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Title:
WORKING METHOD AND DEVICE FOR AN INDUSTRIAL FURNACE SUCH AS A MULTICHAMBER VACUUM FURNACE, IN PARTICULAR A TWO-CHAMBER VACUUM FURNACE FOR THE HEAT TREATMENT OF CHARGES OF METALLIC WORKPIECES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/012270
Kind Code:
A1
Abstract:
In the case of a working method and a device for an industrial furnace for the heat treatment of charges of metallic workpieces having a heating chamber and a quenching chamber as well as a transporting device, it is intended to reduce the amount of cooling gas that is required for the quenching and to improve the quenching intensity acting on the charge in the quenching chamber, for which reason, by means of the device, loading forks (3.2) are loaded with the charge (3.1) during the transfer of the charge (3.1) to a charge hearth system (4), the charge hearth system (4) is relieved of the charge (3.1), after the transfer the charge (3.1) is supported and the loading forks (3.2) are freely returned, during the heat treatment the charge (3.1) is supported on charge supports (4.1), with the loading forks (3.2) being withdrawn in the quenching chamber (1.2), after the heat treatment of the charge (3.1) the loading forks (3.2) are extended into the heating chamber (1.1) and the charge supports (4.1) are relieved, with the loading forks (3.2) taking over the charge (3.1) for transporting it into the quenching chamber (1.2), and the charge (3.1) is kept on the loading forks (3.2) during the quenching of the charge (3.1).

Inventors:
OIMANN, Ludger (Spillingscher Weg 49, Emmerich, 46446, DE)
HESSE, Torsten (Visdael 8, Kleve, 47533, DE)
Application Number:
DE2009/001050
Publication Date:
February 04, 2010
Filing Date:
July 29, 2009
Export Citation:
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Assignee:
IPSEN INTERNATIONAL GMBH (Flutstrasse 78, Kleve, 47533, DE)
OIMANN, Ludger (Spillingscher Weg 49, Emmerich, 46446, DE)
HESSE, Torsten (Visdael 8, Kleve, 47533, DE)
International Classes:
C21D9/00; C21D1/773; F27B5/12; C21D9/00; C21D1/74; F27B5/00
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Claims:
Patentansprüche

1. Arbeitsverfahren für einen Industrieofen zur Wärmebehandlung von Chargen (3.1) metallischer Werkstücke, der in einem Gehäuse (1) mittels Trennwand (1.3),

Chargenöffhung (1.4) und verfahrbarer Tür (2) getrennte Kammern (1.1, 1.2) aufweist, wobei die Chargen (3.1) durch ein Chargentransportsystem (3) von einer

Heizkammer (1.1) zu einer Abschreckkammer (1.2) in einer der Wärmebehandlung der Chargen (3.1) entsprechenden Taktfolge übergeben werden, gekennzeichnet durch die Arbeitsschritte, dass

a) während der Übergabe der Charge (3.1) zu einem Chargenherdsystem (4) Ladegabeln (3.2) oder gleichwirkende Mittel mit der Charge (3.1) belastet werden und ohne Kontakt zu dem Chargenherdsystem (4) sind, die Chargenöffhung (1.4) freigefahren wird und ein

Chargenherdsystem (4) von der Charge (3.1) entlastet wird,

b) nach der Übergabe die Charge (3.1) abgestützt wird und die Ladegabeln (3.2) frei zurückgefahren werden,

c) während der Wärmebehandlung der Charge (3.1) die Chargenöffhung (1.4) durch die Tür (2) abgedichtet ist und die Charge (3.1) auf Chargenstützen (4.1) abgestützt wird, wobei die Ladegabeln (3.2) in der Abschreckkammer (1.2) zurückgefahren sind,

d) nach der Wärmebehandlung der Charge (3.1) die Chargenöffhung (1.4) freigefahren wird, die Ladegabeln (3.2) in die Heizkammer (1.1) eingefahren und die Chargenstützen (4.1) entlastet werden, wobei die Ladegabeln (3.2) die Charge (3.1) zum Transport in die Abschreckkammer (1.2) übernehmen, und

