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Title:
ALTERNATING CURRENT POWER SWITCH AND METHOD FOR SWITCHING AN ALTERNATING CURRENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/101962
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to an alternating current power switch (1). The invention is characterized by a series circuit (11-13) of bipolar switching modules (21-29) which can be added in series into a phase line (31-33) of an alternating current line (3). Each switching module has an energy store and actuatable power semiconductors which can be activated and deactivated, and each switching module can be actuated such that a switching module voltage (Us1-Us9) which corresponds to a positive or negative energy store voltage or a voltage with a value of null can be generated at the poles of the switching module. The invention is also characterized by a controller (4) for actuating the switching modules, said controller being designed to actuate the switching modules on the basis of a polarity change of a phase current such that the switching module voltage switches polarity, wherein a switching module voltage opposite the phase voltage can be generated. The invention further relates to a method for switching alternating currents by means of the alternating current power switch (1) according to the invention.

Inventors:
SACHS GÜNTER (DE)
SCHREMMER FRANK (DE)
ZENKNER ANDREAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2015/079543
Publication Date:
June 22, 2017
Filing Date:
December 14, 2015
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AG (DE)
International Classes:
H01H9/54; H02H9/02; H03K17/0814; H02M7/483
Domestic Patent References:
WO2012041544A12012-04-05
WO2015003737A12015-01-15
WO2013087110A12013-06-20
WO2015003737A12015-01-15
Foreign References:
DE102013218207A12015-03-12
DE69431924T22003-10-23
DE10103031B42011-12-01
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Claims:
Patentansprüche

1. Wechselstromleistungsschalter (1) umfassend

eine Reihenschaltung (11-13) zweipoliger Schaltmodule (21-29), die seriell in eine Phasenleitung (31-33) einer Wechselspannungsleitung (3) einfügbar ist, wobei jedes Schaltmodul (21-29) einen Energiespeicher (40) sowie ansteuerbare, ein- und abschaltbare Leis¬ tungshalbleiter (51-54) aufweist und derart

ansteuerbar ist, dass an dessen Polen (71, 72) eine Schaltmodulspannung (Usl-Us9) erzeugbar ist, die ei¬ ner positiven oder negativen Energiespeicherspannung (Ue) oder einer Spannung mit dem Wert null entspricht,

eine Steuereinrichtung (4) zum Ansteuern der Schaltmodule (21-29), die dazu eingerichtet ist, die Schaltmodule (21-29) in Abhängigkeit von einem Pola¬ ritätswechsel eines Phasenstromes derart anzusteuern, dass die Schaltmodulspannung (Usl-Us9) ihre Polarität wechselt, wobei eine einer Phasenspannung entgegenge¬ setzte Schaltmodulspannung (Usl-Us9) erzeugbar ist.

2. Wechselstromleistungsschalter (1) nach Anspruch 1, wobei zumindest einige der Schaltmodule (21-29) als Vollbrü- ckenschaltungen realisiert sind.

3. Wechselstromleistungsschalter (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Summe der Energiespeicherspannungen (Ue) größer als das Produkt der Quadratwurzel aus zwei und einer Nennspannung der Phasenleitung ist.

4. Wechselstromleistungsschalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei eine Überwachungseinrichtung zur Überwachung der Energiespeicherspannungen vorgesehen ist, so dass eine Symmetrierung der Energiespeicherspannungen ermöglicht ist.

5. Verfahren zum Schalten eines Wechselstromes mittels eines Wechselstromleistungsschalters mit einer Reihen¬ schaltung (11-13) zweipoliger Schaltmodule (21-29), die seriell in eine Phasenleitung (31-33) einer Wechselspannungsleitung (3) eingefügt sind, wobei jedes Schaltmodul

(21-29) einen Energiespeicher (40) sowie ansteuerbare, ein- und abschaltbare Leistungshalbleiter (51-54) aufweist und derart ansteuerbar ist, dass an dessen Polen eine Schaltmodulspannung (Usl-Us9) erzeugbar ist, die einer positiven oder negativen Energiespeicherspannung

(Ue) oder einer Spannung mit dem Wert null entspricht, und einer Steuereinrichtung (4) zum Ansteuern der

Schaltmodule (21-29), bei dem die Schaltmodule (21-29) in Abhängigkeit von einem Polaritätswechsel eines Pha¬ senstromes derart angesteuert werden, dass die Schaltmo¬ dulspannung (Usl-Us9) ihre Polarität wechselt, wobei ei¬ ne einer Phasenspannung entgegengesetzte Schaltmodul¬ spannung (Usl-Us9) erzeugt wird.

6. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die Schaltmodule (21- 29) beim Polaritätswechsel des Phasenstromes zeitgleich angesteuert werden, so dass die Schaltmodulspannung (Usl-Us9) ihre Polarität wechselt.

7. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Schaltmodule (21- 29) beim Polaritätswechsel des Phasenstromes zeitver¬ setzt angesteuert werden, so dass die Schaltmodulspan¬ nungen (Usl-Us9) ihre Polaritäten zeitversetzt wechseln.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, wobei

Schaltmodule (21-29) verwendet werden, die als Vollbrü- ckenschaltungen realisiert sind.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, wobei zur Symmetrierung der Energiespeicherspannungen die Energiespeicherspannungen mittels einer Überwachungseinrichtung überwacht werden.

Description:
Beschreibung

Wechselstromleistungsschalter und Verfahren zum Schalten eines Wechselstromes

Die Erfindung betrifft einen Wechselstromleistungsschalter.

Wechselstromleistungsschalter werden in Hochspannungsanlagen und Hochspannungsleitungen eingesetzt, um einen Betriebsstrom oder einen Kurzschlussstrom zu schalten. Üblicherweise um- fasst ein solcher Wechselstromleistungsschalter eine gasisolierte oder vakuumisolierte Kontaktanordnung mit einem mecha ¬ nischen Antrieb. Beim Öffnen einer solchen Kontaktanordnung entstehen Lichtbögen, so dass die bekannten Wechselstromleistungsschalter meist eine Lichtbogenlöscheinrichtung aufweisen. Zudem wird bei den bekannten Wechselstromleistungsschal ¬ tern der Schaltvorgang üblicherweise stets bei einem Stromnulldurchgang durchgeführt. Dies führt unter Umständen zu ei ¬ ner nachteiligen Verzögerungszeit beispielsweise zwischen ei ¬ nem Feststellen eines Fehlers und dem Abschalten des Stromes.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Wechselstromleis ¬ tungsschalter vorzuschlagen, der ein schnelles und zuverlässiges Schalten von Wechselströmen ermöglicht.

Die Aufgabe wird durch einen Wechselstromleistungsschalter gelöst, der eine Reihenschaltung zweipoliger Schaltmodule um- fasst, die seriell in eine Phasenleitung einer Wechselspannungsleitung einfügbar ist, wobei jedes Schaltmodul einen Energiespeicher sowie ansteuerbare, ein- und abschaltbare Leistungshalbleiter aufweist und derart ansteuerbar ist, dass an dessen Polen eine Schaltmodulspannung erzeugbar ist, die einer positiven oder negativen Energiespeicherspannung oder einer Spannung mit dem Wert null entspricht, sowie eine Steu ¬ ereinrichtung zum Ansteuern der Schaltmodule, die dazu eingerichtet ist, die Schaltmodule in Abhängigkeit von einem Pola ¬ ritätswechsel eines Phasenstromes derart anzusteuern, dass die Schaltmodulspannung ihre Polarität wechselt, wobei eine einer Phasenspannung entgegengesetzte Schaltmodulspannung erzeugbar ist.

Mit dem erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalter ist ein rein leistungselektronischer Wechselstromschalter bereitgestellt. Der erfindungsgemäße Wechselstromleistungsschalter kann jederzeit einen Strom in der Phasenleitung schalten, unabhängig von einem Momentanwert des Stromes. Ein Stromnull ¬ durchgang braucht nicht abgewartet zu werden. Zudem entstehen beim Schalten mittels des erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalters keine Lichtbögen. Die in Reihe geschalteten Schaltmodule sind in der Lage sehr schnell, innerhalb weniger Mikrosekunden, abzuschalten. Darüber hinaus kann mittels des erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalters prellfrei geschaltet werden.

