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Patent Searching and Data


Title:
WIRE THREAD INSERT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/101760
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a wire thread insert (1) consisting of a body comprising a plurality of windings (10,12,14) wound in a screw-type manner, in which the plurality of windings (10,12,14) wound in a screw-type manner has a first end winding (30) and a second end winding (40) defining the body on opposing axial ends, and the first end winding (30) comprises, in a first end section, a first integral positive engagement means (32), and the second end winding (40) comprises, in a second end section, a second integral positive engagement means (42), such that, in an installed state of the wire thread insert (1), a positively-engaging, rotation-inhibiting connection to an adjacent component structure can be created respectively by means of the first and the second integral positive engagement means (32, 42).

Inventors:
STUMPF, Michael (Am Kattenkamp 5c, Bielefeld, 33611, DE)
PURRIO, Marcel (Spandauer Allee 80, Bielefeld, 33619, DE)
WENNIGES, Theodor (Königstrasse 16, Salzkotten-Verne, 33154, DE)
GRUBERT, Klaus-Friedrich (Tiefe Straße 13, Bückeburg, 31675, DE)
BUTOV, Alexej (Hedwigstraße 5, Gütersloh, 33332, DE)
SCHREINER, Anna-Katharina (Rathenaustraße 6, Paderborn, 33102, DE)
Application Number:
EP2018/081989
Publication Date:
May 31, 2019
Filing Date:
November 20, 2018
Export Citation:
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Assignee:
BÖLLHOFF VERBINDUNGSTECHNIK GMBH (Archimedesstraße 1-4, Bielefeld, 33649, DE)
International Classes:
F16B25/00; B25B27/14; F16B37/12
Foreign References:
US2751238A1956-06-19
JP2008298218A2008-12-11
DE69903394T22003-10-09
US3945070A1976-03-23
DE2350905A11974-10-10
GB408608A1934-04-11
US0964062A1910-07-12
US0534164A1895-02-12
US3062568A1962-11-06
EP2405150A12012-01-11
US4563119A1986-01-07
US4645398A1987-02-24
US4553303A1985-11-19
US2152681A1939-04-04
US2363663A1944-11-28
US2150876A1939-03-14
US2745457A1956-05-15
EP1898107A12008-03-12
US3065568A1962-11-27
Attorney, Agent or Firm:
HEYER, Volker (HWP Intellectual Property, Ridlerstraße 35, München, 80339, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Drahtgewindeeinsatz bestehend aus einem Körper mit einer Mehrzahl von schraubenförmig gewi ckelten Windungen, in dem die Mehrzahl an schraubenförmig gewickelten Windungen eine erste Endwindung und eine zweite Endwindung umfasst, die den Körper an einander gegenüberliegenden axialen Enden begrenzen, und die erste Endwindung weist in einem ersten Endabschnitt ein erstes integrales Formschlussmittel auf und die zweite Endwindung weist in einem zweiten Endabschnitt ein zweites integrales Formschlussmittel auf, sodass in einem installierten Zustand des Drahtgewin deeinsatzes über das erste und das zweite integrale Formschlussmittel jeweils eine formschlüssige drehungshemmende Verbindung mit einer angrenzenden Bauteilstruktur herstellbar ist, wobei das erste und das zweite integrale Formschlussmittel des Drahtgewindeeinsatzes eines Bolzengewindes radial einwärts bezogen auf die Windungen des Drahtgewindeeinsatzes orientiert sind und das erste und das zweite integrale Formschlussmittel des Drahtgewindeeinsatzes eines Muttemgewindes radial auswärts bezogen auf die Windungen des Drahtgewindeeinsatzes orientiert sind.

2. Drahtgewindeeinsatz gemäß Patentanspruch 1, in dem das erste und das zweite Formschlussmittel entsprechend einen ersten und einen zweiten rotationshemmenden Hinterschnitt bereitstellen, die entgegengesetzt zueinander orientiert sind.

3. Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche, in dem das erste Form schlussmittel einen Rasthaken angrenzend an eine Vertiefung im ersten Endabschnitt und das zweite Formschlussmittel im zweiten Endabschnitt einen Endzapfen umfasst.

4. Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der vorhergehenden Patentansprüche, in dem der Körper zylind risch geformt ist.

5. Drahtgewindeeinsatz gemäß Patentanspruch 4, in dem die Windungen des Drahtgewindeeinsatzes eines Bolzengewindes an einer radialen Außenseite ein Gewindeprofil und an einer Innenseite ein Verankerungsprofil bereitstellen und die Windungen bezogen auf ihren Durchmesser untermaßig im Vergleich zu einem Durchmesser des Bolzengewindes ausgelegt sind.

6. Drahtgewindeeinsatz gemäß Patentanspruch 4, in dem die Windungen des Drahtgewindeeinsatzes eines Muttemgewindes an einer radialen Außenseite ein Verankerungsprofil und an einer radialen Innenseite ein Gewindeprofil bereitstellen und die Windungen bezogen auf ihren Durchmesser über mäßig im Vergleich zu einem Durchmesser des Muttergewindes ausgelegt sind.

7. Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 3, in dem der Körper konisch geformt ist, sodass der Drahtgewindeeinsatz eine Gewindeverstärkung für ein konisches Bolzengewinde oder für ein konisches Muttergewinde bereitstellt.

8. Drahtgewindeeinsatz gemäß Patentanspruch 7 in Kombination mit Patentanspruch 3 in dem die erste Endwindung einen größeren Durchmesser als die zweite Endwindung aufweist und der Rasthaken im ersten Endabschnitt und der Endzapfen im zweiten Endabschnitt angeordnet sind.

9. Gewindebolzen mit einem zylindrischen Außengewinde, auf dem ein Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 5 angeordnet ist, oder mit einem konischen Außengewinde, auf dem ein Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 3 und 6 bis 8 angeordnet ist.

10. Gewindeöffnung mit einem zylindrischen Innengewinde, in dem ein Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 5 angeordnet ist, oder mit einem konischen Innengewinde, in dem ein Draht gewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 3 und 6 bis 8 angeordnet ist.

11. Verbindung aus einem Bolzen mit einem äußeren Bolzengewinde und einer Gewindeöffnung mit ei nem inneren Muttemgewinde, wobei das Bolzengewinde einen Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 8 und/oder das Muttemgewinde einen Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 bis 8 aufweist.

12. Installationsverfahren für einen Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der vorhergehenden Patentan sprüche 1 -8 auf einem Bolzengewinde, welches die folgenden Schritte umfasst: a. Aufnehmen des Drahtgewindeeinsatzes in einem Installationswerkzeug mit einem weiblichen Installationsgewinde, das einen Gewindegang umfasst (Sl), b. Blockieren des Gewindegangs mit einem radial versetzbaren Anschlagmittel (S2), c. Drehen des Installationswerkzeugs in einer Gangrichtung des Drahtgewindeeinsatzes (S3) der art, dass das Anschlagmittel endseitig entgegen einer Installationsrichtung am Drahtgewindeein satz angreift, wobei das Installationswerkzeug so lange gedreht wird (S5), bis die beiden integralen Formschlussmittel am Bolzen verriegelt sind (S6, S7), und d. Zurückdrehen des Installationswerkzeugs, um es vom Drahtgewindeeinsatz zu entfernen (S8).

13. Installationsverfahren gemäß Patentanspruch 12, mit dem weiteren Schritt: endseitiges Schieben des Drahtgewindeeinsatzes mit dem Anschlagmittel, sodass sich der Drahtgewindeeinsatz radial aufweitet (S4).

14. Installationsverfahren gemäß Patentanspruch 12 oder 13, mit dem weiteren Schritt:

Verrasten des zweiten Formschlussmittels in einer Vertiefung des Gewindebolzens (S6) und

Verrasten des ersten Formschlussmittels in einer Aufnahmenut, die vorzugsweise eine Einlaufschräge aufweist (S7).

15. Installationsverfahren gemäß einem der Patentansprüche 12 bis 14, wobei das weibliche Installati onsgewinde eine Gewindeabmessung des Gewindebolzens um 2-10 % übersteigt.

16. Deinstallationsverfahren für einen Drahtgewindeeinsatz gemäß einem der Patentansprüche 1 -8, der auf einem konisch oder zylindrisch geformten Gewindebolzen angeordnet ist und über zwei integral ausgebildete Formschlussmittel mit dem Gewindebolzen lösbar verbunden ist, wobei das Deinstalla tionsverfahren die folgenden Schritte aufweist: a. Aufschrauben eines Deinstallationswerkzeugs mit einem weiblichen Aufnahmegewinde auf den Gewindebolzen mit Drahtgewindeeinsatz (Dl), b. Entriegeln des ersten Formschlussmittels aus einem Eingriff mit dem Gewindebolzen durch Zu stellen eines Entriegelungsmittels (D2), c. Drehen des Deinstallationswerkzeugs in Abschraubrichtung des Drahtgewindeeinsatzes (D4) und Abschrauben des Drahtgewindeeinsatzes vom Bolzengewinde (D5).

