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Title:
VEHICLE TIRES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/059758
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to vehicle tires with a lateral wall (1) with at least one lateral wall decoration which extends at least over a circumferential section of the lateral wall (1). The lateral wall decoration has decorative surfaces (2, 2') made of first and second surface elements (5a, 5b) which have a structured surface, wherein the first surface elements (5a) absorb less light than the second surface elements (5b). The lateral wall decoration has a pattern of smooth surface elements (10, 11) which run in a grid-like manner and which surround or delimit the decorative surfaces (2, 2'), and the second surface elements (5b) in the decorative surfaces (2, 2') at least substantially reproduce a shadow or a copy of the pattern or a part of the pattern in a slightly offset manner in the circumferential direction and in the radial direction with respect to the pattern, wherein the rest of the respective structured surface of the decorative surfaces (2, 2') is made of at least one first surface element (5a).

Inventors:
RITTWEGER, Stefan (Gottfried-Keller-Str. 4, Garbsen, 30826, DE)
Application Number:
EP2017/066413
Publication Date:
April 05, 2018
Filing Date:
July 03, 2017
Export Citation:
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Assignee:
CONTINENTAL REIFEN DEUTSCHLAND GMBH (Vahrenwalder Str. 9, Hannover, 30165, DE)
International Classes:
B60C13/00; B60C13/02
Domestic Patent References:
WO2015078881A12015-06-04
WO2015078882A12015-06-04
Foreign References:
JP2016002936A2016-01-12
JP2016002937A2016-01-12
JP2012061971A2012-03-29
JP2006224704A2006-08-31
EP2502758A12012-09-26
US20060254689A12006-11-16
DE102013108786A12015-02-19
Attorney, Agent or Firm:
FINGER, Karsten (Continental Aktiengesellschaft, Intellectual PropertyPostfach 169, Hannover, 30001, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Fahrzeugreifen mit einer Seitenwand (1) mit zumindest einem Seitenwanddekor, welches sich zumindest über einen Umfangsabschnitt der Seitenwand (1) erstreckt, wobei das Seitenwanddekor Dekorflächen (2, 2') aus ersten und zweiten

oberflächlich strukturierten Flächenelementen (5 a, 5b) aufweist, wobei die ersten Flächenelemente (5 a) Licht geringer absorbieren als die zweiten Flächenelemente (5b),

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t,

dass das Seitenwanddekor ein Muster aus netzartig verlaufenden glatten

Flächenelementen (10, 11) aufweist, welche die Dekorflächen (2, 2') umlaufen bzw. begrenzen, wobei die zweiten Flächenelemente (5b) in den der Dekorflächen (2, 2') zumindest im Wesentlichen einen Schatten bzw. eine Kopie des Musters oder eines

Teiles des Musters, in Umfangsrichtung und in radialer Richtung gegenüber dem Muster geringfügig versetzt, wiedergeben, wobei jeweils die übrige oberflächlich strukturierten Fläche der Dekorflächen (2, 2') von zumindest einem ersten

Flächenelement (5a) gebildet ist.

2. Fahrzeugreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und die zweiten oberflächlich strukturierten Flächenelemente (5 a, 5b) innerhalb eines sich über einen Umfangsabschnitt der Seitenwand (1) erstreckenden Seitenwanddekor s den gleichen Typ Oberflächenstruktur aufweisen. Fahrzeugreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die

Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente (5 a, 5b) eine Oberflächenrauheit ist.

Fahrzeugreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die

Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente (5 a, 5b) von einer Vielzahl punktueller dreidimensionaler Elemente gebildet ist.

Fahrzeugreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die

Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente (5 a, 5b) von Schraffurflächen aus einer Vielzahl von insbesondere parallel zueinander verlaufenden Erhebungen (3a, 3b) gebildet ist.

Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (3 a, 3b) im Querschnitt im Wesentlichen dreieckig oder trapezförmig sind.

Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 1, 2, 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) von den Erhebungen (3 a) in den ersten Flächenelementen (5 a) durch zumindest eines der nachfolgenden Merkmale unterscheidet:

— die Höhe (h2) der Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) ist größer als jene der Erhebungen (3a) in den ersten Flächenelementen (5a),

— die Dichte der Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) ist größer als jene der Erhebungen (3a) in den ersten Flächenelementen (5a),

— die Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) weisen

Seitenflanken (7) auf, die zu einer Senkrechten auf die Seitenwand (1) unter einem kleineren Winkel (a2) verlaufen als die Seitenflanken (6) der

Erhebungen (3 a) in den ersten Flächenelementen (5 a).

Fahrzeugreifen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (a2) der Seitenflanken (7) der Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) relativ zur Senkrechten auf die Seitenwand (1) um mindestens 10° kleiner ist als der Winkel (αι) der Seitenflanken (6) der Erhebungen (3a) in den ersten

Flächenelementen (5 a).

9. Fahrzeugreifen nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (a2) der Seitenflanken (7) der Erhebungen (3b) relativ zur Senkrechten auf die Seitenwand (1) in den zweiten Flächenelementen (5b) 15° bis 30° beträgt.

10. Fahrzeugreifen nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (αι) der Seitenflanken (6) der Erhebungen (3a) relativ zur Senkrechten auf die Seitenwand (1) in den ersten Flächenelementen (5a) 35° bis 50°beträgt.

11. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe (h2) der Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) um mindestens 0,1 mm größer ist als die Höhe (hi) der Erhebungen (3a) in den ersten Flächenelementen (5 a).

12. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) an ihrer Basis entweder unmittelbar aneinander anschließen oder einen gegenseitigen Abstand (a2) von bis zu 0,3 mm aufweisen.

13. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (3 a) in den ersten Flächenelementen (5 a) an ihrer Basis entweder unmittelbar aneinander anschließen oder einen gegenseitigen Abstand (ai) von bis zu 0,5 mm aufweisen.

14. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (3b) in den zweiten Flächenelementen (5b) eine Höhe (h2) von maximal 0,8 mm aufweisen.

15. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (3 a) in den ersten Flächenelementen (5 a) eine Höhe (hi) von 0,15 mm bis 0,6 mm aufweisen. 16. Fahrzeugreifen nach einem der Ansprüche 5 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb einer Dekorfläche (2, 2') der Winkel (ß) zwischen den Erhebungen (3a) in den ersten Flächenelementen (5 a) und den Erhebungen (3b) in den zweiten

Flächenelementen (5b) 45° bis 135°, insbesondere etwa 90°, beträgt.

Description:
Beschreibung

Fahrzeugreifen

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugreifen mit einer Seitenwand mit zumindest einem Seitenwanddekor, welches sich zumindest über einen Umfangsabschnitt der Seitenwand erstreckt, wobei das Seitenwanddekor Dekorflächen aus ersten und zweiten oberflächlich strukturierten Flächenelementen aufweist, wobei die ersten Flächenelemente Licht geringer absorbieren als die zweiten Flächenelemente. Seitenwanddekors als gestalterische Maßnahmen auf Seitenwänden von Fahrzeugreifen sind schon lange bekannt und weit verbreitet. Sie sind auch immer wieder Gegenstand von Patentanmeldungen und Patenten. Ein Fahrzeugreifen der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der DE 10 2013 108 786 AI bekannt. Bei diesem Fahrzeugreifen besteht das Seitenwanddekor aus Schraffurflächen, wobei eine Basisschraffur aus einer Vielzahl von nebeneinander, insbesondere parallel zueinander, verlaufenden Erhebungen vorgesehen ist, welche aus der Basisschraffur unter übereinstimmend großen Winkeln abgelenkte Abschnitte aufweisen, sodass derart örtlich begrenzte Schraffurflächen gebildet sind, in welchen die Erhebungen unter einem von den Erhebungen in der Basisschraffur

abweichenden Winkel verlaufen. Diese abgelenkten Abschnitte können durch nochmaliges, unter übereinstimmend großen Winkeln erfolgtes Ablenken in zumindest eine weitere

