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Title:
WALL OF A FURNITURE ELEMENT AND FURNITURE ELEMENT OR ITEM OF FURNITURE HAVING SAID TYPE OF WALL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/158152
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a wall of a furniture element (10) with a fitting (30) for guiding a moveable furniture part, characterized in that the fitting (30) is integrated into the wall and that the wall comprises on at least one side an additional fitting (60) for guiding the structure element. The invention also relates to a furniture element or an item of furniture having said type of wall.

Inventors:
SOBOLEWSKI, Uwe (Heinrich-Lübke-Str. 10, Bünde, 32257, DE)
POPPENBORG, Norbert (Matin-Luther-Str. 6, Bad Salzuflen, 32105, DE)
ANDSCHUS, Stefan (Albert-Schweizer Str. 14b, Lübbecke, 32312, DE)
TASCHE, Michael (Max-Planck-Str. 122, Bad Salzuflen, 32107, DE)
GÖTZ, Gerhard (Theodora-Löwenstein-Str. 14, Bünde, 32257, DE)
Application Number:
EP2018/054530
Publication Date:
September 07, 2018
Filing Date:
February 23, 2018
Export Citation:
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Assignee:
AMBIGENCE GMBH & CO. KG (Goebenstraße 3-7, Herford, 32602, DE)
International Classes:
A47B51/00; A47B77/00; A47B96/20
Domestic Patent References:
WO2017029199A12017-02-23
Foreign References:
EP3066956A12016-09-14
DE102013018498A12015-05-07
DE1559963A11969-12-18
DE202013003189U12014-07-10
Attorney, Agent or Firm:
KLEINE, Hubertus et al. (Patent- und Rechtsanwälte Loesenbeck, Specht Dant, Am Zwinger 2 Bielefeld, 33602, DE)
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Claims:
Ansprüche

1 . Wand eines Möbelkorpus (10) mit einem Beschlag (30) zur Führung eines bewegbaren Möbelteils, dadurch gekennzeichnet, dass der Beschlag (30) in die Wand integriert ist und dass die Wand angeordnet auf zumindest einer Seite mindestens einen weiteren Beschlag (60) zur Führung des Struk- turierungselements aufweist.

2. Wand nach Anspruch 1 , bei der der mindestens eine Kern (41 ) in einer Ebene mit dem Beschlag (30) angeordnet ist, und bei der der mindestens eine Kern (41 ) und der Beschlag (30) zwischen zwei durchgehenden Decklagen (42, 43) angeordnet sind.

3. Wand nach Anspruch 2, bei der die beiden durchgehenden Decklagen (42, 43) flächig mit dem mindestens einen Kern (41 ) und/oder dem Beschlag (30) verbunden sind.

4. Wand nach Anspruch 3, bei der die beiden durchgehenden Decklagen (42, 43) flächig auf den mindestens einen Kern (41 ) und/oder den Beschlag (30) auflaminiert sind.

5. Wand nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der der mindestens eine weitere Beschlag (60) an einer bzw. beiden Decklagen (42, 43) befestigt ist.

6. Wand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der mindestens eine weitere Beschlag (60) ein Schwenkbeschlag ist, um das bewegliche Struktu- rierungselement in einer Ebene parallel zu den Decklagen (42, 43) zu führen.

7. Wand nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der der mindestens eine weitere Beschlag (60) ein Hebelwerk (61 ) mit Hebeln aufweist, die in

Schwenklagern (62) schwenkbar an der Wand gelagert sind.

8. Wand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der mindestens eine weitere Beschlag (60) ein Führungsbeschlag ist, um das bewegliche Struktu- rierungselement linear zu verschieben.

9. Wand nach Anspruch 6 oder 8, bei der der mindestens eine weitere Beschlag (60) mit Befestigungsmittel in Bohrungen in der Decklage (42, 43) befestigt werden. 1 0. Wand nach Anspruch 9, bei dem wenigstens eine Bohrung in einem am Beschlag (30) vorgesehenen Bereich eindringt, um ein Befestigungsmittel für den weiteren Beschlag (60) aufzunehmen.

1 1 . Wand nach Anspruch 1 0, bei der in dem Beschlag (30) zur Aufnahme von Befestigungsmitteln des weiteren Beschlags (60) hülsenartige Ausnehmungen vorhanden sind, die durch eine Bohrung (49) durch die Decklage (42, 43) freigelegt wird.

1 2. Wand nach Anspruch 1 0, bei dem in dem Beschlag (30) die Bereiche aus Vollmaterial gebildet sind.

