Köhnen, Ralf (Ennerdale Drive 78, Cheshire, Congleton CW12 4FL, GB)
| 1. | Gewebe für Airbags mit Kett und Schussgarnen, wobei zumindest überwiegend die Schussgarne im Gewebe jeweils aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Garnen gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der nebeneinander verlaufenden Garne ein verwirbeltes Multifilamentgarn ist, wobei einige der Filamente des Multifilamentgarns mit einigen Filamenten der benachbarten Garne verwirbelt sind. |
| 2. | Gewebe, welches mindestens ein oberes und mindestens ein unteres Gewebe aufweist, welche obere und untere Gewebe in ausgewählten Bereichen zu einem einzigen Gewebe zusammen verwebt sind, wobei zumindest überwiegend die Schussfäden in den oberen und unteren Geweben aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Fäden gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der nebeneinander verlaufenden Garne ein verwirbeltes Multifilamentgarn ist, wobei einige der Filamente des Multifilamentgarns mit einigen Filamenten der benachbarten Garne verwirbelt sind. |
| 3. | Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils 5 bis 25 % der Filamente der benachbarten Garne miteinander verwirbelt sind. |
| 4. | Gewebe nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass alle nebeneinander verlaufenden Schussgarne verwirbelte Mulitfilamentgame sind. |
| 5. | Gewebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Kett und/oder Schussgarne einen Titer von 235 bis 700 dtex aufweisen. |
| 6. | Gewebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einzelfilamente der Kett und/oder Schussgarne einen Titer von nicht mehr als 5 dtex aufweisen. |
| 7. | Gewebe nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl die Kettgarne wie auch jeder der nebeneinander verlaufenden Schussgarne denselben Titer aufweisen. |
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft ein Gewebe für Airbags mit Kett- und Schussgarnen, wobei zumindest überwiegend die Schussgarne im Gewebe jeweils aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Garnen gebildet sind.
Ein derartiges Gewebe ist beispielsweise aus DE 198 07 572 A1 bekannt. Es ist allgemein bekannt, dass das gleichzeitige Einbringen von zwei oder mehr Schussgarnen in das gleiche Webfach dazu führt, dass die eingetragenen Schussgarne unterschiedliche Längen und/oder unterschiedliche Garnspannungen aufweisen, so dass durch den gleichzeitigen Eintrag der Schussgarne sehr ungleichmäßige Gewebe entstehen, die zur Herstellung von Airbags nicht geeignet sind. Insofern wird in DE 198 07 572 A1 empfohlen, die Schussgame beim Herstellen derartiger Gewebe nacheinander in das gleiche Webfach einzutragen. Werden die Schussgarne nacheinander in das Webfach eingetragen, reduziert sich naturgemäß die erreichte Webleistung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Gewebe für Airbags mit Kett- und Schussgarnen, wobei zumindest überwiegend die Schussgarne im Gewebe jeweils aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Garnen gebildet sind, bereit zu stellen, welches wirtschaftlich hergestellt werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gewebe für Airbags mit Kett- und Schussgarnen, wobei zumindest überwiegend die Schussgarne im Gewebe
jeweils aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Garnen gebildet sind, welches sich dadurch auszeichnet, dass mindestens eines der nebeneinander verlaufenden Garne ein verwirbeltes Multifilamentgarn ist, wobei einige der Filamente des Multifilamentgarns mit einigen Filamenten der benachbarten Garne verwirbelt sind.
