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Title:
WOOD-TREATMENT APPARATUS WITH A DISPLACEABLE SLEEVE FOR TREATING WOOD, AND METHOD FOR TREATING WOOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/033233
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention provides a wood-treatment apparatus (1) for the long-term treatment of wood, and also a method for treating wood using the apparatus (1). The wood-treatment apparatus (1) is formed from a cylindrical hollow body (2) and a sleeve (10). The cylindrical hollow body (2) here has an inner end, which during use ends up located within the wood, an outer end, which is directed away from the inner end, at least one exit opening (4) and an accommodating space (20'), which is designed for accommodating a carrier material (20) containing active wood-treatment substance. The sleeve (10) is arranged in abutment around the cylindrical hollow body (2). The sleeve (10), when the wood-treatment apparatus (1) is not in use, closes the at least one exit opening (4) and, when the wood-treatment apparatus (1) is being used, frees the at least one exit opening (4) and brings the accommodating space (20') into contact with the wood.

Inventors:
HUNGER, Erich (Moltkestr. 37, Karlsruhe, 76133, DE)
HUNGER, Sebastian (Schilleranlage 4, Wiesloch, 69168, DE)
HUNGER, Fabian (Beintweg 8, Leimen, 69181, DE)
Application Number:
EP2017/000932
Publication Date:
February 22, 2018
Filing Date:
August 02, 2017
Export Citation:
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Assignee:
IML INSTRUMENTA MECHANIK LABOR GMBH (Parkstraße 33, Wiesloch, 69168, DE)
International Classes:
B27K3/02; B27K3/10
Domestic Patent References:
WO1993008694A11993-05-13
Foreign References:
FR2260430A11975-09-05
FR2259534A11975-08-29
US3706161A1972-12-19
SE356921B1973-06-12
US1999458A1935-04-30
DE102014015051B32015-10-22
DE926160C1955-04-07
DE926161C1955-04-07
DE2021647A11971-01-07
Attorney, Agent or Firm:
MEPAT PATENTANWÄLTE PARTG DR. MEHL-MIKUS, GOY, DR. DROBNIK MBB (Eisenlohrstr. 31, Karlsruhe, 76135, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Holzbehandlungsvorrichtung (1), ausgebildet zur Langzeit-Behandlung von Holz, wobei die Holzbehandlungsvorrichtung (1) aus einem zylindrischen Hohlkörper (2) und einer Hülse (10) gebildet ist, wobei

- der zylindrische Hohlkörper (2) ein Innenende, das bei der Anwendung innerhalb des Holzes zu liegen kommt, ein von dem Innenende abgewandtes Außenende, zumindest eine Austrittsöffnung (4) und einen Aufnahmeraum (20') aufweist, der zur Aufnahme eines Trägermaterials (20) mit Holzbehandlungswirkstoff ausgebildet ist, und wobei

die Hülse ( 0) um den zylindrischen Hohlkörper (2) anliegend angeordnet ist und die zumindest eine Austrittsöffnung (4) des zylindrischen Hohlkörpers (2)

- in einem Nichtanwendungszustand der Holzbehandlungsvorrichtung (1) verschließt und

- in einem Anwendungszustand der Holzbehandlungsvorrichtung (1) freigibt und den Aufnahmeraum (20') mit dem Holz in Kontakt bringt.

2. Holzbehandlungsvorrichtung (1 ) nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

in dem Aufnahmeraum (20') das Trägermaterial (20) mit dem Holzbehandlungswirkstoff vorliegt.

3. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Trägermaterial (20)

- ein Absorber ist, in dem der Antagonist absorbiert vorliegt, oder

- ein Liquid ist, in das der Antagonist eingetragen ist, und/oder

- das Trägermaterial (20) mit dem Holzbehandlungswirkstoff ein pulverförmiger oder körniger Feststoff oder ein Fluid, bevorzugt ein Fluid mit einer Viskosität ab 104 mPa s, ist.

4. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass

die Hülse (10) ein elastisches Material aufweist, bevorzugt aus der Gruppe umfas- send Silikon, Kunststoff und Gummi, wobei die Hülse (10) verschiebbar oder hinsichtlich ihrer Länge komprimierbar um den zylindrischen Hohlkörper (2) angeordnet ist.

5. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass

die zumindest eine Austrittsöffnung (4) des zylindrischen Hohlköpers (2) an dessen Mantelfläche vorliegt, wobei bei Vorliegen mehrerer Austrittsöffnungen (4) diese regelmäßig oder unregelmäßig über die Mantelfläche (4) verteilt angeordnet sind, und/oder

die zumindest eine Austrittsöffnung (4) rund oder länglich ist.

6. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass

der Aufnahmeraum (20') durch zumindest eine Wandung (5) in Kammern unterteilt ist, wobei jede der Kammern zumindest eine der Austrittsöffnungen (4) aufweist.

7. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass

der zylindrische Hohlkörper (2) am Außenende einen Kopf (3) aufweist, wobei der Kopf (3) ein abgeflachter Einschlagkopf (3') oder ein Griff zum Greifen der Holzbehandlungsvorrichtung, bevorzugt ein knaufartiger Griff ist, und/oder

der zylindrische Hohlkörper (2) am Innenende eine Einschlagspitze (11) aufweist, und/oder

wobei der Kopf (3) derart ausgebildet ist, dass das Loch im Holz, in dem der zylindrische Hohlkörper (2) in dem Anwendungszustand der Holzbehandlungsvorrichtung (1) steckt, durch den Kopf (3) wasserundurchlässig verschließbar ist.

8. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass

ein Abschnitt des zylindrischen Hohlkörpers (2), der zwischen dem Kopf (3) und der Einschlagspitze (11) liegt, aus Aluminium besteht und zumindest einer der Abschnitte Einschlagspitze (11) und Kopf (3) aus Messing oder aus Edelstahl besteht.

9. Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Holzbehandlungsvorrichtung (1) an der Mantelfläche des zylindrischen Hohlkörpers (2) außenseitig Verankerungen aufweist, wobei die Verankerungen dazu ausgebildet sind, die Holzbehandlungsvorrichtung (1) im Anwendungszustand im Holz festzuhalten.

10. Verfahren zur Behandlung von Holz unter Verwendung einer Holzbehandlungsvorrichtung (1) nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 9,

umfassend die Schritte,

a) Bereitstellen des zylindrischen Hohlkörpers (2) und der Hülse (10) der Holzbehandlungsvorrichtung (1),

b) Einbringen des Trägermaterials (20) mit dem Holzbehandlungswirkstoff in den Aufnahmeraum (20') des zylindrischen Hohlkörpers (2) der Holzbehandlungsvorrichtung (1) und Verschließen der zumindest einen Austrittsöffnung (4) durch Anordnen der Hülse (10) um den zylindrischen Hohlkörper (2),

c) Eintreiben der Holzbehandlungsvorrichtung (1) in das Holz, dabei Verschieben der Hülse (10) oder Komprimieren der Länge der Hülse (10), und dabei Freigeben zumindest einer Austrittsöffnung (4) und in Kontakt Bringen des Aufnahmeraums (20') mit dem Holz, und Verbleiben Lassen der Holzbehandlungsvorrichtung (1) in dem Holz und dabei Auslassen des Holzbehandlungswirkstoffs.

11. Verfahren nach Anspruch 10,

umfassend den Schritt,

d) nach vollständigem Eintreiben der Holzbehandlungsvorrichtung in das Holz Zurücklassen des zylindrischen Hohlkörpers (2) der Holzbehandlungsvorrichtung (1) in dem Holz.

12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 1 1 , wobei

in Schritt c) die Holzbehandlungsvorrichtung (1) in ein im Holz vorhandenes Loch eingetrieben wird und/oder

wobei vor Schritt a) folgende Schritte durchgeführt werden:

a') Entnehmen einer Holzprobe des Holzes zur Untersuchung auf Fäulnis, a") Untersuchung der Holzprobe auf die Fäulnis verursachende Pilzart,

a'") Auswählen geeigneter Holzbehandlungswirkstoffe, und/oder

wobei

Schritt b) das Einbringen des in Schritt a'") ausgewählten Holzbehandlungswirkstoffs beinhaltet, und/oder wobei in Schritt c) die Holzbehandlungsvorrichtung (1) nur bis zu einer vorbestimmten Tiefe in das Holz eingetrieben wird, so dass die zumindest eine Austrittsöffnung (4) in oder nahe einer zu behandelnden Stelle im Holz angeordnet ist, sodass das Trägermaterial (20) mit dem Holzbehandlungswirkstoff gezielt in und neben einer zu behandelnden Stelle im Holz abgegeben wird.

Description:
HOLZBEHAIMDLUNGSVORRICHTUNG MIT VERSCHIEBBARER HÜLSE ZUR BEHANDLUNG VON HOLZ UND VERFAHREN ZUR HOLZBEHANDLUNG

Die Erfindung betrifft eine Holzbehandlungsvorrichtung zur Behandlung von Holz und ein Verfahren zur Behandlung des Holzes.

Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass Holzmasten, Baumstämme und andere Holzobjekte von Zeit zu Zeit einer Prüfung unterzogen werden, bei der der Zustand des vorhandenen Holzes, dessen Imprägnierung und/oder weitere für die Standfestigkeit und Tragfähigkeit maßgebliche Eigenschaften untersucht werden. Dabei ist die Untersuchung auf Fäule im Inneren eine wichtige Untersuchung hinsichtlich der Standfestigkeit. Weitere Untersuchungen werden mittels Bohrwiderstandsmessungen durchgeführt.

Aus der DE 10 2014 015 051 B3 ist ein Holzprüfwerkzeug und ein Verfahren bekannt, das eine Untersuchung der Tränktiefe von imprägniertem Holz ermöglicht, indem das Holzprüfwerkzeug in das Holz eingetrieben und damit eine Holzprobe ausgestanzt wird, die einer Sichtprüfung unterzogen werden kann.

Durch derartige Untersuchungen wird ermittelt, in wieweit das Holz geschädigt ist und ob das verbleibende gesunde Holz für die Standfestigkeit ausreichend ist. Sobald das Holz zu stark geschädigt ist, muss der Mast ersetzt oder der Baum gefällt werden. Eine Behandlung des Holzes ist bisher kaum möglich.

Weiter ist aus dem Stand der Technik bekannt, dass zur Tiefenbehandlung von Holz mit- tels einer Vorrichtung Imprägnierflüssigkeit unter hohem Druck in das Holz geleitet wird. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus der DE 2 021 647 U bekannt. Diese Imprägnierung ist vorbeugend durchzuführen und durch die Notwendigkeit von hohen Drücken sehr aufwändig. Solche Hochdruckvorrichtungen verwenden in der Regel Einschraubdüsen, die in das

Holz eingeschraubt werden, um das Zurückschlagen der Düse bei der Hochdruckapplikation zu verhindern. Diese Einschraubdüsen werden mit einem Druckbehälter zur Bereitstellung der Impfflüssigkeit unter Hochdruck verbunden. Um den Druckbehälter auch dann unter Druck setzen zu können, wenn die Einschraubdüse nicht im Holz gesichert ist, beschreiben DE 926 160 B und DE 926 161 B einen Ventilkolben, der im Inneren einer solchen Einschraubdüse gelagert ist und durch eine an der Außenseite der Düse geführ-