f) während der Abschreckung (Kühlung) der Charge (3.1) die Chargenöffhung (1.4) durch die Tür (2) abgedichtet ist und die Charge (3.1) auf den Ladegabeln (3.2) gelagert wird, so dass in Abfolge dieser Arbeitsschritte durch kürzere Strömungswege, geringerer Druckverluste, kürzerer Evakuierungszeiten und wegen keiner den Strömungsweg blockierender Elemente des Chargentransports die für die Abschreckung benötigte Kühlgasmenge reduziert und die auf die Charge wirkende Abschreckintensität in der Abschreckkammer (1.2) erhöht wird.

2. Arbeitsverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Charge (3.1) von einem externen Beladegerät - ohne Kontakt zum Chargenerdsystem (4) - direkt auf die Ladegabeln (3.2) gestellt wird, der Industrieofen durch Schließen einer

Außentür, Schaffen der benötigten Behandlungsvoraussetzungen in der Abschreckkammer 1.2 und Heizkammer 1.1 konditioniert wird und die Charge (3.1) nach dem Freifahren der Chargenöffhung (1.4) durch Öffnen der Tür (2) mittels der Ladegabeln (3.2) in die Heizkammer (1.1) transportiert wird, die Charge (3.1) zum Chargenherdsystem (4) in die Heizkammer (1.1) übergeben und abgestützt wird, wonach die Ladegabeln (3.2) frei zurück in die Abschreckkammer (1.2) fahren.

3. Einrichtung für einen Industrieofen zur Durchführung des Arbeitsverfahrens mit mehreren von einem Gehäuse (1) umgebenen Kammern (1.1, 1.2), insbesondere Zweikammer- Vakuumofen, aufweisend mindestens je eine Heizkammer (1.1) und eine Abschreckkammer (1.2), eine Kühleinrichtung (1.2.1) sowie eine Transporteinrichtung gekennzeichnet durch die Kombination folgender Merkmale:

a) Die Heizkammer (1.1) und die Abschreckkammer (1.2) sind in einem Gehäuse (1) integriert mit einer die Heizkammer (1.1) von der Abschreckkammer (1.2) räumlich trennenden hochdruckfesten Trennwand (1.3) mit Chargenöffhung (1.4) für den Transport der Charge (3.1),

b) eine die Chargenöffiiung (1.4) abdichtende und horizontal verfahrbare Trenntür (2), die im abgedichteten Zustand die Heizkammer (1.1) von der

Abschreckkammer (1.2) vakuum- und hochdruckfest trennt, c) ein in der Abschreckkammer (1.2) angeordnetes horizontal verfahrbares Chargentransportsystem (3) für den wechselseitigen Transport der Charge (3.1) zwischen Abschreckkammer (1.2) und Heizkammer (1.1) und

d) ein in der Heizkammer (1.1) angeordnetes Chargenherdsystem (4), wobei

e) das Chargenherdsystem (4) der Heizkammer (1-1) und das Chargentransportsystem (3) Abschreckkammer (1-2) Mittel zur Übergabe/Übernahme der Charge (3.1) aufweisen.

4. Einrichtung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine aus der Mittelachse des Gehäuses (1) gerückte, exzentrische Anordnung des Chargentransportsystems (3), der Chargenöffhung (1.4) und des Chargenherdsystems (4).

5. Einrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur

Übergabe/Übernahme der Charge (3.1) betreffend

a) das Chargentransportsystem (3) horizontal verfahrbar angeordnete, die Charge (3.1) aufnehmende und mit dem Chargenherdsystem (4) kontaktlos korrespondierende Ladegabeln (3.2) und

b) das Chargenherdsystem (4) verfahrbar integrierte Chargenstützen (4.1)

sind, wobei die Ladegabeln (3.2) während der Übergabe der Charge (3.1) in die Heizkammer (1.1) kontaktlos zwischen die Chargenstützen (4.1) vorgefahren sind, die

Charge (3.1) mit den Chargenstützen (4.1) somit übernommen ist wird und während der Wärmebehandlung auf diesen lagert, wobei die Ladegabeln (3.2) in die

Abschreckkammer zurückgefahren sind, und nach der Wärmebehandlung der Charge

(3.1) die Ladegabeln (3.2) wiederum vorgefahren sind, und die Charge (3.1) durch Absenkung der Chargenstützen (4.1) auf den Ladegabeln (3.2) zur Rückfahrt in die

Abschreckkammer (1.2) liegt. Einrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (1.2.1) ein das Kühlgas auf die Charge (3.1) richtendes Kühlgasleitsystem (1.2.2) umfasst.

