LEGUIN, Hermann (Ravensburger Strasse 28, Amtzell, 88279, DE)
| Ansprüche 1. Schweissvorrichtung zum Bearbeiten eines Werkstücks (6) mit - einem Manipulator (1 ), - einer an dem Manipulator (1 ) angeordneten Schweisseinrichtung (2), - einer Steuereinrichtung (1 1 ), die mit dem Manipulator (1 ) und der Schweisseinrichtung (2) verbunden ist, und - einem mit der Steuereinrichtung (1 1 ) verbundenen Geber (13) zur Vorgabe von Punkten (7), wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist, um eine erste Schweissbahn (3) auf Grundlage der Punkte (7) zu bestimmen, dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Gebers (13) Koordinaten von Punkten (7) der Schweissbahn (3) auf dem Werkstück (6) ermittelbar und an die Steuereinrichtung (1 1 ) übertragbar sind. 2. Schweissvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (1 1 ) einen Modus zum Erzeugen von harmonischen Schweissbahnen (3) beinhaltet. 3. Schweissvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (1 1 ) eingerichtet ist zum Bestimmen einer zweiten Schweissbahn (4) auf Grundlage der ersten Schweissbahn (3). 4. Schweissvorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Geber einen Joystick (13) umfasst zum Aufnehmen der Punkte (7) durch einen Benutzer und zum Springen von Bahn zu Bahn. 5. Schweissvorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 oder 4, 5 gekennzeichnet durch einen an dem Manipulator angeordneten Scanner (15), der mit der Steuereinrichtung (1 1 ) verbunden ist, wobei die Steuereinrichtung (1 1 ) eingerichtet ist, die erste Schweissbahn (3) und/oder die nächsten Schweissbahnen (4, 5) in Abhängigkeit eines Ausgangssignals des Scanners (15) zu bestimmen. 0 6. Schweissvorrichtung nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch eine an dem Manipulatorkopf angeordnete Lichtquelle (16), die angeordnet ist, so dass durch die Lichtquelle (16) ein durch den Scanner (15) abtastbarer Bereich ausleuchtbar ist. 5 7. Schweissvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen mit der Steuereinrichtung verbunden Speicher zum Abspeichern von zumindest einer der Schweissbahnen (3, 4, 5). o 8. Schweissverfahren mit den Schritten: - Anfahren von zumindest zwei Punkten (7) einer gewünschten Schweissbahn (3) mit einem Koordinatengeber; - Bestimmen einer ersten Schweissbahn (3) auf der Grundlage der zumindest zwei aufgenommenen Punkten (7) und 5 - Schweissen entlang der ersten Schweissbahn (3) mittels einer an einem Manipulator (1 ) angeordneten Schweisseinrichtung (2). 9. Schweissverfahren nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch Bestimmen einer zweiten Schweissbahn (4) auf Grundlage der ersten Schweissbahn (3) und Schweissen entlang der zweiten Schweissbahn (4). 10. Schweissverfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schweissbahn (4) durch eine geometrische Operation aus der ersten Schweissbahn (3) bestimmt wird. 5 1 1. Schweissverfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schweissbahn (4) durch eine zentrische Streckung, eine Verschiebung und/oder eine Spiegelung aus der ersten Schweissbahn (3) bestimmt wird. o 12. Schweissverfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Koordinatengeber (13) innerhalb der Schweissbahn (3, 4, 5) oder von Schweissbahn (3) zu Schweissbahn (4, 5) gesprungen und die Schweissbahn (3, 4, 5) verändert wird. 5 13. Schweissverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Ausgangssignal eines an dem Manipulator (1 ) angeordneten Scanners (15) verwendet wird, um eine Ebene für die erste Schweissbahn (3) und/oder die zweite Schweissbahn (4) zu bestimmen. o 14. Schweissverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 13, gekennzeichnet durch einen handsteuerbaren Koordinatengeber. 15. Schweissverfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 14, gekennzeichnet durch 5 - Auslesen eines Ausgangssignals (Koordinaten) eines Handsteuergebers (13) (Joystick) und - Ansteuern des Manipulators (1 1 ), so dass er zwischen der ersten Schweisskurve (3) und der zweiten Schweisskurve (4) in Abhängigkeit des Ausgangssignals springt und/oder 0 - Ansteuern des Manipulators (1 ), so dass er entlang der ersten Schweisskurve (3) oder der zweiten Schweisskurve (4) verfährt. 16. Schweissverfahren nach Anspruch 15, gekennzeichnet durch Verfahren des Manipulators (1 ) entlang der ersten Schweisskurve (3) oder der zweiten Schweisskurve (4) mit einer Geschwindigkeit in Abhängigkeit eines Ausgangssignals des Handsteuergebers (13). |
Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft eine Schweissvorrichtung nach dem Hauptanspruch und ein Schweissverfahren nach dem nebengeordneten Anspruch.
