MEIER, Erwin (Steig 28, Kaisten, CH-5082, CH)
SPEICH, Francisco (Bleumattstrasse 10, Gipf-Oberfrick, CH-5073, CH)
MEIER, Erwin (Steig 28, Kaisten, CH-5082, CH)
| Patentansprüche
1. Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung, mit einem Webblatt (12), dem eine Führungsvorrichtung (42) mit einem Führungskanal (40) für einen Schussfaden (10) zugeordnet ist, wobei der Führungskanal (10) mit dem Webblatt (12) zwischen einer Eintragstellung und einer Anschlagstel- • lung für den Schussfaden (10) schwenkbar ist, wobei ferner dem Führungskanal (40) in der Eintragstellung eine ortsfeste Schusseintragvorrichtung (8) mit mindestens zwei Blasdüsen (22) zugeordnet ist, sowie mit einer ortfest angeordneten Schere (46) zum Abschneiden des eingetragenen Schussfadens (10), dadurch gekennzeichnet, dass die Blasdüsen (22) in Querrichtung (Q) gegen die Schere (46) verschwenkbar gelagert sind und mit einer motorischen Antriebsvorrichtung (28) verbunden sind, um die Blasdüsen (22) gegen die Schere (46) zu bewegen.
2. Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (28) so ausgebildet ist, dass das Schneiden eines eingetragenen Schussfadens (10) im Bereich der Anschlagkante (14) der Warenbahn (16) erfolgt.
3. Webmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (28) zum mindestens annähernd koaxialen Ausrichten jeweils einer Blasdüse (22) in Querrichtung (Q) bezüglich des Führungskanals (40) ausgebildet ist.
4. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasdüsen (22) weiter in Höhenrichtung (H) quer zur Querrichtung (Q) verschwenkbar gelagert und antreibbar sind.
5. Webmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasdüsen (22) mit einer weiteren motorischen Antriebsvorrichtung (34) für die Höhenrichtung (H) verbunden sind, um eine der Blasdüsen (22) in Höhenrichtung (H) zum Führungskanal (40) auszurichten.
6. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schusseintragvorrichtung (8) mehrere in Quer-(Q) und in Höhenrichtung (H) angeordnete Blasdüsen (22) aufweisen.
7. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die motorischen Antriebsvorrichtungen (28,34) jeweils einen Servomo- tor, Gleichstrommotor oder AC-Motor aufweisen.
8. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Steuervorrichtung (50) für die mustergemässe Steuerung aufweist, die mit jeder motorischen Antriebsvorrichtung (28,34) zu deren Steu- erung verbunden ist.
9. Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (50) so ausgebildet ist, dass im Falle eines Fadenbruches der Schussfaden (10) nicht in die Schere (46) bewegbar ist. |
Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft eine Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung gemäss Oberbegriff des Anspruches 1.
Stand der Technik
Eine Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung der eingangs genannten
Art ist beispielsweise aus der WO 97/13901 bekannt. Die Webmaschine weist ein Webblatt auf, dem eine Führungsvorrichtung mit einem Führungskanal für einen Schussfaden zugeordnet ist. Der Führungskanal ist mit dem Webblatt zwischen einer Eintragstellung und einer Anschlagstellung für den Schussfaden schwenkbar. Ferner ist dem Führungskanal in der Eintragstellung eine ortsfeste Schusseintragvorrichtung mit Blasdüsen zugeordnet, welche also vom Webblatt unab- hängig angeordnet ist und somit einerseits die Bewegung des Webblattes nicht beeinträchtigt und andererseits von den Bewegungen des Webblattes auch selbst nicht beeinträchtigt wird. Eine Schere dient zum Abschneiden des eingetragenen Schussfadens. Die Blasdüsen sind in Höhenrichtung verschwenkbar angeordnet und werden von einer Jacquardvorrichtung und einer Rückholfeder angetrieben. Mittels der Jacquardvorrichtung werden jeweils paarweise zwei Blasdüsen dem Führungskanal vorgelegt, wobei jeweils nur eine Blasdüse zum Einsatz kommt. Da die Schere den eingetragenen Schussfaden an der Eintragstelle an der Blasdüse abschneidet, muss der eingetragene Schussfaden bis zur Anschlagskante mittels einer Klemmvorrichtung gehalten werden. Die Klemmvorrichtung ist dem Webblatt zugeordnet und wird mit diesem bewegt. Die Klemmvorrichtung ist allerdings relativ kompliziert und störanfällig. überdies ist die Höhensteuerung der Blasdüsen mittels der Jacquardvorrichtung ebenfalls relativ kompliziert und weist nur eine beschränkte Flexibilität und Genauigkeit auf.