17. Deinstallationsverfahren gemäß Patentanspruch 16, mit dem weiteren Schritt:

Bewegen des Entriegelungsmittels oder eines Anschlagmittels gegen ein zum ersten Form schlussmittel benachbartes Ende des Drahtgewindeeinsatzes (D3) und

Ausschieben des Drahtgewindeeinsatzes aus dem Bolzengewinde (D5).

18. Deinstallationsverfahren gemäß Patentanspruch 17, in dem eine Vertiefung im Gewindebolzen zur Aufnahme des Endzapfens des Drahtgewindeeinsatzes eine Einlaufschräge in Aufschraubrichtung aufweist, über die der Endzapfen während des Ausschieben aus der Vertiefung gelöst wird.

19. Werkzeug für einen Drahtgewindeeinsatz, um diesen auf einem Gewindebolzen zu installieren oder von diesem zu deinstallieren, das die folgenden Merkmale aufweist: a. ein weibliches Installationsgewinde mit einem Gewindegang, b. ein bewegbares Anschlagmittel, mit dem der Gewindegang gezielt blockierbar und freigebbar ist, und c. ein Entriegelungsmittel, welches in radialer Richtung in das Installationsgewinde bewegbar ist, um ein Formschlussmittel zu lösen.

20. Werkzeug gemäß Patentanspruch 19, in dem das Installationsgewinde im Vergleich zu einem Bol- zengewinde des Gewindebolzens 2-10 % größer ist.

21. Werkzeug gemäß Patentanspruch 19 oder 20, in dem das Anschlagmittel und das Entriegelungsmittel durch nur ein radial versetzbares Stellglied realisiert sind, welches an einem radial einwärts ragenden Ende eine Mitnahme- oder Lösekonstruktion aufweist.

Description:
Drahtgewindeeinsatz

1. Gebiet der Erfindung

Vorliegende Erfindung betrifft einen Drahtgewindeeinsatz, der mit Hilfe einer formschlüssigen Verbin dung auf einem Bolzengewinde oder einem Muttemgewinde befestigbar ist. Des Weiteren betrifft vorlie gende Erfindung einen Gewindebolzen sowie eine Gewindeöffnung mit einem derartigen

Drahtgewindeeinsatz. Zudem ist vorliegende Erfindung auf Verfahren zur Installation und Deinstallation derartiger Drahtgewindeeinsätze auf Bolzengewinden und in Muttemgewinden gerichtet.

2. Hintergrund der Erfindung

Herkömmliche Gewindeeinsätze in Form eines wendelförmig gewickelten Drahtes oder einer Gewinde buchse dienen dem Verstärken des Aufnahmegewindes von Bauteilen aus Materialien relativ geringer Festigkeit. Zu diesem Zweck wird das gewindepanzemde Element im Aufnahmegewinde montiert, wo rauf dann die Schraube in das gewindepanzemde Element eingedreht werden kann. Die Gesamtmontage erfordert somit zwei Arbeitsgänge, zum einen das Einbringen des gewindepanzemden Elementes in das Aufnahmegewinde und zum anderen das Einbringen der Schraube in das montierte gewindepanzemde Element, was die Montage entsprechend aufwendig macht.

Zum Einbringen des gewindepanzemden Elementes in das Aufnahmegewinde sind zwei Montagearten üblich. Bei der einen Montageart ist der wendelformige Draht mit einer Mitnahme-Kerbe versehen, über die ein Spezialwerkzeug den wendelformigen Draht mitschleppt und in das Aufnahmegewinde eindreht, vgl. zum Beispiel US 4,563,1 19, US 4,645,398, US 4,553,303, etc. Bei der anderen Montageart ist der wendelformige Draht an einem Ende mit einem diagonal verlaufenden Mitnahme-Zapfen versehen, über den wiedemm ein Spezialwerkzeug den wendelformigen Draht mitschleppt und hierdurch in das Aufnah megewinde eindreht, vgl. zum Beispiel US 2,152,681 , US 2,363,663, etc. Die Mitnahme-Kerbe resultiert in einer Querschnittsänderung des Drahtes, was den Wickelprozess schwieriger macht. Der Mitnahme- Zapfen hat den Nachteil, dass er nach der Montage gebrochen und entfernt werden muss. In jedem Fall ist ein aufwendiges und kostspieliges Spezialwerkzeug zum Einbringen des wendelformigen Drahtes in das Aufnahmegewinde erforderlich. Aus US-A-2 150 876 und US-A-2 745 457 ist ein gewindepanzemdes Element in Form eines wendelför- migen Drahtes bekannt, der an einem Ende mit einem diametral verlaufenden Mitnahme-Zapfen versehen ist. Die zugehörige Schraube ist an ihrem vom Schraubenkopf abgewandten Ende mit einer diametral ver laufenden Nut versehen, in die der Mitnahme-Zapfen des wendelförmigen Drahtes einschnappt, wenn der Draht auf der Schraube montiert wird. Die Schraube und der darauf montierte Draht können daher ge meinsam in das Aufnahmegewinde des Bauteils eingebracht werden. Hierdurch wird zwar der Montage vorgang vereinfacht; die Herstellung der Nut in der Schraube und des Zapfens am wendelförmigen Draht erfordern jedoch einen entsprechenden Aufwand.

Die oben genannten Drahtgewindeeinsätze sind ebenfalls in EP 1 898 107 Al beschrieben. Darüber hin aus ist in EP 1 898 107 Al ein Drahtgewindeeinsatz offenbart, der mithilfe einer kraftschlüssigen und/o der einer stoffschlüssigen Verbindung auf einem Bolzengewinde befestigt wird. Somit dient auch dieser Drahtgewindeeinsatz als ein gewindepanzemdes Element beispielsweise auf einem Gewindebolzen oder einer Schraube. Der Kraftschluss zwischen dem Bolzengewinde und in Drahtgewindeeinsatz wird durch eine in ihrem Durchmesser verjüngte Windung erzielt. Diese in ihrem Durchmesser verjüngte Windung ist in einem axialen Endbereich des Drahtgewindeeinsatzes angeordnet. Der Kraftschluss entsteht durch ein bis zwei Windungen in einem axialen Endabschnitt des Drahtgewindeeinsatzes, deren Innendurch messer kleiner als der Gewindedurchmesser des Bolzens bzw. der Schraube ist. Um einen Stoffschluss zwischen dem Drahtgewindeeinsatz und dem aufnehmenden Gewinde zu erzielen, wird beispielsweise ein adhäsives Bindemittel wie Wachs oder Klebstoff zwischen dem Drahtgewindeeinsatz und dem Ge winde aufgebracht.

Während die oben beschriebenen Drahtgewindeeinsätze aus einem Körper mit einer Mehrzahl von schraubenförmig gewickelten Windungen bestehen, der eine zylindrische Form aufweist, ist aus US 3,065,568 ein Drahtgewindeeinsatz mit einem konisch geformten Körper bekannt. Derartige konisch oder keglig gewickelte Drahtgewindeeinsätze werden beispielsweise auf einem konischen Bolzengewinde an geordnet. Konisch geformte Gewindepartner nutzt man zur Herstellung einer flüssigkeitsdichten Verbin dung zwischen zwei Rohrstücken. Um den konisch geformten Gewindeeinsatz auf dem Bolzengewinde sicher anzuordnen, werden beide Enden des Drahtgewindeeinsatzes mit dem Bolzenkörper verbunden.

Für diese Verbindungen, die die Position des Drahtgewindeeinsatzes auf dem konischen Bolzengewinde sichern, sind verschiedene Alternativen bekannt. Eine Möglichkeit besteht darin, die beiden Enden des Drahtgewindeeinsatzes mit dem Bolzenkörper zu verschweißen. Gemäß einer weiteren Alternative werden die beiden Enden abgeflacht, um sie dann mithilfe eines Stifts oder eines Niets mit dem Bolzenkörper fest zu verbinden. Eine dritte Möglichkeit sieht vor, eine Art Stecker oder Stift mit den Enden des koni schen Drahtgewindeeinsatzes schweißend zu verbinden, sodass diese dann in eine entsprechende Öffnung im konischen Bolzenkörper eingesetzt werden kömien. Entsprechend der oben zusammengefassten Ver bindungsmaßnahmen zwischen konischem Drahtgewindeeinsatz und konischem Bolzengewinde wird klar, dass diese Art der Gewindepanzerung zeit- und arbeitsaufwendig ist.

Ausgehend von dem oben genannten Stand der Technik ist es die Aufgabe vorliegender Erfindung, eine alternative Konstruktion eines gewindeverstärkenden Drahtgewindeeinsatzes bereitzustellen, der selbstsi- chemd auf einem Gewindebereich befestigbar ist, ohne dass diese Art der Befestigung zusätzliche Ar beitsschritte mit sich bringt.

