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Title:
COMMUNICATION SYSTEM IN A VEHICLE AND METHOD FOR OPERATING A COMMUNICATION SYSTEM IN A VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/043559
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a communication system in a vehicle (1) having a front seat region and a back seat region, said communication system comprising a front seat video capture unit (13), which is designed to capture front seat video data in the front seat region; a control unit, which is designed to generate projection data according to the captured front seat video data; and a projection unit (8), which is designed to output the projection data by projecting on a projection surface (9) for a passenger in the back seat region. In the method for operating a communication system in a vehicle (1) having a front seat region and a back seat region, front seat video data are captured in the front seat region, projection data are generated according to the captured front seat video data and the projection data are ascertainably output by projecting on a projection surface for a passenger in the back seat region.

Inventors:
GALOVSKA MARYNA (DE)
LALLA MARKUS (DE)
CZECH JÖRG (DE)
HASEMANN THOMAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/072809
Publication Date:
March 11, 2021
Filing Date:
August 13, 2020
Export Citation:
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Assignee:
VOLKSWAGEN AG (DE)
International Classes:
B60R1/00; H04N9/31; G06F3/01
Foreign References:
US20170190288A12017-07-06
US20170054949A12017-02-23
JP2003025911A2003-01-29
JP2018093427A2018-06-14
US20170054949A12017-02-23
DE202009008746U12009-12-17
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Claims:
Patentansprüche

1. Kommunikationssystem in einem Fahrzeug (1) mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich, umfassend eine Vordersitz- Videoerfassungseinheit (13), die dazu eingerichtet ist, Vordersitz- Videodaten im Vordersitzbereich zu erfassen; eine Steuereinheit (12), die dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit von den erfassten Vordersitz-Videodaten Projektionsdaten zu erzeugen; und eine Projektionseinheit (8), die dazu eingerichtet ist, die Projektionsdaten durch Projizieren auf eine Projektionsfläche (9) für einen Passagier im Rücksitzbereich erfassbar auszugeben.

2. Kommunikationssystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vordersitz-Videoerfassungseinheit (13) so angeordnet ist, dass zumindest ein Teil des Gesichts des Fahrers (10) oder Beifahrers erfassbar ist.

3. Kommunikationssystem gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vordersitz-Videodaten Vordersitz-Audiodaten umfassen.

4. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Erfassen der Vordersitz- Videodaten und das Projizieren auf die Projektionsfläche (9) im Wesentlichen entgegen einer Fahrtrichtung (F) des Fahrzeugs (1) erfolgen.

5. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Projektionsfläche (9) an einem Dachhimmel im Rücksitzbereich des Fahrzeugs (1) ausgebildet ist.

6. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Rücksitz-Videoerfassungseinheit (6, 7), die dazu eingerichtet ist, Rücksitz- Videodaten im Rücksitzbereich zu erfassen; und eine Vordersitz-Ausgabeeinheit, die dazu eingerichtet ist, die Rücksitz-Videodaten für einen Passagier (10) im Vordersitzbereich wahrnehmbar auszugeben.

7. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Eingabeeinheit (11), die dazu eingerichtet ist, eine Eingabe eines Nutzers im Vordersitzbereich zu erfassen; wobei die Steuereinheit (12) dazu eingerichtet ist, die Projektionsdaten ferner in Abhängigkeit von der erfassten Eingabe zu erzeugen.

8. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) dazu eingerichtet ist, die Projektionsdaten ferner anhand einer Lautäußerung, einer Bewegung, einer Geste oder eines Verhaltenszustands zu erzeugen.

9. Kommunikationssystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit (12) ferner dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit von einer Nutzereingabe gespeicherte Video-Aufnahmedaten mittels der Projektionseinheit (8) wiederzugeben.

10. Verfahren zum Betreiben eines Kommunikationssystems in einem Fahrzeug (1) mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich, bei dem

Vordersitz-Videodaten im Vordersitzbereich erfasst werden; in Abhängigkeit von den erfassten Vordersitz-Videodaten Projektionsdaten erzeugt werden; und die Projektionsdaten durch Projizieren auf eine Projektionsfläche für einen Passagier im Rücksitzbereich erfassbar ausgegeben werden.

Description:
Beschreibung

Kommunikationssystem in einem Fahrzeug und Verfahren zum Betreiben eines Kommunikationssystems in einem Fahrzeug

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Kommunikationssystem in einem Fahrzeug mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich. Die Erfindung betrifft zudem ein Verfahren zum Betreiben eines Kommunikationssystems in einem Fahrzeug mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich.