Stand der Technik
Aus dem Stand der Technik sind Schweissroboter bekannt, welche angelernt werden können. So zeigt die DE 4 323 950 A1 einen Schweissroboter, dem verschiedene Kurvenpunkte für eine Schweisskurve vorgegeben werden können, wobei der Schweissroboter aus den vorgegebenen Punkten eine Schweisskurve bestimmt, die dann anschliessend verwendet wird, um entlang dieser Schweisskurve eine Schweissnaht zu setzen. Besonders beim Schweissen von hochfesten Legierungen oder Edelstahl- Legierungen sind teilweise sehr hohe Anforderungen an die Güte der Schweissnähte zu stellen. So muss bei einem Auftragschweissen, mit welchem
BESTÄTIGUNGSKOPIE Werkstück-Beschädigungen ausgebessert werden, exakt geschweisst werden, um das erwünschte Ergebnis erzielen. Bei einer Ausbesserung von grösseren Flächen kommt es zu dem Problem, dass mehrere Kurven von Schweisspunkten oder Schweisskurven gesetzt werden müssen, um den Auftrag wie gewünscht zu erreichen. Eine solche grossflächige Auftragschweissung ist mit dem oben angesprochenen Schweissroboter nur mühsam durchzuführen.
Offenbarung der Erfindung
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schweissvorrichtung und ein Schweissverfahren anzugeben, mit welchen die Nachteile des Standes der Technik gelindert oder abgestellt werden können, wobei insbesondere eine schnelle Erstellung von Schweisskurven, mit denen insbesondere auch grössere Flächen im Auftragschweissverfahren behandelt werden können, ermöglicht werden sollen.
Die Aufgabe wird mit einer Schweissvorrichtung nach dem Hauptanspruch 1 und einem Schweissverfahren nach dem nebengeordneten Anspruch gelöst. Die erfindungsgemässe Schweissvorrichtung umfasst einen Manipulator, welcher eine Schweisseinrichtung trägt. Vorzugsweise ist die Schweisseinrichtung ein Schweisslaser. Weitere bevorzugte Ausführungsformen umfassen eine Laserpistole, ein Lichtbogenschweissgerät, ggf. mit Schutzgaseinrichtung, ein elektrisches Schweissgerät oder ein Schweissgerät mit offener Flamme, bspw. mit Gas als Brennstoff. Im Folgenden wird bevorzugt ein Schweisslaser als Schweisseinrichtung beschrieben; ohne ausdrücklichen Hinweis ist dabei mit dem Wort „Schweisseinrichtung" jedoch immer grundsätzlich allgemein eine Schweisseinrichtung offenbart. Dies gilt auch für die Beschreibung des bevorzugten Ausführungsbeispiels. Es ist anzumerken, dass der Manipulator einen Kopf aufweist, an dem entweder der vollständige Schweisslaser oder bevorzugt ein Austrittsende eines Lichtleiters eines anderweitig angeordneten Schweisslasers angeordnet ist. Dies bietet den Vorteil, dass der Kopf kleiner gestaltet werden kann. Die Schweissvorrichtung umfasst eine Steuereinrichtung, mit welcher der Manipulator und der Schweisslaser steuerbar sind.
