thermoplastischen Material, bestehen, wobei bevorzugt der Kern oder sowohl Kern als auch Mantel aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen besteht.

7. Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das luftdurchlässige Material mehrlagig aufgebaut ist, wobei das luftdurchlässige Material zusätzlich zur mindestens einen Lage des Vliesstoffes, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes Material und/oder Baumwolllinters umfasst, mindestens eine weitere Lage aufweist, die einen Vliesstoff und/oder ein Faservlies umfasst oder hieraus gebildet ist, wobei mindestens eine, mehrere oder sämtliche der zusätzlichen Lagen einen oder mehrere recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind.

8. Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das luftdurchlässige Material mindestens eine Stützlage und mindestens eine Kapazitätslage, wobei mindestens eine oder sämtliche der Stützlagen Vliesstoffe und/oder mindestens eine oder sämtliche der Kapazitätslagen Vliesstoffe oder Faservliese, die einen recyclierten Kunststoff oder mehrere recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind, darstellen, oder

mindestens eine Stützlage, mindestens eine Feinfilterlage und mindestens eine Kapazitätslage wobei mindestens eine oder sämtliche der Stützlagen und/oder mindestens eine oder sämtliche der Feinfilterlagen Vliesstoffe, die aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen gebildet sind und/oder mindestens eine oder sämtliche der Kapazitätslagen Vliesstoffe oder Faservliese, die einen recyclierten Kunststoff oder mehrere recyciierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind, darstellen,

umfasst, wobei mindestens eine, bevorzugt sämtliche der Kapazitätslagen den Vliesstoff, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textile Material und/oder Baumwolllinters umfasst, umfassen oder hieraus gebildet sind.

Staubsaugerfilterbeutel nach vorhergehendem Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass

a) jede Stützlage ein Spinnvlies oder Scrim ist, vorzugsweise mit einer flächenbezogenen Masse von 5 bis 80 g/m2, weiter bevorzugt von 10 bis 50 g/m2, weiter bevorzugt von 15 bis 30 g/m2 und/oder vorzugsweise mit einem Titer der das Spinnvlies bzw. das Scrim bildenden Fasern im Bereich von 0,5 dtex bis 15 dtex,

b) das luftdurchlässige Material 1 bis 3 Stützlagen umfasst, c) im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Stützlagen die Summe der flächenbezogenen Massen der Summe aller Stützlagen 10 bis 240 g/m2, bevorzugt 15 bis 150 g/m2, weiter bevorzugt 20 bis 100 g/m2, weiter bevorzugt 30 bis 90 g/m2, insbesondere 40 bis 70 g/m2 beträgt, und/oder

d) sämtliche Stützlagen aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen, insbesondere aus rPET gebildet sind.

10. Staubsaugerfilterbeutel nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass a) jede Feinfilterlage ein Extrusionsvliesstoff, insbesondere ein Meltblown-Vliesstoff ist, vorzugsweise mit einer flächenbezogenen Masse von 5 bis 100 g/m2, bevorzugt 10 bis 50 g/m2, insbesondere 10 bis 30 g/m2,

b) das luftdurchlässige Material 1 bis 5 Feinfilterlagen umfasst, c) im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Feinfilterlagen die Summe der flächenbezogenen Massen der Summe aller Feinfilterlagen 10 bis 300 g/m2, bevorzugt 15 bis 150 g/m2, insbesondere 20 bis 50 g/m2 beträgt,

d) mindestens eine, bevorzugt sämtliche Feinfilterlagen aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen, insbesondere aus rPET gebildet sind und/oder

e) mindestens eine, bevorzugt sämtliche Feinfilterlagen elektrostatisch aufgeladen sind.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass

a) mindestens eine, bevorzugt jede Kapazitätslage ein Vliesstoff ist, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material umfasst, wobei jede Kapazitätslage vorzugsweise eine flächenbezogene Masse von 5 bis 200 g/m2, weiter bevorzugt von 10 bis 150 g/m2, weiter bevorzugt von 20 bis 100 g/m2, insbesondere 30 bis 50 g/m2 aufweist,

b) das luftdurchlässige Material 1 bis 5 Kapazitätslagen umfasst, und/oder

c) im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Kapazitätslagen die Summe der flächenbezogenen Massen der Summe aller Kapazitätslagen 10 bis 300 g/m2, bevorzugt 15 bis 200 g/m2, weiter bevorzugt 20 bis 100 g/m2, insbesondere 50 bis 90 g/m2 beträgt.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das luftdurchlässige Material mehrlagig ausge- bildet ist mit einer vom Innenraum des Staubsaugerfilterbeutels aus gesehenen Lagenfolge:

eine Stützlage, mindestens eine, vorzugsweise mindestens zwei Kapazitätslagen, vorzugsweise eine weitere Stützlage, mindestens eine vorzugsweise mindestens zwei Feinfilterlagen sowie eine weitere Stützlage.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Staubsaugerfilterbeutel eine die Einlassöffnung einfassende Halteplatte aufweist, die aus einem oder mehreren recycelten Kunststoffen gebildet ist oder einen oder mehrere re- cycelte Kunststoffe umfasst.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Innenraum mindestens ein Strömungsverteiler und/oder mindestens ein Diffusor angeordnet sind, wobei bevorzugt der mindestens eine Strömungsverteiler und/oder der mindestens eine Diffusor aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen oder aus einem Vliesstoffes, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, gebildet ist.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der recyclierte Kunststoff ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus recyclierten Polyestern, insbesondere recycliertem Polyethylenterephthalat (rPET), recycliertem

Polybutylenterephthalat (rPBT), recyclierter Polymilchsäure (rPLA), recycliertem Polyglycolid und/oder recycliertem Polycaprolacton; recyclierten Polyolefinen, insbesondere recycliertem Polypropylen (rPP), recycliertem Polyethylen und/oder recycliertem Polystyrol (rPS); recycliertem Polyvinylchlorid (rPVC), recyclierten Polyamiden sowie Mischungen und Kombinationen hiervon.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gewichtsanteil aller recyclierten Materialien und/oder der Baumwollinters, bezogen auf das Gesamt- gewicht des Staubsaugerfilterbeutels mindestens 25 %, bevorzugt mindestens 30 %, weiter bevorzugt mindesten 40 %, weiter bevorzugt mindestens 50 %, weiter bevorzugt mindestens 60 %, weiter bevorzugt mindestens 70 %, weiter bevorzugt mindestens 80 %, weiter bevorzugt mindestens 90 %, insbesondere mindestens 95 % beträgt.

Staubsaugerfilterbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, in Form eines Flachbeutels, eines Blockbodenbeutels oder eines 3D- Beutels.

Verwendung von Vliesstoffen, die faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfassen mit einem spezifischen Volumen von mindestens 20 cm /g für

Staubsaugerfilterbeutel.

Description:
STAUBSAUGERFILTERBEUTEL MIT RECYCLIERTEM TEXTILMATERIALIEN UND/ODER

BAUMWOLLLINTERS UND VERWENDUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft Staubsaugerfiiterbeutel aus Abfallprodukten der Textilindustrie. Zudem werden Verwendungsmöglichkeiten von Abfallprodukten der Textilindustrie für Staubsaugerfilterbeutel angegeben.

Filterbeutel aus Vliesstoffen haben Papierfilterbeutel in den letzten 10 Jahren wegen der erheblich besseren Gebrauchseigenschaften praktisch vollständig verdrängt. Insbesondere die Abscheideleistung, die Verstopfungsneigung und die mechanische Festigkeit wurden kontinuierlich verbessert. Die hierfür verwendeten Vliesstoffe sind dabei in der Regel aus thermoplastischen Kunststoffen, insbesondere Polypropylen (PP) und/oder Polyester (PET) gebildet.

Auch wenn noch weiter Bedarf an Verbesserung dieser Eigenschaften besteht, ist trotzdem schon zu spüren, dass die hohen Kosten für die aufwendigen Filterkonstruktionen immer weniger Akzeptanz beim Endkunden finden. Außer-

dem wird die Verwendung hochwertiger und schwerer Vliesstoffe für ein Wegwerfprodukt aus ökologischen Gründen immer kritischer gesehen.

Biologisch abbaubare Filterbeutel wie sie in der EP 2 301 404 und der WO 2011/047764 vorgeschlagen werden, scheinen auch kein erfolgversprechender Ansatz zur Verbesserung der ökologischen Eigenschaften zu sein, da Filterbeutel oft über die Müllverbrennung entsorgt werden und eine Kompostierung alleine schon wegen des vornehmlich nicht biologisch abbaubaren Sauggutes nicht in Frage kommt.

