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Patent Searching and Data


Title:
ABSEILING DEVICE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/072831
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an abseiling device for braking a load (16, 34) guided on a rope (14), the rope (14) running through the abseiling device (10) over a distance (22) in a friction guided manner, at least one section of the distance (22) being guided via a part (25) which can be moved from a load free starting position relative to a housing of the abseiling device (10), said part creating a force on the rope (14) dependent on the weight of the load (16) when a load is suspended, characterized in that a manually actuable adjustment unit (29) is provided, with which the moveable part (25) can be moved into the starting position in which the movable part (25) can apply no or only a small force from the moveable part (25) to the rope (14).

Inventors:
KOWATSCH ULRICH (DE)
STABEL PETER (DE)
KEMPF MARCELL (DE)
Application Number:
PCT/EP2010/007575
Publication Date:
June 23, 2011
Filing Date:
December 13, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SUCO ROBERT SCHEUFFELE GMBH & CO KG (DE)
KOWATSCH ULRICH (DE)
STABEL PETER (DE)
KEMPF MARCELL (DE)
International Classes:
A62B1/10; A62B1/14
Domestic Patent References:
WO2009003612A12009-01-08
Foreign References:
DE3029217A11982-03-04
DE102007030360B32009-01-15
Attorney, Agent or Firm:
KOHLER SCHMID MÖBUS (DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e :

1. Abseilvorrichtung zum Abbremsen einer an einem Seil (14)

geführten Last (16, 34), bei der das Seil (14) über eine Wegstrecke (22) reibungsgeführt die Abseilvorrichtung (10) durchläuft, wobei mindestens ein Abschnitt der Wegstrecke (22) über ein aus einer lastfreien Ausgangsposition heraus relativ zu einem Gehäuse der Abseilvorrichtung (10) bewegbaren Teil (25) geführt ist, das bei angehängter Last eine vom Gewicht der Last (16) abhängige Kraft auf das Seil (14) erzeugt, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine manuell betätigbare Versteileinrichtung (29) aufweist, mit der das bewegbare Teil (25) in die Ausgangsposition bewegbar ist, in der auf das Seil (14) durch das bewegbare Teil (25) keine oder nur eine geringe Kraft ausübbar ist.

2. Abseilvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die VerStelleinrichtung (29) von mindestens einem mit dem

bewegbaren Teil (25) verbundenen und durch eine Öffnung (31) im Gehäuse zugänglichen Verstellelement (30) gebildet ist.

3. Abseilvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteileinrichtung (29) zwei einander gegenüberliegend am bewegbaren Teil (25) angeordnete Verstellelemente (30) aufweist, die jeweils durch eine Öffnung (31) im Gehäuse (12) zugänglich sind oder durch diese nach außen ragen.

4. Abseilvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Versteileinrichtung (29) ein als Vorsprung des bewegbaren Teils (25) ausgebildetes Verstellelement aufweist, das zwischen zwei Anschlägen bewegbar ist.

5. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch

gekennzeichnet, dass die lastfreie Ausgangsposition des

bewegbaren Teils (25) eine Mittelposition ist.

6. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, dass das bewegbare Teil (25) eine Kraft auf das Seil (14) durch Anpressen des Seils (14) an eine nicht mitbewegte Oberfläche (24) ausübt.

7. Abseilvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die nicht mitbewegte Oberfläche die Oberfläche einer vorzugsweise mittels einer Fliehkraftbremse abbremsbaren Welle (24) ist.

8. Abseilvorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der bremsbaren Welle (24) eine V-förmige Nut (60) aufweist, in die das Seil (14) unter Belastung mit einem Teil seines Umfangs eindrückbar ist.

9. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch

gekennzeichnet, dass die reibungsgeführte Wegstrecke (22) einen Führungskanal für das Seil (14) bildet, der mindestens

bereichsweise mit einer V-förmigen, in Seilrichtung verlaufenden Nut versehen ist, in die das Seil (14) unter Belastung mit einem Teil seines Umfangs eindrückbar ist.

10. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Abseilvorrichtung (10) eine zusätzliche Bremsvorrichtung, insbesondere ein Handrad (50), zum Abbremsen oder zur vollständigen Blockierung der bremsbaren Welle (24) aufweist.

11. Abseilvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Handrad (50) auf eine Bremstrommel (52) der

Fliehkraftbremse (51) aufgeschraubt ist, wobei durch weiteres Einschrauben des Handrads (50) die Fliehgewichte (53) der

Fliehkraftbremse (51) mit ihrem Reibbelag (54) nach außen gegen die Bremstrommel (52) drückbar sind.

12. Abseilvorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch

gekennzeichnet, dass das Handrad (50) über einen Haltering (57) mit einem gegenläufigen Gewinde gegen ein unbeabsichtigtes vollständiges Abschrauben von der Bremstrommel (52) gesichert ist.

13. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Reibbelag (54) der Fliehkraftgewichte (53) eine Vertiefung als Verschleißindikator aufweist.

14. Abseilvorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Handrad (50) mit einer thermisch isolierenden Abdeckung (59) oder Beschichtung versehen ist.

Description:
Abseilvorrichtunq

B e s c h r e i b u n g :

Die Erfindung betrifft eine Abseilvorrichtung zum Abbremsen einer an einem Seil geführten Last, bei der das Seil über eine Wegstrecke

reibungsgeführt die Abseilvorrichtung durchläuft, wobei mindestens ein Abschnitt der Wegstrecke über ein aus einer lastfreien Ausgangsposition heraus relativ zu einem Gehäuse der Abseilvorrichtung bewegbaren Teil geführt ist, das bei angehängter Last eine vom Gewicht der Last

abhängige Kraft auf das Seil erzeugt.

Eine solche Abseilvorrichtung ist aus der DE 10 2007 030 360 AI bereits bekannt. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich automatisch an das Gewicht der abzuseilenden Last anpasst und ohne manuelle Eingriffe für eine große Bandbreite an Lastgewichten einsetzbar ist.

Die bekannte Abseilvorrichtung kann dabei sowohl im so genannten Pendelbetrieb als auch zum einmaligen Abseilen einer Last eingesetzt werden. Beim Pendelbetrieb wird die Abseilvorrichtung selbst an der Stelle befestigt, von der die Last aus abgeseilt werden soll. Dies kann

beispielsweise ein Gebäudeteil sein. Anschließend werden im Wechsel an

BESTÄTIGUNGSKOPIE jedem der beiden Seilenden Lasten befestigt und abgeseilt. Beim

einmaligen Abseilen beispielsweise einer Person aus einem Gebäude wird das Seil aus einem Seilreservoir zur Abseilvorrichtung nachgeführt. Die Abseilvorrichtung gleitet zusammen mit der Last entlang des Seils nach unten. Bei dieser Betriebsart wird eines der Seilenden an der Stelle befestigt, von der abgeseilt werden soll.

Häufig ist eine Befestigung der Abseilvorrichtung bzw. des Seilendes in unmittelbarer Nähe derjenigen Stelle, von der abgeseilt werden soll, nicht möglich. So kann es in vielen Fällen günstiger sein, die Abseilvorrichtung beispielsweise an einem Pfeiler im Inneren eines Raums zu befestigen als am Fensterrahmen, von wo das eigentliche Abseilen erfolgen soll. In solchen Fällen ist es wünschenswert, dass Seil rasch und ohne

Reibungsverluste durch die Abseilvorrichtung hindurchführen zu können, bis der eigentliche Abseilort, also beispielsweise ein Fensterrahmen oder Balkon erreicht ist. Erst wenn die Last ihre Abwärtsbewegung beginnt, soll der lastabhängige Bremsmechanismus der Abseilvorrichtung wirksam werden.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die

bekannte Abseilvorrichtung derart weiterzubilden, dass mit ihr gezielt der Bremsmechanismus der Abseilvorrichtung außer Kraft gesetzt werden kann.

