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Title:
WATERPROOF FOOTWEAR AND METHOD FOR PRODUCTION THEROF
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2004/100692
Kind Code:
A1
Abstract:
Footwear, comprising an upper (13), made from an upper material (17) with an upper material end region (27) on the sole side and a waterproof functional layer (19), with a functional layer end region (23), arranged on the inner side of the upper material (17), an inner sole (15) and a connecting device (25), connecting the upper material end region (27) to the inner sole (15), which leaves a separation (33), running around at least a part of the circumference of the upper between the upper material end region (27) and the inner sole (15), such that the connection device (25) may be run through on application of a liquid sealing material (37; 39). The functional layer end region (23) extends at least into the region of the connecting device (25) and is sealed in a watertight manner by the sealing material (37; 39) reaching the functional layer (19) through the connecting device (25) on production of the footwear.

Inventors:
Haimerl, Franz (Petersbrunn 8, Starnberg, 82319, DE)
Application Number:
PCT/EP2004/004781
Publication Date:
November 25, 2004
Filing Date:
May 05, 2004
Export Citation:
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Assignee:
W.L. GORE & ASSOCIATES GMBH (Hermann-Oberth-Strasse 22, Putzbrunn, 85640, DE)
Haimerl, Franz (Petersbrunn 8, Starnberg, 82319, DE)
International Classes:
A43B7/12; A43B9/02; A43B9/18; (IPC1-7): A43B7/12; A43B9/02; A43B9/18
Foreign References:
US5732480A
US6408541B1
EP1197158A1
US20030041474A1
EP0298360B1
US4725418A
US4493870A
US3953566A
US4187390A
US4194041A
US5329807A
Attorney, Agent or Firm:
Hirsch, Peter (Klunker, Schmitt-Nilson Hirsc, Winzererstrasse 106 München, 80797, DE)
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Claims:
660 Patentansprüche
1. Schuhwerk, aufweisend : einen Schaft (13), der mit einem einen sohlenseitigen Obermaterialendbereich 665 (27) aufweisenden Obermaterial (17) und mit einer auf der Innenseite des Obermaterials (17) angeordneten, einen sohlenseitigen Funktionsschichtend bereich (23) aufweisenden wasserdichten Funktionsschicht (19) aufgebaut ist ; eine Innensohle (15) ; und eine den Obermaterialendbereich (27) mit der Innensohle (15) verbin 670 dende Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b), die um mindestens einen Teil des Schaftumfangs umlaufend zwischen dem Obermaterialendbereich (27) und der Innensohle (15) einen derartigen Abstand (33 ; 33a, 33b) zuläßt, dass die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) von beim Aufbringen flüssigem Dichtungsmaterial (37 ; 39) durchströmbar ist ; 675 wobei der Funktionsschichtendbereich (23) sich bis mindestens in den Bereich der Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) erstreckt und von bei der Herstel lung des Schuhwerks durch die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) auf die Funktionsschicht (19) gelangtem Dichtungsmaterial (37 ; 39) wasserdicht ab gedichtet ist.
2. Schuhwerk nach Anspruch 1, bei welchen die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) um den gesamten Schaftumfang umläuft.
3. Schuhwerk nach Anspruch 1, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 685 25a, 25b) nur um einen Teil des Schaftumfangs umläuft.
4. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einer nahtartigen oder nahtähnlichen Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b).
5. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem die Verbindungs einrichtung (25 ; 25a, 25b) durch eine aufweitbare Naht gebildet ist.
6. Schuhwerk nach Anspruch 5, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) durch eine locker genähte Naht gebildet ist.
7. Schuhwerk nach Anspruch 5 oder 6, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) durch eine mit dehnbarem Garn genähte Naht gebildet ist.
8. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 5 5 bis 7, bei welchem die Naht durch eine Strobelnaht (25 ; 25a, 25b), eine Steppnaht oder eine Kreuznaht gebildet ist.
9. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit einer angespritzten Dich tungslage aus beim Anspritzen flüssigem, durch die Verbindungseinrich tung (25 ; 25a, 25b) gedrungenem Dichtungsmaterial (39).
10. Schuhwerk nach Anspruch 9, mit einer angespritzten Laufsohle, wobei das Dichtungsmaterial (39) durch beim Anspritzen flüssiges Laufsohlenmaterial gebildet ist.
11. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, beim welchem das Dichtungs material (37) durch Kunststoff gebildet ist.
12. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem das Dichtungs material (37) durch Klebstoff gebildet ist.
13. Schuhwerk nach Anspruch 12, bei welchem das Dichtungsmaterial (37) durch auf die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) aufgebrachten, im ausreagier ten Zustand zu Wasserdichtigkeit führenden Reaktivschmelzklebstoff gebildet 720 ist.
14. Schuhwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 13, mit einer wasserdichten und wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht (19).
15. 15.
16. Schuhwerk nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei welchem der sohlenseitige Funktionsschichtendbereich (23) mit der Innensohle (15) verklebt ist.
17. Schuhwerk nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei welchem zusätz 730 lich zu der Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) eine im wesentlichen nicht aufweitbare Festnaht (26) vorgesehen ist, mittels welcher der sohlenseitige Funktionsschichtendbereich (23) mit der Innensohle (15), jedoch nicht mit dem sohlenseitigen Obermaterialendbereich (27) verbunden ist.
18. 17.
19. Schuhwerk nach Anspruch 16, bei welchem die Festnaht (26) durch eine Stro belnaht gebildet ist.
20. Schuhwerk nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei welchem das Obermaterial (17) in einem vorbestimmten Abstand oberhalb der Innensohle 740 (15) endet, der Abstand zwischen Obermaterial (17) und Innensohle (15) durch einen für Dichtungsmaterial (37) oder flüssiges Sohlenmaterial (39) un durchlässigen Materialstreifen (45) überbrückt ist, der Materialstreifen (45) mittels einer oberen Naht (25,25a) mit dem Obermaterial (17) und mittels ei ner unteren Naht (25b ; 26) mit der Funktionsschicht (19) und/oder mit der 745 Innensohle (15) verbunden ist und mindestens die obere (25 ; 25b) der beiden Nähte eine durchströmbare Verbindungseinrichtung in Form einer infolge lok keren Nähens oder Nähens mit dehnbarem Garn aufweitbaren Naht bildet.
21. Verfahren zur Herstellung von Schuhwerk mit einem Schaft (13), der mit ei 750 nem einen sohlenseitigen Obermaterialendbereich (27) aufweisenden Ober material (17) und mit einer auf der Innenseite des Obermaterials (17) ange ordneten, einen sohlenseitigen Funktionsschichtendbereich (23) aufweisenden wasserdichten Funktionsschicht (19) aufgebaut ist, und mit einer Innensoh le (15), mit folgenden Verfahrensschritten : 755 a) der Obermaterialendbereich (27) wird mit der Innensohle (15) mittels einer um mindestens einen Teil des Schaftumfangs umlaufenden Verbindungsein richtung (25 ; 25a, 25b) in solcher Weise verbunden, dass zwischen dem Obermaterialendbereich (27) und der Innensohle (15) ein von Flüssigkeit durchströmbarer Abstand (33 ; 33a, 33b) herstellbar ist ; 760 b) der Funktionsschichtendbereich (23) wird derart gestaltet, dass er sich bis mindestens in den Bereich der Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) er streckt ; c) während der Obermaterialendbereich (27) und die Innensohle (15) über die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) auf einem Abstand (33 ; 33a, 33b) 765 voneinander gehalten werden, wird auf die Außenseite der Verbindungsein richtung (25 ; 25a, 25b) ein in flüssigem Zustand befindliches, zu Wasserdich tigkeit führendes Dichtungsmaterial (37 ; 39) derart aufgebracht, dass es durch die flüssigkeitsdurchlässige Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) hindurch den Funktionsschichtendbereich (23) anströmt.
22. 20. Verfahren nach Anspruch 19, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) um den gesamten Schaftumfang umlaufend hergestellt wird.
23. Verfahren nach Anspruch 19, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 775 25a, 25b) nur um einen Teil des Schaftumfangs umlaufend hergestellt wird.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 21, bei welchem die Verbin dungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) als nahtartige oder nahtähnliche Verbin dungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) ausgebildet wird.
25. 23. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 22, bei welchem die Verbin dungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) durch eine aufweitbare Naht gebildet wird.
26. Verfahren nach Anspruch 23, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 785 25a, 25b) durch eine locker genähte Naht gebildet wird.
27. Verfahren nach Anspruch 23, bei welchem die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) durch eine mit dehnbarem Garn genähte Naht gebildet wird.
28. 26.
29. Verfahren nach einem der Ansprüche 23 bis 25, bei welchem die Naht durch eine Strobelnaht, eine Steppnaht, eine Kreuznaht oder eine ZickZackNaht gebildet wird.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 26, bei welchem als Dichtungs 795 material (39) eine anzuspritzende Dichtungslage aus beim Anspritzen flüssi gem, durch die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) dringbarem Dich tungsmaterial (39) gebildet wird.
31. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 26, zur Herstellung von Schuh 800 werk mit einer angespritzten Sohle, bei welchem das Dichtungsmaterial (39) durch beim Anspritzen flüssiges, durch die Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) dringendes Sohlenmaterial gebildet wird.
32. Verfahren nach Anspruch 28, zur Herstellung von Schuhwerk mit einer ange 805 spritzten Laufsohle, bei welchem das Dichtungsmaterial (39) durch beim An spritzen flüssiges Laufsohlenmaterial gebildet wird.
33. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 26, bei welchem als Dichtungs material (37) ein Kunststoff verwendet wird.
34. 31. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 26, bei welchem als Dichtungs material (37) ein Klebstoff verwendet wird.
35. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 31, bei welchem der sohlenseitige 815 Funktionsschichtendbereich (23) mit der Innensohle (15) verklebt wird.
36. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 31, bei welchem zusätzlich zu der Verbindungseinrichtung (25 ; 25a, 25b) eine im wesentlichen nicht aufweitba re Festnaht (26) erzeugt wird, mittels welcher der sohlenseitige Funktions 820 schichtendbereich (23) mit der Innensohle (15), jedoch nicht mit dem sohlen seitigen Obermaterialendbereich (27) verbunden wird.
37. Verfahren nach einem der Ansprüche 19 bis 33, bei welchem das Obermaterial (17) in einem vorbestimmten Abstand oberhalb der Innensohle (15) endend 825 gestaltet wird, der Abstand zwischen Obermaterial (17) und Innensohle (15) durch einen für Dichtungsmaterial (37) oder flüssiges Sohlenmaterial (39) un durchlässigen Materialstreifen (45) überbrückt wird, der Materialstreifen (45) mittels einer oberen Naht (25,25a) mit dem Obermaterial (17) und mittels ei ner unteren Naht (25b ; 26) mit der Funktionsschicht (19) und/oder mit der 830 Innensohle (15) verbunden wird und mindestens die obere (25 ; 25b) der bei den Nähte durch eine durchströmbare Verbindungseinrichtung in Form einer infolge lockeren Nähens oder Nähens mit dehnbarem Garn aufweitbaren Naht gebildet wird. 835.
Description:
Wasserdichtes Schuhwerk und Verfahren zu dessen Herstellung Die Erfindung betrifft Schuhwerk mit einem Schaft, der mit einem Obermaterial und mit einer auf der Innenseite des Obermaterials angeordneten wasserdichten Funktionsschicht aufgebaut ist, wobei ein sohlenseitiger Obermaterialendbereich mit einer Innensohle verbunden und ein sohlenseitiger Funktionsschichtendbe- reich mit einem zu Wasserdichtigkeit führenden Dichtungsmaterial abgedichtet ist.