Ein Geber ist mit der Steuereinrichtung verbunden und dazu geeignet, Punkte vorzugeben, wobei die Steuereinrichtung wiederum dazu eingerichtet ist, eine Schweisskurve auf Grundlage der Punkte zu bestimmen. Für die Bestimmung einer linearen Schweissbahn genügen zwei Punkte, in der Regel dürfte jedoch eine Schweisskurve aus mehreren Kurvenpunkten zu bestimmen sein.
Aufgenommen werden durch den Geber vor allem die Koordinaten der entsprechenden Punkte. Dies kann durch ein beliebiges Aufnahmegerät erfolgen. Bevorzugt befindet sich an der Schweissvorrichtung ein Binokular, mit welchem die Oberfläche des zu bearbeitenden Werkstücks beobachtet wird. In dem Binokular kann nun ein Fadenkreuz vorgesehen sein, mit dem die gewünschten Punkte angefahren werden. Das Fadenkreuz ist wiederum mit einem Koordinatenrechner verbunden. Sobald der gewünschte Punkt angefahren ist, können durch Knopfdruck auf beispielsweise einen entsprechenden Joystick, der auch das Anfahren des gewünschten Punktes vereinfacht, die Koordinaten dieses Punkte gespeichert werden. Ähnliches ist auch mit einem sichtbaren Hilfslaser oder einer anderen elektronischen oder sogar manuellen Einrichtung möglich. Hier sind im Stand der Technik viele Möglichkeiten bekannt.
Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung steuerbar, um eine lineare Interpolation zwischen den Kurvenpunkten vorzunehmen, eine Ausgleichskurve oder eine geglättete Verbindungskurve zwischen den Kurvenpunkten zu errechnen, bsplw. nach dem spline-modus. Die Schweisskurve selbst ist geometrisch betrachtet eine Kurve, die als solche mit dem Schweisslaser„in einem Zug" geschweisst werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist, die Schweisskurve in einzelne Schweisspunkte aufzulösen, welche durch den Schweisslaser gesetzt werden. Der Begriff „Kurve" ist dabei in seiner geometrischen Definition zu verstehen, d.h. dass auch Geraden unter den Begriff "Kurve" fallen.
Erfindungsgemäss ist die Steuereinrichtung weiterhin dazu eingerichtet, eine zweite Schweisskurve auf Grundlage der ersten Schweisskurve zu bestimmen. Dies bietet den Vorteil, dass automatisch weitere Schweisskurven erzeugt werden können, ohne dass zahlreiche Punkte neu gesetzt werden müssen. Ausdrücklich mit umfasst von der Erfindung ist das Bestimmen von weiteren, d.h. dritten, vierten usw. Schweisskurven auf Grundlage der ersten Schweisskurve.
Ein weiterer Aspekt der Erfindung betrifft ein Schweissverfahren, wobei wiederum erfindungsgemäss vorgesehen ist, dass die zweite Schweisskurve auf Grundlage der ersten Schweisskurve bestimmt wird und anschliessend entlang der zweiten Schweisskurve geschweisst wird. Bevorzugt schneiden sich die erste und die zweite Schweisskurve nicht. Wiederum gilt allgemein das oben Gesagte bezüglich der weiteren Schweisskurven, d.h. dass es nicht nur eine zweite, sondern auch weitere Schweisskurven geben kann, die mit einem erfindungsgemässen Verfahren bestimmt werden.