3. Zusammenfassung der Erfindung

Die obige Aufgabe wird durch einen Drahtgewindeeinsatz gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 1, durch einen Gewindebolzen in Kombination mit einem Drahtgewindeeinsatz gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 14, durch eine Gewindeöffnung eines Muttemgewindes in Kombination mit einem Draht gewindeeinsatz gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 15 sowie durch eine Verbindung aus einem Ge windebolzen und einer Gewindeöffnung mit mindestens einem Drahtgewindeeinsatz gemäß dem unabhängigen Patentanspruch 16 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen vorlie gender Erfindung gehen aus der folgenden Beschreibung, den begleitenden Zeichnungen und den anhän genden Patentansprüchen hervor.

Der erfindungsgemäße Drahtgewindeeinsatz besteht aus einem Körper mit einer Mehrzahl von schrauben förmig gewickelten Windungen. Die Mehrzahl an schraubenförmig gewickelten Windungen umfasst eine erste Endwindung und eine zweite Endwindung, die den Körper an einander gegenüberliegenden axialen Enden begrenzen. Die erste Endwindung weist in einem ersten Endabschnitt ein erstes integrales Form schlussmittel auf und die zweite Endwindung weist in einem zweiten Endabschnitt ein zweites integrales Formschlussmittel auf, sodass in einem installierten Zustand des Drahtgewindeeinsatzes über das erste und das zweite integrale Formschlussmittel jeweils eine formschlüssige drehungshemmende Verbindung mit einer angrenzenden Bauteilstruktur herstellbar ist.

Vorliegende Erfindung betrifft einen Drahtgewindeeinsatz, der in seiner grundlegenden Struktur bekannt ist. Er besteht aus einer Mehrzahl von schraubenförmig gewickelten Windungen, die in ihrer Größe an ein zu verstärkendes Gewinde angepasst sind. Derartige Drahtgewindeeinsätze werden für Bolzengewinde in gleicher Weise wie für Muttemgewinde bereitgestellt. Vorzugsweise ist ein Drahtgewindeeinsatz für ein Bolzengewinde in Bezug auf den Außendurchmesser des Bolzengewindes untermaßig konfiguriert. Das bedeutet, dass der Drahtgewindeeinsatz das Bolzengewinde aufgrund seiner inhärenten Federkraft um- schließt. In Analogie dazu weist ein für ein Muttemgewinde vorgesehener Drahtgewindeeinsatz eine über mäßige Konfiguration auf. Entsprechend drückt sich der Drahtgewindeeinsatz im installierten Zustand in das Innengewinde der Gewindeöffnung. Da eine kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Drahtgewin deeinsatz und dem entsprechenden Gewinde aufgrund des oben beschriebenen Untermaßes oder Überma ßes des Drahtgewindeeinsatzes lediglich ein optionales Merkmal darstellt oder zu nur geringen Haltekräften führt, ist für beide axiale Enden des Drahtgewindeeinsatzes jeweils ein integrales Formschlussmittel vorgesehen. Dieses Formschlussmittel greift jeweils in die benachbarte Bauteilwand des Gewindebolzens oder des Muttemgewindes ein. Entsprechend ist es ebenfalls bevorzugt, dass das integrale Formschlussmittel in das Muttemgewinde oder das Bolzengewinde eingreift. Die beiden integralen Formschlussmittel sind derart angeordnet, dass sie aufgrund ihrer Formgebung und/oder Orientiemng in Bezug auf die Längsachse des Drahtgewindeeinsatzes einen drehungshemmenden Hinterschnitt für den Drahtgewindeeinsatz bilden. Dieser drehungshemmende Hinterschnitt trägt somit zum stabilen Halt und positionierten Befestigen des Drahtgewindeeinsatzes innerhalb des aufnehmenden Gewindes, also des Bolzengewindes oder des Muttemgewindes bei. Da die beiden endseitig vorgesehenen integralen Formschlussmittel einen permanenten Bestandteil des Drahtgewindeeinsatzes darstellen, erzeugen sie aufgrund ihrer Anordnung auch selbsttätig jeweils eine formschlüssige Verbindung mit der angrenzenden Bauteilwand am Ende eines Installationsvorgangs des Drahtgewindeeinsatzes. Entsprechend führen also die integralen Formschlussmittel des Drahtgewindeeinsatzes zu einer selbsttätigen Verbindung mit dem Bolzengewinde oder dem Muttemgewinde, sodass der Drahtgewindeeinsatz gegen ein Verdrehen innerhalb des aufnehmenden Gewindes geschützt ist. Dies hat zur Folge, dass keine zusätzlichen Bolzen, Niete, Schweißstellen für die Befestigung des Drahtgewindeeinsatzes auf dem Gewindebolzen oder in einer Gewindeöffnung erforderlich sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung sind das erste und das zweite Formschlussmittel gleichartig orientiert, insbesondere radial einwärts oder radial auswärts bezogen auf die schraubenförmig gewickelten Windungen.

Die beiden Formschlussmittel im axialen Endbereich des Drahtgewindeeinsatzes nutzen die jeweils angrenzende Bauteilwand des Gewindebolzens oder des Muttemgewindes. Ist der Drahtgewindeeinsatz an ein Bolzengewinde angepasst, dann sind die beiden integralen Formschlussmittel radial einwärts bezogen auf die Windungen des Drahtgewindeeinsatzes orientiert. Entsprechend greifen sie im installierten Zustand in entsprechende Vertiefungen des Gewindebolzens ein, um sich dort formschlüssig zu verriegeln. In Ana logie dazu sind die integralen Formschlussmittel eines Drahtgewindeeinsatzes für ein Muttemgewinde radial auswärts in Richtung der angrenzenden Wand des Muttemgewindes orientiert. Im installierten Zustand greifen die integralen Formschlussmittel dort in jeweils vorgesehene Vertiefungen oder Strukturen ein, um die drehungshemmende formschlüssige Verbindung zwischen Drahtgewindeeinsatz und Muttemgewinde bzw. der Bauteilwand der Gewindeöffnung herzustellen. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung stellen das erste und das zweite Formschlussmittel entsprechend einen ersten und einen zweiten rotationshemmenden Hinterschnitt bereit, die entgegengesetzt zueinander orientiert sind.

Allgemein sind Gewindeverbindungen im Bereich der ineinandergreifenden Gewindegänge Reibungskräf ten ausgesetzt. Bei der Verwendung eines Drahtgewindeeinsatzes fuhren diese Reibungskräfte dazu, dass der installierte Drahtgewindeeinsatz einem Drehmoment ausgesetzt ist. In Abhängigkeit von der Drehrich tung der miteinander zu verbindenden Gewindeelemente relativ zueinander wird der Drahtgewindeeinsatz mit einander entgegengesetzten Drehmomenten belastet. Um unabhängig von der Wirkrichtung des Dreh moments zu gewährleisten, dass sich der installierte Drahtgewindeeinsatz nicht aus seiner Position lösen lässt, bilden die beiden integralen Formschlussmittel einander entgegengesetzt wirkende drehungshem mende Hinterschnitte. Der jeweilige drehungshemmende Hinterschnitt sorgt dafür, dass bei einem rei bungsintensiven Drehen der Gewindeverbindung der installierte Drahtgewindeeinsatz nicht durch ein möglicherweise aufweitendes Drehmoment von seinem Gewinde gelöst wird. Dies gilt vorzugsweise für beide Drehrichtungen, weshalb die integralen rotationshemmenden Formschlussmittel gegenläufig konfi guriert sind.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung umfasst das erste Form schlussmittel einen Rasthaken angrenzend an eine Vertiefung im ersten Endabschnitt und das zweite Form schlussmittel im zweiten Endabschnitt einen Endzapfen.

Der bevorzugte Endzapfen wird vorzugsweise durch einen radial einwärts gebogenen Endabschnitt des Drahtendes gebildet. Dieses Drahtende ragt entsprechend radial einwärts in das Innere der schraubenförmig gewickelten Windungen. Da dieser Endzapfen eine Rotationshemmung realisieren soll, weist er vorzugs weise eine radiale Erstreckung von weniger als 30 % des Radius des Drahtgewindeeinsatzes auf. Zudem ist es bevorzugt, dass der Endzapfen zumindest radial einwärts orientiert ist, nicht aber genau auf einen Mit telpunkt der schraubenförmig gewickelten Windungen des Drahtgewindeeinsatzes ausgerichtet sein muss. Maßgeblich für die Funktionsweise des Endzapfens ist, dass er einen drehungshemmenden Hinterschnitt bildet.