BESTÄTIGUNGSKOPIE te, axial verschiebbare Hülse betätigt werden kann, die sich beim Einschrauben der Düse in das Holz gegen die Holzoberfläche abstützt und dabei das Ventil öffnet, indem der Ventilkolben aus dem Ventilsitz gehoben wird. DE 20 21 647 A offenbart eine Einspritzvorrichtung für die Tiefenbehandlung von Holz, die im Holz verbleibt, um zu verhindern, dass die Schutzflüssigkeit beim Einspritzen mit hohem Druck in das Holz nach außen zurückfließt. Diese Einspritzvorrichtung weist einen zylindrischen Hohlkörper auf, an dessen einem Ende, das aus dem Holzstück herausragt, ein Kopf mit einer Durchtrittsöffnung ausgebildet ist, um dort eine Einspritzvorrichtung an- zuschließen, die eine Holzschutzflüssigkeit unter hohem Druck von 50 bis 100 bar bereitstellt. Ferner weist der zylindrische Hohlkörper im Kopf eine auf radial nach innen kragenden Rippen gelagerte Kugel auf, die die Durchtrittsöffnung verschließt, wenn sie durch rückströmende Flüssigkeit dagegen gedrückt wird, und so ein Rückfließen der mit Hochdruck injizierten Flüssigkeit nach außen unterbunden wird.

Darüber hinaus sind Fungizide bekannt, die selbst Pilze enthalten, und zur Bekämpfung von Fäulnis bei befallenem Holz oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. Ein solches Fungizid ist beispielsweise aus WO 93/08694 bekannt. Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung bereitzustellen, mit der eine Behandlung von Holz, in dem Fäulnis erkannt wurde, auf einfache Weise ermöglicht wird.

Diese Aufgabe wird durch eine Holzbehandlungsvorrichtung mit den Merkmalen des An- Spruchs 1 gelöst.

Die weitere Aufgabe, ein Verfahren zur Behandlung von mit Fäulnis befallenem Holz bereitzustellen, wird durch das Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 10 gelöst.

Weiterbildungen der Vorrichtung und des Verfahrens sind in den Unteransprüchen ausgeführt. In einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Holzbehandlungsvorrichtung zur Behandlung von Holz weist diese einen zylindrischen Hohlkörper mit einem Innenende, das bei der Anwendung innerhalb des Holzes zu liegen kommt, und mit einem von dem Innenende abgewandten Außenende auf. Der zylindrische Hohlkör- per hat ferner eine oder mehrere Austrittsöffnungen und weist einen Aufnahmeraum auf, der zur Aufnahme eines Trägermaterials mit Holzbehandlungswirkstoff ausgebildet ist. Erfindungsgemäß umfasst die Holzbehandlungsvorrichtung weiter eine Hülse, die um den zylindrischen Hohlkörper anliegt und die Austrittsöffnung oder die mehreren Austrittsöffnungen in einem Nichtanwendungszustand der Holzbehandlungsvor- richtung verschließt und in einem Anwendungszustand der Holzbehandlungsvorrichtung freigibt und den Aufnahmeraum mit dem Holz in Kontakt bringt.

Dabei ist„die Behandlung von Holz" als das Behandeln von Holzmasten oder anderen Holzobjekten, aber auch in lebendem Holz an Baumstämmen oder Ästen ge- meint.„In Kontakt bringen" des Aufnahmeraumes mit dem Holz meint, dass zwischen Holz und Aufnahmeraum in dem Hohlkörper über die Austrittsöffnungen eine offene Verbindung entsteht, so dass das Holzbehandlungsmittel über die Austrittsöffnungen austreten und in das Holz gelangen kann. Mit„Nichtanwendungszustand" ist dabei der Zustand vor einer Anwendung gemeint, in dem der Aufnahmeraum mit dem Trägermaterial mitsamt Holzbehandlungswirkstoff gefüllt und durch die Hülse verschlossen vorliegt, und mit„Anwendungszustand" der Zustand, in dem die Holzbehandlungsvorrichtung in das Holz eingebracht wird, wobei die Hülse wenigstens eine Austrittsöffnung freigibt.

Das Verfahren zur Behandlung sieht vor, die Holzbehandlungsvorrichtung zur Anwendung in das Holz einzuschieben oder einzuschlagen und dabei die Hülse zurückzuschieben, oder hinsichtlich ihrer Länge so zu komprimieren, dass die Austrittsöffnung oder - Öffnungen in oder nahe an den zu behandelnden Stellen zu liegen kommen. Durch das Weg- schieben der Hülse werden die Austrittsöffnung(en) frei gegeben. Der Aufnahmeraum wird so mit dem umliegenden Holz in Kontakt gebracht.

Mit direktem oder auch indirektem Kontakt des Trägermaterials mit dem Holz kann sich der Holzbehandlungswirkstoff vom Trägermaterial aus ausbreiten und auf das Holz über- gehen.

Je nachdem, ob es sich bei dem Trägermaterial um ein Liquid, das mit dem Holzbehandlungswirkstoff durch die Austrittsöffnung austreten kann, oder um einen Absorber handelt, der in dem Aufnahmeraum verbleibt und die Verteilung des Holzbehandlungswirkstoffs zulässt, oder aber, ob das Trägermaterial mit dem Hoizbehandlungswirkstoff ein pulver- förmiger oder körniger Feststoff oder ein Fluid, bevorzugt ein Fluid mit einer mindestens honigartigen Viskosität ab etwa 10 4 mPa s, ist, verläuft die Ausbreitung des Holzbehandlungswirkstoffes anders. Auch aus einem Pulver oder körnigen Wirkstoff kann Holzbe- handlungswirkstoff abgeschieden werden oder austreten und entsprechend, auch abhängig von der Witterung und anderen Bedingungen, aus der Vorrichtung in das Holz übertreten.

