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Title:
COMPOSITE PACKAGING MATERIAL FOR A SLEEVE OF A CAN-LIKE PACKAGING ITEM, CLOSURE CAP AND ALSO CAN-LIKE PACKAGING ITEM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/223820
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a composite packaging material for a sleeve of a can-like packaging item, in particular of a can for liquid, pasty or dry foods, having an inner side, which is to be directed towards contents, and an outer side, which is to be directed away from the contents, having a support layer for absorbing forces which arise, having an inner barrier layer, which is arranged on the inner side and is intended for holding back the contents, and having an outer barrier layer, which is arranged on the outer side and is intended for protecting the contents and/or the support layer against external influences, wherein the support layer is formed from a biodegradable fibrous material, in particular a kraft paper, wherein the inner barrier layer and/or the outer barrier layer comprise(s) a biodegradable plastic, in particular a polylactide (PLA) and/or are/is formed substantially from a polylactide or a polyester blend, and therefore the composite packaging material in particular is fully biodegradable. The invention also relates to a closure cap, in particular a top or base, for a can-like packaging item and also to a can-like packaging item.

Inventors:
GOLASCH BENEDIKT (DE)
URBAN BERND (DE)
Application Number:
PCT/DE2021/200055
Publication Date:
November 11, 2021
Filing Date:
May 03, 2021
Export Citation:
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Assignee:
GOLASCH BENEDIKT (DE)
International Classes:
B32B1/02; B32B1/08; B32B5/02; B32B7/02; B32B27/10; B32B27/12; B32B29/00; B65D65/40
Domestic Patent References:
WO2018224658A22018-12-13
WO2015121489A12015-08-20
WO2018224658A22018-12-13
Foreign References:
EP3398766A12018-11-07
EP2829396A12015-01-28
DE102018212799A12020-02-06
Attorney, Agent or Firm:
WEIDNER STERN JESCHKE PATENTANWÄLTE PARTNERSCHAFT MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1. Verbund-Verpackungsmaterial für eine Hülse einer dosenförmigen Verpackung, insbesondere einer Dose für flüssige oder trockene Lebensmittel, mit einer einem Inhalt zuzuwendenden Innenseite und einer dem Inhalt abzuwendenden Außenseite, einer Tragschicht zum Aufnehmen von auftretenden Kräften, einer an der Innenseite angeordneten inneren Barriereschicht zum Zurückhalten des Inhaltes und einer an der Außenseite angeordneten äußeren Barriereschicht zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen, wobei die Tragschicht aus einem biologisch abbaubaren Faserstoff, insbesondere einem Kraftpapier, gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Barriereschicht und/oder die äußere Barriereschicht einen biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere ein Polylactid (PLA), aufweist und/oder im Wesentlichen aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einem Polylactid, gebildet ist, sodass das Verbund-Verpackungsmaterial insbesondere vollständig biologisch abbaubar ist.

2. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine weitere Barriereschicht oder mehrere weitere Barriereschichten zum Zurückhalten des Inhaltes und/oder zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen, wobei die jeweilige weitere Barriereschicht insbesondere ein PLA und/oder ein Aluminium, ein SiOx, ein SUX und/oder ein PVOH aufweist.

3. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht einen Anteil eines biologisch abbaubaren Kunststoffs, insbesondere einen PLA-Anteil von mehr als 50%, insbesondere mehr als 70% oder mehr als 90% aufweist oder aufweisen.

4. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der vorherigen

Ansprüche, gekennzeichnet durch eine der Tragschicht, der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder der weiteren Barriereschicht zugeordneten Hilfsschicht oder mehrere der Tragschicht, der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder der weiteren Barriereschicht zugeordneten Hilfsschichten aus einem biologisch abbaubaren Faserstoff, insbesondere aus einem Kraftpapier, zum Aufnehmen von Kräften und/oder zum Aufnehmen der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder der jeweiligen weiteren

Barriereschicht.

5. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der vorherigen

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Barriereschicht, die Tragschicht, die jeweilige weitere Barriereschicht, die jeweilige Hilfsschicht und/oder die äußere Barriereschicht mittels eines biologisch abbaubaren Haftvermittlers, insbesondere eines PLA-Klebstof fes, miteinander verbunden sind.

6. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der vorherigen

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht aus einer PLA-Folie gebildet ist oder sind, wobei die PLA-Folie insbesondere eine Dicke zwischen 0,02mm und 0,2mm, beispielsweise zwischen 0,03mm und 0,1mm, aufweist.

7. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht bildende Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Folie, mittels eines thermischen Aktivierens auf die Tragschicht oder auf die jeweilige Hilfsschicht aufgebracht ist, sodass ein Verbinden der jeweiligen Folie oder der PLA-Folie mit der Tragschicht oder mit der Hilfsschicht mittels aktivierter thermoplastischer Eigenschaften des biologisch abbaubaren Kunststoffes und/oder des PLA erfolgt.

8. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der vorherigen

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der biologisch abbaubare Faserstoff eine Zellulose, eine Maisstärke, eine Maisfaser, eine Bagasse oder eine andere pflanzenbasierte Faser aufweist.

9. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der vorherigen

Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Barriereschicht, die Tragschicht, die jeweilige weitere Barriereschicht, die jeweilige Hilfsschicht und/oder die äußere Barriereschicht an einer ersten Fügeseite und an einer zweiten Fügeseite, zum Bilden einer Fügezone durch ein Zusammenführen der ersten Fügeseite mit der zweiten Fügeseite in einer Fügerichtung, gegenüber einander und zwischen der ersten Fügeseite und der zweiten Fügeseite zueinander korrespondierend überstehend angeordnet sind, sodass mittels eines Überlappens der jeweilig überstehenden Barriereschicht, der jeweilig überstehenden Hilfsschicht und/oder der jeweilig überstehenden Tragschicht an der ersten Fügeseite gegenüber einer jeweiligen benachbarten Schicht an der zweiten Fügeseite ein Fügen des Verbund- Verpackungsmaterials zu einer Hülse derart ermöglicht ist, dass eine geschlossene innere Barriereschicht, eine geschlossene Tragschicht und/oder eine geschlossene äußere Barriereschicht gebildet ist oder sind.

10. Verbund-Verpackungsmaterial gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Hülse durch ein Fügen mittels eines Zusammenführens der ersten Fügeseite mit der zweiten Fügeseite, insbesondere mittels eines thermischen Aktivierens der inneren Barriereschicht und/oder der äußeren Barriereschicht, gebildet ist.

11. Abschlusskappe, insbesondere Deckel oder Boden, für eine dosenförmige Verpackung, insbesondere für eine aus einem Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 gefertigten Dose für flüssige oder trockene

Lebensmittel, mit einem Grundkörper und einem Rand, wobei die Abschlusskappe zum Bilden einer geschlossenen dosenförmigen Verpackung mittels des Randes formschlüssig und/oder kraftschlüssig an eine Hülse der dosenförmigen Verpackung anschließbar ist, sodass mittels eines

Anschlusses des Grundkörpers an die Hülse mittels des Randes die geschlossene dosenförmige Verpackung aus der Hülse und dem Grundkörper gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper und/oder der Rand einen biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere ein Polylactid (PLA) aufweist und/oder im Wesentlichen aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, inbesondere einem Polylactid gebildet ist, sodass die Abschlusskappe insbesondere vollständig biologisch abbaubar ist.

12. Abschlusskappe gemäß Anspruch 11, gekennzeichnet durch einen Anteil eines biologisch abbaubaren Kunststoffes, insbesondere einen PLA-Anteil, von 50% bis 100%, insbesondere 90%.

13. Abschlusskappe gemäß Anspruch 11 oder 12, gekennzeichnet durch einen Anteil von biologisch abbaubaren Faserstoffen, insbesondere einer Zellulose, einer Maisstärke, einer Maisfaser, einer Bagasse oder einer anderen pflanzenbasierten Faser von 0% bis 50%, insbesondere 10% bis 30%, beispielsweise 20%.

14. Abschlusskappe gemäß einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper und der Rand einstückig gebildet sind, insbesondere mittels eines Spritzgussverfahrens oder eines Thermoformverfahrens.

15. Abschlusskappe gemäß einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper im Wesentlichen oder vollständig rund ausgebildet ist, wobei der Rand im Wesentlichen senkrecht zum Grundkörper ausgerichtet ist.

16. Abschlusskappe gemäß einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass im Grundkörper eine mittels eines Verschlusses verschlossene Öffnung angeordnet ist.

17. Abschlusskappe gemäß Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss mittels einer Perforierung zwischen dem Verschluss und dem Grundkörper irreversibel vom Grundkörper lösbar ist.

18. Abschlusskappe gemäß Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss als Schraubdeckel zum reversiblen Verschließen der Öffnung ausgebildet ist.

