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Title:
VULCANIZING PRESS SYSTEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/141479
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a vulcanizing press system for producing treads for retreading tires, comprising a vulcanizing press (1) having a press frame (2) and one or more press levels (3), in which treads having a tire tread pattern are pressed from raw rubber strips, and further comprising at least one charging device (6) for charging the vulcanizing press (1) with the raw rubber strips. Said system is characterized in that the charging device (6) comprises at least one charging cart (7) which can be moved in the longitudinal press direction and which, at one or more levels, comprises one or more loading trays (8), each having an endlessly revolving conveyor belt (9), wherein the charging cart (7) containing the raw rubber strips arranged on the loading trays (8) can be moved in the working direction (R) into the vulcanizing press (1).

Inventors:
AUMÜLLER, Steffen (Riderstraße 36, Neuss, 41464, DE)
Application Number:
EP2011/057553
Publication Date:
November 17, 2011
Filing Date:
May 10, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SIEMPELKAMP MASCHINEN- UND ANLAGENBAU GMBH & CO. KG (Siempelkampstraße 75, Krefeld, 47803, DE)
AUMÜLLER, Steffen (Riderstraße 36, Neuss, 41464, DE)
International Classes:
B29D30/00; B29C31/08; B29C43/02; B29D30/06; B29D30/56
Attorney, Agent or Firm:
VON DEM BORNE, Andreas (An der Reichsbank 8, Postfach 10 02 54, Essen, 45002, DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Vulkanisierpressenanlage für die Herstellung von Laufstreifen für die Runderneuerung von Reifen, mit einer Vulkanisierpresse (1 ) mit einem Pressengestell (2) und mit einer oder mehreren Pressenetagen (3), in welchen aus Rohgummistreifen Laufstreifen mit einem Reifenprofil gepresst werden, und mit zumindest einer Beschickvorrichtung (6) für die Beschickung der Vulkanisierpresse (1 ) mit den Rohgummistreifen, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Beschickvorrichtung (6) zumindest einen in Pressenlängsrichtung verfahrbaren Beschickwagen (7) aufweist, welcher in einer oder mehreren Etagen ein oder mehrere Beladetabletts (8) mit jeweils einem endlos umlaufenden Transportband (9) aufweist, wobei der Beschickwagen (7) mit den auf den Beladetabletts (8) angeordneten Rohgummistreifen in Arbeitsrichtung (R) in die Vulkanisierpresse (1 ) einfahrbar ist.

2. Anlage nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickvorrichtung (6) zumindest einen verfahrbaren Beladearm (10) aufweist, mit welchem ein oder mehrere Rohgummistreifen zum Beladen des Beschickwagens (7) in den Beschickwagen (7) einziehbar und auf den Beladetabletts (8) ablegbar sind,

wobei die Transportbänder (9) der Beladetabletts (8) derart mit dem in den Beschickwagen (7) einfahrenden Beladearm (10) synchronisiert sind, dass die Rohgummistreifen auf den sich bewegenden Transportbändern (9) abgelegt werden.

3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der in die Vulkanisierpresse (1 ) eingefahrene Beschickwagen (7) zum Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse entgegen der Arbeitsrichtung (R) zurückfahrbar ist, wobei die Transportbänder (9) während des Zurückfahrens des Beschick- wagens angetrieben sind und mit dem Beschickwagen (gegenläufig) synchronisiert.

4. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportbänder beim Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse (1 ) derart mit dem zurück- fahrenden Beschickwagen (7) synchronisierbar sind, dass die Rohgummistreifen relativ zu der Presse (1 ) stillstehend abgelegt werden.

5. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschickvorrichtung (6) eine Steuervorrichtung aufweist, mit welcher der Beschickwagen (7), z. B. dessen Beschickantrieb, und die Transportbänder (9), z. B. deren Transportantriebe, und/oder der Beladearm (10), z. B. dessen Beladeantrieb, steuerbar sind.

6. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickwagen (7) an zumindest einer oberen und/oder zumindest einer unteren Führungsschiene (17, 18) geführt ist.

7. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Beladearm (10) an zumindest einer oberen und/oder zumindest einer unteren Führungsschiene (19, 20) geführt ist. 8. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschickvorrichtung (6) zumindest eine Extrusionsvorrichtung (15) vorgeordnet ist, mit welcher die Rohgummistreifen erzeugt werden, wobei zwischen der Extrusionsvorrichtung (15) und dem Beschickwagen (7) ein höhenverstellbarer Zuförderer (16) angeordnet ist.