Die Aufgabe wird mit einer Abseilvorrichtung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass sie eine manuell betätigbare

Versteileinrichtung aufweist, mit der das bewegbare Teil in die

Ausgangsposition bewegbar ist, in der auf das Seil durch das bewegbare Teil keine oder nur eine geringe Kraft ausübbar ist. Bei der erfindungsgemäßen Abseilvorrichtung ist es nun also möglich, durch manuelles Eingreifen die Reibwirkung auf das Seil zeitweise außer Kraft zu setzen. So kann beispielsweise ein Seilende an einer geeigneten Stelle innerhalb des Raums befestigt und anschließend das bewegbare Teil der Abseilvorrichtung in die Ausgangsposition gebracht werden, wodurch die Last, die an der Abseilvorrichtung befestigt ist, rasch und ohne

Reibungsverluste zu einer Fensteröffnung gebracht und von dort aus abgeseilt werden kann. Vor dem Abseilen wird die VerStelleinrichtung wieder freigegeben, sodass der lastabhängige Bremsmechanismus der Abseilvorrichtung wieder voll wirksam ist und die Last mit einer definierten Geschwindigkeit zu Boden gleitet.

Für die Ausgestaltung der Versteileinrichtung sind verschiedene Varianten denkbar. Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann die

Versteileinrichtung von mindestens einem mit dem bewegbaren Teil verbundenen und durch eine Öffnung im Gehäuse zugänglichen

Verstellelement gebildet sein. Dabei kann das Verstellelement

selbstverständlich auch ein Teil des bewegbaren Teils sein oder es können separate Verstellelemente vorgesehen werden, die auf das bewegbare Teil einwirken.

Insbesondere bei einer symmetrischen Ausbildung der Abseilvorrichtung ist es von Vorteil, wenn die VerStelleinrichtung zwei einander

gegenüberliegend am bewegbaren Teil angeordnete Verstellelemente aufweist, die jeweils durch eine Öffnung im Gehäuse zugänglich sind oder durch diese nach außen ragen. Symmetrisch ausgebildete

Abseilvorrichtungen eignen sich insbesondere für den Einsatz im

Pendelbetrieb. Durch das Vorsehen zweier Verstellelemente, die auf das bewegbare Teil einwirken können, kann die Bremswirkung der Abseilvorrichtung manuell außer Kraft gesetzt werden, unabhängig davon, an welchem Seilende die Last angebracht ist.

Die VerStelleinrichtung kann jedoch auch nur ein als Vorsprung des bewegbaren Teils ausgebildetes Verstellelement aufweisen, das zwischen zwei Anschlägen bewegbar ist. Auch bei dieser Ausgestaltung kann die Abseilvorrichtung insgesamt symmetrisch aufgebaut und im Pendelbetrieb eingesetzt werden.

Die lastfreie Ausgangsposition des bewegbaren Teils kann eine

Mittelposition sein. Auch diese Maßnahme erleichtert den symmetrischen Aufbau der Abseilvorrichtung, was für den Einsatz im Pendelbetrieb

Vorteile hat. In der Mittelposition des bewegbaren Teils lässt sich das Seil nahezu reibungsfrei durch die Abseilvorrichtung hindurch ziehen.

Wie bei der bereits bekannten Abseilvorrichtung kann das bewegbare Teil eine Kraft auf das Seil durch Anpressen des Seils an eine nicht mitbewegte Oberfläche ausüben. Dabei kann die nicht mitbewegte Oberfläche die Oberfläche einer beispielsweise mittels einer Fliehkraftbremse abbremsbaren Welle sein. Die Fliehkraftbremse dient als zusätzliche

Bremseinrichtung, die neben der reibungsgeführten Wegstrecke die Last auf ihrem Weg nach unten abbremst.