Aus der WO 00/63464 Al ist eine Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung bekannt, bei der mehrere Blasdüsen einer Schusseintragungsvorrichtung mittels einer Antriebsvorrichtung in Höhenrichtung verschwenkbar angeordnet sind, um auswählbar diese auf den Führungskanal auszurichten. Nachteilig ist es,
dass die Schusseintragungsvorrichtung an der Weblade und der Antrieb für die Düsen ortsfest angeordnet sind. Dies führt nicht nur zu einem komplizierten Antrieb, sondern durch die hin- und hergehende Bewegung der Weblade zusammen mit der Schusseintragungsvorrichtung auch zu erhöhten Massekraäften. Diese beeinträchtigen die Anschlagfrequenz. Die mit der Bewegung verbundenen Beschleunigungs- und Verzögerungskräfte wirken sich auch nachteilig auf die Standfestigkeit der Schusseintragungsvorrichtung aus. Zum Abschneiden des eingetragenen Schussfadens wird die gesamte Schusseintragungsvorrichtung mit der Weblade gegen eine Schneidvorrichtung bewegt. Eine Verschwenkbarkeit der Blasdüsen quer zur Höhenrichtung ist nicht vorhanden.
Aus der DE 30 14 776 Al ist eine weitere Webmaschine mit pneumatischer Schusseintragung bekannt, bei der mehrere Blasdüsen einer Schusseintragungsvorrichtung in Höhenrichtung und in Querrichtung verschwenkbar angeordnet sind, um eine auswählbare Blasdüse auf einen Führungskanal an der Weblade auszurichten. Die Schusseintragungsvorrichtung ist an der Weblade angeordnet, damit ergeben sich die bereits vorstehend aufgezeigten Nachteile. Bezüglich des konkreten Antriebes der Blasdüsen sind keine konkreten Angaben vorhanden und schon gar nicht ein etwaiges Zusammenwirken mit einer etwaigen Schneidvor- richtung.
Darstellung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Webmaschine mit pneumatischem Schusseintrag der eingangs genannten Art zu verbessern. Dabei soll einerseits auf eine Klemmlösung wie in der WO 97/13901 verzichtet werden können, andererseits sollen die mit der aus der WO 00/63464 Al verbundenen Nachteile der überladung der beweglichen Weblade nicht in Kauf genommen werden.
Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1. Dadurch, dass die Blasdüsen in Querrichtung gegen die Schere verschwenkbar gelagert sind und mit einer eigenen motorischen Antriebsvorrichtung verbunden sind, um die ausgewählte Blasdüse in exakter Weise gegen die Schere zu bewegen, wird der eingetragene Schussfaden praktisch erst
dann geschnitten, wenn er in die Schere gelangt. Auf diese Weise ist es möglich, das Abschneiden des eingetragenen Schussfadens in den Anschlagbereich des Schussfadens zu legen, so dass eine Klemmvorrichtung nicht mehr erforderlich ist. Dies vereinfacht nicht nur die Webmaschine, sondern erhöht auch die Genau- igkeit des Eintragens des Schussfadens.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Webmaschine sind in den Ansprüchen 2 bis 9 beschrieben.