Der zylindrische Hohlkörper verbleibt in dem Holz, so dass sich der Holzbehandlungs- Wirkstoff über einen längeren Zeitraum ausbreiten kann und nicht durch hohen Druck in die gewünschten Bereiche gepresst werden muss.

Das heißt insbesondere, dass die Hülse der erfindungsgemäßen Vorrichtung nicht wie im Stand der Technik mit einem Ventilkolben verbunden ist - denn auf einen solchen kann die erfindungsgemäße Vorrichtung verzichten - sondern dient lediglich dazu, gezielt die eine oder mehrere Austrittsöffnung(en) zu öffnen bzw. frei zu geben, und es bedeutet weiter, dass die Vorrichtung so ausgestaltet ist, dass eine in dem Aufnahmeraum der Holzbehandlungsvorrichtung befindliche Substanz lediglich durch Freigeben der Öffnungen in das Holz übertritt. Dabei ist„Übertreten" als druckloses Übergehen zu verstehen. Da die Holzbehandlungsvorrichtung im Holz verbleibt, wird dadurch zugelassen, dass die Trägersubstanz bzw. der Hoizbehandlungswirkstoff ausschließlich durch Effekte wie Kapillarwirkung und/oder Diffusion in das Holz übergeht. Anders als bei herkömmlichen Einspritzvorrichtungen, bei denen der Hoizbehandlungswirkstoff unter Hochdruck mittels einer Einschraubdüse eingebracht wird, nachdem der in der Düse vorliegende Ventilkolben mittels der außenliegenden Hülse geöffnet wurde, wird durch die erfindungsgemäße drucklose Einbringung die Struktur des Holzes nicht negativ durch Hochdruckeinwirkung beeinflusst. Es kann sich bei der Holzbehandlung um eine vorbeugende Behandlung handeln, aber auch um eine Behandlung geschädigter Bereiche, beispielsweise Bereiche mit Fäule, die durch Pilze verursacht wird. Soll eine mit Pilzen befallene Stelle behandelt werden, so ist es möglich, einen Antagonisten einzusetzen. Das bedeutet, dass ein anderer Holzpilz eingesetzt wird, der das Holz nicht schädigt, aber so dominant ist, dass er den schädlichen Pilz verdrängt. Dieser Antagonist breitet sich wie der schädliche Pilz im Holz aus, dabei vergehen nicht nur Tage, sondern Wochen und Monate. Wichtig ist dabei nur, dass der Antagonist sich schneller als der schädliche Pilz ausbreitet, damit der schädliche Pilz verdrängt wird, bevor die Schädigung des Holzes zu groß wird. Der Holzbehandlungs- Wirkstoff entfaltet somit, beispielsweise wenn er einen Antagonisten enthält, seine Wirkung über längere Zeit - so meint daher auch„Langzeit-Behandlung" auch die längere Zeit, die es benötigt, damit eine Pilzkolonie wie die eines Antagonisten gegen einen Schadpilz aufwachsen kann.„Langzeit" ist damit ein relativer Begriff, der zumindest mehrere Tage, je nach Umgebungsbedingungen wie Witterung, Schadpilzbefall, Verteilung des Schadpilzes/Ausbreitung etc. durchaus mehrere Wochen oder Monate bedeuten kann.

Eine Vielzahl weiterer Anwendungen ist möglich - es muss nicht zwingend eine Pilzbehandlung sein, auch die Behandlung anderer Baumkrankheiten oder Befall des Baums oder Holzes, etwa durch Käfer, die durch das Einbringen einer Holzbehandlungssubstanz vertrieben werden, ist denkbar.

„Im Holz verbleiben" der Vorrichtung bezieht sich also darauf, dass diese durchaus über Wochen und Monate oder gar dauerhaft am Ort der Behandlung im Holz bleiben kann.

Dieser Antagonist, oder ein anderes Holzbehandlungsmittel, wird von einem Trägermaterial aufgenommen. Dabei kann das Trägermaterial ein Feststoff sein und den Wirkstoff absorbieren oder auch in flüssigem Zustand vorliegen, wobei der Wirkstoff in dieses Liquid eingetragen ist. Das Trägermaterial wird in den Aufnahmeraum des zylindrischen Hohlkörpers gegeben und mit der Hülse verschlossen.

In einer Ausführungsform der Holzbearbeitungsvorrichtung liegt der Aufnahmeraum bereits mit Trägermaterial und Holzbehandlungswirkstoff befüllt vor, so dass die Holzbearbeitungsvorrichtung direkt zur Anwendung eingesetzt werden kann. Denkbar sind Holz- behandlungsvorrichtungen, die für unterschiedliche Anwendungen, vorbeugend oder gegen einen Befall, eingesetzt werden können, die mit unterschiedlichen Wirkstoffen versehen sind. Dabei sind sehr spezielle Wirkstoffe genauso wie breitflächig einsetzbare Wirkstoffe, biologische oder chemische Produkte und Trägermaterialien möglich.