Description:
Arbeitsverfahren und Einrichtung für einen Industrieofen wie Mehrkammer- Vakuumofen, insbesondere Zweikammer- Vakuumofen zur Wärmebehandlung von Chargen metallischer Werkstücke

Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft ein Arbeitsverfahren und eine Einrichtung für einen Industrieofen wie Mehrkammer- Vakuumofen, insbesondere Zweikammer- Vakuumofen zur Wärmebehandlung von Chargen metallischer Werkstücke mit Heizkammer und Abschreckkammer sowie Transporteinrichtung für die Charge.

Stand der Technik

Es sind allgemein Industrieöfen sowohl als Einkammer- und auch als Mehrkammer- Vakuumöfen zur Wärmebehandlung von Chargen metallischer Werkstücke, so zum Härten aller Arten von Stahlteilen bekannt, wobei letztere Gattung einen Heizbereich wie mindestens eine Heizkammer und einen Kühlbereich wie mindestens eine Abschreckkammer umfasst.

Zum Transport der Charge zwischen Heizkammer Abschreckkammer ist in der Regel eine Transporteinrichtung vorgesehen.

Bei dieser Gattung von Industrieöfen weist der Heizbereich eine Heizeinrichtung zur Wärmebehandlung der Charge auf, und der Kühlbereich umfasst für die Abschreckung der wärmebehandelten Charge einen über einen Wärmetauscher geführten Kühlgaskreislauf.

Derartige Industrieöfen wurden u. a. gemäß DE-OS 26 08 850, DE OS-28 44 843, DE 34 05 244 Cl weiterentwickelt, wobei schon hauptsächlich Lösungen zur optimalen Anpassung der Anströmverhältnisse der jeweils abzukühlenden Charge an deren Gegebenheiten oder auch zur optimalen Verteilung des Kühlgasstromes im Vordergrund standen.

Unter Zugrundelegung einer bewährten Ausführung gemäß der DE 34 05 244 Cl ist festzustellen, dass bei diesen Industrieöfen zwischen der Heizkammer und der Abschreckkammer keine Gas- und Drucktrennung besteht, so dass in der Praxis auftretende Verunreinigungen einer Heizkammer oder Abschreckkammer die jeweils andere Kammer nachteilig beeinflussen, die Heizkammer für Hochdruck ausgelegt sein muss und relativ viel Kühlgas verbraucht wird.

Mit Ausblick auf eine andere Gattung von Industrieöfen mit zwei verschiedenen Gehäuseteilen, wie z. B. entsprechend der US 20070172786 Al, scheinen besagte Nachteile durch ein Normal- und ein Unterdruck- und Überdruckteil lösbar zu sein. Jedoch sind dann ein kostenaufwendiger hochdruckfester Türkasten, ein aufwendiges hydraulisches oder pneumatisches Türhebesystem und dafür zusätzliche Mittel zur Realisierung der Anpressdrücke erforderlich.

