SMOLAREK, Andreas (Adlerstrasse 39, Aalen, 73434, DE)
Ansprüche
1. Werkstückhaltevorrichtung (10) zum Halten eines Werkstücks (12) für eine Bearbeitung durch eine Bearbeitungsmaschine (11), mit einer Trägereinrichtung (14) und mindestens einem an der Trägereinrichtung (14) auswechselbar befestigba-
5 ren Werkstück-Wechselträger (15) , der eine Werkstückaufnahme (20) zum Aufnehmen und Halten des Werkstücks (12) aufweist, wobei der mindestens eine Werkstück-Wechselträger (15) an einer Linearführungsanordnung (17) in der Art einer Schublade in eine Aufnahme (16) der Trägereinrichtung (14) in einer lo Einschubebene (45) einschiebbar und durch eine Fixieranordnung (18) in der Aufnahme (16) in einer Fixierstellung fixierbar ist.
2. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführungsanordnung (17) und die i5 Fixieranordnung (18) den mindestens einen Wechselträger (15) in Eckbereichen eines Kräftedreiecks an der Aufnahme (16) halten.
3. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (18) den mindestens
20 einen Wechselträger (15) an einem Eckbereich des Kräftedreiecks und die Linearführungsanordnung (17) an weiteren Eckbereichen des Kräftedreiecks an der Aufnahme (16) halten.
4. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (18) den mindestens einen Wechselträger (15) in der Fixierstellung klemmt .
5 5. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (18) den mindestens einen Wechselträger (15) an der Aufnahme (16) zentriert.
6. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden lo Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (18) mindestens einen zumindest teilweise kugelförmigen oder konischen Fixierkörper (29) aufweist, der in eine korrespondierend zumindest teilweise kalottenförmige oder konische Fixieraufnahme (30) eingreift.
i5 7. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieraufnahme (30) eine Einschuböffnung (46) zum seitlichen Einschieben des Fixierkörpers (29) aufweist .
8. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch 20 gekennzeichnet, dass ein Schaftabschnitt (48) des Fixierkörpers (29) eine öffnung der Fixieraufnahme (30) quer zu der Einschubebene (45) durchgreift, so dass mindestens eine zu dem Schaftabschnitt (48) kugel- oder kegelförmig nach radial innen verlaufende Zentrierfläche (31) des Fixierkörpers (29)
25 in der Fixierstellung an einer trichterförmig zu der öffnung der Fixieraufnahme (30) hin verlaufenden Zentrierfläche (32) der Fixieraufnahme (30) anliegt.
9. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung (18) eine Auflagefläche (50) zum Auflegen des Wechselträgers (15) aufweist, und dass der mindestens eine Wechselträger (15), insbesondere ein vorderer Abschnitt (33) des mindestens einen Wechselträgers (15) , in der Fixierstellung zwischen den s Fixierkörper (29) und die Auflagefläche (50) geklemmt ist.
10. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fixieranordnung
(18) , insbesondere der Fixierkörper (29) , in die Fixierstellung vorgespannt ist, insbesondere durch eine Federanordnung lo (52) .
11. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie einen Löseaktor
(56) zum Lösen der Fixieranordnung (18) aufweist.
12. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden i5 Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführungsan- ordnung (17) zwei Linearführungseinrichtungen (19) zum Führen einander entgegengesetzter Seitenbereiche (35, 36) des mindestens einen Wechselträgers (15) aufweist.
13. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch ge- 20 kennzeichnet, dass die Linearführungseinrichtungen (19) Vorsprünge (38) , insbesondere Gleitschienen (39) , an der Aufnahme (16) und/oder dem mindestens einen Wechselträger (15) umfassen, die in Nuten (37) an dem mindestens einen Wechselträger (15) oder der Aufnahme (16) eingreifen.
25 14. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Linearführungseinrichtungen
(19) im Bereich einer Einschuböffnung (42) der Aufnahme (16) und die Fixieranordnung (18) im geschlossenen Endbereich der Aufnahme (16) angeordnet sind.
15. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägereinrichtung
(14) im Bereich der Aufnahme (16) plattenartig ist.
16. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden 5 Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine
Wechselträger (15) ein insbesondere plattenartiges Trägerteil (44) aufweist.
17. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Trägerteil (44) des mindestens ei- lo nen Wechselträgers (15) mindestens eine Halterung (58-62) zur Bildung der Werkstückaufnahme (20) lösbar befestigbar ist.
18. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Halterung (58- 62) mindestens ein Anschlagstück (69) für das Werkstück (12) i5 und/oder mindestens ein Auflageteil (70, 71) zum Auflegen des Werkstücks enthält .
19. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Trägerteil (44) und/oder der mindestens einen Halterung (58-62) eine öffnung
20 (75, 76) oder eine Ausnehmung oder ein Abstand (77) für ein Werkzeug zur Bearbeitung des Werkstücks (12) vorhanden ist.
20. Werkstückhaltevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägereinrichtung
(14) einen Werkstücktisch (13) und/oder eine Linearförderein- 25 richtung und/oder eine Werkstück-Schwenkanordnung mit mehreren Aufnahmen (16) zum auswechselbaren Befestigen des mindestens einen Werkstück-Wechselträgers (15) aufweist.
21. Werkstückhaltevorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkstücktisch (13) um eine insbesondere im wesentlichen senkrechte Drehachse (22) drehbar ist, und dass die Aufnahmen (16) strahlförmig um die Drehachse (22) angeordnet sind.
22. Bearbeitungsmaschine mit einer Werkstückhaltevorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
23. Bearbeitungsmaschine nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Montagemaschine für Montagen an dem Werkstück und/oder eine Bearbeitungsmaschine zum Abtrennen von Teilen des Werkstücks (12) und/oder eine Bearbeitungsmaschine zur spanabhebenden Bearbeitung des Werkstücks (12) ist. |
AIfing Kessler Sondermaschinen GmbH, Auguste-Kessler-Strasse 20, D-73433 Aalen
Werkstückhaltevorrichtung und damit ausgestattete Bearbeitungsmaschine
Die Erfindung betrifft eine Werkstückhaltevorrichtung zum Halten eines Werkstücks für eine Bearbeitung durch eine Bearbeitungsmaschine sowie eine damit ausgestattete Bearbeitungsmaschine .
Die Bearbeitungsmaschine ist beispielsweise eine Fräsmaschine, Bohrmaschine oder Drehmaschine, die das Werkstück spanabhebend bearbeitet . Ferner kann die Bearbeitungsmaschine eine Montagemaschine sein. Das Werkstück, beispielsweise eine Kolbenstange bzw. ein Pleuel, wird von der Werkstückhaltevor- richtung während der Bearbeitung durch die Bearbeitungsmaschine gehalten. Die Werkstückhaltevorrichtung ist beispielsweise ein Werkstücktisch mit einer oder mehreren Werkstückaufnahmen, die in einen Arbeitsbereich der Bearbeitungsmaschine schwenkbar sind.
Die Werkstückaufnahmen müssen an den jeweiligen Werkstücktyp angepasst sein. Beispielsweise sind an der Werkstückhaltevorrichtung Anschlagstücke angeordnet, die die Werkstückaufnahme bilden und das Werkstück halten. Wenn ein anderer Werkstücktyp bearbeitet werden soll, muss entweder die gesamte Werk- Stückhaltvorrichtung ausgetauscht werden oder die Werkstückhaltevorrichtung muss umgerüstet werden, beispielsweise indem
Halterungen ausgetauscht und/oder an anderer Stelle der Werkstückhaltevorrichtung montiert werden. Die Umrüstung ist aufwändig und teuer und führt zu Stillstandszeiten der Bearbeitungsmaschine .
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine flexible, an unterschiedliche Werkstücktypen anpassbare Werkstückhaltevorrichtung bereit zu stellen.
Zur Lösung der Aufgabe ist eine Werkstückhaltevorrichtung zum Halten eines Werkstücks für eine Bearbeitung durch eine Bear- beitungsmaschine, mit einer Trägereinrichtung und mindestens einem an der Trägereinrichtung auswechselbar befestigbaren Werkstück-Wechselträger, der eine Werkstückaufnahme zum Aufnehmen und Halten des Werkstücks aufweist, wobei der mindestens eine Werkstück-Wechselträger an einer Linearführungsan- Ordnung in der Art einer Schublade in eine Aufnahme der Trägereinrichtung in einer Einschubebene einschiebbar und durch eine Fixieranordnung in der Aufnahme in einer Fixierstellung fixierbar ist, vorgesehen.
