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Title:
WET LAMINATION METHOD AND FILM TUBE FOR WET LAMINATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/042382
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention describes to a wet lamination method and a film tube (1), in particular for use in the wet lamination method according to the invention. A patch (4) made of a fibre-reinforced composite can be introduced into the interior of the film tube (1) of folded-over configuration. The patch (4) can be oriented relative to at least one orientation imprint (2) on a first film (10) and/or on a second film (11) of the film tube (1). After the orientation, the patch (4) is uniformly impregnated with adhesive inside the film tube (1) in a homogeneous and reproducible manner and, after removal of the second film, can be brought into a prepared grinding area and be aligned relative to a marking on the prepared surface using the orientation imprint (2).

Inventors:
ZOWALLA, Jörg-Ulrich (Unterer Kirchweg 33, Wittnau, CH-5064, CH)
Application Number:
EP2010/064731
Publication Date:
April 14, 2011
Filing Date:
October 04, 2010
Export Citation:
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Assignee:
ZOWALLA, Jörg-Ulrich (Unterer Kirchweg 33, Wittnau, CH-5064, CH)
International Classes:
B29C73/10; B29C73/12; B29C73/24
Foreign References:
US20060191624A1
US20030188821A1
US5958166A
US6206067B1
Attorney, Agent or Firm:
FELDMANN, Clarence P. (Schneider Feldmann AG, Beethovenstrasse 49Postfach 2792, Zürich, CH-8022, CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Folienschlauch (1) mit einer ersten Folie (10) und einer zweiten Folie (11), transluzent oder transparent ausgeführt, einen Innenraum (12) zur Imprägnierung eines Flickens (4) aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen mit einem Klebstoff bildend, wobei mindestens ein Orientierungsaufdruck (2) auf der ersten Folie (10) und/oder der zweiten Folie (11) derart aufgebracht ist, dass

die Faserorientierung des in den Innenraum (12) einbringbaren Flickens (4) relativ zum mindestens einen Orientierungsaufdruck (2) ausrichtbar und von aussen ablesbar ist,

dadurch gekennzeichnet, dass

die erste Folie (10) mit der zweiten Folie (11) über mindestens einen Verbindungsfalz (14) oder eine Schweissnaht (14) oder eine Klebenaht (14) fest verbunden ist.

Folienschlauch (1) gemäss Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass der mindestens eine

Orientierungsaufdruck (2) auf der Innenfläche und/oder

Aussenfläche der ersten Folie (10) und/oder der zweiten Folie (11) angeordnet ist.

Folienschlauch (1) gemäss Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass mindestens ein Handhabungshinweis jeweils auf der Innenfläche und/oder Aussenfläche der ersten Folie (10) und/oder der zweiten Folie (11) angeordnet ist.

Folienschlauch (1) gemäss Anspruch 2, dadurch

gekennzeichnet, dass der mindestens eine

Orientierungsaufdruck (2) auf der gesamten Innenfläche und/oder Aussenfläche der ersten Folie (10) und/oder der zweiten Folie (11) angeordnet ist. Folienschlauch (1) gemäss Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass auf der ersten Folie (10) und/oder der zweiten Folie (11) mindestens eine Flickenschnittlinie (41) zur Definition einer Flickenkontur (42) angeordnet ist.

Folienschlauch (1) gemäss Anspruch 1, dadurch

gekennzeichnet, dass der Folienschlauch (1)

aus Polyethyl hoher oder niedriger Dichte

oder aus Polypropylen oder aus Polyvinylchlorid oder aus

Polystyrol oder aus Polyester oder aus Polycarbonat hergestellt ist.