Der Innenraum von Fahrzeugen ist typischerweise so aufgeteilt, dass der Fahrer und ein oder zwei Beifahrer in einem vorderen Bereich sitzen und die Sitze für weitere Passagiere dahinter angeordnet sind. Vor allem der Sitz des Fahrers muss in Fahrtrichtung nach vorne ausgerichtet sein, um eine optimale Sicht auf das Vorfeld des Fahrzeugs zu gewährleisten. Hieraus können sich Schwierigkeiten ergeben, wenn eine Kommunikation zwischen den Fahrzeuginsassen im vorderen Bereich mit Passagieren im hinteren Bereich hergestellt werden soll: Es ist für Personen auf den Vordersitzen typischerweise zumindest unbequem und schwer möglich, eine ausreichende Sichtverbindung nach hinten herzustellen und alle relevanten Bereiche des rückwärtigen Innenraums des Fahrzeugs einzusehen.

Besonders schwierig ist eine Kommunikation dann, wenn ein Passagier im hinteren Bereich des Fahrzeugs gegen die Fahrtrichtung blickt, während die vorderen Sitze in Fahrtrichtung ausgerichtet sind. Dies betrifft beispielsweise Sitz- und Liegevorrichtungen für Kinder, die bei geringer Körpergröße oft aus Sicherheitsgründen in rückwärtsgerichteten Kindersitzen transportiert werden müssen. Ferner können auch andere Beförderungsvorrichtungen eine Kommunikation und insbesondere das Herstellen einer Sichtverbindung erschweren, etwa bei Personen- und Krankentransporten oder beim Transport von Personen mit Bewegungseinschränkungen.

In der US 2017/0054949 A1 wird ein Kamerasystem für ein Fahrzeug beschrieben, bei dem eine Kamera Videodaten im Innenraum des Fahrzeugs erfasst, die dann dem Fahrer angezeigt werden. Ferner empfängt eine Bedienoberfläche Eingaben des Fahrers zum Steuern der Erfassung oder Wiedergabe der Daten. Die DE 202009 008746 U1 schlägt ein Kamerasystem zur Überwachung eines Kindes in einer auf dem Rücksitz eines Kraftfahrzeugs befestigten, rückwärtsgerichteten Babyschale vor. Dabei werden Bildsignale einer Kamera, die den Innenbereich der Babyschale umfassen, erfasst und dem Fahrer angezeigt.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kommunikationssystem und ein Verfahren zu seinem Betrieb bereitzustellen, die eine einfache und intuitiv nutzbare Verbindung zwischen verschiedenen Bereichen im Fahrzeug erlauben.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Kommunikation mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Das erfindungsgemäße Kommunikationssystem in einem Fahrzeug mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich umfasst eine Vordersitz-Videoerfassungseinheit, die dazu eingerichtet ist, Vordersitz-Videodaten im Vordersitzbereich zu erfassen, eine Steuereinheit, die dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit von den erfassten Vordersitz-Videodaten Projektionsdaten zu erzeugen, und eine Projektionseinheit, die dazu eingerichtet ist, die Projektionsdaten durch Projizieren auf eine Projektionsfläche für einen Passagier im Rücksitzbereich erfassbar auszugeben.

Dadurch ist vorteilhafterweise eine einfache und leicht verständliche Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen des Fahrzeugs, insbesondere vom Vordersitzbereich in den Rücksitzbereich, möglich.

Die Projektionseinheit ist insbesondere auf an sich bekannte Weise ausgebildet und dazu eingerichtet, eine Lichtverteilung so auszugeben, dass auf der Projektionsfläche eine Abbildung einer grafischen Darstellung erzeugt wird. Das heißt, anhand der Projektionsdaten wird auf einer Oberfläche der Projektionsfläche eine Lichtverteilung so erzeugt, dass die Projektionsdaten für den Passagier visuell wahrnehmbar und erfassbar sind. Insbesondere ist die Projektionseinheit so ansteuerbar, dass auf der Projektionsfläche in einer Matrix angeordnete Bildpunkte ausgebildet sind und die Intensität der erzeugten Lichtverteilung für jeden der Bildpunkte separat ansteuerbar ist.