Vliesstoff-Filterbeutel für Staubsauger bestehen heute immer aus mehreren Lagen (EP 1 198 280, EP 2 433 695, EP 1 254 693). Zum Einsatz kommen Stützlagen, um die notwendige mechanische Festigkeit zu erreichen, Grobfilterlagen, die eine hohe Speicherkapazität für Staub aufweisen, ohne dass sich der Luftwiderstand zu stark erhöht und Feinfilterlagen zur Filtration von Partikeln

< 1 μηη.

Zur Erhöhung der Staubspeicherfähigkeit werden seit einigen Jahren zusätzlich Diffusoren und Trennwände in Filterbeuteln eingesetzt, die die Strö- mungsverhältnisse im Filterbeutel optimieren sollen, um so die Standzeit zu erhöhen.

Zur Fertigung dieser unterschiedlichen Materialien kommen verschiedenste Technologien zum Einsatz. Als Feinfilterlage werden meist Meltblown Mikro- faservliesstoffe verwendet. Diese Meltblownvliesstoffe sind Extrusions- vliesstoffe, bestehen meist aus Polypropylen und weisen Filamentdurch- messer im Bereich von unter 1 μηΊ bis zu wenigen μηι auf. Um hohe Abscheideleistung zu erreichen, werden diese Materialien elektrostatisch aufgeladen (z. B. mittels Coronaentladung). Zur weiteren Verbesserung der Abscheide- leistung wurde vorgeschlagen, im Elektrospinnverfahren hergestellte Nanofa- sern auf Vliesstoffträgermaterialien aufzubringen (DE 199 19 809).

Für die Kapazitätslage kommen sowohl kardierte Stapelfaservliesstoffe, Extrusionsvliesstoffe, aber auch Faservliese (EP 1 795 247) aus Stapelfasern oder Filamenten zum Einsatz. Als Materialien für Kapazitätslagen werden meist Polypropylen oder Polyester, aber auch Fl uff Pulp (EP 0 960 645, EP 1 198 280) verwendet.

Der Einsatz recycelter Kunststoffe (z. B. recyceltes Polyethylenterephthalat (rPET)) für Gewebe wurde in der WO 2013/106392 vorgeschlagen.

Die Verwendung von rPET als Rohstoff für Meltblown-Vliesstoffe wurde bereits untersucht (Handbook of Nonwovens, Woodhead Publishing Ltd., Ed. by S.J. Russelt, Kapitel 4.10.1). Die CN101747596 beschreibt die Verwendung von recyclierten PET bzw. recyclierten PBT (rPET/rPBT) als Material für Microfilamente.

Die EP 0 960 645 A2 beschreibt Staubsaugerfilterbeutel, die mehrlagig aufgebaut sind und eine Kapazitätslage aufweisen. Die Kapazitätslage ist dabei aus Cellulosefasern gebildet, die entweder durch Auftrag eines Sprühklebers (z. B.

Latex) oder mittels thermisch aktivierbarer Bikomponenten-Fasern zu einem Vliesstoff gebunden werden können. Nachteilig bei derartigen Filtermaterialien ist jedoch stets noch die nicht vollständig ausreichende Staubspeicherkapazität und Standzeit.

Aus der US 2009/223190 AI sind Staubsaugerfilterbeutel aus Vliesstoffmaterialien bekannt, die aus einem verfestigten recycelten Material gebildet sind. Die Herstellung erfolgt dabei durch Tränken einer aus recycelten Materialien gebildeten Faservlieslage, Auspressen des überschüssigen Klebstoffes und Aushärten des Klebstoffes. Hierdurch erfolgt eine sowohl mechanische als auch adhäsive Verfestigung des Materials. Das gemäß diesem Herstellungsverfahren hergestellte Filtermaterial besitzt eine sehr geringe Voluminösität, allerdings eine hohe mechanische Festigkeit. Nachteilig an derartigen Verfahren ist die unzufriedenstellende Staubspeicherkapazität.

Ausgehend hiervon ist es somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Staubsaugerfilterbeutel anzugeben, die den auf den Markt befindlichen Staubsaugerfilterbeuteln in den Punkten Staubabscheideleistung und Standzeit in Nichts nachstehen und somit hervorragende Gebrauchseigenschaften aufweisen, jedoch vorwiegend aus wiederverwerteten Materialien oder aus

Abfallmaterialien bestehen. I nsbesondere ist es daher Aufgabe der vorliegen- den Erfindung, ökologisch wie auch ökonomisch besonders vorteilhafte Staubsaugerfilterbeutel zu realisieren. Es soll vorzugsweise ein Anteil an wie- derverwerteten Materialien im Filterbeutel von mindestens 40% realisiert werden.

Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Sta u bsa uge rf i Ite rbe ute I gemäß Patentanspruch 1. Die abhängigen Patentansprüche stellen dabei vorteilhafte Weiterbildungen dar. Mit Patentanspruch 18 werden Verwendungsmöglichkeiten von Vliesstoffen, die faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Mate- rial und/oder Baumwolllinters umfassen, für Staubsaugerfilterbeutel genannt.

Die vorliegende Erfindung betrifft somit einen Staubsaugerfilterbeutel, der eine einen Innenraum umschließende Wandung aus einem luftdurchlässigen Material umfasst. In das luftdurchlässige Material ist eine Einlassöffnung eingebracht. Der erfindungsgemäße Sta u bsa uge rf i I te r be ute I zeichnet sich dadurch aus, dass das luftdurchlässige Material mindestens eine Lage eines Vliesstoffes umfasst, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst.

Das faser- und/oder staubförmige recyclierte textile Material kann beispielsweise aus Texti labfall gewonnen werden. Textilabfälle beinhalten als Oberbegriff die Gruppen Produktionsabfälle (pre-consumer-Abfälle) und gebrauchte Textilien (post-consumer-Abfälle). Als alternative oder zusätzliche Quelle für das faser- und/oder staubförmige recyclierte textile Material eignen sich faser- und/oder staubförmige Rohstoffe, die bei der Herstellung und/oder Verarbeitung von Textilien anfallen; diese Rohstoffe sind ebenso zu den pre- consumer-Abfällen zu zählen. Weiterhin können Baumwolllinters als faser- und/oder staubförmige recycliertes textiles Material eingesetzt werden. Die unterschiedlichen Kategorien der Rohstoffe für das faser- und/oder staubförmige recyclierte textile Material für die Zwecke der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend näher erläutert.

Fasern aus textilen Produktionsabfällen und/oder gebrauchten Textilien

Textile Produktionsabfälle sind unvermeidbare Abfälle, die entlang der gesamten technologischen Kette der Herstellung von Textilien entstehen. Diese tex- tilen Materialien stellen pre-consumer-Abfälle dar. Sie besitzen in der Regel ein kontinuierliches Aufkommen mit konstanter und bekannter Zusammensetzung und sind meist sortenrein erfassbar. Insbesondere zählen Schnittabfälle oder Randstreifen zu derartigen Produktionsabfällen. Zu den gebrauchte Textilien (Alttextilien, Abfalltextilien) fallen überwiegend in privaten Haushalten (Altkleider mit Herkunft aus dem In- und Ausland) und zunehmend im kommunalen Bereich und Dienstleistungsbereich sowie in der Industrie an (siehe „Vliesstoffe", 2. Auflage, Wiley-VCH, 2012, herausgegeben von H. Fuchs, W. Albrecht).

In den zuvor angesprochenen textilen Produktionsabfällen sowie gebrauchten Textilien (Alttextilien) liegen einzelne Fasern zum Textil gebunden vor. Zur Erzeugung des faser- und/oder staubförmigen recyclierten textilen Materials werden beispielsweise die Produktionsabfällen bzw. gebrauchten Textilien mit geeigneten Verfahren geöffnet oder aufgeschlossen, um die Textilien bildenden Fasern zu vereinzeln. Insbesondere eignet sich hierfür das sogenannte „Reißverfahren", das z.B. in„Vliesstoffe", 2. Auflage, Wiley-VCH, 2012, herausgegeben von H. Fuchs, W. Albrecht in Kapitel 1.3 vorgestellt ist. Hierbei entstehen sog.„Reißfasern", die insbesondere für die Zwecke der Herstellung der Vliesstofflage des Staubsaugerfilterbeutels der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden können. Die beim Reißverfahren erzeugten Reißfasern können ggf. mittels Hammermühlen weiter aufgeschlossen und verkleinert werden. Auch ggf. beim Reißverfahren anfallende staubförmige Bestandteile der aufgeschlossenen Textilien, die als Bestandteil der Fasern aus textilen Produktionsabfällen und/oder gebrauchten Textilien anfallen, können mit in die Vliesstofflage des Staubsaugerfilterbeutels mit eingearbeitet werden. Alternativ kann auf die staubförmigen Bestandteile auch verzichtet werden, indem sie beispielsweise mittels eines Siebverfahrens abgetrennt werden. Bei den textilen Produktionsabfällen bzw. gebrauchten Textilien bzw. Abfalltextilien kann es sich um alle anderen Arten von Textiiimaterialien, wie z.B. Textilien aus Naturfasern (z.B. Hanf, Jute, Flachs, Ramie, Kokos, Lein, Sisal, Wolle, Kaschmir, Seide) oder Chemiefasern (z.B. Polyester, Polyamid, Viscose) sowie Mischungen aus den zuvor genannten Textilien handeln.