Nasslaminierverfahren mit Hilfe eines Folienschlauches (1) gemäss eines der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch die Schritte:

- Öffnen des Folienschlauchs (1), umfassend eine erste und eine zweite Folie (10, 11), die an mindestens einer Seite verbunden sind,

- Einschieben eines Flickens (4) in den Innenraum des

Folienschlauches (1)

- Orientierung der Fasern des Flickens (4) am

Orientierungsaufdruck (2) des Folienschlauches (1)

- Einbringen eines Klebstoffes in den aufgeklappten

Folienschlauch (1)

- Schliessen des Folienschlauches (1)

- gleichmässiges Verteilen des Klebstoffes durch Verstreichen zwischen der ersten und zweiten Folie (10, 11)

- Zuschneiden des Folienschlauches (1) entlang einer

Schnittlinie (41)

- Entfernen der zweiten Folie (11) des Folienschlauches (1)

- Ausrichtung der Faserorientierung durch Orientierung des Orientierungsaufdruckes (2) relativ zu einer Markierung auf der Oberfläche des Werkstückes, anschliessende

- Positionierung des Flickens (4) in einer Schleiffläche (31) und

- Entfernen der ersten Folie (10)

8. Nasslaminierverfahren gemäss Anspruch 7, dadurch

gekennzeichnet, dass der Folienschlauch vollständig

geschlossen ist und vor dem Öffnen an mindestens einer

Schnittlinie (13) aufgetrennt wird und damit der Innenraum (12) zum Einschieben mindestens eines Flickens (4) zugänglich gemacht wird.

9. Nasslaminierverfahren gemäss Anspruch 7, dadurch

gekennzeichnet, dass vor dem Öffnen des Folienschlauches (1) die Schnittlinie (41) vom äusseren Umfang der Schleiffläche (31) auf die erste oder zweite Folie (10, 11) übertragen wird.

10. Nasslaminierverfahren gemäss Anspruch 7, dadurch

gekennzeichnet, dass nach der Positionierung des Flickens (4) in einer Schleiffläche (31) Lufteinschlüsse zwischen Flicken (4) und erster Folie (10) manuell beseitigt werden.

11. Nasslaminierverfahren gemäss Anspruch 7, dadurch

gekennzeichnet, dass die Flicken (4) Fasergewirke in

Vliesstruktur sind.

Description:
Nasslaminierverfahren und Folienschlauch zum Nasslaminieren

Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung beschreibt einen Folienschlauch mit einer ersten Folie und einer zweiten Folie, transluzent oder transparent ausgeführt, einen Innenraum zur Imprägnierung eines Flickens aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen mit einem Klebstoff bildend, und ein Nasslaminierverfahren mit Hilfe eines Folienschlauches.

Stand der Technik

Verbundwerkstoffe sind heutzutage aufgrund ihrer hohen mechanischen Stabilität bei geringem Gewicht für eine RPeihe von Anwendungsgebieten interessant. Faserverstärkte Verbundwerkstoffe, unter anderem aus multi-/unidirektionalen Geweben aus Glas-, Kohleoder Aramidfasern werden beispielsweise in der Luftfahrt, im Bootsbau, im Automobilbau, aber auch im Modellbau und im Bereich Sportausrüstung eingesetzt.

Systeme von Verbundwerkstoffen liegen in der Regel in der mehrschichtigen Laminatstruktur, oder in der sogenannten „Sandwic T-Struktur vor. Die Laminatstruktur umfasst eine Mehrzahl unterschiedlicher faserverstärkter Verbundwerkstoffschichten, welche mit unterschiedlichen relativ zueinander ausgerichteten Faserorientierungen miteinander stoffschlüssig verbunden sind, wodurch eine extreme Festigkeit erreichbar ist. Wenn Schadstellen, beispielsweise durch Einschläge von Gegenständen auf die Oberfläche auftreten, können mehrere oder einzelne Schichten der Laminatstruktur beschädigt werden. Zur Reparatur von Schadstellen wird eine oder eine Mehrzahl von Schichten der Laminatstruktur ausgefräst oder geschliffen, wobei Schleifflächen entstehen. Nach der Präparation der Oberfläche kann ein oder eine Mehrzahl von Flicken aus faserverstärkten Verbundwerkstoffen möglichst passgenau und in der erforderlichen Faserorientierungen stoffschlüssig, mit einem Klebstoff, beispielsweise Kunstharz in den abgeschliffenen Schleifflächen der Laminatstruktur befestigt werden.

