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Title:
WASHING SOLUTION FOR GAS SCRUBBING, CONTAINING AMINES IN AN AQUEOUS AMMONIA SOLUTION AND USE THEREOF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/046057
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a solvent combination for the gas scrubbing of industrial gases, said method being used for the gas separation of acid gases, in particular carbon dioxide and hydrogen sulphide. The claimed solvent combination comprises a solution of amines in water, which contains ammonia for improving the C02 absorption. Any amines with one or two substituents fall into the groups of primary and secondary amines. Piperazine and piperazine derivatives are particularly suitable as components of the claimed solvent combination.

Inventors:
MENZEL, Johannes (Krummer Weg 8, Waltrop, 45731, DE)
Application Number:
EP2009/007412
Publication Date:
April 29, 2010
Filing Date:
October 15, 2009
Export Citation:
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Assignee:
UHDE GMBH (Friedrich-Uhde-Strasse 15, Dortmund, 44141, DE)
MENZEL, Johannes (Krummer Weg 8, Waltrop, 45731, DE)
International Classes:
B01D53/14
Attorney, Agent or Firm:
UHDE GMBH et al. (IPFriedrich-Uhde-Strasse 15, Dortmund, Dortmund, 44141, DE)
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Claims:

Patentansprüche

1. Waschlösung zur Entfernung von sauren Gaskomponenten aus technischen Nutzgasen, wobei man den Gasstrom in einer geeigneten Wäschervorrichtung mit einem flüssigen Absorptionsmittel in Kontakt bringt, dadurch gekennzeichnet, dass

• das flüssige Absorptionsmittel eine wässrige Lösung darstellt, die Ammoniak und wenigstens ein Amin enthält, und

• das Amin keine Hydroxyalkylsubstituenten im Molekül enthält.

2. Waschlösung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Amin um ein primäres oder sekundäres Amin handelt.

3. Waschlösung zur Entfernung von sauren Gaskomponenten nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die primäre Aminverbindung die allgemeine Formel

H 2 N-R 3 aufweist, worin R a unter Alkylgruppen, Arylgruppen, oder Arylalkylgruppen ausgewählt ist.

4. Waschlösung zur Entfernung von sauren Gaskomponenten nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die sekundäre Aminverbindung die allgemeine Formel R a -N(H)-R b aufweist, worin R a und R b unabhängig voneinander unter Alkylgruppen, Arylgruppen, oder Arylalkylgruppen ausgewählt sind.

5. Waschlösung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die sekundäre Aminverbindung unter Diethylamin, Dipropylamin oder Diphenyla- min ausgewählt ist.

6. Waschlösung Entfernung von sauren Gaskomponenten nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aminverbindung die allgemeine Formel

R a R b -N-X-N-R a R b' aufweist, worin R a , R b , R a und R b unabhängig voneinander unter Alkylgruppen, A- rylgruppen, oder Arylalkylgruppen ausgewählt sind und X für eine Alkylen- oder Arylalkylengruppe steht.

7. Waschlösung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aminverbindung unter einem 5- oder 6-gliedrigen gesättigten Heterocyclus mit wenigstens einer NH-Gruppe im Ring ausgewählt ist.

8. Waschlösung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aminverbindung unter Piperazin oder einem Piperazinderivat ausgewählt ist.

9. Waschlösung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Ammoniak in Form eines Ammoniumsalzes eingesetzt wird.

10. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 für ein Verfahren zur Absorption von sauren Gasen aus technischen Gasen zu deren Reinigung, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung eine Aminkon- zentration von 0,001 bis 50 Massenprozent und eine Ammoniakkonzentration von 1 bis 32 Massenprozent besitzt.

11. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 für ein Verfahren zur Absorption von sauren Gasen aus technischen Gasen zu deren Reinigung, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung eine Aminkon- zentration von 0,1 bis 20 Massenprozent und eine Ammoniakkonzentration von 10 bis 25 Massenprozent besitzt.

12. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den zu reinigenden technischen Gasen um Synthesegas, Erdgas, niedere Alkane und Alkene, Kohlenmono- xid oder Wasserstoff oder ein Gemisch dieser Gase handelt.

13. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den zu reinigenden technischen Gasen um ein Rauchgas handelt.

14. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem zum reinigenden technischen Gas um Koksofengas handelt.

15. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 oder 11 , dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den abzuscheidenden Gasen um Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Blausäure, Mercaptane, Kohlenstoffoxidsulfid oder oxidische Schwefelverbindungen oder ein Gemisch dieser Gase handelt.

16. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, da- durch gekennzeichnet, dass die Lösung bei der Absorption eine Anwendungstemperatur von 20 c C bis 100 0 C und einen Anwendungsdruck von 0,5 bar bis 100 bar eingesetzt wird.

17. Verwendung einer Waschlösung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung bei der Regeneration eine An- Wendungstemperatur von 80 0 C bis 200 0 C und einen Anwendungsdruck von

0,1 bar bis 20 bar eingesetzt wird.

Description:

Waschlösung zur Gaswäsche mit Aminen in wässriger Ammoniaklösung sowie Verwendung

[0001] Die Erfindung betrifft eine Waschlösung zur Abscheidung von sauren Gasen aus technischen Gasen und aus Rauchgasen mit wässrigen Ammoniaklösungen unter Zusatz von darin gelösten Aminen. Bevorzugt zur Abscheidung vorgesehene saure Gase sind Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Blausäure und oxidische Schwefelverbindungen (SO x ). Häufig zur Abscheidung anfallende technische Gase, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt werden können, sind Koksofengas, Synthesegas, Erdgas, Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Die erfindungsgemäße Gaswä- sehe erfolgt in Vorrichtungen nach dem Stand der Technik.

[0002] Die Entfernung von sauren Gasen aus technischen Nutzgasen ist ein häufig durchgeführter Prozess. Beispiele für Gase, die einem solchem Prozess unterzogen werden, sind Synthesegase und Koksofengase. Für die Weiterverwendung dieser Gase ist es häufig notwendig, die störenden Sauergase daraus zu entfernen. Im indus- triellen Maßstab werden zur Entfernung von Sauergasen häufig wässrige Lösungen organischer Basen, z. B. Alkanolamine, eingesetzt. Beim Lösen der Sauergase bilden sich dabei aus der Base und den Sauergasbestandteilen ionische Produkte. Das Absorptionsmittel kann durch Erwärmen oder Entspannen auf einen niedrigeren Druck regeneriert werden, wobei die ionischen Produkte zu Sauergasen zurückreagieren und die Sauergase je nach Anforderung mittels Dampf ausgetrieben werden. Nach dem Regenerationsprozess kann das Absorptionsmittel wiederverwendet werden.

[0003] Bei der Absorption von Schwefelwasserstoff aus technischen Gasen wird auch ein Teil des häufig in den Gasen ebenfalls enthaltenen Kohlendioxids mitabsorbiert. Der absorbierte Mengenanteil dieses Gases ist jedoch wesentlich geringer als der Mengenanteil des Schwefelwasserstoffs. Grund dafür ist der in der Regel schlechte Stoffübergang des Kohlendioxids in die Waschlösung. Bei der Wäsche der Gase reagiert das Kohlendioxid zu Hydrogencarbonat, welches nach der Reaktion in ionischer Form in der Waschlösung gebunden wird. Die niedrige Reaktionsgeschwindigkeit des Kohlendioxids in die ionische Form bedingt den im Vergleich zum Schwefelwasserstoff verringerten Mengenanteil an Kohlendioxid.

[0004] Bei der Durchführung von Sauergaswäschen ist jedoch häufig erwünscht, den Mengenanteil des absorbierten Kohlendioxids deutlich zu steigern. Dadurch erspart man einen erheblichen apparativen Aufwand ein. Auf diese Weise gelingt es, ei-

nen erheblich größeren Anteil an Sauergasen in einem Prozessschritt aus technischen Gasen auszuwaschen.

[0005] Die DE 102004011429 A1 beschreibt ein Verfahren zur Absorption von Sauergasen. Beschrieben wird ein Verfahren zum Entfernen von Kohlendioxid aus ei- nem Gasstrom, in dem der Partialdruck des Kohlendioxids sehr gering ist, wobei man den Gasstrom mit einem flüssigen Absorptionsmittel in Kontakt bringt, das eine wässri- ge Lösung einer Aminverbindung mit wenigstens zwei tertiären Aminogruppen im Molekül umfasst und einen Aktivator, der unter primären und sekundären Aminen ausgewählt ist. Bei der Durchführung von Absorptionsreaktionen besteht jedoch weiterhin ein Bedarf, die absorbierte Menge an Sauergasen und insbesondere an Kohlendioxid bezogen auf die Menge des eingesetzten Lösungsmittels, weiter zu steigern.

