Speich, Francisco (Bleumattstrasse 10, Gipf-Oberfrick, CH-5073, CH)
| 1. | Webmaschine, insbesondere Bandwebmaschine, mit einer Fachbildevorrich tung (2), mit einer Schusseintragvorrichtung, mit einem Webblatt (12) zum An schlagen eines Schussfadens (10) an einer Anschlagkante (14) der Waren bahn (16) und mit einem Warenabzug (18) wobei die Warenbahn (16) über mindestens eine Freilaufeinrichtung (20) geführt ist, welche den Abzugsweg frei gibt und ein Zurücksetzen der Warenbahn (16) in Gegenrichtung sperrt, dadurch gekennzeichnet, dass die Freilaufeinrichtung (20) der Anschlagkante (14) zugeordnet ist. |
| 2. | Webmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Freilauf einrichtung (20) eine Umlenkwalze (24) mit einer Rücklaufsperre (26) aufweist. |
| 3. | Webmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Umlenk walze (24) eine zweite Umlenkwalze (28) zugeordnet vorzugsweise vorgela gert ist. |
| 4. | Webmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Umlenkwalze (28) ebenfalls mit einer Rücklaufsperre versehen ist. |
| 5. | Webmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Rücklaufsperre (26) versehene Umlenkwalze (24, 28) eine rutschhemmende Oberfläche (30) aufweist. |
| 6. | Webmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie nach der Anschlagkante (14) einen Warenhalter (22) oder Breithalter für die Warenbahn (16) aufweist, dem die Freilaufeinrichtung (20) zugeordnet ist. |
Stand der Technik Eine Webmaschine der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der GB 316 400 bekannt, dabei ist eine Freilaufeinrichtung am Warenabzug angeordnet. Da- durch kann zwar das Zurückrutschen der Warenbahn am Warenabzug verhindert werden, jedoch nicht das so genannte Vorweben. Die stabile Lage der Kett-und Schussfäden im Gewebe stellt sich nicht unmittelbar beim Anschlag des letzten Schussfadens an der Anschlagkante ein, sondern erst einige Schüsse später. Der zuletzt eingetragene Schussfaden entfernt sich von der stabilen Gewebezone nachdem er beim Schussanschlag der stabilen Zone am nächsten war. Aber auch der zuletzt eingetragene Schussfaden in der stabilen Zone führt in Folge der Elas- tizität von Kette und Gewebe beim Schussanschlag eine Bewegung in der einen Richtung und nach erfolgtem Schussanschlag wieder in die andere Richtung aus.
Die Gesamtverschiebung des angeschlagenen Schussfadens ist als Gewebe- randbewegung sichtbar und wird als Vortuch oder Vorweben bezeichnet. Das Vorweben ist bei dichten Geweben grösser als bei leicht eingestellten Geweben, da dichte Gewebe eine grössere Schussanschlagkraft erfordern. Dieses Vorwe- ben hängt aber auch. vom Abstand des Warenabzuges zur Anschlagkante ab, da sich bei grösserem Abstand die Elastizität der gewebten Warenbahn stark auf die Grösse des Vorwebens auswirkt. Dadurch ist die Herstellung dichter Gewebe schwierig.
Darstellung der Erfindung Aufgabe der Erfindung ist es, eine Webmaschine, insbesondere Bandwebma- schine dahingehend zu verbessern, dass das Vorweben verringert und ein dichte- res Gewebe herstellbar ist.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1. Dadurch, dass die Freilaufeinrichtung der Anschlagkante zu- geordnet ist, wird sie unmittelbar an der Anschlagkante wirksam und gibt zwar den Abzugsweg frei, sperrt hingegen ein Zurücksetzen der Warenbahn in Gegenrich- tung, dadurch lässt sich das Vorweben verringern und ein dichteres Gewebe her- stellen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen einer solchen Webmaschine sind in den Ansprüchen 2 bis 6 angegeben.
Die Freilaufeinrichtung kann sehr vielfältig ausgestaltet sein. Gemäss Anspruch 2 weist die Freilaufeinrichtung eine Umlenkwalze mit einer Rücklaufsperre auf. Die- ser Freilaufeinrichtung kann gemäss Anspruch 3 eine zweite Umlenkwalze zuge- ordnet vorzugsweise vorgelagert sein, um die Führung der Warenbahn um die erste Umlenkwalze zu verbessern und ein Durchrutschen der Warenbahn zu ver- meiden. Zweckmässigerweise ist die zweite Umlenkwalze gemäss Anspruch 4 ebenfalls mit einer Rücklaufsperre versehen. Besonders zweckmässig ist die Aus- bildung nach Anspruch 5, wonach die mit der Rücklaufsperre versehene Umlenk- walze eine ruschthemmende Oberfläche aufweist, die ein Durchrutschen der Wa- renbahn mindestens erschwert.
