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Patent Searching and Data


Title:
ABSORBENT FABRIC MADE FROM CONTINUOUS SYNTHETIC FIBRE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1995/011328
Kind Code:
A1
Abstract:
Described is an absorbent fabric made from continuous synthetic fibre, intended in particular for use in the hospitals and clean-rooms as well as in company and public washrooms. In order to ensure both high absorptive capacity and a pleasant feel, the fibres in the fabric are textured and the woven fabric has an open weave in which long lengths of fibre (3, 6) which have not been tied off alternate with securely tied-off lengths of fibre (4, 5 and 7, 8), thus producing capillary-like interstices between the fibres.

Inventors:
ELSENER HUGO (CH)
Application Number:
PCT/EP1994/003309
Publication Date:
April 27, 1995
Filing Date:
October 06, 1994
Export Citation:
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Assignee:
WIEDNER GUENTER (DE)
ELSENER HUGO (CH)
International Classes:
A47K10/02; A61F13/36; A61F13/538; D03D13/00; D03D15/56; D03D23/00; A61F13/15; (IPC1-7): D03D23/00
Foreign References:
EP0269207A21988-06-01
US4281688A1981-08-04
EP0517687A11992-12-09
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Saugfähiges Gewebematerial aus synthetischer Endlosfa¬ ser, insbesondere zur Verwendung im Klinik und Reinst¬ raumbereich sowie in betrieblichen und öffentlichen Waschräumen, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Faser (1, 2) des Gewebematerials bauschfähig ist und daß das gewobene Material eine offene Webstruk¬ tur aufweist, bei welcher sich längere nicht abgebunde¬ ne Fadenabschnitte (3, 6) mit fest abgebundenen Fadenab¬ schnitten (4, 5 bzw. 7, 8) abwechseln.
2. Gewebematerial nach Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Webstruktur etwa 60 % bis 80 %, bevorzugt 70 %, nicht abgebundene Fadenkreuzstellen aufweist.
3. Gewebematerial nach Anspruch 1 oder 2, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Fadenkreuzstellen thermisch fixiert sind.
4. Gewebematerial nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die synthetische Endlosfaser aus einer Vielzahl von Einzelfasern zusammengesetzt ist.
5. Gewebematerial nach Anspruch 4, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Einzelfilamente der Faser gekräuselt sind.
6. Gewebematerial nach Anspruch 5, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß als synthetische Endlosfaser eine Hochbauschfaser wie falεchdrahtextrudiertes oder friktionsextrudiertes Polyestergarn verwendet wird.
7. Gewebematerial nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Einzelfilamente eine Stärke von 0,5 dtex bis 5 dtex, insbesondere von 1 dtex bis 2,5 dtex, also Gramm pro 10.000 m, aufweisen.
8. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die synthetische Endlosfaser eine Gesamtstärke von 50 dtex bis 500 dtex aufweist.
9. Gewebematerial nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß synthetische Endlosfasern verschiedener Stärke in einem Gewebe verwendet werden.
10. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die synthetische Endlosfaser, insbesondere durch chemische Behandlung, hydrophil ausgebildet ist.
11. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die synthetische Endlosfaser antistatisch ausgestal¬ tet ist.
12. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß das Gewebematerial leitfähige Fasern, bevorzugt gleicher mechanischer Eigenschaften wie die übrigen Fasern, enthält.
13. Gewebematerial nach Anspruch 12 , dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß alle oder ein Teil der Fasern leitfähige Filamente enthält.
14. Gewebematerial nach Anspruch 12 oder 13, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß das Gewebe Karbonfasern und / oder Karbonfilamente enthält.
15. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Fasern bzw. die Einzelfilamente neben rundem und ovalförmigem auch drei, vier oder mehreckigen Querschnitt aufweisen.
16. Gewebematerial nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß die Fasern bzw. die Einzelfilamente eine struktu¬ rierte Oberfläche aufweisen.
17. Handtuch aus einem Gewebematerial nach einem der vorher¬ gehenden Ansprüche.
Description:
Saugfähiges Gewebematerial aus synthetischer Endlosfaser

Die Erfindung betrifft ein saugfähiges Gewebematerial aus synthetischer Endlosfaser, insbesondere zur Verwendung im Klinik- und Reinstraumbereich sowie in betrieblichen und öffentlichen Waschräumen.