Darstellung der Erfindung

Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, einen Industrieofen wie Mehrkammer- Vakuumofen, zur Wärmebehandlung von Chargen metallischer Werkstücke, umfassend mindestens je eine Heizkammer und eine Abschreckkammer, eine Kühleinrichtung sowie eine Transporteinrichtung, derart zu betreiben, so dass, die für die Abschreckung benötigte Kühlgasmenge reduziert und die auf die Charge wirkende Abschreckintensität in der Abschreckkammer verbessert wird.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Arbeitsverfahren dadurch gelöst, dass zur Wärmebehandlung von Chargen metallischer Werkstücke in einem Industrieofen, der in einem Gehäuse mittels Trennwand, Chargenöffhung und verfahrbarer Tür getrennte Kammern, wie Heizkammer und Abschreckkammer aufweist, wobei

- die Chargen durch ein Chargentransportsystem von der Heizkammer zu der Abschreckkammer in einer der Wärmebehandlung der Chargen entsprechenden Taktfolge übergeben werden, die Folge von Arbeitsschritten umfasst, dass

a) während der Übergabe der Charge zu einem Chargenherdsystem Ladegabeln oder gleichwirkende Mittel mit der Charge belastet werden und ohne Kontakt zu dem Chargenherdsystem sind, die Chargenöffhung freigefahren ist und das Chargenherdsystem von der Charge entlastet wird, wobei die Charge hier von einem externen Beladegerät direkt auf die Ladegabeln gestellt und dann, nach dem Öffiien der Türen in die Heizkammer transportiert wird,

b) nach der Übergabe die Charge abgestützt wird und die Ladegabeln frei zurückgefahren werden,

c) während der Wärmebehandlung der Charge die Chargenöffnung durch die verfahrbare Tür abgedichtet ist und die Charge auf Chargenstützen abgestützt wird, wobei die Ladegabeln in der

Abschreckkammer zurückgefahren sind,

d) nach der Wärmebehandlung der Charge die Chargenöffhung freigefahren wird, die Ladegabeln in die Heizkammer eingefahren und die Chargenstützen entlastet werden, wobei die Ladegabeln die

Charge zum Transport in die Abschreckkammer übernehmen, und

e) während der Abschreckung (Kühlung) der Charge die Chargenöffnung durch die verfahrbare Tür abgedichtet ist und die Charge auf den Ladegabeln gelagert wird,

so dass in Abfolge und bei Neubeladung oder Wiederholung dieser Arbeitsschritte durch die verkürzten Strömungswege, verringerten Druckverluste und durch keine den Strömungsweg blockierenden Elemente des Chargentransports die für die Abschreckung benötigte Kühlgasmenge reduziert und die auf die Charge wirkende Abschreckintensität in der Abschreckkammer erhöht wird.

Das Arbeitsverfahrens ist dadurch ausgebildet, dass die Charge von einem externen Ladegerät auf die Ladegabeln, ohne Kontakt zum Chargenherdsystem, übergeben wird, das Konditionieren des Ofens, wie Schließen der Außentür, Schaffen der benötigten Behandlungsvoraussetzungen in Abschreckkammer und Heizkammer, das Freifahren der Chargenöffhung und so die Übergabe der Charge zum Chargenherdsystem in die Heizkammer erfolgt, wobei dann die Charge abgestützt wird und die Ladegabeln frei zurück in die Abschreckkarnmer fahren. Zur Durchführung dieses Arbeitsverfahrens ist bei der erfindungsgemässen Einrichtung in dem gattungsgemässen Industrieofen vorgesehen, dass 5 a) Heizkammer und Abschreckkammer nicht wie bisher in mehreren, sondern nur in einem Gehäuse integriert sind mit einer die Heizkammer von der Abschreckkammer räumlich trennenden hochdruckfesten Trennwand mit Chargenöffhung für den Transport der Charge,

b) die Chargenöffnung durch eine horizontal verfahrbare Trenntür abgedichtet ist, die im abgedichteten Zustand die Heizkammer von der Abschreckkammer vakuum- und hochdruckfest trennt,

15 c) in der Abschreckkammer ein horizontal verfahrbares Chargentransportsystem für den wechselseitigen Transport der Charge zwischen Abschreckkammer und Heizkammer angeordnet ist und

d) in der Heizkammer sich ein Chargenherdsystem befindet, wobei >0 das Chargenherdsystem der Heizkammer und das Chargentransportsystem korrespondierende Mittel zur Übergabe/Übernahme der Charge besitzen.