Aufgrund dessen, dass mindestens ein Schussgarn ein verwirbeltes Multifilamentgarn ist, ist sichergestellt, dass nebeneinander angeordnete Schussgarne als Garne bestehen bleiben und den Charakter nebeneinanderliegender Garne beibehalten. Aufgrund dessen, dass einzelne Filamente des einen Schussgarnes mit einzelnen Filamenten des anderen neben dem einen Schussgarn verlaufenden Garnes verwirbelt sind, können solche Garne nunmehr gemeinsam und gleichzeitig in das Webfach eingetragen werden. Insofern wird deutlich, dass die erfindungsgemäßen Gewebe wirtschaftlicher herstellbar sind.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Gewebe kann beispielsweise dadurch erfolgen, dass bereits vorher miteinander verwirbelte Garne , von denen mindestens eines ein bereits verwirbeltes Garn sein muss, als Schussfäden eingesetzt werden. Wesentlich kostengünstiger ist es, das in DE 196 53 028 C1 beschriebene Verfahren anzuwenden, bei dem vor dem Zwischenspeichern des Schussgarnes dieses mittels einer Verwirbelungseinrichtung verwirbelt wird. Um die erfindungsgemäßen Gewebe zu erhalten, ist es lediglich erforderlich der in DE 196 53 028 C1 beschriebenen Verwirbelungseinrichtung die Garne gemeinsam zuzuführen, die im Gewebe nebeneinander in das Webfach eingetragen werden sollen. Durch diese Verwirbelung wird erreicht, dass die nebeneinanderliegenden Garne nach dem Eintrag in das Webfach zumindest in etwa dieselbe Länge und dieselbe Spannung aufweisen, und dass aufgrund dessen, dass mindestens einer dieser Garne vorher bereits verwirbelt war, die Garne im fertigen Gewebe noch als nebeneinander verlaufende Garne erkennbar sind, sodass sie mit den Geweben, bei denen nebeneinander liegende
Schussfäden nacheinander eingetragen wurden, vergleichbar sind. Die erfindungsgemäßen Gewebe sind aber gegenüber den bekannten Geweben insofern unterschiedlich, dass zumindest einige Filamente der nebeneinander angeordneten Schussfäden miteinander verwirbelt sind.
Die erfindungsgemäß gestellte Aufgabe wird ebenfalls gelöst durch ein Gewebe, welches mindestens ein oberes und mindestens ein unteres Gewebe aufweist, welche obere und untere Gewebe in ausgewählten Bereichen zu einem einzigen Gewebe zusammen verwebt sind, wobei zumindest überwiegend die Schussfäden in den oberen und unteren Geweben aus mindestens zwei nebeneinander verlaufenden Fäden gebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der nebeneinander verlaufenden Game ein verwirbeltes Multifilamentgarn ist, wobei einige der Filamente des Multifilamentgarns mit einigen Filamenten der benachbarten Garne verwirbelt sind. Diese Gewebe weisen ebenfalls die geschilderten Vorteile auf.
Bei dem erfindungsgemäßen Gewebe hat es sich als besonders günstig herausgestellt, wenn jeweils 5 bis 25 % der Filamente der benachbarten Garne miteinander verwirbelt sind. Durch vielfältige Versuche hat es sich herausgestellt, dass bei einer Verwirbelung, bei der weniger als 5 % der Filamente des einen Garnes mit ebenfalls weniger als 5 % der Filamente eines zweiten Garnes verwirbelt sind, der Zusammenhalt der beiden Garne nicht genügend ist, dass die beiden Garne gemeinsam in das Webfach eingetragen werden können. Werden jeweils mehr als 25 % der Filamente der benachbarten Garne miteinander verwirbelt, verlieren die Garne ihre Eigenständigkeit, je mehr Filamente benachbarter Garne miteinander verwirbelt sind.
Für das erfindungsgemäße Gewebe ist es von besonderem Vorteil, wenn alle nebeneinander verlaufenden Schussgarne verwirbelte Mulitfilamentgarne sind. Hierbei können die verwendeten und miteinander verwirbelten Schussgarne alle aus demselben Material, beispielsweise aus einem Polyamid oder einem
Polyester, bestehen. Zur Einstellung spezifischer Eigenschaften der erfindungsgemäßen Gewebe kann es jedoch auch vorteilhaft sein, Garne aus unterschiedlichen Materialien miteinander zu verwirbeln.
Die erfindungsgemäßen Gewebe zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass Kett- und/oder Schussgarne einen Titer von 235 bis 700 dtex und/oder dass die Einzelfilamente der Kett- und/oder Schussgame einen Titer von nicht mehr als 5 dtex aufweisen. Für die Herstellung der erfindungsgemäßen Gewebe eignen sich besonders solche Garne, wie sie beispielsweise in EP 0 738 793 A1 beschrieben sind.