Für jeden Werkstücktyp, beispielsweise für unterschiedliche Typen von Kolbenstangen, sind unterschiedliche Typen von
Wechselträgern vorgesehen, die leicht an der Trägereinrichtung anordenbar sind. Die Wechselträger werden in die Aufnahme eingeschoben und mittels der Fixieranordnung fixiert. Wenn nun ein anderes Werkstück bearbeitet werden soll, das bei- spielsweise eine andere Geometrie aufweist oder in einer anderen Lage bezüglich der Bearbeitungsmaschine positioniert werden soll, wird lediglich der Wechselträger getauscht, was sehr schnell vonstatten geht. Die Umrüstung der Werkstückhaltevorrichtung kann in kurzer Zeit realisiert werden. Prinzi- piell wäre es zwar denkbar, dass das Werkstück an dem Wechselträger verbleibt, der dann eine Art Palette bildet. Zweck-
mäßigerweise verbleibt jedoch der Wechselträger an der Werkstückhaltevorrichtung, solange der jeweilige Wechselträger für weitere Werkstücke gebraucht wird, wohingegen das Werkstück ausgewechselt wird.
Die erfindungsgemäße Werkstückhalterung bildet vorteilhafterweise einen Bestandteil einer Bearbeitungsmaschine, beispielsweise einer Fräs-, Bohr-, Dreh- und/oder Montagemaschine, zur spanabhebenden und/oder trennende Bearbeitung des Werkstücks bzw. für Montagen an dem Werkstück.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung.
Vorteilhafterweise sind die Linearführungsanordnung und die Fixieranordnung so angeordnet, dass sie den mindestens einen Wechselträger in Eckbereichen eines Kräftedreiecks an der Aufnahme halten. Dadurch wird ein Verkanten des Wechselträgers an der Aufnahme vermieden und zugleich der Wechselträger zuverlässig gehalten.
Die Fixieranordnung klemmt den Wechselträger zweckmäßigerwei- se in der Fixierstellung. Dazu sind zweckmäßigerweise eine oder mehrere Federanordnungen vorgesehen. Besonders bevorzugt ist, wenn die Fixieranordnung den Wechselträger an der Aufnahme zentriert, sodass er in einer vorbestimmten Position an der Aufnahme angeordnet ist, was eine präzise Positionierung des Werkstückes an dem Werkstückträger ermöglicht. Beispielsweise enthält die Fixieranordnung eine oder mehrere kugelförmige und/oder konische Fixierflächen. Besonders bevorzugt ist, dass die Fixieranordnung mindestens einen zumindest teilweise kugelförmigen oder konischen Fixierkörper aufweist, der in eine korrespondierend geformte Fixieraufnahme ein-
greift, die entsprechend zumindest teilweise kalottenförmig bzw. konisch ist. Der Fixierkörper bildet vorteilhafterweise einen Bestandteil der Trägereinrichtung.
Die Fixieraufnahme, die beispielsweise trichterförmig oder pfannenartig ist, ist vorteilhafterweise an dem Werkstückträger angeordnet. Es versteht sich, dass auch das umgekehrte Prinzip möglich ist, das beispielsweise an dem Werkstückträger ein konischer oder kugelförmiger Fixierabschnitt angeordnet ist, der in eine entsprechende Fixieraufnahme an der Trä- gereinrichtung eingreift.
Die Fixieraufnahme enthält vorteilhafterweise eine Einschuböffnung zum seitlichen Einschieben des Fixierkörpers. Beispielsweise kann die Fixieraufnahme gabelartig einen Schaft - abschnitt des Fixierkörpers umgreifen. Es versteht sich, dass auch ein stempelartiger Fixierkörper denkbar ist, der in eine bodenseitig geschlossene Fixieraufnahme eingreift und diese fixiert bzw. zentriert.
Der Schaftabschnitt durchgreift vorteilhafterweise eine öffnung der Fixieraufnahme quer zur Einschubebene, sodass eine kugel- oder kegelförmig nach radial innen verlaufende Zentrierfläche, beispielsweise eine Konusumfangsflache oder eine Kugelfläche, in der Fixierstellung an einer oder mehreren trichterförmig verlaufenden Zentrierflächen der Fixieraufnahme anliegt. Diese Zentrierfläche ist beispielsweise trichter- förmig in Richtung der öffnung der Fixieraufnahme.