Bei diesem erfindungsgemäß derart betriebenen und ausgebildeten Industrieofen werden der 25 Austrag von Verunreinigungen einer Heizkammer oder Abschreckkammer zur jeweils anderen Kammer vermieden, eine vollständige Gas-, Vakuum- und Hochdrucktrennung gewährleistet und der Kühlgasverbrauch reduziert. Konstruktiv wird ein üblicher Türkasten eingespart, und es werden einfache Mittel zur Realisierung der Abdichtung der getrennten

Bereiche eingesetzt. 0

Die korrespondierenden Mittel zur Übergabe/Übernahme der Charge sind in erfindungsgemäßer Ausbildung a) am Chargentransportsystem horizontal verfahrbar angeordnete, die Charge aufnehmende und mit dem Chargenherdsystem korrespondierende Ladegabeln und

b) am Chargenherdsystem verfahrbare Chargenstützen.

Dabei nehmen die Chargenstützen während der Wärmebehandlung die Charge auf. Im Zuge der Übergabe/Übernahme der Charge sind die Chargenstützen entlastet und die Charge liegt auf den Ladegabeln des Chargentransportsystems.

Entscheidend bei der erfϊndungsgemäßen Ausbildung des Industrieofens ist, dass die sich aus dem Arbeitsverfahren und den jeweils möglichen konstruktiven Varianten - u. a. einerseits mit den Ladegabeln oder gleichwirkenden Mitteln des Chargentransportsystems und andererseits mit den Chargenstützen am Chargenherdsystem - ergebenden vorteilhaften Funktionsabläufe oder Situationen sowohl in der Heizkammer als auch in der Abschreckkammer sichern, dass

- während der Übergabe der Charge zum Chargenherdsystem die Ladegabeln oder gleichwirkenden Mittel mit der Charge belastet und ohne Kontakt zum Chargenherdsystem sind und die Chargenöffnung frei ist,

- während der Übergabe der Charge zum Chargenherdsystem dieses von der Charge entlastet und nach der Übergabe der Charge diese abgestützt ist und die Ladegabeln frei zurückfahrbar sind,

- während der Wärmebehandlung der Charge die Chargenöffhung durch die

Trenntür abgedichtet und die Charge auf den Chargenstützen oder gleichwirkenden Mitteln abgestützt ist, wobei die Ladegabeln in der Abschreckkammer zurückgefahren sind,

- nach der Wärmebehandlung der Charge die Chargenöffhung frei ist, die

Ladegabeln in die Heizkammer eingefahren und die Chargenstützen entlastet werden und die Ladegabeln die Charge zum Transport in die Abschreckkammer übernehmen, während der Abschreckung (Kühlung) der Charge die Chargenöfϊhung durch die Trenntür abgedichtet und die Charge auf den Ladegabeln gelagert ist.

Dafür lassen sich die korrespondierenden Mittel zur Übergabe/Übernahme der Charge derart gestalten, dass die Ladegabeln während der Übergabe der Charge in die Heizkammer kontaktlos zwischen die Chargenstützen vorgefahren wird, die Charge mit den belasteten

Chargenstützen somit übernommen ist und während der Wärmebehandlung auf diesen lagert, wobei die Ladegabeln in die Abschreckkammer zurückgefahren sind, und nach der

Wärmebehandlung der Charge die Ladegabeln wiederum vorgefahren sind, wonach die Charge durch Entlastung der Chargenstützen auf den Ladegabeln zur Rückfahrt in die

Abschreckkammer liegt.

Eine aus der Mittelachse des Gehäuses gerückte, exzentrische Anordnung des Chargentransportsystems, der Chargenöffnung und des Chargenherdsystems vervollkommnet die Erfindung im Hinblick auf die zu lösende Aufgabenstellung. Auf diese Weise kann ein besonders geringes Volumen der Abschreckkammer konstruktiv gestaltet werden.

Der Erfindungsgedanke dieser neuartigen Einrichtungs-Kombination ist auch auf ein Industrieofensystem übertragbar, bei dem mehrere Kammern wie z.B. Abschreckkammern wechselseitig zu bedienen sind.