Bislang wird das sogenannte Handlaminieren nach Präparation der Oberfläche in folgenden Schritten durchgeführt. Zuerst werden die benötigten Flicken auf die gewünschte Grösse zugeschnitten, trocken in die Schadstelle eingelegt und abschliessend mit Kunstharz getränkt. Alternativ wird der Flicken nach dem Zuschnitt mit Kunstharz imprägniert oder beidseitig mit Kunstharz eingestrichen und danach auf die Schadstelle gelegt und angedrückt. Nachteilig an jedem Trockenschnitt in Fasergewebe ist die Tatsache, dass sich an beschnittenen Kanten einzelne Fasern aus dem Gewebeverbund loslösen, was wiederum eine Reduktion der realen Klebefläche darstellt als auch unsaubere Randzustände ergibt. Unter Umständen ist nach der Positionierung der Flicken ein nochmaliges Bestreichen mit Klebstoff notwendig und/oder das Glätten von Falten und/oder das Entlüften von Lufteinschlüsse um eine möglichst optimale Reparaturklebung vorzubereiten. Nicht korrigierte Handhabungsfehler zeigen sich 1 : 1 im ausgehärteten Zustand. Nachfolgende Trocknung/Aushärtung, gegebenenfalls unter Wärme und Vakuumierung, sollen eine Laminatstruktur mit annähernd ursprünglicher Festigkeit ergeben.

Zum Erreichen einer höchstmöglichen mechanischen Stabilität und Festigkeit werden mehrere Flicken in unterschiedlichen Faserorientierungen relativ zur Laminatstruktur der Oberfläche, sowie relativ zur Faserorientierung der einzelnen Flicken übereinander in z. B. ausgeschliffene Schleifflächen geklebt.

Das beschädigte Bauteil gibt durch seinen, strukturierten Lagenaufbau eine definierte Faserorientierung als z.B. 0°/90° vor. Welche Faserorientierung die jeweiligen Lagen und jeder lagenspezifische Flicken aus Gewebe aufweisen muss, ist gewöhnlich dem Datenblatt des zu reparierenden Bauteils zu entnehmen.

Nachteilig an diesem bekannten Handlaminierverfahren oder Nasslaminierverfahren ist, dass

1. trockene Schnittkanten zum Ausfransen neigen und somit nicht optimal bestimmt werden können,

2. über den gesamten Zuschnitt-, Imrägnier- und Auflegeprozess die unter 1.) angeführten Fasern an der Hand/Handschuh haften bleiben und beim Arbeiten stören,

3. das Auflegen ein erhebliches Mass an Geschicklichkeit erfordert um Beschädigungen an der Gewebestruktur und / oder Falten und / oder Lufteinschlüsse zu vermeiden

4. ein Benutzer direkt mit Klebstoff in Kontakt kommt und diesen damit kontaminiert

5. während des gesamten Rüstprozessen die Klebeflächen nicht gegen Verschmutzung geschützt sind .

Da es zum Beispiel bei der Reparatur an Strukturbauteilen eines Flugzeuges auf sauberes Arbeiten zur Erreichung einer reproduzierbaren Gefügefestigkeit ankommt, ist das Verfahren gemäss Stand der Technik verbesserungswürdig . Gemäss der US6206067 besteht neben der Verwendung von imprägnierten Lagen der Flicken und dem Nasslaminieren die Möglichkeit die Flicken in unimprägnierten trockenen Zustand im Wechsel mit Klebstoffschichtlagen auf die präparierte Oberfläche aufzubringen. Dieses Vorgehen führt zwar zu ausreichenden Ergebnissen, aber da die Klebeflächen der Klebstoffschichtlagen nur auf den Stirnseiten der Flicken wirken und keine Durchdringung der Flicken mit Klebstoff stattfindet, ist die Klebewirkung eingeschränkt. Wenn nur eine entfernte Schicht der Laminatstruktur durch einen Flicken ersetzt werden braucht, dann würde die Verwendung eines Flickens und einer Klebstoffschichtlage bedingen, dass auch ein Teil einer intakten Lage der Laminatstruktur abgetragen wird, damit eine ebene Oberfläche der Reparaturstelle erreichbar ist.

