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Patent Searching and Data


Title:
VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/215250
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a vehicle having wheels (3) driveable by a vehicle drive (2). According to the invention, an auxiliary force device (5) which can be connected to the vehicle drive (2) is arranged on the vehicle (1) for applying, in particular as required and/or temporarily, an auxiliary force to the vehicle (1), in particular in unusual vehicle operating situations. The auxiliary force device (5) has a rotation axis (6) which extends transversely to the vehicle longitudinal axis and horizontally, is also fixedly connected to the vehicle (1) and about which a weight is rotatable as an imbalance (7) at a predefinable and variable speed (ω) by means of a controllable unbalance motor (8). For an auxiliary force in a certain force direction, an angle sector which is oriented in this force direction and in which the unbalance motor (8) is actuatable in order to increase the speed or alternatively to reduce the speed of the imbalance (7) is determined using a control unit (10).

Inventors:
ZIRNGIBL, Michael (Siegenburger Straße 31, Neustadt/Donau, 93333, DE)
Application Number:
EP2019/061857
Publication Date:
November 14, 2019
Filing Date:
May 08, 2019
Export Citation:
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Assignee:
ANYLINK ELECTRONIC GMBH (Max-Planck-Straße 2, Großmehring, 85057, DE)
International Classes:
F03G7/10
Foreign References:
DE102006021262A12007-09-20
FR2332439A11977-06-17
US20060060012A12006-03-23
DE102005041345A12007-06-28
Attorney, Agent or Firm:
LIEBL, Thomas (Münchener Straße 49, Ingolstadt, 85051, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Fahrzeug,

mit durch einen Fahrzeugantrieb (2) antreibbaren Rädern (3),

dadurch gekennzeichnet,

dass am Fahrzeug (1 ) eine zum Fahrzeugantrieb (2) zuschaltbare Hilfskraft-Vorrichtung (5) angeordnet ist, zur, insbesondere bedarfsweisen und/oder kurzzeitigen, Aufbringung einer Hilfskraft auf das Fahrzeug (1 ), insbesondere in außergewöhnlichen Fahrbetriebssituationen,

dass die Hilfskraft-Vorrichtung (5) eine quer zur Fahrzeuglängsachse und horizontal verlaufende sowie fest mit dem Fahrzeug (1 ) verbundene

Drehachse (6) aufweist,

dass die Hilfskraft-Vorrichtung (5) ein Gewicht als Unwucht (7) aufweist, die durch einen steuerbaren Unwuchtmotor (8) um die Drehachse (6) mit einer gesteuert vorgebbaren und veränderbaren Drehzahl (w) rotierbar ist,

dass eine Steuereinheit (10) zur Steuerung des Unwuchtmotors (8) vorgesehen ist, mit einem Drehwinkelsensor mit dem einerseits aus dem vollen Drehkreis von 360° die Lage wenigstens eines Winkelsektors mit einem Sektorbereich von maximal 110°, vorzugsweise 90°, bestimmbar ist und mittels dem andererseits als Drehstellungsgeber für die Unwucht

(7) ein Triggerimpuls beim Eintreten und Durchlaufen dieses vorbestimmten Sektorbereichs durch die Unwucht (7) erzeugbar ist, dass die Steuereinheit (10) weiter so eingerichtet ist, dass ohne eine Hilfskraft-Anforderung der Unwuchtmotor (8) so gesteuert wird, dass die Unwucht (7) mit einer konstanten Grunddrehzahl (w) und damit über den vollen Drehkreis mit in allen Drehstellungen gleicher Zentrifugalkraft (Fz) rotiert wird, und

dass bei einer Hilfskraft-Anforderung durch einen Fahrer und/oder durch ein Fahrerassistenzsystem für eine Hilfskraft in eine bestimmte Kraftrichtung mit der Steuereinheit (10) ein Winkelsektor bestimmt wird, der in diese Kraftrichtung oder alternativ entgegen diese Kraftrichtung ausgerichtet ist und dass durch einen diesem Winkelsektor beim Eintreten der Unwucht (7) zugeordneten Triggerimpuls der

Unwuchtmotor (8) zur beschleunigten Drehzahlerhöhung der Unwucht (7) oder alternativ zur gebremsten Drehzahlreduzierung der Unwucht (7) im zugeordneten Winkelsenktor angesteuert wird.