9. Beschickvorrichtung (6) für eine Vulkanisierpressenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8.

10. Verfahren zum Beschicken einer Vulkanisierpresse (1 ) in einer Vulkanisier- pressenanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der mit den Rohgummistreifen beladene Beschickwagen zum Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse zurückgefahren wird und dass die Transportbänder während des Zurückfahrens mit einer Geschwindig- keit angetrieben werden, welche der Geschwindigkeit des zurückfahrenden Beschickwagens entspricht, so dass die Rohgummistreifen während des Ablegens relativ zu der Presse stillstehen.

1 1 . Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Roh- gummistreifen mit einem Beladearm in den Beschickwagen eingezogen werden, wobei die Transportbänder während des Einziehens der Rohgummistreifen mit einer Geschwindigkeit angetrieben werden, welche der Geschwindigkeit des vorfahrenden Beladearms entspricht.

12. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Roh- gummistreifen unmittelbar vor dem Beschicken der Presse erzeugt und dem Beschickwagen mittels eines Zuforderers mit endlos umlaufenden Transport- band zugeführt werden.

Description:
Vulkanisierpressenanlage

Beschreibung:

Die Erfindung betrifft eine Vulkanisierpressenanlage für die Herstellung von Laufstreifen für die Runderneuerung von Reifen, mit einer Vulkanisierpresse mit einem Pressengestell und einer oder mehreren Pressenetagen, in welchen aus Rohgummistreifen Laufstreifen mit einem Reifenprofil gepresst werden und mit zumindest einer Beschickvorrichtung für die Beschickung der Vulkanisierpresse mit den Rohgummistreifen.

Die Runderneuerung von Reifen spielt in der Praxis eine große Rolle. Runderneuerung meint im Rahmen der Erfindung bevorzugt die Reifenrunderneuerung im Kaltverfahren, welches insbesondere bei der Runderneuerung von LKW-Reifen eingesetzt wird. Dabei werden in einem Extruder Rohgummi- streifen vorgeformt, die dann beispielsweise in Rollenform gelagert werden. Die Vulkanisierpresse ist mit beheizbaren Formen ausgerüstet, welche im Zuge des Pressens das Reifenprofil in die Rohgummistreifen unter Bildung der Laufstreifen einbringen. Die Vulkanisierpresse, die auch als Laufstreifenpresse bezeichnet wird, und beispielsweise als offene C-Presse mit einer einseitigen Maulkonstruktion oder auch als "Doppel-C-Presse" mit einer zweiseitigen Maulkonstruktion ausgebildet sein kann und welche in der Regel mehrere Etagen aufweist, wird von der Kopfseite mit den Rohgummistreifen beladen, indem die Rohgummistreifen in die einzelnen Pressenetagen gezogen werden. Aus der Praxis kennt man eine solche Vulkanisierpressenanlage, bei der die Beschickvorrichtung einen verfahrbaren Beladearm aufweist, welcher die bei-

spielsweise in mehreren Etagen in Rollenform aufgehängten Rohgummistreifen gemeinsam in die einzelnen Etagen der Vulkanisierpresse zieht. Im Zuge des Einziehens der Rohgummistreifen in die Presse berühren die Rohgummistreifen, die ein erhebliches Gewicht aufweisen können, die Formen, so dass erhebliche Reibungskräfte zwischen den Rohgummistreifen und den Formen entstehen. Aufgrund der Reibungskräfte kommt es in der Praxis zu einer Längung und folglich Einschnürung der Rohgummistreifen. Die dabei entstehenden "Verluste" in Höhe und Breite müssen berücksichtigt und bei der Dimensionierung der Rohgummistreifen hinzugerechnet werden, so dass es beim Verpressen zu erheblichen Materialverlusten kommt, die dann als Austrieb (Flush) verlorengehen. Die Wirtschaftlichkeit der bekannten Vulkanisierpressenanlagen wird durch diese Nachteile begrenzt.

Es wurde daher bereits vorgeschlagen, zusätzlich zu dem Beladearm, welcher die Rohgummistreifen in die Presse einzieht, einen weiteren Arm als gleichsam Unterstützungsarm vorzusehen, wobei der Beladearm und der Unterstützungsarm mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten verfahrbar sind. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der US 2007/0023963 A1 bekannt. Die Reibungskräfte lassen sich auf diese Weise verringern, es verbleiben jedoch nach wie vor nicht unerhebliche Reibungskräfte, so dass nach wie vor Materialverluste in Kauf genommen werden müssen.