Wenn dabei die Oberfläche der bremsbaren Welle eine V-förmige Nut aufweist, in die das Seil unter Belastung mit einem Teil seines Umfangs eindrückbar ist, wird die Welle durch die Last schlupffrei angetrieben, wodurch eine einwandfreie Funktionsweise der Fliehkraftbremse gewährleistet wird. Zur Erhöhung der Reibkraft kann die reibungsgeführte Wegstrecke einen Führungskanal für das Seil bilden, der mindestens bereichsweise mit einer V-förmigen, in Seilrichtung verlaufenden Nut versehen ist, in die das Seil unter Belastung mit einem Teil seines Umfangs eindrückbar ist. Zusätzlich oder alternativ dazu kann die Oberfläche des Führungskanals aufgeraut und/oder profiliert sein. Die reibungsgeführte Wegstrecke kann außerdem zweidimensional oder auch dreidimensional sein. Bei einer

dreidimensionalen Führung des Seils durch die Wegstrecke ist eine sehr kompakte Bauweise der Abseilvorrichtung möglich.

Falls die Abseilvorrichtung eine bremsbare Welle aufweist, kann als zusätzliche Bremsvorrichtung am Gehäuse ein Handrad angeordnet sein, über das die Bremswirkung auf die Welle beispielsweise durch eine

Fliehkraftbremse bis zur vollständigen Blockierung verstärkt werden kann. Auf diese Weise kann in jeder beliebigen Höhe eine Last angehalten werden. Wird über die erfindungsgemäße Abseilvorrichtung eine Person abgeseilt, so kann die Person den Abseilvorgang an jeder gewünschten Höhenposition stoppen oder zumindest verlangsamen. Wird die Welle vollständig blockiert, so hat die sich abseilende Person beide Hände für weitere Tätigkeiten frei. Anschließend kann der Abseilvorgang durch Lösen des Handrads wieder fortgesetzt werden. Anstelle eines Handrads kann zum Abbremsen oder Blockieren der Welle auch ein Hebelmechanismus oder dergleichen vorgesehen sein.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung kann das Handrad auf eine

Bremstrommel der Fliehkraftbremse aufgeschraubt sein, wobei durch weiteres Einschrauben des Handrads die Fliehgewichte der

Fliehkraftbremse mit ihrem Reibbelag nach außen gegen die

Bremstrommel drückbar sind. Je nachdem, wie weit das Handrad eingeschraubt wird, wird die bremsbare Welle nur zusätzlich abgebremst oder auch ganz blockiert.

Um zu verhindern, dass beim Lösen der Bremse durch das Handrad dieses versehentlich vollständig von der Bremstrommel abgeschraubt wird, kann das Handrad über einen Haltering mit einem gegenläufigen Gewinde gegen ein solches unbeabsichtigtes Abschrauben gesichert sein.

Nach jedem Einsatz der Vorrichtung sollte der Zustand der

Fliehkraftbremse kontrolliert werden. Dazu ist es von Vorteil, wenn der Reibbelag der Fliehgewichte eine Vertiefung als Verschleißindikator aufweist. Ist die Vertiefung aufgrund des Abriebs des Belags nicht mehr zu sehen, weiß der Benutzer, dass er den Reibbelag austauschen muss.

Insbesondere wenn schwere Lasten über größere Strecken hinweg abgeseilt werden sollen, entsteht durch die Reibung eine starke

Wärmeentwicklung in der Abseilvorrichtung. Um die Handhabung der Abseilvorrichtung auch ohne Schutzhandschuhe in solchen Fällen zu ermöglichen, kann das Handrad vorzugsweise mit einer thermisch isolierenden Abdeckung oder Beschichtung versehen sein. Auch das gesamte Gehäuse kann zumindest bereichsweise mit einer thermisch isolierenden Beschichtung oder Abdeckung versehen sein.

Selbstverständlich sind auch weitere Maßnahmen wie Kühlschlitze im Gehäuse oder dergleichen für eine schnelle Wärmeabführung möglich.