In vorteilhafter Wirkung kann die mit dem derart neu und erfindungsgemäß betriebenen und ausgebildeten Industrieofen erreichte verbesserte Abschreckintensität noch dadurch unterstützt werden, dass die Kühleinrichtung ein das Kühlgas auf die Charge führendes Kühlgasleitsystem umfasst.

Funktionell verschmelzen das Arbeitsverfahren und diese neue Einrichtungs-Kombination aus zum Teil für sich bekannten Einzelmerkmalen - neben den erreichten baulichen und mechanischen Vorteilen - im Hinblick auf die verbesserte Abschreckintensität zu neuen und einheitlichen Wirkungsmerkmalen, wie

• kurze Strömungswege,

• geringe Druckverluste,

• keine den Strömungsweg blockierende Elemente des Chargentransports. So entfallt durch den Wegfall des bisherigen Türkastens und klein bauender Türöffnung toter Raum, damit wird der mit Prozessgasen zu spülende/zu flutende Raum geringer, der Kühlgasverbrauch sowie die Evakuierzeiten gesenkt und schließlich eine weitaus effektivere Kühlung in Verbindung mit günstigeren Strömungsverhältnissen erzielt.

Diese erfindungsgemäße Wirkung zeigt außerdem noch den Effekt, dass die Heizkammer im Wesentlichen stets auf Betriebstemperatur und -druck gehalten werden kann.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die Zeichnungen zeigen eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Industrieofens als Zweikammer-Vakuumofen, und zwar

Fig. 1 in einem Längsschnitt der Seitenansicht,

Fig. 2 in einem Längsschnitt der Draufsicht und

Fig. 3 in einem Querschnitt der Seitenansicht.

Bester Weg zur Ausführung der Erfindung

Bei der Erläuterung des folgenden Ausfuhrungsbeispiels wird nur auf die erfindungswesentlichen Zusammenhänge eingegangen, ohne die für den Fachmann geläufigen wärmetechnologischen Abläufe abzuhandeln und die konstruktiven Einzelheiten eines gattungsgemäßen Industrieofens darzustellen.

In diesem Beispiel laufen nach dem Arbeitsverfahren zur Wärmebehandlung von Chargen 3.1 metallischer Werkstücke in einem entsprechend den Fig. 1 bis 3 ausgebildeten Industrieofen, der

- in einem Gehäuse 1 mittels Trennwand 1.3, Chargenöffnung 1.4 und verfahrbarer Tür 2 getrennte Kammern, wie Heizkammer 1.1 und Abschreckkammer 1.2 aufweist, wobei die Chargen 3.1 durch ein Chargentransportsystem 3 von einer Heizkammer 1.1 zu einer Abschreckkammer 1.2 in einer der Wärmebehandlung der Chargen 3.1 entsprechenden Taktfolge übergeben werden,

folgende Arbeitsschritte ab:

- die Charge 3.1 wird von einem nicht dargestellten externen Ladegerät auf die Ladegabeln 3.2 - ohne Kontakt zu einem Chargenerdsystem 4 - übergeben , wonach - das Konditionieren des Ofens, wie Schließen einer Außentür, Schaffen der benötigten Behandlungsvoraussetzungen in der Abschreckkammer 1.2 und Heizkammer 1.1, das Freifahren der Chargenöffhung 1.4, die Übergabe der Charge 3.1 zum Chargenherdsy stem 4 in Heizkammer 1.1 erfolgen , die Charge 3.1 abgestützt wird und die Ladegabeln 3.2 frei zurück in die Abschreckkammer 1.2 fahren.

