HÖRNSTEIN, Roland (Mahdgasse 34, Pfalzgrafenweiler, 72285, DE)
| ANSPRÜCHE 1. Gewichtsmessvorrichtung (1) für Fahrzeughebebühnen, die zwischen einem höhenverstellbaren Tragelement (15) und einem zu hebenden Fahrzeug anordenbar ist, wobei ein Oberteil (2) und ein Unterteil (3) einen Hohlraum (12) bilden, der mit einer Hydraulikflüssigkeit (13) und/oder mit einem Gas gefüllt ist und im Hohlraum (12) durch eine aufliegende Last (19, 20) einen Hydraulik- oder Gasdruck erzeugt, der mit einem Druckmess- und/oder Anzeigegerät (4) gemessen und/oder angezeigt wird, das mindestens teilweise in das Oberteil (2) und/oder in das Unterteil (3) integriert ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (2) aus Gummi und/oder aus Kunststoff und/oder aus einem sonstigen elastischen Material besteht. 2. Gewichtsmessvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Oberteil (2) mindestens eine Verstärkung (10) befindet, die als Platte, Gewebe, Gitter oder Faser ausgeführt ist. 3. Gewichtsmessvorrichtung (1) nach einem oder beiden der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (2) eine innere Teilfläche (5) und eine äußere Teilfläche (6) aufweist, welche die Teilfläche (5) wenigstens teilweise umschließt und die innere Teilfläche (5) vorzugsweise eine nach oben über die äußere Teilfläche (6) überstehende Höhe und/oder eine andere Oberflächenstruktur und/oder eine andere Farbe aufweist und/oder aus einem anderen Werkstoff besteht als die äußere Teilfläche (6). 4. Gewichtsmessvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (2) mindestens eine Ausbuchtung (7) am Umfang aufweist und sich in der Ausbuchtung (7) mindestens eine Öffnung (8) befindet durch welche das Druckmess- und Anzeigegerät (4) abgelesen werden kann. 5. Gewichtsmessvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Oberteil (2) und/oder Unterteil (3) ein- oder mehrteilig ausgeführt sind, zusammen einen Membranzylinder bilden und sich im Oberteil (2) oder Unterteil (3) zum Befüllen des Hohlraums (12) mit einer Hydraulikflüssigkeit (13) oder eines Gases mindestes ein Kanal (11) mit einer verschließbaren Öffnung befindet. 6. Gewichtsmessvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Oberteil (2) mindestens eine ringförmige Nut (18) oder andere Formgebungen wie Rillen oder Rippen befinden, die statisch eine definierte Stelle schwächt oder stärkt und beim Einwirken einer mittigen Last (19) oder außermittigen Last (20) eine bestimmte, gewollte und annähernd gleiche Verformung des Oberteils (2) bewirkt. 7. Gewichtsmessvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen Oberteil (2) und Unterteil (3) eine Druckfeder (21) befindet, die bewirkt, dass das Oberteil (2) in unbelastetem Zustand ohne hydraulische Unterstützung durch das Druckmess- und Anzeigegerät (4) in seine Ausgangslage zurückkehrt. 8. Gewichtsmessvorrichtung (1) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Unterteil (3) plattenförmig und/oder aufsetzbar und/oder aufschiebbar und/oder lösbar auf dem Tragelement (15) befestigbar ist. 9. Gewichtsmessvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (15) zugleich das Unterteil der Gewichtsmessvorrichtung bildet. 10. Gewichtsmessvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckmess- und Anzeigegerät (4) am Umfang des Oberteils angeordnet ist, eine längliche Bauform und einen vom erzeugten Druck bewegten Kolben (25) aufweist, dessen Anzeigebewegung in Umfangs- oder Längsrichtung erfolgt. |
Gewichtsmessvorrichtung für Fahrzeughebebühnen
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Gewichtsmessvorrichtung für Fahrzeughebebühnen, wie sie u. a. in Kfz-Werkstätten eingesetzt werden, um Fahrzeuge für
Reparatur und Wartung anzuheben. Die Erfindung wird unter Bezugnahme auf die
Verwendung mit einer Fahrzeughebebühne mit schwenkbaren Tragarmen beschrieben, ohne die Erfindung auf diesen Hebebühnentyp einzuschränken.