In einer Ausführungsform der Holzbehandlungsvorrichtung weist die Hülse ein elastisches Material, beispielsweise aus der Gruppe der Materialien, die Silikon, Kunststoff und Gummi umfasst, auf. Die Hülse ist verschiebbar oder hinsichtlich ihrer Länge komprimierbar um den zylindrischen Hohlkörper angeordnet. Beim Übergang in den Anwendungszu- stand, dem Einschieben oder Einschlagen, gegebenenfalls Eindrücken der Holzbehandlungsvorrichtung in das Holz, wird die Hülse vom umliegenden Holz zurückgehalten, so dass die Hülse entlang des zylindrischen Hohlkörpers verschoben oder zusammengeschoben wird. Dabei wird/werden vom Innenende des zylindrischen Hohlkörpers her die Aufnahmeöffnung(en) freigegeben.

Ferner kann/können die eine oder mehrere Austrittsöffnung(en) des zylindrischen Hohlköpers an dessen Mantelfläche vorliegen. Sind mehrere Austrittsöffnungen vorgesehen, können diese regelmäßig oder unregelmäßig über die Mantelfläche verteilt angeordnet sein. Die Form der Austrittsöffnung(en) kann rund oder länglich sein. So können die auf der Mantelfläche liegenden Austrittsöffnungen des zylindrischen Hohlkörpers verschiedene Formen aufweisen. Es können beispielsweise in den zylindrischen Hohlkörper gebohrte Löcher oder Langlöcher, aber auch Schlitze in Längs- oder Querrichtung sein. Denkbar sind auch schraubenförmig entlang der Mantelfläche gewundene Schlitze oder polygonale Ausschnitte. Die Anzahl und Anordnung dieser Austrittsöffnungen kann unterschiedlich gewählt sein. So sind beispielsweise eine oder mehrere Reihen von Austrittsöffnungen, aber auch zufällig und/oder ungleich verteilte Austrittsöffnungen möglich.

Der Aufnahmeraum kann vorteilhaft durch zumindest eine Wandung in Kammern unterteilt sein. Jede der Kammern weist zumindest eine der Austrittsöffnungen auf. Die Wan- dung kann dabei den Aufnahmeraum in mehrere in axialer Richtung hintereinander angeordnete Kammern unterteilen. Sie kann jedoch auch selbst in axialer Richtung verlaufen und damit den Aufnahmeraum in mehrere rundum verteilte Kammern aufteilen. So ist es möglich, den zylindrischen Hohlkörper bspw. über einen längeren Zeitraum stückweise in das Holz einzutreiben und dabei immer weitere Kammern zu öffnen. Je nach Ausfüh- rungsform der Vorrichtung können über die Dauer der Behandlung zunehmend Kammern „zugeschaltet" werden, indem die entsprechenden Austrittsöffnungen, die der jeweiligen Kammer zugeordnet sind, frei gegeben bzw. geöffnet werden. Durch das längerzeitige Verbleiben der Vorrichtung im Holz kann so eine Behandlung über längere Zeiträume, die Tage, Wochen oder aber auch Monate betragen kann, durchgeführt werden.

Sowohl in dieser Ausführungsform mit einem in mehrere Kammern unterteilten Aufnahmeraum als auch in der einfachsten Ausführungsform mit einem einzigen ungeteilten Aufnahmeraum wird dieser mit dem Trägermaterial mit Holzbehandlungswirkstoff befüllt, bevor die Vorrichtung in das Holz eingetrieben wird. Ein umständliches Ein- oder Nachfüllen vor Ort kann dadurch vorteilhaft entfallen.

Der zylindrische Hohlkörper weist an seinem Außenende einen Kopf auf. Dieser Kopf kann ein abgeflachter Einschlagkopf sein, so dass die Holzbearbeitungsvorrichtung bei- spielsweise mit einem Hammer in das Holz eingetrieben werden kann. Dies ist bei massivem Holz vorteilhaft, da sonst der zylindrische Hohlkörper durch das Aufschlagen mit dem Hammer verformt werden kann. Der Kopf kann jedoch auch als eine Art Griff ausgebildet sein, der ein Greifen der Holzbehandlungsvorrichtung mit den Fingern ermöglicht. So sind knaufartige oder kugelförmige Griffe möglich.

Der Kopf der Holzbehandlungsvorrichtung kann ferner abnehmbar sein, so dass das Trägermaterial einfach vom Außenende des zylindrischen Hohlkörpers in den Aufnahmeraum eingefüllt werden kann, bevor der Kopf aufgesetzt wird. Es ist damit auch möglich, dass die Holzbearbeitungsvorrichtung durch Abnehmen des Kopfes erneut befüllt wird, wobei dies innerhalb des Holzes vorgenommen werden kann oder die Holzbehandlungsvorrichtung dazu aus dem Holz entnommen werden kann.

Der Kopf zum wieder Befüllen kann ferner als speziell ausgebildeter Kopf mit Öffnung beschaffen sein.

Am Innenende kann der zylindrische Hohlkörper eine Einschlagspitze aufweisen, die das Einschlagen oder Einschieben der Holzbearbeitungsvorrichtung erleichtert, indem sie das Verdrängen des Holzes beim Einbringen des zylindrischen Hohlkörpers erleichtert. Die Holzbehandlungsvorrichtung kann aus unterschiedlichen Materialien hergestellt werden. In einer Ausführungsform besteht ein Abschnitt des zylindrischen Hohlkörpers, der zwischen dem Kopf und der Einschlagspitze liegt, aus Aluminium und zumindest einer der Abschnitte Einschlagspitze und Kopf aus Messing oder Stahl. Es sind aber auch andere, vorteilhaft härtere Materialien möglich, mit denen eine höhere Festigkeit beim Einschlagen in massives Holz erreicht wird. Für die Holzbehandlung von lebendem Holz an Baumstämmen oder Ästen können alle Abschnitte aus Edelstahl hergestellt werden, so dass eine Korrosion oder ein Übergang von Bestandteilen in das Holz ausgeschlossen werden kann. Wenn bei Vorliegen eines Loches, in das die Holzbehandlungsvorrichtung aufgenommen werden soll, die Härte nicht entscheidend ist, so sind auch Varianten aus Holz oder Kunststoff denkbar.