Dieser Ablauf präzisiert die erfinderische Lehre, die allgemeiner vorsieht, dass

a) während der Übergabe der Charge 3.1 zu einem Chargenherdsystem 4 Ladegabeln 3.2 oder gleichwirkende Mittel mit der Charge 3.1 belastet werden und ohne Kontakt zu dem Chargenherdsystem 4 sind, die Chargenöffhung 1.4 freigefahren ist und das Chargenherdsystem 4 von der Charge 3.1 entlastet wird (wobei die Charge hier von einem nicht dargestellten externen Beladegerät direkt auf die Ladegabeln 3.2 gestellt und dann nach dem Öffnen der Tür 2 in die Heizkammer

1.1 transportiert wird),

b) nach der Übergabe die Charge 3.1 abgestützt wird und die Ladegabeln 3.2 frei zurückgefahren werden,

c) während der Wärmebehandlung der Charge 3.1 die Chargenöffhung 1.4 durch die Tür 2 abgedichtet ist und die Charge 3.1 auf Chargenstützen 4.1 abgestützt wird, wobei die Ladegabeln 3.2 in der Abschreckkammer 1.2 zurückgefahren sind, d) nach der Wärmebehandlung der Charge 3.1 die Chargenöffiiung 1.4 freigefahren ist, die Ladegabeln 3.2 in die Heizkammer 1.1 eingefahren werden und die Chargenstützen 4.1 entlastet sind, wobei die Ladegabeln 3.2 die Charge 3.1 zum Transport in die

Abschreckkammer 1.2 übernehmen, und

e) während der Abschreckung (Kühlung) der Charge 3.1 die Chargenöffhung 1.4 durch die Tür 2 abgedichtet ist und die Charge 3.1 auf den Ladegabeln 3.2 gelagert wird.

In Abfolge dieser Arbeitsschritte wird mittels verkürzter Strömungswege, verringerter Druckverluste und durch keine den Strömungsweg blockierende Elemente des Chargentransports die für die Abschreckung benötigte Kühlgasmenge reduziert und die auf die Charge wirkende Abschreckintensität in der Abschreckkammer 1.2 erhöht.

Aus den Fig. 1 bis 3 ist eine Einrichtung zur Durchführung des Arbeitsverfahren für den Industrieofen zu entnehmen, der das Gehäuse 1, die Heizkammer 1.1 und die Abschreckkammer 1.2, ausgeführt als so genannte Hochdruck-Gasabschreckkammer,

- eine Kühleinrichtung 1.2.1 sowie eine Transporteinrichtung, letztere erfindungsgemäß ausgeführt als das in der Abschreckkammer 1.2 angeordnete horizontal verfahrbare Chargentransportsystem 3 und das in der Heizkammer 1.1 angeordnete Chargenherdsystem 4, umfasst.

Das Chargenherdsystem 4 ist in diesem Beispiel als Hubsystem mit den Chargenstützen 4.1 ausgeführt, wobei andere als vertikal verfahrbare Systeme denkbar sind.

Das Gehäuse 1 ist mit der, in dessen Querschnitt die Heizkammer 1.1 von der Abschreckkammer 1.2 räumlich trennenden hochdruckfesten Trennwand 1.3 ausgebildet, die mit der Chargenöffnung 1.4 für den Transport der Charge 3.1 versehen ist. Die Chargenöffiiung 1.4 ist mit der abdichtenden und horizontal verfahrbaren Trenntür 2 ausgestattet, die im abgedichteten Zustand die Heizkammer 1.1 von der Abschreckkammer 1.2 vakuum- und hochdruckfest trennt. Die konstruktive Ausgestaltung und Funktion der Trenntür 2 nach der Lehre entsprechend DE 20 2005 012 487 U ist zwar ein bekanntes, jedoch wesentliches Kombinationsmerkmal, welches allein schon die Einsparung eines aufwendigen Türkastens (mit dem eingangs erwähnten aufwendigen hydraulischen oder pneumatischen Türhebesystem und Mitteln zur Realisierung der Anpressdrücke) sichert.

Die Fig. 2 und Fig. 3 zeigen in diesem Beispiel eine aus der Mittelachse des Gehäuses 1 gerückte, exzentrische Anordnung des Chargentransportsystems 3, der Chargenöffiiung 1.4 und Chargenherdsystems 4, und zwar aus folgenden, dem Ziel der Erfindung — die Erhöhung der Abschreckintensität - dienenden Gründen:

1. Es ist denkbar, die Chargenöffnung 1.4 auch zentrisch anzuordnen, jedoch um dann mehr Raum und ein größer bauendes Gehäuse 1 für die horizontal verfahrbare

Trenntür 2 gemäß DE 20 2005 012 487 Ul in Anspruch nehmen zu müssen.