Der bevorzugte Rasthaken des ersten Formschlussmittels ist vorzugsweise im Draht des Drahtgewindeein satzes ausgeformt. Zu diesem Zweck ist eine Vertiefung vorgesehen, sodass ein an die Vertiefung angren zender bzw. ein diese Vertiefung begrenzender Vorsprung eine Rastfläche oder Verriegelungsfläche bildet. Sobald diese Rastfläche in eine entsprechende Vertiefung oder gegen einen Vorsprung am Gewindebolzen oder in der Gewindeöffnung angreift, wird auf diese Weise ein drehungshemmender Hinterschnitt gebildet. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung ist der Körper des Drahtge windeeinsatzes zylindrisch geformt. Weiterhin anknüpfend an die obigen Erläuterungen sind das erste und das zweite Formschlussmittel radial einwärts orientiert, sodass der Drahtgewindeeinsatz eine Gewindever stärkung für ein Bolzengewinde bereitstellt.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung weisen die Windungen an einer radialen Außenseite des zylindrischen Körpers ein Gewindeprofil und an der Innenseite ein Veranke rungsprofil auf. Zudem sind vorzugsweise die Windungen des zylindrischen Drahtgewindeeinsatzes bezo gen auf ihren Durchmesser untermaßig im V ergleich zu einem Durchmesser des Bolzengewindes ausgelegt. Diese bevorzugte untermaßige Konfiguration des Durchmessers des Drahtgewindeeinsatzes stellt sicher, dass sich der zylindrisch geformte Drahtgewindeeinsatz bereits durch Reibschluss aufgrund seiner inhären ten Federkräfte in seinem installierten Zustand auf dem Bolzengewinde festhält.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen zylindrischen Drahtgewin deeinsatzes sind das erste und das zweite Formschlussmittel radial auswärts orientiert, sodass der Drahtge windeeinsatz eine Gewindeverstärkung für ein Muttemgewinde einer Gewindeöffnung bereitstellt. In diesem Zusammenhang ist es ebenfalls bevorzugt, dass die Windungen eines zylindrischen Drahtgewinde einsatzes für ein Muttemgewinde an einer radialen Außenseite ein Verankerungsprofil und an einer radialen Innenseite ein Gewindeprofil bereitstellen. Dies gewährleistet, dass sich der Drahtgewindeeinsatz verläss lich in dem Muttemgewinde verankern und somit befestigen und positionieren kann. Zudem weisen die Windungen bevorzugt bezogen auf ihren Durchmesser eine übermäßige Konfiguration im Vergleich zu einem Durchmesser des Muttemgewindes auf. Diese ebenfalls bevorzugte Konfiguration gewährleistet, dass sich aufgrund der inhärenten Federkräfte des Drahtgewindeeinsatzes dieser im Muttemgewinde reib schlüssig befestigt.

Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfmdungsgemäßen Drahtgewindeeinsatzes ist der Körper des Drahtgewindeeinsatzes konisch geformt. In dieser Konfiguration bilden die schraubenför mig gewickelten Windungen eine konische oder keglige Außenkontur des Drahtgewindeeinsatzes. Diese Form ermöglicht es, den Drahtgewindeeinsatz auf einem konischen Bolzengewinde oder innerhalb einer konisch geformten Gewindeöffhung anzuordnen und dort positionsstabil selbsttätig zu befestigen. In die sem Zusammenhang ist es bevorzugt, dass das erste und das zweite Formschlussmittel radial einwärts ori entiert sind, sodass der Drahtgewindeeinsatz eine Gewindeverstärkung für ein konisches Bolzengewinde bereitstellt. Entsprechend ist es ebenfalls bevorzugt, dass das erste und das zweite Formschlussmittel radial auswärts orientiert sind, sodass der Drahtgewindeeinsatz eine bevorzugte Gewindeverstärkung für ein ko nisches Muttemgewinde bereitstellt. Um einen verlässlichen Halt des konisch geformten Drahtgewindeeinsatzes auf einem konischen Bolzen gewinde sicherzustellen, weist die erste Endwindung einen größeren Durchmesser als die zweite Endwin dung auf und der Rasthaken ist im ersten Endabschnitt und der Endzapfen ist im zweiten Endabschnitt angeordnet.

Aufgrund der oben zusammengefassten bevorzugten Konfiguration eines konisch geformten Drahtgewin deeinsatzes für ein konisches Bolzengewinde befindet sich der rotationshemmende Rasthaken bevorzugt in der bezogen auf ihren Radius größten Windung des Drahtgewindeeinsatzes. Entsprechend ist der Endzap fen in der Windung mit dem kleinsten Durchmesser des Drahtgewindeeinsatzes angeordnet. Dies führt zu der bevorzugten Konfiguration, dass der Rasthaken in einem eher schwer zugänglichen Gewindebereich angeordnet ist. Im Gegensatz dazu befindet sich bevorzugt im installierten Zustand der Endzapfen in einem Anfangsbereich des konisch geformten Bolzengewindes. Aufgrund dieser bevorzugten Anordnung ist der Endzapfen zugänglich, um zur Unterstützung von Installation und Deinstallation des konisch geformten Drahtgewindeeinsatzes gezielt ein Drehmoment sowie eine Lösekraft auf den Endzapfen aufzubringen. Wird beispielsweise während der Installation des Drahtgewindeeinsatzes ein Drehmoment in Gangrichtung des Bolzengewindes aufgebracht, führt dies zu einer Aufweitung des Drahtgewindeeinsatzes. Eine gezielte Aufweitung des Drahtgewindeeinsatzes unterstützt eine Installation auf dem konisch geformten Bolzengewinde, bis der Rasthaken und der Endzapfen formschlüssig verriegelt sind. Für eine bevorzugte Deinstallation des konisch geformten Drahtgewindeeinsatzes ist es von Vorteil, mithilfe eines Lösemoments und eines gezielt aufgebrachten Drehmoments auf den Endzapfen den konisch geformten Drahtgewindeeinsatz aufzuweiten. Auf diese Weise wird die Deinstallation, also das Entfernen des konisch geformten Drahtgewindeeinsatzes von dem konisch geformten Bolzengewinde erleichtert, um diesen beispielsweise im Falle einer zu großen Abnutzung gegen einen neuen Drahtgewindeeinsatz auszutauschen.

Vorliegende Erfindung umfasst zudem einen Gewindebolzen mit einem zylindrischen Außengewinde, auf dem ein Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen zylindrischen Ausführungsformen des Drahtgewindeeinsatzes angeordnet ist. Zudem umfasst vorliegende Erfindung einen Gewindebolzen mit einem konischen Außengewinde, auf dem ein konisch geformter Drahtgewindeeinsatz gemäß eine der oben beschriebenen Ausführungsformen angeordnet ist. Des Weiteren umfasst vorliegende Erfindung eine Gewindeöffnung mit einem zylindrischen Innengewinde, in dem ein zylindrisch geformter Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen angeordnet ist. Des Weiteren umfasst vorliegende Erfindung eine Gewindeöffnung mit einem konisch geformten Innengewinde, in dem ein konisch geformter Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen installiert bzw. angeordnet ist. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform vorliegender Erfindung ist eine Verbindung aus ei nem Bolzen mit einem äußeren Bolzengewinde und einer Gewindeöffnung mit einem inneren Muttemge- winde von vorliegende Erfindung umfasst. Diese Verbindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Bolzengewinde mit einem Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen oder/und das Muttemgewinde mit einem Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen Aus führungsformen ausgestattet sind.

Vorliegende Erfindung umfasst zudem ein Installationsverfahren für einen Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen auf einem Bolzengewinde. Das Installationsverfahren weist die folgenden Schritte auf: Aufnehmen des Drahtgewindeeinsatzes in einem Installationswerkzeug mit einem weiblichen Installationsgewinde, das einen Gewindegang umfasst, Blockieren des Gewinde gangs mit einem radial versetzbaren Anschlagmittel, Drehen des Installationswerkzeugs in einer

Gangrichtung des Drahtgewindeeinsatzes derart, dass das Anschlagmittel endseitig entgegen einer Instal lationsrichtung am Drahtgewindeeinsatz angreift, wobei das Installationswerkzeug so lange gedreht wird, bis die beiden integralen Formschlussmittel am Bolzen verriegelt sind, und Zurückdrehen des Installati onswerkzeugs, um es vom Drahtgewindeeinsatz zu entfernen.