Im Klinikbereich, insbesondere im Operationssaal, ebenso wie in Reinsträumen bringt die Verwendung von Gewebematerial aus natürlichen Fasern Probleme mit sich, da natürliche Fasern wegen ihres Aufbaus und ihrer Struktur Fussel und Flusen bil¬ den, die Träger von Keimen und anderen Verschmutzungen sind und sich in der Raumluft verteilen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß durch die lange Trocknungszeit gequolle- ner Naturfasern, wie zum Beispiel Baumwolle, ein günstiger Nährboden für das Wachsen von Bakterien und Keimen erzeugt wird.

Um den Reinstraumbedingungen bzw. den Hygieneanforderungen zu genügen, werden daher sowohl im Klinikbereich als auch im Reinstraumbereich in zunehmendem Maße natürliche Faserstoffe vermieden und statt dessen so weit wie möglich synthetische Faserstoffe verwendet. Da synthetische Fasern als Endlos¬ garn herstellbar sind und eine hohe Bruchfestigkeit aufwei¬ sen, tritt bei synthetischem Gewebematerial keine Fussel- oder Flusenbildung auf. Nachteilig ist bei synthetische Gewebematerial jedoch, daß dieses nicht oder nur sehr wenig saugfähig ist. Dieser Nachteil kann im Klinikbereich bei Abdecktüchern und Kleidungsstücken in Kauf genommen werden, bei Handtüchern und Tüchern zum Aufsaugen von Flüssigkeiten ist dies jedoch nicht möglich. Es werden daher ungeachtet der Nachteile von Gewebematerial aus natürlichen Fasern im Klinikbereich Handtücher und Saugtücher insbesondere aus Baumwolle verwendet.

Ein weiterer Nachteil von natürlichen Gewebematerialien be¬ steht darin, daß diese zur Entfernung von Schmutz und zur

Abtötung von Keimen bei hoher Temperatur, insbesondere 95°C, und mit einer hohen Waschmittelmenge gewaschen werden müs¬ sen, während synthetische Materialien bereits bei einer Waschtemperatur von 60°C hygienisch sauber werden und eine geringere Waschmittelmenge erforderlich ist. Zudem ist die zur Trocknung aufzuwendende Energie bei synthetischen Mate¬ rialien geringer als bei natürlichen Gewebematerialien, da natürliche Gewebematerialien Feuchtigkeit aufnehmen und da¬ durch aufquellen, während bei synthetischen Materialien die Feuchtigkeit nur äußerlich anhaftet.

Bei synthetischen Materialien in Tuchform besteht neben der geringen Saugfähigkeit der Nachteil, daß diese sich zu glatt und plastikartig anfühlen und daher vom Griff her eine gerin¬ ge Akzeptanz für Stoffe aus diesen Materialien besteht, wenn sie als Handtücher, von denen Saugfähigkeit gefordert wird, verwendet werden sollen. Ein weiterer Nachteil besteht in dem sogenannte Pilling-Effekt. Hiermit wird eine Knötchen- bildung bezeichnet, die bei synthetischen Kurzfasern auf¬ tritt, welche im Gegensatz zu natürlichen Fasern wie Baum¬ wollfasern bei mechanischer Beanspruchung nicht brechen, sondern bei Wechselbeanspruchung Knötchen bilden.

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein saugfähi¬ ges Material aus synthetischer Faser zur Verfügung zu stel¬ len, das sich durch besondere Saugfähigkeit und ausreichende Griffakzeptanz auszeichnet.