Fahrzeughebebühnen mit schwenkbaren Tragarmen sind u. a. deshalb weit verbreitet, weil man mit ihnen aufgrund der variablen Verstellmöglichkeiten ihrer vier Tragarme eine Vielzahl verschiedener Fahrzeuge aufnehmen kann. Am äußeren Ende der Tragarme befinden sich so genannte Fahrzeugaufnahmen. Diese Fahrzeugaufnahmen besitzen meist eine vertikal angeordneten ungefähr 80 bis 100 mm lange Gewindespindel, an die eine horizontale, runde Stahlplatte mit ungefähr 100 bis cirka 120 mm Durchmesser angeschweißt ist. Auf dieser Stahlplatte ist eine Fahrzeugauflage befestigt, die aus einem elastisch verformbaren Material ist. Die Stahlplatte ist das statisch tragende Teil. Die Fahrzeugauflage dient als Auflage für das Fahrzeug. Sie ist meist aus Gummi oder aus Kunststoff und soll beim Anheben des Fahrzeuges möglichen Beschädigungen an den Auflageflächen bzw. Kontaktstellen am Fahrzeugunterboden vorzubeugen.
Beim Anheben der Fahrzeuge ist vom Bediener darauf zu achten, dass das anzuhebende Fahrzeug sicher auf den vier Fahrzeugauflagen aufliegt. Unter„sicher" ist hier zu verstehen, dass zum einen die vier Aufnahmepunkte in Längs- und Querrichtung möglichst weit auseinander liegen und zum anderen der jeweilige Kontaktpunkt am Unterboden des Fahrzeuges möglichst mittig auf der Fahrzeugauflage aufliegt, damit bei ungünstigen Betriebssituationen einem Abrutschen des Fahrzeuges vorgebeugt ist. Ferner darf weder die Gesamttragfähigkeit der Hebebühne, die zulässige Lastverteilung noch die maximale
Tragfähigkeit eines einzelnen Tragarmes überschritten werden. Es kann zu Gefährdungen und Unfällen kommen, wenn das angehobene Fahrzeug aufgrund ungünstiger Umstände nur auf zwei oder drei Tragarmen aufliegt und demzufolge auf einem oder gar zwei
Tragarmen keine oder nur eine geringe Last aufliegt. Leider werden die Fahrzeuge in Längs- und Querrichtung häufig nicht entsprechend dem Schwerpunkt des Fahrzeuges - also mit gleichmäßiger Lastverteilung - aufgenommen, sondern mit„einseitiger bzw. ungleicher" Lastverteilung. Dieses Anheben mit einseitiger bzw. ungleicher Lastverteilung rührt zum einen daher, dass der Fahrzeugschwerpunkt nicht gekennzeichnet und somit auch nicht erkennbar ist. Ferner werden auch beladene Fahrzeuge angehoben, was die Einschätzung des Fahrzeugschwerpunktes zusätzlich erschwert. Zum anderen werden Fahrzeuge auch bewusst einseitig und mit ungleicher Lastverteilung aufgenommen, um für spezielle Wartungs- und Reparaturarbeiten die Zugänglichkeit zu bestimmten Partien am Unterboden des Fahrzeuges zu verbessern, damit sich diese ungehindert und leichter durchführen lassen. Unter„einseitiger bzw. ungleicher" Lastverteilung ist eine Längs- und/oder Querverschiebung des Fahrzeugs in Bezug auf die
Hebebühne gemeint.
Die Offenlegungsschrift DE 29 37 582 AI beschreibt eine Hebebühne, insbesondere eine Zwei-Säulenhebebühne für Kraftfahrzeuge, bei der an Tragelementen Kraftmesseinrichtungen angeordnet werden, deren Ausgangssignale einer nachgeschalteten Sicherheitsschaltung weitergeleitet werden, die die Signale mit zulässigen Belastungen proportionaler Spannungswerte vergleicht und bei Überschreiten der zulässigen Spannungswerte eine Warn- und/oder Bremseinrichtung einschaltet. Das aus der DE 29 37 582 A 1 bekannte System ist Bestandteil der Hebebühne. Es kann beispielsweise nicht auf Hebebühnen angewandt werden, die sich bereits im Einsatz befinden. Außerdem ist dieses System sehr aufwändig und daher auch teuer.