19. Dosenförmige Verpackung, insbesondere Dose für Getränke oder für flüssige oder trockene Lebensmittel mit einer Hülse aus einem Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einem der Ansprüche 1 bis 10 und/oder einer Abschlusskappe oder zwei Abschlusskappen gemäß einem der Ansprüche 11 bis 18.

20. Dosenförmige Verpackung gemäß Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Abschlusskappe oder die Abschlusskappen mittels eines Klebstoffes aus einem PLA und/oder mittels eines thermischen Schweißens, insbesondere mittels Ultraschalles, mit der Hülse verbunden ist oder sind.

Description:
Verbund-Verpackungsmaterial für eine Hülse einer dosenförmigen Verpackung, Abschlusskappe sowie dosenförmige

Verpackung

[01] Die Erfindung betrifft ein Verbund-Verpackungsmaterial für eine Hülse einer dosenförmigen Verpackung, insbesondere einer Dose für flüssige oder trockene Lebensmittel, mit einer einem Inhalt zuzuwendenden Innenseite und einer dem Inhalt abzuwendenden Außenseite, einer Tragschicht zum Aufnehmen von auftretenden Kräften, einer an der Innenseite angeordneten inneren Barriereschicht zum Zurückhalten des Inhaltes und einer an der Außenseite angeordneten äußeren Barriereschicht zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen, wobei die Tragschicht aus einem biologisch abbaubaren Faserstoff, insbesondere einem Kraftpapier, gebildet ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Abschlusskappe, insbesondere einen Deckel oder einen Boden, für eine dosenförmige Verpackung, insbesondere für eine aus einem Verbund-Verpackungsmaterial gefertigte Dose für flüssige oder trockene Lebensmittel, mit einem Grundkörper und einem Rand, wobei die Abschlusskappe zum Bilden einer geschlossenen dosenförmigen Verpackung mittels eines Randes formschlüssig und/oder kraftschlüssig an eine Hülse der dosenförmige, beispielsweise zylindrische, Verpackung anschließbar ist, sodass mittels eines Anschlusses des Grundkörpers an die Hülse mittels des Randes die geschlossene dosenförmige Verpackung aus der Hülse und dem Grundkörper gebildet ist. Zudem betrifft die Erfindung eine dosenförmige Verpackung, insbesondere eine Dose für Getränke oder für flüssige oder trockene Lebensmittel, mit einer Hülse aus einem Verbund-Verpackungsmaterial und/oder einer Abschlusskappe.

[02] Bekannte Verpackungen für feste oder auch flüssige Lebensmittel sind als Einwegverpackungen oder auch Mehrwegverpackungen bekannt. Insbesondere Einwegverpackungen werden dabei abhängig von einer jeweiligen lokalen Gesetzgebung oder auch lokalen Gewohnheiten in unterschiedlichen Ländern oder Regionen recycelt oder auch entsorgt. Entsprechende Mehrwegverpackungen können gereinigt und wiederverwendet werden. Eine solche Wiederverwendung verbraucht dabei jedoch für die notwendige Desinfektion mittels beispielsweise Wärme oder Hitze eine große Menge Energie. Zudem kann zum Reinigen benutztes Wasser auch Reinigungsverstärker, wie Chemikalien, beigesetzt sein, welche aufwändig entsorgt werden müssen und dabei beispielsweise die lokale Wasserqualität mindern oder ein aufwändiges Reinigen des Wassers notwendig machen.

[03] Derzeit übliche Einwegverpackungen, beispielsweise für kohlensäurehaltige Getränke, sind Aluminiumdosen, PET- Flaschen sowie Glasflaschen. Zudem sind Getränkekartons mit einer Aluminiumbeschichtung oder aus anderen nicht kompostierbaren Materialien bekannt. Ebenso sind beispielsweise dosenförmige Verpackungen für Kartoffelchips bekannt, welche ebenfalls solche Beschichtungen aufweisen. Insgesamt müssen die Grundstoffe solcher Verpackungen jeweils energieaufwändig recycelt werden, sofern dies überhaupt möglich ist, beispielsweise unterschiedliche Stoffe überhaupt trennbar sind. Ein zusätzliches Problem ist, dass in vielen Ländern oder Regionen kein funktionierendes Recyclingsystem etabliert ist, sodass beispielsweise jeweils bis zu 50 % der weltweit konsumierten Aluminiumdosen sowie PET-Flaschen nicht eingesammelt werden und daher die Umwelt verschmutzen oder auch deponiert werden müssen. Übrige Mengen werden verbrannt oder landen direkt in der Umwelt.