Ein Beispiel eines derartigen Schuhwerks ist aus der EP 0 298 360 B1 der Anmel- derin bekannt.

Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zur Herstellung derartigen Schuh- werks.

Bei dem Schuhwerk gemäß EP 0 298 360 B1 endet der Obermaterialendbereich in einem vorbestimmten Abstand von einer als Brandsohle dienenden Innensohle, wobei dieser Abstand durch ein von flüssigem Material durchströmbares Netzband überbrückt ist, von dem eine Längsseite an den Obermaterialendbereich und die andere Längsseite an die Brandsohle angenäht ist. Ein sohlenseitiges Funktions- schichtende reicht herab bis zur Brandsohle und ist mit dieser ebenfalls vernäht.

Dieses bekannte Schuhwerk weist eine angespritzte Laufsohle auf. Beim Anspritzen der Laufsohle wird das Netzband von flüssigem Laufsohlenmaterial durchdrungen, wodurch die Außenseite der Funktionsschicht von solchem Laufsohlenmaterial an- geströmt wird, das nach dem Aushärten eine wasserdichte Abdichtung der Funkti- onsschicht in dem Funktionsschichtendbereich bewirkt.

Mit dieser sogenannten Netzbandlösung, die sich sehr gut bewährt hat, ist es ge- lungen, zu einer besonders hohen und zuverlässigen Wasserdichtigkeit von at- mungsaktiven Schuhen zu kommen.

Das Vernähen des Netzbandes an dessen beiden Längsseiten erfordert einen be- stimmten Aufwand mit entsprechender Kostenfolge. Außerdem ist es an Stellen, an denen die Brandsohle einen kleinen Krümmungsradius aufweist, insbesondere bei Kinderschuhen, nicht immer ganz einfach, das Netzband faltenfrei zu vernä- hen.

Die vorliegende Erfindung schafft Schuhwerk, mit dem sich solche Probleme über- winden lassen, das kostengünstig ist, das bei der Herstellung auch an Stellen mit kleinem Krümmungsradius leichter handhabbar ist und das zu guter Wasserdich- tigkeit führt.

Die Erfindung macht Schuhwerk gemäß Anspruch 1 verfügbar, das entsprechend Anspruch 19 hergestellt werden kann. Ausführungsformen des erfindungsgemä- ßen Schuhwerks und des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den abhängigen Ansprüchen gegeben.

Erfindungsgemäßes Schuhwerk umfaßt einen Schaft, der mit einem einen sohlen- seitigen Obermaterialendbereich aufweisenden Obermaterial und mit einer auf der Innenseite des Obermaterials angeordneten, einen sohlenseitigen Funktions- schichtendbereich aufweisenden wasserdichten Funktionsschicht aufgebaut ist.