2. Fahrzeug nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass in der

Steuereinheit (10) der volle Drehkreis von 360° in vier aneinandergrenzende Winkelsektoren von jeweils 90° aufgeteilt ist, nämlich in einen Winkelsektor I von 45° bis 135° für eine Hilfskraft in Fahrtrichtung (Pfeil4), in einen Winkelsektor II von 135° bis 225° für eine nach unten gerichtete Hilfskraft entsprechen einer Fahrzeuggewichtszunahme und Erhöhung einer Bodenhaftung, in einen Winkelsektor III von 225° bis 315° für eine Hilfskraft entgegen der

Fahrtrichtung und in einen Winkelsektor IV von 315° bis 45° für eine nach oben gerichtete Hilfskraft entsprechend einer Fahrzeuggewichtsreduzierung und Verringerung der Bodenhaftung/des Rollwiderstands.

3. Fahrzeug nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Betrieb der Hilfskraft-Vorrichtung (5) bei konstanter Grunddrehzahl (w) zur Reduzierung von unwuchtangeregten Kräften auf das Fahrzeug (1 ) eine um 180° versetzte, gekoppelte Gegenunwucht mitrotiert wird, und bei einer Hilfskraft-Anforderung die Drehzahl einer Unwucht (7) gegenüber der Grunddrehzahl (w) erhöht oder reduziert wird.

4. Fahrzeug nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Hilfskraft-Anforderung die Grunddrehzahl (w) in einem

Winkelsektor beschleunigt erhöht wird und die erhöhte Drehzahl im gegenüberliegenden Winkelsektor wieder im gleichen Umfang auf die Grunddrehzahl reduziert wird. 5. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehachse (6) mit der rotierbaren Unwucht (7) im Bereich über einer Fahrzeugachse mit angetriebenen Rädern (3) angeordnet ist.

6. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Unwuchtmotor (8) ein drehzahlsteuerbarer Elektromotor ist.

7. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Fahrzeug (1 ) ein Fahrzeug für einen Geländefahrbetrieb oder ein Baufahrzeug für einen Baustellenfahrbetrieb ist.

8. Fahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass außergewöhnliche Fahrbetriebssituationen für eine bedarfsweise Hilfskraft-Anforderung insbesondere ein im Untergrund eingesunkenes und steckengebliebenes Fahrzeug (1 ) und/oder ein Fahrzeug (1 ) mit durchrutschenden Antriebsrädern (3) und/oder ein aus der Fahrtrichtung schleuderndes Fahrzeug (1 ) und/oder ein Fahrzeug (1 ) in einer Notbremssituation und/oder ein Fahrzeug (1 ) in einer kritischen Anfahrsituation am Berg sind.

9. Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugs, insbesondere eines Fahrzeugs nach einem der vorhergehenden Ansprüche, das durch einen Fahrzeugantrieb (2) antreibbare Räder (3) aufweist,

dadurch gekennzeichnet,

dass am Fahrzeug (1 ) eine zum Fahrzeugantrieb (2) zuschaltbare

Hilfskraft-Vorrichtung (5) angeordnet ist, zur, insbesondere bedarfsweisen und/oder kurzzeitigen, Aufbringung einer Hilfskraft auf das Fahrzeug (1 ), insbesondere in außergewöhnlichen Fahrbetriebssituationen,

dass die Hilfskraft-Vorrichtung (5) eine quer zur Fahrzeuglängsachse und horizontal verlaufende sowie fest mit dem Fahrzeug (1 ) verbundene Drehachse (6) aufweist,

dass die Hilfskraft-Vorrichtung (5) ein Gewicht als Unwucht (7) aufweist, die durch einen steuerbaren Unwuchtmotor (8) um die Drehachse (6) mit einer gesteuert vorgebbaren und veränderbaren Drehzahl (w) rotierbar ist,

dass eine Steuereinheit (10) zur Steuerung des Unwuchtmotors (8) vorgesehen ist, mit einem Drehwinkelsensor mit dem einerseits aus dem vollen Drehkreis von 360° die Lage wenigstens eines Winkelsektors mit einem Sektorbereich von maximal 110°, vorzugsweise 90°, bestimmbar ist und mittels dem andererseits als Drehstellungsgeber für die Unwucht (7) ein Triggerimpuls beim Eintreten und Durchlaufen dieses vorbestimmten Sektorbereichs durch die Unwucht (7) erzeugbar ist, dass die Steuereinheit (10) weiter so eingerichtet ist, dass ohne eine Hilfskraft-Anforderung der Unwuchtmotor (8) so gesteuert wird, dass die

