SCHMIED, Ralf (Rilkestr. 6, Freiberg, 71691, DE)
SATTLER, Timm (Fasanenweg 17, Schweinfurt, 97422, DE)
RUNFT, Werner (Ginsterweg 1, Winnenden, 71364, DE)
SCHMIED, Ralf (Rilkestr. 6, Freiberg, 71691, DE)
SATTLER, Timm (Fasanenweg 17, Schweinfurt, 97422, DE)
| Ansprüche 1. Wägestation (1 ) zum Wiegen eines Produkts (4), insbesondere Kapselunterteil, umfassend eine gravimetrische Waage (5) mit einem Wägetisch (6), einen zur Aufnahme des Produkts (4) ausgebildeten Formateinsatz (3), eine zur Positionierung des Formateinsatzes (3) oberhalb des Wägetisches (6) ausgebildete Transportvorrichtung (7) mit einer den Formateinsatz (3) umgreifenden Aufnahme (10), wobei der Formateinsatz (3) innerhalb der umgreifenden Aufnahme (10) in vertikaler Richtung (8) verschiebbar angeordnet ist, und eine Freistellanordnung, welche dazu ausgebildet ist, um den Formateinsatz (3) und die Aufnahme (10) relativ zueinander in vertikaler Richtung (8) zu verschieben, so dass der Formateinsatz (3) auf dem Wägetisch (6) freistellbar ist. 2. Wägestation nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Formateinsatz (3) einen Kragen (9) umfasst und mit diesem Kragen (9) in der Aufnahme (10) hängt. 3. Wägestation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung (7) einen Transportarm (1 1 ) umfasst, wobei die Aufnahme (10) relativ zum Transportarm (1 1 ) in vertikaler Richtung (8) beweglich angeordnet ist, um den Formateinsatz (3) freizustellen. 4. Wägestation nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch einen Niederdrücker (12), wobei die Aufnahme (10) durch den Niederdrücker (12) absenkbar ist, um den Formateinsatz (3) freizustellen. 5. Wägestation nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Aufnahme (10) und dem Transportarm (1 1 ) eine Feder (13) angeordnet ist, wobei die Aufnahme (10) durch den Niederdrücker (12) gegen die Federkraft absenkbar ist. 6. Wägestation nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Wägetisch (6) eine schräge Ebene zum Anheben und Freistellen des Formateinsatzes (3) angeordnet ist. 7. Wägestation nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wägetisch (6) zum Anheben und Freistellen des Formateinsatzes (3) anhebbar ist. 8. Wägestation nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Befüllvorrichtung (30) mit einem Materialausgang (31 ), wobei über den Materialausgang (31 ) das Produkt (4) im Formateinsatz (3) befüllbar ist, und wobei die Transportvorrichtung (7) zum Einsetzen des Formateinsatzes (3) zwischen den Wägetisch (6) und den Materialausgang (31 ) ausgebildet ist. 9. Wägestation nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung (7) einen Schild (33) umfasst, wobei der Schild (33) dazu ausgebildet ist, um einen zwischen dem Wägetisch (6) und dem Materialausgang (31 ) befindlichen Wägeraum (19) bei eingesetztem Formateinsatz (3) abzudichten. 