Außerdem besitzt solches Schuhwerk eine Innensohle und eine den Obermateria- lendbereich mit der Innensohle verbindende Verbindungseinrichtung, die um mindestens einen Teil des Schaftumfangs umlaufend zwischen dem Obermateria- lendbereich und der Innensohle einen derartigen Abstand zuläßt, dass sie von beim Aufbringen flüssigem Dichtungsmaterial durchströmbar ist. Der Funktions- schichtendbereich erstreckt sich bis mindestens in den Bereich der Verbindungs-

einrichtung und ist von bei der Herstellung des Schuhwerks durch die Verbin- dungseinrichtung gelangtem Dichtungsmaterial wasserdicht abgedichtet.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird Schuhwerk der genannten Art da- durch hergestellt, dass der Obermaterialendbereich mit der Innensohle mittels ei- ner um mindestens einen Teil des Schaftumfangs umlaufenden Verbindungsein- richtung in solcher Weise verbunden wird, dass zwischen dem Obermaterialend- bereich und der Innensohle ein von Flüssigkeit durchströmbarer Abstand herstell- bar ist, dass der Funktionsschichtendbereich derart gestaltet wird, dass er sich bis mindestens in den Bereich der Verbindungseinrichtung erstreckt, und dass, wäh- rend der Obermaterialendbereich und die Innensohle über die Verbindungsein- richtung auf einem von Flüssigkeit durchströmbaren Abstand voneinander gehal- ten werden, auf die Außenseite der Verbindungseinrichtung ein im flüssigen Zu- stand befindliches, zu Wasserdichtigkeit führendes Dichtungsmaterial derart auf- gebracht wird, dass es durch die flüssigkeitsdurchlässige Verbindungseinrichtung hindurch den Funktionsschichtendbereich anströmt.

Der Funktionsschichtendbereich wird derart gebildet, dass ein Flächenbereich der Funktionsschicht, nur eine Schnittkante der Funktionsschicht oder beides von dem Dichtungsmaterial angeströmt wird.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist auf der Innenseite der Funktions- schicht ein Futter angeordnet, bei dem es sich entweder um eine separate Futter- schicht oder um eine mit der Funktionsschicht zu einem Laminat verbundene Fut- terschicht handelt.

Bei Ausführungsformen der Erfindung handelt es sich bei der Innensohle um eine Brandsohle oder ein sonstiges Material, das den Schaft an dessen sohlenseitigem Ende verschließt, zum Beispiel eine Zwischensohle oder eine Dichtungsplatte (Gasket).

90 Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die Verbindungseinrichtung durch ei- ne nahtartige oder nahtähnliche Verbindungseinrichtung gebildet.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die Verbindungseinrichtung durch ei- 95 ne aufweitbare Naht gebildet, die entweder locker genäht ist, so dass sie minde- stens in einem gespannten oder gedehnten Zustand von flüssigem Dichtungsma- terial durchströmbar ist, oder die mit einem dehnbaren Garn genäht ist, so dass sich der sohlenseitige Obermaterialendbereich und die Innensohle bei der Herstel- lung des Schuhwerks durch Dehnen des Garns auf einen solchen Abstand vonein- 100 ander bringen lassen, dass durch die gedehnte Naht hindurch flüssiges Dich- tungsmaterial hindurchströmen kann. Bei dem dehnbaren Garn kann es sich um elastisch dehnbares Garn oder um nicht elastisch dehnbares Garn handeln.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird die Verbindungseinrichtung durch 105 eine Strobelnaht gebildet, die entweder locker genäht ist oder mit dehnbarem Garn genäht ist. Es eignen sich aber auch andere Nahttypen, beispielsweise eine Steppnaht oder eine Kreuznaht, die locker genäht oder mit dehnbarem Garn ge- näht sind.

110 Eine erfindungsgemäße Verbindungseinrichtung muß aber nicht durch eine Näh- naht gebildet sein. Es eignen sich auch andersartige Verbindungseinrichtungen, solange sie nur eine von flüssigem Material durchströmbare Verbindung zwischen dem Obermaterial und der Innensohle bilden. Beispiele für nicht genähte, für die Erfindung geeignete Verbindungseinrichtungen sind Klebefäden oder Klebestrei- 115 fen, die am Obermaterial und an der Innensohle angeklebt werden, Schlaufen oder Einzelringe, die mit dem Obermaterial und mit der Innensohle verbunden werden, oder Heftklammer artige Verbindungselemente, die mit dem Obermateri- al und mit der Innensohle verbunden werden.

120 Bei Schuhwerk mit einer erfindungsgemäßen Verbindungseinrichtung in Form ei- ner Naht ist im Bereich der Verbindung zwischen Obermaterial und Innensohle nur noch eine einzige Verbindungsnaht erforderlich, die außerdem völlig unpro- blematisch auch an solchen Stellen ist, an welchen die Innensohle einen kleinen Krümmungsradius aufweist. Alles, was gegenüber Schuhwerk mit herkömmlicher 125 Naht, wie es beispielsweise in Fig. 1 der bereits genannten EP 0 298 360 B1 ge- zeigt ist, erforderlich ist, ist die Naht so zu gestalten, dass sie von flüssigem Mate- rial durchströmbar ist, d. h., einen Abstand zwischen dem Obermaterial und der Innensohle aufweist oder (beispielsweise durch Dehnen) zuläßt, durch den hin- durch eine im Bereich der Verbindungseinrichtung befindliche Zone der Funkti- 130 onsschicht mit flüssigem Dichtungsmaterial anströmbar und dadurch mit dem Dichtungsmaterial abdichtbar ist.

Bei einer erfindungsgemäßen Verbindungseinrichtung in Form einer genähten Naht bedeutet dies, dass die für die Herstellung dieser Naht verwendete Nähma- 135 schine lediglich so eingestellt zu werden braucht, dass sie eine von flüssigem Ma- terial durchströmbare Naht erzeugt, oder dass mit einer herkömmlichen und her- kömmlich eingestellten Nähmaschine dehnbares Garn vernäht und dieses beim Aufbringen von flüssigem Dichtungsmaterial derart gedehnt wird, dass die ge- nannte Zone der Funktionsschicht von dem flüssigen Dichtungsmaterial durch die 140 gedehnte Naht hindurch anströmbar ist.

Eine erfindungsgemäße Naht bedeutet demnach keinen höheren Aufwand, als der für eine herkömmliche Naht, beispielsweise für das in Fig. 1 der genannten EP 0 298 360 B1 gezeigte Schuhwerk des Standes der Technik, erforderlich ist. Die Ar- 145 beitskosten für die Herstellung einer erfindungsgemäßen Naht sind somit nicht höher als bei der Herstellung der Naht von Schuhwerk des genannten Standes der Technik.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist der sohlenseitige Funktionsschich- 150 tendbereich mit der Innensohle verklebt ist.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist zusätzlich zu der Verbindungseinrich- tung eine im wesentlichen nicht aufweitbare Festnaht vorgesehen, mittels welcher der sohlenseitige Funktionsschichtendbereich mit der Innensohle, jedoch nicht mit 155 dem sohlenseitigen Obermaterialendbereich verbunden ist.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung ist die Festnaht durch eine Strobelnaht gebildet.

160 Bei einer Ausführungsform der Erfindung endet das Obermaterial in einem vorbe- stimmten Abstand oberhalb der Innensohle, ist der Abstand zwischen Obermateri- al und Innensohle durch einen für Dichtungsmaterial oder flüssiges Sohlenmaterial undurchlässigen Materialstreifen überbrückt ist, ist der Materialstreifen mittels ei- ner oberen Naht mit dem Obermaterial und mittels einer unteren Naht mit der 165 Funktionsschicht und/oder mit der Innensohle verbunden und bildet mindestens die obere der beiden Nähte eine durchströmbare Verbindungseinrichtung in Form einer infolge lockeren Nähens oder Nähens mit dehnbarem Garn aufweitbaren Naht.

170 Bei dem Dichtungsmaterial kann es sich entweder um Sohlenmaterial, insbeson- dere Laufsohlenmaterial einer angespritzten Laufsohle, oder um einen beim Auf- bringen flüssigen oder nach dem Aufbringen durch Aktivieren verflüssigbaren Dichtklebstoff handeln. Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird als Dicht- klebstoff ein Reaktivschmelzklebstoff verwendet, der im ausreagierten Zustand zu 175 besonders hoher und dauerhafter Wasserdichtigkeit der Dichtstelle führt.