Vorteilhafterweise wird die zweite Schweisskurve durch eine geometrische Operation aus der ersten Schweisskurve bestimmt. Dies bietet den Vorteil, dass auch ohne grossen Benutzereingriff die zweite Schweisskurve so bestimmt werden kann, dass sie beispielsweise ohne Abstand zwischen den Schweisskurven neben die erste gelegt werden kann. Bevorzugte Ausführungsbeispiele bestimmen eine zweite Schweisskurve so, dass die zweite Schweisskurve nach dem Schweissen unmittelbar neben der ersten Schweisskurve liegt. Bevorzugte geometrische Operationen zur Bestimmung der zweiten Schweisskurve aus der ersten Schweisskurve sind eine zentrische Streckung, eine Verschiebung oder eine Spiegelung der ersten Schweisskurve. Vorzugsweise wird zumindest ein Kurvenpunkt der zweiten Schweisskurve vorgegeben und in Abhängigkeit der Lage dieses Kurvenpunkts der zweiten Schweisskurve und in Abhängigkeit der ersten Schweisskurve die zweite Schweisskurve bestimmt. So ist es bevorzugt möglich, einen Punkt der ersten Schweisskurve zu bestimmen, welcher nachfolgend für die zweite Schweisskurve abseits der ersten Schweisskurve gesetzt wird. Durch Verschieben der ersten Schweisskurve so, dass der entsprechende Kurvenpunkt der ersten Schweisskurve auf dem neu gesetzten Kurvenpunkt der zweiten Schweisskurve zu liegen kommt, wird auf einfache Weise die zweite Schweisskurve bestimmt. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind dazu eingerichtet, entlang einer Erzeugenden-Gerade, die vorzugsweise senkrecht auf der ersten Schweisskurve steht, eine Mehrzahl von weiteren, auf der Erzeugenden-Gerade äquidistant beabstandeten Schweisskurven zu erzeugen. Dies bietet den Vorteil, dass grosse Flächen, die auch gekrümmt sein können, einfach und schnell mit einer Schar von Schweisskurven belegt werden können.
Vorzugsweise umfasst die Schweissvorrichtung einen Geber, der einen Handsteuergeber umfasst, um die Kurvenpunkte oder zumindest einen Teil der Kurvenpunkte durch einen Benutzer vorzugeben. Bevorzugt wird auch der oder werden auch die Kurvenpunkte der zweiten Schweisskurve oder eine Erzeugenden-Gerade, welche zur Ermittlung der zweiten Schweisskurve aus der ersten Schweisskurve benötigt werden, durch den Handsteuergeber zumindest teilweise vorgegeben. So kann durch den Handsteuergeber bevorzugt auch eine Gerade festgelegt werden, entlang der die Schweissvorrichtung oder das Schweissverfahren weitere Schweisskurven mit äquidistantem Abstand zueinander und durch Parallelverschieben oder Streckung aus der ersten Schweisskurve entwickelt. Dies bietet den Vorteil, dass grosse Flächen mit einfachen Befehlen über den Handsteuergeber geschweisst werden können oder im Auftragschweissverfahren aufgetragen werden können.
Vorzugsweise umfasst die Schweissvorrichtung einen Scanner, welcher an dem Manipulator oder an dem Manipulatorkopf angeordnet ist, wobei der Scanner mit der Steuereinrichtung verbunden ist und wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist, um die erste oder die zweite Schweisskurve in Abhängigkeit eines Ausgangssignals des Scanners zu bestimmen. Ausdrücklich umfasst sind bevorzugte Ausführungsformen, bei welchen der Scanner und die Steuereinrichtung dazu eingerichtet sind, automatisch eine Mehrzahl Schweisskurven zu bestimmen, um eine durch Kurvenpunkte, welche mit dem Geber vorgegeben werden, definierte Teilfläche einer Oberfläche eines zu bearbeitenden Werkstücks mit der Mehrzahl Schweisskurven auszufüllen. Die Teilfläche kann eine Kurve oder eine zweidimensionale Fläche sein. Zweidimensional bezieht sich dabei auf ein Oberflächen- Koordinatensystem, das krummlinig sein kann. Eine solche automatische Bestimmung ermöglicht eine besonders schnelle Vorgabe für einen automatisierten Schweissvorgang. Verfahrensmässig wird bevorzugt, dass ein Ausgangssignal des Scanners verwendet wird, um eine Ebene für die erste oder die zweite Schweisskurve zu bestimmen, wobei die zweite Schweisskurve vorzugsweise in dieser Ebene bestimmt wird. Dies bietet den Vorteil, dass ein Parallelverschieben der Schweisskurve auch bei schief liegenden zu schweissenden Ebenen einfach und zuverlässig möglich ist, da mit dem Scanner eine zusätzliche Informationsquelle für die Oberfläche des zu schweissenden Materials vorhanden ist. Es sollte angemerkt werden, dass die Steuereinrichtung sich auf mehr als einen Rechner verteilen kann.