Besonders bevorzugt werden für die Zwecke der vorliegenden Erfindung Reiß- fasern, insbesondere aus Baumwolltextilien erzeugte Reißfasern eingesetzt.

Faser- und/oder staubförmige Rohstoffe aus Herstellung; und/oder Verarbeitung von Textilien

Alternativ oder zusätzlich zu den zuvor angesprochenen textilen Materialien können zur Herstellung der Vliesstofflage auch faser- und/oder staubförmige Rohstoffe verwendet werden, die bei der Herstellung und/oder Verarbeitung von Textilien anfallen. Derartige faser- und/oder staubförmige recyclierte tex- tile Materialien fallen unvermeidbarer bei der Herstellung und/oder der Verarbeitung von Textilien an, wie beispielsweise dem Spinnen, der Herstellung, dem Schneiden, dem Trocknen oder dem Recyceln von Textilmaterialien. Insbesondere eigenen sich beispielsweise Spinnabfälle als geeigneter Rohstoff. Diese faser- und/oder staubförmigen Materialien stellen Abfallmaterialien an, die sich auf den zur Verarbeitung der Textilien verwendeten Maschinen oder

Filtermaterialien absetzen können. Die Stäube bzw. Fasern werden normalerweise entsorgt und thermisch verwertet. Im Gegensatz den voranstehend beschriebenen Abfalltextilien liegen die Fasern bzw. Stäube in Rohstoffen, die aus der Herstellung und/oder Verarbeitung von textilen Materialien anfallen, bereits vereinzelt vor, so dass derartige Materialien nicht weiter (oder nur geringfügig) aufgeschlossen werden müssen und unmittelbar weiter verarbeitet werden können. Allerdings können auch diese Rohstoffe zur Beeinflussung der Faserdimensionierung weiteren Aufschlussverfahren, wie z.B. dem Behandeln mit einer Hammermühle unterzogen werden. Es kann sich bei diesen Rohstoffen um (sortenreine) Baumwollmaterialien handeln, denkbar sind jedoch ebenso alle anderen Arten von Materialien die bei der Textilproduktion Verwendung finden, wie z.B. Naturfasern (z.B. Hanf, Jute, Flachs, Ramie, Ko- kos, Lein, Sisal, Wolle, Kaschmir, Seide) oder Chemiefasern (z.B. Polyester, Polyamid, Viscose) sowie Mischungen aus den zuvor genannten Materialien.

Baumwollinters

Baumwolllinters sind kurze Baumwollfasern, die am Baumwollsamenkern anhaften, nachdem das lange Samenhaar (Baumwolle) vom Kern entfernt wor- den ist. Baumwolllinters sind in der Faserlänge (1 bis 6 mm) und im Reinheitsgrad stark verschieden, nicht spinnbar und stellen in der Textilindustrie nor- malerweise einen nicht verwertbaren Reststoff und somit ein Abfallprodukt dar. Auch Baumwolllinters können für die Vliesstoffe, die in luftdurchlässigen Materialien für die erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel eingesetzt werden können, verwendet werden.

Denkbar sind ebenso Kombinationen zweier oder aller der zuvor erläuterten Rohstoffmaterialien für die Herstellung der Vliesstofflage nach der vorliegenden Erfindung. Eine zusätzliche Beimischung besonders feiner und kurzer Stapelfasern (Mik- rofasern) im geringen Umfang zu den zuvor angesprochenen Ausgangsmaterialien für den Vliesstoff, der in den Staubsaugerfilterbeuteln nach der vorliegenden Erfindung zum Einsatz kommt, kann ebenso vorteilhaft sein. Diese Mikrofasern können sowohl den Fasern aus textilen Produktionsabfäl- le/gebrauchten Textilien, den Faser- und/oder staubförmigen Rohstoffen aus der Herstellung und/oder Verarbeitung von Textilien und/oder den Baumwol- linters beigemischt werden. Solche Fasern sind beispielsweise unter der Bezeichnung Cyphrex der Firma EASTMAN erhältlich. Die Sorte Cyphrex 10001 weist beispielsweise bei einer Länge von 1,5 mm einen Durchmesser von etwa 2,5 μπΊ auf. Durch diese oder ähnliche Mikrodenier PET-Stapelfasern lässt sich die Porengröße weiter vorteilhaft beeinflussen.

In der Vliesstofflage, die im luftdurchlässigen Material enthalten ist, ist das faser- und/oder staubförmige recyclierte Material bzw. sind die Baumwolllin- ters gebunden. Das Vliesstoffmaterial hat insofern einen Bindeschritt durchlaufen. Die Bindung des staub- und/oder faserförmigen recyclierten Materials und/oder der Baumwolllinters erfolgt dabei bevorzugt darüber, dass der Vliesstofflage Bindefasern zugesetzt sind, die beispielsweise thermisch aktiviert werden können.

Kennzeichnendes Merkmal der Vliesstofflage, die im erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel enthalten ist, ist das spezifische Volumen. Erfindungsgemäß beträgt das spezifische Volumen v der Lage des Vliesstoffs mindestens 20 cm 3 /g-

Das spezifische Volumen bedeutet hierbei das Verhältnis von Volumen zu Masse. Das spezifische Volumen wird gemäß der nachfolgend angegebenen Formel definiert: v = l/δ = V/m

In der zuvor angegebenen Formel bedeutet V das Volumen der gemessenen Probe, m die Masse der Probe sowie δ das Raumgewicht einer gemessenen Probe eines Vliesstoffes. Das Raumgewicht stellt dabei die Dichte des Vliesstoffes, basierend auf dem Volumen einschließlich der Porenräume dar.

Die Bestimmung des Raumgewichts kann bei vorhandenen Lagen von Vliesstoffen dabei insbesondere durch Bestimmung flächenbezogenen Masse (DIN EN 29 073-1 : 1992-08) einer Probe der Vliesstofflage sowie der Dicke (bestimmt gemäß DIN EN ISO 9073-2: 1996, Prüfeinrichtung gemäß Kapitel 5.1: normale Vliesstoffe) bestimmt werden. Die Bestimmung der flächenbezogenen Masse für die Zwecke der vorliegenden Erfindung erfolgt stets nach Kapitel 5.1 der zitierten Norm, unabhängig von der absoluten Dicke der Vliesstoff- lage. Die flächenbezogene Masse wird in der Fachliteratur auch synonym mit „Grammatur" bezeichnet.

Die Rohdichte wird dabei wie folgt bestimmt: δ = G/d Hierin bedeuten: G die flächenbezogene Masse der Lage des Vliesstoffes sowie d die Dicke, bestimmt gemäß DIN EN ISO 9073-2: 1996, Kapitel 5.1 - normale Vliesstoffe.

Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass die erfindungsgemäßen

Staubsaugerfilterbeutel eine bessere Staubspeicherfähigkeit aufweisen, verglichen mit Staubsaugerfilterbeuteln aus dem Stand der Technik, insbesondere den aus der EP 0 960 645 A2 bekannten Staubsaugerfilterbeuteln. Es konnte hierbei in nicht vorhersehbarer Weise gezeigt werden, dass ein Vliesstoff, der auf ökologisch besseren Materialien, nämlich Abfallmaterialien aus Abfali- textilien oder Abfallmaterialien aus der Textilherstellung beruht eine bessere

Performance (Saugleistungskonstanz) bietet. Diese Verbesserung hängt mit dem noch größeren Porenvolumen zusammen. Beschreiben lässt sich diese Materialeigenschaft über das höhere spezifische Volumen bzw. das geringere Raumgewicht des neuen Materials. Eine bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass das spezifische Volumen der mindestens einen Lage des Vliesstoffes 20 - 500 cm 3 /g, bevorzugt 25 - 250 cm 3 /g, weiter bevorzugt 30 - 100 cm 3 /g, insbesondere 40 - 60 cm 3 /g beträgt.