Die Steuereinrichtung kann die Leistungshalbleiter unabhängig voneinander ansteuern. Zum Schalten des Phasenstromes steuert die Steuereinrichtung die Schaltmodule beziehungsweise die Leistungshalbleiter der Schaltmodule in Abhängigkeit von ei ¬ nem Polaritätswechsel eines Phasenstromes. Dabei wechselt die Polarität der Schaltmodulspannung eines jeden der Schaltmodule. Da die Schaltmodule miteinander in einer Reihenschaltung verbunden sind, ergibt sich eine Gesamtspannung der Reihenschaltung, die der Summe der Schaltmodulspannungen aller Schaltmodule entspricht. Alle Schaltmodule sind bei einem Po ¬ laritätswechsel des Phasenstromes derart ansteuerbar, dass die Schaltmodulspannung einer Phasenspannung entgegengesetzt ist. Damit kann mittels des erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalters eine der zu schaltenden Phasenspannung entgegensetzt gerichtete bzw. polarisierte Gegenspannung er ¬ zeugt werden, die gleich der Gesamtspannung der Reihenschaltung der Schaltmodule ist. Bei einem zeitlich darauffolgenden Polaritätswechsel des Phasenstromes kann die Steuereinrich ¬ tung die Schaltmodule wiederum derart ändern, dass abermals eine Gegenspannung aufgebaut wird. Im Rahmen der Erfindung ist es jedoch nicht erforderlich, dass die Steuereinrichtung die Schaltmodule genau zum Zeitpunkt des Polaritätswechsels des Phasenstromes die Schaltmodule derart ansteuert, dass die Polarität der Schaltmodulspannung sich ändert. Vielmehr ist es ebenfalls möglich, dass einige oder auch alle Schaltmodule die Polarität ihrer Schaltmodulspannung gegenüber dem Stromnulldurchgang zeitverzögert ändern. Die Ansteuerung der

Schaltmodule zum Wechsel der Polarität der Schaltmodulspan ¬ nung kann beispielsweise der Wechselstromfrequenz in der Wechselspannungsleitung folgen.

Ist die Wechselspannungsleitung mehrphasig ausgebildet, so umfasst der Wechselstromleistungsschalter geeigneterweise eine Mehrzahl der Reihenschaltungen der Schaltmodule, deren Anzahl der Anzahl der Phasenleitungen der Wechselspannungsleitung entspricht. Je eine der Reihenschaltungen ist jeweils einer Phasenleitung zugeordnet und in diese Einfügbar.

Über die zuvor beschriebenen Vorteile hinaus kann der erfindungsgemäße Wechselstromleistungsschalter als eine Filtereinheit in der Wechselspannungsleitung eingesetzt werden. Dabei ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, die Schalt ¬ module derart anzusteuern, dass eine Grundschwingung auch Oberschwingungen der Spannung bzw. des Stromes mittels des erfindungsgemäßen Wechselspannungsleistungsschalters beein ¬ flussbar ist. Damit können in der Phasenleitung auftretende Instabilitäten schnell bedämpft werden. Zudem kann Energie aus bestimmten Oberschwingungen oder transienten Vorgängen im Wechselspannungsnetz entnommen werden und mit einer anderen, unkritischen Frequenz wieder in das Wechselspannungsnetz eingespeist werden. Zweckmäßigerweise wirkt der als Filterein ¬ heit eingesetzte Wechselstromleistungsschalter mit einer Induktivität zusammen, die beispielsweise als eine Drossel aus ¬ gebildet und in Reihe zur Reihenschaltung der Schaltmodule angeordnet ist. Eine geeignete Fehlererkennungseinrichtung kann einen Fehler oder einen transienten Vorgang in der Wechselspannungsleitung erkennen und ein entsprechendes Signal an die Steuereinrichtung weiterleiten. Aufgrund eines solchen Signals kann die Steuereinrichtung die Schaltmodule ansteuern, den Strom in der Phasenleitung abzuschalten.