Vorteilhafterweise hat die Fixieranordnung eine Auflagefläche zum Auflegen des Wechselträgers, insbesondere im Bereich der Fixieraufnahme, beispielsweise an deren Unterseite. Der Wechselträger, beispielsweise ein vorderer Abschnitt des Wechsel-
trägers, ist vorteilhafterweise in der Fixierstellung zwischen den Fixierkörper und die Auflagefläche geklemmt.
Für dieses Klemmen ist vorteilhafterweise eine Federanordnung vorgesehen, die den Wechselträger in die Fixierstellung sozu- sagen drückt . Die Federanordnung hält den Fixierkörper vorteilhafterweise mit einer Fixierkraft im Klemmsitz in der Fixieraufnahme. Dazu ist beispielsweise eine Federanordnung vorgesehen, die sich einerseits an dem Fixierkörper und andererseits an der Trägereinrichtung abstützt und somit den Fi- xierkörper in die Fixieraufnahme drückt .
Prinzipiell kann die Fixieranordnung manuell gelöst werden. Vorteilhafterweise hat die Werkstückhaltevorrichtung aber einen Löseaktor zum Lösen der Fixieranordnung. Die Fixieranordnung wirkt beispielsweise gegen die Federkraft der Federan- Ordnung. Der Lδseaktor, beispielsweise ein hydraulischer, e- lektrischer oder pneumatischer Linearzylinder oder Drehantrieb, verstellt zum Lösen der Fixieranordnung den Fixierkörper in eine Lösestellung, bei der der Fixierkörper von der Fixieraufnahme entfernt ist und den Werkstückträger freigibt.
Die Linearführungsanordnung enthält vorteilhafterweise zwei Linearführungseinrichtungen zum Führen einander entgegengesetzter Seitenbereiche des Wechselträgers. Beispielsweise sind Vorsprünge oder Nuten an Seitenbereichen der Aufnahme vorgesehen, die mit entsprechenden Nuten und Vorsprüngen an dem Wechselträger zusammenwirken. Die Linearführungseinrichtungen sind vorteilhafterweise im Bereich einer Einschuböffnung der Aufnahme angeordnet. Zweckmäßig ist es, die Fixieranordnung an einem geschlossenen Endbereich der Aufnahme anzuordnen, so dass die eingangs genannte Dreipunktfixierung im Bereich eines Kräftedreiecks möglich ist. Besonders bevorzugt ist es, wenn die Fixieranordnung etwa im Bereich einer Sym-
metrieachse zwischen den beiden Linearführungseinrichtungen angeordnet ist .
Die Trägereinrichtung ist im Bereich der Aufnahme vorteil- hafterweise plattenartig.
Ebenfalls plattenartig ist vorteilhafterweise ein Trägerteil des Wechselträgers. An dem Trägerteil sind Halterungen zur Bildung der Werkstückaufnahme vorteilhafterweise lösbar befestigbar. Somit ist auch der Werkstückträger an unterschiedliche Werkstücktypen anpassbar. Die Halterung enthält bei- spielsweise Anschlagstücke für das Werkstück, Auflageteile zum Auflegen des Werkstücks oder dergleichen. Besonders bevorzugt ist es, wenn eines oder mehrere der Anschlagstücke beweglich, insbesondere schwenkbar sind, so dass die jeweilige Halterung zwischen einer das Werkstück haltenden Halte- Stellung und einer Freigabestellung verstellbar ist, bei der das Werkstück von dem Wechselträger entnommen werden kann. Beispielsweise ist eine Federanordnung vorgesehen, die die Halterung in eine das Werkstück haltende bzw. klemmende Stellung vorspannt .
An dem Trägerteil, an einer oder mehreren Halterungen, zwischen den Halterungen oder dergleichen sind vorteilhafterweise öffnungen, Ausnehmungen und Abstände vorhanden, so dass das Werkstück für eine Bearbeitung durch ein Werkzeug der Bearbeitungsmaschine zugänglich ist.