[04] Weiterhin ist es, beispielsweise bei üblichen, für Getränke bereitgestellten Aluminiumdosen, sehr energieintensiv, den Rohstoff der Dosen oder auch diese Dosen herzustellen. Zudem werden diese Aluminiumdosen dann in vielen LKW-Ladungen transportiert, und zwar in der fertig verwendbaren Form mit einem hohen Anteil an Hohlraum. Es wird daher eine unnötig hohe Zahl von LKW-Fahrten notwendig, um beispielsweise Abfüllbetriebe mit einer adäquaten Menge an Dosen beliefern zu können.

[05] Ein erster Ansatz dazu ist, gewisse Bestandteile einer Lebensmittelverpackung kompostierbar zu gestalten. Hierbei ist jedoch häufig immer noch ein Anteil von beispielsweise Aluminium oder anderen Werkstoffen, wie Kunststoffen, in den entsprechenden Lebensmittelverpackungen enthalten, sodass eine vollständige Kompostierung unmöglich ist oder umweltgefährdende Reststoffe übrigbleiben, wenn andere Bestandteile kompostiert sind.

[06] In der WO 2018/224658 A2 ist beispielsweise eine druckfeste Dose offenbart, welche einem Innendruck von mindestens 5 Bar standhält und welche im Wesentlichen aus Kraftpapier gebildet ist. Die beschriebene druckfeste Dose weist jedoch auch andere, nicht kompostierbare, Werkstoffe, insbesondere für Barriereschichten, auf.

[07] Aufgabe der Erfindung ist es, den Stand der Technik zu verbessern.

[08] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verbund- Verpackungsmaterial für eine Hülse einer dosenförmigen Verpackung, insbesondere einer Dose für flüssige oder trockene Lebensmittel, mit einer einem Inhalt zuzuwendenden Innenseite und einer dem Inhalt abzuwendenden Außenseite, einer Tragschicht zum Aufnehmen von auftretenden Kräften, einer an der Innenseite angeordneten inneren Barriereschicht zum Zurückhalten des Inhaltes und einer an der Außenseite angeordneten äußeren Barriereschicht zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen, wobei die Tragschicht aus einem biologisch abbaubaren Faserstoff, insbesondere einem Kraftpapier, gebildet ist, wobei die innere Barriereschicht und/oder die äußere Barriereschicht einen biologisch abbaubaren Kunststoff, beispielsweise ein Polylactid (PLA) aufweist und/oder im Wesentlichen aus einem Polylactid gebildet ist, sodass das Verbund- Verpackungsmaterial insbesondere vollständig biologisch abbaubar ist.

[09] Ein solches Verbund-Verpackungsmaterial besteht damit ausschließlich aus biologisch abbaubaren, beispielsweise kompostierbaren, Materialien. Die Tragschicht nimmt dabei auftretende Kräfte auf, entsprechende Barriereschichten schützen ein innerhalb des Verbund-Verpackungsmaterials gelagertes Produkt gegen Austreten oder gegen äußere Einflüsse. Dadurch, dass die innere Barriereschicht und/oder die äußere Barriereschicht einen biologisch abbaubaren Kunststoff, beispielsweise ein Polylactid aufweist oder aufweisen und/oder im Wesentlichen aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, beispielsweise einem Polylactid gebildet ist oder sind, sind keine nicht abbaubaren Kunststoffe oder beispielsweise auch keine Aluminiumfolie notwendig, um eine entsprechende Barriereschicht auszuformen. Dies macht das vorgeschlagene Verbund- Verpackungsmaterial besonders umweltfreundlich, da eine daraus gebildete dosenförmige Verpackung selbst bei einer unzulässigen Entsorgung in der Umwelt bestenfalls nach einiger Zeit vollständig vergeht.

[10] Folgende Begriffe seien an dieser Stelle erläutert:

[11] Ein „Verbund-Verpackungsmaterial" ist beispielsweise ein Schichtstoff, ein aus mehreren unterschiedlichen Materialien gebildetes Verpackungsmaterial oder eine vergleichbare Anordnung zum Bilden einer Hülse einer dosenförmigen Verpackung. Beispielsweise ist ein solches Verbund-Verpackungsmaterial aus mehreren unterschiedlichen Schichten gebildet, von denen eine oder mehrere Schichten eine tragende Funktion zum Aufnehmen von auf die dosenförmige Verpackung wirkenden Kräften dient oder dienen und andere Schichten weitere Funktionen im Bezug zum Inhalt der dosenförmigen Verpackung, beispielsweise in Bezug zu Lebensmitteln, bildet. So kann ein solches Verbund- Verpackungsmaterial beispielsweise aus einer Tragschicht aus einem Karton oder einem Papier sowie unterschiedlichen wasserabweisenden Beschichtungen gebildet sein. Dies erfolgt insbesondere mittels Wärme, Druck und/oder einem Klebstoff im Produktionsprozess.