Ein derartiges Material ist in Patentanspruch 1 angegeben. Durch die Verwendung einer bauschfähigen Faser, welche in einer offenen Webstruktur zu einem Gewebe verwoben ist, ent¬ stehen längere nicht abgebundene Fadenabschnitte, die sich mit fest abgebundenen Fadenabschnitten abwechseln. Diese zwischen fest abgebundenen Fadenabschnitten vorhandenen, nicht abgebundenen Fadenabschnitte ermöglichen ein Aufbau¬ schen der bauschfähigen Faser. Bei mechanischer Beanspru¬ chung des Gewebematerials, beispielsweise beim Knüllen des Materials zum Händetrocknen, werden diese Fadenabschnitte

abwechselnd gedehnt und gestaucht, wodurch ein Pumpeffekt entsteht, aufgrund dessen Flüssigkeit in die kapillarartigen Faserzwischenräume des Gewebematerials gesogen wird. Die aufgesogene Flüssigkeit wird von dem Gewebematerial insbeson¬ dere durch Adhäsionskräfte zurückgehalten und dadurch gespei¬ chert. Wichtig für das Entstehen der Pumpwirkung ist somit, daß eine Vielzahl von zwischen zwei fest eingebundenen, ge¬ quetschten Stellen vorhandene freie, nicht gequetschte Faden¬ abschnitte vorhanden sind, in denen sich die Faser aufbau¬ schen kann.

Durch das Aufbauschen erhöht sich auch die Oberfläche der im Gewebe vorhandenen Faser und dadurch die Aufnahmefähigkeit des Gewebes für Flüssigkeit. Die Flüssigkeit wird also nicht wie bei Naturfasern von der Faser durch Quellung auf¬ genommen, sondern von dem Gewebe, indem sie in die kapillar¬ artigen Faserzwischenräume des Gewebematerials gesaugt und durch Adhäsionskräfte verteilt und gebunden wird.

Im Gebrauch wirkt sich vom hygienischen Standpunkt positiv aus, daß durch das rasche Trocknen von Synthetikgeweben - das Wasser ist nur in den Faserzwischenräumen und nicht in der gequollenen Faser gebunden - das Wachsen von Bakterien und Keimen reduziert wird.

Durch die Verwendung von synthetischen Endlos-Fasern wird bei dem erfindungsgemäßen Gewebematerial trotz hoher Saug¬ fähigkeit die Bildung von Fusseln oder Flusen vermieden, so daß aus diesem Material hergestellte Gegenstände, insbeson¬ dere Handtücher, problemlos im Klinik- und Reinstraumbereich eingesetzt werden können. Es treten daher auch keine Proble¬ me auf, wenn Handtücher aus diesem Material gemeinsam mit anderen synthetischen Tüchern wie Abdecktüchern oder Klei¬ dungsstücken gemeinsam gewaschen werden. Werden nämlich Baumwollhandtücher gemeinsam mit diesen anderen Gegenständen gewaschen, so haften die von den Baumwollhandtüchern stammen¬ den Flusen und Fussel auch an den übrigen Gegenständen und müssen von diesen mühsam und im Regelfall von Hand entfernt

werden .

Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß Stoffe aus dem erfin¬ dungsgemäßen Material eine geringere Waschtemperatur und eine geringere Waschmittelmenge benötigen sowie eine geringe¬ re Trocknungsenergie. Stoffe aus dem erfindungsgemäßen Mate¬ rial können daher besonders wirtschaftlich verwendet werden.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung sind etwa 60 % bis 80 %, bevorzugt etwa 70 %, der Fadenkreuzstellen nicht abge¬ bunden. Ein derartiges Gewebe verbindet eine hohe Saugfähig¬ keit mit einer guten Griffakzeptanz . Dies ergibt sich dar¬ aus, daß bei dem angegebenen Verhältnis von abgebundenen zu nicht abgebundenen Fadenkreuzstellen einerseits ausreichend freie Fadenabschnitte vorhanden sind, die die Saugfähigkeit erhöhen, und andererseits ausreichend viele abgebundene Fa¬ denkreuzstellen vorhanden sind, um eine gute Schiebefestig¬ keit zu erreichen und die Gewebeoberfläche stark zu struktu¬ rieren.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die abgebundenen Fadenkreuzstellen thermisch, insbesondere wäh¬ rend des Färbevorgangs, fixiert. Hierdurch wird vorteilhaf¬ terweise die optimale Gewebestruktur fixiert und dadurch die Saugfestigkeit und Griffakzeptanz dauerhaft gewährleistet.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist das Gewe¬ be aus einer Multifilamentfaser gebildet. Eine solche Faser hat eine besonders große Oberfläche, und die FaserZwischen¬ räume sind besonders fein, wodurch die Saugfähigkeit des daraus gebildeten Gewebematerials erhöht wird. Eine Multi- filamentfaser kann darüber hinaus besonders bauschfähig aus¬ gebildet werden, wodurch der Pumpeffekt des Gewebes erhöht wird.