Unwucht (7) mit einer konstanten Grunddrehzahl (w) und damit über den vollen Drehkreis mit in allen Drehstellungen gleicher Zentrifugalkraft (Fz) rotiert wird, und

dass bei einer Hilfskraft-Anforderung durch einen Fahrer und/oder durch ein Fahrerassistenzsystem für eine Hilfskraft in eine bestimmte Kraftrichtung mit der Steuereinheit (10) ein Winkelsektor bestimmt wird, der in diese Kraftrichtung oder alternativ entgegen diese Kraftrichtung ausgerichtet ist und dass durch einen diesem Winkelsektor beim Eintreten der Unwucht (7) zugeordneten Triggerimpuls der Unwuchtmotor (8) zur beschleunigten Drehzahlerhöhung der Unwucht (7) oder alternativ zur gebremsten Drehzahlreduzierung der Unwucht (7) im zugeordneten Winkelsenktor angesteuert wird.

Description:
Beschreibung Fahrzeug

Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 9. Ein allgemein bekanntes, gattungsgemäßes Fahrzeug weist einen

Fahrzeugantrieb, insbesondere als Brennkraftmaschine und/oder als Elektromotor mit nachgeschaltetem Getriebe zum Antrieb von Fahrzeugrädern für einen Fährbetrieb auf. Unwuchterzeuger, beispielsweise ein „HSDA-Kraftumwandler“ nach

DE 10 2005 041 345 A1 zum Einsatz in Fahrzeugen sind bereits bekannt, wobei hier eine Unwuchtsteuerung durch eine mechanische Verschiebung von Unwucht-Gewichten in Radialrichtung erfolgt. Für einen normalen, unkritischen Fährbetrieb eines Fahrzeugs ist in allgemein bekannter Weise der übliche Fahrzeugantrieb geeignet und ausreichend. Allerdings können bei Fahrzeugen auch außergewöhnliche, teilweise kritische Fahrbetriebssituationen auftreten, wobei beispielhaft folgende Situationen angegeben werden:

- Fahrzeug im weichen Untergrund eingesunken und stecken geblieben,

- Fahrzeug mit durchrutschenden Antriebsrädern,

- ein aus der Fahrtrichtung schleuderndes Fahrzeug,

- Fahrzeug in einer Notbremssituation, und

- Fahrzeuge in einer kritischen Anfahrsituation am Berg Die vorstehenden Fahrbetriebssituationen können insbesondere bei Fahrzeugen für einen Geländefahrbetrieb, wie beispielsweise bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Jagdfahrzeugen, Traktoren, etc. und/oder bei Baufahrzeugen für einen Baustellenfahrbetrieb auftreten.

Um aus solchen außergewöhnlichen Fahrbetriebssituationen wieder herauszukommen, sind regelmäßig aufwendige Maßnahmen erforderlich: beispielsweise kann durch ein zweites, schleppendes oder schiebendes Fahrzeug eine Hilfskraft auf ein liegen gebliebenes Fahrzeug aufgebracht werden. Weiter ist es auch bekannt mit einer am Fahrzeug angeordneten, elektrisch antreibbaren Seiltrommel ein steckendes gebliebenes

Geländefahrzeug wieder flott zu machen. Alle diese Maßnahmen sind fahrzeugextern und meist zeitaufwendig durchzuführen. Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, mittels einer Vorrichtung bzw. einem Verfahren direkt am und im Fahrzeug bedarfsweise wirkende Hilfsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Gemäß Anspruch 1 ist am Fahrzeug eine zum Fahrzeugantrieb zuschaltbare Hilfskraft-Vorrichtung angeordnet, zur, vorzugsweise bedarfsweisen und/oder kurzzeitigen Aufbringung einer Hilfskraft auf das Fahrzeug, insbesondere in außergewöhnlichen Fahrbetriebssituationen.