10. Vorrichtung zur Herstellung medizinischer Präparate umfassend eine Wägestation (1 ) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, wobei die Wägestation (1 ) zum Befüllen von Hartgelatinekapselunterseiten mit Pulver oder Tabletten oder Pellets ausgebildet ist. 1 1. Verfahren zum Wiegen eines Produkts(4), insbesondere Kapselunterteil, umfassend die folgenden Schritte: Positionieren eines das Produkt (4) aufnehmenden Formateinsatzes (3) mittels einer Transportvorrichtung (7) oberhalb eines Wägetisches (6) einer gravimetrischen Waage (5), - Freistellen des Formateinsatzes (3) auf dem Wägetisch (6) durch Relativbewegen des Formateinsatzes (3) und einer den Formateinsatz (3) umgreifenden Aufnahme (10) der Transportvorrichtung (7) zueinander in vertikaler Richtung (8), und - Wiegen des freistehenden Formateinsatzes (3) mit dem Produkt (4). 12. Verfahren nach Anspruch 11 , gekennzeichnet durch die folgenden Schritte: Einsetzen des Formateinsatzes (3) mittels der Transportvorrichtung (7) zwischen einen Materialausgang (31 ) einer Befüllvorrichtung (30) und den Wägetisch (6) der gravimetrischen Waage (5), und - Befüllen des Produkts (4). 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der freistehende Formateinsatz (3) mit dem Kapselunterteil (4) vor dem Befüllen und/oder während des Befüllens und/oder nach dem Befüllen gewogen wird. |
Titel
Wäqestation zum Wiegen eines Produktes, insbesondere Kapselunterteil Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wägestation zum Wiegen eines
Produktes, insbesondere Kapselunterteil, sowie eine Vorrichtung zur Herstellung medizinischer Präparate und ein Verfahren zum Wiegen eines Produktes.
Um das Gewicht von Hartgelatinekapseln, beispielsweise aus der
Medizintechnik, zu bestimmen gibt es mehrere vorbekannte Möglichkeiten.
Beispielsweise wird einer Kapselfüllmaschine eine Kontrollwaage
nachgeschaltet. Neben verschiedenen indirekten Gewichtskontrollsystemen wie beispielsweise mittels kapazitiven Vermessung oder Ultraschall, welche oft aufwendig kalibriert werden müssen, kann man das Gewicht einer Kapsel auch gravimetrisch überprüfen. Hierzu werden die gesamten Kapseln oder die gefüllten Kapselunterteile mechanisch, z.B. durch einen Greifer, aus einer Aufnahme entnommen und auf einer Waage platziert. Nach dem Wägevorgang müssen die Kapseln dann wieder gegriffen werden und die Aufnahme zurückgesetzt werden. Diese vorbekannten Vorgänge sind in der Regel sehr zeitaufwendig und führen daher zu einer geringen Prozesstaktzahl.
Offenbarung der Erfindung
Die erfindungsgemäße Wägestation mit den Merkmalen des Anspruchs 1 ermöglicht es nun, die Prozesstaktzahl erheblich zu erhöhten. Dabei wird insbesondere die Gesamtzeit für einen Wiegevorgang, bestehend aus
Entnahme, Wiegen, Rückplatzierung, reduziert. Erfindungsgemäß wird auf das mechanische Umsetzen der Kapseln auf die Waage verzichtet. Es ist daher nicht mehr notwendig, die Kapseln aus einer Aufnahme herauszunehmen. All dies wird erfindungsgemäß erreicht durch eine Wägestation zum Wiegen eines Produktes , insbesondere eines Kapselunterteils, umfassend eine gravimetrische Waage mit einem Wägetisch, einen zur Aufnahme des Produktes ausgebildeten
Formateinsatz, eine zur Positionierung des Formateinsatzes oberhalb des Wägetisches ausgebildete Transportvorrichtung mit einer den Formateinsatz umgreifenden Aufnahme, wobei der Formateinsatz innerhalb der umgreifenden Aufnahme in vertikaler Richtung verschiebbar angeordnet ist. Des Weiteren umfasst die erfindungsgemäße Wägestation eine Freistellanordnung, welche dazu ausgebildet ist, um den Formateinsatz und die Aufnahme relativ zueinander in vertikaler Richtung zu verschieben, so dass der Formateinsatz auf dem