Das Aufbauschen der Multifilamentfaser erfolgt nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung bevorzugt durch Kräu¬ seln, also durch Verdrehung der Einzelfilamente unter Tempe-

ratureinfluß während der Herstellung des Multifilaments. Bevorzugt wird für die Herstellung des Gewebes ein hoch- bauschfähiges Material wie falschdrahtextrudiertes oder friktionsextrudiertes Polyestergarn verwendet.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die Einzelfilamente eine Dicke von 0,5 dtex bis 5 dtex, insbeson¬ dere von 1 dtex bis 2,5 dtex, also Gramm pro 10.000 m auf. Durch diese Ausgestaltung weist das Gewebe einerseits eine sehr große Oberfläche auf und andererseits eine hohe Anzahl von kapillarartigen Räumen zwischen den Fasern auf. Das von dem Multifilament gebildete Garn weist dabei bevorzugt eine Stärke von 50 dtex bis 500 dtex auf, wobei in einem Gewebe auch Fasern verschiedener Stärke verwendet werden können.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Fa¬ sern auf chemischem Wege hydrophil ausgerüstet. Hierdurch wird vorteilhafterweise die Saugfähigkeit und die Speicher¬ fähigkeit des Gewebes erhöht.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Fasern bzw. das von den Fasern gebildete Gewebe antistatisch ausgerüstet. Ein derart behandeltes Gewebe hat den Vorteil, daß es nicht nur selbst flusen- und fusselfrei ist, sondern auch keine fremden Flusen oder Fussel aufgrund elektrostati¬ scher Aufladung anzieht.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weist das Gewebe leitfähige Fasern auf, insbesondere Fasern gleicher mechanischer Eigenschaften wie die nicht leitfähigen Fasern. Hierdurch wird vorteilhafterweise eine elektrostatische Auf¬ ladung des Gewebematerials vermieden. Es können alternativ auch einzelne Filamente jeder Faser leitfähig ausgebildet sein.

Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die Filamente der Fasern des erfindungsgemäßen Gewebes neben rundem und ovalförmigem auch drei-, vier- oder mehreckigen

Querschnitt auf. Durch diese Ausgestaltung kann die Saugfä¬ higkeit des erfindungsgemäßen Gewebematerials weiter erhöht werden, da hierdurch eine Oberflächenstruktur erzeugt wird, die die Flüssigkeitsaufnähme fördert.

Eine solche Förderung der Aufnahmefähigkeit kann nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auch dadurch bewirkt werden, daß die Oberfläche der Faserfilamente des erfindungs¬ gemäßen Gewebes selbst strukturiert ist. Auf dem Gewebe ins¬ besondere in Tropfenform haftende Flüssigkeit wird durch die¬ se Ausgestaltung der Fasern leichter von dem Gewebe aufgeso¬ gen, da die Rauhigkeit der Oberfläche die Oberflächenspan¬ nung reduziert und dadurch eine Verteilung des Tropfens fördert.

Eine bevorzugte Verwendungsweise des erfindungsgemäßen Gewe¬ bematerials stellen Handtücher, insbesondere im Klinik- und Reinstraumbereich, sowie Rollenhandtücher im öffentlichen und gewerblichen Bereich dar. Rollenhandtücher im gewerbli¬ chen Bereich, beispielsweise in Gaststätten, werden sehr häufig gewaschen, so daß sich die wirtschaftlichen Vorteile hierbei besonders bemerkbar machen.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.