Das Gebrauchsmuster G 93 12 286.1 beschreibt eine Hebebühne mit mehreren Tragarmen, bei der an den freien Enden der Tragarme abnehmbare Aufnahmeteller oder dgl. angeordnet sind, an denen auf Gewichtsbelastung oder einseitige Belastung ansprechende Sensoren, Schalter oder dgl. angeordnet und diese mit einem Anzeige-, Überwachungsgerät oder dgl. verbunden sind. Nachteilig ist, dass eine Vielzahl von Sensoren, Kontaktpunkten, gelenkig gelagerten Teilen, etc. erforderlich ist, was erfahrungsgemäß eine hohe Störanfälligkeit und hohe Herstellkosten mit sich bringt.
Die Patentschrift DE 10 2007 053 757 beschreibt ein Auflageelement für Hebebühnen, bei dem die Druckmessung über ein vertikal verschiebbares Übertragungselement erfolgt, das ringförmig sein muss und einen ebenfalls ringförmigen Druckraum abdichtet. Nachteilig an dieser Lösung ist, dass für die Druckmessung ein Übertragungselement als solches benötigt wird, das eine Abdichtfunktion zu erfüllen hat, das eine Relativbewegung ausführt bei der Reibung entsteht und das in seiner Anordnung direkt auf einem Tragglied der Hebebühne vertikal verschiebbar aufliegen muss. Dadurch muss diese Druckmesseinrichtung zwingend in einem nicht höhenverstellbaren Bauteil angeordnet werden, was weitere Bauteile mit zusätzlichen Einfluss- und Störgrößen für das Messsystem erforderlich macht und zu einer aufwändigen Konstruktion führt. Dies erfordert einen hohen fertigungstechnische Aufwand, enge Toleranzen und hohe Oberflächenqualitäten für die benötigten Bauteile, insbesondere für die Ringnute und die Lagerstellen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Handhabung und die Sicherheit beim Aufnehmen und Anheben von Fahrzeugen mit Hebebühnen mit einer einfachen, robusten und kostengünstigen Gewichtsmessung zu verbessern. Sie soll den Bediener anleiten und es ihm erleichtern, die verschiedenartigen Fahrzeuge mit jeweils gleichmäßiger bzw. zulässiger Lastverteilung aufzunehmen. Ferner soll die Lastanzeige direkt an der jeweiligen Fahrzeugaufnahme erfolgen, so dass auf ein separates Anzeigegerät verzichtet werden kann.
Weitere Vorteile sind, dass quasi alle Fahrzeughebebühnen, die sich bereits im Einsatz befinden, sehr einfach und sehr kostengünstig auf diesen neuen Sicherheitsstandard nachgerüstet werden können, ohne dass hierzu Änderungen oder Anpassungen an deren Tragarmen oder an deren Fahrzeugaufnahmen ausgeführt werden müssen.
Dies wird erfindungsgemäß durch eine Gewichtsmessvorrichtung für Fahrzeughebebühnen nach Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Gewichtsmessvorrichtung für Fahrzeughebebühnen kann auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Um eine einfache Bauweise, ein einfaches und kompaktes Messsystem und damit einen kostengünstigen Herstellprozess sicherzustellen, ist die gesamte Messtechnik, Messwerterfassung und Messwertanzeige der Gewichtsmessung in oder an Bauteilen der Gewichtsmessvorrichtung, vorzugsweise in der Fahrzeugauflage aus Gummi oder aus Kunststoff oder einem artverwandten Material unterzubringen. Da die einfache Nachrüstung an Fahrzeughebebühnen, die sich bereits im Einsatz befinden, ein wichtiger Aspekt ist, orientiert sich eine einfache Bauweise an den bewährten Formen und Materialien der bekannten Fahrzeugaufnahmen, konkret an der eingangs erwähnten horizontal angeordnete Stahlplatte. Auf dieser Stahlplatte - in der weiteren Beschreibung als „Tragelement der Fahrzeugauflage" bezeichnet - ist die Fahrzeugauflage befestigt, die meist aus elastischem Material und mit einer rutschhemmenden Oberfläche ausgeführt ist. Das Tragelement der Fahrzeugauflage ist in den meisten Ausführungen fest mit einer Gewindespindel verbunden. Auf diese Weise kann die Fahrzeugauflage durch Drehung um ihre Längsachse in ihrer Höhe bezogen zum Tragarm verstellt und an die Kontur bzw. an das Niveau des Fahrzeugunterbodens angepasst werden.