Schraffurfläche übergehen. Auf diese Weise können Schraffurflächen gebildet werden, die die Mantelflächen geometrischer Körper, beispielsweise Pyramidenflächen, simulieren bzw. darstellen. Aus der WO 2015 078881 AI ist es ferner zur Kaschierung von

Unebenheiten auf der Seitenwand bekannt, ein Muster aus kleindimensionierten, kugelabschnittsförmigen Erhebungen auf der Seitenwand auszubilden. Aus der WO 2015 078882 AI ist es bekannt, ein derartiges Muster aus kugelabschnittsförmig gestalteten Vertiefungen auszubilden. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Seitenwanddekor der eingangs genannten Art derart zu gestalten, dass es eine ausgeprägte Tiefenwirkung erzeugt und sich besonders dafür eignet, größere kreisringförmige Abschnitte in Seitenwänden zu bedecken, um derart auch besonders gut etwaige Unebenheiten in Seitenwänden zu kaschieren.

Gelöst wird die gestellte Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass das Seitenwanddekor ein Muster aus netzartig verlaufenden glatten Flächenelementen aufweist, welche die

Dekorflächen umlaufen bzw. begrenzen, wobei die zweiten Flächenelemente in den Dekorflächen zumindest im Wesentlichen einen Schatten bzw. eine Kopie des Musters oder eines Teiles des Musters, in Umfangsrichtung und in radialer Richtung gegenüber dem Muster geringfügig versetzt, wiedergeben, wobei jeweils die übrige oberflächlich strukturierten Fläche der Dekorflächen von zumindest einem ersten Flächenelement gebildet ist.

Gemäß der Erfindung erscheinen daher die Dekorflächen des Seitenwanddekors gegenüber den glatten netzartig verlaufenden Flächenelementen als in die Tiefe der Seitenwand hinein versetzt. Die Erfindung ermöglicht es daher, eine ausgeprägte Tiefenwirkung von

Seitenwanddekors zu erzeugen, die sich daher besonders gut dafür eignet, relativ große Flächenbereiche von Seitenwänden ausgesprochen dekorativ zu gestalten und etwaige Unebenheiten in den Seitenwänden zu kaschieren.

Von besonderer Bedeutung ist, dass, wie eingangs erwähnt, die zweiten Flächenelemente Licht wesentlich stärker absorbieren als die ersten Flächenelemente. Darüber hinaus lässt sich die Tiefenwirkung vor allem mit einheitlich gestalteten Seitenwanddekors erzielen. Einheitlich gestaltet bedeutet hierbei, dass die ersten und die zweiten oberflächlich strukturierten Flächenelemente innerhalb eines sich über einen Umfangsabschnitt der Seitenwand erstreckenden Seitenwanddekors den gleichen Typ Oberflächenstruktur aufweisen. Würde die Struktur variiert werden, würde die Tiefenwirkung leiden. Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten solche Oberflächenstrukturen auszugestalten. Bei einer möglichen Ausführungsvariante der Erfindung ist die Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente die Oberflächenrauheit. Es eignen sich jedoch auch etwas größere dreidimensionale Strukturen als

Oberflächenstruktur. Bei einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung ist die

Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente von einer Vielzahl im Wesentlichen punktueller dreidimensionaler Elemente gebildet. Unter punktuell ist dabei zu verstehen, dass es sich beispielsweise um eine Vielzahl von in Draufsicht kreisförmigen Erhebungen oder Vertiefungen handelt, die an der Oberfläche in entsprechend kleinen Dimensionen ausgebildet sind, wobei sowohl die Dimensionierung solcher Erhebungen oder Vertiefungen als auch die gegenseitigen Abstände unterschiedliche

Lichtabsorptionsgrade ergeben. Solche Erhebungen und Vertiefungen weisen

beispielsweise Durchmesser von 0,1 mm bis 0,6 mm und gegenüber ihrer Basis bzw., ihrem äußeren Rand eine Höhe von 0, 1 mm bis 0,8 mm auf.