[0006] Die GB 1464439 A beschreibt ein Verfahren zur Entfernung von sauren Gaskomponenten aus Industriegasen und insbesondere aus einem Koksofengas, einem Synthesegas, oder Erdgas. Die sauren Gase werden durch eine Alkanolaminlö- sung absorbiert, die im Kreis geführt wird, so dass das Lösungsmittel das saure Gas absorbiert und im Folgeschritt des Kreisprozesses desorbiert, beispielsweise durch Erhitzen. Die Lehre beschreibt eine Zersetzung des absorbierenden Lösungsmittels durch die Bildung thermisch stabiler Thiocyanate. Zur Stabilisierung werden dem Lösungsmittel deshalb Ammoniak oder Ammoniumsalze zugesetzt. Diese reagieren mit den gebildeten Thiocyanaten unter Rückbildung der Gaskomponenten. Eine Zugabe von Ammoniak zu einer aminhaltigen Lösung mit dem Ziel der Verbesserung der Absorptionsfähigkeit von sauren Gasen, insbesondere von CO 2 , wird nicht beschrieben.

[0007] Das eingesetzte Lösungsmittel soll möglichst stabil, insbesondere auch stabil gegen Sauerstoff sein und nicht zuletzt auch möglichst kostengünstig sein. Bedingt durch die Zersetzung der Amine durch eine Reaktion mit dem in den Rauchgasen enthaltenem Sauerstoff oder mit den in dem Rauchgas enthaltenen Schwefeloxiden oder Stickoxiden kommt es zu Lösungsmittelverlusten. Viele aminbasierte Waschmittel besitzen hohe Beschaffungskosten, weshalb Lösungsmittelverluste während des Betriebes zu erhöhten laufenden Kosten des Verfahrens beitragen. Auch soll das eingesetzte Lösungsmittel eine möglichst geringe Zahl an für den Stoffaustausch notwendigen Vorrichtungsteilen, insbesondere in der Waschkolonne, aufweisen.

[0008] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein verbessertes Lösungsmittel oder eine verbesserte Lösungsmittelkombination zur Verfügung zu stellen, die eine erheblich höhere Menge an Sauergasen in technischen Gasen absorbiert. Häufig zur Reinigung an-

fallende technische Gase, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt werden können, sind Koksofengas, Synthesegas, Erdgas, niedere Alkane und Alkene und Wasserstoff. Das verbesserte Lösungsmittel soll ein möglichst preiswertes sein und unter den angewendeten Bedingungen stabil sein. Die in der Lösungsmittelkombination enthaltenen Bestandteile sollen sauerstoffstabil sein, um eine genügend große Lebensdauer in der Gaswäschervorrichtung zu gewährleisten. Die erfindungsgemäße Lösungsmittelkombination sollte außerdem einen deutlich verbesserten Stoffübergang für das zu entfernende Kohlendioxid aufweisen. Der Nachfüllbedarf für die kostenträchtige Aminkomponente soll niedrig und die Zahl der zum Stoffaustausch benötigten Vorrich- tungen soll gering sein.

[0009] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch eine Lösungsmittelkombination aus einem Amin und wässriger Ammoniaklösung. Das eingesetzte Amin ist dabei insbesondere ein primäres Amin oder ein sekundäres Amin. Besonders geeignet als Aminkomponente ist Piperazin. Mit diesem Aminzusatz ergibt sich eine deutlich bessere Kohlendioxidabsorption auch bei atmosphärischen Druckbedingungen, wodurch sich eine solche Wäsche insbesondere für die Entfernung von Kohlendioxid aus Rauchgasen eignet. Mit Ammoniak als Hauptkomponente für die Bindung des Kohlendioxids lässt sich der Stoffübergang für dieses Gas wesentlich verbessern und die Kosten für das laufende Verfahren können erheblich gesenkt werden.

