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Title:
ANTIMYCOTIC PHARMACEUTICAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2002/003982
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to the use of at least one active ingredient from the following groups of active ingredients: selective serotonin reuptake inhibitors (SSRI); noradrenaline reuptake inhibitors (NARI) excluding aryl ethyl imidazoles; noradrenaline and selective serotonin antidepressants (NASSA); noradrenaline and dopamine reuptake inhibitors (NDRI); and tricyclic or tetracyclic antidepressants, for producing an antimycotic pharmaceutical.

Inventors:
LEDOCHOWSKI MAXIMILIAN (AT)
Application Number:
PCT/AT2001/000200
Publication Date:
January 17, 2002
Filing Date:
June 25, 2001
Export Citation:
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Assignee:
INNOVATIONSAGENTUR GMBH (AT)
LEDOCHOWSKI MAXIMILIAN (AT)
International Classes:
A61K31/00; A61K31/135; A61K31/138; A61K31/343; A61K31/4525; A61K31/5375; A61P31/10; (IPC1-7): A61K31/135; A61K31/4525; A61K31/343; A61K31/5375; A61P31/10
Foreign References:
Other References:
J.L. MUNOZ-BELLIDO ET AL.: "Antimicrobial activity of psychotropic drugs. Selective serotonin reuptake inhibitors", INTERNATIONAL JOURNAL OF ANTIMICROBIAL AGENTS, vol. 14, no. 3, April 2000 (2000-04-01), pages 177 - 180, XP001022171
Attorney, Agent or Firm:
Hofinger, Engelbert (Wilhelm-Greilstrasse 16 Innsbruck, AT)
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Description:
Antimykotisch wirkendes Arzneimittel Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung zumindest eines Wirkstoffes aus den Wirkstoffgruppen selektive Serotonin reuptake Inhibitioren (SSRI), Noradrenalin reuptake Inhibitoren (NARI), Noradrenalin und selektive Serotonin Aufnahmehemmer (NASSA), Noradrenalin und Dopamin reuptake Inhibitoren (NDRI), trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva (TCA) zur Herstellung eines Arzneimittels.

Die Wirkstoffgruppen selektive Serotonin reuptake Inhibitoren (SSRI), Noradrenalin reuptake Inhibitoren (NARI), Noradrenalin und selektive Serotonin Aufnahmehemmer (NASSA) sowie Noradrenalin und Dopamin reuptake Inhibitoren (NDRI) werden seit längerer Zeit erfolgreich als Antidepressiva eingesetzt. Sie ergänzen die trizyklischen und tetrazyklischen Antidepressiva (TCA), die bei der Therapie von Depressionen seit langem mit Erfolg eingesetzt. Gemeinsam ist diesen Wirkstoffgruppen, daß das Ange- bot der Transmittersubstanzen im Synapsenspalt bei der Übertragung von Nerven- signalen erhöht wird. Dies geschieht entweder durch Hemmung der präsynaptischen Wiederaufnahme oder durch eine Hemmung des enzymatischen Abbaus.

Aus dem International Journal of Antimicrobial Agents, April 2000,14 (3), Seiten 177 bis 180, ist kürzlich eine Studie bekannt geworden, in der eine antibakterielle Wirkung der selektiven Serotonin reuptake Inhibitoren (SSRI) nachgewiesen wird.

Im Gegensatz dazu sieht die Erfindung die Verwendung zumindest eines Wirkstoffes aus den Wirkstoffgruppen selektive Serotonin reuptake Inhbitioren (SSRI), Noradrenalin reuptake Inhibitoren (NARI), Noradrenalin und selektive Serotonin Auf- nahmehemmer (NASSA), Noradrenalin und Dopamin reuptake Inhibitoren (NDRI), trizyklische oder tetrazyklische Antidepressiva (TCA) zur Herstellung eines antimyko- tisch wirkenden Arzneimittels vor.

Bei den aufgezählten Wirkstoffgruppen liegt die äußerst seltene Konstellation vor, daß diese Wirkstoffgruppen sowohl antibakteriell wie auch antimykotisch wirken. Die meisten der bisher bekannten Antibiotika haben Bakterien tötende Wirkung und als Folge der resultierenden Schleimhautveranderung Pilzwachstum fördernde Wirkung.

Die gebräuchlichen Antimykotika nach dem Stand der Technik haben Pilz tötende Wirkung und als Folge davon Bakterienwachstum fördernde Wirkung.

Die erfindungsgemäße antimykotische Wirkung wurde im Zuge von in vitro Unter- suchungen nachgewiesen. Die Austestung erfolgte auf Kulturen von Candida albicans und Candida parapsilosis. Es wurde dabei eine Hemmung des Pilzwachstums bis in den mikro-bzw. nanomolaren Bereich festgestellt. Besonders wirksam waren Sertralin, Flouxetin, Paroxetin und Citalopram, wobei Sertralin die stärkste Wirkung zeigte.

Bei zahlreichen Patienten wurden inzwischen chronische vaginale und intestinale Mykosen erfolgreich behandelt.

Vorteilhaft ist es, daß die aufgezählten Wirkstoffgruppen einen stimmungsaufhellenden Effekt haben, sodaß die im Rahmen von Infekten auftretende Antriebs-und Stimmungsverschlechterung gleichzeitig behandelt wird.