Um das Seil exakt in die reibungsgeführte Wegstrecke einlegen zu können, sollte das Gehäuse geöffnet werden können. Dazu kann das Gehäuse zweckmäßigerweise durch einen flachen, um eine Achse senkrecht zu seiner Oberfläche verschwenkbar gelagerten Deckel verschließbar sein, der in seiner Schließstellung verrastbar ist. Der Deckel ist damit fest mit dem Gehäuse verbunden, kann also nicht verloren gehen. Die Drehachse ermöglicht ein einfaches Verschwenken des Deckels zum Öffnen und Schließen des Gehäuses und die Verrastung in der

Schließstellung verhindert ein unbeabsichtigtes Öffnen des Deckels. Der Deckel kann außerdem eine Öffnung aufweisen, die bei geschlossenem Deckel über einer Durchgangsöffnung des Gehäuses liegt, sodass durch beide Öffnungen ein Sicherungselement wie eine Seilschlaufe oder ein Karabinerhaken hindurchführbar ist, das den Deckel zusätzlich gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen sichert.

Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer

erfindungsgemäßen Abseilvorrichtung anhand der Zeichnung näher beschrieben.

Im Einzelnen zeigen:

Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße

Abseilvorrichtung mit einem bewegbaren Teil in einer mittleren Position (Ausgangsposition);

Fig. 2 eine Schnittdarstellung durch die Abseilvorrichtung aus

Fig. 1 bei angehängter Last im Pendelbetrieb;

Fig. 3 eine Seitenansicht der Abseilvorrichtung aus Fig. 1; Fig. 4 eine Ansicht auf die Deckelseite der Abseilvorrichtung aus

Fig. 1;

Fig. 5a, 5b einen Teilschnitt durch die bremsbare Welle der

Abseilvorrichtung aus Fig. 1 mit Fliehkraftbremse und Handrad.

In Fig. 1 ist eine Abseilvorrichtung 10 mit einem Gehäuse 12 gezeigt, durch das ein Seil 14 über eine Wegstrecke 22 hindurchgeführt ist, wobei in der in Fig. 1 gezeigten lastfreien Position nahezu keine Kraft auf das Seil 14 ausgeübt wird. Die Abseilvorrichtung 10 weist eine

Durchgangsöffnung 20 auf, an der die gesamte Vorrichtung 10

beispielsweise an einem Gebäudeteil verankert werden kann, oder in der eine abzuseilende Last befestigt werden kann. Im letzteren Fall wird eines der Seilenden am Ausgangsort des Abseilvorgangs befestigt und die Last gemeinsam mit der Abseilvorrichtung 10 entlang des Seils 14 nach unten bewegt. Die reibungsgeführte Wegstrecke 22 des Seils 14 führt an einer bremsbaren Welle 24 vorbei, wobei die Welle 24 vorzugsweise mittels einer Fliehkraftbremse abbremsbar ist. Außerdem führt ein Teil der reibungsgeführten Wegstrecke 22 durch ein bewegliches Teil 25, das um eine Drehachse 26 schwenkbar gelagert ist. Auch eine verschiebbare Lagerung des Teils 25 wäre jedoch denkbar. In der in Fig. 1 gezeigten Position befindet sich das verschwenkbare Teil 25 in seiner lastfreien Ausgangsposition, hier einer Mittelposition, aus der es in beide Richtungen verschwenkbar ist. Das bewegbare Teil 25 weist zwei Backen 28 auf, die zwischen sich und der bremsbaren Welle 24, die ortsfest am Gehäuse 12 angeordnet ist, einen Abschnitt der reibungsgeführten Wegstrecke 22 ausbilden. In der in Fig. 1 gezeigten Mittelposition des verschwenkbaren Teils 25 ist die auf das Seil 14 in diesem Abschnitt der Wegstrecke 22 ausgeübte Kraft gleich null. Das Seil 14 kann leicht von Hand durch das Gehäuse 12 hindurch gezogen werden. Damit diese in Fig. 1 gezeigte Mittelposition auch manuell jederzeit eingestellt werden kann, weist die Abseilvorrichtung 10 eine VerStelleinrichtung 29 auf, die im dargestellten Beispiel von zwei Verstellelementen in Form von nach außen gebogenen Abschnitten 30 der Backen 28 des bewegbaren Teils 25, die durch