Ein weiterer unabhängiger Aspekt der Erfindung ist eine Schweissvorrichtung mit einem Scanner, welcher mit einer Steuereinrichtung für einen Manipulator mit einem Schweisslaser verbunden ist, wobei die Steuereinrichtung eingerichtet ist, um eine an Hand eines Ausgangssignal des Scanners ermittelte Oberfläche eines Werkstücks mit einer vorgegebenen Soll- Oberfläche zu vergleichen, um in Abhängigkeit dieses Vergleichs zumindest eine Schweisskurve zu bestimmen. Diese mindestens eine Schweisskurve ist vorzugsweise geeignet, bei einem Auftragschweissen die Oberfläche des Werkstücks der Soll-Oberfläche anzunähern. Vorteilhafterweise wird eine Kurvenschar ermittelt, die eine entsprechende Ausbesserung im Auftragschweissverfahren ermöglicht. Ein entsprechendes Verfahren ist ebenfalls ein bevorzugter Aspekt dieser Anmeldung.
Typische Ausführungsformen der Erfindung benutzen die vorgegebenen Kurvenpunkte, um eine Ebene zu bestimmen. Die Bestimmung der Ebene ist vorteilhaft, da auf diese Weise zuverlässig beispielsweise eine Parallelverschiebung oder Streckung der ersten Schweisskurve, um die zweite Schweisskurve zu erhalten, möglich ist. Bei bevorzugten Ausführungsformen der Erfindung werden sowohl die Informationen des Scanners als auch Informationen über Ebenen aus den vorgegebenen Kurvenpunkten verwendet, um die Oberfläche des zu schweissenden Materials zu bestimmen. Allgemein wird bevorzugt, dass das Ausgangssignal des Scanners verwendet wird, um eine Oberfläche eines zu schweissenden Materials zu bestimmen. Ebenso ist die Steuereinrichtung eingerichtet, um die zweite Schweisskurve auf der Oberfläche zu bestimmen.
Vorteilhafterweise ist an dem Manipulator oder dem Manipulatorkopf eine Lichtquelle angeordnet, sodass durch die Lichtquelle ein durch den Scanner abtastbarer Bereich ausleuchtbar ist. Dies bietet den Vorteil, dass der Scanner zuverlässiger arbeitet.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung weisen einen Speicher auf, welcher mit der Steuereinrichtung verbunden ist. Ein solcher Speicher bietet den Vorteil, dass die erste oder die zweite Schweisskurve gespeichert werden können, um später, beispielsweise bei einem neuen Werkstück, erneut abgerufen werden zu können.