Die Holzbehandlungsvorrichtung ist in einer Ausführungsform derart ausgebildet, dass sie das Loch, in das sie zur Holzbehandlung eingesteckt wurde oder das durch das Einschla- gen entstanden ist, wasserundurchlässig verschließt. Insbesondere kann der Kopf der Holzbehandlungsvorrichtung derart ausgebildet sein, dass das Loch im Holz, in dem der zylindrische Hohlkörper in dem Anwendungszustand der Holzbehandlungsvorrichtung steckt, durch den Kopf wasserundurchlässig verschlossen werden kann. Durch das dauerhafte Verbleiben der Holzbehandlungsvorrichtung im Holz, wodurch die Bohrung, die durch die Einbringung der Holzbehandlungsvorrichtung im Holz geschaffen wurde, verschlossen wird, kann das Eindringen weiterer Feuchtigkeit, die das Ausbreiten von Fäule begünstigt, oder anderer Schadorganismen verhindert werden.

Die Holzbehandlungsvorrichtung kann an der Außenseite der Mantelfläche des zylindri- sehen Hohlkörpers auch Verankerungen aufweisen, die die Holzbehandlungsvorrichtung im Anwendungszustand im Holz festhalten. Diese Verankerungen sind am Innenende des zylindrischen Hohlkörpers angeordnet, an dem keine Austrittsöffnungen vorliegen, so dass auch die Hülse nicht an diesem Bereich des zylindrischen Hohlkörpers liegt. Ein Verschieben der Hülse zum Außenende hin ist dadurch weiterhin möglich. Die Veranke- rungen können widerhakenartig ausgebildet sein, so dass sie ein Einschieben bzw. Einschlagen ins Holz erlauben, nicht jedoch ein Herausziehen bzw. ein Herausrutschen der Holzbehandlungsvorrichtung. Mit den Verankerungen bildet der zylindrische Hohlkörper eine Art Dübel, der in einem Loch verankert wird. Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Behandlung von Holz erfolgt unter Einsatz einer erfindungsgemäßen Holzbehandlungsvorrichtung. Das Verfahren umfasst nach einer ersten Ausführungsform folgende Schritte:

a) Bereitstellen des zylindrischen Hohlkörpers und der Hülse der Holzbehandlungsvorrich- tung,

b) Einbringen des Trägermaterials mit dem Holzbehandlungswirkstoff in den Aufnahmeraum des zylindrischen Hohlkörpers der Holzbehandlungsvorrichtung und Verschließen der zumindest einen Austrittsöffnung durch Anordnen der Hülse um den zylindrischen Hohlkörper,

c) Eintreiben der Holzbehandlungsvorrichtung in das Holz, dabei Verschieben oder Komprimieren der Hülse, und dabei Freigeben zumindest einer Austrittsöffnung und in Kontaktbringen des Aufnahmeraums mit dem Holz, wobei die Holzbehandlungsvorrichtung im Holz verbleiben gelassen wird, sodass dabei das Auslassen des Holzbehandlungswirkstoffs ohne Aufbringung von Druck erfolgt.

Die Holzbehandlungsvorrichtung wird an das Holz angesetzt und eingebracht, dabei trennen sich Hülse und zylindrischer Hohlkörper, oder zumindest schiebt sich die Hülse Richtung Kopf. Der zylindrische Hohlkörper wird in das Holz getrieben und verbleibt dort. Dadurch dass die Hülse entfernt bzw. zurückgeschoben wird, liegen die Austrittsöffnungen frei an dem Holz an und der Holzbehandlungswirkstoff kann über die Austrittsöffnungen von dem Aufnahmeraum in das Holz ausgelassen werden.

Nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt in Schritt d) nach vollständigem Eintreiben des zylindrischen Hohlkörpers der Holzbehandlungsvorrichtung in das Holz Zurücklassen des zylindrischen Hohlkörpers in dem Holz.

Nach noch einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird in Schritt c) die Holzbehandlungsvorrichtung in ein im Holz vorhandenes Loch eingetrieben. Dabei kann dieses Loch durch die Entnahme einer Holzprobe, durch eine Bohrwiderstandsmessung oder eine ähnliche Holzprüfung entstanden oder speziell für die Behandlung gebohrt worden sein. Das Loch kann schon längere Zeit in dem Holz sein oder erst kurz vor dem Einbringen der Holzbearbeitungsvorrichtung entstanden sein.

Darüber hinaus können vor Schritt a) folgende Schritte durchgeführt werden: a') Entnehmen einer Holzprobe des Holzes zur Untersuchung auf Fäulnis,

a") Untersuchung der Holzprobe auf die Fäulnis verursachende Pilzart,

a'") Auswählen geeigneter Holzbehandlungswirkstoffe. Weiter kann das Verfahren das Einbringen des ausgewählten Holzbehandlungswirkstoffs auf das Trägermaterial beinhalten. Es ist dabei nicht ausschlaggebend, ob die Entnahme und Untersuchung der Holzprobe zeitlich beabstandet von der Holzbehandlung vorgenommen wird oder unmittelbar vorher. Bei der Holzbehandlung muss die Holzbehandlungsvorrichtung nicht vollständig in das Holz eingeschoben oder eingeschlagen werden. Es ist vielmehr sinnvoll, dass die Holzbehandlungsvorrichtung nur bis zu einer vorbestimmten Tiefe in das Holz eingetrieben wird, so dass die Austrittsöffnungen so platziert sind, dass das Trägermaterial und damit der Holzbehandlungswirkstoff gezielt in und neben der befallenen Stelle bzw. der vorbeu- gend zu behandelnden Stelle abgegeben wird.