Die Trägereinrichtung ist vorteilhaft als eine Werkstückwechseleinrichtung mit mehreren Aufnahmen für erfindungsgemäße Werkstückhalter ausgestaltet . Die Trägereinrichtung enthält beispielsweise eine Werkstückschwenkanordnung an denen mehrere Aufnahmen zum auswechselbaren Befestigen erfindungsgemäßer Werkstückhalter vorhanden sind. Es versteht sich, dass auch
Linearfördereinrichtungen, z.B. Transportketten, Förderbänder oder dergleichen, mit Hilfe des erfindungsgemäßen Werkstückträgers leicht an unterschiedliche Erfordernisse, insbesondere an unterschiedliche Werkstücktypen anpassbar sind. Die er- findungsgemäßen Werkstückträger sind dann z.B. in einer Reihenrichtung nebeneinander angeordnet.
Eine besonders bevorzugte Variante der Erfindung sieht einen Werkstücktisch vor, der um vorteilhafterweise eine Drehachse drehbar ist. Bei dem um eine zweckmäßigerweise senkrechte Drehachse drehbaren Werkstücktisch sind die Aufnahmen strahl- förmig um die Drehachse angeordnet. Bei dem später im Ausführungsbeispiel beschriebenen Werkstücktisch sind beispielsweise vier Aufnahmen kreuzförmig zueinander orientiert. Es versteht sich, dass auch mehr oder weniger Aufnahmen, auch bei- spielsweise an einem Rundtisch oder dergleichen, möglich sind. Die Aufnahmen sind beispielsweise an mehreren Trägerplatten oder an einer einzigen Trägerplatte des Werkstücktisches angeordnet .
Bei der als Werkstückwechseleinrichtung ausgestalteten Trä- gereinrichtung ist es möglich, dass die Werkstücke beispielsweise von einer Beladestation zu einer Bearbeitungsstation und von dort weiter zu einer Entnahmestation gefördert, insbesondere geschwenkt werden können.
Ferner weist die Werkstückhaltevorrichtung zweckmäßigerweise eine Wechselstation auf, an der der mindestens eine Wechselträger gewechselt werden kann. An dieser Wechselstation befindet sich vorteilhafterweise der oben beschriebene Löseaktor.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine perspektivische Gesamtansicht einer erfindungsgemäßen Werkstückhaltevorrichtung ,
Figur 2 eine Detailansicht aus Figur 1 mit einem teilweise aus einer Aufnahme entfernten und von hinten darge- stellten Werkstückträger, und
Figur 3 den Werkstückträger gemäß Figuren 1 und 2 in einer perspektivischen Ansicht von vorn.
Eine Werkstückhaltevorrichtung 10 einer schematisch dargestellten Bearbeitungsmaschine 11, beispielsweise einer Dreh-, Fräs- und/oder Bohrmaschine, dient zum Halten von Werkstücken 12, beispielsweise Pleuelstangen eines Verbrennungsmotors während der Bearbeitung durch die Bearbeitungsmaschine 11. An einem Werkstücktisch 13 einer Trägereinrichtung 14 sind Werkstück-Wechselträger 15 auswechselbar befestigbar. Die Wech- seiträger 15 sind in der Art von Kassetten oder Schubladen in Aufnahmen 16 an der Trägereinrichtung 14 bzw. dem Werkstücktisch 13 einschiebbar.
Aus Gründen der übersichtlichkeit ist das Werkstück 12 in der Zeichnung transparent dargestellt.
Durch die auswechselbaren Wechselträger 15 ist die Werkstückhaltevorrichtung 10 an unterschiedliche Werkstücktypen, z.B. Pleuel mit unterschiedlichen Maßen, leicht anpassbar. Die Wechselträger 15 werden von einer Linearführungsanordnung 17 geführt und in der jeweiligen Aufnahme 16 durch eine Fixier- anordnung 18 fixiert. Somit wird der jeweilige Wechselträger 15 zuverlässig in der Aufnahme 16 gehalten. Zudem erfüllt die Fixieranordnung 18 die Aufgabe einer Zentriereinrichtung, weil sie den Wechselträger 15 in der Fixierstellung an der Aufnahme 16 zentriert. Somit ist ein Werkstück 12, das sich
in einer Werkstückaufnahme 20 eines Wechselträgers 15 befindet, optimal für eine Bearbeitung durch die Bearbeitungsmaschine 11 positionierbar.