Reaktivschmelzklebstoff hat einerseits im flüssigen Zustand vor dem Ausreagieren eine besonders hohe Kriechfähigkeit und führt andererseits im ausregierten Zu- stand zu einer besonders hohen und dauerhaften Wasserdichtigkeit. Der Reaktiv- iso schmelzklebstoff läßt sich mit sehr einfachen Mitteln aufbringen, zum Beispiel auf- streichen, aufsprühen oder in Form eines Klebstoffstreifens oder einer Kleb- stoffraupe aufbringen, wobei sich der Reaktivschmelzklebstoff durch Erwärmung klebefähig machen und dadurch im abzudichtenden Bereich fixieren läßt, bevor das Ausreagieren und die damit einhergehende dauerhafte Verklebung mit der 185 Funktionsschicht beginnt.

Die Verklebung des Reaktivschmelzklebstoffs oder sonstigen Dichtungsmaterials mit der Funktionsschicht wird besonders innig, wenn man den Reaktivschmelz- klebstoff oder das sonstige Dichtungsmaterial nach dem Auftragen auf das Verbin- 190 dungsband mechanisch gegen die Funktionsschicht drückt. Hierzu eignet sich vorzugsweise eine Anpreßvorrichtung, z. B. in Form eines Anpreßkissens, mit einer durch den Reaktivschmelzklebstoff oder das sonstige Dichtungsmaterial nicht be- netzbaren und daher mit dem Reaktivschmelzklebstoff oder das sonstige Dich- tungsmaterial nicht verklebenden, glatten Materialoberfläche, beispielsweise aus 195 nichtporösem Polyterafluorethylen (auch unter der Handelsbezeichnung Teflon bekannt), Silikon oder PE (Polyethylen). Vorzugsweise verwendet man hierzu ein Anpreßkissen, beispielsweise in Form eines Gummikissens oder Luftkissens, dessen Anpreßoberfläche mit einer Folie aus einem der genannten Materialien, beispiels- weise nicht-porösem Polytetrafluorethylen, überzogen ist, oder man ordnet vor 200 dem Anpreßvorgang zwischen dem mit dem Reaktivschmelzklebstoff oder dem sonstigen Dichtungsmaterial versehenen Sohlenaufbau und dem Anpreßkissen ei- ne derartige Folie an.

Vorzugsweise wird ein mittels Feuchtigkeit aushärtbarer Reaktivschmelzklebstoff 205 verwendet, der auf den zu klebenden Bereich aufgetragen und zum Ausreagieren Feuchtigkeit ausgesetzt wird. Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird ein thermisch aktivierbarer und mittels Feuchtigkeit aushärtbarer Reaktivschmelzkleb- stoff verwendet, der thermisch aktiviert, auf den zu klebenden Bereich aufgetragen und zum Ausreagieren Feuchtigkeit ausgesetzt wird.

210 Als Reaktivschmelzklebstoffe werden Klebstoffe bezeichnet, die vor ihrer Aktivie- rung aus relativ kurzen Molekülketten mit einem mittleren Molekulargewicht im Bereich von etwa 3000 bis etwa 5000 g/mol bestehen, nichtklebend sind und, gegebenenfalls nach thermischem Aktivieren, in einen Reaktionszustand gebracht 215 werden, in welchem die relativ kurzen Molekülketten zu langen Molekülketten vernetzen und dabei aushärten, und zwar vorwiegend in feuchter Atmosphäre. In dem Reaktions-oder Aushärtezeitraum sind sie klebefähig. Nach dem vernetzen- den Aushärten können sie nicht wieder aktiviert werden. Beim Ausreagieren kommt es zu dreidimensionaler Vernetzung von Molokülketten. Die dreidimensio- 220 nale Vernetzung führt zu einem besonders starken Schutz vor dem Eindringen von Wasser in den Klebstoff.

Für den erfindungsgemäßen Zweck geeignet sind z. B. Polyurethan-Reaktiv- schmelzklebstoffe, Harze, aromatische Kohlenwasserstoff-Harze, aliphatische Koh- 225 lenwasserstoff-Harze und Kondensationsharze, z. B. in Form von Epoxyharz.

Besonders bevorzugt werden Polyurethan-Reaktivschmelzklebstoffe, im folgenden PU-Reaktivschmelzklebstoffe genannt.

230 Bei einer praktischen Ausführungsform erfindungsgemäßen Schuhwerks wird ein PU-Reaktivschmelzklebstoff verwendet, der unter der Bezeichnung IPATHERM S 14/242 von der Firma H. P. Fuller in Wels, Österreich, erhältlich ist. Bei einer ande- ren Ausführungsform der Erfindung wird ein PU-Reaktivschmelzklebstoff verwen- det, der unter der Bezeichnung Macroplast QR 6202 von der Firma Henkel AG, 235 Düsseldorf, Deutschland, erhältlich ist.

Bei einer Ausführungsform, bei welcher die erfindungsgemäße Verbindungsein- richtung durch eine Nähnaht gebildet wird, wird monofiles Nähgarn verwendet, das einen gegenüber multifile Nähgarn vergleichsweise kleinen Garndurchmes- 240 ser aufweist, so dass mehr Fläche der im Bereich der Verbindungseinrichtung be- findlichen Funktionsschichtzone von flüssigem Dichtmaterial angeströmt wird als bei multifile Nähgarn mit einem größeren Garndurchmesser. Außerdem fällt bei monofilem Nähgarn das bei multifile Nähgarn bestehende Risiko weg, dass Wasser in Folge von Kapillarwirkung entlang des Nähgarns geleitet wird.

245 Nähmaschinen, mittels welchen eine erfindungsgemäße Verbindungsnaht durch lockeres Nähen herstellbar ist, sind unter der Bezeichnung Strobelmaschinen von der Firma Strobel in München, Deutschland, erhältlich.

250 Monofiles Nähgarn, das für die Herstellung einer erfindungsgemäßen Verbin- dungseinrichtung gut eignet, ist unter der Bezeichnung Transfil von der Firma Amann & Söhne GmbH & Co. KG, D-74357 Bönnigheim, Deutschland erhältlich.

Als dehnbares Garn für eine erfindungsgemäße Verbindungseinrichtung eignet sich ein von der genannten Firma Amann unter der Bezeichnung Serafil 40/3 er- 255 hältlicher Faden, der eine nicht zerstörende Dehnbarkeit von 25 % aufweist.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird eine Funktionsschicht, die nicht nur wasserundurchlässig sondern auch wasserdampfdurchlässig ist, verwendet. Dies ermöglicht die Herstellung von wasserdichten Schuhen, die trotz Wasserdichtigkeit 260 atmungsaktiv bleiben.

Geeignete Materialien für die wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktions- schicht sind insbesondere Polyurethan, Polypropylen und Polyester, einschließlich Polyetherester und deren Laminate, wie sie in den Druckschriften US-A-4,725, 418 265 und US-A-4,493, 870 beschrieben sind. Besonders bevorzugt wird jedoch ge- recktes mikroporöses Polytetrafluorethylen (ePTFE), wie es beispielsweise in den Druckschriften US-A-3,953, 566 sowie US-A-4,187, 390 beschrieben ist, und ge- recktes Polytetrafluorethylen, welches mit hydrophilen Imprägniermitteln und/oder hydrophilen Schichten versehen ist ; siehe beispielsweise die Druckschrift 270 US-A-4,194, 041. Unter einer mikroporösen Funktionsschicht wird eine Funktions- schicht verstanden, deren durchschnittliche Porengröße zwischen etwa 0,2 m und etwa 0,3 m liegt.