[0010] Als Aminzusätze eigenen sich nicht nur einfache primäre Amine, sondern auch sekundäre oder cyclische Amine. Für einige Fälle können auch tertiäre Amine geeignet sein. Die Aminkomponente in Gaswaschlösungen wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Aktivator bezeichnet. Besonders bevorzugt als Aktivatorkomponente ist Piperazin. Es ist jedoch auch möglich, Alkylamine, Dialkylamine, oder Diarylamine zu verwenden. Das im Lösungsmittel vorgesehene Ammoniak ermöglicht eine gegenüber reinen Aminlösungen höhere Aufnahmekapazität für Kohlendioxid, so dass die Kohlendioxidentfernung mit niedrigeren Kreislaufmengenströmen und somit mit entsprechend geringerem Regenerationsenergiebedarf durchgeführt werden kann. Auch die benötigte Menge an Austauschlösungsmittel und die Zahl der zum Lösungs- mittelaustausch notwendigen Vorrichtungsteile ist erheblich geringer.

[0011] Beansprucht wird insbesondere eine Waschlösung zur Entschwefelung von sauren Gasen aus technischen Nutzgasen, wobei man den Gasstrom in einer geeigneten Wäschervorrichtung mit einem flüssigen Absorptionsmittel in Kontakt bringt, wobei das flüssige Absorptionsmittel eine wässrige Lösung darstellt, die Ammoniak und we- nigstens ein Amin enthält. Beansprucht wird auch die Verwendung einer solchen

Waschlösung als Waschlösung in einem Gaswäscheprozess zur Absorption von sauren Gasen und insbesondere Kohlendioxid aus technischen Gasen.

[0012] Bei dem Amin kann es sich um ein primäres oder um ein sekundäres Amin handeln. Für einige Fälle können auch tertiäre Amine geeignet sein. Die Substituenten an dem Amin können beliebig geartet sein. Das primäre Amin kann die allgemeine

Formel H 2 N-R a aufweisen, worin R a unter Alkylgruppen, Arylgruppen, oder Arylal- kylgruppen ausgewählt ist. Beispiele für geeignete primäre Amine sind n-Propylamin,

/so-Propylamin oder Phenylamin. Der Siedepunkt des primären Amins sollte bevorzugt über Raumtemperatur liegen, um den Gaswäscheprozess technisch einfach zu gestal- ten.

[0013] Auch das sekundäre Amin kann beliebig geartet sein. Die Substituenten der sekundären Aminverbindung können beliebig geartet sein. Das Amin kann beispielhaft die allgemeine Formel R a -N(H)-R b aufweisen, worin R a und R b unabhängig voneinander unter Alkylgruppen, Arylgruppen, oder Arylalkylgruppen ausgewählt sind. Beispiele für geeignete sekundäre Amine sind Diethylamin, Di-n-propylamin oder Diphenylamin. Der Siedepunkt des primären Amins sollte ebenfalls bevorzugt über Raumtemperatur liegen, um den Gaswäscheprozess technisch einfach zu gestalten.

[0014] Für einige Zwecke können auch bifunktionelle Amine für die Gaswäsche besonders geeignet sein. Beispiele für solche Amine sind Amine mit der Strukturformel R a R b -N-X-N-R a R b' , worin R a , R b , R a' und R b' unabhängig voneinander unter Alkylgruppen, Arylgruppen, oder Arylalkylgruppen ausgewählt sind und X für Alkylen- oder Ary- lengruppen steht.

[0015] Besonders geeignet sind Aminverbindungen, die unter einem 5- oder 6- gliedrigen Heterocyclus ausgewählt sind und eine NH-Gruppe im Ring besitzen. Be- vorzugte Heterocyclen sind Piperazin oder Piperazinderivate. Beispiele für geeignete Piperazinderivate sind 2-Methylpiperazin, N-Methylpiperazin, Piperidin oder Morpholin. Letztlich sind aber alle Piperazinderivate, die wasserlöslich und genügend preiswert sind, als Aminverbindungen für die Extraktion geeignet. Durch die Anwesenheit der Amine steigt die Absorptionsgeschwindigkeit und damit die Absorptionsfähigkeit für Kohlendioxid in der wässrigen Ammoniaklösungen für eine gegebene Stoffübertragungshöhe deutlich an.