Die Hilfskraft-Vorrichtung weist eine quer zur Fahrzeuglängsachse und horizontal verlaufende, sowie fest mit dem Fahrzeug verbundene Drehachse auf, um die ein Gewicht als Unwucht mit einem steuerbaren Unwuchtmotor mit einer gesteuert vorgebbaren und veränderbaren Drehzahl rotierbar ist. Weiter ist eine Steuereinheit zur Steuerung des Unwuchtmotors vorgesehen, welche einen Drehwinkelsensor umfasst: Mit diesem Drehwinkelsensor ist einerseits aus dem vollem Drehkreis von 360° die Lage wenigstens eines Winkelsektors mit einem Sektorbereich von maximal 110°, vorzugsweise von 90°, bestimmbar.

Andererseits ist mit dem Drehwinkelsensor als Drehstellungsgeber für die Unwucht ein Triggerimpuls beim Eintreten und Durchlaufen dieses vorbestimmten Sektorbereichs durch die Unwucht erzeugbar.

Die Steuereinheit ist dabei so eingerichtet, dass bei einer zum Fahrzeugantrieb zugeschaltet und aktivierten Hilfskraft-Vorrichtung noch ohne eine Anforderung einer definierten Hilfskraft der Unwuchtmotor so gesteuert wird, dass die Unwucht mit einer konstanten Grunddrehzahl und damit über den vollen Drehkreis mit in allen Drehstellungen gleicher Zentrifugalkraft rotiert wird. Die durch die Unwucht erzeugte Zentrifugalkraft wirkt dabei jeweils in der aktuellen Winkelrichtung der Unwucht, wobei sich die Gesamtwirkung auf das Fahrzeug bei jedem vollen Umlauf praktisch wieder aufhebt.

Eine Hilfskraft, insbesondere zur Beherrschung einer außergewöhnlichen Fahrbetriebssituation, kann subjektiv durch einen Fahrer und/oder gegebenenfalls selbsttätig durch ein Fahrerassistenzsystem angefordert werden, wobei nicht nur die Größe der Hilfskraft sondern wesentlich auch deren Kraftrichtung vorzugeben ist. Entsprechend wird mit der Steuereinheit ein Winkelsektor bestimmt, der in der angeforderten Kraftrichtung oder alternativ entgegen dieser Kraftrichtung ausgerichtet ist. Wenn in einen solchen Winkelsektor die Unwucht eintritt und diesen durchläuft, wird mittels eines erzeugten Triggerimpulses der Unwuchtmotor so gesteuert, dass ausgehend von der Grunddrehzahl eine beschleunigte Drehzahlerhöhung, bzw. eine Erhöhung der Winkelgeschwindigkeit erfolgt, wodurch die Zentrifugalkraft in diesem Winkelsektor erhöht wird und über die mit dem Fahrzeug fest verbundene Drehachse der Unwucht eine Kraftwirkung auf das Fahrzeug erfolgt. Alternativ kann in einem entgegen der gewünschten Kraftrichtung liegenden Winkelsektor eine Ansteuerung des Unwuchtmotors so erfolgen, dass eine gebremste Drehzahlreduzierung erreicht wird, wodurch die Zentrifugalkraft in dieser Richtung reduziert wird, so dass dadurch auf das Fahrzeug eine Kraft in der gewünschten Kraftrichtung wirkt.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist in der Steuereinheit von vorneherein der volle Drehkreis von 360° in vier aneinandergrenzende Winkelsektoren von jeweils 90° aufgeteilt, wobei in üblicher Weise der nach oben gerichteten Hochachse die Winkellage von 0° zugeordnet ist. Die Winkelsektoreinteilung erfolgt dergestalt, dass ein Winkelsektor I von 45° bis 135° für eine Hilfskraft in Fahrtrichtung vorgegeben ist. Beispielsweise kann eine so gerichtete Hilfskraft unter Umständen erfolgreich bei drehenden Rädern eingesetzt werden. Ein Winkelsektor II liegt im Winkelbereich von 135° bis 225° für eine nach unten gerichtete Hilfskraft, die beim Einsatz zu einer Fahrzeuggewichtszunahme führt und beispielsweise zur Erhöhung einer Bodenhaftung einsetzbar ist. Ein weiterer Winkelsektor III liegt im Winkelbereich von 225° bis 315° für eine Hilfskraft entgegen der Fahrtrichtung und ein Winkelsektor IV liegt im Winkelbereich von 315° bis 45° für eine nach oben gerichtete Hilfskraft entsprechend einer Fahrzeuggewichtsreduzierung und Verringerung der Bodenhaftung/des Rollwiderstands. Die Kraftwirkungen und Richtungen sind hier jeweils für eine beschleunigte Drehzahlerhöhung geschildert. Eine entsprechende Wirkung kann gegebenenfalls durch eine Drehzahlabbremsung und Drehzahlreduzierung in den jeweils gegenüberliegenden Winkelsektoren erreicht werden.