[12] Eine „Hülse" ist beispielsweise eine aus dem Verbund- Verpackungsmaterial gebildete, röhrenförmige und beispielsweise zylindrische Anordnung, welche beispielsweise durch ein Aufrollen des Verbund-Verpackungsmaterials oder eines Zuschnittes aus dem Verbund-Verpackungsmaterial mit einer Naht gebildet wird. Eine solche Hülse bildet eine Grundstruktur für beispielsweise eine Getränkedose und bildet dabei deren Mantelfläche. Dabei kann eine solche Hülse auch jede andere Form als eine röhrenförmige oder zylindrische Form annehmen oder bilden, insbesondere mit beliebigem Querschnitt.

[13] Eine „dosenförmige Verpackung" kann dabei jede, beispielsweise prismatisch ausgebildete, Verpackung sein. Beispiele hierfür sind: Eine Getränkedose, eine Kartoffelchips-Rolle oder auch ein Faltkarton. Eine solche dosenförmige Verpackung, welche insbesondere als Dose für flüssige oder auch trockene Lebensmittel verwendet wird, kann dabei diverse Lebensmittel oder auch Rohprodukte für das Herstellen eines Lebensmittels aufnehmen. Beispielsweise weist eine solche Dosenförmige Verpackung ein Verhältnis einer Höhe zu einem Durchmesser oder zu einem Halbmesser von 1:50 bis zu 50:1 auf.

[14] „Flüssige oder trockene Lebensmittel" sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Kaltgetränke, kohlensäurehaltige Kaltgetränke, Fruchtsäfte, Saftkonzentrate, Snacks, Chips, Cerealien-Flocken oder auch Rohstoffe zum Kochen oder Backen, wie beispielsweise Mehl, Zucker oder Kochsalz. Entsprechende Lebensmittel sind dabei so vielfältig, dass hier keine vollständige Aufzählung erfolgen kann. Das erfindungsgemäße Verbund- Verpackungsmaterial eignet sich aufgrund seiner biologischen Verträglichkeit für eine Vielzahl von entsprechenden Lebensmitteln oder auch anderen Inhalten.

[15] Ein „Inhalt" beschreibt dabei die Menge des jeweiligen, beispielsweise flüssigen, pastösen oder trockenen, Lebensmittels, einem anderen innerhalb der Hülse einer dosenförmigen Verpackung gelagerten Menge oder eines innerhalb einer entsprechenden Hülse aufgenommenen Inhaltes. Allgemein betrifft dieser „Inhalt" jeden Gegenstand oder auch jede Menge eines Stoffes, welcher innerhalb der Hülse aufgenommen werden kann, insbesondere unabhängig von dessen Konsistenz.

[16] Eine „Innenseite" ist dabei beispielsweise die flächige Seite eines entsprechenden Verbund-Verpackungsmaterials, welche dem genannten Inhalt im gebrauchsfertigen Zustand der Hülse oder im gebrauchsfertigen Zustand der entsprechenden dosenförmigen Verpackung zugewandt ist.

[17] Dem gegenüber ist eine „Außenseite" die Seite des Verbund-Verpackungsmaterials, welche dem Inhalt abgewandt und einer Umgebung der dosenförmigen Verpackung zugewandt ist. Somit ist insbesondere die „Innenseite" vom Inhalt einer entsprechenden dosenförmigen Verpackung beaufschlagt und die „Außenseite" von Umgebungseinflüssen, wie beispielsweise Gasen wie Sauerstoff oder Luftfeuchtigkeit oder in der Umgebung vorkommender Feuchtigkeit, in der Umgebung vorkommenden Stoffen oder auch einer beispielsweise anderweitigen Verschmutzung.

[18] Eine „Tragschicht" zum Aufnehmen von auftretenden Kräften ist diejenige Schicht innerhalb des Verbund- Verpackungsmaterials oder eine jeweilige Schicht innerhalb des Verbund-Verpackungsmaterials, welche, beispielsweise durch deren Beschaffenheit, deren Dicke oder deren Materialauswahl entsprechend den auf die erstellte dosenförmige Verpackung wirkenden mechanischen Belastungen ausgelegt ist und diese Belastung in Form von auftretenden Kräften aufnimmt. Beispielsweise ist diese Tragschicht aus einem entsprechenden stabilen Kraftpapier gebildet, sodass ein in der dosenförmigen Verpackung befindlicher Innendruck oder auch von innen oder außen auf die dosenförmige Verpackung wirkende mechanische Kräfte entsprechend von dieser Tragschicht hauptsächlich aufgenommen werden kann oder können.