1 3. Wand nach Anspruch 1 2, bei dem das Vollmaterial in dem Beschlag (30) sich vom Grundmaterial des Beschlags (30) unterscheidet. 14. Wand nach Anspruch 1 3, bei dem das Grundmaterial des Beschlags (30) ein Metall ist und das Vollmaterial ein Kunststoff oder Holzmaterial ist.

1 5. Wand nach einem der vorherigen Ansprüche, bei der der Beschlag (30) ein Hebelwerk (31 ) aufweist, wobei das Hebelwerk (31 ) das bewegliche Möbelteil (20) führt.

1 6. Wand nach Anspruch 1 5, bei der sich das Hebelwerk (31 ) im geschlossenen Zustand des beweglichen Möbelteils (21 , 22, 23) zwischen den Decklagen (42, 43) befindet.

1 7. Wand nach Anspruch 1 0 und 1 5, bei dem das Hebelwerk (31 ) im vorderen Bereich des Beschlags (30) angeordnete ist, und sich ein Kraftspeicher zur Kraftbeaufschlagung im hinteren Bereich des Beschlags (30) angeordnet ist, wobei wenigstens ein Bereich für die Bohrung für das Befestigungsmit- tel für den weiteren Beschlag (60) sich zwischen dem Hebelwerk (31 ) und dem Kraftspeicher in dem Beschlag (30) befindet.

1 8. Möbel oder Möbelkorpus (1 0), aufweisend mindestens eine Wand nach einem der vorstehenden Ansprüche,

19. Möbel oder Möbelkorpus (10) nach Anspruch 18, bei dem die Wand eine Seitenwand (13), eine Zwischenwand, ein Unterboden (1 1 ), ein Oberboden (12) und/oder ein Zwischenboden ist.

20. Möbel oder Möbelkorpus (10) nach Anspruch 18 oder 19, bei dem die Wand einen Tür- oder Klappenbeschlag als Beschlag (30) aufweist.

21 . Möbel oder Möbelkorpus (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 18 mit mindestens einem eingesetzten Strukturierungselement für den Innenraum, wobei das Strukturierungselement über den mindestens einen weiteren Beschlag (60) geführt ist.

Description:
Wand eines Möbelkorpus und Möbelkorpus oder Möbel mit einer

solchen Wand

Die Erfindung betrifft eine Wand eines Möbelkorpus mit einem Beschlag zur Führung eines bewegbaren Möbelteils. Die Erfindung betrifft weiterhin einen Möbelkorpus oder ein Möbel mit einer derartigen Wand. Möbel, insbesondere Küchenmöbel wie Unter-, Ober- oder Hängeschränke weisen in der Regel einen nach vorne offenen Möbelkorpus auf, an dem über Beschläge geführte bewegbare Möbelteile montiert sind. Die bewegbar geführten Möbelteile können Schubkästen mit einer Schubkastenfront oder Türen o- der Klappen sein, die bei einem Möbelkorpus einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen eingesetzt werden können. Die vorliegende Anmeldung bezieht sich insbesondere auf die Verwendung von Türen und Klappen als bewegbaren Möbelteilen. Türen und Klappen werden im Rahmen dieser Anmeldung anhand der Ausrichtung ihrer Schwenkachse unterschieden, die bei Türen vertikal und bei Klappen horizontal verläuft.

Die Türen und Klappen können hierbei einteilig sein oder aus mehreren Einzelelementen bestehen, wie zum Beispiel eine Faltklappe, bei der verschiedene Teile der Klappe sich im Bewegungsablauf relativ zueinander bewegen. Zur Führung von Türen werden in der Regel Türscharniere verwendet, die an der Seite der Schwenkachse zwischen Möbelkorpus und Tür angeordnet sind. Eine vergleichbare Anordnung von Scharnieren kann grundsätzlich auch bei Klappen eingesetzt werden. Diese Scharniere sind dann entlang einer oberen Seitenkante der Klappe angeordnet. Häufig ist es jedoch gewünscht, die Klap- pen in einer kombinierten Schwenk- und Schiebebewegung zu öffnen, um beispielsweise bei einem Hängeschrank, einen größtmöglichen Zugang zum Schrankinnenraum zu erhalten, ohne dass die Klappe bis in eine waagerechte Position verschwenkt werden muss, in der sie vom Benutzer zum Schließen nicht oder nur noch schlecht erreichbar ist. Aus diesem Grund haben sich spe- zielle Klappenbeschläge etabliert, die nicht entlang der Schwenkachse zwischen dem Möbelkorpus und der Klappe angeordnet werden, sondern seitlich an (in der Regel beiden) Seitenkanten zwischen der Klappe und der Seitenwand des Möbelkorpus. Bekannt sind derartige Türscharniere oder Klappenbeschläge zur Montage an einer Innenseite der Seitenwand oder der Seitenwände des Möbelkorpus. Die Beschläge ragen dabei jedoch unvermeidbar in den Innenraum des Möbelkorpus, was zum einen den nutzbaren Stauraum innerhalb des Möbelkorpus ver- ringert und zum anderen auch eine Unterteilung bzw. Strukturierung des Innenraums des Möbelkorpus beeinträchtigt.