Ausgehend von dieser Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vulkanisierpressenanlage zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau eine besonders wirtschaftliche Herstellung von Laufstreifen für die Runderneuerung von Reifen ermöglicht.

Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Vulkanisierpresse für die Herstellung von Laufstreifen für die Runderneuerung von Reifen, dass die Beschickvorrichtung zumindest einen in Pressenlängsrichtung verfahrbaren Beschickwagen aufweist, welcher in einer oder mehreren Etagen ein oder mehrere Beladetabletts mit jeweils einem endlos umlaufenden Transportband aufweist, wobei der Beschickwagen mit den auf den Beladetabletts angeordneten Laufstreifen in Arbeitsrichtung in die Vulkanisierpresse einfahrbar und entgegen der Arbeitsrichtung aus der Presse ausfahrbar ist. Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass die bislang beim Beschicken der Vulkanisierpresse erforderlichen Zugkräfte in den Rohgummistreifen und damit mechanische Spannungen der Rohgummistreifen eliminiert werden können, wenn die Rohgummistreifen nicht unter Inkaufnahme von Reibungskräften in die einzelnen Etagen eingezogen, sondern im Sinne einer Tablettbeschickung bzw. Tablettbeladung mit einem hin- und herfahrbaren Beschickwagen in die Presse eingebracht werden. Eine Tablettbeschickung mit Besch icktabletts mit endlos umlaufenden Transportbändern kommt in ähnlicher Form bei der Herstellung von Holzwerkstoffplatten zum Einsatz. Solche Anlagen mit Besch icktabletts für die Beschickung von Etagenpressen im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten hatten jedoch auf die Entwicklung von Vulkanisierpressenanlagen keinen Einfluss. Im Rahmen der Erfindung kann nun teilweise auf die bekannten Erkenntnisse aus den Mehretagen-Holzwerkstoff- pressenanlagen mit Bandtablettbeschickung zurückgegriffen werden. Vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung werden im Folgenden erläutert. So besteht im Rahmen der Erfindung die Möglichkeit, dass der in die Vulkanisierpresse eingefahrene und mit Rohgummistreifen belegte Beschickwagen zum Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse entgegen der Arbeitsrichtung

zurückfahrbar ist, wobei die endlos umlaufenden Transportbänder während des Zurückfahrens des Beschickwagens angetrieben sind und besonders bevorzugt mit dem zurückfahrenden Beschickwagen (gegenläufig) synchronisiert sind. Durch eine solche Synchronisation der Transportbandgeschwindigkeit mit der Geschwindigkeit des Beschickwagens können die Rohgummibahnen relativ zu der Presse stillstehend in der Presse und folglich auf den Formen abgelegt werden, so dass Reibungskräfte vermieden und die Rohgummibahnen ohne störende Zugkräfte in die Presse eingebracht werden können. Folglich kommt es auch nicht zu unverwünschten Längungen und damit Einschnürungen der Rohgummistreifen, so dass die bislang auftretenden Verluste vollständig oder nahezu vollständig vermieden werden können.

Die angetriebenen Transportbänder des Beschickwagens ermöglichen nicht nur ein einwandfreies Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse, sondern auch das Beladen des Beschickwagens selbst mit den Rohgummistreifen kann reibungs- bzw. spannungsfrei erfolgen.

Dieses lässt sich in einer ersten Ausführungsform beispielsweise dadurch realisieren, dass die Beschickvorrichtung zumindest einen verfahrbaren Belade- arm aufweist, mit welchem ein oder mehrere Rohgummistreifen zum Beladen des Beschickwagens in den Beschickwagen einziehbar und auf den Beladetabletts ablegbar sind, wobei die Transportbänder der Beladetabletts derart mit dem in den Beschickwagen einfahrenden Beladearm synchronisiert sind, dass die Rohgummistreifen auf dem sich bewegenden Transportband abgelegt werden. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Transportbänder mit dem Beladearm derart zu synchronisieren, dass die Geschwindigkeit des vorfahrenden Beladearms mit der Geschwindigkeit der Transportbänder übereinstimmt. Dadurch wird es möglich, den Beschickwagen reibungsfrei mit

Rohgummistreifen zu beladen. Anschließend lässt sich der beladene Beschickwagen - wie zuvor beschrieben - in die Presse einfahren. Diese Art der Beladung des Beschickwagens mit einem Beladarm ist insbesondere dann zweckmäßig, wenn die Rohgummistreifen in Rollenform vorliegen und während des Beiadens von diesen Rollen abgezogen werden.