Wägetisch freistellbar ist. Die vertikale Richtung ist hier per Definition die
Richtung, in welcher die Schwerkraft wirkt. Insbesondere bei einem ebenen Wägetisch ist somit die vertikale Richtung eine Richtung senkrecht zum
Wägetisch. Dadurch, dass der Formateinsatz, in welchem das Produkt angeordnet ist, in vertikaler Richtung verschiebbar in der umgreifenden
Aufnahme angeordnet ist, kann, ohne die Transportvorrichtung oder die
Aufnahme zu entfernen, der Formateinsatz auf dem Wägetisch freigestellt werden. D.h., dass der Formateinsatz erfindungsgemäß stets in der
umgreifenden Aufnahme verbleibt und zum Freistellen auf dem Wägetisch lediglich relativ zur Aufnahme in Vertikalrichtung verschoben wird. Der
Formateinsatz kann entsprechend an verschiedene Produkte angepasst werden, so dass die komplette Wägestation sehr einfach auf z.B. unterschiedlichste Kapseln anpassbar ist. Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass der Formateinsatz einen Kragen umfasst und mit diesem Kragen in der Aufnahme hängt. Die hängende Aufnahme des Formateinsatzes ist eine simple und effektive Möglichkeit, den Formateinsatz innerhalb der umgreifenden Aufnahme sicher zu transportieren und gleichzeitig die vertikale Verschiebbarkeit sicherzustellen.
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die
Transportvorrichtung einen Transportarm umfasst, wobei die Aufnahme relativ zum Transportarm in vertikaler Richtung beweglich angeordnet ist, um den
Formateinsatz freizustellen. Hierbei ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass die Aufnahme durch einen Niederdrücker absenkbar ist, um den Formateinsatz freizustellen. Durch den Niederdrücker wird bevorzugt die Aufnahme in vertikaler Richtung nach unten gedrückt, wobei dann der Formateinsatz auf dem
Wägetisch zum stehen kommt. Die Aufnahme ist bevorzugt so ausgebildet, dass sie beim Absenken den Wägetisch nicht berührt. Da die Aufnahme und der
Transportarm relativ zueinander bewegbar sind, kann der Transportarm während des Freistellens ortsfest verbleiben, wobei lediglich die Aufnahme abgesenkt werden muss. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass zwischen der
Aufnahme und dem Transportarm eine Feder angeordnet ist, wobei die
Aufnahme durch den Niederdrücker gegen die Federkraft absenkbar ist. Sobald der Niederdrücker keine Kraft mehr auf die Aufnahme auswirkt, verfährt die Feder die Aufnahme vorteilhafterweise in vertikaler Richtung nach oben, wobei gleichzeitig der Formateinsatz angehoben und vom Wägetisch entfernt wird.
Bevorzugt wird durch Betätigen des Niederhalters die Aufnahme nur wenige Millimeter gegen die Federkraft nach unten bewegt. In freigestelltem Zustand hat der Formateinsatz keinerlei Kontakt zur Aufnahme, so dass das Kapselunterteil zusammen mit dem Formateinsatz gewogen werden kann.
In bevorzugter Ausführung umfasst der Wägetisch eine schräge Ebene zum Anheben des Formateinsatzes. So kann anstatt der Konstruktion mit dem Niederdrücker auch die Aufnahme mit dem Formateinsatz seitlich auf den Wägetisch geschoben werden. Durch eine schräge Ebene auf dem Wägetisch, welche so ausgebildet ist, dass sie den Formateinsatz samt Kapselunterteil anhebt, jedoch die Aufnahme nicht berührt, wird die Freistellung realisiert.