Weiterhin sind industriell gefertigte imprägnierte Compositegewebe bekannt. Dieses sog. PrePreg Material zeichnet sich dadurch aus, dass jeweils eine bestimmte Gewebequalität mit einer bestimmten Kunstharzmatrix industriell imprägniert wird und es gibt diverse marktspezifische Kombinationen daraus. Die Kunstharzmatrix besteht grundsätzlich aus Harz, Härter und evtl. weiterer Zusatzstoffe und der Verfestigungsprozess setzt mehr oder weniger prompt ein, sobald sich die Substanzen verbinden. Um diesen Prozess zu verlangsamen / unterbinden muss das imprägnierte Compositegewebe möglichst rasch unter eine Maximaltemperatur gekühlt werden. Diese Kühlung muss über Transport und / oder Lagerung bis zum Verbrauch aufrechterhalten werden um die Qualität über die empfohlene Lebensdauerkette ständig aufrecht zu erhalten Ein Nachteil für den Verbraucher ergibt sich aus dem Umstand, dass selbst bei Erfüllung aller Herstellerempfehlungen eine gewisse Lebensdauer (z. B. Shelf- Live: 24 Monate) nicht überschritten werden soll und es zu entsorgen sei. Ein Material, welches ein solch aufwendiges und ökologisch bedenkliches Verfahren verlangt ist für Reparaturen unter Feldbedingungen bedingt geeignet.

Darstellung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt ein benutzerfreundliches, feldtaugliches Handlaminier- oder Nasslaminierverfahren für Aussenreparaturen von in Laminatstruktur vorliegenden Verbundwerkstoffsystemoberflächen für den industriellen Bereich und den Hobbybereich zu schaffen, welches sich dadurch auszeichnet, dass eine Positionierung und eine passgenaue, gerichtete, stoffschlüssige Verbindung von Flicken auf Oberflächen bei äusserst sauberer Verarbeitung gewährleistet ist.

Durch das Nasslaminierverfahren können die Orientierung und Fixierung der Flicken zuverlässig visualisiert werden, wodurch reproduzierbare Ausbesserungen möglich sind . Des Weiteren wird die Reparatur von Schadstellen in Laminatstrukturen gemäss vorliegender Erfindung dadurch erleichtert oder verbessert, dass

1. eine präzise abgestimmte Dimensionierung des Flickens in Bezug zur Schadstelle erreicht wird

2. die Faserorientierung visualisiert ist

3. eine einfach herzustellende gleichmässige Befeuchtung bzw.

Imprägnierung der Flicken erreicht wird

4. die Zuschnittränder der Flicken nicht leicht ausfransen

5. ein mit Harz imprägnierter Flicken ab dem Zuschnitt optimal gegen schädliche äussere Einflüsse geschützt ist, wodurch

Schäden am Gewebe, die Faltenbildung und die Verschmutzung weitgehend ausgeschlossen werden kann

6. nach dem Zuschnitt keine Kunstharzüberschüsse die Handhabung erschweren

7. alle oder nahezu alle, gängigen Kunstharzsysteme und Fasergewebequalitäten, welche unter Normalbedingungen (keine Kühlung, kein Shelf-Live) bewirtschaftet werden, verarbeitet werden können. Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Der Folienschlauch, sowie die Durchführung des Nasslaminierverfahrens werden nachstehend im Zusammenhang mit den anliegenden Zeichnungen beschrieben. zeigt eine geschnittene Seitenansicht eines