Vorzugsweise ist die Schweissvorrichtung dazu eingerichtet, ein Verfahren in einer der beschriebenen erfindungsgemässen oder bevorzugten Varianten auszuführen. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung beherrschen vorzugsweise die folgenden Schritte bei Verwendung eines Handsteuergebers: Auswerten eines Ausgangssignals des Handsteuergebers und Ansteuern des Manipulators, so dass dieser zwischen der ersten und der zweiten Schweisskurve in Abhängigkeit des Ausgangssignals springt. So kann mit dem Handsteuergeber eine einfache Auswahl getroffen werden, auf welcher Kurve anschliessend ein Cursor oder eine Marke für eine Position des Manipulators verfahren wird. Vorzugsweise wird der Manipulator angesteuert, sodass er entlang einer der ersten oder zweiten Schweisskurve verfährt. Allgemein wird als Handsteuergeber ein Handknüppel oder ein "Joystick" bevorzugt. Bei Auswahl einer Richtung, die im Wesentlichen in Richtung einer der Schweisskurven liegt, d.h. eine Richtung, die im Wesentlichen tangential zu einer der beiden Schweisskurven ist, verfährt der Manipulator oder der Manipulatorkopf entlang der jeweiligen Schweisskurve, auf welcher sich der Manipulator oder der Manipulatorkopf gerade befinden. Vorzugsweise werden alle Schritte auf einem Monitor schematisch dabei dargestellt. Dies bietet den Vorteil, dass der Benutzer jeweils darüber im Klaren ist, wo sich der Manipulatorkopf gerade befindet. Vorrichtungsmässig wird bevorzugt, dass die Schweissvorrichtung einen Monitor aufweist. Bei Auswahl einer Richtung an dem Handsteuergeber, die im Wesentlichen quer zu der Richtung einer der Schweisskurven ist, springt der Manipulator oder der Manipulatorkopf vorzugweise von einer Schweisskurve zu einer anderen der Schweisskurven, d.h. der ersten oder der zweiten oder auch weiterer Schweisskurven. Auf diese Weise kann einfach jeder beliebige Punkt auf jeder beliebigen Schweisskurve angefahren werden.
Vorzugsweise ist die Geschwindigkeit, mit welcher der Manipulator oder der Manipulatorkopf entlang einer der Schweisskurven verfährt, von dem Ausgangssignal des Handsteuergebers abhängig. So wird bevorzugt, dass bei einem stärkeren Ausschlag des Handsteuergebers eine höhere Geschwindigkeit verwendet wird. Auf diese Weise ist es dem Benutzer möglich, einfach Feineinstellungen bezüglich der Position des Kopfes des Manipulators vorzunehmen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der beiliegenden Zeichnungen beschrieben, wobei die Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 zeigt schematisch Teile einer erfindungsgemässen Schweissvorrichtung; und
Fig. 2 zeigt ein erfindungsgemässes Schweissverfahren in einem schematischen Ablaufdiagramm.
Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
Die Fig. 1 zeigt schematisch eine erfindungsgemässe Schweissvorrichtung mit einem Manipulator 1 . Der Manipulator 1 ist in der Fig. 1 extrem schematisiert, wobei lediglich der Kopf des Manipulators dargestellt ist. An dem Manipulator 1 ist ein Ausgang eines Schweisslasers 2 angeordnet. Der Schweisslaser 2 ist eine bevorzugte Variante einer Schweisseinrichtung der Erfindung. Mit dem Schweisslaser 2 lassen sich Schweisspunkte entlang einer ersten Schweissbahn oder hier Schweisskurve 3, einer zweiten Schweisskurve 4 und einer dritten Schweisskurve 5 setzen. Ebenso können die Schweisskurven 3, 4 und 5 mit dem Schweisslaser jeweils am Stück geschweisst werden. Die Schweisskurven 3 bis 5 werden auf einem Werkstück 6 aufgebracht. Zur Vorgabe der Schweisskurven 3 bis 5 wird zunächst die erste Schweisskurve 3 mit Hilfe von Kurvenpunkten 7 vorgegeben. Das Verfahren zur Bestimmung der Schweisskurven 3 bis 5 wird weiter unten ausführlicher erläutert.
Der Manipulator 1 ist in allen drei Raumrichtungen verfahrbar, wie durch Pfeile
10 angedeutet ist. Zur Steuerung des Manipulators 1 ist eine Steuereinrichtung 1 1 vorgesehen, welche über einen Monitor 12 verfügt. An der Steuereinrichtung
1 1 ist ein Handsteuergeber 13 in Form eines Joysticks angeschlossen. Mit dem Handsteuergeber können Befehle an die Steuereinrichtung 1 1 gegeben werden und die Kurvenpunkte 7, 8 und 9 gesetzt werden.