Die Porengröße kann mit dem Coulter Porometer (Markenname) gemessen wer- 275 den, das von der Coulter Electronics, Inc., Hialeath, Florida, USA, hergestellt wird.

Als"wasserdicht"wird eine Funktionsschicht angesehen, gegebenenfalls ein- schließlich an der Funktionsschicht vorgesehener Nähte, wenn sie einen Was- sereingangsdruck von mindestens 1 x104 Pa gewährleistet. Vorzugsweise gewähr- 280 leistet das Funktionsschichtmaterial einen Wassereingangsdruck von über 1x105 Pa. Dabei ist der Wassereingangsdruck nach einem Testverfahren zu messen, bei dem destilliertes Wasser bei 202°C auf eine Probe von 100 cm2 der Funktions- schicht mit ansteigendem Druck aufgebracht wird. Der Druckanstieg des Wassers beträgt 603 cm Ws je Minute. Der Wassereingangsdruck entspricht dann dem 285 Druck, bei dem erstmals Wasser auf der anderen Seite der Probe erscheint. Details der Vorge hensweise sind in der ISO-Norm 0811 aus dem Jahre 1981 vorgege- ben.

Als"wasserdampfdurchlässig"wird eine Funktionsschicht dann angesehen, wenn 290 sie eine Wasserdampfdurchlässigkeitszahl Ret von unter 150 m2xPaxW-1 aufweist.

Die Wasserdampfdurchlässigkeit wird nach dem Hohenstein-Hautmodell getestet.

Diese Testmethode wird in der DIN EN 31092 (02/94) bzw. ISO 11092 (1993) beschrieben.

295 Ob ein Schuh wasserdicht ist, kann z. B. mit einer Zentrifugenanordnung der in der US-A-5 329 807 beschriebenen Art getestet werden.

Verwendet man als Funktionsschicht ePTFE, kann der Reaktivschmelzklebstoff während des Klebvorgangs in die Poren dieser Funktionsschicht eindringen, was 300 zu einer mechanischen Verankerung des Reaktivschmelzklebstoffs in dieser Funkti- onsschicht führt. Die aus ePTFE bestehende Funktionsschicht kann auf der Seite, mit welcher sie bei dem Klebevorgang mit dem Reaktivschmelzklebstoff in Berüh- rung kommt, mit einer dünnen Polyurethan-Schicht versehen sein. Bei Verwen- dung von PU-Reaktivschmelzklebstoff in Verbindung mit einer solchen Funktions- 305 schicht kommt es nicht nur zur mechanischen Verbindung sondern zusätzlich auch zu einer chemischen Verbindung zwischen dem PU-Reaktivschmelzklebstoff und der PU-Schicht auf der Funktionsschicht. Dies führt zu einer besonders inni- gen Verklebung zwischen der Funktionsschicht und dem Reaktivschmelzklebstoff, so dass eine besonders dauerhafte Wasserdichtigkeit gewährleistet ist.

310 Die Erstreckung des sohlenseitigen Funktionsschichtendes relativ zu dem sohlen- seitigen Obermaterialende und/oder der Innensohle kann den Anforderungen des jeweiligen speziellen Schuhwerks angepaßt werden. Für das Funktionieren der Er- findung erforderlich ist lediglich, dass sich das sohlenseitige Funktionsschichtende 315 mindestens bis in den Bereich der Verbindungseinrichtung erstreckt, so dass durch die Verbindungseinrichtung hindurchströmendes Dichtungsmaterial auf die Funk- tionsschicht auftreffen und diese abdichten kann.

Der Mindestabstand, den die Verbindungseinrichtung während des Aufbringens 320 von flüssigem Dichtungsmaterial aufweisen oder zulassen soll, hängt von der Vis- kosität des flüssigen Dichtungsmaterials und von dem Druck, mit welchem das flüssige Dichtungsmaterial aufgebracht wird, ab. Je geringer die Viskosität und je höher der Druck, um so geringer kann dieser Abstand sein. Bei Ausführungsformen der Erfindung liegt der Abstand zwischen Obermaterialende und Innensohle, den 325 die Verbindungseinrichtung aufweist oder zuläßt, im Bereich von etwa 1/10 mm bis etwa 12 mm. Bei praktischen Ausführungsformen liegt der Abstand zwischen Obermaterialende und Innensohle im Bereich von 1 mm bis 6 mm, in einem enger spezifizierten Fall zwischen 1 mm und 4 mm. Bei Dichtungsmaterial, das im flüssi- gen Zustand eine besonders niedrige Viskosität aufweist und das mit relativ hohem 330 Druck aufgespritzt wird, kann ein Abstand der Verbindungseinheit ausreichen, der unterhalb von 2 mm liegt und sich beispielsweise im Bereich von 0,1 mm bis 1 mm befindet. Da die Anströmung einer relativ kleinen Fläche der Funktionsschicht schon ausreichen kann, um diese mit dem Dichtungsmaterial abzudichten, braucht der Abstand, welchen die Verbindungseinrichtung aufweist oder zuläßt, 335 bei vielen praktischen Ausführungsformen nicht sehr viel mehr als 2 mm zu sein.

Ein wesentlich größerer Abstand, beispielsweise im Bereich von 4 bis 5 mm oder höher, wird allenfalls dann wünschenswert sein, wenn mit geringem Druck Dich- tungsmaterial aufgebracht wird, das im flüssigen Zustand eine vergleichsweise ho- he Viskosität aufweist.

340 Als Schaftobermaterial sind beispielsweise Leder oder textile Flächengebilde geeig- net. Bei den textilen Flächengebilden kann es sich beispielsweise um Gewebe, Ge- stricke, Gewirke, Vlies oder Filz handeln. Diese textilen Flächengebilde können aus Naturfasern, beispielsweise aus Baumwolle oder Viskose, aus Kunstfasern, bei- 345 spielsweise aus Polyestern, Polyamiden, Polypropylenen oder Polyolefinen, oder aus Mischungen von wenigstens zwei solcher Materialien hergestellt sein.

Bei Verwendung einer Funktionsschicht ist normalerweise auf der Innenseite ein Futtermaterial angeordnet. Als Futtermaterial, das mit der Funktionsschicht häufig 350 zu einem Funktionsschichtlaminat verbunden wird, eignen sich die gleichen Ma- terialien, wie sie vorausgehend für textiles Schaftobermaterial angegeben sind. Das Funktionsschichtlaminat kann auch mehr als zwei Schichten aufweisen, wobei sich auf der von der Futterschicht abliegenden Seite der Funktionsschicht eine textile Abseite befinden kann.

355 Die Laufsohle erfindungsgemäßen Schuhwerks kann aus wasserdichtem Material wie z. B. Gummi oder Kunststoff, beispielsweise Polyurethan, bestehen oder aus nicht-wasserdichtem, jedoch atmungsaktivem Material wie insbesondere Leder, aus mit Gummi oder Kunststoffintarsien versehenem Leder oder aus mit Lederin- 360 tarsien versehenem Gummi-oder Kunststoff. Im Fall nicht-wasserdichten Lauf- sohlenmaterials kann die Laufsohle dadurch wasserdicht gemacht werden, bei Aufrechterhaltung der Atmungsaktivität, dass sie mindestens an Stellen, an denen der Sohlenaufbau nicht schon durch andere Maßnahmen wasserdicht gemacht worden ist, mit einer wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht 365 versehen wird.