Moderne Projektoren können eine Lichtverteilung so erzeugen, dass ihre Intensität an eine Umgebungshelligkeit so angepasst ist, dass die ausgegebene Projektion für das menschliche Auge beziehungsweise für den jeweiligen Passagier deutlich erkennbar ist. Die Projektionseinheit kann ferner so klein und mit geringer Masse gebildet werden, dass insbesondere im Falle einer Vollbremsung oder eines Unfalls keine allzu großen Verzögerungskräfte auf den Projektor wirken. Dies vermindert die Gefahr, dass sich die Einheit löst und beim Aufprall auf eine Person oder einen Gegenstand zu größeren Schäden führt. Hierdurch wird ein Nachteil anderer Ausgabesysteme umgangen, bei denen relativ schwere Elemente zusätzlich gesichert werden müssen.

Die Projektionseinheit kann ferner eine Projektionsoptik umfassen, mittels derer die ausgegebene Lichtverteilung so anpassbar ist, dass insbesondere Verzeichnungen aufgrund einer Geometrie der Projektionsfläche und/oder aufgrund der geometrischen Anordnung der Projektionseinheit relativ zur Projektionsfläche ausgeglichen werden. Hierzu kann zudem eine Erfassungseinheit zum Erfassen von Kalibrationsdaten vorgesehen sein und es kann eine Kalibration der Projektionsoptik in Abhängigkeit von den erfassten Kalibrationsdaten erfolgen.

Bei einer Ausbildung ist die Projektionseinheit lösbar mit dem Fahrzeug verbunden und beispielsweise als separat bewegliche Einheit ausgebildet. Sie kann etwa an einer Kopfstütze im Fahrzeug befestigbar sein, insbesondere an der Kopfstütze eines Vordersitzes, oder an einer Sitzvorrichtung des Passagiers im Rücksitzbereich, für den die Projektion erfolgt. Eine solche Sitzvorrichtung kann beispielsweise eine Babyschale oder ein Kindersitz sein. Die Projektionseinheit kann ferner in eine weitere Einheit im Innenraum des Fahrzeugs integriert sein, etwa eine Kopfstütze oder Sitzvorrichtung.

Die Übertragung der Projektionsdaten an die Projektionseinheit kann beispielsweise über eine drahtlose datentechnische Verbindung erfolgen, etwa eine Bluetooth- oder WLAN-Verbindung, oder mittels einer kabelgestützte Datenverbindung.

Bei einer Ausbildung der Erfindung ist die Vordersitz- Videoerfassungseinheit so angeordnet, dass zumindest ein Teil des Gesichts des Fahrers oder Beifahrers erfassbar ist. Dadurch können bei der Kommunikation vorteilhafterweise nonverbale Signale übertragen werden, etwa Gesichtsausdrücke oder Gesten. Dies ist unter anderen Umständen nicht möglich, da insbesondere der Fahrer sich beim Führen des Fahrzeugs nicht zum Rücksitzbereich umwenden soll. Ferner können Informationen über das Gesicht so in den Rücksitzbereich übertragen werden, dass sie für einen Passagier auch dann sichtbar sind, wenn dieser nicht nach vorne in Richtung des Vordersitzbereichs blickt, sondern beispielsweise gegen die Fahrtrichtung nach hinten. Bei einer weiteren Ausbildung umfassen die Vordersitz-Videodaten Vordersitz-Audiodaten. Hierdurch kann vorteilhafterweise eine akustisch wahrnehmbare Kommunikation zwischen dem Vorder- und Rücksitzbereich erfolgen. Insbesondere können Sprache oder andere Laute aus dem Vordersitzbereich nach hinten übertragen werden, etwa um ein Kind als Passagier im Rücksitzbereich zu beruhigen.

Insbesondere ist zumindest ein Lautsprecher im Rücksitzbereich angeordnet und dazu eingerichtet, die Vordersitz-Audiodaten auszugeben. Der Lautsprecher kann insbesondere in die Projektionseinheit integriert sein. Alternativ oder zusätzlich kann eine im Fahrzeug integrierte Anlage zur Wiedergabe von Audiosignalen verwendet werden, insbesondere ein in den Fahrzeuginnenraum gerichteter Lautsprecher.

Bei einer Weiterbildung erfolgen das Erfassen der Vordersitz-Videodaten und das Projizieren auf die Projektionsfläche im Wesentlichen entgegen einer Fahrtrichtung des Fahrzeugs. Dadurch erfolgt die Kommunikation anhand der Videodaten vorteilhafterweise auf eine Art, die ohne das Kommunikationssystem nur schwierig zu realisieren wäre.