Weiterhin sind an dem Manipulator Teile eines Scanners 15 angeordnet, wobei der Scanner eine Lichtquelle 16 und einen CCD-Sensor 17 umfasst. Mit dem Scanner 15 lässt sich die Oberfläche des Werkstücks 6 erfassen und an die Steuereinrichtung 1 1 weitergeben.
Aus den Informationen des Scanners 15 und der Lage der Kurvenpunkte 7 bestimmt die Steuereinrichtung 1 1 die erste Schweisskurve 3. Anschliessend ist es einem Benutzer möglich, einen Bezugs-Kurvenpunkt 8 der zweiten Schweisskurve 4 vorzugeben. Dieser Bezugs-Kurvenpunkt 8 entspricht einem der Kurvenpunkte 7 der ersten Schweisskurve 3. Die Steuereinrichtung 1 1 ermittelt sodann aus diesen Informationen die Lage der zweiten Schweisskurve 4, indem sie die erste Schweisskurve 3 in den Bezugs-Kurvenpunkt 8 parallel verschiebt. Analog ermittelt die Steuereinrichtung die dritte Schweisskurve 5 durch Parallelverschieben der ersten Schweisskurve 3 in einen Bezugs- Kurvenpunkt 9 der dritten Schweisskurve 5. Das Parallelverschieben ist durch Pfeile 19 angedeutet.
In der Fig. 2 ist ein erfindungsgemässes Verfahren dargestellt, wobei auf die Beschreibung der Fig. 1 Bezug genommen wird. Das Verfahren startet mit einem Schritt 30. Anschliessend werden in einem Schritt 31 durch einen Benutzer über den Handsteuergeber 13 drei Kurvenpunkte 7 für die erste Schweisskurve 3 vorgegeben. Für die Vorgabe von Kurvenpunkten gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Nur beispielsweise ist daran gedacht, die Oberfläche des Werkstückes 6 mit einem Binokular zu beobachten, welches ein Fadenkreuz aufweist. Dieses Fadenkreuz ist mit einer entsprechenden Koordinatenspeichereinheit verbunden. Sobald der gewünschte Kurvenpunkt 7 angefahren ist, können per Knopfdruck die Koordinaten dieses Punktes in der Steuereinrichtung 1 1 gespeichert werden. Ferner ist es auch möglich, die Kurvenpunkte mit einem sichtbaren Hilfslaser anzufahren und die Koordinaten abzuspeichern. Selbst ein manuelles Anfahren der gewünschten Kurvenpunkte mit einem Stift wäre denkbar. Hier liegen zahlreiche Möglichkeiten im Rahmen der Erfindung Bereits jetzt oder auch zu einem späteren Zeitpunkt ist es möglich, die gespeicherten Kurvenpunkte zur Ermittlung einer geeigneten Schweisskurve zu verwenden: Dieses Abgleichen kann bevorzugt nach dem Spline-Modus erfolgen. Hierdurch lassen sich anhand mehrerer Kurvenpunkte harmonische Kurven erzeugen. Der Spline-Modus gestattet es auch, nachträglich Kurvenpunkte zu verschieben bzw. neue hinzuzufügen, was durch einfachen Mouseclick erfolgt. Durch Drücken der Mousetaste und Festhalten können Kurvenpunkte verschoben werden.
Anschliessend besteht in einem Schritt 32 in Möglichkeit zu entscheiden, ob weitere Kurven auf Grundlage der ersten Schweisskurve 3 gesetzt werden sollen. Ist die Antwort in dem Schritt 32 ein Ja, springt das Verfahren zu einem Schritt 33, in welchem ein Bezugs-Kurvenpunkt 8 für die zweite Schweisskurve 4 gesetzt werden kann. Dabei kann durch den Benutzer auch der vektorielle Abstand 19, d.h. die Länge des Pfeils 19 für die Parallelverschiebung der ersten Schweisskurve zur Bildung der zweiten Schweisskurve 4, vorgegeben werden. In einem Schritt 34 wird dann die zweite Schweisskurve 4 ermittelt.