Beim Betrieb der Hilfskraftvorrichtung mit einer konstanten Grunddrehzahl treten unwuchtangeregte, umlaufende Kräfte am Fahrzeug auf, welche zu gegebenenfalls unerwünschten Zwangsbewegungen führen können. Eine Reduzierung dieser Kräfte kann gegebenenfalls mit einer um 180° versetzten, mitrotierenden gleichen Gegenunwucht erreicht werden, wobei dann bei einer Hilfskraft-Anforderung die Drehzahl einer der beiden Unwuchten im Vergleich zur Grunddrehzahl erhöht oder reduziert wird, um den Effekt einer zunehmenden oder abnehmenden Zentrifugalkraft in einem vorbestimmten Winkelsektor zu erreichen.

Die Steuereinheit kann so eingerichtet werden, dass bei einer Hilfskraftanforderung die Grunddrehzahl in einem Winkelsektor beschleunigt erhöht wird und anschließend die erhöhte Drehzahl im gegenüberliegenden Winkelsektor wieder im gleichen Umfang auf die Grunddrehzahl reduziert wird. Damit wird einerseits in einem Winkelsektor eine Hilfskraft in eine gewünschte Richtung durch eine Erhöhung der Zentrifugalkraft und gegenüberliegend durch eine Reduzierung der Zentrifugalkraft erzeugt und die erhöhte Drehzahl wieder auf die Grunddrehzahl heruntergefahren, wodurch gegebenenfalls ein festsitzendes Fahrzeug wieder aus dieser Situation bewegbar ist. Alternativ kann eine durch eine Hilfskraftanforderung erhöhte Drehzahl auch wieder allmählich langsam auf die Grunddrehzahl heruntergefahren werden.

Um eine Hilfskraft-Wirkung nach oben (Reduzierung der Bodenhaftung) oder nach unten (Erhöhung der Bodenhaftung) möglichst auf angetriebene Räder auszuüben wird vorgeschlagen, die Drehachse mit der rotierbaren Unwucht im Bereich über einer Fahrzeugachse mit angetriebenen Rädern anzuordnen. Als Unwuchtmotor wird zweckmäßig ein schnell und mit hoher Beschleuniger drehzahlsteuerbarer Elektromotor verwendet.

Die erfindungsgemäße zuschaltbare Hilfskraftvorrichtung kann generell bei allen möglichen Fahrzeugen eingesetzt werden, kann jedoch besonders vorteilhaft bei Fahrzeugen, die für einen rauen Fährbetrieb vorgesehen sind, verwendet werden, da gerade hier regelmäßig auf außergewöhnliche, gegebenenfalls auch kritische Fahrbetriebssituationen auftreten können, die mittels einer fahrzeugimmanenten Zusatz-Hilfskraft aus der Hilfskraft- Vorrichtung beherrschbar sein können.

Ferner wird die Aufgabe durch das Verfahren gelöst. Die sich dadurch bzw. damit ergebenden Vorteile und Weiterbildungsmöglichkeiten sind identisch mit denjenigen der Vorrichtung und werden nicht mehr wiederholt.

Anhand einer Zeichnung wird die Erfindung weiter erläutert.