Alternativ zum Niederdrücker oder zu der schrägen Ebene auf dem Wägetisch wird bevorzugt der Wägetisch zum Anheben des Formateinsatzes anhebbar ausgestaltet. D.h., dass entweder nur der Wägetisch oder bevorzugt die gesamte Waage angehoben werden kann. Dabei ist wiederum der Wägetisch bevorzugt so ausgestaltet, dass er lediglich mit dem Formateinsatz in Kontakt kommt, wobei ein Kontakt zwischen Wägetisch und Aufnahme zu vermeiden ist, um das Freistellen zu gewährleisten. - A -
In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Wägestation eine Befüllvorrichtung mit einem Materialausgang umfasst, wobei über den
Materialausgang das Kapselunterteil im Formateinsatz befüllbar ist, und wobei die Transportvorrichtung zum Einsetzen des Formateinsatzes zwischen dem Wägetisch und dem Materialausgang ausgebildet ist. Diese bevorzugte
Wägestation mit integrierter Befüllvorrichtung kann auch als Produkt- bzw.
Kapselfüllmaschine bezeichnet werden.
In bevozugter Ausführung ist vorgesehen, dass die Transportvorrichtung einen Schild umfasst, wobei das Schild dazu ausgebildet ist, um einen zwischen dem
Wägetisch und dem Materialausgang befindlichen Wägeraum bei eingesetztem Formateinsatz abzudichten. Dadurch wird auf sehr einfache Weise der Raum zwischen Wägetisch und Materialausgang abgedichtet, wodurch während des Füll- und Wägevorgangs jegliche Luftbewegung in dem Raum verhindert.
Dadurch kann der Wägeprozess störungsfrei ablaufen.
Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Vorrichtung zur Herstellung
medizinischer Präparate, insbesondere zur Abfüllung medizinischer Präparate, umfassend eine Wägestation mit Befüllvorrichtung, wie sie soeben beschrieben wurde, wobei die Wägestation zum Befüllen von Hartgelatinekapselnunterteilen mit Pulver oder Tabletten oder Pellets ausgebildet ist. Dabei ist natürlich insbesondere der Formateinsatz zur Aufnahme der Hartgelatine und der Kapsel ausgebildet. Die im Rahmen der Wägestation diskutierten vorteilhaften
Ausgestaltungen finden selbstverständlich auch sinngemäße Anwendung auf die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung medizinischer Präparate.
Insbesondere beim Abfüllen von Kapseln für medizinische Präparate ist es von besonderer Bedeutung, die exakte Dosierung stets zu kontrollieren. Dadurch, dass die Befüllvorrichtung mit dem Materialausgang direkt über dem Wägetisch angeordnet ist, kann das Befüllen des Kapselunterteils stets kontrolliert werden. Durch eine Brutto/Tara-Verwiegung ist es möglich, das Gewicht der dosierten
Produktmenge genau zu bestimmen.
Die Erfindung umfasst des Weiteren ein Verfahren zum Wiegen eines Produkts, insbesondere Kapselunterteil, umfassend die folgenden Schritte: Positionieren eines das Produkt aufnehmenden Formateinsatzes mittels einer Transportvorrichtung oberhalb eines Wägetisches einer
gravimetrischen Waage,
Freistellen des Formateinsatzes auf dem Wägetisch durch Relativbewegung des Formateinsatzes und einer den Formateinsatz umgreifenden Aufnahme der Transportvorrichtung zueinander in vertikaler Richtung, und
Wiegen des freistehenden Formateinsatzes mit dem Produkt.
Die vorteilhaften Ausgestaltungen, wie sie in Verbindung mit der
erfindungsgemäßen Wägestation bzw. mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Herstellung medizinischer Präparate diskutiert wurden, finden in
entsprechender weise bevorzugte Anwendung auf das erfindungsgemäße Verfahren. In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind die folgenden Schritte bevorzugt vorgesehen:
Einsetzen des Formateinsatzes mittels der Transportvorrichtung zwischen einem Materialausgang einer Befüllvorrichtung und dem Wägetisch der gravimetrischen Waage, und
- Befüllen des Produkts.