Bei den bekannten antimykotischen Substanzen besteht insofern eine wesentliche Ein- schränkung ihrer Anwendbarkeit, weil sie für die Leber ziemlich belastend sind, wodurch sich Probleme bei der Langzeittherapie ergeben. Die genannten Anti- drepressiva sind hingegen seit vielen Jahren als Dauertherapeutika im Einsatz, ohne daß Organschäden nachgewiesen wurden. Es eröffnet sich dadurch vor allem eine neue Behandlungsmöglichkeit in der Therapie chronischer Mykosen, die bei Menschen mit angeborenen zellulären Abwehrdefekten oder Menschen mit erworbenen Abwehr- defekten (aufgrund chronischer Streßbelastung) häufig vorkommen.

Auch die Behandlung von Krankheiten, bei denen vor allem intestinale Pilze oder Bakterien zu einer chronischen Immunstimulation führen, stellt ein Indikationsgebiet für das erfindungsgemäße Arzneimittel dar. Zu diesen Krankheiten gehören die reaktive Arthritis, das Reizdarmsyndrom sowie alle auf dem Boden einer Arteriosklerose basie- renden Folgeerkrankungen. Weiters zählen hierzu Diabetes mellitus (Typ 2b) sowie bisher in ihrer Atiologie nach nicht eindeutig geklärte, aber ebenfalls von der Immun- stimulation abhängige Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Alzheimer Nachfolgend werden einige Versuchsergebnisse ausführlich wiedergegeben : Ausführlich getestet wurden die Wirkstoffe Sertralin, Fluoxetin, Paroxetin und Citalopram, die alle zur Wirkstoffgruppe der selektiven Serotonin reuptake Inhibitoren (SSRI) zählen. Weiters wurde der Wirkstoff Reboxetin untersucht, der zur Familie der Noradrenalin reuptake Inhibitoren (NARI) zählt. Die Ergebnisse der in vitro Unter- suchungen sind in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet :

Medikament Dosis Ausgangs-Pilzwachstum Pilzwachstum konzentration der von Candida von Candida Pilzkultur parapsilois albicans (KBE/ml) (KBE/ml) Reboxetin 0,4 mg 2x103 Kein Wachstum 3x103 0,2 m 2x10 1x10 3x10 0,1 mg 2x103 2x103 3x103 0,05 m 2x10 3x10 2x10 Sertralin 5 m 2x10 Kein Wachstum Kein Wachstum 2,5mg 2x103 Kein Wachstum Kein Wachstum 1,25 mg 2x103 Kein wachstum Kein Wachstum 0,625 mg 2x103 Kein Wachstum Kein Wachstum Paroxetin 2 m 2x10 Kein Wachstum 228 1 mg 2x103 Kein Wachstum 521 0,5 mg 2x103 Kein Wachstum 3x10 0,25 m 2x10 3x10 3x10 Citalopram 2 mg 2x103 Kein Wachstum 3x103 1 m 2x10 Kein Wachstum 3x103 0,5 mg 2x103 Kein Wachstum 3x103 0,25 m 2x10 Kein Wachstum 3x103 Fluoxetin 2 mg 2x103 Kein Wachstum Kein Wachstum 1 mg 2x10 Kein Wachstum Kein Wachstum 0, 5 m 2x10 Kein Wachstum Kein Wachstum 0,25 mg 2x103 Kein Wachstum Kein Wachstum Klinische Ergebnisse liegen ebenfalls vor und sind in der folgenden Tabelle wiederge- geben : ID-Nummer Stuhipilz vor Therapie Therapie mit Stuhipilz nach Thera- pie 5848 1 KBE Rhodotorula Sertralin 50 mg Kein Wachstum rubra 5852 1x103KBE Sertralin 50 mg Wechsel auf 1,3x105 Rhodotorula rubra KBE Geotrichum candidum 5772 9, 1x1 KBE C. Sertralin 50 mg 2,4x104 KBE C. albicans 1 albicans 1 5723 Mucor sp. Sertralin 50 mg Kein Wachstum 2899 2,4x1 o6 KBE Sertralin 50 mg 4x104 KBE Geotrichum candidum Geotrichum candidum 5746 1x10 Candida Paroxetin 50 mg Kein Wachstum albicans 2421 Vaginale Candidiasis Sertralin 50 mg Vaginale Candidiasis ohne Klassifizierung ausgeheilt ; 2 Wochen nach absetzen der Therapie wieder vaginale Mykose nach neuerlicher Therapie Mykose nach 10 Tagen abge- heilt. 2629 Vaginale Candidiasis Sertralin 50 mg Vaginale Candidiasis ohne Klassifizierung nach 1 Woche deut- lich besser, nach 2 Wochen abgeheilt. 2079 Genitale Candidiasis Sertralin 50 mg Candidiasis nach 10 ohne Klassifizierung Tagen deutlich besser. 1871 Vaginale Candidiasis Sertralin 50 mg Candidiasis nach ca. 3 Wochen deutlich besser.

Es wurden auch erste Versuche mit einem Vertreter der Schimmelpilze, nämlich Aspergillus, vorgenommen, bei dem die Substanz Sertralin ebenfalls das Pilzwachstum hemmte.