Das Tragelement der Fahrzeugauflage ist meist rund oder viereckig. Das Material ist meist aus Stahl oder bei modernen Ausführungen aus Kunststoff oder einem artverwandten Material. Das Tragelement der Fahrzeugauflage stellt die allein maßgebliche Schnittstelle zur erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung da.
Die erfindungsgemäße Gewichtsmessvorrichtung für Fahrzeughebebühnen besteht vorzugsweise aus einem Oberteil, einem Unterteil, einem Druckmessgerät sowie den erforderlichen Anschluss-, Verbindungs- und Verschlussteilen.
Das Oberteil weist optisch deutlich erkennbar einen„bevorzugten bzw. besonders geeigneten" innen liegenden Aufnahmebereich auf. Um eine verbesserte Arbeitssicherheit zu erzielen, wird dem Anwender vorgeschlagen, das Oberteil so unter dem Fahrzeug zu platzieren, dass die Aufnahme-Kontaktstelle des Fahrzeugunterbodens möglichst mittig im bevorzugten Bereich liegt. Dieser besonders geeignete, weil sichere Aufnahmebereich, ist vorzugsweise eine innen liegende runde Teilfläche, die wenige Millimeter höher ist, als die sie umschließende Fläche. Sie weist eine andere Oberflächenstruktur und vorzugsweise auch eine andere Farbe auf, als die äußere und umschließende Teilfläche. Die innen liegende Teilfläche kann z. B. schwarz sein. Die Farbe der äußeren, umschließenden Teilfläche kann eine Warnfarbe, z. B. signalrot, sein. Somit wird jedem Anwender suggeriert, dass das Aufnehmen des Fahrzeuges auf der innen liegenden, erhöhten und schwarzen Teilfläche eine höhere Sicherheit und einen besseren Schutz gegen Gefahren bietet, als die äußere, niedrigere und signalrote Fläche. Die innere Fläche eignet sich durch deren vorstehende, größere Höhe besser und einfacher als Kontaktfläche für die Aufnahmepunkte am Fahrzeug als die äußere Ringfläche. Das Oberteil ist vorzugsweise einteilig und kann beispielsweise in einer Werkzeug- oder Gussform hergestellt werden. Es besteht aus einem Gummiwerkstoff oder einem Kunststoff oder einem anderen geeigneten Werkstoff. Dieser ist vorzugsweise biegeweich und zugsteif. Mit dem Werkstoff verbunden oder im Werkstoff des Oberteils können Verstärkungen und/oder Armierungen, wie Gewebe, Gitter, Fasern oder auch plattenartige Teile aus anderen Materialien angeordnet sein. Ebenso können sich an der Ober- und/oder Unterseite des Oberteils Entlastungsrillen, Nuten, Rippen oder dergleichen befinden, durch die eine bestimmte und gewollte Verformung erreicht wird, unabhängig davon ob auf dem Oberteil eine mittige oder außermittige Last aufliegt. Ferner können im Oberteil Vorkehrungen in Form von Anlageflächen, Aussparungen und/oder dicht eingebrachten Anschlusselementen für die Montage und das druckdichte Anschließen eines geeigneten Druckmessgerätes, Druckanzeigegerätes oder Druckaufnehmers getroffen sein. In einer anderen Ausführung können bereits Teile des Druckmessgerätes, des Druckanzeigegerätes oder Druckaufnehmers ganz oder teilweise im Oberteil integriert sein. In einer wiederum anderen Ausführung kann das Oberteil auch mehrteilig ausgeführt sein, um die Herstellung und die Montage der einzelnen Teile zu vereinfachen.