Zur effektiven und übersichtlichen Nutzung des Innenraums eines Möbelkorpus sind in der Regel Korpusteiler oder vergleichbare Strukturierungselemente vor- gesehen, die den Innenraum in kleinere Fächer oder Einheiten unterteilen, um mehr Stellfläche zur Verfügung zu haben und den Innenraum zu strukturieren. Im einfachsten Fall ist ein solcher Korpusteiler eine horizontale oder vertikale Zwischenwand. Eine horizontale Zwischenwand wird häufig auch als Zwischenboden bezeichnet.

Um eine hohe Flexibilität zu ermöglichen, sind die Korpusteiler bevorzugt einfach in verschiedenen Positionen montierbar. Dieses kann werkzeuglos erfolgen, so dass der Benutzer die Korpusteiler nach Bedarf und in variabler Position in den Korpus einsetzen kann. Beispielsweise ist es zu diesem Zweck be- kannt, in jeder Seitenwand des Möbelkorpus zwei Lochreihen mit gleichermaßen voneinander beabstandeten Bohrungen vorzusehen. In diese werden Stecker in der gewünschten Höhe eingesetzt, auf denen ein Zwischenboden positioniert werden kann. In der Praxis ist die Flexibilität der Positionierung beispielsweise eines Zwischenbodens jedoch eingeschränkt, da an der Seitenwand üblicherweise die Beschläge montiert sind, mit denen Türen oder Klappen des Möbels geführt sind. Ein Zwischenboden kann beispielsweise nur oberhalb oder unterhalb eines solchen Beschlags angeordnet werden oder es muss händisch und im Ein- zerfall ein Ausschnitt oder eine Ausklinkung in den entsprechenden Zwischenboden eingebracht werden, um den vom Beschlag statisch oder auch in der Öffnungsbewegung beanspruchten Raum freizuhalten. Insbesondere bei Schränken, die oberhalb oder unterhalb der Augenhöhe montiert sind, stellen die genannten eingesetzten Strukturierungselemente zwar eine größere Stell- fläche bereit, diese ist jedoch nicht unbedingt gut zugänglich.

Zur Montage von Türscharnieren ist es bekannt, in eine Stirnseite einer Seitenwand eine Tasche zu fräsen, in die das Türscharnier von vorne einsetzbar ist. Auf diese Weise bleibt die Innenseite der Seitenwand frei. Ein zum Einsatz in einer derartigen eingefrästen Tasche geeignetes Scharnier ist beispielsweise aus der Druckschrift DE 1 559963 bekannt.