Öffnungen 31 im Gehäuse 12 von außen zugänglich sind, gebildet wird. Die Verstellelemente 30 können in den Richtungen der Pfeile 32

beaufschlagt werden, wodurch sich das bewegbare Teil 25, an dem die Verstellelemente 30 befestigt sind, in seiner Winkelstellung um die

Drehachse 26 in der gewünschten Weise beeinflussen lässt. Die

Verstellelemente 30 sind im dargestellten Beispiel in das Gehäuse 12 versenkt, sie könnten jedoch auch durch die Öffnungen 31 nach außen geführt sein, d. h. seitlich über das Gehäuse 12 vorstehen.

Fig. 2 zeigt nun die Abseilvorrichtung 10 im Pendelbetrieb-Einsatz. Durch die symmetrische Ausgestaltung des Gehäuses 12 sowie des

schwenkbaren Teils 25 und der Wegstrecke 22 für das Seil können im Wechsel an beiden Seilenden 16, 17, die hier durch Pfeile angedeutet sind, Lasten abgeseilt werden. In dem in Fig. 2 gezeigten Beispiel hängt die Last am Seilende 16. Das Gehäuse 12 wird an der Durchtrittsöffnung 20 an einer Stelle befestigt, von der aus die Last abgeseilt werden soll. Durch das Anhängen der Last am Seilende 16 verschwenkt die gesamte Vorrichtung 10 um die Durchgangsöffnung 20. Zusätzlich verschwenkt auch das bewegbare Teil 25. Es wird durch die Last nach links

verschwenkt, wodurch am Backen 28 eine lastabhängige resultierende Kraft entsteht, die das Seil 14 gegen die Welle 24 drückt. Das Gewicht der am Seilende 16 angehängten Last bestimmt also, mit welcher

Anpresskraft das Seil 14 gegen die Welle 24 gedrückt und damit wie stark das Seil 14 bei seinem Weg durch das Gehäuse 12 abgebremst wird. Die Schwenkbewegung des bewegbaren Teils 25 wird durch Anschläge 33 im Gehäuse 12 begrenzt.

Am Gehäuse 12 sind außerdem Backen 34 angeordnet, die verhindern, dass das bewegbare Teil 25 vom Seil 14 in seine lastfreie Stellung gebremst werden kann, in dem das Gehäuse entgegen der durch die Last verursachten Richtung verschwenkt wird. Würden die Backen 34 fehlen, würde das Seilende 17 weniger stark umgelenkt und könnte über den Backen 28 das bewegbare Teil 25 zurückverschwenken.

Fig. 3 zeigt die Abseilvorrichtung 10 in der Seitenansicht. Aus dieser Darstellung ist gut zu erkennen, dass die Wegstrecke 22 für das Seil 14 dreidimensional ist, d. h. nicht nur in einer Ebene verläuft. Weiterhin sind die seitlichen Gehäuseöffnungen 31 und eines der Verstellelemente 30 der Versteileinrichtung 29 zu erkennen. Am Gehäuse 12 ist außerdem ein Handrad 50 angeordnet, dessen Funktion mit Bezug auf die Fig. 5a, 5b noch näher erläutert wird. Auf seiner Rückseite ist das Gehäuse 12 durch einen Deckel 40 verschlossen, der um eine Achse A schwenkbar am Gehäuse 12 gelagert ist. Wie insbesondere die Rückansicht aus Fig. 4 auf die Vorrichtung 10 zeigt, weist der Deckel 40 im Bereich der Durchgangsöffnung 20 der Vorrichtung 10 ebenfalls eine Durchgangsöffnung 41 auf. Durch die Öffnungen 20 und 41 lässt sich somit beispielsweise ein

Karabinerhaken hindurchführen, mit dem die Vorrichtung 10 ortsfest befestigt werden kann oder an dem eine abzuseilende Last befestigbar ist. Der Karabinerhaken dient gleichzeitig dazu, den Deckel gegen ein unbeabsichtigtes Öffnen zusätzlich abzusichern.