Das erfindungsgemäß bevorzugte Installationsverfahren schraubt oder schiebt den Drahtgewindeeinsatz, der konisch oder zylindrisch geformt ist, auf das Bolzengewinde des Gewindebolzens. Dabei wird ein be vorzugtes unten näher beschriebenes Installationswerkzeug eingesetzt. Der Drahtgewindeeinsatz wird so lange auf das Bolzengewinde geschoben bzw. geschraubt, bis sich die beiden endseitig angeordneten Formschlussmittel am Gewindebolzen befestigt haben. Bei diesem Vorgang dient das der Installations richtung abgewandte endseitige Formschlussmittel, hier vorzugsweise der Endzapfen, dazu, den Drahtge windeeinsatz innerhalb des Gewindegangs des Bolzengewindes in Einschraubrichtung zu drücken. Da der Endzapfen radial einwärts gebogen ist, wie es oben erläutert worden ist, bildet er eine ausreichend große Anschlagfläche, um den Drahtgewindeeinsatz vorwärts zu bewegen. Vorwärts bedeutet in diesem Zusam menhang entgegen der Einschraubrichtung des Bolzengewindes. Während dieses Aufschraubens oder Aufschiebens des Drahtgewindeeinsatzes auf das Bolzengewinde ist der Drahtgewindeeinsatz Reibungs kräften mit dem Bolzengewinde ausgesetzt. Diese Reibungskräfte wirken dem Aufschrauben bzw. Auf schieben entgegen, was zu einem zumindest teilweisen Aufweiten des Drahtgewindeeinsatzes während der Installation führt. Dieses Aufweiten erleichtert aber auch das Aufschrauben bzw. Aufschieben des Drahtgewindeeinsatzes auf das Bolzengewinde. Sobald das integral ausgebildete Formschlussmittel am vorauseilenden Ende des Drahtgewindeeinsatzes die am Gewindebolzen vorgesehene Vertiefung erreicht hat, schnappt es an dieser Stelle ein. Gleichzeitig läuft der Endzapfen in eine entsprechende Vertiefung am Gewindebolzen ein. Auf diese Weise ist der Drahtgewindeeinsatz an seinen beiden Enden bzw. im Bereich der beiden Enden formschlüssig mit dem Gewindebolzen verbunden. Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Installationsverfahren den weiteren Schritt: endseiti ges Schieben des Drahtgewindeeinsatzes mit dem Anschlagmittel, sodass der Drahtgewindeeinsatz radial aufgeweitet wird, wie es oben bereits beschrieben worden ist.

Weiterhin bevorzugt umfasst das Installationsverfahren den weiteren Schritt: Verrasten des zweiten Formschlussmittels in einer Vertiefung des Gewindebolzens und Verrasten des ersten Formschlussmittels in einer Aufnahmenut, die vorzugsweise eine Einlaufschräge aufweist.

Das vorauseilende Ende des Drahtgewindeeinsatzes umfasst vorzugsweise einen radial einwärts ragenden Rasthaken. Dieses zweite Formschlussmittel greift in eine Vertiefung des Gewindebolzens ein. Der am gegenüberliegenden Ende des Drahtgewindeeinsatzes vorgesehene radial einwärts ragende Endzapfen läuft als erstes Formschlussmittel in eine Aufnahmenut am Gewindebolzen ein. Diese Aufnahmenut weist bevorzugt eine Einlaufschräge auf. Diese Einlaufschräge erleichtert nicht nur das Verrasten des Endzap fens am Gewindebolzen, sondern unterstützt auch eine Deinstallation des Drahtgewindeeinsatzes vom Gewindebolzen. Denn sobald der Drahtgewindeeinsatz vom Bolzengewinde abgeschraubt werden soll, wird der Endzapfen bevorzugt über die Einlaufschräge aus der Aufnahmenut herausgedrückt. Auf diese Weise löst sich dann die formschlüssige Verbindung am ersten Formschlussmittel.

Zur bevorzugten Unterstützung des Installationsverfahrens ist das weibliche Installationsgewinde größer ausgebildet als das Bolzengewinde, insbesondere übersteigt das weibliche Installationsgewinde die Ge windeabmessung des Gewindebolzens um 2 bis 10 %.

Das Installationsverfahren wird mit dem bereits erwähnten Installationswerkzeug realisiert. Dieses Instal lationswerkzeug, welches unten in größerem Detail beschrieben ist, weist als wesentliches Element einen weiblichen Gewindeabschnitt auf. In diesem weiblichen Gewindeabschnitt ist der zu installierende Draht gewindeeinsatz aufnehmbar. Gleichzeitig übernimmt das Werkzeug aber auch das oben bereits angespro chene Aufschrauben oder Aufschieben des Drahtgewindeeinsatzes auf das Bolzengewinde. Zu diesem Zweck muss der weibliche Gewindeabschnitt in seiner Dimension derart ausgebildet sein, dass er nach Aufnahme des zu installierenden Drahtgewindeeinsatzes auch noch auf das Bolzengewinde aufschraubbar ist. Daher ist es bevorzugt, das weibliche Installationsgewinde mit einer Gewindeabmessung vorzusehen, die um 2-10 % größer ist als die Gewindedimension des Gewindebolzens.

Vorliegende Erfindung offenbart des Weiteren ein Deinstallationsverfahren für den Drahtgewindeeinsatz gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen, der auf einem konisch oder zylindrisch geform ten Gewindebolzen angeordnet und über zwei integral ausgebildete Formschlussmittel mit dem Gewinde bolzen lösbar verbunden ist. Das Deinstallationsverfahren weist die folgenden Schritte auf: Aufschrauben eines Deinstallationswerkzeugs mit einem weiblichen Aufnahmegewinde auf den Gewindebolzen mit Drahtgewindeeinsatz, Entriegeln des ersten Formschlussmittels aus einem Eingriff mit dem Gewindebol zen durch Zustellen eines Entriegelungsmittels, Drehen des Deinstallationswerkzeugs in Abschraubrich tung des Drahtgewindeeinsatzes vom Gewindebolzen und Abschrauben des Drahtgewindeeinsatzes vom Bolzengewinde.

Im Rahmen des oben zusammengefassten Deinstallationsverfahrens für den Drahtgewindeeinsatz wird vorzugsweise das Installationsverfahren umgekehrt. Das bedeutet, dass der Drahtgewindeeinsatz nun vom Bolzengewinde geschraubt oder geschoben wird. Um im Rahmen dieses Vorgangs ein formschlüssiges Blockieren der integralen Formschlussmittel zu vermeiden, wird zunächst das zweite Formschlussmittel, vorzugsweise der radial einwärts ragende Rasthaken, mit Hilfe des Entriegelungsmittels aus seiner form schlüssigen Verbindung gelöst. Ein bevorzugtes Entriegelungsmittel besteht beispielsweise aus einem ra dial zustellbaren Stellglied. Dieses greift an dem Rasthaken an oder alternativ am Endbereich des Drahtgewindeeinsatzes und hebt den Rasthaken radial auswärts aus seiner Verrastung in der Vertiefung am Gewindebolzen. Sobald diese formschlüssige Verbindung gelöst ist, beginnt vorzugsweise ein Ab schrauben des Drahtgewindeeinsatzes vom Bolzengewinde. Dieses Abschrauben besteht vorzugsweise auch in einem Ausschieben des Drahtgewindeeinsatzes aus dem Bolzengewinde. Dieses Ausschieben wird gemäß einer Ausführungsform vorliegender Erfindung durch das Entriegelungsmittel realisiert, wel ches in Ausdrehrichtung gegen den Endbereich des Drahtgewindeeinsatzes angrenzend an den Rasthaken drückt.

Nach einer zudem bevorzugten Ausgestaltung des Deinstallationsverfahrens ist in einer Vertiefung im Gewindebolzen zur Aufnahme des Endzapfens des Drahtgewindeeinsatzes eine Einlaufschräge in Auf schraubrichtung vorgesehen, über die der Endzapfen während des Ausschiebens oder Abschraubens aus der Vertiefüng gelöst wird.

Um das Deinstallieren des Drahtgewindeeinsatzes vom Bolzengewinde zu vereinfachen, greift kein sepa rates Stellglied am Endzapfen des Drahtgewindeeinsatzes an, um dieses aus der formschlüssigen Verbin dung zu lösen. Stattdessen ist die Aufnahmenut des Endzapfens derart ausgebildet, dass sie ein Lösen der formschlüssigen Verbindung zwischen Gewindebolzen und Endzapfen während des Deinstallationsver fahrens unterstützt. Im speziellen weist die Aufnahmenut die bereits oben beschriebene Einlaufschräge auf. Sobald der Drahtgewindeeinsatz in Abschraubrichtung geschraubt oder gedrückt wird, wird der End zapfen über die Einlaufschräge aus der Nut bewegt. Entsprechend bildet die Einlaufschräge im Deinstal lationsverfahren eine Auslaufschräge oder einen Lösebereich, um die formschlüssige Verbindung zwischen dem integralen Formschlussmittel, hier der Endzapfen, und dem Gewindebolzen zu lösen.

Vorliegende Erfindung offenbart außerdem ein Werkzeug für einen Drahtgewindeeinsatz, um diesen auf einem Gewindebolzen zu installieren oder von diesem zu deinstallieren. Das erfindungsgemäße Werk zeug weist die folgenden Merkmale auf: ein weibliches Installationsgewinde mit einem Gewindegang, ein bewegbares Anschlagmittel, mit dem der Gewindegang gezielt blockierbar und freigebbar ist, und ein Entriegelungsmittel, welches in radialer Richtung in das Installationsgewinde bewegbar ist, um ein Form schlussmittel zu lösen.

Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Werkzeugs ist das Installationsgewinde im Vergleich zu ei nem Bolzengewinde des Gewindebolzens 2-10 % größer ausgebildet. Weiterhin bevorzugt sind das An schlagmittel und das Entriegelungsmittel durch nur ein radial versetzbares Stellglied realisiert, welches an einem radial einwärts ragenden Ende eine Mitnahme- oder Lösekonstruktion aufweist.