[19] Eine „Barriereschicht" beschreibt vorliegend eine entsprechend im oder am Verbund-Verpackungsmaterial angeordnete Schicht, welche jeweilige auch als funktionale Schicht, Funktionsschicht oder Siegelschicht bezeichnet sein kann und im Falle der inneren Barriereschicht zum Zurückhalten des Inhaltes dient und im Falle der äußeren Barriereschicht zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen. Eine Barriereschicht, Funktionsschicht oder auch Siegelschicht dient dabei als Barriere gegen unerwünschte Einwirkungen. Eine solche Schicht ist eine Schicht, die unterschiedliche Funktionen haben kann, wie beispielsweise eine Barriere gegen Flüssigkeit & Gase, Fügeschicht zum Siegeln und /oder Barriereschicht gegen das Eindringen von UV-Strahlen. Eine solche Barriereschicht ist dabei beispielsweise als Beschichtung auf der Tragschicht oder als anderweitig aufgebrachte, insbesondere geschlossene, Schicht ausgebildet. Solche „Barriereschichten" wurden bisher häufig aus Aluminiumfolien oder aus einem nicht biologisch abbaubaren Kunststoff mit sogenannter Sperrwirkung gebildet. Im Falle der vorliegenden Erfindung ist dies insbesondere durch einen biologisch abbaubaren Kunststoff, beispielsweise ein Polylactid, realisiert.

[20] Ein „Zurückhalten des Inhalts" beschreibt dabei einen Vorgang, welcher durch die innere Barriereschicht realisiert ist. Dabei wird der entsprechende Inhalt, beispielsweise eine Flüssigkeit, von weiteren Schichten des Verbund- Verpackungsmaterials, beispielsweise der Tragschicht, zurückgehalten, sodass beispielsweise eine aus einem Kraftpapier gebildete Tragschicht nicht vom beispielsweise flüssigen oder pastösen Inhalt der dosenförmigen Verpackung durchweicht und geschwächt wird. Ein solches Zurückhalten des Inhaltes kann dabei aber auch das reine mechanische Zurückhalten eines entsprechenden, beispielsweise flockigen, granulären oder pulverförmigen Inhaltes beschreiben.

[21] Ein „Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen" beschreibt die Funktion einer entsprechenden äußeren Barriereschicht, welche beispielsweise verhindert, dass die Tragschicht von Regen, verschütteten Flüssigkeiten oder auch Dreck, Handschweiß oder anderen Substanzen erreicht und gegebenenfalls beschädigt oder beeinflusst würde.

[22] Ein „biologisch abbaubarer Faserstoff" kann jeder, beispielsweise aus Naturfasern gebildete, Stoff sein, welcher durch biologische Prozesse zersetzbar ist. Beispielsweise ist ein solcher Faserstoff ein auf Basis von Zellulose gebildeter Stoff, welcher dann durch Verrottung biologisch abbaubar ist. Es sind an dieser Stelle aber ausdrücklich auch alle weiteren biologischen Abbauprozesse, beispielsweise mittels Mikroben, Bakterien, Kleintieren oder biologisch-chemischen Prozessen bezeichnet, welche zu einer vollständigen oder teilweisen Zersetzung führen.

[23] Ein „Kraftpapier" welches auch als „Kraftkarton" bezeichnet wird, ist in diesem Zusammenhang eine Papier oder Kartonsorte mit vergleichsweise hoher Festigkeit, welcher beispielsweise zum Herstellen von Papiersäcken, Schmirgelpapieren, Sandpapieren oder auch Einkaufstüten genutzt wird. Beispielsweise ist ein solches Kraftpapier aus Zellstofffaser sowie Bindemitteln gebildet und zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit in Bezug zu seiner Dicke aus. Insbesondere unterscheidet sich Kraftkarton oder auch Kraftpapier von üblichem Papier dadurch, dass bei der Herstellung die einzelnen Fasern der Cellulose durch verwendete Siebe so ausgerichtet werden, dass alle Fasern oder eine Mehrzahl von Fasern in eine Ausrichtung gebracht werden, sodass die mechanischen Eigenschaften stark verbessert werden. Die sogenannte Grammatur ist dabei abhängig von der Lagenzahl des Kraftkartons oder Kraftpapiers und liegt beispielsweise zwischen 80g/m 2 und 360g/m 2 , wobei unterhalb von 160g/m 2 eher die Bezeichnung Kraftpapier und oberhalb von 160g/m 2 eher die Bezeichnung Kraftkarton genutzt wird.