Weitere Ausführungsformen sowie einige der Vorteile, die mit diesen und weiteren Ausführungsformen verbunden sind, werden durch die nachfolgende ausführliche Beschreibung unter Bezug auf die begleitenden Figuren deutlich und besser verständlich. Gegen- stände oder Teile derselben, die im Wesentlichen gleich oder ähnlich sind, können mit denselben Bezugszeichen versehen sein. Die Figuren sind lediglich eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Erfindung.

Dabei zeigen:

Fig. 1 eine Seitenansicht des zylindrischen Hohlkörpers einer Holzbehandlungsvorrichtung ohne Hülse,

Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen zylindrischen Hohlkörper für die Holzbearbeitungsvorrichtung aus Fig. 1 , noch ohne Hülse und ohne Trägermaterial,

Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine Holzbearbeitungsvorrichtung,

Fig. 4 einen Längsschnitt durch eine Holzbearbeitungsvorrichtung mit mehreren

Kammern,

Fig. 5 eine perspektivische Detailansicht des zylindrischen Hohlkörpers einer Holzbehandlungsvorrichtung,

Fig. 6 eine perspektivische Detailansicht einer Holzbehandlungsvorrichtung, und Fig. 7 einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäß behandeltes, imprägniertes Holzstück mit Fäulnis mit einem darin verbliebenen zylindrischen Hohlkörper der Holzbehandlungsvorrichtung. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist eine Holzbehandlungsvorrichtung 1 , wie sie in Fig. 3, 4 und 6 gezeigt ist.

Diese Holzbehandlungsvorrichtung 1 wird aus einem zylindrischen Hohlkörper 2 wie etwa gezeigt in Fig. 1, 2 und 5 und einer Hülse 10 gebildet. Dabei hat der zylindrische Hohl- körper 2 zumindest einen Aufnahmeraum 20', der Trägermaterial 20 mit einem Holzbehandlungswirkstoff aufnehmen kann. Dabei sind Ausführungsformen möglich, bei denen das Trägermaterial 20 mit dem Holzbehandlungswirkstoff noch in den Aufnahmeraum/die Aufnahmeräume 20' einzubringen ist, aber auch fertig befüllte Holzbehandlungsvorrichtungen 1 für unterschiedliche Anwendungen mit unterschiedlichen Holzbehandlungswirk- Stoffen, die für die jeweilige Anwendung ausgewählt werden. Der zylindrische Hohlkörper 2 hat ein Innenende, das bei der Anwendung innerhalb des Holzes liegt und ein davon abgewandtes Außenende sowie mehrere Auftrittsöffnungen 4, die hier elliptisch sind. Diese Austrittsöffnungen 4 sind im Nichtanwendungszustand von der Hülse 10 verschlossen und können im Anwendungszustand durch Verschieben oder Komprimieren der Länge der Hülse 10 freigegeben werden. Die Hülse 10 ist über den zylindrischen Hohlkörper 2 gezogen und liegt um diesen an. Dabei kann die Hülse 10 aus einem elastischen Material und durch den zylindrischen Hohlkörper 2 leicht gespannt sein, so dass diese fester auf dem zylindrischen Hohlkörper 2 sitzt und nicht unbeabsichtigt verschoben wird. Die Hülse 2 könnte aber auch aus starrem Material wie Kunststoff, Holz oder Metall bestehen. Dann ist ihr innerer Durchmesser an den Außendurchmesser des zylindrischen Hohlkörpers 2 angepasst, so dass die Innenseite der Hülse 10 dennoch auf der Mantelfläche des zylindrischen Hohlkörpers 2 anliegt und verschiebbar ist.

Nicht figurativ dargestellt ist die Situation während des Einschiebens der Holzbehand- lungsvorrichtung in Holz. Hier wird beispielsweise durch die Einschlagspitze ein Loch geformt, oder das Loch liegt alternativ, etwa durch einen Bohrer vorbereitet, schon vor. In das Loch, dessen Innendurchmesser dem Außendurchmesser des zylindrischen Hohlkörpers entspricht, wird dieser in das Holz eingebracht. Die Hülse wird durch das Holz zurückgehalten, da der Außenumfang aus zylindrischem Hohlkörper und Hülse größer ist als das Loch. Die Hülse wird verschoben und gibt die Austrittsöffnungen frei. Dabei werden nach und nach die Austrittsöffnungen, die bereits innerhalb des Holzes liegen, freigegeben. Eine weichere, resp. elastische Hülse kann, anstatt sie zu verschieben auch hinsichtlich ihrer Länge komprimiert werden. Dabei wird das innere Ende der Hülse zum äußeren Ende hin gedrückt und die Hülse wellt sich, so dass sie in Längsrichtung des zylindrischen Hohlkörpers eine kleinere Ausdehnung bekommt.

Fig. 1 und 2 zeigen den zylindrischen Hohlkörper 2 der Holzbearbeitungsvorrichtung 1 aus Fig. 3 mit mehreren Austrittsöffnungen 4 auf seiner Mantelfläche, die auf drei Um- fangslinien verteilt sind.