Die Herstellung einer entsprechenden Vliesstofflage kann beispielsweise da- durch erfolgen, dass das faser- und/oder staubförmige recyclierte textile Material und/oder die Baumwolllinters zusammen mit den Bindefasern in einem aerodynamischen Verfahren (Airlaid- oder Airlay-Verfahren) abgelegt werden und anschließend eine Bindung zum fertigen Vliesstoff durch thermische Aktivierung der Bindefasern erfolgt.

Ein entsprechendes Herstellungsverfahren zur Herstellung von Vliesstoffen mittels eines Airlaid-Prozesses und Abbinden der Fasern ist in der EP 0 960 645 A2 beschrieben. Das dort für Fl uff Pulp und Cellulosefasern beschriebene Herstellungsverfahren kann auch für die Zwecke der vorliegenden Erfindung zur Herstellung der Vliesstofflage verwendet werden und wird insofern inhaltlich auch für den Gegenstand der vorliegenden Patentanmeldung übernommen.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass die mindestens eine faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder

Baumwollinters umfassende Lage des Vliesstoffes bis zu 95 Gew.-%, bevorzugt 50 bis 90 Gew.- des faser- und/oder staubförmigen recyclierten textile Materials und/oder Baumwollinters und mindestens 5 Gew.-%, bevorzugt 10 bis 50 Gew.- an Bindefasern, insbesondere Bikomponentenfasern umfasst oder hieraus besteht.

Die Bindefasern können dabei z.B. sogenannte„Fusing Fibers" darstellen, die aus thermoplastischen, schmelzbaren Materialien gebildet sind. Diese Fusing Fibers schmelzen bei der thermischen Aktivierung auf und binden den staub- und/oder faserförmige recyclierte Material bzw. die Baumwolllinters. Weiter vorteilhaft ist hierbei, dass die bevorzugt als Bindefasern eingesetzten Bikomponentenfasern aus einem Kern, bestehend aus einem ersten thermoplastischen Material und einem Mantel, bestehend aus einem verglichen mit dem ersten thermoplastischen Material bei geringeren Temperaturen schmel- zenden zweiten thermoplastischen Material, bestehen, wobei bevorzugt der

Kern oder sowohl Kern als auch Mantel aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen besteht. Neben Kern/Mantel Bikomponentenfasern kommen auch die anderen gebräuchlichen Varianten von Bikomponentenfasern (z. B. Side by Side) in Frage.

Die bevorzugt als Bindefasern eingesetzten Fusing Fibers oder Bikomponentenfasern können dabei teilweise oder vollständig aus recyclierten Kunststoffen bestehen. In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Bindefasern Stapelfasern, insbesondere mit einer Länge von 1 bis 75 mm, bevorzugt 2 bis 25 mm.

Für die Zwecke der vorliegenden Erfindung kann beispielsweise ein Vliesstoff verwendet werden, wie er in der WO 2011/057641 AI beschrieben ist. Sämt- liehe Ausführungsformen dieser Patentanmeldung werden für die Zwecke der vorliegenden Erfindung mit übernommen. Der Offenbarungsgehalt dieses Dokumentes wird somit ebenso zum Gegenstand der vorliegenden Anmeldung gemacht. In einer weiter bevorzugten Ausführungsform ist das luftdurchlässige Material mehrlagig aufgebaut, wobei das luftdurchlässige Material zusätzlich zur mindestens einen Lage des Vliesstoffes, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, mindestens eine weitere Lage aufweist, die einen Vliesstoff und/oder ein Faservlies um- fasst oder hieraus gebildet, wobei insbesondere mindestens eine, mehrere oder sämtliche der zusätzlichen Lagen einem oder mehrere recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind.

Der für die Zwecke der vorliegenden Erfindung verwendete Begriff „recyclierter Kunststoff" ist dabei synonym zu verstehen zu Kunststoff-

Recyclaten. Zur begrifflichen Definition wird hierbei auf die Norm DIN EN 15347:2007 verwiesen.

Mindestens eine dieser zusätzlichen Lagen ist somit bevorzugt ein Vliesstoff bzw. ein Faservlies, das recyclierte Kunststoffe umfasst und insbesondere aus recyclierten Kunststoffen gebildet ist. Im Unterschied zum aus dem Stand der Technik bekannten Staubsaugerfilterbeuteln wird somit weniger oder gar kein frisches (virgin) Kunststoffmaterial zur Herstellung der der Wandung des Staubsaugerfilterbeutels zugrundeliegenden Vliesstoffen bzw. Faservliesen verwendet, sondern es gelangen überwiegend oder ausschließlich Kunststoffe zum Einsatz, die bereits in Verwendung waren und durch entsprechende Recycling-Verfahren wiedergewonnen wurden. Derartige Filterbeutel sind in ökologischer Hinsicht deutlich vorteilhaft, da sie in hohem Maße rohstoffneutral hergestellt werden können. Diese Filterbeutel bieten ebenso ökonomische Vorteile, da die meisten recyclierten Kunststoffmaterialien deutlich günstiger bezogen werden können, als die entsprechenden Rohstoffe, die nicht recycliert sind („virgin" Kunststoffe).

Im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet ein Vliesstoff dabei ein Wirrgelege, das einen Verfestigungsschritt durchlaufen hat, so dass es eine ausreichende Festigkeit aufweist, um zum Beispiel zu Rollen auf- bzw. abgewickelt zu werden. Ein Faservlies entspricht einem Wirrgelege, das jedoch keinen Verfestigungsschritt durchlaufen hat, so dass im Gegensatz zu einem Vliesstoff ein derartiges Wirrgelege keine ausreichende Festigkeit aufweist, um zum Beispiel zu Rollen auf- bzw. abgewickelt zu werden. Bezüglich der Definition dieser Terminologie wird auf die EP 1 795 427 AI verwiesen, deren Offenbarungsgehalt diesbezüglich mit zum Gegenstand der vorliegenden Patentanmeldung gemacht wird.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die Fasern der mindestens einen zusätzlichen Lage des Vliesstoffs bzw. des Faservlieses, das im luftdurchlässigen Material der Wandung des erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutels beinhaltet ist, aus einem einzigen recyclierten Kunststoffmaterial gebildet.

Alternativ ist es jedoch ebenso bevorzugt, wenn die Fasern der mindestens einen zusätzlichen Lage des Vliesstoffes bzw. des Faservlieses aus unter- schiedlichen Materialien gebildet sind, von denen zumindest eines einen recyclierten Kunststoff darstellt. Hierbei sind insbesondere zwei Ausführungsformen denkbar: Einerseits kann es sich um ein Gemisch mindestens zweier Fasertypen handeln, beispielsweise um Fasergemische, die aus zumindest zwei unterschiedlichen recyclierten Kunststoffen gebildet sind.

Andererseits ist es ebenso möglich, dass die mindestens eine zusätzliche Lage des Faservlieses bzw. des Vliesstoffes Bikomponentenfasern (BiKo-Fasern) beinhaltet oder hieraus gebildet ist, die aus einem Kern, sowie einem den Kern umhüllenden Mantel bestehen. Kern und Mantel sind dabei aus unterschiedlichen Materialien gebildet. Die Bikomponentenfasern können als Stapelfasern vorliegen oder als Extrusionsvliesstoff (beispielsweise aus Meltblownvliesstoff) ausgebildet sein, so dass die Bikomponentenfasern theoretisch unendliche Länge aufweisen und sogenannte Filamente darstellen. Bei derartigen Bikomponentenfasern ist es von Vorteil, wenn zumindest der Kern aus einem recyclierten Kunststoff gebildet ist, für den Mantel kann beispielsweise auch ein Virgin-Kunststoff, aber alternativ ebenso ein anderer recyclierter Kunststoff eingesetzt werden.

Für die Vliesstoffe bzw. Faservliese der mindestens einen zusätzlichen Lage ist es für die Zwecke der vorliegenden Erfindung möglich, dass es sich hierbei um trockengelegte, nassgelegte oder Extrusionsvliesstoffe handelt. Demzufolge können die Fasern der Vliesstoffe bzw. Faservliese endliche Länge aufweisen

(Stapelfasern), aber auch theoretisch unendliche Länge aufweisen (Filamente).