Bei einer noch weiteren und besonders bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist die Oberflächenstruktur der ersten und der zweiten Flächenelemente von Schraffurflächen aus einer Vielzahl von insbesondere parallel zueinander verlaufenden Erhebungen gebildet. Solche Erhebungen sind vorzugsweise im Querschnitt im Wesentlichen dreieckig oder trapezförmig.

Die Tiefenwirkung von Schraffurflächen als Oberflächenstruktur lässt sich durch eine Anzahl von Maßnahmen beeinflussen bzw. verstärken, vorzugsweise indem sich die Erhebungen in den zweiten Flächenelementen von den Erhebungen in den ersten

Flächenelementen durch zumindest eines der nachfolgenden Merkmale unterscheiden:

- die Höhe der Erhebungen in den zweiten Flächenelementen ist größer als jene der Erhebungen in den ersten Flächenelementen,

- die Dichte der Erhebungen in den zweiten Flächenelementen ist größer als jene der Erhebungen in den ersten Flächenelementen, - die Erhebungen in den zweiten Flächenelementen weisen Seitenflanken auf, die zu einer Senkrechten auf die Seitenwand unter einem kleineren Winkel verlaufen als die Seitenflanken der Erhebungen in den ersten Flächenelementen. Der Winkel der Seitenflanken der Erhebungen in den beiden Flächenelementen kann besonders gut die Tiefenwirkung beeinflussen. In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, wenn der Winkel der Seitenflanken der Erhebungen in den zweiten

Flächenelementen relativ zur Senkrechten auf die Seitenwand um mindestens 10° kleiner ist als der Winkel der Seitenflanken der Erhebungen in den ersten Flächenelementen. Besonders dunkel erscheint der Schatten bzw. die Kopie des netzartigen Musters innerhalb der Dekorflächen, wenn der Winkel der Seitenflanken der Erhebungen relativ zur

Senkrechten auf die Seitenwand in den zweiten Flächenelementen 15° bis 30° beträgt und wenn der Winkel der Seitenflanken der Erhebungen relativ zur Senkrechten auf die Seitenwand in den ersten Flächenelementen 35° bis 50° beträgt.

Die Tiefenwirkung wird daher auch vom Kontrast zwischen den oberflächlichen Strukturen in den ersten und zweiten Flächenelementen beeinflusst. In diesem Zusammenhang ist es ferner auch von Vorteil, wenn die Höhe der Erhebungen in den zweiten Flächenelementen um mindestens 0,1 mm größer ist als die Höhe der Erhebungen in den ersten

Flächenelementen. Eine weitere diesbezügliche Maßnahme sieht vor, dass die Erhebungen in den zweiten Flächenelementen an ihrer Basis entweder unmittelbar aneinander anschließen oder einen gegenseitigen Abstand von bis zu 0,3 mm aufweisen. Auch die Erhebungen in den ersten Flächenelementen können an ihrer Basis unmittelbar aneinander anschließen, weisen jedoch bevorzugt einen gegenseitigen Abstand auf, der größer ist als der gegenseitige Abstand der Erhebungen in den zweiten Flächenelementen und bis zu 0,5 mm beträgt.

Zu den die Tiefenwirkung beeinflussenden Faktoren gehört auch die Höhe der Erhebungen in den Flächenelementen. Vorteilhaft ist es, wenn die Erhebungen in den zweiten

Flächenelementen eine Höhe von maximal 0,8 mm und wenn die Erhebungen in den ersten Flächenelementen eine Höhe von 0,15 mm bis 0,6 mm aufweisen. Der Kontrast zwischen den ersten und den zweiten Flächenelementen wird auch durch den Winkel zwischen den Erstreckungsrichtungen der Erhebungen in den ersten und den zweiten Flächenelementen beeinflusst. Bevorzugt sollte innerhalb einer Dekorfläche dieser Winkel 45° bis 135°, insbesondere in der Größenordnung von 90°, betragen.

Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung, die Ausführungsbeispiele darstellt, näher beschrieben. Dabei zeigen

Fig. 1 einen Umfangsabschnitt einer Seitenwand eines Fahrzeugreifens mit einer

Ausführungsvariante der Erfindung,

Fig. 2 eine schematische Ansicht eines Umfangsabschnittes einer Seitenwand eines Fahrzeugreifens mit einer weiteren Ausführungsvariante der Erfindung und Fig. 3 einen Schnitt entlang der Linie III-III der Fig. 1.

Auf den Seiten wänden von Fahrzeugreifen sind üblicherweise die vorgeschriebenen Angaben, wie die Reifendimension, der Speedindex, der Hersteller, die Reifenbezeichnung, der Verwendungszweck (Sommer-/Winterreifen) und dergleichen angegeben. Diese Angaben befinden sich meist auf glatten Flächenbereichen der Seitenwände. Es verbleibt einiges an freier Fläche auf den Seitenwänden, auf welchen meist Schraffuren angebracht sind, die einen Kontrast zu den glatten Flächenbereichen der Seitenwände bilden und auch in der Lage sind, etwaige konstruktionsbedingte Unebenheiten auf den Seitenwänden zu kaschieren. Als Schraffuren werden im Allgemeinen Gestaltungselemente auf der

Seitenwand von Reifen bezeichnet, die sich jeweils aus einer Vielzahl von insbesondere parallel zueinander verlaufenden Erhebungen zusammensetzen. Anstelle von Schraffuren können Oberflächenreliefe, beispielsweise aus einer Vielzahl sehr kleiner quasi punktuell ausgebildeter, die Teilbereiche der Dekorflächen oder die Dekorflächen bedeckender Vertiefungen oder Erhebungen auf den Seitenwänden ausgebildet sein.

In der nachfolgenden Beschreibung und in den Patentansprüchen bezeichnet der Begriff „oberflächlich strukturiertes Flächenelement" eine Teilfläche innerhalb einer Dekorfläche mit jeder Art von dreidimensionalen Gestaltungselementen, wie Schraffuren, Oberflächenreliefen, Rauheit und dergleichen.

Bei den Ausführungsbeispielen in Fig. 1 und Fig. 2 gehören zu den Gestaltungselementen auf einer Seitenwand 1 glatte Flächenelemente 10 und Dekorflächen 2, 2', welche sich gegenüber den glatten Flächenelementen 10 in seichten Vertiefungen la, die in der Seitenwand 1 ausgebildet sind, befinden. Die glatten Flächenelemente 10 bilden ein Muster aus netzartig verlaufenden schmalen, beispielsweise 2,0 mm bis 10,0 mm breiten Stegen, welche die Dekorflächen 2, 2' umlaufen und/oder begrenzen. Die Vertiefungen la sind am Niveau der glatten Flächenelemente 10 von Kanten 4 umlaufen bzw. begrenzt, die den Dekorflächen 2, 2' ihre äußere Gestalt verleihen. Jede Dekorfläche 2, 2' weist zumindest ein erstes oberflächlich strukturiertes Flächenelement 5 a und zumindest ein zweites oberflächlich strukturiertes Flächenelement 5b auf. Die oberflächlich strukturierten Flächenelemente 5 a und die oberflächlich strukturierten Flächenelemente 5b sind innerhalb eines sich über einen Umfangsabschnitt, insbesondere in Kreisringsegmentform, der Seitenwand 1 erstreckenden Dekorbereiches jeweils übereinstimmend strukturiert. Die Flächenelemente 5b sind jedoch derart strukturiert, dass sie wesentlich mehr Licht absorbieren als die Flächenelemente 5 a. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform bilden die glatten Flächenelemente 10 eine

Speichen- oder Netzstruktur mit einer Vielzahl einander kreuzenden langgestreckten Stegen 10a, wobei auch die glatten äußeren Ränder des Dekorbereiches zum Netz gehören.