Es zeigen: Figur 1 ein Fahrzeug mit einer Hilfskraft-Vorrichtung in einer stark schematisierten Darstellung;

Figur 2 eine schematisierte Darstellung einer mit gleicher Drehzahl umlaufenden Unwucht;

Figuren 3 bis 6 Darstellungen entsprechend Figur 2, bei Winkelsektor- zugeordneten Drehzahlerhöhungen/Drehzahlreduzierungen; und Figur 7 ein Ablaufdiagramm für eine Hilfskrafterzeugung. In Figur 1 ist ein Fahrzeug 1 mit einem Fahrzeugantrieb 2 als Brennkraftmaschine und Rädern 3 dargestellt, wovon die Räder 3 der Hinterradachse antreibbar sind. Mit dem Pfeil 4 ist die Vorwärts-Fahrtrichtung angegeben.

Am Fahrzeug 1 ist eine zuschaltbare Hilfskraftvorrichtung 5 angeordnet, zur bedarfsweisen und kurzzeitigen Aufbringungen einer Hilfskraft auf das Fahrzeug 1. Die Hilfskraftvorrichtung weist eine quer zur Fahrzeuglängsachse und horizontal verlaufende, sowie fest mit dem Fahrzeug 1 verbundene Drehachse 6 auf, um die ein Gewicht als Unwucht 7 durch einen drehzahlsteuerbaren Unwuchtmotor 8 rotierbar ist. Die Rotation erfolgt hier beispielhaft ebenso wie in den weiteren Ausführungen zu den Figuren 2 bis 5 mit einer Rechtsdrehung (Drehpfeil 9) kann jedoch entsprechend mit den gleichen Wirkungen durch eine Linksdrehung ausgeführt werden.

Die Steuerung des Unwuchtmotors 8 erfolgt hier mittels einer Steuereinheit 10 in Verbindung mit einem (nicht explizit dargestellten) Drehwinkelsensor, der im Bereich der Drehachse 6 angeordnet sein kann.

Die Unwucht 7 ist hier in der Form einer sich in Radialrichtung keilförmig vergrößernden Platte dargestellt. Für die weiteren Erläuterungen anhand der Figuren 2 bis 6 zur Wirkung und Funktion wird das Gewicht, bzw. die Masse der Unwucht 7 in ihrem Schwerpunkt 11 konzentriert angenommen.

In der schematischen Darstellung nach Figur 2 rotiert die Unwucht 7 (bzw. deren Masse m im Schwerpunkt 11 ) in einem Abstand als Radius r um das Zentrum der Drehachse 6. Die Rotation erfolgt hier gleichförmig mit einer Grunddrehzahl entsprechend einer gleichen Winkelgeschwindigkeit w. Damit ergibt sich an allen Winkelstellungen der rotierenden Unwucht 7 bei der gleichen Winkelgeschwindigkeit w entsprechend der konstanten Grunddrehzahl jeweils eine Zentrifugalkraft F z = mco 2 r.

In Figur 2 ist diese jeweils gleiche Zentrifugalkraft F z beispielhaft in den Stellungen 90°, 180°, 270° und 360° eingezeichnet.

Der volle Kreis mit 360° ist für den Steuerungseingriff mit der Steuereinheit 10 und durch Auswertung der Signale des Drehwinkelsensors in vier Winkelsektoren aufgeteilt, nämlich in den Winkelsektor I von 45° bis 135°, in den Winkelsektor II von 135° bis 225°, in den Winkelsektor III von 225° bis 315° und in den Winkelsektor IV von 315° bis 45°, so dass der Winkelsektor I in Fahrtrichtung, der Winkelsektor II nach unten, der Winkelsektor III entgegen der Fahrtrichtung und der Winkelsektor IV nach oben gerichtet sind. In Figur 3 ist der Fall dargestellt, dass eine Hilfskraft mittels der Unwucht 7 erzeugt werden soll, die im Wesentlichen in Fahrtrichtung hier nach rechts gerichtet ist, in dem im Winkelsektor I ausgehend von der Grunddrehzahl die Drehzahl, bzw. die Winkelgeschwindigkeit beschleunigt erhöht werden soll. Beim Eintreten der Unwucht 7 am Anfang des Winkelsektors I bei 45° tritt noch die Zentrifugalkraft F z entsprechend Figur 2 auf. Von dort weg soll die Drehzahl bzw. die Winkelgeschwindigkeit w beschleunigt erhöht werden (dargestellt mit +w), wodurch bereits an der Stelle 90° die Zentrifugalkraft F z um den Betrag +AF Z erhöht wurde. Bei einer weiteren Beschleunigung ist dann am Ende des Winkelsektors I bei 135° die Zentrifugalkraft F z noch weiter um den dort eingezeichneten Betrag +AF Z angestiegen. Die im Wesentlichen in Fahrtrichtung gerichtete erhöhte Zentrifugalkraft wirkt über die fest angebrachte Drehachse 6 als Zusatz-Hilfskraft auf das Fahrzeug 1.