2. Dieser Nachteil würde der erfinderischen Aufgabe zuwider laufen, weshalb auch die Anordnung des Chargentransportsystems 3 und Chargenherdsystems 4 der exzentrischen Anordnung der Chargenöffnung 1.4 folgt, wodurch eine die erhöhte

Abschreckintensität unterstützende Maßnahme u. a. infolge optimierter Strömungswege bei reduzierter Kühlgasmenge realisierbar wird.

In der Abschreckkammer 1.2 ist das horizontal verfahrbare Chargentransportsystem 3 für den wechselseitigen Transport der Charge 3.1 zwischen Abschreckkammer 1.2 und Heizkammer

1.1 angeordnet, welches mit dem in der Heizkammer 1.1 angeordneten Chargenherdsystem 4 zur Übergabe/Übernahme der Charge 3.1 korrespondiert.

Vor dem Beginn der Wärmebehandlung wird das Chargentransportsystem 3 in der

Abschreckkammer 1.2 über eine nicht bezeichnete geöffnete Tür an einer (in der Zeichnung rechten) Stirnseite des Gehäuses 1 mit der Charge beladen.

Somit ist die Charge 3.1 auf das horizontal verfahrbare Chargentransportsystem 3 mit den Ladegabeln 3.2 in der Abschreckkammer 1.2 abgelegt, und die Tür an der Stirnseite des Gehäuses 1 wird geschlossen. Nach Evakuieren der Abschreckkammer wird die Trenntür 2 weggefahren und damit ist die Chargenöffhung 1.4 frei.

Die Ladegabeln 3.2 mit der Charge 3.1 sind während der Übergabe in die Heizkammer 1.1 kontaktlos zwischen die Chargenstützen 4.1 vorgefahren. Die Charge 3.1 wird mit den - in diesem Beispiel hochgefahrenen - Chargenstützen 4.1 übernommen und lagert während der Wärmebehandlung auf denselben. Die Ladegabeln 3.2 werden danach in die Abschreckkammer 1.2 leer zurückgefahren. Die Chargenöffhung 1.4 wird dann durch die Trenntür 2 geschlossen. Nach Ende der Wärmebehandlung der Charge 3.1 in der Heizkammer 1.1 wird die Trenntür 2 geöffnet, werden die Ladegabeln 3.2 leer vorgefahren, wobei die Charge 3.1 durch in diesem Beispiel Absenkung der Chargenstützen 4.1 auf die Ladegabeln 3.2 übernommen und in die Abschreckkammer 1.2 zurückgefahren und die Trenntür 2 vor Beginn der Abschreckung (Abkühlung) geschlossen wird.

Die durch diese Ausbildung erreichte intensivere Abschreckung kann durch ein Kühlgasleitsystem 1.2.2 funktionell unterstützt werden. Aus der Fig. 3 ist ersichtlich, wie die Kühleinrichtung 1.2.1 als das, das Kühlgas auf die Charge 3.1 richtende Kühlgasleitsystem 1.2.2 prinzipiell ausgeführt sein kann.

Gewerbliche Anwendbarkeit

Die durch die Erfindung erreichbaren baulichen und besonderen funktionellen Vorteile ermöglichen sowohl eine technologisch einfachere Herstellung als auch wegen der anwenderorientierten Wirkungen, wie der gesenkte Kühlgasverbrauch und die effektivere Kühlung infolge der günstigeren Strömungsverhältnisse, einen wirtschaftlicheren Ofenbetrieb. Bezugszeichenliste

1 Gehäuse

1.1 Heizkammer

1.2 Abschreckkammer

1.2.1 Kühleinrichtung

1.2.2 Kühlgasleitsystem

1.3 Trennwand

1.4 Chargenöffiiung

2 verfahrbare Tür

3 Chargentransportsystem

3.1 Charge

3.2 Ladegabeln

4 Chargenherdsystem

4.1 Chargenstützen