Insgesamt kann der Aufbau der Wandung des Filterbeutels gemäß der vorlie- genden Erfindung ebenso ausgestaltet sein, wie in der EP 1 795 247 beschrieben. Eine derartige Wandung umfasst somit mindestens drei Lagen, wobei mindestens zwei Lagen aus mindestens einer Vliesstofflage und mindestens einer Faservlieslage, enthaltend Stapelfasern und/oder Filamente bestehen. Die Wandung des Staubsaugerfilterbeutels zeichnet sich demnach zusätzlich durch eine Schweißverbindung aus, bei der sämtliche Lagen des Filtermaterials durch Schweißverbindungen miteinander verbunden sind. Der Pressflä- chenanteil des Schweißmusters beträgt dabei maximal 5 % der Oberfläche der durchströmbaren Fläche des Filtermaterials bzw. Staubsaugerfilterbeutels. Bezogen auf die gesamte durchströmbare Fläche des Filterbeutels liegen durchschnittlich maximal 19 Schweißverbindungen pro 10 cm 2 vor. Mindes- tens eine der Vliesstofflagen ist dabei gemäß der oben angesprochenen Vliesstofflage, die faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, ausgebildet.

Beispielsweise kann das luftdurchlässige Material in einer Weise ausgestaltet sein, wie es im einleitenden Teil der vorliegenden Patentanmeldung beschrieben ist, also z.B. wie in EP 1 198 280, EP 2 433 695, EP 1 254 693, DE 199 19 809, EP 1 795 247, WO 2013/106 392 oder CN 101747596 beschrieben, solange staub- und/oder faserförmiges recycliertes Material aus der Herstellung von Textilien und/oder Baumwolllinters für die Herstellung dieser Filtermate- rialien verwendet wurde. Bezüglich des detaillierten Aufbaus dieser Filtermaterialien wird auf den Offen ba ru ngsgeha It dieser Druckschriften verwiesen, die in dieser Hinsicht auch zum Offenbarungsgehalt der vorliegenden Erfindung zu zählen sind. Die vorliegende Erfindung erfasst mehrere besonders bevorzugte Möglichkeiten der mehrlagigen Ausgestaltung des luftdurchlässigen Materials, die nachfolgend vorgestellt werden. Die Mehrzahl dieser Lagen kann mittels Schweißverbindungen, insbesondere wie in der EP 1 795 427 AI beschrieben, miteinander verbunden sein. Die Lagen können untereinander auch verklebt oder wie in WO 01/003802 beschrieben gebondet sein.

Beim zuvor genannten mehrlagigen Aufbau des luftdurchlässigen Materials sind insbesondere die folgenden Ausführungsformen vorteilhaft. Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform weist das luftdurchlässige

Material mindestens eine Stützlage und mindestens eine Kapazitätslage auf, wobei mindestens eine oder sämtliche der Stützlagen Vliesstoffe und/oder mindestens eine oder sämtliche der Kapazitätslagen Vliesstoffe oder Faservliese, die einen recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind, darstellen. Alternativ hierzu ist es ebenso möglich, dass das luftdurchlässige Material mindestens eine Stützlage, mindestens eine Feinfilterlage und mindestens eine Kapazitätslage aufweist, wobei mindestens eine oder sämtliche der Stützlagen und/oder mindestens eine oder sämtliche der Feinfilterlagen Vliesstof- fe, die einen recyclierten Kunststoff oder mehrere recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind und/oder mindestens eine oder sämtliche der Kapazitätslagen Vliesstoffe oder Faservliese, die einen recyclierten Kunststoff oder mehrere recyclierte Kunststoffe umfassen oder hieraus gebildet sind, darstellen.

Bei den beiden zuvor genannten Ausführungsführungsformen ist dabei vorgesehen, dass mindestens eine, bevorzugt sämtliche der Kapazitätslagen den voranstehend näher charakterisierten Vliesstoff, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, umfassen oder hieraus gebildet sind. Durch die erfolgte Vliesbindung weist die als Kapazitätslage ausgebildete Vliesstofflage dabei eine derart hohe mechanische Festigkeit auf, dass sie auch als Stützlage fungieren kann.

Ebenso ist es möglich die Außenlage auf der Reinluftseite aus einem relativ dünnen Material auf Basis Baumwollstaub zu machen.

Die einzelnen Lagen sind dabei entsprechend ihrer Funktion näher bezeichnet.

Eine Stützlage im Sinne der vorliegenden Erfindung ist dabei eine Lage, die dem mehrlagigen Verbund des Filtermaterials die notwendige mechanische

Festigkeit verleiht. Hierunter wird ein offener, poröser Vliesstoff bzw. ein Nonwoven mit leichtem Flächengewicht bezeichnet. Eine Stützlage dient in allererster Linie dazu, andere Lagen oder Schichten zu stützen und vor Abrasion zu schützen. Die Stützlage kann auch die größten Partikel filtern. Die Stützlage, wie auch jede andere Lage des Filtermaterials kann gegebenenfalls auch elektrostatisch aufgeladen sein, unter der Voraussetzung, dass das Material geeignete dielektrische Eigenschaften aufweist.

Eine Kapazitätslage bietet einen hohen Widerstand gegenüber Stoßbelastung, Filtern von großen Schmutzpartikeln, Filtern eines signifikanten Anteils von kleinen Staubpartikeln, Speichern bzw. Zurückhalten von großen Mengen an Partikeln, wobei der Luft ein einfaches Durchströmen erlaubt wird und somit ein geringer Druckabfall bei hoher Partikelbeladung resultiert. Dies wirkt sich insbesondere auf die Standzeit eines Staubsaugerfilterbeutels aus. Eine Feinfilterlage dient der Erhöhung der Filtrationsleistung des mehrlagigen

Filtermaterials durch Einfangen von Partikeln, die beispielsweise durch die Stützlage und/oder die Kapazitätslage hindurch gelangen. Zur weiteren Erhöhung der Feinfilterlage kann diese bevorzugt elektrostatisch (z.B. durch Coronaentladung) aufgeladen werden, um insbesondere die Abscheidung von Feinstaubpartikeln zu erhöhen.

Einen Überblick über die einzelnen Funktionslagen innerhalb mehrlagiger Filtermaterialien für Staubsaugerfilterbeutel bietet die WO 01/003802. Das luftdurchlässige Material der Wandung des erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutels kann hinsichtlich seiner Konstruktion beispielsweise wie in diesem Patentdokument aufgebaut sein mit der Maßgabe, dass zumindest eine der Lagen des dort beschriebenen mehrlagigen Filtermaterials für den Staubsaugerfilterbeutel aus einem recyclierten bzw. mehreren recyclierten Kunststoffen gebildet ist. Der Offenbarungsgehalt der WO 01/003802 wird hinsichtlich des Aufbaus der luftdurchlässigen Filtermaterialien ebenso in die vorliegende Anmeldung mit aufgenommen.

Spezielle Ausführungsformen der zuvor genannten Aspekte der vorliegenden Erfindung sehen vor, dass jede Stützlage ein Spinnvlies oder Scrim ist, vor- zugsweise mit einer flächenbezogenen Masse von 5 bis 80 g/m 2 , weiter bevorzugt von 10 bis 50 g/m 2 , weiter bevorzugt von 15 bis 30 g/m 2 und/oder vorzugsweise mit einem Titer der das Spinnvlies bzw. das Scrim bildenden Fasern im Bereich von 0,5 dtex bis 15 dtex. Bevorzugt weist das luftdurchlässige Material ein bis drei Stützlagen auf.

Im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Stützlagen ist es bevorzugt, dass die Gesamtgrammatur der Summe aller Stützlagen 10 bis 240 g/m 2 , bevorzugt 15 bis 150 g/m 2 , weiter bevorzugt 20 bis 100 g/m 2 , weiter bevorzugt 30 bis 90 g/m 2 , insbesondere 40 bis 70 g/m 2 beträgt. Alternativ oder zusätzlich zu den zuvor genannten Ausführungsformen ist es ebenso möglich, dass sämtliche Stützlagen aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen, insbesondere aus rPET gebildet sind.

Bei den zuvor genannten Feinfilterlagen ist es von Vorteil, wenn jede Feinfilterlage ein Extrusionsvliesstoff, insbesondere ein Meltblown-Vliesstoff ist, vorzugsweise mit einer flächenbezogenen Masse von 5 bis 100 g/m 2 , bevorzugt 10 bis 50 g/m 2 , insbesondere 10 bis 30 g/m 2 .