Gemäss Anspruch 6 ist die Freilaufeinrichtung vorzugsweise einem Warenhalter oder einem Breithalter zugeordnet, der nach der Anschlagkante angeordnet ist.
Obwohl die Freilaufeinrichtung für Webmaschinen zur Herstellung von breiten Wa- renbahnen geeignet sein kann entfaltet sie ihre vorteilhafte Wirkung insbesondere bei Bandwebmaschinen zur Herstellung von schmalen Warenbahnen wie Bän- dern, bei denen das Vorweben besonders ausgeprägt ist und deshalb die Herstel- lung dichter Warenbahnen schwierig ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand einer Zeichnung näher beschrieben, in der die einzige Figur den schematischen Aufbau einer Webmaschine in Seitenansicht zeigt.
Wege zur Ausführung der Erfindung Die in der Figur schematisch gezeigte Webmaschine, die vorzugsweise eine Bandwebmaschine ist, weist eine Fachbildevorrichtung 2 auf, bei der über Litzen 4 gesteuerte Kettfäden 6 zu einem Webfach 8 geöffnet werden. Eine nicht näher dargestellte Schusseintragvorrichtung trägt einen Schussfaden 10 in das Webfach 8 ein. Der Schussfaden 10 wird mittels eines Webblattes 12 an der Anschlagkante 14 einer herzustellenden Warenbahn 16 angeschlagen. Die Warenbahn 16 wird von einem Warenabzug 18 abgezogen.
Die Webmaschine weist mindestens eine Freilaufeinrichtung 20 auf, über die die Warenbahn 16 geführt ist und welche den Abzugsweg freigibt und ein Zurückset- zen der Warenbahn in Gegenrichtung sperrt. Diese Freilaufeinrichtung ist beid- seits der Warenbahn an Gestellteilen 21 gelagert und möglichst nahe an der An- schlagkante 14 angeordnet. Im vorliegenden Beispiel weist die Webmaschine ei- nen Warenhalter 22 auf, der nahe der Anschlagkante 14 angeordnet ist und dem die Freilaufeinrichtung 20 nachgeordnet ist.
Die Freilaufeinrichtung 20 enthält eine erste Umlenkwalze 24, die mit einer Rück- laufsperre 26 versehen ist. Dieser ersten Umlenkwalze 24 ist eine zweite U. mlenk- walze 28 zugeordnet, die zwischen dem Warenhalter 22 und der ersten Umlenk- wälze 24 angeordnet ist, und über die die Warenbahn 16 mäanderförmig geführt ist, um die Umschlingung der Warenbahn an der ersten Umlenkwalze 24 zu verbessern und ein Durchrutschen zu verhindern. Hierzu ist es weiter von Vorteil, wenn die Oberfläche 30 der ersten Umlenkwalze 24 rutschhemmend ausgebildet ist. Hierzu kann die Oberfläche aufgeraut oder mit einem rutschhemmenden Belag versehen sein. Von Vorteil ist es, wenn die zweite Umlenkwalze 28 ebenfalls mit einer Rücklaufsperre ausgestattet ist. Rücklaufsperren sind in grosser Zahl be-
kannt, so beispielsweise als Klinkengesperre, Freilauf-oder Überhol-Kupplungen, Klemmrichtgesperre oder dergleichen. Die Rücklaufsperre 26 ist vorzugsweise als Klemmrollenfreilauf ausgebildet und weist vorzugsweise Klemmrollen 32 auf, die. in bekannter Weise mit nicht näher dargestellten Klemmrampen auf der Innenseite der Laufhülse 34 der Umlenkwalze 24 zusammenwirken.
Bezugszeichenliste 2 Fachbildevorrichtung 4 Litze 6 Kettfaden 8 Webfach 10 Schussfaden 12 Webblatt 14 Anschlagkante 16 Warenbahn 18 Warenabzug 20 Freilaufeinrichtung 21 Gestellteil 22 Warenhalter 24 erste Umlenkwalze 26 Rücklaufsperre 28 zweite Umlenkwalze 30 Oberfläche 32 Klemmrollen 34 Laufhülse