Diese Vorgehensweise eignet sich jedoch nur für Türscharniere mit einer sehr geringen Einbautiefe. Dieses liegt in der beschränkten Frästiefe begründet, mit der wirtschaftlich im Herstellungsprozess eine derartige Tasche von der Stirnseite aus in die Seitenwand gefräst werden kann. Auch die Einbaudicke des in eine solche eingefräste Tasche eingesetzten Türscharniers ist sehr begrenzt, da Seitenwände im Möbelbereich nur eine Wandstärke von etwa 1 6-20 mm (Millimetern) aufweisen. Beim Fräsvorgang muss eine gewisse Mindestwandstärke seitlich der ausgefrästen Taschen verbleiben, da eine zu dünne Wand bereits im Fräsvorgang reißen oder brechen würde bzw. so deformiert würde, dass sie keine einwandfreie Oberfläche mehr aufweist. Bereits der Einsatz größerer und komplexer Türscharniere ist auf diese Weise nicht möglich. Klappenscharniere weisen in der Regel eine große Einbautiefe im Bereich von mehr als 1 0 oder 1 5 cm (Zentimetern) auf, die durch eine Fräsung von der Stirnseite aus nicht zu erzielen ist. Aus der Druckschrift DE 20 201 3 003 1 89 U1 ist eine Seitenwand für einen Möbelkorpus bekannt, die abschnittsweise aus unterschiedlichen Teilen besteht. Insbesondere ist ein hinterer, der Möbelfront abgewandter Teil herkömmlich ausgebildet, z. B. durch ein beschichtetes Holzelement. Ein vorderer Teil der Seitenwand ist durch ein in der genannten Schrift nicht näher beschriebe- nes Gehäuse gebildet, das mindestens eine stirnseitige Öffnung aufweist, in die ein Beschlag eingeschoben werden kann. Das Gehäuse ist z.B. über Dübel oder Schrauben mit dem herkömmlichen Teil der Seitenwand verbunden. Da das Gehäuse mit dünneren Gehäusewandungen versehen werden kann, als durch eine Einfräsung möglich ist und auch größere Einbautiefen ermöglicht, kann dieses Gehäuse auch zur Aufnahme größerer Türscharniere oder eines Klappenbeschlags eingesetzt werden. Die Oberflächenoptik und Haptik des Gehäuses wird in der Regel jedoch nicht genau der des herkömmlichen Teils der Seitenwand entsprechen, sodass eine einheitliche Oberfläche der Seitenwand nicht erhalten werden kann. Zudem wird die Gestaltungsmöglichkeit des Innenraums auch hierbei stark eingeschränkt, da eine Befestigung von Korpusteilern oder sonstigen Strukturierungselementen für den Innenraum am Gehäuse des Beschlags nicht oder nur aufwendig möglich ist. Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Wand eines Möbelkorpus zu schaffen, bei der auch größere Beschläge, insbesondere Klappenbeschläge oder auch Türscharniere mit einer größeren Einbautiefe, verwendet werden können und bei der eine große Flexibilität in der Verwendung von Strukturie- rungselementen für den Innenraum des Möbelkorpus gegeben ist und bei der eine zusätzliche durch die Strukturierungselemente geschaffene Stellfläche gut zugänglich ist. Es ist eine weitere Aufgabe, ein Möbel oder einen Möbelkorpus mit einer solchen Wand zu beschreiben. Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Wand sowie einen Möbelkorpus oder ein Möbel mit den Merkmalen des jeweiligen unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Eine erfindungsgemäße Wand der eingangs genannten Art zeichnet sich dadurch aus, dass der Beschlag in die Wand integriert ist und dass die Wand auf zumindest einer Seite einen weiteren Beschlag zur Führung des Strukturie- rungselements aufweist. Dadurch, dass der Beschlag in die Wand des Möbelkorpus integriert ist, steht die gesamte Seite der Wand als Fläche zur Verfügung, an der der weitere Beschlag befestigt werden kann. Bewegungen des Strukturierungselements werden nicht durch Teile des Beschlags für das bewegbare Möbelteil, insbesondere die Tür oder Klappe, behindert. So kann beispielsweise ein Schwenkbe- schlag als weiterer Beschlag verwendet werden, an dem ein Zwischenboden aus dem Innenraum des Möbelkorpus um eine horizontale Achse verschwenkt wird. Dabei bewegt sich der Zwischenboden entlang der inneren Decklage der (Seiten-) Wand des Möbelkorpus, was bei Belegung dieser Fläche durch den Tür- oder Klappenbeschlag nicht möglich wäre.