Der Werkstücktisch 13 ist an einem Basisteil oder Gestell 21 um eine Drehachse 22 drehbar. Die Aufnahmen 16 sind strahl- förmig um die Drehachse 22 angeordnet. Die Aufnahmen 16 sind an Tischplatten 23 des Werkstücktisches 13 angeordnet. Die Tischplatten 23 sind beispielsweise an einem drehbar an dem Gestell 21 gelagerten Halter 24 angeschraubt.
Die Tischplatten 23 und somit die Aufnahmen 16 sind an dem Gestell 21 um die Drehachse 22 drehbar gelagert. In dem Gestell 21 kann ein nicht sichtbarer Drehantrieb angeordnet sein.
Eine jeweilige Aufnahme 16 mit dem dort befindlichen Wechsel- träger 15 kann beispielsweise von einer Beladestation 25, wo der Wechselträger 15 mit einem Werkstück 12 bestückt wird, zu einer Bearbeitungsstation 26 geschwenkt werden, wo die Bearbeitungsmaschine 11 eine Montagearbeit an dem Werkstück 12 und/oder eine spanabhebende Bearbeitung des Werkstücks 12 vornimmt. Von der Bearbeitungsstation 26 schwenkt der Werkstücktisch 13 den Wechselträger 15 zu einer Entladestation 27 weiter, wo das Werkstück entnommen werden kann.
Ferner ist es möglich, den Werkstücktisch 13 zu einer Wechselstation 28 zu schwenken, wo die Wechselträger 15 entnommen und gegen andere erfindungsgemäße Wechselträger ersetzt werden können, um die Werkstückhaltevorrichtung 10 an andere Werkstücktypen anzupassen.
Die Funktionen der Stationen 25 bis 28 können auch anders sein, beispielsweise können mehrere Bearbeitungsstationen zur
Bearbeitung durch die Bearbeitungsmaschine 11 vorgesehen sein.
Die Fixieranordnungen 18 klemmen den Wechselträger 15 in der Fixierstellung. Ein Fixierkörper 29 greift dabei in eine ko- nische Fixieraufnahme 30 an einem Wechselträger 15 ein. Die Fixierkörper 29 bzw. die Fixieraufnahmen 30 sind konisch, d.h. an dem Fixierkörper 29 ist eine konische Zentrierfläche 31 vorhanden, die in der Fixierstellung bzw. Klemmstellung an einer trichterförmig verlaufenden Zentrierfläche 32 der Fi- xieraufnähme 30 anliegt.
Die Fixieraufnahmen 30 sind an vorderen Abschnitten 33 der Wechselträger 15 angeordnet und haben eine gabelartige Gestalt. An einem hinteren Abschnitt 34 der Wechselträger 15 sind an einander entgegengesetzten Seiten 35, 36 Muten 37 an- geordnet, in die Vorsprünge 38 an korrespondierenden Innenseiten 40, 41 der Aufnahmen 16 eingreifen. Die Vorsprünge 38 sind durch Gleitschienen 39 gebildet, die im Bereich einer Einschuböffnung 42 an der Aufnahme 16 angeordnet und beispielsweise mit Schrauben befestigt sind. Die Nuten 37 sind an Nutenstücken 43 vorhanden, die im Bereich der Seiten 35, 36 an ein Trägerteil 44 des jeweiligen Wechselträgers 15 angeschraubt sind.
Somit sind die Wechselträger 15 an den Aufnahmen 16 jeweils entlang einer Einschubebene 45 linear geführt und werden in der Fixierstellung von der Linearführungsanordnung 17 gehalten.
Zum leichteren Einführen der Nuten 37 in die Gleitschienen 39 ist ein vorderer Nutabschnitt 81 quer zur Einschubebene 45 aufgeweitet. Es versteht sich, dass auch eine Aufweitung des Nutabschnitts 81 im Wesentlichen in der Einschubebene 45
zweckmäßig sein kann. Ein hinterer Mutabschnitt 82 der Nut 37 hingegen ist so eng, dass die Gleitschienen 39 in der Einschubebene 45, d.h. vorliegend horizontal, an der Ober- und Unterseite der Gleitschienen 39 anliegen.