Folienschlauches mit eingefügtem Flicken, während eine Aufsicht auf die erste Folie eines Folienschlauchs mit sichtbaren Orientierungsaufdruck und

eine weitere Ausführungsform der ersten Folie mit einer

Mehrzahl von Schnittlinien zeigt.

zeigt eine geschnittene Seitenansicht einer

Laminatstruktur mit einer Schadstelle, während eine geschnittene Seitenansicht der Laminatstruktur gemäss Figur 3a mit präparierter Oberfläche und einem

Folienschlauch mit imprägnierten Flicken zeigt. zeigt einen in die präparierte Oberfläche eingefügten und positionierbaren Flicken, während

eine Seitenansicht der Laminatstruktur während des

Abziehens der ersten Folie des Folienschlauches zeigt.

Beschreibung

Es wird ein Folienschlauch 1 beschrieben, welcher flexibel und flächig, eine erste Folie 10 und eine zweite Folie 11 aufweisend ausgestaltet ist. Zur erfindungsgemässen Benutzung des Folienschlauches 1 muss dieser transparent, oder wenigstens transluzent, also teilweise durchscheinend ausgeführt sein. Bei transparenter Ausführung resultiert ein Klarsichtfolienschlauch. Zwischen der ersten Folie 10 und der zweiten Folie 11 ist ein Innenraum 12 eingeschlossen, in welchen Gewebe für die Reparatur von Laminaten in Form von Flicken 4 einschiebbar oder einlegbar ist. Durch Verwendung eines transluzenten oder transparenten Folienschlauches 1, ist der im Innenraum 12 lagernde Flicken 4 von aussen erkennbar. Der verwendbare Folienschlauch 1 kann eine nahezu beliebige äussere Kontur aufweisen und stellt einen Umschlag dar, wobei die erste Folie 10 und die zweite Folie 11, durch mindestens einen Verbindungsfalz 14, eine Schweissnaht 14 oder eine Klebenaht 14 miteinander verbunden, zusammenhängend ausgeführt sind. In weiteren Ausführungsformen können die erste und zweite Folie 10, 11 an einem Rand oder mehreren Rändern miteinander verbunden, bevorzugt verklebt oder verschweisst sein.

Durch mindestens eine Schnittlinie 13 in einem der drei Ränder wird eine Öffnung zwischen erster Folie 10 und zweiter Folie 11 erreicht durch welche der Flicken 4 in den Innenraum 12 einbringbar ist. Nachdem die erste und die zweite Folie 10, 11 entlang mindestens einer Schnittlinie 13 voneinander getrennt worden sind, kann der Innenraum 12 geöffnet werden und entsprechend ein Flicken 4 mit einem Übermass 40 in den Innenraum 12 eingebracht werden.

Verwendbare Flicken 4 können allgemein als Gewebe in Form von Multiaxialgelegen, als kettverstärktes unidirektionales Halbzeug oder als Vlies vorliegen, zu deren Herstellung Composite-typische Materialien wie Glas-, Kohle-, Bor- oder Aramid, sowie Polyacrylnitril, Polyester oder Hybrid Werkstoffe verwendet werden.

Der erfindungsgemässe Folienschlauch 1 weist mindestens einen Orientierungsaufdruck 2 auf, an welchem die Faserorientierung des in den Innenraum 12 eingebrachten Flickens 4 ausrichtbar ist. Damit ist von aussen am Orientierungsaufdruck 2 die Faserorientierung des innenliegenden Flickens 4 einfach erkennbar und relativ zu einer Markierung auf der präparierten Oberfläche ausrichtbar. Der Orientierungsausdruck 2 kann den gesamten Folienschlauch 1 überspannend an einer Mehrzahl von Positionen auf den Innenflächen und/oder Aussenflächen der ersten Folie 10 und/oder der zweiten Folie 11 beispielsweise in Form von Linien, Kreuzen oder Koordinatenkreuzen ausgeführt sein.