Die Erfindung erweist sich insbesondere dann als vorteilhaft, wenn sich die senkrechten Projektionsflächen der Umrisse des in die Wand integrierten Beschlags sowie des weiteren Beschlags sowie der durch die jeweiligen Bewegungsabläufe überstrichenen Bereiche zumindest teilweise überdecken.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Wand ist der mindestens eine Kern in einer Ebene mit dem Beschlag angeordnet. Beschlag und Kern sind bevorzugt zwischen zwei durchgehenden Decklagen angeordnet und sind bevorzugt mit dem Kern und/oder zumindest einer der Decklagen verbunden, insbesondere auflaminiert. Somit steht für den Beschlag eine Einbaubreite zu Verfügung, die maximal der Dicke des Kerns entspricht. Auch bei einer Möbelwand in üblicher Stärke können so Beschläge eingesetzt werden, deren Breite bis zu etwa 20 mm beträgt.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Wand ist der mindestens eine weitere Beschlag an einer bzw. beiden Decklagen befestigt. So kann eine Anordnung des weiteren Beschlags auch in dem Bereich der Wand erfolgen, in dem der integrierte Beschlag positioniert ist. Alternativ können Befestigungsmit- tel für den weiteren Beschlag auch an geeigneter Stelle bis in den integrierten Beschlag reichen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Wand ist der mindestens eine weitere Beschlag ein Schwenkbeschlag, um das bewegliche Strukturierungs- element in einer Ebene parallel zu den Decklagen zu führen. Ein solcher Beschlag weist beispielsweise ein Hebelwerk mit Hebeln auf, die in Schwenklagern schwenkbar an der Wand gelagert sind. So kann beispielsweise ein Zwischenboden aus einem Möbelkorpus herausgeschwenkt werden. Alternativ oder zusätzlich kann der mindestens eine weitere Beschlag ein Führungsbeschlag sein, um das bewegliche Strukturierungselement linear zu verschieben. Auf diese Weise kann beispielsweise ein Zwischenboden aus einem Möbelkorpus herausfahrbar angeordnet werden. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Wand ist der mindestens eine weitere Beschlag mit Befestigungsmittel in Bohrungen in der Decklage befestigt Auch ist es möglich, dass wenigstens eine derartige Bohrung in einem am Beschlag vorgesehenen Bereich eindringt, um ein Befestigungsmittel für den weiteren Beschlag aufzunehmen. Dazu kann der Beschlag hülsenartige Ausneh- mungen aufweisen, die hinter der Bohrung durch die Decklage positioniert sind. Bevorzugt sind solche Bereiche des Beschlags, die Befestigungsmittel aufnehmen, aus Vollmaterial gebildet, das sich von dem Grundmaterial des Beschlags unterscheidet. Das Grundmaterial des Beschlags ist in der Regel ein Metall, während das Vollmaterial bevorzugt ein Kunststoff oder Holzmaterial ist.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Wand weist der integrierte Beschlag ein Hebelwerk auf, das das bewegliche Möbelteil führt. Bevorzugt befindet sich im geschlossenen Zustand des beweglichen Möbelteils das Hebelwerk zwischen den Decklagen. Der Beschlag ist dann so vollständig im Möbel- korpus integriert, dass - unvermeidbar - nur das Hebelwerk, und auch dieses nur im geöffneten Zustand des bewegbaren Möbelteils, sichtbar ist.

In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das Hebelwerk in einem vorderen Be- reich des Beschlags angeordnet. Ein Kraftspeicher zur Kraftbeaufschlagung des Hebelwerks ist in einem hinteren Bereich des Beschlags angeordnet. Der Kraftspeicher dient beispielsweise zur Kraftkompensation der Gewichtskraft eines geführten Möbelteils, z.B. einer Klappe. Ein Bereich für die Bohrung für das Befestigungsmittel für den weiteren Beschlag kann sich dann bevorzugt zwi- sehen dem Hebelwerk und dem Kraftspeicher in dem integrierten Beschlag befinden.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Wand ist auf mindestens eine der Stirnseite des Kerns mindestens ein Kantenumleimer aufgebracht. Bevor- zugt wird im Bereich der vorderen Stirnseite des Kern der Kantenumleimer erst aufgebracht, wenn der Beschlag integriert bzw. eingesetzt ist, wobei der Kantenumleimer zumindest abschnittsweise auf dem Beschlag angeordnet ist. Auf diese Weise können beispielsweise die Kanten der Seitenplatten des Beschlags abgedeckt werden.

Ein erfindungsgemäßes Möbel oder ein erfindungsgemäßer Möbelkorpus zeichnet sich durch die Verwendung mindestens einer derartigen Wand aus, beispielsweise als Seitenwand, Zwischenwand und/oder Ober-, Unter- oder Zwischenboden. Es ergeben sich die im Zusammenhang mit der Wand erläu- terten Vorteile.

In vorteilhaften Ausgestaltungen des Möbel oder Möbelkorpus weist die Wand einen Tür- oder Klappenbeschlag als Beschlag auf. Bevorzugt ist mindestens ein Strukturierungselement für den Innenraum vorhanden, das über den min- destens einen weiteren Beschlag geführt ist.