Das luftdurchlässige Material für die Zwecke des erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutels kann dabei vorteilhaft ein bis fünf Feinfilterlagen umfassen. Im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Feinfilterlagen kann die Ge- samtgrammatur der Summe aller Feinfilterlagen 10 bis 300 g/m 2 , bevorzugt 15 bis 150 g/m 2 , insbesondere 20 bis 50 g/m 2 betragen.

Bevorzugt sind sämtliche Feinfilterlagen aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen, insbesondere rPET gebildet.

Besonders bevorzugte Feinfilterlagen sind hierbei Meltblown-Vliesstoffe, die insbesondere aus rPET gebildet werden können. Das eingesetzte rPET kann dabei nicht metallisiert oder metallisiert sein. Das rPET kann somit beispiels- weise aus Getränkeflaschen (bottle flake chips) oder metallisierten PET-Folien stammen. Ebenso ist es möglich, dass die Melt-Blown-Vliesstoffe Bikomponenten-Meltblown-Vliesstoffe darstellen. Hierbei ist es insbesondere von Vorteil, wenn der Kern einer derartigen Bikomponentenfaser aus rPET besteht, dieses Kernmaterial wird von einem weiteren thermoplastischen Kunststoff, beispielsweise Polypropylen umhüllt.

Alternativ oder zusätzlich zu den zuvor genannten Ausführungsformen ist es ebenso möglich und insbesondere bevorzugt, wenn mindestens eine, bevorzugt sämtliche Feinfilterlagen elektrostatisch aufgeladen sind. Dies setzt vo- raus, dass zumindest die Oberfläche der aufzuladenden Fasern aus einem dielektrischen Material gebildet ist. Im Falle des Einsatzes von metallisiertem PET-Recyclat ist diese Ausführungsform dann lediglich im Rahmen der zuvor angesprochenen Bikomponentenfasern möglich, bei denen das metallisierte rPET den Kern der Fasern bildet. Die elektrostatische Aufladung kann dabei insbesondere Coronaentladung erfolgen.

Bei den zuvor genannten Kapazitätslagen ist es insbesondere von Vorteil, wenn mindestens eine, bevorzugt jede Kapazitätslage ein Vliesstoff ist, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllintes umfasst, wobei jede Kapazitätslage vorzugsweise flächenbe- zogene Masse von 5 bis 200 g/m 2 , weiter bevorzugt von 10 bis 150 g/m 2 , weiter bevorzugt von 20 bis 100 g/m 2 , insbesondere 30 bis 50 g/m 2 aufweist.

Das luftdurchlässige Material weist bevorzugt ein bis fünf Kapazitätslagen auf. Im Falle des Vorhandenseins mindestens zweier Kapazitätslagen kann die Ge- samtgrammatur der Summe aller Kapazitätslagen 10 bis 300 g/m 2 , bevorzugt 15 bis 200 g/m 2 , weiter bevorzugt 20 bis 100 g/m 2 , insbesondere 50 bis 90 g/m 2 betragen. Eine besonders bevorzugte Ausführungsform sieht die folgenden mehrlagigen

Varianten für das luftdurchlässige Material vor, mit einer vom Innenraum des Staubsaugerfilterbeutels ausgesehenen Lagenfolge:

Eine Stützlage, mindestens eine, vorzugsweise mindestens zwei Kapazitätsla- gen, vorzugsweise eine weitere Stützlage, mindestens eine vorzugsweise mindestens zwei Feinfilterlagen sowie eine weitere Stützlage. Für den Fall, dass die Kapazitätslage eine wie voran beschrieben hohe mechanische Festigkeit aufweist, kann dabei auch auf die innerste Stützlage verzichtet werden. Eine oder zwei Kapazitätslagen, eine oder zwei Feinfilterlagen

(Meltblownlagen), eine Stützlage (Spinnvlies).

Die Stützlagen und/oder Kapazitätslagen können dabei aus einem Vliesstoffmaterial gebildet sein, das staub- und/oder faserförmiges recycliertes Materi- al aus der Herstellung von Textilien, insbesondere Baumwolltextilien und/oder

Baumwolllinters umfasst. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform bildet dieses Vliesstoffmaterial die mindestens eine Kapazitätslage, während die anderen Lagen kein staub- und/oder faserförmiges recycliertes Material aus der Herstellung von Textilien, insbesondere Baumwolltextilien und/oder Baumwolllinters umfassen.

Es können sämtliche Lagen bei den zuvor genannten Ausführungsformen auch mittels Schweißverbindungen, insbesondere wie in EP 1 795 427 AI beschrieben, miteinander verbunden sein. Schweißverbindungen sind allerdings nicht zwingend notwendig.

Weiter vorteilhaft ist, dass der Staubsaugerfilterbeutel eine eine die Einlassöffnung einfassende Halteplatte aufweist, die aus einem oder mehreren recy- celten Kunststoffen gebildet ist oder einen oder mehrere recycelte Kunststoffe umfasst. Insbesondere ist die Halteplatte dabei aus rPET gebildet oder um- fasst rPET zu einem sehr hohen Anteil, beispielsweise zu mindestens 90 Gew.%. Gemäß dieser bevorzugten Ausführungsform ist somit eine weitere Erhöhung des Anteils an recyclierten Kunststoffen im Staubsaugerfilterbeutel möglich.

Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass im Innenraum mindestens ein Strömungsverteiler und/oder mindestens ein Dif- fusor angeordnet sind, wobei bevorzugt der mindestens eine Strömungsverteiler und/oder der mindestens eine Diffusor aus einem recyclierten Kunststoff oder mehreren recyclierten Kunststoffen oder aus einem Vliesstoffes, der faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfasst, gebildet ist. Derartige Strömungsverteiler bzw. Diffusionen sind z.B. in den Patentanmeldungen EP 2 263 508, EP 2 442 703, DE 20 2006 020 047, DE 20 2008 003 248, DE 20 2008 005 050 bekannt. Auch die erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel, inklusive Strömungsverteiler können entsprechend ausgestaltet sein.

Strömungsverteiler und Diffusoren werden somit vorzugsweise ebenfalls aus Vliesstoffen oder Laminaten von Vliesstoffen gefertigt. Für diese Elemente kommen bevorzugt die gleichen Materialien in Frage, wie für die Kapazitätsund Verstärkungslagen.

Der recyclierte Kunststoff, der in speziellen Vliesstoff materialien oder in Hal- teplatten für die Staubsaugerfilterbeutel verwendet werden kann, ist dabei bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus recyclierten Polyestern, insbesondere recycliertem Polyethylenterephthalat (rPET), recycliertem Polybutylenterephthalat (rPBT), recylcierter Polymilchsäure (rPLA), recycliertem Polyglycolid und/oder recycliertem Polycaprolacton; recyclierten Polyolefinen, insbesondere recycliertem Polypropylen (rPP), recycliertem Polyethylen und/oder recycliertem Polystyrol (rPS); recycliertem Polyvinylchlorid (rPVC), recyclierten Polyamiden sowie Mischungen und Kombinationen hiervon. Für viele Kunststoff-Recyclate bestehen einschlägige internationale Normen.

Für PET-Kunststoff-Recyclate ist beispielsweise die DIN EN 15353:2007 einschlägig. PS-Recyclate werden in DIN EN 15342:2008 näher beschrieben. PE- Recyclate werden in DIN EN 15344:2008 behandelt. PP-Recyclate werden in DIN EN 15345:2008 charakterisiert. PVC-Recyclate sind in DIN EN 15346:2015 näher bezeichnet. Zum Zwecke der entsprechenden speziellen

Kunststoff recyclate macht sich die vorliegende Patentanmeldung die Definitionen dieser internationalen Normen zu Eigen. Die Kunststoff-Recyclate können dabei unmetallisiert sein. Ein Beispiel hierfür sind aus PET- Getränkeflaschen zurückgewonnene Kunststoffflakes oder -chips. Ebenso können die Kunststoff-Recyclate metallisiert sein, z.B. wenn die Recyclate aus metallischen Kunststofffolien erhalten wurden, insbesondere metallisierten PET-Folien (MPET).

Bei dem recyclierten Kunststoff handelt es sich insbesondere um recycliertes Polyethylenterephthalat (rPET), das beispielsweise aus Getränkeflaschen, insbesondere aus sog. Bottleflakes, also Stücke gemahlener Getränkeflaschen, erhalten wurde.

Die recyclierten Kunststoffe, insbesondere das recyclierte PET, sowohl in der metallisierten, als auch in der nicht metallisierten Fassung, können zu den entsprechenden Fasern versponnen werden, aus denen die entsprechenden Stapelfasern bzw. Meltblown- oder Spunbonds-Vliesstoffe für die Zwecke der vorliegenden Erfindung hergestellt werden können.