Insbesondere ist die Vordersitz-Videoerfassungseinheit in Fahrtrichtung nach vorne ausgerichtet, während die Projektion gegen die Fahrtrichtung erfolgt. Dabei kann die Ausrichtung in oder gegen die Fahrtrichtung auch einen horizontalen und vertikalen Schwenkwinkel aufweisen, wobei die Ausrichtung jedoch überwiegend nach vorne beziehungsweise nach hinten verläuft. Beispielweise werden Videodaten eines in Fahrtrichtung ausgerichteten Gesichts des Fahrers oder Beifahrers im Vordersitzbereich erfasst und die Projektion im Rücksitzbereich erfolgt so, dass sie für einen gegen die Fahrtrichtung ausgerichteten Passagier wahrnehmbar ist. Beispielsweise kann die Projektion für ein Kind sichtbar sein, das im Rücksitzbereich in einer Babyschale oder einem Kindersitz gegen die Fahrtrichtung ausgerichtet ist.

Bei einer Ausbildung ist die Projektionsfläche an einem Dachhimmel im Rücksitzbereich des Fahrzeugs ausgebildet. Die Projektionsfläche kann ferner auf einer Rückenlehne eines Rücksitzes ausgebildet sein. Dadurch wird vorteilhafterweise eine allgemein in Fahrzeuginnenräumen vorhandene und wenig genutzte Fläche genutzt, um die Projektion zu erzeugen. Die Projektionsfläche kann ferner auf andere Weise ausgebildet sein, zum Beispiel von einem Teil einer Sitzvorrichtung, etwa als Teil einer Babyschale, oder durch einen Fahrzeugsitz, etwa eine Rückenfläche eines Rücksitzes. Ferner kann eine Projektionsfläche als separate Einrichtung in das Fahrzeug eingebracht werden, etwa ein Projektionsschirm, der zum Beispiel parallel zu einer Rückenlehne eines Rücksitzes oder entlang des Dachhimmels verlaufen kann, insbesondere wenn diese nicht als Projektionsfläche geeignet sind, weil sie etwa dunkel gefärbt sind.

Bei einerweiteren Ausbildung umfasst das Kommunikationssystem ferner eine Rücksitz- Videoerfassungseinheit, die dazu eingerichtet ist, Rücksitz-Videodaten im Rücksitzbereich zu erfassen, und eine Vordersitz-Ausgabeeinheit, die dazu eingerichtet ist, die Rücksitz- Videodaten für einen Passagier im Vordersitzbereich wahrnehmbar auszugeben. Dadurch kann das Kommunikationssystem vorteilhafterweise bidirektional ausgestaltet werden, und ein Beobachter im Vordersitzbereich kann einfacher Vorgänge im Rücksichtbereich erfassen. Insbesondere umfassen die Rücksitz-Videodaten auch Audiodaten, die im Vordersitzbereich ausgegeben werden, wie oben bereits für den umgekehrten Fall beschrieben.

Insbesondere werden die Rücksitz-Videodaten im Vordersitzbereich so ausgegeben, dass ein dort befindlicher Passagier, insbesondere ein Fahrer oder ein Beifahrer, die Rücksitz- Videodaten erfassen kann, während er in Fahrtrichtung ausgerichtet sitzt. Das heißt, es ist keine Verdrehung des Oberkörpers notwendig. Die Ausgabe erfolgt insbesondere mittels einer Anzeigefläche, die so ausgebildet ist, dass sie bei einer Blickrichtung in Fahrtrichtung betrachtet wird.