Wie oben bereits erläutert worden ist, wird das Installationsverfahren und vorzugsweise auch das Dein stallationsverfahren mit einem Werkzeug durchgeführt, welches ein weibliches Aufnahmegewinde für den Drahtgewindeeinsatz aufweist. Da das vorzugsweise radial bewegbare Anschlagmittel den Gewinde gang des weiblichen Aufnahmegewindes gezielt blockieren kann, lässt sich das Anschlagmittel zum Auf schrauben oder Aufschieben des Drahtgewindeeinsatzes auf das Bolzengewinde nutzen. In gleicher Weise ist es möglich, dass dieses Anschlagmittel am Endbereich angrenzend an den Rasthaken angreift, um den Drahtgewindeeinsatz vom Bolzengewinde abzuschrauben bzw. aus diesem auszuschieben. Da das bevorzugte Anschlagmittel in den Gewindegang und aus diesem heraus bewegbar ist, ist es bevorzugt gleichzeitig auch zum Lösen des Rasthakens aus der formschlüssigen Verbindung mit dem Gewindebol zen nutzbar. Während einerseits die formschlüssigen Verbindungen zwischen dem Drahtgewindeeinsatz und dem Gewindebolzen für eine wirkungsvolle Befestigung des Drahtgewindeeinsatzes im Bolzenge winde sorgen, lassen sich diese ohne apparativen Aufwand einfach wieder lösen. Entsprechend ist es er- fmdungsgemäß bevorzugt, dass das Anschlagmittel und das Entriegelungsmittel für zumindest die eine formschlüssige Verbindung in einer Komponente des erfindungsgemäß bevorzugten Werkzeugs realisiert sind.

4 Kurze Beschreibung der begleitenden Zeichnungen

Die bevorzugten Ausführungsformen vorliegender Erfindung werden unter Bezugnahme auf die beglei tende Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Figur 1 eine bevorzugte Ausführungsform eines konisch geformten Drahtgewindeeinsatzes gemäß vorliegender Erfindung, der auf einem konisch geformten Bolzengewinde installiert ist,

Figur 2 eine bevorzugte Ausführungsform eines erfindungsgemäßen zylindrisch geformten Drahtgewindeeinsatzes, der auf einem zylindrisch geformten Bolzengewinde installiert ist, Figur 3 eine perspektivische Ansicht eines bevorzugtes Befestigungsendes des Drahtgewindeeinsatzes gemäß Figur 1 ,

Figur 4 eine perspektivische Darstellung des Drahtgewindeeinsatzes aus Figur 1 ,

Figur 5 eine teilweise Schnittansicht des zylindrischen Drahtgewindeeinsatzes aus Figur 2,

Figur 6 eine Draufsicht auf einen bevorzugten Endzapfen des Drahtgewindeeinsatzes gemäß Figur 1 ,

Figur 7 eine Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform eines Endzapfens des erfindungsgemäßen Drahtgewindeeinsatzes gemäß Figur 2,

Figur 8 eine bevorzugte Ausführungsform einer Aufnahmevertiefung im Bolzenkörper benachbart zum Bolzengewinde,

Figur 9 eine vergrößerte Darstellung einer bevorzugten Ausgestaltung des Rasthakens, der bevorzugt in Kombination mit dem konischen und dem zylindrischen Drahtgewindeeinsatzes Anwen dung findet,

Figur 10 eine vergrößerte Darstellung einer bevorzugten Ausgestaltung des Bolzenkörpers mit Vertiefung zur Aufnahme des Rasthakens des Drahtgewindeeinsatzes gemäß Figur 9,

Figur 1 1 eine perspektivische Ansicht einer bevorzugten Ausführungsform des Werkzeugs,

Figur 12 eine weitere perspektivische Ansicht der bevorzugten Ausführungsform des Werkzeugs aus

Figur 11 ,

Figur 13 eine teilweise Schnittansicht des Werkzeugs aus Figur 12,

Figur 14 eine vergrößerte Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des Entriegelungsmittels des

Werkzeugs,

Figur 15 ein Flussdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform des Installationsverfahrens und

Figur 16 ein Flussdiagramm einer bevorzugten Ausführungsform des Deinstallationsverfahrens. 5. Detaillierte Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen

Figur 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Drahtgewindeeinsatzes 1 , der auf einem Bolzen 50 mit Bolzengewinde 52 angeordnet ist. Der Drahtgewindeeinsatz 1 umfasst eine Mehrzahl schraubenförmig gewickelter Windungen 10, 12, 14, die einen Körper 20 des Drahtgewindeeinsatzes 1 bilden. Eine Mittel achse M des Drahtgewindeeinsatzes 1 definiert gleichzeitig eine Installationsrichtung Ri, in der der Draht gewindeeinsatz auf das Bolzengewinde 52 des Bolzens 50 aufgeschraubt wird bzw. auf diesem installiert wird.

In Installationsrichtung Ri betrachtet weitet sich der Körper 20 des Drahtgewindeeinsatzes 1 auf. Entspre chend weist der Körper 20 eine konische, insbesondere eine kegelstumpfartige, Form auf. Ein Durchmes ser der Windungen 10, 12, 14 nimmt in Installationsrichtung RI zu. Entsprechend ist zwischen der Mittelachse M und einer äußeren Mantelfläche 16 des Körpers 20 ein Konuswinkel a eingeschlossen. Dieser liegt vorzugsweise in einem Bereich von 1° < a < 25°, weiter bevorzugt 2° < a < 15° und noch mehr bevorzugt in einem Winkelbereich von 2° < a < 8°.

Vorzugsweise sind der Konuswinkel des Drahtgewindeeinsatzes 1 und der des Gewindebolzens oder der Gewindebohrung aufeinander abgestimmt. Das bedeutet, dass der Konuswinkel des Drahtgewindeeinsat zes 1 dem Konuswinkel des Gewindebolzens oder der Gewindeöffnung entspricht.

Die Windungen 10, 12, 14 weisen im Querschnitt betrachtet an einer radialen Innenseite - also dem Auf nahmegewinde des Gewindebolzens zugewandt - bevorzugt ein Verankerungsprofil auf. Dieses optionale Merkmal ist dazu geeignet, die Befestigung des Drahtgewindeeinsatzes im Aufnahmegewinde des Ge windebolzens oder der Gewindebohrung zu unterstützen. An einer radialen Außenseite ist ein Profil vor gesehen, welches eine Gewindeform bildet, sobald der Drahtgewindeeinsatz 1 im Bolzengewinde 52 installiert worden ist.

Der installierte Drahtgewindeeinsatz 1‘ gemäß Figur 2 weist ähnliche konstruktive Merkmale auf wie der Drahtgewindeeinsatz 1 aus Figur 1. Diese sind mit den gleichen Bezugszeichen wie in Figur 1 bezeichnet. Im Unterschied zur Ausführungsform der Figur 1 ist der Körper 20‘ des Drahtgewindeeinsatzes 1‘ zylind risch geformt. Entsprechend weisen die Windungen 10‘, 12% 14‘ den gleichen Durchmesser auf. Auch der Bolzen 50‘ besitzt eine zylindrische Form und das Bolzengewinde 52‘ wird durch eine zylindrische Mantelfläche eingeschlossen.

Sowohl konische 52 wie auch zylindrisch geformte Bolzengewinde 52‘ sind allgemein bekannt, sodass im Hinblick auf die Formgestaltung und die Dimensionierung dieser Gewinde auf den Stand der Technik verwiesen wird. Um konisch geformte und zylindrisch geformte Drahtgewindeeinsätze 1 , 1‘ zunächst reibschlüssig auf dem Bolzengewinde zu befestigen, ist es bevorzugt, diese mit Untermaß bezogen auf das Bolzengewinde 52; 52‘ herzustellen. Untermaß bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1‘ ein kleineres Gewinde als der Bolzen aufweist. Erfmdungsgemäß bevorzugt liegt das Untermaß im Be reich von 1 bis 5 % und weiter bevorzugt im Bereich von 2% bis 4 % bezogen auf das Bolzengewinde.

Die Mehrzahl an schraubenförmig gewickelten Windungen 10, 12, 14; 10‘, l2‘, l4‘ weist eine erste axi ale Endwindung 30; 30‘ und eine zweite axiale Endwindung 40; 40‘ auf. Als axiale Endwindung 30, 40; 30‘, 40‘ wird bezogen auf den Körper 20; 20‘ die jeweils an die axiale Stirnseite des Körpers 20; 20‘ an grenzende letzte Windung der Mehrzahl von schraubenförmig gewickelten Windungen 10, 12, 14; 10‘, 12‘, 14‘ bezeichnet. Jede Endwindung 30, 40; 30‘, 40‘ umfasst ein integral ausgebildetes Formschlussmit tel 32, 42; 32‘, 42‘. Diese Formschlussmittel 32, 42; 32‘, 42‘ werden in analoger Weise in konisch ge formten Draht gewindeeinsätzen 1 wie in zylindrisch geformten Draht gewindeeinsätzen 1‘ eingesetzt.