Die Anzahl der Schaltmodule einer Reihenschaltung ist grundsätzlich beliebig. Sie ist geeigneterweise an die jeweilige Anwendung angepasst. Insbesondere kann die Anzahl der Schalt ¬ module von einer Nennspannung und einem Nennstrom in der Phasenleitung abhängen.

Mittels des erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalters kann in der Phasenleitung eine Längsspannung einer vorbestimmten Frequenz und Phase erzeugt werden. Dabei wird die Energie aus dem Wechselspannungsnetz in den Energiespeichern der Schaltmodule zwischengespeichert. Daher kann die Vorrich ¬ tung Blindleistung in das Wechselspannungsnetz einspeisen, wobei eine kurzfristige Wirkleistungseinspeisung,

geeigneterweise mittels einer Zusammenwirkung mit einer Pha ¬ seninduktivität, ebenfalls möglich ist.

In Reihe mit der Reihenschaltung der Schaltmodule kann ein Trennschalter angeordnet sein. Der Trennschalter ist dazu eingerichtet, die Phasenleitung zu unterbrechen, nachdem der Strom mittels der Reihenschaltung der Schaltmodule abgeschal ¬ tet wurde.

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung sind zumindest einige der Schaltmodule als Vollbrückenschaltungen realisiert. Eine Vollbrückenschaltung ist beispielsweise in der WO

2013/087110 AI beschrieben. Eine Vollbrückenschaltung weist zwei parallel angeordnete Reihenschaltungen von Leistungs ¬ halbleiterschaltern. Der Energiespeicher ist den Reihenschaltungen parallel geschaltet. Der erste Anschluss bzw. die ers ¬ te Anschlussklemme bzw. der erste Pol des als Vollbrücken- Schaltung ausgebildeten Schaltmoduls ist zwischen den beiden Leistungshalbleiterschaltern der ersten Reihenschaltung angeordnet. Der zweite Anschluss des Schaltmoduls ist zwischen den beiden Leistungshalbleiterschaltern der zweiten Reihenschaltung angeordnet. Beide Leistungshalbleiterschalter der ersten und der zweiten Reihenschaltung haben die gleiche Durchlassrichtung. Jedem der Leistungshalbleiterschalter ist eine Freilaufdiode antiparallel geschaltet. Durch geeignetes Ein- und Abschalten der Leistungshalbleiterschalter in einer dem Fachmann bekannten Weise kann bei geladenem Energiespeicher, an dem die Energiespeicherspannung abfällt, an den Anschlussklemmen des Schaltmoduls eine Schaltmodulspannung erzeugt werden, die der positiven oder negativen Energiespeicherspannung oder der Nullspannung entspricht. Die Verwendung der Vollbrückenschaltungen hat insbesondere den Vorteil, dass Verfahren zur Ansteuerung der Schaltmodule in diesem Fall gut bekannt und beherrschbar sind.

Es sind jedoch auch andere Schaltungen zur Verwendung in den Schaltmodulen möglich. Beispielsweise ist es möglich, die Schaltmodule als zwei entgegengesetzt gerichtete Halbbrücken ¬ schaltungen auszubilden. Eine Halbbrückenschaltung ist beispielsweise aus der DE 10103031 B4 bekannt.

Bevorzugt beträgt die Summe der Energiespeicherspannungen mehr als das Produkt der Quadratwurzel aus zwei und einer Nennspannung Un der Phasenleitung. Damit kann vorteilhaft erreicht werden, dass auch die Scheitelwertspannung in der Phasenleitung zuverlässig abgeschaltet werden kann. Die maximale erzeugbare Gegenspannung ist hierbei höher als τΙ * Un . Als besonders vorteilhaft wird angesehen, wenn die maximal erzeugbare Gegenspannung größer als eine maximale Betriebs ¬ spannung ist. Dies erlaubt eine Berücksichtigung einer Toleranzspanne der Betriebsspannungen, die üblicherweise von dem jeweiligen Netzbetreiber vorgegeben wird. Demnach ist die maximal erzeugbare Gegenspannung höher als ·ιϊ * Un * p, wobei p ein Toleranzfaktor mit einem Wert beispielsweise zwischen 1 und 1,3 ist .

Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist eine Überwachungseinrichtung zur Überwachung der Energiespeicherspannungen vorgesehen, die eine Symmetrierung der Energiespeicherspannungen ermöglicht. Die Symmetrierung der Energiespeicherspannungen dient dazu, einer Überspannung an den Energiespeichern zu verhindern. Sie bewirkt, dass die Energiespeicher alle gleichmäßig aufgeladen und entladen werden.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Schalten eines Wechselstromes.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein solches Verfahren vorzuschlagen, das ein möglichst schnelles und zuverläs ¬ siges Schalten von Wechselströmen erlaubt.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Schalten eines Wechselstromes mittels des erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalters, bei dem die Schaltmodule in Abhängigkeit von einem Polaritätswechsel eines Phasenstromes derart angesteuert werden, dass die Schaltmodulspannung ihre Polarität wechselt, wobei eine einer Phasenspannung entgegengesetzte Schaltmodulspannung erzeugt wird.

Die Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens ergeben sich aus den im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Wechselstromleistungsschalter beschriebenen Vorteilen.

Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens werden die Schalt ¬ module beim Polaritätswechsel des Phasenstromes zeitgleich angesteuert, so dass die Schaltmodulspannung ihre Polarität wechselt. Damit lassen sich besonders hohe Ströme besonders schnell abschalten. Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens werden die Schaltmodule beim Polaritätswechsel des Phasenstromes zeitversetzt angesteuert, so dass die Schaltmodulspannungen ihre Polaritäten zeitversetzt wechseln. Damit kann eine Ge ¬ genspannung stufenweise erhöht werden. Auf diese Weise lässt sich der abzuschaltende Strom begrenzen oder langsamer abschalten. So können Überspannungen in der Phasenleitung limitieren und nachteilige Schalttransienten vermieden werden.

Vorzugsweise werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren

Schaltmodule verwendet, die als die zuvor bereits beschriebe ¬ nen Vollbrückenschaltungen realisiert sind.

Bevorzugt werden zur Symmetrierung der Energiespeicherspannungen die Energiespeicherspannungen mittels einer Überwachungseinrichtung überwacht. Dies ermöglicht es, Überspannungen an den Energiespeichern zu vermeiden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiels weiter erläutert.

Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemä ¬ ßen Wechselstromleistungsschalters in schematischer Darstellung;

Figur 2 zeigt ein Schaltmodul für den Wechselstromleis ¬ tungsschalter gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fi ¬ gur 1.

Im Einzelnen ist in Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines Wechselstromleistungsschalters 1 dargestellt. Der Wechsel ¬ stromleistungsschalter 1 umfasst eine erste Reihenschaltung 11 zweipoliger Schaltmodule 21, 22 und 23. Die erste Reihen ¬ schaltung 11 ist in eine erste Phasenleitung 31 einer dreiphasigen Wechselspannungsleitung 3 seriell eingefügt. Ferner umfasst der Wechselstromleistungsschalter 1 eine zweite Reihenschaltung 12 von Schaltmodulen 24 bis 26, die in einer zweiten Phasenleitung 32 der Wechselspannungsleitung 3 angeordnet ist, und eine dritte Reihenschaltung 13 von

Schaltmodulen 27 bis 29, die in einer dritten Phasenleitung 33 angeordnet ist.

In dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind alle drei Reihenschaltungen 11, 12 und 13 gleichartig aufgebaut. Auch alle Schaltmodule 21-29 weisen einen gleichen Aufbau auf. Sie sind als Vollbrückenschaltungen realisiert.

An den Anschlussklemmen eines jeden Schaltmoduls 21-29 fällt eine Schaltmodulspannung Usl-Us9 ab. Die Schaltmodulspannungen Usl-Us9 weisen im Allgemeinen zu einem gegebenen Zeitpunkt unterschiedliche Werte mit unterschiedlichen Polaritä ¬ ten auf.

Die Summe der Schaltmodulspannungen Usl-Us3 ergibt eine Ge ¬ samtspannung Ugl der ersten Reihenschaltung 11: Ugl = Usl + Us2 + Us3.