Entsprechend der Netzgestaltung weisen die Dekorflächen 2 unterschiedliche äußere Gestalt auf.

Zur Erzielung eines„2-Ebenen"-Effektes des Dekorbereiches geben die oberflächlich strukturierten Flächenbereiche 5b innerhalb der Dekorflächen 2 eine„Kopie" bzw. einen Schatten der glatten Flächenelemente 10, hier der Netz- bzw. Speichenstruktur, wieder. Diese Kopie bzw. dieser Schatten ist in Umfangsrichtung der Seitenwand 1 und auch in axialer Richtung gegenüber dem Netz aus Flächenelementen 10 versetzt. In Fig. 2 sind vom radial äußeren glatten Rand und von dem in der Figur linken glatten Rand des

Dekorbereiches in den anschließenden Dekorflächen 2„Schatten" als Flächenelemente 5b wiedergegeben. Die Flächenelemente 5 a nehmen die verbleibenden Flächenteile der Dekorflächen 2 ein. Da die Flächenelemente 5b deutlich weniger Licht reflektieren als die Flächenelemente 5 a erscheinen die Dekorflächen 2 als gegenüber den glatten

Flächenelementen 10 der Netz- bzw. Speichenstruktur in die Tiefe, in die Seitenwand 1 hinein versetzt.

Bei der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform bilden die glatten Flächenelemente 10 als schmale Stege eine Art Wabenstruktur mit sich entlang der Seitenwand 1 in

Umfangsrichtung erstreckenden gleich großen und in Umfangsrichtung der Seitenwand 1 langgestreckten Waben als Dekorflächen 2'. Die glatten Flächenelemente 10 sind etwa 2,0 mm bis 4,0 mm breite Umrandungen der Dekorflächen 2'. Ein derartig gestalteter Dekorbereich weist beispielsweise jeweils zumindest zwei komplette Waben in der radialen Erstreckung des Dekorbereiches auf. Die Umrandungen der wabenförmigen

Dekorflächen 2' bildenden glatten Flächenelemente 10 finden sich in den Dekorflächen 2' in Umfangsrichtung und in radialer Richtung versetzt als Flächenelemente 5b wieder. Die wesentlich mehr Licht reflektierenden Flächenelemente 5 a nehmen die restlichen Bereiche der Dekorflächen 2' ein. Auch bei dieser Ausführungsform erscheinen daher die

Dekorflächen 2' als gegenüber den glatten Wabenumrandungen in die Tiefe versetzt. Bei den in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Ausführungsvarianten sind die Dekorflächen 2, 2' aus Schraffuren gebildet, die sich in den seichten, vorzugsweise 0,4 mm bis 0,8 mm tiefen Vertiefungen la (Fig. 3) der Seitenwand 1 befinden. Sowohl die ersten Flächenelemente 5a als auch die zweiten Flächenelemente 5b sind jeweils von parallel zueinander verlaufenden Erhebungen 3 a bzw. 3b gebildet wird

Die Schnittdarstellung in Fig. 2 zeigt einen Schnitt von Flächenelementen 5a, 5b in einer der Dekorfläche 2, jeweils im rechten Winkel zur Erstreckungsrichtung der Erhebungen 3a und 3b. Sämtliche Erhebungen 3 a und sämtliche Erhebungen 3b sind innerhalb ihrer Flächenelemente 5a, 5b jeweils gleich ausgebildet. Die Erhebungen 3a, 3b erstrecken sich von dem im Wesentlichen ebenen Boden der Vertiefung la ausgehend senkrecht nach außen und sind im Querschnitt im Wesentlichen gleichschenkelige Dreiecke mit einer abgeflachten Spitze, welche eine Breite bi in der Größenordnung von 0,1 mm aufweist. Die Erhebungen 3a weisen eine Höhe hi von 0,15 mm bis 0,6 mm, vorzugsweise bis 0,3 mm, auf und sind mit seitlichen Flankenflächen 6 versehen, die zur Senkrechten auf die

Seitenwand 1 unter übereinstimmend großen Winkeln i von 35° bis 50°, insbesondere von 45°, verlaufen. Die Erhebungen 3a können an ihrer Basis am Boden der Vertiefungen la unmittelbar aneinander anschließen, bei der gezeigten Ausführungsform weisen sie an ihrer Basis einen gegenseitigen Abstand ai auf, welcher 0,1 mm bis 0,5 mm betragen kann.