Es zeigen

Figur 1 eine erfindungsgemäße Gewebestruktur in ver¬ größerter schematischer Darstellung und

Figur 2 einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes

Gewebe entsprechend Linie II-II in Figur 1 in stark vereinfachter Darstellung.

Bei der in Figur 1 dargestellten Gewebestruktur sind die Kettfäden 1 weiß und die hierzu senkrecht verlaufenden Schu߬ fäden 2 schwarz dargestellt. Die dargestellte Struktur

zeigt eine Vielzahl von nicht abgebundenen Fadenabschnitten wie beispielsweise den Kettfadenabschnitt 3, die zwischen fest abgebundenen Fadenabschnitten wie die Kettfadenabschnit¬ te 4 und 5 eingebunden sind. Solche nicht eingebundenen Fa¬ denabschnitte sind auch bei den Schußfäden 2 vorhanden, bei¬ spielsweise der Fadenabschnitt 6 zwischen den fest eingebun¬ denen Bereichen 7 und 8. Durch diese Ausgestaltung wird ei¬ ne hohe Saugfähigkeit des Gewebes verbunden mit einer star¬ ken Strukturierung der Gewebeoberfläche erreicht.

Der in Figur 2 dargestellte Schnitt durch ein erfindungsge¬ mäßes Gewebe zeigt in einer stark vereinfachten Seitenan¬ sicht einen nicht abgebundenen Kettfadenabschnitt 3 , der sich zwischen zwei fest abgebundenen Kettfadenabschnitten 4 und 5 befindet. In diesem nicht abgebundenen Fadenab¬ schnitt 3 ist der Kettfaden 1 aufgebauscht, während er in den fest abgebundenen Abschnitten 4 und 5 gequetscht ist. Durch eine mechanische Beanspruchung des Gewebes werden so¬ wohl die Kettfäden 1 als auch die Schußfäden 2 gegeneinander bewegt. Der nicht gebundene Bereich 3 des Kettfadens 1 wird dadurch abwechselnd stärker und schwächer aufgebauscht, wo¬ durch ein Pumpeffekt entsteht, der Flüssigkeit in die Zwi¬ schenräume zwischen den Einzelfilamenten des Kettfadens 1 saugt. In diesen Zwischenräumen wird die Flüssigkeit durch Kapillar- und Adhäsionskräfte festgehalten und dadurch in dem Gewebe gespeichert. Dasselbe tritt in den nicht abgebun¬ denen Bereichen der Schußfäden auf, so daß insgesamt eine große Menge Flüssigkeit aufsaugbar und speicherbar ist.

Die Kett- und Schußfäden können eine Stärke insbesondere zwi¬ schen 50 dtex bis 500 dtex aufweisen, wobei beispielsweise die Kette 76 dtex haben kann und der Schuß 167 dtex. Die Einzelfilamente können bevorzugt eine Stärke zwischen 0,5 dtex bis 5 dtex aufweisen, insbesondere können Einzel- filamente im Einzeltiterbereich von 1 dtex bis 2 , 5 dtex ver¬ wendet werden. Die Anzahl der Filamente in einem Faden kann beispielsweise 128 betragen.

Ein in der angegebenen Weise hergestelltes Gewebematerial ist besonders für die Herstellung von Handtüchern geeignet, da dessen Griff dem von Handtüchern aus natürlichem Gewebe entspricht. Insbesondere kann es sich um Handtücher han¬ deln, wie sie im Klinikbereich und in Rollhandtuchgeräten verwendet werden.

Durch ein Kräuseln der Multifilamentfasern entsteht ein wir¬ rer Verbund und dadurch ein Multifilamentgarn mit einer Viel¬ zahl von Innenhohlräumen, die von außen zugänglich sind und der Aufnahme von Flüssigkeit dienen können. Durch die Kräu¬ selung entsteht beispielsweise aus einem ursprünglich 10.000 m langen Multifila ent ein gekräuseltes Garn mit einer Länge von 9.000 m.