Des Weiteren ist es bevorzugt, dass der freistehende Formateinsatz mit dem Produkt bzw. Kapselunterteil vor dem Befüllen und/oder während des Befüllens und/oder nach dem Befüllen gewogen wird. Dadurch, dass sich der
Materialausgang der Befüllvorrichtung direkt über dem Wägetisch befindet, sind hier diverse Möglichkeiten zur Kontrolle des Gewichts des Kapselunterteils möglich. Insbesondere kann auch die Füllmenge während des Befüllens in Abhängigkeit des gemessenen Gewichtes reguliert werden. Kurze Beschreibung der Zeichnung
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitende Zeichnung im Detail beschrieben. In der Zeichnung zeigt: Figur 1 eine Wägestation gemäß dem Ausführungsbeispiel vor dem
Einsetzen eines Formateinsatzes in einen Wägeraum, Figur 2 die Wägestation gemäß Ausführungsbeispiel vor dem
Freistellen des Formateinsatzes, Figur 3 die Wägestation gemäß Ausführungsbeispiel mit freigestelltem
Formateinsatz,
Figur 4 die Wägestation gemäß Ausführungsbeispiel inklusive
Befüllvorrichtung, und
Figur 5 eine Bearbeitungsstation mit integrierter Wägestation gemäß dem Ausführungsbeispiel.
Ausführungsform der Erfindung
Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels gezeigt und in den Figuren 1 bis 5 genauer erläutert.
Figur 1 zeigt eine Wägestation 1 zum Wiegen eines Produkts, ausgebildet als Kapselunterteil 4. Die Wägestation umfasst hierzu eine Kapseleinheit 2, bestehend aus einem Formateinsatz 3 mit aufgenommenen Kapselunterteil 4, eine Transportvorrichtung 7, eine Waage 5 und einen Niederdrücker 12. In Schwerkraftrichtung ist die vertikale Richtung 8 eingezeichnet. Der Formateinsatz 3 umfasst einen hohlzylindrischen Anteil 14 sowie einen daran anschließenden Kragen 9. Der hohlzylindrische Anteil 14 ist zur Aufnahme des Kapselunterteils 4 ausgebildet. Damit das Kapselunterteil 4 nicht nach unten aus dem Formateinsatz 3 herausrutschen kann, ist der hohlzylindrische Anteil 14 im unteren Bereich des Formateinsatzes 3 leicht eingeschnürt. Der Kragen 9 schließt sich im oberen Bereich des Formateinsatzes 3 an den zylindrischen
Anteil 14 an und ist nach außen gestülpt. Im Querschnitt betrachtet, stellt der Kragen 9 eine nach unten offene U-förmige Tasche dar.
Die Transportvorrichtung 7 besteht im Wesentlichen aus einem Schwenkarm 15, einem Transportarm 1 1 und einer umgreifenden Aufnahme 10. An den Schwenkarm 15 ist der Transportarm 1 1 angeordnet. Dabei ist der Transportarm 1 1 in einer horizontalen Ebene, d.h., in einer Ebene senkrecht zur Vertikalrichtung 8 schwenkbar. An diesem Transportarm 1 1 wiederum ist die den Formateinsatz 3 umgreifende Aufnahme 10 angeordnet. Ein genauerer Aufbau der umgreifenden Aufnahme 10 wird in Zusammenhang mit Figur 2 gegeben. Die umgreifende Aufnahme 10 ist mittels eines vertikal stehenden Führungsbolzens 16 mit dem Transportarm 1 1 verbunden. Der Führungsbolzen 16 ist hierzu fest mit dem Transportarm 11 verbunden. Die umgreifende Aufnahme 10 steckt mit einer Bolzenaufnahme 18 in Vertikalrichtung 8 verschiebbar auf dem
Führungsbolzen 16. Auf dem Führungsbolzen 16 befindet sich zwischen dem
Transportarm 1 1 und der umgreifenden Aufnahme 10 eine Spiralfeder 13. Diese Spiralfeder 13 drückt die umgreifende Aufnahme 10 in Vertikalrichtung 8 gegen einen Anschlag nach oben. Des Weiteren befindet sich seitlich zur Aufnahme 10 am Transportarm 1 1 ein
Schild 33.