Im Rahmen der Anmeldung kann die Wand jedes flächige Bauelement des Möbelkorpus darstellen, unabhängig von ihrer Ausrichtung. Insbesondere kann die Wand eine (vertikale) Seitenwand oder Zwischenwand sein oder auch ein (horizontaler) Ober-, Unter- oder Zwischenboden. Auch eine schräge, beispielsweise diagonale Anordnung ist möglich.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mithilfe von Figuren näher erläutert. Die Figuren zeigen: Fig. 1 a, b jeweils eine isometrische Darstellung eines Möbels mit einer anmeldungsgemäßen Seitenwand gemäß einem Ausführungsbeispiel ;

Fig. 2 eine isometrische Explosionsdarstellung der Seitenwand gemäß Fig. 1 ; und

Fig. 3 eine schematische Draufsicht auf eine vordere Stirnseite eines

Verbundelements im Bereich eines eingesetzten Beschlags.

Fig. 1 zeigt im linken oberen Bildteil eine isometrische Darstellung eines Hängeschranks beispielsweise einer Küche als erstes Ausführungsbeispiel eines Möbels mit einer anmeldungsgemäßen (Seiten-) Wand.

Der Hängeschrank umfasst einen Möbelkorpus 1 0 mit Unterboden 1 1 und Oberboden 1 2 sowie zwei Seitenwänden 1 3. Eine Rückwand ist bevorzugt unter anderem aus Stabilitätsgründen vorhanden, in diesem Ausführungsbeispiel aber nicht dargestellt.

Der Möbelkorpus 1 0 ist nach vorne offen, um Zugang zum Innenraum des Schrankes zu erhalten. Es ist eine hier einteilige Klappe 20 vorgesehen, um die Öffnung des Möbelkorpus 10 verschließen zu können. Die einteilige Klappe 20 ist entlang ihrer oberen horizontalen Seitenkante schwenkbar. Zu diesem Zweck sind Beschläge 30 vorgesehen, die mit einem Hebelwerk 31 im oberen Bereich der einteiligen Klappe 20 mit dieser verbunden sind.

Die Beschläge 30 sind dabei (bis auf das in der dargestellten Öffnungsstellung ausgefahrene Hebelwerk 31 ) innerhalb der jeweiligen Seitenwand 1 3 angeord- net. Im geschlossenen Zustand der Klappe 20 ist das Hebelwerk 31 ggf. bis auf Montageelemente zur Verbindung mit der Klappe 20 vollständig in die Seitenwand 1 3 eingefahren.

Bei dem Möbelkorpus 1 0 sind die Seitenwände 13 als Verbundelemente 40 ausgebildet, in die der Beschlag 30 integriert ist. Ein beispielhafter Aufbau eines solchen Verbundelements 40 ist weiter unten im Zusammenhang mit Fig. 2 näher erläutert. Im Hängeschrank ist ein schwenkbarer Zwischenboden 50 als Strukturierungs- element für den Innenraum des Möbelkorpus 10 angeordnet. Der schwenkbare Zwischenboden 50 ist in Fig. 1 a in einer eingeschwenkten und in Fig. 1 b in einer nach unten und vorne ausgeschwenkten Position wiedergegeben.

Der schwenkbare Zwischenboden 50 umfasst einen Boden 51 und zwei Seitenteile 52. Zusätzlich kann eine Rückwand bzw. ein Rückwandsegment in Höhe der Seitenteile 52 oder auch einer davon abweichenden geringeren oder auch größeren Höhe vorgesehen sein.

Der schwenkbare Zwischenboden 50 ist auf beiden Seiten über jeweils einen weiteren Beschlag 60 an der entsprechenden Seitenwand 13 und damit an dem Verbundelement 40 befestigt. Der weitere Beschlag 60 weist jeweils ein Hebelwerk 61 auf, das hier aus zwei Hebeln besteht, die eine Schwenkbewegung des Zwischenbodens 50 unter Beibehaltung der horizontalen Ausrichtung des Bodens 51 ermöglichen. Das Hebelwerk 61 ist über Schwenklager 53 am Zwischenboden 50 und über Schwenklager 62 am jeweiligen Verbundelement 40 festgelegt.