Es versteht sich, dass der Beschickwagen zum Vorfahren in Arbeitsrichtung in die Presse und zum Zurückfahren einen Beschickantrieb aufweist. Die Beladetabletts weisen ein oder mehrere Transportantriebe für die Transportbänder auf, wobei jedes einzelne Beladetablett einen eigenen Transportantrieb oder auch mehrere oder sämtliche Beladetabletts einen gemeinsamen Transportantrieb aufweisen können. Ferner ist ein Beladeantrieb zum Verfahren des ggf. vorhandenen Beladearms relativ zu dem Beschickwagen vorgesehen. Bevorzugt weist die Beschickvorrichtung eine Steuervorrichtung auf, mit welcher der Beschickantrieb, der Transportantrieb und/oder der eventuell vorhandene Beladeantrieb steuerbar sind. Auf diese Weise gelingt eine einfache Synchronisation bzw. Abstimmung der einzelnen Bewegungen.

Der Beschickwagen ist vorzugsweise an zumindest einer oberen und/oder einer unteren Führungsschiene geführt. Der Beladearm ist vorzugsweise an zumindest einer oberen und/oder zumindest einer unteren Führungsschiene geführt. Im Übrigen weist eine solche Pressenanlage in der Regel zusätzlich eine der Vulkanisierpresse nachgeordnete Entleervorrichtung auf, welche beispielsweise einen verfahrbaren Entleerarm aufweist, der die fertigen Laufstreifen nach der Vulkanisation aus der Presse zieht. Der Presse kann dann beispielsweise in einer Kühlzone ein Kühlregal mit ebenfalls mehreren Etagen nachgeordnet sein. Auch der Entleerarm oder Entleerwagen ist an zumindest einer oberen und/oder zumindest einer unteren Führungsschiene

geführt. Es besteht dabei die Möglichkeit, dass gemeinsame Führungsschienen für z. B. den Beschickwagen und den Entleerarm und/oder den Beladearm vorgesehen sind. Es liegt grundsätzlich im Rahmen der Erfindung, dass die Rohgummistreifen in an sich bekannter Weise in Rollenform zugeführt werden. Dann sind in mehreren Etagen Rohgummistreifen in Rollenform aufgehängt, und zwar vor dem Beschickwagen, so dass beispielsweise der Beladearm die Rohgummistreifen abwickelt und in den Beschickwagen einzieht. Bei einer solchen ersten Ausführungsform ist folglich vorzugsweise der Beladearm vorgesehen.

Alternativ schlägt die Erfindung in einer zweiten Ausführungsform vor, dass der Beschickvorrichtung zumindest eine Extrusionsvorrichtung vorgeordnet ist, mit welcher die Rohgummistreifen unmittelbar vor dem Beschicken erzeugt werden, wobei zwischen der Extrusionsvorrichtung und dem Beschickwagen ein höhenverstellbarer Zuförderer angeordnet ist. Diese Ausführungsform der Erfindung hat den Vorteil, dass die extrudierten Laufstreifen nicht zunächst gekühlt, aufgewickelt und gelagert werden müssen, sondern dass die Erzeugung der Laufstreifen in den Besch ickprozess integriert wird. Damit lassen sich die in der Praxis ggf. auftretenden Probleme beim Extrudieren, Kühlen und Aufwickeln der Rohgummistreifen vermeiden. Außerdem lässt sich die Wärme aus dem Extrusionsvorgang in der Presse nutzen, so dass eine Heizzeitverkürzung möglich ist. Diese Integration des Extrusionsprozesses in den Besch ickprozess ist in Kombination mit dem erfindungsgemäß vorgesehenen Beschickwagen möglich, da aufgrund der Tablettbeschickung eine Entkopplung zwischen Extrusion einerseits und Beschickung andererseits erfolgt. Es besteht die Möglichkeit,