Die Fixieranordnung 18 wirkt auf den vorderen Abschnitt 33 eines jeweiligen Wechselträgers 15. Die Wechselträger 15 sind vorne offen, sodass die Fixierkörper 29 durch eine vordere Einschuböffnung 46 in die Fixieraufnahmen 30 einschiebbar sind.
Die Fixierkörper 29 sind an einem oberen Ende 47 eines Schaftabschnitts oder Schaftteils 48 angeordnet. Beispielsweise sind die Fixierkörper 29 auf die Schaftteile 48 geschraubt. Es versteht sich, dass auch eine einstückige Bauform möglich ist. Während die Fixieraufnahme 30 pfannenartig oder trich- terartig nach oben offen ist, bilden die Fixierkδrper 29 sozusagen das Gegenstück, d.h., die Zentrierfläche 31 verläuft vom freien Ende des Fixierkörpers 29 her gesehen nach radial innen bis zu dem Schaftabschnitt 48. Die Fixierkörper 29 wirken sozusagen wie Zuganker auf die Fixieraufnahmen 30.
Die Einschuböffnung 46 der Fixieraufnahme 30 erstreckt sich über einen Teilkreis von weniger als 180°, so dass der kegelförmige Fixierkörper 29 den Wechselträger 15 in der Einschubrichtung 80, in der der Wechselträger 15 in die Aufnahme 16 eingeschoben wird, fixieren und zentrieren kann. Die Ein- schuböffnung 46 ist lediglich so groß, dass das Schaftteil 48 bzw. der Schaftabschnitt 48 in die Fixieraufnahme 30 von vorn her eingeschoben werden kann.
Das Schaftteil 48 ist linear beweglich an einer Führung 49 gelagert. Somit ist der Fixierkörper 29 quer zur Einschubebe- ne 45 beweglich und kann zwischen einer Lösestellung, bei der
der Wechselträger 15 von der Aufnahme 16 entnommen werden kann, und einer Fixierstellung verstellt werden.
Die Führung 49 hat an ihrer Oberseite eine Auflagefläche 50 zum Auflegen des Wechselträgers 15, insbesondere eines vorn am Trägerteil 44 angeordneten Fixierteils 51, an dem die Fixieraufnahme 30 oberseitig ausgebildet ist.
Federanordnungen 52 spannen die Fixieranordnungen 18 in die Fixierstellung vor. Die Federanordnungen 52 enthalten beispielsweise eine Schraubenfeder 53, die zwischen die Unter- seite 54 des Werkstücktischs 13 und einen Bund 55 an einem jeweiligen Schaftteil 48 gespannt ist. Dadurch ziehen die Federanordnungen 52 die Schaftteile 48 und die oberseitig dort angeordneten Fixierkörper 29 nach unten und klemmen die Wechselträger 15, insbesondere die Fixieraufnahmen 30 zwischen die Auflagefläche 50 und die Fixierkörper 29.
An der Wechselstation 28 können die Wechselträger 15 gewechselt werden. Ein Löseaktor 56 an der Wechselstation 28 verstellt die jeweils dorthin geschwenkte Fixieranordnung 18 in eine Lösestellung. Der Löseaktor 56, beispielsweise ein zweckmäßigerweise pneumatischer oder hydraulischer Linearantrieb oder ein Drehantrieb, der ein Getriebe zur Umsetzung einer Drehbewegung in eine Linearbewegung aufweist, drückt beispielsweise auf das untere Ende eines jeweiligen Schaftteils 48 und verstellt somit den Fixierkörper 29 an dessen Oberseite nach oben, so dass die Fixieranordnung 18 den Wechselträger 15 freigibt. Der Wechselträger 15 kann dann von einem Werker oder einem Roboter nach radial außen entlang der Einschubebene 45 von dem Werkstücktisch 13 entnommen werden.
Neben dem Löseaktor 56 befindet sich ein Anschluss 57 zum An- schließen eines Drehantriebs für den Werkstücktisch 13.
Die Aufnahmen 16 haben im vorliegenden Fall eine L-förmige Gestalt, wobei die Fixieranordnung 18 im Bereich eines Schnittpunktes der beiden L-Schenkel angeordnet ist.