[24] Ein „biologisch abbaubarer Kunststoff" ist ein Kunststoff, der unter bestimmten Bedingungen mittels biologischer Einflüsse zersetzbar ist, beispielsweise mittels Verwesung, bakterieller Einflüsse oder anderer biologischer Vorgänge, welche durch entsprechende Randbedingungen, beispielsweise Wärme- und/oder Feuchteregelung in einer Kompostieranlage, beschleunigt oder verbessert werden können. Beispielsweise ist ein solcher biologisch abbaubarer Kunststoff ein Polyester, ein Polylactid oder ein Polymerblend aus einem Polylactid und einem anderen biologisch abbaubaren Kunststoff, beispielsweise aus der Familie der Polyester wie insbesonde ein Polybutylenadipat-Terephthalat (PBAT), ein Polybutylensuccinat (PBS) oder ähnlichen chemischen Gruppen bestehen. Insbesondere kann ein solches Polymerblend jedweder Basis auch mineralische Füllstoffe wie beispielsweise Talk, Calciumcarbonat sowie andere Verarbeitungshilfen wie beispielsweise Wachs und/oder Polyhydroxyalkanoate (PHA), Polyhydroxybutyrat (PHB) oder PolyCaproLacton (PCL) enthalten. Insbesondere erfüllt der jeweilige biologisch abbaubare Kunststoff dabei die Anforderungen der Norm DIN EN 13432 und/oder der Norm ASTM D6400 und/oder der Norm Australischer Standards AS4736 und/oder Japanischer Norm GreenPla und/oder der Norm Heimkompostierung und/oder der Norm Chinesischer Standard GB/T

[25] Polylactid" (PLA), welches umgangssprachlich auch als Polymilchsäuren bezeichnet wird, ist ein synthetisches Polymer, welches zu den Polyestern zählt. Solche Polylactide sind aus einer Vielzahl von chemisch aneinander gebundenen Milchsäuremolekülen aufgebaut. Solche Polymilchsäuren können chemisch auf unterschiedlichen Wegen mittels unterschiedlicher Verfahren erzeugt werden. Solche Polylactide zählen zu den Polyestern und können insbesondere thermoplastisch sein. Mechanische Eigenschaften eines PLA sind sehr ähnlich denen eines PET, wobei jedoch ein PLA aufgrund der Molekülstruktur eine biologische Abbaubarkeit aufweist, welche insbesondere in industriellen Kompostieranlagen unter bestimmten Umweltbedingungen optimal nutzbar sind. Unter industriellen Bedingungen kann ein Abbau damit innerhalb weniger Monate erfolgen, in der freien Natur wird sich ein PLA etwas langsamer zersetzen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es insbesondere vorteilhaft, dass PLA thermoplastisch ist. Somit kann ein PLA sowohl als, auf beispielsweise die Tragschicht aufgebrachte, thermisch verbundene Schicht als auch als thermisch aktivierbarer Klebstoff genutzt werden.

[26] „Im Wesentlichen" aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff oder beispielsweise einem Polylactid gebildet bezeichnet dabei einen überwiegenden Anteil eines biologisch abbaubaren Kunststoffes oder auch eines Polylactides in der jeweiligen Barriereschicht, beispielsweise über 50% bis zu 100%, wobei beispielsweise chemische Verunreinigungen, Füllstoffe oder auch Verarbeitungshilfen oder zufällig beigefügte Anteile aus dem Herstellungsprozess, sogenannte Fremdstoffe, toleriert werden. So kann beispielsweise eine im Wesentlichen aus einem Polylactid gebildete Barriereschicht 75% Polylactid, 22% natürliche Faserstoffe und einen Anteil von 3% Fremdstoffen enthalten. Die natürlichen Faserstoffe können hier zum mechanischen Verstärken oder Füllen oder aber auch zum Unterstützen des biologischen Abbaus der Barriereschicht dienen. Prozentangaben sind hier auf Gewichts-% bezogen, können aber auch Volumen-% betreffen.