Das Unterteil besteht vorzugsweise aus einem plattenförmigen, dünnwandigen Material, das an seiner Unterseite eine Form oder Ausnehmung hat, die ein passgenaues Aufsetzen oder Aufschieben auf das Tragelement der Fahrzeugauflage ermöglicht. Zur festen Positionierung, Fixierung und rutsch- und verliersicheren Befestigung auf dem Tragelement der Fahrzeugauflage sind Vorkehrungen wie Laschen, Klammern, etc. vorhanden.
In einer anderen Ausführung kann das Unterteil auch ein Formkörper sein, in welchem Vorkehrungen in Form von Anlageflächen, Aussparungen und/oder dicht eingebrachten Anschlusselementen für die Montage und das druckdichte Anschließen eines geeigneten Druckmessgerätes, Druckanzeigegerätes oder Druckaufnehmers getroffen sind. In einer anderen Ausführung können bereits Teile des Druckmessgerätes, des Druckanzeigegerätes oder Druckaufnehmers ganz oder teilweise im Unterteil integriert sein. In einer anderen Ausführung kann das Unterteil auch mehrteilig ausgeführt sein, um die Herstellung und die Montage der einzelnen Teile zu vereinfachen. In einer wiederum anderen Ausführung kann das Unterteil vom Tragelement der Fahrzeugauflage gebildet werden und damit als statisch tragendes Bauteil ausgeführt sein, an dem das Oberteil befestigt ist. Das Ober- und das Unterteil sind fest und dicht, vorzugsweise an ihrem äußeren Umfang und/oder an ihrem äußeren Randbereich miteinander verbunden und bilden zusammen eine Art einfach wirkenden Membranzylinder, der keine Kolbenstange besitzt. Wenn das Oberteil durch ein aufliegendes Fahrzeug belastet wird, verformt es sich und bewirkt eine Druckerhöhung. Diese Druckerhöhung entspricht sehr genau der aufliegenden Last, da Membranzylinder aufgrund ihrer besonderen Bauart nahezu reibungs- und hysteresefrei funktionieren. Die feste und dichte Verbindung von Ober- und Unterteil kann beispielsweise in einem Werkzeug durch einen gesteuerten Fertigungsprozess erfolgen, bei dem Parameter wie Werkzeug- und Materialtemperatur, Anpressdruck und Anpresszeit in der Weise aufeinander abgestimmt sind, dass eine nicht lösbare und dichte Verbindung zwischen Ober- und Unterteil gewährleistet ist. Ebenso kann die Verbindung durch Anvulkanisieren, Verschrauben, Klemmen, Kleben, Spannen oder auf eine andere geeignete Weise erfolgen. Zwischen Ober- und Unterteil befindet sich ein Hohlraum. Dieser Hohlraum weist vorzugsweise eine runde, gewölbte Form auf und ist abgedichtet, so dass er mit einem Hydraulikmedium oder einem Gas gefüllt werden und auf diese Weise einen Druckraum bilden kann, wenn auf dem Oberteil eine Last aufliegt. Der Außendurchmesser oder die äußere Kontur des Hohlraums ist vorzugsweise größer als der Durchmesser oder die äußere Kontur der innen liegenden Teilfläche, die etwas höher ist als die umschließende äußere Teilfläche. Im Oberteil- und/ oder Unterteil können sich dicht verschließbare Öffnungen zum Entlüften und Befüllen des Hohlraums befinden.