zunächst Etage für Etage des Beschickwagens mit Hilfe des höhenverstellbaren Zuförderers, der auch als Tippel bezeichnet wird, zu beladen und anschließend den vollständig beladenen Beschickwagen in die Presse einzufahren. Dabei liegt es im Rahmen der Erfindung, dass der höhenverstellbare und/oder schwenkbare Zuförderer, der ebenfalls ein endlos umlaufendes Transportband aufweist, direkt die Rohgummibahn in jede Etage des Beschickwagens fördert. Auf einen zusätzlichen, verfahrbaren Beladearm kann bei dieser zweiten Ausführungsform verzichtet werden. Insgesamt kommt der Beschickvorrichtung im Rahmen der Erfindung besondere Bedeutung zu. Die Beschickvorrichtung für eine solche Vulkanisierpressenanlage wird daher auch selbständig unter Schutz gestellt.

Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Verfahren zum Beschicken einer Vulkanisierpresse in einer Vulkanisierpressenanlage der beschriebenen Art. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass der mit den Rohgummistreifen beladene Beschickwagen zum Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse (entgegen der Arbeitsrichtung) zurückgefahren wird und dass die Transportbänder während des Zurückfahrens mit einer Geschwindigkeit ange- trieben werden, welche - in entgegengesetzter Richtung - der Geschwindigkeit des zurückfahrenden Beschickwagens entspricht, so dass die Rohgummistreifen während des Ablegens relativ zu der Presse stillstehen. Auf diese Weise wird ein reibungsfreies bzw. zugkräftefreies Ablegen der Rohgummistreifen in der Presse ermöglicht. Der Beschickwagen lässt sich auch reibungsfrei und zugkräftefrei mit den Rohgummistreifen beladen. Dazu schlägt die Erfindung z. B. vor, dass die Rohgummistreifen mit einem verfahrbaren Beladearm in den Beschickwagen eingezogen werden, wobei die Transportbänder während des Einziehens der Rohgummistreifen mit einer Geschwindig-

keit angetrieben werden, welche der Geschwindigkeit des vorfahrenden Belade- arms entspricht. Optional kann dieses Beladen des Beschickwagens mit einem Zuförderer erfolgen, insbesondere wenn die Rohgummistreifen unmittelbar vor dem Beladen in einer Extrusionsvorrichtung erzeugt werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vulkanisier- pressenanlage in einer Seitenansicht,

Fig. 2 einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 1 im Bereich der

Presse, Fig. 3 einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 1 im Bereich des

Beschickwagens,

Fig.4 eine abgewandelte zweite Ausführungsform.

In den Figuren ist eine Vulkanisierpressenanlage für die Herstellung von Laufstreifen für die Runderneuerung von Reifen dargestellt. Es handelt sich um eine Vulkanisierpressenanlage für die Kaltrunderneuerung von beispielsweise LKW-Reifen.

Eine solche Vulkanisierpressenanlage weist eine Vulkanisierpresse 1 mit einem Pressengestell 2 auf, welches im Ausführungsbeispiel als Doppel-C-Gestell mit einer zweiseitig offenen Maulkonstruktion ausgebildet ist, welches sich gleichsam aus zwei rückseitig miteinander verbundenen C-Gestellen

zusammensetzt. Die Vulkanisierpresse weist mehrere Pressenetagen 3 auf, in denen jeweils die beheizten Formen für die Reifenprofile angeordnet sind. Die Pressenetagen 3 werden gemeinsam mit mehreren in Pressenlängsrichtung hintereinander angeordneten Zylinderkolbenanordnungen 5 beaufschlagt. In der Vulkanisierpresse 1 werden aus Rohgummistreifen Laufstreifen mit einem Reifenprofil gepresst.

Ferner weist die Vulkanisierpressenanlage in jedem der beiden C-Gestelle jeweils eine Beschickvorrichtung 6 für die Beschickung der Vulkanisierpresse 1 mit den Rohgummistreifen auf. Auch wenn in den Figuren ein Ausführungsbeispiel mit zweiseitig offener Maulkonstruktion dargestellt ist, so umfasst die Erfindung in entsprechender Weise auch Pressen mit einseitig offener Maulkonstruktion, wobei dann nicht mehrere Beschickvorrichtungen, sondern lediglich eine einzige Beschickvorrichtung erforderlich ist.