Die Waage 5 ist in einem Gehäuse 17 eingebettet. An dem oberen Ende der Waage 5 befindet sich ein ebener Wägetisch 6. Die vertikale Richtung 8 ist senkrecht zu diesem Wägetisch 6. Überhalb dieses Wägetisches 6, seitlich begrenzt durch das Gehäuse 17, definiert sich ein Wägeraum 19. Damit der Formateinsatz 3 inklusive Kapselunterteil 4 in diesen Wägeraum 19 einsetzbar ist, ist das Gehäuse 17 auf einer Seite offen. Diese eine offene Seite verschließt der Schild 33, sobald der Transportarm 11 den Formateinsatz 3 komplett in den Wägeraum 19 eingesetzt hat.
Des Weiteren ist innerhalb des Gehäuses 17 der Niederdrücker 12 angeordnet. Dieser Niederdrücker 12 passt in eine entspreche Nut 48 auf der Außenseite der Aufnahme 10.
Sobald die Transportvorrichtung 7 die Aufnahme 10 inklusive Formateinsatz 3 und Kapselunterteil 4 in den Wägeraum 19 verfahren hat, drückt der
Niederdrücker 12 die Aufnahme 10 in vertikaler Richtung 8 nach unten. Dank der Verbindung zwischen Transportarm 11 und Aufnahme 10 mittels des vertikalen Führungsbolzens 16 kann der Transportarm 11 sowie der Schwenkarm 15 ortsfest bleiben. Durch dieses Niederdrücken wird der Formateinsatz 3 inklusive Kapselunterteil 4 auf dem Wägetisch 6 freigestellt. Dies ist im Detail in den Figuren 2 und 3 zu erkennen.
Die Figuren 2 und 3 zeigen den Ablauf der Freistellung gemäß
Ausführungsbeispiel. In Figur 2 ist zu sehen, wie die Transportvorrichtung 7 die
Kapseleinheit 2 vollständig in den Wägeraum 19 eingebracht hat. Dabei schließt gleichzeitig der Schild 33 durch Kontakt mit dem Gehäuse 17 den Wägeraum 19 nach außen hin ab. Hierzu ist zwischen dem Schild 33 und dem Gehäuse 17 eine Dichtung 49 angeordnet.
Die umgreifende Aufnahme 10 umfasst im Detail einen Kragenfortsatz 20, eine untere Anlagefläche 21 , einen ersten Freischnitt 22 und einen zweiten Freischnitt 23. Ferner zeigt die Figur 2 verschiedene Durchmesser der Komponenten der Wägestation 1. Ein erster Durchmesser 24 zeigt einen Außendurchmesser des Formateinsatzes 3 sowie einen Innendurchmesser der Aufnahme 10 auf Höhe des Kragenfortsatzes 20 bzw. auf Höhe des Kragens 9. Ein zweiter Durchmesser
25 definiert einen Außendurchmesser des Formateinsatzes 3 auf Höhe des ersten Freischnitts 22. Entlang dieses ersten Freischnitts 22 ist ein
Innendurchmesser der Aufnahme 10 etwas größer als dieser zweite
Durchmesser 25. Ein dritter Durchmesser 26 zeigt einen Innendurchmesser der
Aufnahme 10 auf Höhe des zweiten Freischnitts 23. Dieser dritte Durchmesser
26 ist größer als der erste Durchmesser 24 und der zweiten Durchmesser 25. Auf Höhe des zweiten Freischnitts 23 hat der Formateinsatz 3 weiterhin den zweiten Durchmesser 25 als Außendurchmesser. Unterhalb des zweiten Freischnitts 23 liegt der Formateinsatz 3 am Innendurchmesser der Aufnahme 10 an. Hierdurch entsteht die untere Anlagefläche 21 bei einem vierten Durchmesser 27. Der Wägetisch 6 hat einen fünften Durchmesser 28, wobei der fünfte Durchmesser 28 kleiner als der vierte Durchmesser 27 ist. Durch die soeben beschriebenen verschiedenen Durchmesser ist der