Anschliessend springt das Verfahren wieder zu dem Entscheidungsschritt 32 zurück, in welchem wiederum abgefragt wird, ob eine weitere Schweisskurve eingegeben werden soll. In dem dargestellten Fall der Fig. 1 würde noch die dritte Schweisskurve 5 mit dem Bezugs-Kurvenpunkt 9 vorgegeben werden. Sind alle Schweisskurven auf diese Weise ermittelt, springt das Verfahren nach dem Entscheidungsschritt 32 zu einem Schritt 35, in welchem dann die einzelnen Schweisskurven 3 bis 5 exakt ermittelt bzw. nach dem Spline-Modus errechnet und in Steuerbefehle für den Manipulator und den Schweisslaser umgesetzt werden. Hierzu wird auch der Scanner 15 abgefragt, um die Lage der Oberfläche des Werkstücks 6 zu bestimmen. Hintergrund ist, dass bei der Parallelverschiebung der Schweisskurven zum Erhalt der zweiten Schweisskurve 4 und der dritten Schweisskurve 5 genaue Informationen über die Oberfläche des Werkstücks 6 vorliegen müssen. Zu berücksichtigen ist, dass die Schweisskurven 3 bis 5 bei einer welligen oder anderweitig nicht ebenen Ausgestaltung der Oberfläche des Werkstücks 6 dreidimensionale Kurven sind. Die Berücksichtigung dieser Tatsache ist entscheidend für ein ordnungsgemässes Durchführen des Schweissvorgangs.
Anschliessend werden in einem Schritt 36 die Schweisspunkte auf den Schweisskurven 3 bis 5 gesetzt oder es werden entsprechende Bahnen durchgängig geschweisst. Das Verfahren endet anschliessend mit dem Schritt 37.
Der Scanner 15 dient vor allem dazu, eine Oberfläche des Werkstücks 6 aufzunehmen und zu digitalisieren. In diese dreidimensionale Oberfläche können dann die Schweisskurven hineingelegt und er Oberfläche angepasst werden. Auch hier ist es nun möglich, mit dem Joystick von Bahn zu Bahn zu springen, beispielsweise um die Schweisskurven zu korrigieren oder der Oberfläche besser anzupassen.
Bei Verwendung des erfindungsgemässen Schweissverfahrens ist darauf hinzuweisen, dass nach dem Durchlaufen des Verfahrens der Fig. 2 ein neues, jedoch äusserlich identisches Werkstück in die Schweissvornchtung eingelegt werden kann, um anschliessend behandelt zu werden. Dabei ist es aufgrund des vorhandenen Scanners 15 nicht wichtig, dass das Werkstück 6 exakt dieselbe Position aufweist. Vielmehr kann mit dem Scanner 15 die Oberfläche des Werkstücks neu erfasst werden.
Sollte jetzt die Oberfläche des Werkstücks von der Oberfläche des voranbearbeiteten Werkstücks abweisen, so besteht die Möglichkeit, dass die gewünschte Schweisskurven-Schar dieser Abweichung nachgefahren wird. D.h., die Schwesskurven-Schar befindet sich im gleichen Bereich der Oberfläche des neuen Werkstücks, wie beim vorangegangenen Werkstück, obwohl das neue Werkstück eine andere Position aufweist.
Weiterhin kann für die gesamte Schweisskurven-Schar 3 bis 5 auch durch Vorgabe eines einzelnen neuen Bezugs-Kurvenpunktes auf dem Werkstück 6 die Möglichkeit geschaffen werden, dass durch die Vorgabe dieses lediglich einen Punktes die gesamte Schweisskurven-Schar 3 bis 5 auf dem neuen Werkstück definiert wird. Auf diese Weise ist es möglich, viele Werkstücke sehr exakt, beispielsweise im Auftragschweissverfahren, zu bearbeiten.