In den Fig. 5a, 5b ist ein Teilschnitt durch die Welle 24 gezeigt, an der eine Fliehkraftbremse 51 angeordnet ist. Die Fliehkraftbremse 51 weist mindestens ein Fliehgewicht 53 auf, das auf seiner Außenseite mit einem Reibbelag 54 versehen ist. In der in Fig. 5a gezeigten geöffneten Stellung der Bremse 51 ist ein Luftspalt 55 zwischen dem Reibbelag 54 und einer Bremstrommel 52 vorgesehen. Dies bedeutet, dass sich die Welle 24 ungebremst drehen kann. Bei Übersteigen einer bestimmten Drehzahl wird das Fliehgewicht jedoch nach außen getragen und kommt mit seinem Reibbelag 54 zur Anlage gegen die Bremstrommel 52 und bremst dadurch die Welle 24 ab, wie Fig. 5b zeigt.

Die Bremse 51 kann jedoch auch durch ein Handrad 50 betätigt werden, das von außen auf die Bremstrommel 52 mit einem Rechtsgewinde aufgeschraubt ist. Das Handrad 50 kann aus der in Fig. 5a gezeigten Stellung weiter auf die Welle 24 zu eingeschraubt werden. Wird dies vom Nutzer der Abseilvorrichtung gemacht, beispielsweise um die sich durch die Fliehkraftbremse automatisch einstellende Abseilgeschwindigkeit zu reduzieren bzw. um während des Abseilens anhalten zu können, so drückt eine auf der Innenseite des Handrads 50 angeordnete konische

Andruckscheibe 56 das Fliehgewicht 53 nach außen gegen die

Bremstrommel 52 und löst somit einen Bremsvorgang unabhängig von der Drehzahl der Welle 24 aus.

Fig. 5b zeigt das Handrad 50 im eingeschraubten Zustand, in dem es die Welle 24 über die Bremse 51 stillsetzt.

Um zu verhindern, dass das Handrad 50 beim Lösen der Fliehkraftbremse 51 versehentlich vollständig von der Bremstrommel 52 abgeschraubt wird, ist ein Haltering 57 vorgesehen, der mit einem Linksgewinde auf den äußeren Rand des Handrads 50 aufgeschraubt ist. Er verhindert ein Lösen des Handrads 50 über die in Fig. 5a gezeigte Stellung hinaus. Der Ring 57 kann jedoch mithilfe eines Werkzeugs gelöst werden, sodass das

Handrad 50 von der Bremstrommel 52 abgeschraubt werden kann, beispielsweise um die Reibbeläge der Fliehgewichte 53 oder die

Bremstrommel 52 austauschen zu können. Zwischen dem Handrad 50 und der Fliehkraftbremse 51 ist außerdem eine Dichtung 58 vorgesehen, die hier als O-Ring ausgebildet ist.

Das Handrad 50 ist außerdem mit einer thermischen Isolierung 59 versehen, sodass es auch dann bedient werden kann, wenn sich aufgrund der auftretenden starken Reibungskräfte die Vorrichtung erhitzt.

Die Welle 24 ist mit einer V-förmigen Umfangsnut 60 versehen, in die das Seil 14 mit einem Teil seines Umfangs eingedrückt wird, wenn es die Backen 28 des verstellbaren Teils 25 gegen die Welle 24 drücken. Dadurch ist eine schlupffreie Übertragung der Bewegung des Seils 14 auf die

Welle 24 und damit eine sichere Wirksamkeit der Fliehkraftbremse 51 gewährleistet.