Formateinsatz 3 vor dem Freistellen an zwei Abschnitten in Kontakt mit der Aufnahme 10. Zum einen berühren sich die beiden Komponenten im oberen Bereich, wo der Kragen 9 auf dem Kragenfortsatz 20 hängt. Zweitens berühren sich die Aufnahme 10 und der Formateinsatz 3 an der unteren Anlagefläche 21. Zwischen diesen beiden Berührbereichen befindet sich der erste Freischnitt 22 sowie der zweite Freischnitt 23. Figur 3 zeigt nun den Zustand, in dem der Niederdrücker 12 nach unten verfahren wurde und somit auch die umgreifende Aufnahme 10 entlang des Führungsbolzens 16 relativ zum Transportarm 11 nach unten gesetzt wurde. Die Aufnahme 10 bewegt sich dabei, ohne den Wägetisch 6 zu berühren, am
Wägetisch 6 vorbei. Gleichzeitig bleibt der Formateinsatz 3 inklusive
Kapselunterteil 4 auf dem Wägetisch 6 stehen. In diesem freigestellten Zustand gemäß Figur 3 berühren sich nun die Aufnahme 10 und der Formateinsatz 3 nicht mehr. Dadurch kann die Kapseleinheit 2, bestehend aus Formateinsatz 3 und Kapselunterteil 4, unabhängig von der Transportvorrichtung 7 gewogen werden.
Dabei wurde insbesondere die Aufnahme 10 soweit abgesenkt, dass der Kragenfortsatz 20 aus dem Kragen 9 herausschlüpft und in diesem Bereich aufgrund des ersten Freischnitts 22 sowie aufgrund der Durchmesserunterschiede zwischen dem ersten Durchmesser 24 und dem zweiten
Durchmesser 25 kein Kontakt mehr zwischen Formateinsatz 3 und Aufnahme 10 besteht. Im unteren Bereich ist entscheidend, dass der vierte Durchmesser 27 etwas größer ist als der fünfte Durchmesser 28 des Wägetisches 6. Dadurch kann die Aufnahme 10 ohne Kontakt mit der Waage 5 tiefer gleiten als der
Wägetisch 6 steht. Dabei kommt die Aufnahme 10 derart zu stehen, dass ein unterer Bereich des Formateinsatzes 3 mit dem vierten Durchmesser 27 auf Höhe des zweiten Freischnittes 23 angeordnet ist. Aufgrund des Unterschieds zwischen dem dritten Durchmesser 26 und dem vierten Durchmesser 27 besteht auf Höhe des zweiten Freischnittes 23 nun kein Kontakt mehr zwischen
Formateinsatz 3 und Aufnahme 10.
Die Kapseleinheit 2 ist im Ergebnis somit absolut freistehend auf dem Wägetisch 6. Dazu musste lediglich ein Teil, nämlich die Aufnahme 10, der
Transportvorrichtung 7 leicht abgesenkt werden. Folglich ist eine sehr schnelle
Wiederaufnahme der Kapseleinheit 2 möglich und die Taktzeit reduziert sich enorm.
In Figur 4 ist die Wägestation 1 , ergänzt um eine Befüllvorrichtung 30, dargestellt. Die Kombination aus Wägestation 1 und Befüllvorrichtung 30, kann als Kapselbefüllstation 29 bezeichnet werden. Die Befüllvorrichtung 30 umfasst einen Materialausgang 31 sowie einen Materialvorrat 32. Der Materialausgang 31 befindet sich in vertikaler Richtung 8 oberhalb des Wägetisches 6. Zwischen dem Materialausgang 31 und dem Wägetisch 6 definiert sich der bereits diskutierte Wägeraum 19. Oberhalb des Materialausgangs 31 und mit selbigem verbunden befindet sich der Materialvorrat 32. In diesem Materialvorrat 32 ist das
Produkt bevorratet, mit welchem das Kapselunterteil 4 befüllt werden soll.