In der Fig. 5 ist der zylindrische Hohlkörper 2 mit zwei Reihen Austrittsöffnungen 4 dargestellt. Fig. 6 zeigt die Holzbehandlungsvorrichtung 1 in geschlossenem Nichtanwendungszustand. Hier sind die Austrittsöffnungen 4 auf der Mantelfläche des zylindrischen Hohlkörpers 2 durch die Hülse 10 verschlossen. In Fig. 5 ist der geöffnete Anwendungszustand dargestellt, wie er innerhalb des Holzes auftritt. Hier sind die Austrittsöffnungen 4 an der Mantelfläche freigegeben, die Hülse 10 ist bereits vollständig abgestreift.

Die Austrittsöffnungen 4 können unterschiedliche Formen aufweisen. In den Figuren sind ovale Austrittsöffnungen 4 in der Mantelfläche des zylindrischen Hohlkörpers 2 dargestellt. Diese können jedoch auch runde, polygonale, längliche oder andere Formen aufweisen. So sind auch verschiedene Formen der Austrittsöffnungen 4 des zylindrischen Hohlkörpers 2 möglich. Auch die Anzahl der Austrittsöffnungen 4 kann variieren; so ist es ebenso möglich, dass nur eine einzige Austrittsöffnung 4 vorliegt, wie eine Vielzahl an Austrittsöffnungen 4, die in bestimmten Anordnungen, wie eine oder mehrere Reihen o- der spiralförmig, aber auch unregelmäßig verteilt sein können.

Fig. 4 zeigt eine Holzbehandlungsvorrichtung 1 , bei der der zylindrische Hohlkörper 2 im Inneren Wandungen 5 aufweist, die den Aufnahmeraum 20' in mehrere Kammern unter- teilt. Dargestellt ist eine Unterteilung in Kammern, die in Längsrichtung des zylindrischen Hohlkörpers 2 hintereinander angeordnet sind.

Nicht dargestellt ist eine Unterteilung durch Wandungen, die in Längsrichtung des zylindrischen Hohlkörpers angeordnet sind. Die Kammern verlaufen dann ebenfalls in Längs- richtung. Auch Wandungen in unterschiedlichen Ausrichtungen und sich überschneidende Wandungen sind denkbar, so dass ein oder wenige große Aufnahmeräume gebildet werden können, die einer oder mehreren Austrittsöffnungen zugeordnet sind oder es werden mehrere Aufnahmeräume gebildet, die jeweils mindestens einer Austrittsöffnung zu- geordnet sind.

In Fig. 2 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei der das Außenende des zylindrischen Hohlkörpers 2 einen Kopf 3 aufweist, der als abgeflachter Einschlagkopf 3' ausgebildet ist. Dieser abgeflachte Einschlagkopf 3' bildet die Schlagfläche, wenn die Holzbehand- lungsvorrichtung 1 in massives Holz oder ein kleineres Loch eingetrieben werden muss.

Der Kopf 3 kann unterschiedlich gestaltet sein. So kann anstelle des abgeflachten Einschlagkopfes 3' auch ein offenes Ende des zylindrischen Hohlkörpers 2 den Kopf 3 bilden.

Eine ebenfalls nicht dargestellte Ausführungsform weist als Kopf einen Griff auf, mit dem die Holzbearbeitungsvorrichtung 1 zwischen den Fingern gehalten werden kann, so dass diese einfacher in ein Loch im Holz eingebracht werden kann. Dieser Griff kann kugelförmig oder knaufartig ausgeführt oder sogar ergonomisch an die Form der Finger beim Greifen angepasst sein.

In Fig. 1 ist das Innenende des zylindrischen Hohlkörpers 2 eine Einschlagspitze 1 1. Die Einschlagspitze 11 erleichtert das Einbringen der Holzbehandlungsvorrichtung 1 in das Holz. So ist es auch möglich, die Holzbehandlungsvorrichtung 1 wie einen Nagel in mas- sives Holz einzuschlagen.

Fig. 7 zeigt die Anwendung der Holzbehandlungsvorrichtung 1 , nachdem die Hülse 10 abgestreift wurde und nur der zylindrische Hohlkörper 2 in dem Stamm 30 verbleibt, der einen imprägnierten Bereich 31 und einen befallenen Bereich 32 zeigt.

Dabei wurde die Holzbehandlungsvorrichtung 1 so in das Holz eingebracht, dass sie den befallenen Bereich 32 erreicht und die Austrittsöffnungen 4 in oder nahe diesem Bereich liegen und sich von dort der Holzbehandlungswirkstoff ausbreiten kann. Der zylindrische Hohlkörper muss nicht zwingend vollständig in das Holz eingeschlagen werden. Die Einschlagtiefe kann derart gewählt werden, dass die Austrittsöffnungen in der gewünschten Position liegen. Die Holzbearbeitungsvorrichtung kann so ausgestaltet sein, dass sie das Loch, in das sie eingesteckt wurde oder das durch das Eintreiben ent- standen ist, wasserundurchlässig verschließt. So kann das Eindringen von Wasser verhindert werden.

Zur Verankerung bzw. Befestigung im Holz kann die Holzbehandlungsvorrichtung Verankerungen aufweisen. Diese sind vorteilhaft an der Außenseite der Mantelfläche des zy- lindrischen Hohlkörpers angeordnet und halten die Holzbearbeitungsvorrichtung im Holz fest. Diese Verankerungen sind nicht in den Figuren dargestellt.

BEZUGSZEICHENLISTE

1 Holzbehandlungsvorrichtung

2 Zylindrischer Hohlkörper

3 Kopf

3' Abgeflachter Einschlagkopf

4 Austrittsöffnung

5 Wandung

10 Hülse

1 1 Einschlagspitze

20 Trägermaterial

20' Aufnahmeraum

30 Mast/Baumstamm

31 Imprägnierter Bereich

32 Befallener Bereich