Mit Bezug auf den bevorzugt konisch geformten Drahtgewindeeinsatz 1 weist die erste Endwindung 30 einen größeren Durchmesser als die zweite Endwindung 40 auf. In der ersten Endwindung 30 umfasst das erste integral ausgebildete Formschlussmittel 32 einen Rasthaken 34, der angrenzend an eine Vertiefung 36 an einer radialen Innenseite der ersten Endwindung 30 ausgebildet ist.

Der Rasthaken 34 hat vorzugsweise eine Eindrehschräge 33, die eine Installation des Drahtgewindeeinsat zes 1 im Bolzengewinde 52 unterstützt. Die Eindrehschräge 33 ist an der radialen Innenseite und am freien Ende der ersten Endwindung 30 angeordnet.

Der Rasthaken 34 schnappt im installierten Zustand auf dem Bolzengewinde 52 in eine Rastvertiefung 54 ein. Die Rastvertiefung 54 ist im Bolzenkörper oder im Bolzengewinde 52 angeordnet. Sie stellt eine An schlagfläche 55 bereit, deren Flächennormale N55 annähernd tangential zum Bolzengewinde 52 sowie in Eindrehrichtung des Drahtgewindeeinsatzes 1 orientiert ist. Aufgrund dieser Orientierung bildet die An schlagfläche 55 als Anschlagsbereich und Blockadefläche für eine Rastfläche 35 des Rasthakens 32 eine Rückdrehsicherung für den installierten Drahtgewindeeinsatz 1. Zu diesem Zweck ist eine Flächennormale N35 der Rastfläche 35 annähernd antiparallel zur Flächennormalen N55 orientiert.

Während der Installation des Drahtgewindeeinsatzes 1 wird dieser in das Bolzengewinde 52 eingedreht. Sobald das integrale Formschlussmittel 32 aus dem Bolzengewinde 52 über eine Zwischenerhebung 56 in die Rastvertiefung 54 gelaufen ist, verriegelt es dort den Drahtgewindeeinsatz 1 gegen Ausdrehen aus dem Bolzengewinde 52. Aufgrund von Reibung zwischen dem Drahtgewindeeinsatz 1 und einem umge benden Aufnahmegewinde (nicht gezeigt) könnte ein derartiges Rückdrehen ohne den gleichzeitigen Ver such der Deinstallation auftreten und zu einer Lösung des Drahtgewindeeinsatzes führen.

In der zweiten Endwindung 40 ist bevorzugt in einem zweiten Endabschnitt als integrales Formschluss mittel 42 ein Endzapfen 44 vorgesehen. Der Endzapfen 44 ragt annähernd radial einwärts im Vergleich zum Verlauf der zweiten Endwindung 40. In diesem Zusammenhang ist es nicht erforderlich, dass der Endzapfen 44 genau auf einen Mittelpunkt der zweiten Endwindung 40 weist. Weiterhin bevorzugt be steht der Endzapfen 44 aus einem abgewinkelten Ende der zweiten Endwindung 40. Vorzugsweise hat der Endzapfen eine Mindestlänge, die einen Eingriff des Endzapfens 44 in eine entsprechende Vertiefung 60 im Bolzenkörper 50 oder in ein Bolzengewinde 52 gewährleistet. Da der Endzapfen 44 eine Verdrehsi cherung des Drahtgewindeeinsatzes 1 bereitstellt, ist aufgrund seines Widerstands gegen Scherbelastung bereits eine geringe Länge dafür ausreichend. Vorzugsweise ist die Länge des Endzapfens 44, mit dem der Endzapfen 44 über den Innendurchmesser Di des Drahtgewindeeinsatzes 1 hinaus radial einwärts ragt, aus einem Bereich von 0,4 B D < Lz ^ 3,0 BD. In diesem Zusammenhang bezeichnet B D die radiale Breite des Drahts des Drahtgewindeeinsatzes 1 , die bei einem annähernd rautenförmigen Drahtquerschnitt die längere Diagonale im Drahtquerschnitt bezeichnet. Bei einem quadratischen Drahtquerschnitt sind die Di agonalen des Drahtquerschnitts gleich lang.

Wie man anhand der Figuren 1 , 6 und 8 erkennen kann, ist die radiale Vertiefung 60 im Bolzen 50 als eine in axialer Richtung offene Nut ausgebildet. Die Nut ist entgegen der Installationsrichtung Ri offen. Vorzugsweise wird die Nut in Tangentialrichtung durch die beiden Blockadeflächen 62, 64 begrenzt.

Sobald der Endzapfen 44 in der Vertiefung 60 eingeschnappt ist, verhindert die Blockadefläche 64 vor zugsweise ein weiteres Eindrehen des Drahtgewindeeinsatzes 1 in Installationsrichtung. Entsprechend kann der Rasthaken 34 nicht über die Rastvertiefung 54 hinausgeschoben werden. Die weitere Blockade fläche 62 verhindert bevorzugt ein Rückdrehen des Drahtgewindeeinsatzes 1 , in dem der Endzapfen 44 dort anschlägt. Aufgrund seiner Anordnung bildet der Endzapfen 44 somit einen rotationshemmenden Hinterschnitt in mindestens eine Drehrichtung, der bevorzugt das weitere Eindrehen des Drahtgewinde einsatzes 1 und weiter bevorzugt das Ausdrehen des Drahtgewindeeinsatzes 1 blockiert.

Entsprechend sind die rotationshemmenden Hinterschnitte des Endzapfens 42 und des Rasthakens 34 ent gegengesetzt zueinander orientiert. Dadurch wird eine Fehlinstallation durch Überdrehen und eine Dein stallation durch Herausdrehen des Drahtgewindeeinsatzes 1 aus dem Bolzengewinde vermieden. Die oben beschriebene konstruktive Gestaltung und Anordnung der integralen Formschlussmittel 32, 42 ist für einen zylindrisch geformten Drahtgewindeeinsatz 1‘ gemäß Figur 2 analog anwendbar. Dies ist an hand der teilweisen Schnittansicht in Figur 5 erkennbar. Entsprechend wird auf die analog anwendbaren Erläuterungen zu den oben diskutierten bevorzugten Ausführungsformen des Drahtgewindeeinsatzes mit konischer Form verwiesen.

Generell ist hervorzuheben, dass die Drahtgewindeeinsätze gemäß der bevorzugten Ausführungsformen vorliegender Erfindung keinen Einbauzapfen aufweisen, der gemäß dem Stand der Technik diametral an geordnet ist. Derartige Zapfen dienen als Mitnahme-/Installations- und/oder als Verriegelungszapfen. Für einen Drahtgewindeeinsatz 1 eines konischen oder eines zylindrischen Aufnahmegewindes des Gewinde bolzens wäre dieser diametrale Zapfen störend, da die Installation des Drahtgewindeeinsatzes in axialer Richtung begrenzt würde. Für einen Drahtgewindeeinsatz eines konischen oder eines zylindrischen weib lichen Aufnahmegewindes (siehe unten) müsste dieser diametrale Zapfen entfernt werden, um innerhalb des weiblichen Gewindes einen Gewindebolzen oder ähnliches installieren zu können. Dieser zusätzliche Aufwand wird vorzugsweise vermieden.

Des Weiteren sind die oben beschriebenen Merkmale der Konstruktionen der Drahtgewindeeinsätze 1 ; 1‘ auch auf konisch und zylindrisch geformte Draht gewindeeinsätze für Muttemgewinde bzw. Gewindeöff nungen übertragbar.

Ein Drahtgewindeeinsatz für ein Muttemgewinde wird bevorzugt mit Übermaß bezogen auf eine Gewin degeometrie der Gewindeöffnung bereitgestellt. Das bedeutet, dass ein Außendurchmesser des Drahtge windeeinsatzes größer ist als ein Innendurchmesser der Gewindeöffnung. Dies gewährleistet, dass der Drahtgewindeeinsatz aufgrund seiner inhärenten Federeigenschaften in das Aufnahmegewinde gedrückt wird und sich dort über eine Reibschlussverbindung festhält. Erfindungsgemäß bevorzugt liegt das Über maß im Bereich von 1 bis 5 % und weiter bevorzugt im Bereich von 2% bis 4 % bezogen auf das Mut temgewinde.

Die Funktionalität der integralen Formschlussmittel bleibt auch bei der Nutzung in einem Drahtgewinde einsatz für ein Muttemgewinde erhalten. Im Unterschied zum Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1‘ für ein Bolzen gewinde 52; 52‘ sind die beiden integralen Formschlussmittel radial auswärts orientiert, um in den Muttemkörper oder in ein Muttemgewinde oder in eine Bauteilwand der Gewindeöffnung eingreifen zu können.