Im Fall einer angespritzten Sohle, beispielsweise Laufsohle, als Dichtungsmaterial kann diese beispielsweise aus Polyurethan (PU) bestehen.

370 Die Brandsohle erfindungsgemäßen Schuhwerks kann aus Viskose, Vlies, z. B. Poly- estervlies, dem Schmelzfasern zugesetzt sein können, Leder oder verklebten Le- derfasern bestehen. Eine Brandsohle ist unter der Bezeichnung Texon Brandsohle der Texon Mockmuhl GmbH in Mockmuhl, Deutschland, erhältlich. Brandsohlen aus solchen Materialien sind wasserdurchlässig. Eine Brandsohle aus solchem oder 375 weiterem Material kann dadurch wasserdicht gemacht werden, dass auf einer ihrer Oberflächen oder in ihrem Inneren eine Schicht aus wasserdichtem Material ange- ordnet wird. Zu diesem Zweck kann z. B. eine Folie mit Kappenstoff V25 der Firma Rhenoflex in Ludwigshafen, Deutschland, aufgebügelt werden. Soll die Brandsohle nicht nur wasserdicht sondern auch wasserdampfdurchlässig sein, wird sie mit ei- 380 ner wasserdichten, wasserdampfdurchlässigen Funktionsschicht versehen, die vor- zugsweise mit ePTFE (expandiertem, mikroporösem Polytetrafluorethylen) aufge- baut ist. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Laminat, das eine wasserdichte, wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht enthält und unter der Handelsbezeich- nung TOP DRY von der W. L. Gore & Associates GmbH, Putzbrunn, Deutschland, 385 erhältlich ist.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, derartiges Laminat (TOP DRY) auf die Brandsohle aufzukleben, wodurch der Schaft schon vor dem Aufbringen einer Laufsohle wasserdicht gemacht wird.

390 Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsformen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen als stark schematisierte, nicht maßstabsgerechte Darstellun- gen eines Teils eines Schuhs, beispielsweise im Vorderfußbereich des Schuhs : 395 Fig. 1 eine Schnittdarstellung einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Schuhs, bevor dieser auf einen Leisten aufgespannt wird ; 400 Fig. 2 eine Schnittdarstellung wie in Fig. 1, jedoch nachdem der Schuh auf einen Leisten aufgespannt worden ist ; Fig. 3 eine Darstellung entsprechend Fig. 2, jedoch nach dem Aufbringen von Dichtungsmaterial in Form eines Klebstoffes ; 405 Fig. 4 eine Darstellung entsprechend Fig. 2, jedoch nach dem Anspritzen einer Sohle als Dichtungsmaterial ; Fig. 5 eine Schnittdarstellung einer zweiten Ausführungsform eines 410 erfindungsgemäß ausgebildeten Schuhs, nachdem eine erste Naht erzeugt worden ist und bevor dieser Schuh auf einen Leisten aufgespannt wird ; Fig. 6 eine Schnittdarstellung wie in Fig. 5, jedoch nachdem der Schuh 415 ein erstes Mal auf einen Leisten aufgespannt worden ist ; Fig. 7 eine Schnittdarstellung wie in Fig. 5, jedoch nachdem der Schuh wieder vom Leisten genommen und eine zweite Naht erzeugt worden ist ; 420 Fig. 8 eine Schnittdarstellung wie in Fig. 6, jedoch nachdem der Schuh ein zweites Mal auf einen Leisten aufgespannt worden ist ; Fig. 9 eine Schnittdarstellung einer dritten Ausführungsform eines 425 erfindungsgemäß ausgebildeten Schuhs, nachdem dieser auf einen Leisten aufgespannt worden ist ; und Fig. 10 eine Schnittdarstellung einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Schuhs, nachdem dieser auf einen 430 Leisten aufgespannt worden ist.

Sämtliche Figuren zeigen eine stark schematisierte Schnittansicht je eines Teils ei- nes noch nicht vollständigen Schuhs bei einem Querschnitt im Vorderfußbereich.

435 Bei allen Ausführungsformen sind in den Figuren Herstellungphasen, bevor der Schuh auf einen Leisten aufgespannt ist, und Herstellungphasen, nachdem der Schuh auf einen Leisten aufgespannt worden ist, gezeigt. Wenn hier von Schuh gesprochen wird, dann obwohl dieser Schuh noch nicht ganz fertig gestellt ist, da ihm, mit Ausnahme bei der Darstellung in Fig. 4, mindestens noch die Laufsohle 440 fehlt. Wenn es sich bei der in den Figuren gezeigten Innensohle um eine Brand- sohle handelt, wird die Laufsohle an dieser angebracht, entweder durch Ankleben oder durch Anspritzen einer Laufsohle.

Die Figuren 1 bis 4 zeigen eine erste Ausführungsform der Erfindung, bei welcher 445 an der Verbindungseinrichtung eine einzige Naht beteiligt ist. Figuren 3 und 4 dieser Ausführungsformen zeigen zwei verschiedene Varianten dieser Ausfüh- rungsform, wobei im Fall der Fig. 3 das Abdichten der Funktionsschicht mittels ei- nes Dichtungsmaterials erfolgt, während im Fall der Fig. 4 die Abdichtung mittels Materials einer angespritzten Sohle erfolgt. Die Figuren 5 bis 10 zeigen drei weite- 450 re Ausführungsformen der Erfindung, bei welchen im Bereich der Verbindungsein- richtung zwei Nähte verwendet werden. Bei der Ausführungsform der Figuren 7 und 8 ist, wie bei allen vorausgehenden Ausführungsformen, das untere Ende des Obermaterials mit einer Innensohle über eine locker genähte oder eine dehnbare der beiden Nähte verbunden. Bei den in den Figuren 9 und 10 gezeigten Ausfüh- 455 rungsformen befindet sich zwischen zwei Nähten ein Materialstreifen, der mittels einer der beiden Nähte an das untere Ende des Obermaterials und mittels der an- deren der beiden Nähte an der Innensohle befestigt ist. Bei der Ausführungsform der Figur 9 ist die untere Naht fest und ist die obere Naht locker oder dehnbar ge- näht. Bei der Ausführungsform der Figur 10 sind beide Nähte locker oder dehnbar 460 genäht.

Die Figuren 1 bis 4 zeigen Schnittansichten eines Schuhs 11 gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung mit einem Schaft 13 und einer Innensohle 15, bei der es sich beispielsweise um eine Brandsohle 15 handelt. Der Schaft 13 umfasst 465 ein Obermaterial 17, eine wasserdichte Funktionsschicht 19 und eine Textilschicht 21, bei der es sich beispielsweise um ein Futter-Textil handelt. Die Funktions- schicht 19 befindet sich zwischen dem Obermaterial 17 und der Textilschicht 21.

Bei der in den Figuren gezeigten Ausführungsform sind die Funktionsschicht 19 und die Textilschicht 21 an einem sohlenseitigen Funktionsschichtende 23 mittels 470 einer Stretch-Naht 24 miteinander verbunden. Bei einer nicht gezeigten anderen Ausführungsform eines derartigen Schuhs 11 bilden die Funktionsschicht 19 und die Textilschicht 21 Teile eines Funktionsschicht-Laminates, wobei die Stretch- Naht 24 entfallen kann. Bei der dargestellten Ausführungsform wird die erfin- dungsgemäße Verbindungseinrichtung durch eine locker genähte Strobelnaht 25 475 gebildet, die ein sohlenseitiges Obermaterialende 27 mit der Brandsohle 15 ver- bindet. Bei der dargestellten Ausführungsform verläuft das sohlenseitige Oberma- terialende 27 senkrecht zur Brandsohle 15, während das sohlenseitige Funktions- schichtende 23 und ein unteres sohlenseitiges Textilschichtende 29 derart abge- winkelt sind, dass sie sich parallel zur Brandsohle 15 erstrecken. Dies ist allerdings 480 für die Erfindung keine Voraussetzung. Bei einer nicht dargestellten anderen Aus- führungsformen erstrecken sich auch das sohlenseitige Textilschichtende 29 und das Funktionsschichtende 23 senkrecht zur Brandsohle 15.