In der in Fig. 1 a dargestellten eingefahrenen Stellung des Zwischenbodens 50 ist dieser wie ein fest montierter Zwischenboden in etwa auf halber Höhe im Innenraum des Möbelkorpus 10 angeordnet. Um auch bei einem hochhängenden Hängeschrank bequem Zugang zum Staugut, das in dem Hängeschrank verstaut ist, zu erhalten, kann der Zwischenboden 50 nach unten und vorne heraus geschwenkt werden, wie dies in Fig. 1 b sichtbar ist. Aufgrund der Schwenkbewegung durch die beiden weiteren Beschläge 60 bewegt sich dabei der schwenkbare Zwischenboden 50 über das im unteren Teil des Möbelkorpus 10 angeordnete Staugut. Es kann eine Dämpfungseinheit vorgesehen sein, die das Absenken des Zwischenbodens 50 dämpft. Die Dämpfungseinheit kann einen oder mehrere Linear- oder Rotationsdämpfer umfassen, beispielsweise einen für jeden weiteren Beschlag 60. Der schwenkbare Zwischenboden 50 füllt dabei die im Wesentlichen gesamte Breite des Innenraums des Möbelkorpus 10 aus. Zwischen den Seitenteilen 52 und der jeweils benachbarten Seitenwand 13 verbleibt lediglich ein schmaler Spalt zur Aufnahme des Hebelwerks 61 des weiteren Beschlags 60, einschließ- lieh einem Freiraum, so dass bei Bewegung das Hebelwerk 61 nicht an der Decklage 43 oder dem Seitenteil 52 entlangschleift.

Dadurch, dass die Beschläge 30, die die Klappe 20 tragen, innerhalb der Ver- bundelemente 40 angeordnet sind, ist eine Schwenkbewegung, wie sie der schwenkbare Zwischenboden 50 und insbesondere die Seitenteile 52 ausführen, überhaupt erst ermöglicht. Zudem bietet die durchgehende Decklage 43 Befestigungsmöglichkeiten für den weiteren Beschlag 60, vorliegend also die Schwenklager 62, beliebig positioniert auf der gesamten Fläche. Der weitere Beschlag 60 könnte also beispielsweise auch im Bereich des Beschlags 30 befestigt sein, wenn dieses erforderlich ist.

Die Ausbildung des weiteren Beschlags 60 als Schwenkbeschlag beim Beispiel der Fig. 1 a und 1 b ist rein beispielhaft. Es ist ebenso denkbar, Zwischenböden über Führungsschienen horizontal ausziehbar auszubilden. Dabei können eine oder auch mehrere derartiger weiterer Beschläge 60 an jeder der Seitenwände 1 3 bzw. an jedem Verbundelement 40 montiert sein.

Falls das Verbundelement 40 nicht die Seitenwand 1 3 bildet, wie beim darge- stellten Beispiel, sondern eine Zwischenwand, die innerhalb des Innenraums des Möbelkorpus 1 0 angeordnet ist, kann ein weiterer Beschlag 60 auf jeder der beiden Seiten des Verbundelements 40 angeordnet sein.

Fig. 2 zeigt in einer isometrischen Explosionsdarstellung einen möglichen Auf- bau eines derartigen Verbundelements 40 und verdeutlicht auch dessen Herstellung.

Das Verbundelement 40 weist einen Kern 41 auf, beispielsweise gefertigt aus einer Spanplatte oder einer mittel- oder hochverdichteten Faserplatte (MDF- Medium Density Fiberboard oder HDF-High Density Fiberboard) oder einer

Leichtbauplatte. In gleicher Ebene wie der Kern 41 und bevorzugt mit gleicher Dicke ist der Beschlag 30 angeordnet, derart, dass sich der Kern 41 und der Beschlag 30 in Form und Größe so ergänzen, dass sie zusammen im Wesentlichen die Abmessungen des Verbundelements 40 bzw. der Seitenwand 1 3 im Möbelkorpus 1 0 gemäß Fig. 1 aufweisen. Beim dargestellten Beispiel ist der Kern 41 einteilig und schließt sich nur unterhalb des Beschlags 30 an. Es kann alternativ vorgesehen sein, auch an anderen Seiten des Beschlags 30, insbesondere an seiner Oberseite ein weiteres Kernelement anzuordnen. Der Kern 41 und der Beschlag 30 können über hier nicht dargestellte Verbindungselemente, beispielsweise Schrauben, Klammern, Stifte, Krampen oder ähnliches miteinander verbunden sein. Auch eine Klebeverbindung kann neben den genannten Verbindungselementen oder als einzige Verbindung vorgese- hen sein.

Auf die Anordnung aus dem Kern 41 und dem damit ggf. verbundenen Beschlag 30 werden von jeder Seite her Decklagen 42, 43 aufgebracht, insbesondere geklebt oder auflaminiert. Der Beschlag 30 ist dabei bezüglich seines Ma- terials und der Materialstärke beispielsweise von Seitenplatten 301 des Beschlags 30 so gewählt, dass er auch bei einem Laminierprozess nicht eingedrückt wird, was zu einer Unebenheit der Oberfläche der Decklagen 42, 43 führen könnte. Kleinere Unebenheiten in den Seitenplatten des Beschlags 30 werden durch die Decklagen 42, 43 ausgeglichen. Solche kleineren Unebenheiten können beispielsweise durch die Lagerstellen von Bolzen, die der schwenkbaren Lagerung des Hebelwerks 31 im Beschlag 30 dienen, herrühren.