Insbesondere bei dieser Kombination aus Befüllvorrichtung 30 und Wägestation 1 kommt die Erfindung bevorzugt zum Einsatz, da hier sowohl vor der Befüllung, während der Befüllung als auch nach der Befüllung stets gewogen werden kann.
Figur 5 zeigt eine Bearbeitungsstation 34 zur Herstellung medizinischer
Präparate und insbesondere zum Befüllen von Kapseln mit integrierter
Wägestation 1 und Befüllvorrichtung 30. Dabei werden Kapselunterteile 4 befüllt und mit Kapseloberteilen 35 verschlossen. Einen ersten bis zwölften Schritt, wie er an der Bearbeitungsstation 24 ausgeführt wird, zeigen die Bezugszeichen 36 bis 47.
Im ersten Schritt 36 erfolgt eine Kapselzuführung sowie eine Ausrichtung bzw. Orientierung der Kapseln. Im zweiten Schritt 37 werden die Kapseln freigestellt und geöffnet. Im dritten Schritt 38 und gegebenenfalls im vierten Schritt 39 werden die Kapselunterteile 4 mit Pellets oder Tabletten gefüllt. Dies geschieht bevorzugt mit einem Schwertantrieb für Pellets oder über eine Dosierscheibe. Im fünften Schritt 40 und gegebenenfalls im sechsten Schritt 41 werden die
Kapselunterteile 4 mit Pulver oder Pellets befüllt. Der siebte Schritt 42 sieht wiederum eine Befüllung mit Pellets oder Tabletten über einen Schwertantrieb oder eine Dosierscheibe vor. Hierzu ist zu beachten, dass der dritte Schritt 38 bis zum siebten Schritt 42 je nach Anwendung alternativ oder zusätzlich zum Einsatz kommen. Die hier beschriebene Bearbeitungsstation 34 ist relativ flexibel auf unterschiedlichste Kapseln und unterschiedlich zu befüllende Produkte ausgerichtet. Bei einer anwendungsspezifischen Ausgestaltung der
Bearbeitungsstation 34 können unter Umständen einzelne der Schritte entfallen.
Des Weiteren zeigt die Figur 5 einen achten Schritt 43 zum Fehlerkapselauswurf. In einem neunten Schritt 44 werden die Kapseln durch Aufsetzen des
Kapseloberteils 34 auf das Kapselunterteil 4 zusammengefahren. In einem zehnten Schritt 45 werden dann die Kapseln durch Aufdruck von Kapseloberteil 35 auf Kapselunterteil 4 letztendlich geschlossen. Anschließend erfolgt in einem elften Schritt 46 nochmals ein Gut/Schlecht-T rennung durch Auswurf der schlechten Kapseln. In einem letzten und zwölften Schritt 47 werden insbesondere die Formateinsätze 4, bevorzugt durch Luftdruck, gereinigt, so dass wieder neue Kapselunterteile eingesetzt und befüllt werden können.
Insbesondere beim Abfüllen von Kapseln für medizinische Präparate ist es von besonderer Bedeutung, die exakte Dosierung stets zu kontrollieren. Dadurch, dass die Befüllvorrichtung 30 mit dem Materialausgang 31 direkt über dem
Wägetisch 6 angeordnet ist, kann das Befüllen des Kapselunterteils 4 stets kontrolliert werden. Durch eine Brutto/Tara-Verwiegung ist es möglich, das Gewicht der dosierten Produktmenge genau zu bestimmen.
Next Patent: BALL SCREW DRIVE HAVING AN AXIALLY SUPPORTED THREADED SPINDLE