In Fig. 1 ist eine Herstellungsphase gezeigt, bevor der mit der Brandsohle 15 ver- 485 schlossen Schaft 13 über einen Leisten 31 gespannt wird. Figur 2 zeigt eine Her- stellungsphase, nachdem der Schaft 13 über den Leisten 31 gespannt worden ist.

Ein Vergleich der beiden Figuren 1 und 2 zeigt, dass die locker genähte Strobe- naht 25 derart nachgiebig ist, dass beim Spannen des Schaftes 13 über den Lei- sten 31 ein Abstand oder Spalt 33 zwischen dem sohlenseitigen Obermaterialende 490 27 und der Brandsohle 15 entstehen kann. Wie ein Vergleich der beiden Figuren 1 und 2 außerdem zeigt, sind die unteren Enden 23 und 29 von Funktionsschicht 19 und Textilschicht 21 derart gestaltet, dass sie sich beim Spannen des Schaftes 13 über den Leisten 31 bis herab zur Brandsohle 15 drängen lassen, sodass im Bereich des Spaltes 33 auf der Außenseite der Funktionsschicht 19 eine Funktionsschicht- 495 freizone 35 entsteht, in welcher die Funktionsschicht 19 durch den Spalt 33 hin- durch mit flüssigem Dichtungsmaterial 37 anströmbar ist, das zu einer wasser- dichten Abdichtung der Funktionsschicht 19 der Funktionsschichtfreizone 35 führt. soo In den Figuren 3 und 4 sind Herstellungsphasen dieser Ausführungsform gezeigt, die an die in Fig. 2 gezeigte Herstellungsphase anschließen und sich von dieser darin unterscheiden, dass im Bereich der Funktionsschichtfreizone 35 Dichtungs- material aufgebracht worden ist.

505 Fig. 3 zeigt eine Variante dieser Ausführungsform, bei welcher Dichtungsmaterial in Form von flüssigem Kunststoff oder Klebstoff 37 im Bereich der gedehnten und damit für Flüssigkeit durchlässigen Strobelnaht 25 mit solcher Viskosität und mit solchem Druck aufgebracht worden ist, dass der Klebstoffes 37 die Funktions- schichtfreizone 35 anströmen und abdichten kann. Bei einer Ausführungsform der 510 Erfindung wird der Klebstoff 37 durch einen in ausreagierten Zustand zu Wasser- dichtigkeit führenden Reaktivschmelzklebstoff gebildet.

Das im Fall der Fig. 3 nur im Bereich des Spaltes 33 aufgebrachte Dichtungsmate- rial kann auch ein flächiges Dichtungsmaterial sein, das streifenförmig aus einem 515 plattenartigen Klebstoffmaterial ausgeschnitten ist, und das von außen auf den Spalt 33 aufgelegt und mit Aktivierungsenergie, beispielsweise Wärmeenergie, in einen flüssigen und klebefähigen Zustand gebracht wird. Zur besseren Benetzung der Funktionsschichtfreizone 35 mit dem verflüssigten Klebstoff kann in bereits er- wähnter Weise eine Anpresseinrichtung, die vorzugsweise aus einem von dem 520 flüssigen Klebstoff nicht benetzbaren Material besteht oder mit solchem Material beschichtet ist, verwendet werden, um sicher zu stellen, dass der verflüssigte Kleb- stoff 37 in ausreichend innigen Kontakt mit der Funktionsschicht 19 gelangt.

Fig. 4 zeigt eine Variante dieser Ausführungsform, bei welcher das Dichtungsma- 525 terial durch Sohlenkunststoff einer angespritzten Sohle 39 gebildet wird, wobei es sich bei der Sohle 39 um eine angespritzte Laufsohle handelt oder um eine ange- spritzte Sohle, die nicht selber als Laufsohle dient sondern als Träger für eine Lauf- sohle, welche an der Sohle 39 befestigt wird, beispielsweise durch Ankleben oder Annähen. Dabei ist die Sohle 39 schalenförmig ausgebildet und mit einer derart 530 hohen Seitenwand 41 angespritzt, dass sowohl die Strobelnaht 25 als auch die Funktionsschichtfreizone 35 von Sohlematerial abgedeckt sind. Das beim Ansprit- zen flüssige Sohlenmaterial wird unter derartigem Druck angespritzt, dass minde- stens ein Teil der Funktionsschichtfreizone 35 von dem flüssigen Sohlenmaterial angeströmt und damit wasserdicht abgedichtet wird.

535 Um eine Abdichtung der Funktionsschicht 19 im sohlenseitigen Endbereiche 23 zu erhalten, ist es weder erforderlich, dass sich die Funktionsschichtfreizone 35 über den gesamten Spalt 33 erstreckt, noch ist es erforderlich, dass sich das sohlenseiti- ge Funktionsschichtende 23 über den Spalt 33 hinaus erstreckt. Zur Erzielung ei- 540 ner ausreichenden Abdichtung der Funktionsschicht 19 reicht es aus, dass sich das Funktionsschichtende 23 bis in den Spalt 33 hinein erstreckt. Es reicht bereits aus, wenn sich das unteres Funktionsschichtende 23 nur so weit in den Spalt 33 hinein erstreckt, dass sich eine Schnittkante des unteren Funktionsschichtendes den 23 innerhalb des Spaltes 33 befindet, sodass diese Schnittkante von Dichtungsmateri- 545 al angeströmt und umströmt werden kann.

Es wird nun anhand der Figuren 6 bis 8 eine zweite Ausführungsform der Erfin- dung betrachtet. Soweit hinsichtlich einer Komponentenübereinstimmung mit der in den Figuren 1 bis 4 gezeigten Ausführungsform besteht, werden die gleichen 550 Bezugszeichen verwendet und kann auf die vorausgehenden Erläuterungen im Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform Bezug genommen werden.

Die zweite Ausführungsform gemäß den Figuren 5 bis 8 unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform im Wesentlichen dadurch, dass im Übergangsbereich 555 zwischen Schaft 13 und Innensohle 15 zwei Nähte verwendet werden, nämlich ei- ne Festnaht 26, mittels welcher die sohlenseitigen Enden der Funktionsschicht 19 und der Textilschicht 21 mit dem Rand der Innensohle 15, bei der es sich bei- spielsweise um eine Brandsohle handelt, verbunden sind. Die Festnaht 26 ist nicht oder nur unwesentlich dehnbar. Beispielsweise handelt es sich dabei um eine 560 Strobelnaht.

Eine Herstellungsphase, nachdem die Festnaht 26 gebildet worden ist, zeigt Figur 5. Ein sohlenseitiger Endbereich 43 des Obermaterials 17 ist von der Funktions- schicht 19 und der Innensohle 15 weggeklappt, um Zugang zum Nähen der Fest- 565 naht 26 zu haben.