Erfindungsgemäß bevorzugt wird bei einer Verbindung aus einem Gewindebolzen und einem weiblichen Gewinde mindestens eines der Gewinde durch den oben beschriebenen Drahtgewindeeinsatz verstärkt. Es ist ebenfalls bevorzugt, beide Gewinde, also das Bolzengewinde und das weibliche Gewinde, mit jeweils einem Drahtgewindeeinsatz zu verstärken. Sobald die jeweilige Verstärkung erfolgt ist, wird der Gewin debolzen in das weibliche Gewinde eingeschraubt und dort befestigt.

Um den Drahtgewindeeinsatz 1 ; G auf dem Gewindebolzen 50; 50' zu installieren, ist ein Werkzeug 80 vorgesehen. In einer perspektivischen Darstellung in Figuren 1 1 und 12 sind bevorzugte Eigenschaften des Werkzeugs 80 dargestellt, um das Wirkprinzip und die Funktionalität zu erläutern. Es versteht sich, dass das Werkzeug 80 als manuelles oder als automatisches Werkzeug 80 ausgeführt sein kann, ohne dass diese hier im Detail beschrieben sein müssen.

Das Werkzeug 80 umfasst ein weibliches Aufnahmegewinde 82. Im Aufnahmegewinde 82 wird der Drahtgewindeeinsatz 1 ; G aufgenommen, um diesen dann auf dem Bolzengewinde 52; 52‘ zu installieren. Je nach äußerer Form des Gewindebolzens 50; 50’ und entsprechend des Drahtgewindeeinsatzes 1 ; G ist das Aufnahmegewinde 82 konisch oder zylindrisch ausgebildet.

Zur Installation wird der Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1‘ in das Aufnahmegewinde 82 eingeschraubt (S 1 ) . Da bei wird der Drahtgewindeeinsatz 1 ; G bevorzugt so lange gedreht, bis ein in den Gewindegang des Auf nahmegewinde 82 ragendes Anschlagmittel 84 den Gewindegang und damit ein weiteres Eindrehen blockiert (S2).

Das Anschlagmittel 84 wird vorzugsweise durch ein in den Gewindegang des Aufnahmegewindes 82 versetzbares Stellglied gebildet. Das radiale Verstellen des Stellglieds wird vorzugsweise mithilfe einer Ge windeverbindung realisiert. In gleicher Weise ist auch ein axiales Verschieben oder motorisches Stellen denkbar.

Der Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1’ wird vorzugsweise mit dem zweiten Formschlussmittel 44; 44’, also dem Endzapfen, voraus in das Aufnahmegewinde 82 geschraubt. Daher liegt bevorzugt am oder benachbart zum Endzapfen der Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1’ am Anschlagmittel 84 an. Die Einschraubrichtung ist mit RE bezeichnet. Während des Einschraubens wirken Reibungskräfte dem Gleiten des Drahtgewindeeinsat zes 1 ; G im Gewindegang entgegen. Dadurch wird der Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1‘ während des Einschraubens aufgeweitet, was das Einschrauben unterstützt.

Der Drahtgewindeeinsatz 1 ; G wird vorzugsweise so weit in das Aufnahmegewinde 82 geschraubt, bis das erste Formschlussmittel 34; 34’ angrenzend an eine radiale Ausnehmung 86 angeordnet ist. Die Aus nehmung 86 vergrößert den Gewindegang des Aufinahmegewindes 82 radial auswärts. Dadurch ermög licht die Ausnehmung 86 dem ersten Formschlussmittel 34; 34’, hier der endseitige Rasthaken 34; 34’ (siehe Figur 9), bei der Installation des Drahtgewindeeinsatzes 1 ; 1’ über die Zwischenerhebung 56; 56’ zu gleiten und in der Rastvertiefung 54; 54’ einzurasten (siehe Figur 10). Während einer Deinstallation des Drahtgewindeeinsatzes 1 ; G gewährleistet die Ausnehmung 86 ein Bewegen des Rasthakens 34; 34’ radial auswärts, um dann über die Zwischenerhebung 56; 56’ hinweg geschoben oder gedreht zu werden.

Der Drahtgewindeeinsatz 1 ; G wird soweit auf das Bolzengewinde 52; 52’ aufgeschraubt, bis der Rastha ken 34; 34’ nach dem Überschreiten der Zwischenerhebung 56; 56’ in die Rastvertiefung 54; 54’ einge- rastet ist (S6).

Zudem gleitet der bevorzugte Endzapfen 44; 44’ in die Vertiefung 60; 60’ im Gewindebolzen 50; 50’, um dort einzurasten (S7). Vorzugsweise weist die Vertiefung 60; 60’ anstelle der Seitenwand 62 (siehe Figur 1) eine Einführschräge (nicht gezeigt) auf. Diese erleichtert das Gleiten des Endzapfens 44; 40’ in die Vertiefung 60; 60’.

Sobald der Endzapfen 44; 44’ und der Rasthaken 34; 34’ eingerastet sind, ist der Drahtgewindeeinsatz 1 ;

1’ verlässlich befestigt. Das Werkzeug 80 wird dann von dem installierten Drahtgewindeeinsatz 1 ; G ab geschraubt.

Erfindungsgemäß bevorzugt ist das Aufnahmegewinde 82 des Werkzeugs 80 2 bis 10 % größer dimensio niert als das Bolzengewinde 52; 52. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Drahtgewindeeinsatz 1 ; G verlässlich im Werkzeug 80 aufnehmbar und auf dem Gewindebolzen 50; 50’ installierbar ist.

Zur bevorzugten Deinstallation des Drahtgewindeeinsatzes 1 ; G vom Bolzengewinde 52; 52’ weist das Werkzeug 80 vorzugsweise ein Entriegelungsmittel für das endseitige Formschlussmittel 34; 34’ auf. Das Entriegelungsmittel umfasst bevorzugt ein radial versetzbares Stellglied 90. Das Stellglied 90 ist mit einer Mitnahme- oder Lösekonstruktion 92 ausgestattet, die in die Ausnehmung 86 ragt. Zudem ist das Stell glied 90 mit der Lösekonstruktion 92 derart bewegbar, dass das Stellglied 90 den Rasthaken 34; 34’ aus der Vertiefüng 36; 36’ lösen und in die Ausnehmung 86 bewegen kann (D2). Diese Bewegung und Funk tionalität sind durch die gestrichelten Linien in Figur 14 veranschaulicht. Bevor dieses Entriegeln stattfin den kann, wird das Werkzeug 80 auf den Gewindebolzen 50; 50’ mit Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1’ geschraubt (Dl).

Nachdem im Schritt D2 der Rasthaken 34; 34’ entriegelt worden ist, wird das Werkzeug 80 gegen die Ge winderichtung gedreht (D4). Dabei bewegt sich bevorzugte das Stellglied 90 gegen das zum Rasthaken 34; 34’ benachbarte Ende (D3) und beginnt den Drahtgewindeeinsatz 1 ; 1’ aus dem Bolzengewinde 52; 52’ auszuschieben (D5) bzw. von diesem abzuschrauben (D6). Das bevorzugte Ausschieben bewirkt ein Aufweiten des Drahtgewindeeinsatzes 1 ; G gegen die Rei bungskräfte zum Bolzengewinde 52; 52. Dies unterstützt ebenfalls die Deinstallation des Drahtgewinde einsatzes 1 ; G. Um die Deinstallation zu vereinfachen, gleitet der Endzapfen 44; 44’ bevorzugt über die Einlaufschräge der Vertiefung 60 aus dem formschlüssigen Eingriff. Die Einlaufschräge ist vorzugsweise anstelle der Begrenzungswand 62 angeordnet, wie es oben bereits beschrieben worden ist.

Bezugszeichenliste l ,l‘ Drahtgewindeeinsatz

10, 12, 14, 10‘, 12% 14‘ Windungen

20, 20‘ Körper

30, 30‘ erste Endwindung

32, 32‘ F ormschlussmittel

33, 33‘ Eindrehschräge

34, 34‘ Rasthaken

35, 35‘ Rastfläche

36, 36‘, Vertiefung

40, 40‘ zweite Endwindung

42, 42‘ F ormschlussmittel

44, 44‘ Endzapfen

50, 50‘ Bolzen

52, 52‘ Bolzengewinde

54, 54‘ Rastvertiefung

55, 55‘ Anschlagflächen

56, 56‘ Zwischenerhebung

60, 60‘ Vertiefung im Bolzen

62, 64, 62‘, 64‘ Blockadeflächen

80 Werkzeug

82 Aufnahmegewinde

84 Anschlagmittel 86 Ausnehmung

90 Stellglied

92 Entriegelungsmittel

M Mittelachse

Ri Installationsrichtung

RE Einschraubrichtung

N 55 Flächennormale der Anschlagfläche 55

DI Innendurchmesser

B D radiale Breite des Drahts des Gewindeeinsatzes