Erfindungsgemäß weist die Beschickvorrichtung 6 einen in Pressenlängsrichtung verfahrbaren Beschickwagen 7 auf, welcher in mehreren Etagen Beladetabletts 8 aufweist, wobei jedes Beladetablett ein endlos umlaufendes Transportband 9 aufweist.

In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Beschickvorrichtung 6 ferner einen Beladearm 10 auf. Mit diesem Beladearm 10 sind die Rohgummistreifen zum Beladen des Beschickwagens 7 in den Beschickwagen 7 einziehbar und auf den Beladetabletts 8 ablegbar.

Die Beschickung der Vulkanisierpresse 1 mit der erfindungsgemäßen Beschickvorrichtung 6 erfolgt nun wie folgt:

Der Beschickwagen 7 befindet sich in der Fig. 1 dargestellten Ausgangsstellung außerhalb der Vulkanisierpresse, nämlich in Arbeitsrichtung R vor der Vulkanisierpresse. Der lediglich angedeutete Beladearm 10 befindet sich eingangs- seitig vor dem Beschickwagen 7. In Fig. 1 ist dabei angedeutet, dass die Roh- gummibahnen in Rollenform in mehreren Etagen eingangsseitig vor dem Beschickwagen 7 angeordnet sind. Einige dieser Rollen 4 sind lediglich beispielhaft angedeutet. Aufbau und Funktionsweise des Beladearms 10 sind grundsätzlich bekannt, denn mit einem solchen Beladearm wurden in der Praxis die bekannten Vulkanisierpressen ohne Beschickwagen direkt beschickt. Die Anfänge der aufgerollten Rohgummistreifen werden Etage für Etage an dem Beladearm 10 befestigt. Anschließend fährt der Beladearm 10 in Arbeitsrichtung R in den Beschickwagen 7, wickelt dabei die aufgerollten Rohgummistreifen ab und zieht sie in mehreren Etagen in den Beschickwagen 7. Während des Vorfahrens des Beladearms 10 werden die Transportbänder 9 der Belade- tabletts 8 angetrieben, und zwar in Arbeitsrichtung R. Die Transportbänder 9 werden dabei mit dem vorfahrenden Beladearm 10 synchronisiert, d. h. die Transportbänder 9 werden mit einer Geschwindigkeit angetrieben, welche der Geschwindigkeit des vorfahrenden Beladearms 10 entspricht. Dieses ermöglicht es, dass die Beladetabletts 8 die Rohgummistreifen beim Beladen reibungsfrei aufnehmen. Sobald der Beschickwagen 7 mit den Rohgummistreifen beladen ist, stoppen sowohl der Beladearm 10 als auch die Transportbänder 9.

Nun kann der gesamte Beschickwagen 7 in die Vulkanisierpresse 1 eingefahren werden, und zwar in Arbeitsrichtung R. Während dieses Einfahrens des Beschickwagens 7 in die Presse 1 werden die Transportbänder 9 der Beladetabletts 8 (noch) nicht angetrieben. Nachdem der Beschickwagen 7 nämlich vollständig in die Vulkanisierpresse 1 eingefahren wurde, wird der Beschick-

wagen 7 anschließend wieder entgegen der Arbeitsrichtung R zurückgefahren. Während des Zurückfahrens werden nun jedoch die Transportbänder 9 der Beladetabletts 8 angetrieben, und zwar wiederum in Arbeitsrichtung R. Durch das "gegenläufig" synchronisierte Verfahren des Beschickwagens 7 einerseits und der Transportbänder 9 andererseits werden die Rohgummistreifen reibungsfrei in der Vulkanisierpresse 1 abgelegt, denn die Rohgummibahnen werden - relativ zu der Presse - stillstehend auf bzw. in den Formen abgelegt.

Nach dem Verpressen und folglich vulkanisieren der Rohgummistreifen zu den Laufstreifen werden die Laufstreifen aus der Vulkanisierpresse 1 entnommen. Dazu ist in an sich bekannter Weise eine Entleervorrichtung 1 1 mit einem hin- und herfahrbaren Entleerarm 12 vorgesehen. Der eingangs erwähnte Beladearm 10 entspricht in Aufbau und Funktionsweise dem in Fig. 1 dargestellten Entleerarm 12.

Mit Hilfe der Entleervorrichtung 1 1 werden die vulkanisierten Laufstreifen mit dem Reifenprofil aus der Vulkanisierpresse herausgezogen und in einer Abkühlzone 13 abgelegt, welche ein Kühlregal 14 mit ebenfalls mehrere Etagen aufweist.