Eine besonders bevorzugte Ausführungsform sieht vor, dass die Gewichtssumme der faser- und/oder staubförmigen recyclierten textilen Materialien und/oder Baumwolllinters und der ggfs. vorhandenen recyclierten Materialien, bezogen auf das Gesamtgewicht des Staubsaugerfilterbeutels mindestens 25 %, bevorzugt mindestens 30 %, weiter bevorzugt mindesten 40 %, weiter bevorzugt mindestens 50 %, weiter bevorzugt mindestens 60 %, weiter bevorzugt mindestens 70 %, weiter bevorzugt mindestens 80 %, weiter bevorzugt mindestens 90 %, insbesondere mindestens 95 % beträgt.

Der Staubsaugerfilterbeutel gemäß der vorliegenden Erfindung kann beispielsweise in Form eines Flachbeutels, eines Seitenfaltenbeutels, eines Blockbodenbeutels oder eines 3D-Beutels, wie beispielsweise eines Staubsaugerfilterbeutels für einen Upright-Staubsauger ausgebildet sein. Ein Flachbeutel weist dabei keine Seitenwände auf und ist aus zwei Materiallagen gebildet, wobei die beiden Materiallagen entlang ihres Umfangs unmittelbar miteinander verbunden, beispielsweise verschweißt oder verklebt sind. Sei- tenfaltenbeutel stellen eine modifizierte Form eines Flachbeutels dar und umfassen festgelegte oder ausstülpbare Seitenfalten. Blockbodenbeutel umfassen einen sogenannten Block- oder Klotzboden, der zumeist die Schmalseite des Staubsaugerfilterbeutels bildet; an dieser Seite ist in der Regel eine Halteplatte angeordnet.

Besonders bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel werden nachfolgend beschrieben.

Bevorzugt können Filterbeutel konzipiert werden, die eine Lage aus einem nach einem aerodynamischen Verfahren (beispielsweise eines Airlay- oder Airlaid-Verfahrens) hergestellten Vliesstoff mit einem spezifischen Volumen von mindestens 20 cm 3 /g aufweisen und aus faser- oder staubförmigen recyclierten textilen Materialien bestehen oder dieses aufweisen. Die Filterbeutel können jedoch auch mehrere Lagen dieses Airlay- oder Airlaid- Vliesstoffes umfassen. Zusätzlich können eine oder mehrere Vliesstofflagen vorhanden sein, die aus recyclierten Kunststoffen gebildet sind oder diese aufweisen. Die unterschiedlichen Vliesstoffe sind dabei nur für bestimmte Materiallagen geeignet. Um den Anteil an wiederverwerteten Rohstoffen noch weiter zu steigern, ist zusätzlich noch der Einsatz einer Halteplatte möglich, die aus rPET besteht oder zumindest rPET aufweist.

Zu den einzelnen bevorzugten Filterlagen:

Als Stützlagen kommen insbesondere Spinnvlieslagen aus rPET mit einem Flächengewicht von 5 bis 50 g/m 2 und einem Titer von 1 dtex bis 15 dtex in Fra- ge. Als Rohstoff werden PET-Abfälle (z. B. Stanzabfälle) und sogenannte

Bottleflakes, also Stücke gemahlener Getränkeflaschen verwendet. Um die unterschiedliche Färbung der Abfälle zu überdecken, ist es möglich, das Recyclat einzufärben. Als thermisches Bindeverfahren für die Verfestigung des Spinnvlieses zu einem Spunbond ist insbesondere das H ELIX ® (Comerio Ercole) Verfahren vorteilhaft.

Als Feinfilterlagen werden eine oder mehrere Lagen Meltblown mit einem Flächengewicht von jeweils 5 bis 30 g/m 2 eingesetzt. Diese Feinfilterlagen können aus Polypropylen oder aus Polyestern, insbesondere rPET gebildet sein.. Zumindest diese Lage(n) werden durch eine Coronaentladung elektrostatisch aufgeladen. Für den Fall, dass die Feinfilterlagen aus rPET gebildet sind, können diese ebenfalls elektrostatisch geladen werden. Dabei ist lediglich zu beachten, dass dann keine metallisierten PET-Abfälle für die Fertigung verwendet werden. Zur Verbesserung der Ladungspersistenz können die ein- gesetzten Kunststoffe mit ladungsstabilisierenden Zusätzen versehen werden.

Alternativ können die Meltblownfilamente auch aus Bicomponentenfasern bestehen, bei denen der Kern aus z.B. rPET und die Hülle aus einem Kunststoff, der sich besonders gut elektrostatisch aufladen lässt (z. B. PP, PC, PET), gebildet wird.

Bevorzugt sind im Staubsaugerfilterbeutel eine oder mehrere Kapazitätslagen enthalten, die ein Vliesstoffmaterial darstellen das aus Reißfasern oder Spinnabfällen und einer geeigneten Komponente zur Verfestigung des Vliesstoffes, z.B. Bicomponentenfasern hergestellt ist. Zur Herstellung von Kapazitätslagen sind unterschiedliche Verfahren geeignet. Gebräuchlich sind Kardierverfahren oder aerodynamische Verfahren, bei denen zunächst Stapelfasern abgelegt werden, die dann für gewöhnlich in einem Vliesbindeschritt (z. B. durch Vernadelung, Wasserstrahlverfestigung, Ultraschallkalandrierung oder auch mittels thermischer Verfestigung im Durchströmofen auch mittels Bikomponentenfasern oder Bindefasern) zu einem Vliesstoff verfestigt werden. Zur Kalandrierung ist insbesondere das HELIX* (Comerio Ercole) Verfahren vorteilhaft. Die Kapazitätslagen können ebenso Anteile von recyclierten Kunststoff materialien enthalten, z.B. rPET-Stapelfasern oder rPET-Filamente, die als Bindefasern, insbesondere Bikomonentenfasern zur Herstellung des Vliesstoffes eingesetzt werden können.

Ebenfalls kann ein Verfahren, bei dem das primär entstandene Faservlies nicht verfestigt wird, sondern mit möglichst wenigen Schweißpunkten an einen Vliesstoff gebunden wird, eingesetzt werden. Dieses Verfahren ist allerdings nicht für die Variante aus Baumwollstaub geeignet. Bei beiden Verfahren ist es möglich, Stapelfasern aus rPET zu verwenden. Kapazitätslagen können auch als Extrusionsvliesstoffe oder Extrusionsfaservliese gefertigt werden. Für diese Vliesstoffe ist ein Einsatz von rPET ebenfalls problemlos realisierbar.

Die Filamente oder Stapelfasern können auch aus Bikomponentenmaterialien bestehen, bei denen der Kern aus rPET und die Hülle aus einem Kunststoff, der sich besonders gut elektrostatisch aufladen lässt (z. B. PP, PC, PET) gebildet wird.

Alternativ oder ergänzend können auch eine oder mehrere Lagen eines Airlaid- oder Airlay-Vliesstoffes vorhanden sein, der aus Bikomponentenfasern und Baumwollstaub gebildet wird.

Das Flächengewicht (Grammatur) der einzelnen Kapazitätslagen liegt bevorzugt zwischen 5 und 200 g/m 2 .

Die unterschiedlich hergestellten Kapazitätslagen können selbstverständlich auch miteinander kombiniert werden.

Beispielhafte und insbesondere Kapazitätslagen, die in den erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeuteln eingesetzt werden können sind dabei in der nachfolgenden Tabelle gelistet:

Die Kapazitätslagen der Beispiele 1 bis 3 sind dabei aus gebundenen Spinnabfällen (Stapelfasern und Staub) gebildet. Die Spinnabfälle sind dabei mit Bikomponenten-Fasern aus PET gebunden, der Gewichtsanteil der

Bikomponenten-PET-Fasern an der gesamten Kapazitätslage beträgt 35 Gew.- %. Die Kapazitätslagen gemäß der Beispiele 1 und 2 unterscheiden sich lediglich hinsichtlich ihrer Grammatur, die Kapazitätslage gemäß Beispiel 2 ist dabei geringfügig dicker ausgebildet als die Kapazitätslage gemäß Beispiel 1.

Die Kapazitätslage gemäß dem Beispiel 3 ist aus behandelten Spinnabfällen gebildet. Die Spinnabfälle werden hierbei mit einer Hammermühle zerkleinert und mit einem Sieb (Öffnungsweite 3 mm) gesiebt. Die gesiebte Fraktion an behandelten Spinnabfällen wird mit 35 Gew.- Anteil Bikomponenten-PET- Fasern gebunden.