Besonders vorteilhaft ist eine Ausgestaltung nach Anspruch 2, wonach die Antriebsvorrichtung so ausgebildet ist, dass das Schneiden eines eingetragenen Schussfadens im Bereich der Anschlagkante der Warenbahn erfolgt. Dabei hat der Schussfaden bereits eine sichere Lage eingenommen, so dass selbst nach dem Abschneiden ein Verschieben des Schussfadens nicht mehr möglich ist.
Die Genauigkeit und Betriebssicherheit der Webmaschine lässt sich verbessern, wenn nach Anspruch 3 die Antriebsvorrichtung so ausgebildet ist, dass die jeweils zum Einsatz kommende Blasdüse in Querrichtung mindestens annähernd koaxial zum Führungskanal ausgerichtet ist.
Insbesondere wenn in Höhenrichtung übereinander angeordnete Blasdüsen zum Einsatz kommen, ist die Ausbildung nach Anspruch 4 von Vorteil, wonach die Blasdüsen weiter in Höhenrichtung quer zur Querrichtung verschwenkbar gelagert und antreibbar sind. Dieser Antrieb kann in bekannter Weise mittels der Jacquardvorrichtung erfolgen. Vorteilhafter ist jedoch die Ausbildung nach Anspruch 5, wonach die Blasdüsen mit einer weiteren separaten motorischen Antriebsvorrichtung für die Höhenrichtung verbunden sind, um eine der Blasdüsen in Höhenrichtung mindestens annähernd zum Führungskanal auszurichten. Diese Ausgestaltung ist insbesondere dann von Vorteil, wenn gemäss Anspruch 6 die Schusseintragvorrichtung mehrere in Querrichtung und in Höhenrichtung angeordnete Blasdüsen aufweist.
Für die motorische Antriebsvorrichtung sind beispielsweise gemäss Anspruch 7 ein Servomotor, ein Gleichstrommotor oder insbesondere ein AC-Motor geeignet.
Gemäss Anspruch 8 weist die Webmaschine eine Steuervorrichtung für die mus- tergemässe Steuerung auf, die überdies mit jeder motorischen Antriebsvorrichtung zu deren Steuerung verbunden ist, sodass in Abhängigkeit von dem zu erstellenden gemusterten Gewebe Schussfäden unterschiedlicher Farbe oder Qualität zum Einsatz kommen können.
Gemäss Anspruch 9 ist die Webmaschine vorzugsweise so ausgestaltet, dass die Steuervorrichtung im Fall eines Fadenbruches verhindert, dass der Schussfaden in die Schere bewegbar ist, um den gebrochenen Schussfaden auszutragen und einen neuen Abschnitt des Schussfadens nachzuziehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Ausführungsbeispiele der Webmaschine werden nachfolgend anhand schemati- scher Zeichnungen näher beschrieben, dabei zeigen :
Figur 1 den Webbereich einer Webmaschine in Ansicht auf die Schusseintragvorrichtung, beim Eintrag eines Schussfadens;
Figur 2 die Webmaschine der Figur 1 in Ansicht quer zur Höhenrichtung; Figur 3 die Webmaschine der Figur 1 beim Anschlagen eines Schussfadens und dem Abschneiden des Schussfadens;
Figur 4 die Webmaschine der Figur 3 in Ansicht von oben.
Wege zur Ausführung der Erfindung Die Figuren 1 bis 4 zeigen in schematischer Darstellung den Schusseintragbereich einer Webmaschine in schematischer Darstellung, wobei lediglich die für die vorliegende Erfindung wichtigen Teile gezeigt sind. Alle übrigen Merkmale der Webmaschine sind Stand der Technik.