Die dargestellte Zunahme der Zentrifugalkraft F z erfolgt ausschließlich durch die gesteuerte beschleunigte Erhöhung der Winkelgeschwindigkeit w, da der Radius r und die Masse m gleich bleiben. Die Größe der Kraftwirkung kann somit durch die gesteuerte Größe der Winkelgeschwindigkeitserhöhung vorgegeben werden. In Figur 3 ist weiter anhand des dem Winkelsektor I gegenüberliegenden Winkelsektors III eine Hilfskrafterzeugung (ebenfalls in Fahrtrichtung) bei einer gesteuerten Reduzierung der Winkelgeschwindigkeit w (dargestellt durch -w) eingezeichnet: Ohne die dargestellte Winkelgeschwindigkeitserhöhung im Winkelsektor I tritt bei 225° am Beginn des Winkelsektors III die Zentrifugalkraft F z entsprechend Figur 2 auf. Bei einer gesteuerten Reduzierung der Winkelgeschwindigkeit nimmt beispielsweise an der Position 270° die Winkelgeschwindigkeit um den eingezeichneten Betrag -AF Z ab, wodurch sich insgesamt eine Kraftwirkung nach rechts ergibt. Gegebenenfalls könnte bei einer Erhöhung der Winkelgeschwindigkeit w im Winkelsektor I diese Erhöhung wieder im Winkelsektor III, insbesondere wenn die Zusatzkraftwirkung nicht mehr erforderlich ist, abgebaut werden.

In Figur 4 ist schematisch entsprechend Figur 3 eine Hilfskrafterzeugung nach oben dargestellt, wobei die Erläuterungen zum Winkelsektor I nach Figur 3 in Figur 4 auf den Winkelsektor IV zutreffen.

In Figur 5 ist eine entsprechende Hilfskrafterzeugung entgegen der Fahrtrichtung schematisch gezeigt, wobei hier der Winkelsektor III dem Winkelsektor I aus Figur 3 entspricht.

In Figur 6 ist eine Hilfskrafterzeugung nach unten schematisch dargestellt, wobei hier der Winkelsektor II in der Wirkung dem Winkelsektor I aus Figur 3 entspricht. Figur 7 zeigt ein Flussdiagramm zur Steuerung für eine Hilfskrafterzeugung:

Gemäß Rechteck 12 ist die Hilfskraft-Vorrichtung aktiv und die Unwucht 7 rotiert mit konstanter Grunddrehzahl w.

In der Entscheidungsraute 13 wird festgestellt, ob eine Hilfskraftanforderung vorliegt und gegebenenfalls in welcher der vier durch die Winkelsektoren I bis IV vorgegebenen Kraftrichtungen. Falls dies festgestellt wird, wird in der Entscheidungsraute 14 mit dem Drehwinkelsensor detektiert, wann die Unwucht am Drehrichtungsanfang in den der erforderlichen Kraftrichtung zugeordneten Winkelsektor eintritt.

Für diesen Fall wird gemäß Rechteck 15 der Unwuchtmotor zur Drehzahlbeschleunigung in diesem Winkelsektor angesteuert.

In der Entscheidungsraute 16 wird dann festgestellt, ob gegebenenfalls die Hilfskraftanforderung beendet ist und gemäß Rechteck 17 wird dann durch Abbremsung die Drehzahl wieder auf die Grunddrehzahl zurückgeführt.