Die Ausgabe der Rücksitz-Videodaten erfolgt insbesondere für einen Fahrer oder Beifahrer auf den Vordersitzen im Fahrzeug wahrnehmbar. Hierzu kann beispielsweise ein Display an einer Mittelkonsole im Vordersitzbereich des Fahrzeugs genutzt werden, wie es bereits typischerweise in Fahrzeugen eingesetzt wird. Alternativ oder zusätzlich kann zumindest ein Teil der Rücksitz-Videodaten mittels einer Sichtfeldanzeige, eines Head-up-Displays oder einer anderen Ausgabevorrichtung aus dem Bereich der erweiterten Realität ( augmented reality) ausgegeben werden, wobei die Rücksitz-Videodaten hier vorteilhafterweise erfasst werden können, ohne dass die Blickrichtung des Nutzers beispielweise vom umgebenden Verkehr gerichtet werden muss. Ferner kann ein Display eines mobilen Nutzergeräts, etwa eines Table- Computers oder Mobiltelefons, zur Ausgabe genutzt werden. Die Rücksitz-Videoerfassungseinheit ist auf an sich bekannte Weise ausgebildet. Sie ist insbesondere als Kamera ausgebildet und auf den Passagier im Rücksitzbereich gerichtet. Die Rücksitz-Videoerfassungseinheit kann ferner fest im Fahrzeug angeordnet sein, entweder statisch oder schwenkbar; sie kann beispielsweise in einen Sitz im Fahrzeug integriert sein, etwa einem Vordersitz, oder sie kann am Dachhimmel im Fahrzeuginnenraum angeordnet sein.

Bei einer Weiterbildung umfasst das Kommunikationssystem ferner eine Eingabeeinheit, die dazu eingerichtet ist, eine Eingabe eines Nutzers im Vordersitzbereich zu erfassen, wobei die Steuereinheit dazu eingerichtet ist, die Projektionsdaten ferner in Abhängigkeit von der erfassten Eingabe zu erzeugen. Hierdurch können die Projektionsdaten vorteilhafterweise besonders gut an die aktuellen Bedürfnisse eines Nutzers angepasst werden.

Die Eingabeeinheit kann auf an sich bekannte Weise ausgebildet sein und etwa eine Bedienoberfläche mit Bedienelementen umfassen. Diese können etwa auf einer Ausgabeeinheit für Videodaten oder andere grafische Daten im Vordersitzbereich ausgegeben werden. Die Bedienung kann ferner mittels Eingaben erfolgen, die mittels einer externen Einrichtung erfasst werden, etwa eines mobilen Nutzergeräts.

Das Kommunikationssystem kann ferner Sprachbefehle erfassen, insbesondere im Vordersitzbereich, und die Projektionsdaten können in Abhängigkeit von den Sprachbefehlen gebildet werden.

Bei einer Ausbildung ist die Steuereinheit dazu eingerichtet, die Projektionsdaten ferner anhand einer Lautäußerung, einer Bewegung, einer Geste oder eines Verhaltenszustands zu erzeugen. Dabei wird die Lautäußerung, Bewegung, Geste oder der Verhaltenszustands insbesondere anhand der erfassten Rücksitz-Videodaten bestimmt. Dies erlaubt vorteilhafterweise eine besonders gezielte und auf die Bedürfnisse des Passagiers abgestimmte Steuerung des Kommunikationssystems.

Zum Beispiel werden mittels der Rücksitz- oder Vordersitz-Videoerfassungseinheit Gesten erfasst oder die erfassten Rücksitz- oder Vordersitz-Videodaten werden ausgewertet, um einen Gesichtsausdruck oder Verhaltenszustand zu erkennen. Ein Verhaltenszustand kann etwa einen Hinweis auf eine Stimmungslage umfassen. Beispielsweise kann dabei ein unruhiges Kind im Rücksitzbereich erkannt werden. Die Projektionsdaten können dann so gebildet werden, dass eine beruhigende Wirkung erzielt wird. Ferner kann im Vordersitzbereich eine Zustandsmeldung ausgegeben werden, die anhand der Rücksitz-Videodaten gebildet wird. So kann beispielsweise darauf hingewiesen werden, dass ein auf dem Rücksitz befindliches Kind gerade aufgewacht ist und der Aufmerksamkeit eines Betreuers bedarf.

Die Rücksitz-Videoerfassungseinheit kann so ausgebildet sein, dass sie Videodaten in einem festen Erfassungsbereich erfasst, wobei dieser insbesondere durch einen Erfassungswinkelbereich charakterisiert ist. Der Erfassungsbereich kann ferner dynamisch ausgebildet sein und etwa in Abhängigkeit von einer Nutzereingabe und/oder von einem automatischen Steuerungssignal einstellbar sein. Ein solches automatisches Steuerungssignal kann beispielsweise so erzeugt werden, dass das Gesicht oder der Körper eines Kindes im Erfassungsbereich möglichst detailliert erfasst wird. Hierzu kann beispielsweise ein Zoomen und/oder ein Schwenken der Rücksitz-Videoerfassungseinheit oder einer Erfassungsoptik durchgeführt werden. Insbesondere wird der Erfassungsbereich, in dem die Vordersitz- oder Rücksitz-Videoerfassungseinheit Videodaten erfasst, an eine erkannte Person so angepasst, dass diese besonders deutlich erkennbar erfasst wird; beispielsweise wird die Person ins Zentrum des Erfassungsbereichs gerückt und formatfüllend erfasst.