Entsprechend gilt für eine Gesamtspannung Ug2 der zweiten und eine Gesamtspannung Ug3 der dritten Reihenschaltung, dass Ug2 = Us4 + Us5 + Us6 und Ug3 = Us7 + Us8 + Us9.

Mittels der Schaltmodulspannungen kann somit eine Gegenspannung zu einer in der jeweiligen Phasenleitung 11-13 vorliegenden Phasenspannung erzeugt werden, um einen Strom in der Phasenleitung abzuschalten. Gemäß dem in Figur 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind in jeder Reihenschaltung drei Schaltmodule vorgesehen. Im Allgemeinen kann die Anzahl der Schaltmodule beliebig und an die jeweilige Anwendung ange- passt sein. Mit einer geeigneten Anzahl an Schaltmodulen, die marktübliche Leistungshalbleiter einsetzen, können beispielsweise Spannungen von bis zu 5 kV abgeschaltet werden. Der Wechselstromleistungsschalter 1 umfasst ferner eine Steuereinrichtung 4. Die Steuereinrichtung 4 ist ausgangsseitig mit jedem Leistungshalbleiterschalter eines jeden Schaltmoduls 21-29 verbunden. Die Steuereinrichtung 4 kann jeden der Leistungshalbleiterschalter unabhängig voneinander ein- und abschalten. Damit kann die Steuereinrichtung 4 die Schaltmodule 21-29 derart ansteuern, dass vorgegebene Schaltmodul ¬ spannungen Usl-Us9 und damit auch vorgegebene Gesamtspannungen Ugl-Ug3 zu jedem Zeitpunkt in jeder der Phasenleitungen 31-33 erzeugt werden.

Figur 2 zeigt das Schaltmodul 21 des Wechselstromleistungs ¬ schalters 1 der Figur 1. Die übrigen Schaltmodule 22-29 sind zum Schaltmodul 21 gleichartig aufgebaut. Das Schaltmodul 21 umfasst vier Leistungshalbleiterschalteinheiten 41-44 sowie einen Energiespeicher in Form eines Leistungskondensators 40. Jede Leistungshalbleiterschalteinheit 41-44 weist jeweils ei ¬ nen Leistungshalbleiter in Form eines IGBT 51-54 und eine dazu antiparallele Diode 61-64 auf.

Das Schaltmodul 21 ist als Vollbrückenschaltung ausgebildet. Durch eine entsprechende Ansteuerung der einzelnen Leistungshalbleiter 51-54 kann dem Leistungskondensator 40 Energie zugeführt oder entnommen werden. An den Anschlüssen bzw. Polen 71 und 72 des Schaltmoduls 21 kann durch geeignetes Ein- und/oder Abschalten der Leistungshalbleiter 51-54 in dem Fachmann bekannter Weise die am Energiespeicher abfallende Spannung, auch als Energiespeicherspannung Ue bezeichnet, eine entgegengesetzt gerichtete Spannung -Ue oder auch eine Spannung null eingestellt werden. Bezüglich weiterer Details des Aufbaus und der Funktionsweise des Umrichters 3 und der Vollbrückenschaltung wird hiermit im Übrigen auf die Druckschrift WO 2015/003737 AI verwiesen.

Der Polaritätswechsel der an den Anschlüssen 71, 72 abfallenden Spannung kann durch wechselweise Ein- und Abschalten der Leistungshalbleiter-Paare 51, 54 bzw. 52, 53 erreicht werden. Durch geeignetes Ein- bzw. Abschalten der Leistungshalbleiter 51-54 kann darüber hinaus der Leistungskondensator 40 in einer dem Fachmann bekannten Weise vor- bzw. bei einem Spannungsabfall nachgeladen werden.

In einem Normalbetrieb des Wechselstromleistungsschalters 1 ist der Leistungskondensator 40 im Allgemeinen überbrückt. Dies geschieht beispielsweise durch Einschalten des Leis ¬ tungshalbleiters 51 oder des Leistungshalbleiters 52, je nach Stromrichtung des Betriebsstromes.