Die Erhebungen 3b weisen eine Höhe h 2 auf, welche insbesondere bis zu 0,8 mm beträgt und um mindestens 0,1 mm größer ist als die Höhe hi der Erhebungen 3a. Am Boden der Vertiefungen la können die Erhebungen 3b unmittelbar aneinander anschließen oder einen gegenseitigen Abstand a 2 aufweisen, der bis zu 0,3 mm beträgt und vorzugsweise um mindestens 0,1 mm geringer ist als der gegenseitige Abstand ai der Erhebungen 3a, wenn diese unter einem Abstand ai von mindestens 0,2 mm zueinander angeordnet sind. Die Erhebungen 3b weisen Seitenflanken 7 auf, welche unter gleich großen Winkeln a 2 zu einer Senkrechten auf die Seitenwand 1 verlaufen, welcher 15° bis 35° beträgt und um mindestens 10°, insbesondere um mindestens 20°, kleiner ist als der Winkel i der

Seitenflanken 6 der Erhebungen 3a.

In den Flächenelementen 5b sind daher die Erhebungen 3b mit einer größeren Dichte, angeordnet als die Erhebungen 3a in den Flächenelementen 5a. Die Dichte der Erhebungen 3b in den Flächenelementen 5b beträgt insbesondere das 0, 7- bis 3-Fache, vorzugsweise etwa das Doppelte der Dichte der Erhebungen 3 a in den Flächenelementen 5 a.

Die Erhebungen 3b können eine Höhe h 2 aufweisen, die der Tiefe der Vertiefungen la entspricht, sodass sich die höchsten Stellen der Erhebungen 3b auf dem Niveau der Kanten 4 und demnach niveaugleich mit den an die Dekorflächen 2, 2' anschließenden glatten Flächenbereichen der Seitenwand 1 befinden.

Innerhalb der Dekorflächen 2, 2' eines Dekorbereiches verlaufen die Erhebungen 3 a in sämtlichen Flächenelementen 5a zu den Erhebungen 3b in sämtlichen Flächenelementen 5b unter einem konstanten Winkel ß von 45° bis 135°, bevorzugt von etwa 90°, zueinander. An Stelle von aus Erhebungen bestehenden Schraffuren können die Dekorflächen auf den Seitenwänden 1 , wie oben erwähnt, als Oberflächenreliefe ausgestaltet sein, die unterschiedliche Reflexionseigenschaften aufweisen. Die Flächenelemente können ferner mit unterschiedlicher Rauheit ausgeführt sein, um derart unterschiedliche

Reflexionseigenschaften zu besitzen.

Zur Herstellung der oberflächlich strukturierten Flächenelemente, der Oberflächenreliefe oder Rauheiten auf solchen Flächenelementen in Seitenwänden von Fahrzeugreifen werden die Seitenwandschalen der den Rohreifen vulkanisierenden Vulkanisationsformen entsprechend gefräst oder graviert. Insbesondere ein Gravieren mittels Laser gestattet es, sehr feine und klein dimensionierte Strukturen in den Seitenwandschalen herzustellen, die während der Vulkanisation entsprechend ausgestaltete Flächenelemente in die Seitenwände des Reifens einprägen.

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Bezugsziffernliste

1 Seiten wand

la Vertiefung

2, 2' Dekorfiäche

3 a, 3b Erhebung

4 Kante

5a, 5b oberflächlich strukturiertes Flächenelement

6, 7 Seitenflanke

ι, a 2 , ß Winkel

ai, a 2 Abstand

bi Breite

10, 10a glattes Flächenelement