Bei einerweiteren Ausbildung ist die Steuereinheit ferner dazu eingerichtet, in Abhängigkeit von einer Nutzereingabe gespeicherte Video-Aufnahmedaten mittels der Projektionseinheit wiederzugeben. Alternativ oder zusätzlich können gespeicherte Audio-Aufnahmedaten im Rücksitzbereich wiedergegeben werden. Hierdurch können vorteilhafterweise Video beziehungsweise Audio-Aufnahmen für den Passagier im Rücksitzbereich ausgegeben werden. So können beispielsweise Aufnahmen eines optischen Erscheinungsbilds und/oder akustischer Äußerungen einer nicht im Fahrzeug befindlichen Person wiedergegeben werden, etwa eines Elternteils, dessen Kind sich im Rücksitzbereich befindet.

Eine solche Aufnahme kann beispielsweise von einer im Fahrzeug befindlichen Speichereinheit abgerufen oder von einer trennbar mit dem Kommunikationssystem verbundenen Einheit bereitgestellt werden. So können die Video- oder Audio-Aufnahmedaten beispielsweise durch ein Mobiltelefon bereitgestellt werden; die Video- oder Audio-Aufnahmedaten können dabei als Datei mit einer abgeschlossenen Aufnahme oder als Stream-Daten vorliegen, wobei insbesondere eine Übertragung von Aufnahmedaten in Echtzeit erfolgen kann.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben eines Kommunikationssystems in einem Fahrzeug mit einem Vordersitzbereich und einem Rücksitzbereich werden Vordersitz- Videodaten im Vordersitzbereich erfasst. In Abhängigkeit von den erfassten Vordersitz- Videodaten werden Projektionsdaten erzeugt und die Projektionsdaten werden durch Projizieren auf eine Projektionsfläche für einen Passagier im Rücksitzbereich erfassbar ausgegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist dazu ausgebildet, das vorstehend beschriebene erfindungsgemäße Kommunikationssystem zu betreiben. Es weist somit dieselben Vorteile auf wie das erfindungsgemäße System.

Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug zur Zeichnung erläutert.

Figur 1 zeigt ein Fahrzeug mit einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen

Kommunikationssystems.

Mit Bezug zu Figur 1 wird ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kommunikationssystems in einem Fahrzeug erläutert.

Das Fahrzeug 1 umfasst einen Vordersitz 2, der in einem Vordersitzbereich des Fahrzeugs 1 angeordnet ist, und einen Rücksitz 3 in einem Rücksitzbereich. Auf dem Rücksitz 3 ist eine Sitzvorrichtung 4, bei dem Ausführungsbeispiel eine Babyschale 4, so montiert, dass ein darin sitzender Passagier 5, hier ein Kleinkind 5, in einer halb liegenden Position mit dem Rücken zu einer Fahrtrichtung F positioniert ist. Bei weiteren Ausführungsbeispielen kann die Sitzvorrichtung 4 auf andere Weise ausgebildet und angeordnet sein, etwa bei einem gewöhnlichen Rücksitz in Fahrtrichtung F, einer Vorrichtung für Liegendtransporte oder einer Vorrichtung zum Sichern von Rollstühlen. Ferner befindet sich auf dem Vordersitz 2 ein Fahrer 10, der in die Fahrtrichtung F blickt. Die nachfolgend mit Bezug zum Fahrer 10 beschriebenen Merkmale sind analog auch auf einen Beifahrer oder einen weiteren Fahrzeuginsassen in einem Vordersitzbereich des Fahrzeugs 1 übertragbar.