An den plattenartigen Trägerteilen 44 der Werkstück- 5 Wechselträger 15 sind Halterungen 58 bis 62 zum Halten des Werkstücks 12 angeordnet. Die Halterungen 58 bis 62 sind beispielsweise an das Trägerteil 44 angeschraubt oder an das Trägerteil 44 angesteckt. Nicht näher bezeichnete Bolzen sind durch Montagebohrungen 63 durchgesteckt und in die jeweilige lo Halterung 58 bis 62 eingeschraubt. Die Halterungen 58 bis 62 bilden seitliche Anschlagstücke 69 für das Werkstück 12. Die Halterungen 58 bis 62 sind beispielsweise Anschläge, Pratzen oder sonstige Fixierelemente zum Halten des Werkstücks 12.
Das Werkstück 12, im vorliegenden Falle eine Kolbenstange, i5 liegt diagonal geklemmt und gehalten an den Halterungen 58 bis 62 an. Dabei sind die Halterungen 58, 59, einem kleinen Auge 67 zugeordnet. Die Halterungen 58, 59 sind über Eck angeordnet .
Die Halterungen 60 bis 62 sind einem großen Auge 68 des Werk- 2o Stücks 12 zugeordnet. Die Halterungen 60 bis 62 sind U-förmig um das große Auge 68 angeordnet, wobei die Halterungen 61, 62 U-Schenkel bilden.
Die Halterung 62 ist eine Schwenkhaiterung, die schwenkbar um eine Achse 64 an dem Trägerteil 44 angelenkt ist. Federele-
25 mente 65 spannen die Halterung 62 in eine das Werkstück 12 klemmende und haltende Haltestellung vor. Ein Anschlagabschnitt 66 der Halterung 62 kann im Sinne eines öffnens der Werkstückaufnahme 20 nach außen geschwenkt werden, so dass das Werkstück 12 aus der Werkstückaufnahme 20 entnommen wer-
30 den kann .
Das Werkstück liegt auf Auflageteilen 70, 71 auf, die an dem Trägerteil 44 zweckmäßigerweise auswechselbar befestigt sind. Das Auflageteil 70 ist dem kleinen Auge 67, das Auflageteil 71 dem großen Auge 68 zugeordnet. Die Auflageteile 70, 71 sind in öffnungen 72, 73 des Trägerteils 44 eingesteckt. Insbesondere im Bereich der Bearbeitungsstation 26 können in der Zeichnung schematisch angedeutete Stützen 74 vorhanden sein, auf denen die Auflageteile 70, 71 bei der Bearbeitung der Werkstücke 12 aufliegen. Dadurch werden die Wechselträger 15 von unten gestützt.
Die Auflageteile 70, 71 haben Durchgangsöffnungen 75, z.B. für ein die Augen 67, 68 bohrendes Werkzeug und/oder ein Montagewerkzeug, insbesondere ein Werkzeug zum Einbringen einer Gleithülse oder -buchse in eines der Augen 67 und/oder 68.
An dem Trägerteil 44 können weitere öffnungen, beispielsweise eine Durchgangsöffnung 76, vorgesehen sein, die bei einer e- ventuellen andersartigen Bestückung des Trägerteils 44 mit Halterungen für Montagearbeiten an den Werkstücken 12 und/oder für eine insbesondere spanabhebende Bearbeitung der Werkstücke 12 erforderlich sind.
Zwischen den Halterungen 58, 59, den Halterungen 60 und 62 sowie 62 und 61 sind jeweils Abstände 77 vorhanden, die eine seitliche Bearbeitung des Werkstücks 12 ermöglichen. Beispielsweise sind die Abstände 77 groß genug, dass ein Bohrer zum Bohren eines öllochs 78 in das kleine Auge 67 sowie zum Bohren von Montagebohrungen 79 seitlich am großen Auge 68 das Werkstück 12 bohren kann. Die Abstände 77 sind auch für eine Montagebearbeitung zweckmäßig, z.B. zum Einschrauben von Bolzen in das Werkstück 12, z.B. in die Montagebohrungen 79.
Es ist auch möglich, dass die Bearbeitungsmaschine 11, z.B. an der Bearbeitungsstation 26, eine trennende Bearbeitung des Werkstücks 12 durchführt, z.B. im Bereich des Auges 68 einen Deckel von dem Pleuel bzw. Werkstück 12 abtrennt, beispielsweise durch Anbringen einer Kerbe und anschließendem Abtrennen des Deckels im Rahmen eines sogenannten Crackens .