Die 0° bzw. 90° Markierungen kennzeichnen die Faserorientierung bei längs- bzw. quereingelegtem Gewebe. In der Regel wird der Orientierungsaufdruck 2 parallel zu der Markierung auf der präparierten Oberfläche ausgerichtet und somit ist die Faserorientierung parallel zur Markierung ausgerichtet.

Der Folienschlauch 1 kann beispielsweise aus Polyethyl hoher oder niedriger Dichte, aus Polypropylen, aus Polyvinylchlorid, Polystyrol, aus Polyester, oder aus Polycarbonat hergestellt sein. Die erste Folie 10 und die zweite Folie 11 des Folienschlauchs 1 sollten eine Mindestdicke von einigen Mikrometern aufweisen, damit eine notwendige Reissfestigkeit erreichbar ist. Üblicherweise liegen Standardfoliendicken im Bereich unter 0,1 mm, es können aber auch deutlich dickere Kunststofflagen bis zu einigen Millimetern Dicke verwendet werden. Nachdem der Flicken 4 in den Folienschlauch 1 eingebracht und die Faserorientierung relativ zum Orientierungsaufdruck 2 ausgerichtet wurde, wird der Klebstoff in den Innenraum 12 im Bereich des Flickens 4 eingefügt und der Folienschlauch 1 zugeklappt. Durch die Verbindung zwischen der ersten und zweiten Folie 10, 11 des Folienschlauchs 1 ist es gewährleistet, dass sich die noch geöffneten Folienschlauchhälften spannungsfrei schliessen/zuklappen lassen. Durch manuelles Verstreichen des Klebstoffs, insbesondere Kunstharz, kann eine ausreichende und gleichmässige Benetzung der Gewebefläche ohne Lufteinschlüsse erreicht werden ohne dabei die gewobene Struktur des Gewebes zu verletzen oder zu schwächen.

Die Adhäsion zwischen Klebstoff, den Folien 10, 11 und dem Flicken 4 gewährleistet auch nach dem Zuschnitt in die endgültige Flickenform eine drehfeste Lagerung des Flickens 4 im Innenraum 12. Die verdrehgesichert haftenden Folien an Ober- und Unterseite des imprägnierten Flickens 4 verhindern schlussendlich das Ausfransen des Zuschnitts (=weniger tragende Fläche), die Bildung von Falten oder Lufteinschlüssen während der Handhabung und eine grobe Verschmutzung der Klebefläche beim Transport der Flicken 4 zu den Schleifflächen 31.

Nach der Benetzung des Flickens 4 ist überschüssiges Kunstharz in der Randzone (Flickenübermassbereich) und der Folienschlauch 1 wird samt eingelegtem, imprägnierten Flicken 4 entlang einer Flickenschnittlinie 41 beschnitten, wodurch ein Flicken 4 mit einer Flickenkontur 42, bedeckt von der ersten und zweiten Folie 10, 11 resultiert. Da bei in den Innenraum 12 eingebrachtem Klebstoff eine Rotation bzw. Verschiebung des Flickens 4 innerhalb des Innenraumes 12 verunmöglicht ist, bleibt die relative Orientierung der Faserstruktur des Flickens 4 beim Gebrauch und Transport unverändert. Die Orientierungsaufdrucke 2 auf den verbleibenden ersten und zweiten Folien 10, 11 lassen von aussen ohne Weiteres erkennen, in welcher Orientierung sich der eingelegte Flicken 4 befindet.