Zur Druckmessung und -anzeige ist vorzugsweise im Oberteil ein mechanisch-hydraulisch oder mechanisch-pneumatisch arbeitendes Druckmessgerät, vorzugsweise ein Druckmanometer untergebracht. Damit eine leichte Ablesbarkeit gewährleistet ist, befindet sich dieser am Umfang des Oberteils. Um die Bauhöhe des Oberteils und damit die Unterschwenkhöhe der Fahrzeugaufnahme so gering als möglich zu halten, weist dieser Druckmanometer vorzugsweise eine schlanke und längliche Bauform - in etwa vergleichbar mit der eines Fieberthermometers - auf. Die Anzeigerichtung und Anzeigebewegung erfolgt horizontal, d. h. in Längs- oder in Umfangsrichtung. Um Ober- und Unterteil in ihrer Größe so kompakt als möglich zu gestalten und um das Druckmessgerät gegen Beschädigung zu schützen, ist dieses zumindest teilweise, vorzugsweise soweit als möglich im Ober- und/oder Unterteil integriert. Der Druckmanometer besteht vorzugsweise aus einem schlanken, länglichen Manometergehäuse aus durchsichtigem oder transparentem Material, wie beispielsweise aus Borosilicat- glas, Plexiglas oder einem anderen geeigneten Material, das vorzugsweise biegsam ist. Das Manometergehäuse kann eine gerade oder gebogene Form aufweisen. Auf dem Manometergehäuse kann eine Skalierung für die Druckanzeige angebracht sein, die auch mehrfarbig gestaltet sein kann. Alternativ kann diese Skalierung auch an gut ablesbarer Stelle am Oberteil angebracht sein. Das Manometergehäuse ist an beiden Ende dicht verschlossen.
Vorzugsweise ist es an einem Ende über ein Anschluss- und Verbindungselement dicht mit dem Druckraum verbunden. Am anderen Ende ist das Manometergehäuse dicht verschlossen. Dies kann durch ein abdichtendes Verschlusselement ausgeführt werden, in dem sich ein Ventil oder eine Vorkehrung zum Befüllen eines Gases befinden kann.
Im Manometergehäuse befinden sich ein frei beweglicher, abgedichteter Kolben, der vorzugsweise mit einer Markierung versehen ist, die gleichzeitig als Anzeiger dient, um den jeweiligen hydraulischen oder pneumatischen Druck anzuzeigen. Vor dem abgedichteten Kolben steht die Hydraulikflüssigkeit oder das Gas aus dem Druckraum an. Hinter dem abgedichteten Kolben befindet sich irgend eine Form von auf Druck belastbare Feder, vorzugsweise eine Gasfeder.
Die wirksame Fläche des Hohlraums zwischen Oberteil und Unterteil der Fahrzeugauflage und die aufliegende Last erzeugen im Hohlraum einen Druck, der zur aufliegenden Last charakteristisch ist. Dieser Druck wird vom Druckmess- und Anzeigegerät gemessen und angezeigt.
Die Vorteile dieser Erfindung sind die einfache und sehr kostengünstige Möglichkeit, das Aufnehmen und Anheben von Fahrzeugen mit Hebebühnen auf einen höheren Sicherheitsstandard zu bringen. Dies trifft gleichermaßen für neue wie auch für bereits im Einsatz befindliche Hebebühnen zu. Die Kombination aus verbesserter optischer Kontrollierbarkeit der sicheren (mittigen) Positionierung des Fahrzeugs auf der Fahrzeugauflage und die mechanisch-hydraulische oder mechanisch-pneumatische Gewichtsmessung/Lastkontrolle sowie deren differenzierten Anzeige erleichtern es dem Anwender, Fahrzeuge sicher anzuheben. Weitere Vorteile sind die kompakte Bauform, das integrierte mechanisch-hydraulische oder mechanisch-pneumatische Messsystem, das zur Kraftübertragung keinen Hydraulikkolben, keine Kolbendichtung und keine mechanische Bearbeitung von Bauteilen benötigt, wie dies üblicherweise bei pneumatischen oder hydraulischen Komponenten erforderlich ist, die Kräfte übertragen und lineare Bewegungen ausführen.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben und erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine nicht maßstäbliche, vereinfachte, schematisierte und axial geschnittene
Darstellung einer erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung
Fig. 2 eine nicht maßstäbliche, vereinfachte, schematisierte, teilweise geschnittene
Draufsicht einer erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung
Fig. 3 eine nicht maßstäbliche, vereinfachte, schematisierte perspektivische
Darstellung einer erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung
Fig. 4 eine nicht maßstäbliche, vereinfachte, schematisierte Darstellung einer
erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung, die fest und entfernbar auf dem höhenverstellbaren Tragelement angeordnet ist.