Um die einzelnen Komponenten der Anlage in der beschriebenen Weise antreiben bzw. verfahren zu können, sind verschiedene Antriebe vorgesehen, welche in der beschriebenen Weise miteinander synchronisierbar sind, z. B. über eine gemeinsame Steuervorrichtung, die jedoch in den Figuren nicht dargestellt ist. So ist grundsätzlich ein Beschickantrieb 21 für den Beschickwagen 7 vorgesehen, wobei der Beschickwagen 7 mit Hilfe dieses Beschickantriebes hin- und herfahrbar ist. Ferner ist ein Beladeantrieb 22 für den Beladearm 10 sowie ein Entleerantrieb 23 für den Entleerarm 12

vorgesehen. Außerdem können ein oder mehrere Transportantriebe für die Transportbänder 9 der Beladetabletts 8 vorgesehen sein.

Der Beschickwagen 7 kann an einer oberen und einer unteren Führungs- schiene 17, 18 geführt sein. Der Beladearm 10 kann ebenfalls an einer oberen und einer unteren Führungsschiene 19, 20 geführt sein. Ebenso kann der Entleerarm 12 an einer oberen und einer unteren Führungsschiene 17, 18 geführt sein. Im Ausführungsbeispiel sind jedoch eine obere und eine untere durchgehende Führungsschiene 17, 18 vorgesehen, an welchen sowohl der Beschickwagen 7 als auch der Entleerarm 12 verfahren werden, jedoch in unterschiedlichen Bereichen der Anlage. In Fig. 2 ist erkennbar, dass die Presse 1 auf der jeweils äußeren Seite offen ist. Der Beschickwagen 7 und auch der Entleerarm 12 sind jeweils auf dieser offenen (äußeren) Seite der Presse 2 verfahrbar. Daher sind auch die Führungsschienen 17, 18 auf dieser offenen (äußeren) Seite der Presse 1 angeordnet. Der Beschickwagen 7 weist dazu die Beladetabletts 8 auf, die lediglich einseitig aufgehängt sind, so dass sie mit ihren freien Enden, welche der Presse zugewandt sind, in die einzelnen Etagen 3 der Presse 2 eingreifen können. Für den Beladearm 10 sind separate Führungsschienen 19, 20 vorgesehen. Der Beladearm 10 fährt dabei auf der der Presse zugewandten (inneren) Seite des Beschickwagens entlang. Dieses ist möglich, weil der Beladearm 10 nicht in dem Bereich der Presse fährt, sondern nur in einem Bereich vor der Presse, wenn nämlich der Beschickwagen aus der Presse herausgefahren ist.

Fig. 4 zeigt eine abgewandelte zweite Ausführungsform der Erfindung, bei welcher die Rohgummistreifen nicht in Rollenform vorliegen, sondern bei welcher die Rohgummistreifen mit Hilfe einer Extrusionsvorrichtung 15 unmittel-

bar vor der Beschickung hergestellt werden. Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Beschickvorrichtung 6 folglich eine Extrusionsvorrichtung 15 vorgeordnet, mit welcher die Rohgummistreifen erzeugt werden. Zwischen der Extrusionsvorrichtung 15 und dem Beschickwagen 7 ist ein höhenverstellbarer Zuförderer 16 angeordnet, welcher ebenfalls zu einem umlaufenden Transportband ausgerüstet sein kann. Bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform besteht nun folglich die Möglichkeit, die Rohgummibahn unmittelbar vor der Beschickung zu erzeugen und dann mit dem höhenverstellbaren bzw. schwenkbaren Zuförderer 16, der auch als Tippel bezeichnet wird, in den Beschickwagen 7 einzubringen. Bei dieser Ausführungsform lässt sich die Wärme aus dem Extrusionsvorgang in der Vulkanisierpresse 1 nutzen, so dass eine Heizzeitverkürzung möglich wird. Für die Beladung des Beschickwagens 7 ist kein Beladearm erforderlich, da die einzelnen Rohgummistreifen unmittelbar von dem Zuförderer 16 an die einzelnen Förderer 9 der Tabletts 8 übergeben und von diesen übernommen werden. Sobald sämtliche Tabletts 8 beladen wurden, erfolgt dann die Beschickung der Presse, und zwar so wie es zu den Fig. 1 bis 3 erläutert wurde.