Üblicherweise wird die Oberfläche eines in Laminatstruktur vorliegenden Verbundwerkstoffsystems derart präpariert, dass grossflächige Schleifflächen 31 in einzelnen Lagen entstehen. Die später aufzubringenden Flicken 4 sind mit ihren Flickenkonturen 42 an die Flächenausdehnungen der Schleifflächen 31 angepasst, sodass diese exakt in die Schleifflächen 31 einbringbar sind . Zur Reparatur von mehrschichtigen Verbundwerkstoffen haben sich definierte Grössen der Schleifflächen 31 durchgesetzt, sodass die zu verwendeten Flicken 4 unterschiedlich gross ausgeführte standardisierte Flickenkonturen 42 aufweisen. Neben kreisrunden Flicken 4 können die Flickenschnittlinien 41 nahezu beliebige Formen annehmen. Es ist möglich, dass nach erfolgter Präparation einer beliebig geformten Schleiffläche 31, der Folienschlauch 1 auf diese Schleiffläche 31 gelegt wird und die Konturen der Schleiffläche 31 als Flickenschnittlinie 41 auf die erste oder zweite Folie beispielsweise mit einem wasserfesten Stift übertragen werden. Nachdem speziell angepasste Flickenschnittlinien 41 auf den Folienschlauch 1 übertragen wurden, kann der Flicken 4 entsprechend auf diese Flickenschnittlinie 41 zugeschnitten werden. Eine beliebige Flickenschnittlinie 41 ist beispielhaft in Figur 2b gezeigt. Mit Hilfe des erfindungsgemässen Folienschlauches 1 und des Nasslaminierverfahrens kann mehr als ein Flicken 4 gleichzeitig im Innenraum 12 mit Kleber benetzt werden und für das Verkleben vorbereitet werden. Der Folienschlauch 1 kann damit auch zum Abformen (kopieren, abpausen o.ä.) unregelmässiger Umrisse der Schleifflächen 31 eingesetzt werden, wodurch Unikate leicht und strukturiert herstellbar sind . In besonders benutzerfreundlichen Ausführungsformen des Folienschlauches 1 ist mindestens eine Flickenschnittlinie 41 in einer Standardgrösse und -form aufgedruckt, entlang welcher der Folienschlauch 1 samt eingeschobenen Flicken 4 beschnitten wird . Es ist vorteilhaft Flickenschnittlinien 41 mit den gängigen Schleifflächendurchmesser von eins bis sechs Zoll auf der ersten und oder der zweiten Folie 10, 11 zu kennzeichnen, womit der Anzeichnungsschritt für den Benutzer übernommen wird .

Wenn die zweite Folie 11 vom zugeschnittenen Folienschlauch 1 entfernt wurde, kann der Flicken 4 in Faserrichtung ausgerichtet in die Schleiffläche 31 eingebracht werden und die Ausrichtung der Faserorientierung des Flickens 4 kann relativ zur einem oder einer Mehrzahl von Orientierungsaufdrucken 2, welche auf der ersten Folie 10 und/oder der zweiten Folie 11 aufgebracht sind, ausgeführt werden. Dabei wird der Orientierungsaufdruck 2 der ersten Folie 10 und/oder der zweiten Folie 11 und damit die Faserorientierung des Flickens 4 mit einer entsprechenden Markierung im Bereich der Reparaturstelle abgestimmt.

Im Folgenden wird die Aufbringung eines im Innenraum 12 des Folienschlauches 1 mit Klebstoff benetzten Flickens 4 auf eine Schadstelle 30 beschrieben. Die in den Figuren 3a) bis d) dargestellte Laminatstruktur 3 stellt eine mehrlagige Laminatstruktur 3 aus einzelnen Lagen faserverstärkter Verbundwerkstoffe dar, welche vor allem im Flugzeug-, Boots- und Automobilbau eingesetzt werden.

Je nach Tiefe der entdeckten Schadstelle 30, müssen eine oder mehrere Lagen der Laminatstruktur 3 grossflächig im Bereich definierter Schleifflächen 31 entfernt werden. Üblicherweise bringt der Reparateur Markierungen auf der Laminatstruktur 3 an. Die Markierungen, welche zur Orientierung und Ausrichtung dienen, muss der Reparateur für jede der entfernten Oberflächenschichten anbringen. Diese Markierungen kennzeichnen die Faserorientierung der entfernten Oberflächenschicht, damit diese beim späteren Anbringen der Flicken 4 sichtbar sind. Nach Präparation der Oberfläche wird die zweite Folie 11 des Folienschlauches 1 von dem Flicken 4 bzw. der ersten Folie 10 gelöst. Damit die mit Klebstoff benetzte zweite Folie 11 nicht stört, kann diese komplett entfernt werden. Der an der ersten Folie 10 aufgrund des Klebstoffes haftende Flicken 4 wird anschliessend in der erforderlichen Faserausrichtung auf die präparierte Oberfläche der Schleiffläche 31 gelegt.