Figur 6 zeigt eine Darstellung, bei welcher der bis zu dem gezeigten Herstellungs- stadium fertiggestellte Schuh auf einen Leisten 31 aufgespannt oder eingeleistet worden ist. Ein Vergleich der Figuren 5 und 6 zeigt, dass die Festnaht 26 nur un- 570 wesentlich nachgegeben hat. Die Darstellung der Figur 6 ist lediglich von demon- strativer Art. In diesem Herstellungsstadium des Schuhs wird der Leisten 31 an sich noch nicht benötigt. Vielmehr kann unmittelbar im Anschluss an das in Figur 5 gezeigte Herstellungsstadium gemäß Figur 7 der sohlenseitige Endbereich 43 des Obermaterials 17 wieder herabgeklappt werden, sodass er an der Außenseite der 575 Funktionsschicht 19 anliegt. Danach wird in gleicher Weise wie bei der ersten Aus- führungsform der Figuren 1 bis 4 eine Lockernaht in Form einer locker genähten und/oder dehnbaren Strobelnaht 25 erzeugt, mittels welcher das sohlenseitige Ende des Obermaterials 17 mit der Funktionsschicht 19 und der Innensohle 15 vernäht wird. In dem damit erreichten Herstellungsstadium wird der Schuh gemäß 580 Figur 8 auf einen Leisten 31 aufgespannt, wodurch es zu einer Dehnung der Stro- belnaht 25, nicht jedoch der Festnaht 26 kommt. Dadurch entsteht genauso, wie es bereits im Zusammenhang mit Figur 2 für die erste Ausführungsform erläutert worden ist, zwischen dem unteren Ende des Obermaterials 17 und der Innensohle 15 ein Spalt 33, der eine Funktionsschichtfreizone 35 freilegt. Die weiteren Schritte 585 sind dann genauso wie im Zusammenhang mit Figuren 3 und 4 erläutert. Durch den Spalt 33 hindurch wird entweder ein Dichtungsmaterial 37 auf die Funktions- schichtfreizone 35 aufgebracht oder beim Anspritzen einer Sohle dringt das dann flüssige Sohlenmaterial durch den Spalt 33 hindurch bis zur Funktionsschichtfrei- zone 35 vor, sodass die Funktionsschicht dort abgedichtet wird.

590 Es gibt Schuhwerk, bei welchen das sohlenseitige untere Ende des Obermaterials 17 in einem Abstand oberhalb der Innensohle endet und dieser Abstand durch ei- nen undurchlässigen Materialstreifen überbrückt wird. In den Figuren 9 und 10 sind für derartiges Schuhwerk zwei Ausführungsformen mit erfindungsgemäßer 595 Verbindungseinrichtung gezeigt.

Figur 9 zeigt eine derartige Ausführungsform mit einem Materialstreifen 45, des- sen oberes Ende mittels einer Lockernaht 25 am sohlenseitigen unteren Ende des Obermaterials 17 und dessen unterem Ende über eine Festnaht 26 mit dem soh- 600 lenseitigen unteren Ende der Funktionsschicht 19, der Textilschicht 21 und mit dem Rand der Innensohle 15 vernäht ist. Bei der Lockernaht 25 handelt es sich wieder um eine Naht, bei der dargestellten Ausführungsform eine Strobelnaht, die locker genäht und/oder mit dehnbarem Garn genäht ist, sodass sie auf Zugbela- stung hin nachgibt. Bei der Festnaht 26 handelt es sich wieder um eine Naht, bei 605 der dargestellten Ausführungsform um eine Strobelnaht, die bei Zugbelastung nicht oder nur unwesentlich nachgibt.

Figur 9 zeigt ein Herstellungsstadium, nachdem beide Nähte 25 und 26 hergestellt worden sind und der Schuh in dem dann erreichten Herstellungsstadium auf einen 610 Leisten 31 aufgespannt worden ist. Die Festnaht 26 gibt im Wesentlichen nicht nach, während die Lockernaht 25 aufgrund der durch das Einleiten ausgeübten Zugkraft soweit nachgibt, dass zwischen dem unteren Ende des Obermaterials 17 und dem oberen Ende des Materialstreifens 45 ein Spalt 33 entsteht, in dessen Bereich eine Funktionsschichtfreizone 35 entsteht. In gleicher Weise, wie sie im 615 Zusammenhang mit den Figuren 3 und 4 erläutert worden ist, kann dann Dich- tungsmaterial durch den Spalt 33 hindurch zur Funktionsschichtfreizone 35 gelan- gen, um diese abzudichten, wobei es sich wieder um reines Dichtungsmaterial oder um dichtend wirkendes Sohlenmaterial handeln kann.

620 Figur 10 zeigt eine vierte Ausführungsform, die der in Figur 9 gezeigten Ausfüh- rungsform sehr wesentlich und sich von der in Figur 9 gezeigten Ausführungsform nur dadurch unterscheidet, dass nicht nur die mit dem oberen Rand des Material- streifens 45 verbundene Naht 25a sondern auch die mit dem unteren Rand des Materialstreifens 45 verbundene Naht 25b als Lockernaht ausgebildet ist, indem 625 sie locker genäht und/oder mit dehnbarem Garn genäht wird. Nach dem Auf- spannen des in dem gezeigten Herstellungsstadium befindlichen Schuhs dehnen sich beide Nähte 25a und 25b, sodass zwei Spalte 33a und 33b entstehen, in de- ren Bereiche sich zwei Funktionsschichtfreizonen 35a und 35b bilden, die durch Aufbringen von Dichtungsmaterial bzw. Eindringen von flüssigem Sohlenmaterial 630 in der Weise abgedichtet werden können, wie dies im Zusammenhang mit den Fi- guren 3 und 4 bereits erläutert worden ist.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung läuft die Verbindungseinrichtung, bei den in den Figuren dargestellten Ausführungsformen die Strobelnaht 25 bzw. die 635 Strobelnähte 25,25a, 25b, 26, um den gesamten unteren Schaftumfang um. Bei anderen Ausführungsformen der Erfindung läuft die Verbindungseinrichtung nur um einen Teil des Schaftumfangs um, während für den restlichen Teil des unteren Schaftumfangs eine andere Technologie verwendet wird. Beispielsweise wird die erfindungsgemäße Verbindungseinrichtung nur an diejenigen Stellen des 640 Schaftumfangs vorgesehen, an denen der Schaftumfang einen besonders kleinen Krümmungsradius aufweist, wie das insbesondere im Zehen-und Fersenbereich von Schuhen der Fall ist, ganz besonders bei Kinderschuhen. Als Beispiel einer an- deren Technologie, die im restlichen Bereich des Schaftumfangs angewendet wer- den kann, sei die Bootie-Technologie genannt. Als Bootie bezeichnet man einen 645 sockenartartigen Einsatz, der eine wasserdichte und wasserdampfdurchlässige Funktionsschicht enthält und auf der Innenseite des Schaftes und des Sohlenauf- baus als futterartige Auskleidung angeordnet wird. Bei Anwendung der Bootie- Technologie würde im Fall eines Schuhs, bei welchem in einem Teilbereich des Schaftumfangs eine erfindungsgemäße Verbindungseinrichtung verwendet wird, 650 nur der restliche Bereich des Schaftumfangs mit einem bootieartigen Gebilde ver- sehen.

Bei den in den Figuren dargestellten Ausführungsformen ist die Durchströmbarkeit der Strobeinaht 25 bzw. der Strobelnähte 25a, 25b dadurch sichergestellt, dass 655 diese locker genäht wird bzw. werden. Wie bereits erwähnt, wird bei anderen Ausführungsformen der Erfindung die Durchströmbarkeit der Naht bzw. Nähte dadurch erreicht, dass diese mit dehnbarem Garn genäht wird bzw. werden. Glei- che Wirkungen erzielt man bei Verwendung beispielsweise einer locker oder mit dehnbarem Garn genähten Steppstichnaht oder Zick-Zack-Naht.