Im Rücksitzbereich des Fahrzeugs 1 sind Rücksitz-Videoerfassungseinheiten 6, 7 angeordnet. Diese sind auf an sich bekannte Weise als Kameras ausgebildet und weisen jeweils einen Erfassungsbereich auf, in dem Videodaten erfassbar sind. Dieser Erfassungsbereich ist so ausgebildet, dass die Videodaten das Kleinkind 5 in der Babyschale 4 zumindest teilweise umfassen, insbesondere werden der Kopf und der Oberkörper erfasst. Bei dem Ausführungsbeispiel sind die Rücksitz-Videoerfassungseinheiten 6, 7 fest im Innenraum des Fahrzeugs 1 angeordnet, etwa am Dachhimmel. Bei weiteren Ausführungsbeispielen können Erfassungseinheiten alternativ oder zusätzlich als mobile Einheiten ausgebildet und/oder in die Sitzvorrichtung 4 integriert sein. Bei weiteren Ausführungsbeispielen ist lediglich eine Rücksitz- Videoerfassungseinheit 6, 7 vorgesehen, etwa an einer der in Figur 1 gezeigten Positionen oder an einerweiteren Position, etwa an einer Kopfstütze im Rücksitzbereich.

Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel können die Rücksitz-Videoerfassungseinheiten 6, 7 separat voneinander so angesteuert werden, dass sie getrennt aktivierbar sind und ihre Erfassungsbereiche eingestellt werden können, etwa durch Verstellen einer Erfassungsoptik. Insbesondere werden die Erfassungsbereiche so gebildet, dass der Oberkörper und das Gesicht des Kleinkindes 5 besonders detailliert sichtbar sind.

Im Rücksitzbereich des Fahrzeugs 1 ist ferner eine Projektionseinheit 8 angeordnet. Diese ist auf an sich bekannte Weise ausgebildet und projiziert eine Lichtverteilung an den Dachhimmel im Rücksitzbereich des Fahrzeugs 1. Die Projektion erfolgt anhand von Projektionsdaten, welche die Projektionseinheit 8 über eine datentechnische Verbindung, insbesondere drahtlos, empfängt. Die Fraktionseinheit 8 ist bei dem Ausführungsbeispiel in Fahrtrichtung F gegenüber der Position des Kleinkindes 5 verschoben angeordnet. Dadurch wird bei einer starken Verzögerung die Projektionseinheit 8 in eine Richtung von dem Kleinkind 5 weg beschleunigt und das Risiko einer Kollision wird ausgeschlossen. Die Beleuchtungseinheit 8 ist ferner an der Babyschale 4 angebracht, sodass die Richtung, in welche die Projektion ausgegeben wird, bei einer veränderten Lage der Babyschale 4 ebenfalls verändert wird und die Projektion stets im Sichtfeld des Kleinkindes 5 ausgegeben wird.

Im Vordersitzbereich des Fahrzeugs 1 ist eine Vordersitz-Videoerfassungseinheit 13 angeordnet, die bei dem Ausführungsbeispiel in den Rückspiegel des Fahrzeugs 1 integriert ist. Sie ist so ausgebildet, dass das Gesicht des Fahrers 10 erfasst wird. Am Armaturenbrett des Fahrzeugs 1 ist ein Touchscreen 11 angeordnet, der sowohl als Eingabeeinheit 11 anhand einer berührungsempfindlichen Oberfläche Eingaben erfasst, als auch als Vordersitz- Ausgabeeinheit 11 mittels eines Displays Videodaten ausgibt.

Ferner ist eine Steuereinheit 12 vorgesehen, die bei dem Ausführungsbeispiel als einen in einer Halterung befestigtes Mobilgerät 12 ausgebildet ist. Das Mobilgerät 12 ist mit den Rücksitz- Videoerfassungseinheiten 6, 7 und der Vordersitz-Videoerfassungseinheit 13 sowie mit der Projektionseinheit 8 und dem Touchscreen 11 datentechnisch verbunden, insbesondere drahtlos. Bei weiteren Ausführungsbeispielen kann die Steuereinheit 12 auf andere Weise gebildet sein, etwa als Modul eines im Fahrzeug 1 integrierten Rechnersystems. Bei weiteren Ausführungsbeispielen sind die Vordersitz-Videoerfassungseinheit 13 und der Touchscreen 11 in das Mobilgerät 12 integriert. Bei weiteren Ausführungsbeispielen kann ferner die Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 als Sichtfeldanzeige ausgebildet sein, etwa ein Head-up- Display oder eine aus dem Bereich der virtuellen Realität bekannte Ausgabevorrichtung.

Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert. Dabei wird von dem oben erläuterten Ausführungsbeispiel ausgegangen, das durch das Verfahren weiter spezifiziert wird.