Den Kapazitätslagen der Beispielen 4 und 5 liegen Reißfasern zugrunde. Im Beispiel 4 werden geöffnete, aber ansonsten nicht weiter behandelte Textilab- fälle eingesetzt, die Reißfasern gemäß Beispiel 5 sind ebenso einem Ham- mermühlenprozess unterzogen, hierbei werden die anfallenden Produkte mit einem Sieb (Öffnungsweite 6 mm) gesiebt.

Die Kapazitätslage gemäß dem Beispiel 6 ist in analoger Weise zur Kapazitätslage gemäß Beispiel 5 aus behandelten Reißfasern gebildet, die Maschenweite des Siebes beträgt allerdings 12 mm.

Um den Anteil an Recyclaten weiter zu erhöhen, ist die Verwendung einer Halteplatte aus rPET möglich. Wenn die Abdichtung zum Staubsaugerstutzen durch das Beuteilmaterial übernommen wird, kann die Halteplatte ausschließlich aus rPET bestehen. Für den Fall, dass die Halteplatte die Dichtfunktion übernehmen muss, kann eine TPE-Dichtung angespritzt oder angeklebt werden.

Bei Ausnutzung aller Möglichkeiten wird so ein Anteil an Recyclaten bzw. Abfallstoffen von bis zu 96 % möglich.

Die Erfindung betrifft zudem die Verwendung von Vliesstoffen, die faser- und/oder staubförmiges recycliertes textiles Material und/oder Baumwolllinters umfassen mit einem spezifischen Volumen von mindestens 20 cm /g, für Staubsaugerfilterbeutel. Hinsichtlich der speziellen Ausgestaltung derartiger Vliesstoffe wird auf die voranstehenden Ausführungsformen verwiesen. Die vorliegende Erfindung wird anhand der nachfolgenden beispielhaften Ausführungen näher beleuchtet, ohne die Erfindung auf die speziellen dargestellten Ausführungen zu beschränken.

Anhand eines Vergleichs zwischen einem erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel mit einer Kapazitätslage mit einem spezifischen Volumen v von mindestens 20 cm 3 /g und einem Staubsaugerfilterbeutel aus einem aus dem Stand der Technik (EP 0 0 960 645 A2) bekannten Material konnte das überragende Staubspeichervermögen des erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutels belegt werden. Beide Staubsaugerfilterbeutel stellen dabei Flachbeutel von rechteckiger Geometrie dar, die eine Abmessung von 300 mm x 280 mm aufweisen. Der genaue Aufbau der verwendeten Filterbeutel sowie die Versuchsdurchführung werden nachfolgend beschrieben.

Der erfindungsgemäße Beutel hatte dabei den folgenden Aufbau. Das luftdurchlässige Material des Staubsaugerfilterbeutels hatte einen 4-lagigen Aufbau mit den folgenden Materiallagen (von außen nach innen gesehen): Die Außenlage bestand aus Spinnvlies (25 g/m 2 ), gefolgt von einer Feinfilterlage aus einem Meltblown von 28 g/m 2 . Darauf folgte eine Verstärkungslage aus Spinnvlies von 17 g/m 2 . Die darauffolgende Kapazitätslage stellte ein Vliesstoffmaterial dar, das das aus Reißfasern aus Textilabfall, die mit PET- Bikomponentenfasern gebunden waren, gebildet war. Der Anteil an Bikomponentenfasern an dieser Vliesstofflage betrug 35 Gew.- , der Anteil an Reißfasern 65 Gew.-%. Die Kapazitätslage hatte ein Flächengewicht (Grammatur) von 74,9 g/m 2 . Ihre Dicke nach DIN EN ISO 9073-2:1996, Abschnitt 5.1 betrug 3,34 mm. Das spezifische Volumen dieser Kapazitätslage betrug somit 44,6 cm 3 /g- Diese Kapazitätslage entspricht Beispiel 6 der oben angegebenen Tabelle

Der Vergleichsbeutel gemäß dem Stand der Technik hatte folgenden Aufbau: Außenlage Spinnvlies 28 g/m 2 , Feinfilterlage 22 g/m 2 , Spinnvlies 17 g/m 2 , Airlaid Vliesstoff 73 g/m 2 (Kapazitätslage), Spinnvlies 17 g/ m 2 . Die Kapazitätslage wurde basierend auf der Lehre der EP 0 960 645 A2 (Absätze [0036] bis [0038]) hergestellt und stellt ein Vliesstoffmaterial aus 65 Gew.-% Zellulosefasern und 35 Gew.- PET-Bikomponentenfasern dar. Sie hatte ein Flächengewicht von 73 g/m 2 , eine Dicke nach DIN EN ISO 9073-2:1996, Ab- schnitt 5.1 von 0,9 mm. Das spezifische Volumen dieser Kapazitätslage betrug somit 12,3 cm 3 /g.

Die Staubspeicherkapazität hängt in erster Näherung nur von der Kapazitäts- läge ab, die Anwesenheit einer weiteren Stützlage auf der I nnenseite bei dem

Vergleichsbeispiel kann für den Vergleich der Staubspeicherkapazitäten der erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel und dem Staubsaugerfilterbeutel des Vergleichsbeispielsvernachlässigt werden. Überraschenderweise konnte festgestellt werden, dass das Raumgewicht (flächenbezogene Masse / Dicke) der e rf i nd u ngsge mä ße n Kapazitätslagen in allen Beispielen (siehe Tabelle) deutlich geringer ausfällt als bei den aus dem Stand der Technik (EP 0 960 645 A2) bekannten Kapazitätslagen. Das spezifische Volumen ist im U mkehrschluss deutlich erhöht. Das Raumgewicht der erfin- dungsgemäßen Kapazitätslagen ist um ca. den Faktor 4 geringer als beim der

Kapazitätslage gemäß Vergleichsbeispiel. Die erfindungsgemäßen Kapazitätslagen fallen somit deutlich voluminöser aus, was sich insbesondere spezifischen Volumen dieser Materialien wiederspiegelt. Zum Vergleich der Performance des erfindungsgemäßen

Staubsaugerfilterbeutels, verglichen mit einem Staubsaugerfilterbeutel aus dem Stand der Technik wurde der oben beschriebene erfindungsgemäße Staubsaugerfilterbeutel (der eine Kapazitätslage gemäß erfindungsgemäßem Beispiel 6 enthält), dem oben beschriebenen

Vergleichsstaubsaugerfilterbeutel (mit einer Kapazitätslage gemäß EP 0 960

645 A2) gegenübergestellt und verglichen. Es wurde der Volumenstrom gemäß DIN EN ISO 60312:2014 in Abhängigkeit der aufgenommenen Menge eines Teststaubes (DMT-Teststaub, Typ 8 gemessen). Das verwendete Gerät war ein Miele C3 Ecoline der eine Leistungsaufnahme von 750 W hatte. Nach- dem der Motor warmgelaufen war, wurde ein leerer Staubsaugerfilterbeutel gemäß Beispiel 6 bzw. Vergleichsbeispiel 8 in den Staubsauger eingesetzt. Es erfolgte eine erste Messung des Volumenstroms mit dem leeren

Staubsaugerfilterbeutel (0 g Messung). Die Messung wurde nach Aufsaugen von jeweils weiteren 50 g DMT-Teststaub, Typ 8 Staub wiederholt.

Fig. 1 zeigt das Ergebnis der entsprechenden Staubbeladungstests mit DMT- Staub (Typ 8) gemäß DIN EN 60312-1:2014-01. Völlig überraschend führt die erfindungsgemäße Kapazitätslage zu einem signifikant geringeren Abfall des Volumenstroms. Selbst eine Beladung mit 400 g Staub bei dem erfindungsgemäßen Beutel führt zu einer Abnahme des Volumenstroms von lediglich 9,1 %, wohingegen der herkömmliche Beutel eine Abnahme von 14,7 % zeigt.

Überraschenderweise führt somit das erhöhte spezifische Volumen bzw. das erniedrigte Raumgewicht der in den erfindungsgemäßen

Sta u bsa uge rf i I te r be u te I n enthaltenen Kapazitätslage zu einer deutlichen Ver- besserung der Standzeit.

Die erfindungsgemäßen Staubsaugerfilterbeutel weisen daher eine deutlich erhöhte Staubspeicherkapazität und somit eine verlängerte Standzeit auf.