Fig. 5 eine nicht maßstäbliche, vereinfachte, schematisierte Darstellung einer
erfindungsgemäßen Gewichtsmessvorrichtung, die fest und nicht entfernbar auf dem höhenverstellbaren Tragelement angeordnet ist.
Fig. 1 zeigt im Achsschnitt und Fig. 2 zeigt in der teilweise geschnittenen Draufsicht eine Gewichtsmessvorrichtung 1 für Fahrzeughebebühnen, die aus einem Oberteil 2, einem Unterteil 3 und einem Druckmess- und Anzeigegerät 4 besteht.
Das Oberteil 2 ist ein Formteil aus einem biegeweichen und zugfesten Elastomerwerkstoff. Es weist eine optisch und geometrisch deutlich erkennbare innere, runde Teilfläche 5 auf, die von einer ringförmigen äußeren Teilfläche 6 umschlossen ist. Die innere Teilfläche 5 besitzt eine rutschhemmende Oberfläche und gegenüber der umschließenden äußeren Teilfläche 6 eine um wenige Millimeter größere Höhe. Die Farbe der inneren Teilfläche 5 ist schwarz. Die Farbe der umschließenden äußeren Teilfläche 6 ist signalrot. In einem Teilbereich des Umfangs besitzt das Oberteil 2 eine Ausbuchtung 7, die seitlich eine Öffnung 8 aufweist. Durch diese Öffnung 8 ist das Gehäuse 9 des Druckmess- und Anzeigegerätes 4 sichtbar. Innerhalb der inneren Teilfläche 5 ist als Verstärkung 10 eine dünne runde Stahlplatte im Oberteil 2 angeordnet.
Im Oberteil 2 befindet sich seitlich angeordnet ein dicht verschließbarer Kanal 11 zur Entlüftung und Befüllung des Hohlraums 12, der als Druckraum ausgeführt und mit einer Hydraulikflüssigkeit 13 gefüllt ist. An der Unterseite des Oberteils 2 befindet sich eine ringförmige, umlaufende Nut 18, die an dieser Stelle statik- bzw. festigkeitsbezogen eine Schwächung des Oberteils 2 bewirkt, die beim Einwirken einer mittig aufliegenden Last 19 oder einer außermittigen Last 20 auf die Teilfläche 5 eine bestimmte, gewollte und annähernd gleiche Verformung bewirkt. Ferner ist das Oberteil 2 mit Ausformungen 22, wie Aussparungen 22 a und Anlageflächen 22 b versehen, die zur Positionierung und Fixierung von Teilen oder zur leichteren Montage oder des attraktiveren Aussehens dienen.
Zwischen Oberteil 2 und Unterteil 3 befindet sich eine Druckfeder 21, die bei Entlastung bewirkt, dass das Oberteil 2 ohne hydraulische Unterstützung durch das Druckmess- und Anzeigegerät 4 in seine Ausgangslage zurückkehrt.
Das Unterteil 3 ist ein dünnes Stahlblech, mit einem rechtwinklig nach unten, d. h. weg vom Oberteil 2 abstehenden, zylindrischen Rand und dadurch eine konzentrische Ausnehmung 14 aufweist. Diese konzentrische Ausnehmung 14 ist rund und passt leicht montierbar auf das Trageelement 15, das mit einer Gewindespindel 16 unlösbar und fest verbunden ist. Zur festen, jedoch wieder lösbaren Befestigung des Unterteils 3 auf dem Tragelement 15 befinden sich am Unterteil 3 vier Laschen 17, die nach dem Aufsetzen auf das Tragelement 15 U-förmig um 90° umgebogen werden. Die nach innen umgebogenen Laschen 17 untergreifen das Tragelement 15.