Die Vordersitz- Videoerfassungseinheit 13 erfasst Vordersitz-Videodaten, die den Kopfbereich des Fahrers 10 umfassen. Die Vordersitz-Videodaten werden an die Steuereinheit 12 übertragen, die Projektionsdaten erzeugt und an die Projektionseinheit 8 im Rücksitzbereich überträgt. Die Positionseinheit 8 wird so angesteuert, dass eine Projektion so auf den Dachhimmel geworfen wird, dass das in der Babyschale 4 befindliche Kleinkind 5 diese wahrnehmen kann. Das Kleinkind 5 kann dadurch die Mimik und Gestik des Fahrers 10 erfassen.

Gleichzeitig erfassen die Rücksitz-Videoerfassungseinheiten 6, 7 Rücksitz-Videodaten, die einen Blick auf das Kleinkind 5 umfassen, und überträgt diese an die Steuereinheit 12. Es werden Vordersitz-Ausgabedaten erzeugt und mittels der Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 ausgegeben.

Bei weiteren Ausführungsbeispielen werden ferner Audiodaten im Vordersitzbereich erfasst und im Rücksitzbereich für das Kleinkind 5 erfassbar ausgegeben, etwa durch einen mit der Projektionseinheit 8 in eine einzige Vorrichtung integrierten Lautsprecher. Außerdem können ferner Audiodaten im Rücksitzbereich erfasst und durch die Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 ausgegeben werden, insbesondere durch einen integrierten Lautsprecher. Hierdurch wird eine bidirektionale Kommunikation bereitgestellt, bei welcher der Fahrer 10 und das Kleinkind 5 aufeinander reagieren und miteinander interagieren können.

Bei dem Ausführungsbeispiel ist ferner vorgesehen, dass der Fahrer 10 mittels des Touchscreens 11 eine Eingabe vornehmen kann, beispielsweise durch Berühren einer Schaltfläche, die auf dem Touchscreen nach Art einer an sich bekannten grafischen Bedienoberfläche ausgegeben wird. Bei dem Beispiel kann der Fahrer 10 verschiedene Quellen für die Videodaten auswählen, wobei neben einer direkten Übertragung der durch die Vordersitz-Videoerfassungseinheit 13 erfassten Videodaten des Fahrers 10 auch bereits gespeichert vorliegende Videodaten ausgegeben werden können, etwa bestimmte Bilder oder Aufnahmen, beispielsweise einer anderen Person. Ferner können mittels anderer Videoerfassungseinheiten erfasste Videodaten wiedergegeben werden, etwa mittels eines fortlaufenden Streams erfasste Daten von einer entfernten Quelle, die beispielsweise über einen Telekommunikationsnetz mit der Steuereinheit 12 verbunden ist. Auf diese Weise können zum Beispiel auch abwesende Personen das Kommunikationssystem nutzen.

Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel werden die im Rücksitzbereich oder im Vordersitzbereich erfassten Videodaten analysiert, um Gesten, Lautäußerungen oder Bewegungen zu erkennen oder um einen Verhaltenszustand zu detektieren. Zum Beispiel kann dabei erkannt werden, wenn das Kleinkind 5 derzeit schläft oder wenn es aufgewacht ist. In diesem Fall wird durch die Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 eine entsprechende Mitteilung ausgegeben, um den Fahrer 10 darauf hinzuweisen, dass möglicherweise beruhigende Maßnahmen notwendig werden. Ferner kann eine Auswertung von Gesichtsausdrücken erfolgen, etwa um Unzufriedenheit, Unwohlsein oder Wohlbefinden zu erkennen; auch hier kann eine entsprechende Mitteilung mittels der Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 ausgegeben werden. Insbesondere sind dabei Bedingungen definiert, bei welchen detektierten Zuständen eine Ausgabe der Rücksitz- Videodaten mittels der Vordersitz-Ausgabeeinheit 11 initiiert wird, wenn diese vorher nicht aktiviert war.

Bezugszeichenliste

1 Fahrzeug

2 Vordersitz

3 Rücksitz

4 Sitzvorrichtung; Babyschale

5 Passagier; Kleinkind

6 Rücksitz-Videoerfassungseinheit

7 Rücksitz-Videoerfassungseinheit

8 Projektionseinheit

9 Projektionsfläche

10 Fahrer

11 Touchscreen; Eingabeeinheit; Vordersitz-Ausgabeeinheit

12 Steuereinheit; Mobilgerät

13 Vordersitz- Videoerfassungseinheit

F Fahrtrichtung




 
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