Das in Fig. 2 symbolisierte Herstellungsverfahren des Verbundelements 40, bei dem der Kern 41 und der Beschlag 30 zunächst mit passend zueinander aus- gerichtet und gegebenenfalls miteinander verbunden werden und danach mit den Decklagen 42, 43 zu dem Verbundelement 40 zusammengeführt werden, ermöglicht die Verwendung eines Beschlags 30, der sich wie dargestellt beispielsweise über die gesamte Breite des Verbundelements 40 erstreckt. Auf diese Weise können in dem Verbundelement 40 auch größere und komplexere Beschläge 30 verwendet werden, als es in einer stirnseitig ausgefrästen Tasche einer Seitenwand möglich wäre.

Der Beschlag 30 ist vollständig in das Verbundelement 40 integriert. Sein Hebelwerk 31 tritt an einer vorderen Stirnseite 41 1 des Kerns 41 bei Öffnung des bewegbaren Möbelteils (z.B. der Klappe 20 gemäß den Fig. 1 a, b) aus dem

Verbundelement 40 heraus. Bei geschlossenem bewegbaren Möbelteil befindet sich der Beschlag 30 vollständig - ggf. bis auf Montageelemente des Hebelwerks 31 - innerhalb des Verbundelements 40. Von dem weiteren Beschlag 60 ist in der Fig. 2 das Hebelwerk 61 beispielhaft in einer ausgeschwenkten Stellung wiedergegeben.

Alternativ kann der Kern 41 in der Ebene der lateralen Ausdehnung des Verbundelements 40 geteilt ausgebildet sein, so dass zwei Kernhälften mit z.B. je- weils halber Materialstärke (gegenüber dem in Fig. 2 gezeigten Kern 41 ) vorliegen. In jede der Kernhälften ist eine Aussparung eingebracht, in die der Beschlag 30 eingesetzt ist. Die Kernhälften umschließen den Belag 30 muschelartig und werden miteinander verbunden.

Fig. 3 zeigt in einer Draufsicht auf die vordere Stirnseite 41 1 einen Abschnitt eines Verbundelements 40 im Bereich des Beschlags 30. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist ein Kantenumleimer 44 als Schmalseitenbeschichtung auf die vordere Stirnseite 41 1 des Kerns 41 und damit des Verbundelements 40 aufgebracht. Weitere, hier nicht sichtbare Kantenumleimer können im Bereich weiterer Stirnseiten aufgebracht sein.

Im Bereich der Öffnung des Beschlags 30, aus der beispielsweise das in dieser Darstellung nicht sichtbare Hebelwerk 31 ausfährt, ist der Kantenumleimer 49 ausgespart. Der Kantenumleimer 44 wird nach Integration des Beschlags 34 in das Verbundelement 40 oder auch nach Einsetzen des Beschlags 30 in das Verbundelement 40 auf die vordere Stirnseite 41 1 aufgebracht.

Der Kantenumleimer 44 ist so ausgeschnitten, dass er abschnittsweise auf dem Beschlag 30 aufliegt und z.B. die Kanten der Seitenplatten 301 des Beschlags 30 oder anderer außerhalb der Öffnung des Beschlags 30 sichtbarer Elemente abdeckt. In der Fig. 3 sind die Umrisse des Beschlags 30 gestrichelt angedeutet. Durch die Anordnung des Kantenumleimers 44 auch auf Abschnitten des Beschlags 30 ist der Beschlag 30 - bis auf das ausfahrbare Hebelwerk 31 - vollständig in das Verbundelement 40 integriert und an der vorderen Stirnseite 41 1 des Verbundelements 40 nicht mehr sichtbar.

Bezugszeichen Möbelkorpus

Unterboden

Oberboden

Seitenwand Klappe Beschlag

Hebelwerk Verbundelement

Kern

vordere Stirnseite

äußere Decklage

innere Decklage

Kantenumleimer schwenkbarer Zwischenboden Boden

Seitenteil

Schwenklager weiterer Beschlag

Hebelwerk

Schwenklager (korpusseitig)