Die Figuren 1 und 3 zeigen den Webbereich einer Webmaschine an dem Kettfäden 2 mittels einer Fachbildevorrichtung 4, beispielsweise einer Jacquardvorrichtung, zu einem offenen Webfach 6 bewegt werden, in das mittels einer Schusseintragvorrichtung 8 ein Schussfaden 10 eingetragen wird. Mittels eines Webblat-
tes 12 wird der Schussfaden 10 an einer Anschlagkante 14 angeschlagen, sodass eine Warenbahn 16 entsteht.
Die Schusseintragvorrichtung 8 ist pneumatisch ausgebildet und weist einen Dü- senblock 20 auf, der im vorliegenden Beilspiel acht Blasdüsen 22 aufweist, die gemäss Figur 4 in Querrichtung Q paarweise angeordnet sind, wobei gemäss Figur 2 vier Paare solcher Blasdüsen in Höhenrichtung H übereinander angeordnet sind. Der Düsenblock 22 ist über eine vertikale Achse 24 in Querrichtung Q verschwenkbar angeordnet und um eine horizontale Achse 26 in Höhenrichtung H verschwenkbar gelagert. Eine erste Antriebsvorrichtung 28 enthält einen Motor 30, der über ein Hebelgetriebe 32 mit den Blasdüsen 22 verbunden ist. In analoger Weise ist eine zweite Antriebsvorrichtung 34 für das Verschwenken der Blasdüsen 22 in Höhenrichtung H angeordnet. Diese zweite Antriebsvorrichtung weist wiederum einen Motor 36 auf, der über ein weiteres Hebelgetriebe 38 mit den Blasdüsen 22 verbunden ist. Die erste Antriebsvorrichtung 28 und die zweite Antriebsvorrichtung 34 dienen zunächst dazu, eine der Blasdüsen 22 auszuwählen und koaxial mit einem Führungskanal 40 einer Führungsvorrichtung 42 auszurichten, die mit dem Webblatt 12 verbunden ist und zur Führung eines eingetragenen Schussfadens 10 dient. Stafettendüsen 44 dienen zur Fortbewegung des eingetragenen Schussfadens längs des Führungskanals 40.
Die erste Antriebsvorrichtung 28 dient überdies dazu, die Blasdüsen 22 gegen eine ortsfeste Schere 46 zu bewegen, die im Bereich der Anschlagkante 14 der Warenbahn 16 angeordnet ist derart, dass die Schere 46 praktisch erst dann wirksam wird, wenn der eingetragene Schussfaden 10 praktisch an der Anschlagkante 14 angeschlagen ist, wie aus den Figuren 3 und 4 hervorgeht.
Eine mit der ersten und mit der zweiten Antriebsvorrichtung 28,34 verbundene Steuervorrichtung 50 dient zur mustergemässen Steuerung der Webmaschine und damit auch der ersten Antriebsvorrichtung 28 und der zweiten Antriebsvorrichtung 34, um jeweils die für das zu erstellende Muster erforderliche Blasdüse 22 auszuwählen, mittels der der für das Muster erforderliche Schussfaden 10 vorgelegt wird. überdies dient die Steuervorrichtung auch dazu, die Antriebsvor-
richtungen 28, 34 so zu steuern, dass der eingetragene Schussfaden der Schere 46 exakt vorgelegt wird.
Bezuαszeichenliste
H Höhenrichtung
Q Querrichtung
5 2 Kettfaden
4 Fachbildevorrichtung
6 Webfach
8 Schusseintragvorrichtung
10 Schussfaden
10 12 Webblatt
14 Anschlagkante
16 Warenbahn
20 Düsenblock
22 Blasdüsen
15 24 vertikale Achse
26 horizontale Achse
28 erste Antriebsvorrichtung
30 Motor
32 Hebelgetriebe
20 34 zweite Antriebsvorrichtung
36 Motor
38 Hebelgetriebe
40 Führungskanal
42 Führungsvorrichtung
25 44 Stafettendüse
46 Schere
50 Steuervorrichtung