[0016] Als Prozesse zur Erzeugung von technischen Gasen, die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren gereinigt werden können, handelt es sich beispielhaft um Kohlevergasungen, um Dampfreformierprozesse, um Kokereigaserzeugungen, um Raffineriegasreinigungen oder um Naturgasgewinnungsverfahren. Es kann sich jedoch prinzipiell um beliebige Prozesse handeln, wenn diese aufgrund ihrer Natur Sauergas und insbesondere Kohlendioxid enthalten. Besonders geeignet ist diese Lösungsmittelkombination für die Entfernung von CO 2 aus Rauchgasen. Geeignet zur Anwendung der erfindungsgemäßen Lösungsmittelkombination ist insbesondere auch ein Koksofengas. Bei den abzuscheidenden Sauergasen handelt es sich insbesondere um Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Blausäure, Mercaptane, Kohlenstoffoxidsulfid (COS), oxidische Schwefelverbindungen (SO x ) oder ein Gemisch dieser Gase. In dem erzeugten Gas können sich auch Stickoxide befinden. Die erfindungsgemäße Lösungsmittelkombination ist unempfindlich gegenüber Stickoxiden und Sauerstoff und besitzt lange Standzeiten.

[0017] Das Amin sollte für die Anwendung in der Absorptionslösung eine Konzentration von 0,001 bis 50 Massenprozent besitzen. Besonders geeignet sind Konzentrationen von 0,1 bis 20 Massenprozent. Die Ammoniaklösung sollte für die Anwendung eine Konzentration von 0,1 bis 32 Massenprozent besitzen. Besonders geeignet sind Ammoniakkonzentrationen von 10 bis 25 Massenprozent. Die Konzentration der Lö- sungsmittelbestandteile hängt von der Anwendungstemperatur und vom Anwendungsdruck ab.

[0018] Die wässrige Ammoniaklösung wird dem Amin direkt zugesetzt, wodurch eine zur Absorption geeignete Lösung entsteht. Je nach pH-Wert kann das Ammoniak auch in Form eines Ammoniumsalzes zugegeben werden. Ein geeignetes Ammonium- salz ist beispielhaft Ammoniumcarbonat.

[0019] Für die Durchführung des Gaswäscheprozesses sind alle Vorrichtungen geeignet, die sich zur Durchführung einer Gaswäsche eignen. Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtungen umfassen wenigstens eine Gaswaschkolonne. Als Gaswaschkolonnen kommen beispielhaft Füllkörper, Packungs- und Bodenkolonnen und weitere Absorber wie Membrankontaktoren, Radialstromwäscher, Strahlwäscher oder Venturi-Wäscher in Frage. Hinzu kommen alle Vorrichtungen, die geeignet sind, um die Regeneration der Waschlösung durch das Austreiben des in der Waschlösung befindlichen Kohlendioxids durchzuführen. Hierzu zählen beispielhaft Vorwärmer, „Flash"-Behälter, Abtriebskolonnen, Verdampfer, Kondensatoren, oder Reabsorber.

[0020] Die Durchführung des Verfahrens wird bei Bedingungen ausgeführt, die üblicherweise bei Gaswäscheprozessen angewendet werden. Bevorzugte Prozessbedingungen für die CO 2 -Entfernung aus Rauchgasen sind Temperaturen von 20 0 C bis 100 0 C und Drücke von 0,5 bar bis 100 bar. Bevorzugte Prozessbedingungen für die Rege- nerierung der Waschlösung sind Temperaturen von 80 0 C bis 200 0 C und Drücke von 0,1 bar bis 20 bar. Je nach Anforderung können die angewendeten Temperaturen auch niedriger liegen oder die angewendeten Drücke höher.

[0021] Die Erfindung besitzt den Vorteil eines Verfahrens mit einem hohen Absorptionsvermögen für saure Gase und insbesondere für Kohlendioxid. Die erfindungs- gemäße Lösungsmittelkombination ist preiswert und einfach einzusetzen. Durch das erhöhte Absorptionsvermögen für Kohlendioxid lässt sich die Menge an absorbiertem Sauergas deutlich anheben und die Menge an Lösungsmittelumlauf deutlich reduzieren. Durch die Unempfindlichkeit gegenüber Sauerstoff und Stickoxiden besitzt die erfindungsgemäße Lösungsmittelkombination eine hohe Standzeit in Gaswaschprozes- sen, so dass der Austauschbedarf für frisches Lösungsmittel niedrig und die benötigte Zahl für Lösungsmittelregenerationsvorrichtungen gering ist.