Das Druckmess- und Anzeigegerät 4 besteht aus einem entsprechend der Form der Ausbuchtung 7 gebogenen, rohrförmigen Gehäuse 9, einem dicht eingebrachten Anschluss- element 23 an einem Ende, einem abdichtenden Verschlusselement 24 am anderen Ende und einem frei im Gehäuse 9 beweglichen Kolben 25. Das Anschlusselement 23 weist einen Kanal 26 auf, der mit dem Hohlraum 12 in Verbindung steht und über eine Dichtung 27 gegenüber dem Gehäuse 9 abgedichtet ist. Das Verschlusselement 24 weist ebenfalls ein Dichtung 28 auf und besitzt ein selbst schließendes, dichtes Ventil 29 zum Befüllen eines Gases 30. Der Kolben 25 ist mit der Dichtung 31 gegen die Hydraulikflüssigkeit 13 und mit der der Dichtung 32 gegen die Gasfüllung 30 der Gasfeder 33 abgedichtet.
Wenn auf dem Oberteil 2 bzw. der inneren runden Teilfläche 5 keine Last aufliegt, ist der Hohlraum 12 in drucklosem Zustand. Der Kolben 25 steht dann durch die Wirkung der Gasfeder 33 am Anschlusselement 23 an. Die Anzeigemarkierung 35 dann zeigt auf der Skalierung den Messwert null an. Wird eine Last 19, 20 aufgebracht entsteht im Hohlraum 12 ein hydraulischer Druck, der über den Kanal 26 in das Gehäuse 9 gelangt und dort auf den Kolben 25 eine Kraft ausübt. Der Kolben 25 drückt entsprechend der Größe der aufliegenden Last 19, 20 das Gas 30 entsprechend der Federrate bzw. der Charakteristik der Gasfeder zusammen und der Kolben 25 bewegt sich in horizontaler Anzeigerichtung zum Verschlusselement 24. Dabei zeigt die Anzeigemarkierung 34 auf der Skalierung 35 den jeweiligen Messwert an.
Fig. 3 zeigt die Gewichtsmessvorrichtung 1 in perspektivischer Darstellung. Durch die seitliche Öffnung 8 im Oberteil 2 ist die Skalierung 35 auf dem Gehäuse 9 des Druckmess- und Anzeigegerätes 4 zu sehen. Der Kolben 25 befindet sich in etwa in einer Mittelstellung. Die vier Laschen 17 stehen in senkrechter Position, so dass die Gewichtsmessvorrichtung 1 in einfacher Weise auf das Tragelement 15 einer Fahrzeugauflage aufgesetzt werden kann.
Fig. 4 zeigt die Gewichtsmessvorrichtung 1, wie sie mit den umgebogenen Laschen 17 auf dem Tragelement 15 der Fahrzeugauflage befestigt und über die Gewindespindel 16 höhenverstellbar im Tragarm 36 einer ansonsten nicht dargestellten Fahrzeughebebühne verbunden ist.
Fig. 5 zeigt die Gewichtsmessvorrichtung 1, bei dem das Oberteil 2 dicht und unlösbar auf dem Tragelement 15 der Fahrzeugauflage befestigt und über die Gewindespindel 16 höhenverstellbar im Tragarm 36 einer ansonsten nicht dargestellten Fahrzeughebebühne verbunden ist. BEZUGSZEICHENLISTE
Gewichtsmessvorrichtu ng
Oberteil
Unterteil
Druckmess- und Anzeigegerät
innere Teilfläche
äußere Teilfläche
Ausbuchtung
Öffnung
Gehäuse
Verstärkung
Kanal
Hohlraum/Druckraum
Hydraulikflüssigkeit
Ausnehmung
Tragelement
Gewindespindel
Laschen
Nut
mittige Last
außermittige Last
Druckfeder
Ausformung
a Aussparung
b Anlagefläche
Anschlusselement
Verschlusselement
Kolben
Kanal
Dichtung
Dichtung Ventil
Gas
Dichtung
Dichtung
Gasfeder
Anzeigemarkierung Skalierung Tragarm