Nun erfolgen kleine Korrekturen bzgl. Einpassung und Ausrichtung. Dies erfolgt durch Ausrichtung des mindestens einen Orientierungsaufdruckes 2 relativ zu den angebrachten Markierungen der zu ersetzenden Laminatlage. Der Reparateur kann dazu die erste Folie 10 einfach entsprechend gemäss Figur 3 c) um eine Achse senkrecht zur Laminatstruktur 3 rotieren, wobei sich der Flicken 4 aufgrund der Adhäsion korrespondierend zur ersten Folie 10 mitbewegt. Sobald die gewünschte Faserorientierung des Flickens 4 erreicht ist. können entstandene Lufteinschlüsse vorsichtig und mit geeignetem Werkzeug entlüftet werden, bevor die verbliebene erste Folie 10 vorsichtig entfernt wird und die nächstfolgende Gewebelage aufgelegt wird. Entsprechend wird für die Aufbringung weiterer Flicken 4 in weitere Schleifflächen 31 verfahren.

Durch Benutzung des Folienschlauches 1, wobei die Imprägnierung im Innenraum 12 stattfindet, ist eine gleichmässige Benetzung des Flickens 4 mit Klebstoff mit ausreichender Sättigung und Vermeidung trockener Stellen und die Vermeidung von Lufteinschlüssen gewährleistet. Durch die Adhäsion des Flickens 4 an der ersten Folie 10 kann die Positionierung und Ausrichtung des Flickens 4 ohne Beschmutzung der Hände und ohne Verschmutzung der Klebeflächen des Flickens 4 stattfinden. Damit ist das Aufbringen des Flickens 4 auf die Schleiffläche 31 vereinfacht worden.

Da die Gewebe der Flicken 4 dazu neigen entlang der Flickenschnittlinien 41 beim Schneiden im trockenen Zustand auszufransen, wird in den Folienschlauch 1 ein Flicken 4 mit einem Übermass 40 eingebracht und der Flicken 4 erst nach der Benetzung innerhalb des Folienschlauches 1 entlang der Flickenschnittlinie 41 auf die endgültige Flickenkontur 42 zugeschnitten.

Optional kann mindestens ein Handhabungshinweis auf der ersten und/oder zweiten Folie 10, 11 angebracht sein, womit dem Anwender prozessrelevante Informationen visualisiert werden können. Ein derartiger, auf beiden Folien einzeln oder mehrfach aussen aufgedruckter Handhabungshinweis, „Folien vor dem Kleben entfernen" mahnt den Anwender zu sorgsamer Arbeitsweise, macht damit den Prozess beherrschbarer und erleichtert die Qualitätsprüfung .

Um den Aufdruck des Orientierungsaufdruckes 2 auf die erste und/oder zweite Folie 10, 11 zu erleichtern, ist es von Vorteil, dass die erste Folie 10 und die zweite Folie 11 über mindestens zwei Verbindungen, in Form einer Verbindungspfalz 14, einer Schweissnaht 14 oder einer Klebenaht 14 fest verbunden sind, sodass die erste und zweite Folie 10, 11 relativ zueinander weitgehend fixiert sind .

gszeichenliste

1 Folienschlauch

10 erste Folie

11 zweite Folie

12 Innenraum

13 Schnittlinie

14 Verbindungsfalz/Schweissnaht/Klebenaht

2 Orientierungsaufdruck

3 Laminatstruktur

30 Schadstelle

31 Schleiffläche

4 Flicken

40 Übermass

41 Flickenschnittlinie

42 Flickenkontur