[27] Um den Inhalt einer dosenförmigen Verpackung noch besser zurückzuhalten und/oder den Inhalt besser zu schützen, weist das Verbund-Verpackungsmaterial eine weitere Barriereschicht oder weitere Barriereschichten zum Zurückhalten des Inhaltes und/oder zum Schutz des Inhaltes und/oder der Tragschicht vor äußeren Einflüssen auf, wobei die jeweilige weitere Barriereschicht insbesondere einen biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere ein PLA und/oder auch ein _Aluminium, ein Aluminiumoxyd (AlOx), ein Siliziumoxyd (SiOx), ein PVOH, und/oder ein modifiziertes PVOHaufweist.

[28] Eine solche weitere Barriereschicht oder auch mehrere weitere Barriereschichten könne zum Einstellen spezieller Eigenschaften des Verbund-Verpackungsmaterials gegenüber dem Inhalt oder auch gegenüber der Umwelt und gegenüber äußeren Einflüssen genutzt werden. Insbesondere wird dazu auch ein biologisch abbaubarer Kunststoff wie beispielsweise ein PLA zum Bilden der weiteren Barriereschicht oder der mehreren weiteren Barriereschichten genutzt. Alternativ kann auch eine aufgetragene Sicht aus Aluminium, Aluminiumoxyd, Siliciumoxyd, einem PVOH, und/oder einem modifiziertem PVOH dazu genutzt werden, um beispielsweise eine chemische Widerstandfähigkeit oder einen Schutz gegen bestimmte Umweltbedingungen zu realisieren. Entsprechend nicht biologisch abbaubare Bestandteile, wie beispielsweise Aluminium, können dabei mit dem biologisch abbaubaren Kunststoff wie beispielsweise dem PLA gemeinsam jedoch in so geringer Menge eingesetzt werden, dass eine Umweltbelastung bestmöglich vermieden ist und/oder das Produkt entsprechenden Normen genügt.

[29] Ein „Aluminium" kann dabei reines Aluminium, ein Aluminiumoxyd (AlOx) oder auch ein Anteil von Aluminium in verschiedenen Darreichungsformen sein. Beispielsweise kann dem biologisch abbaubaren Kunststoff wie beispielsweise dem PLA ein Aluminium in Pulverform beigefügt sein oder ein Aluminium auch nur in Spuren beigefügt sein. Ebenso kann ein Aluminium in Form einer Aluminiumfolie lokal oder über eine große Oberfläche aufgebracht sein.

[30] Ein „SiOx" ist ein Oxid des Siliciums mit den der Anzahl „x" entsprechenden Sauerstof fatomen in der Verbindung. Analog dazu ist ein AlOx ein jeweiliges Oxid des Aluminums.

[31] Ein „PVOH" ist ein Polymer aus Vinylalkohol und auch als PVAL bekannt. PVOH hat eine hohe Sperrwirkung gegen Sauerstoff, reduziert also deutlich eine Diffusion von Sauerstoff durch beispielsweise eine Schicht aus PVOH. Entsprechend dazu ist ein modifiziertes PVOH ein entsprechend modifizierter Kunststoff auf Basis eines Polyvinylalkohols .

[32] In einer Ausführungsform weist oder weisen die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht einen Anteil von biologisch abbaubarem Kunststoff oder auch einen PLA-Anteil von mehr als 50%, insbesondere mehr als 70% oder mehr als 90% auf.

[33] Durch diesen, vergleichsweise hohen Anteil von biologisch abbaubarem Kunststoff oder auch PLA ist sichergestellt, dass auch die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht vollständig biologisch abbaubar ist. Übrige Bestandteile können dann beispielsweise auch aus Papierfasern oder einer anderen Naturfaser, einem Füllstoff oder Hilfsstoffen gebildet sein, sodass insgesamt eine biologisch abbaubare innere Barriereschicht, biologisch abbaubare äußere Barriereschicht und/oder eine biologisch abbaubare weitere Barriereschicht gebildet wird. Entsprechende Anteile der jeweiligen Fasern dienen dabei insbesondere einem mechanischen Verstärken der jeweiligen Barriereschicht oder auch zum Steuern oder Unterstützen des biologischen Abbaus.

[34] Ein „Anteil an biologisch abbaubarem Kunststoff" oder auch ein „PLA-Anteil" beschreibt dabei im vorliegenden Fall einen Anteil in Gewichtsprozent, wobei entsprechende Prozentangaben selbstverständlich mit technisch üblichen Toleranzen von beispielsweise 1 %, 2 % oder auch 5% zu lesen sind. Ebenso kann ein Anteil in Volumenprozent angegeben sein .

[35] Um die Festigkeit des Verbund-Verpackungsmaterials zu steigern und auch dessen Herstellung zu vereinfachen, weist das Verbund-Verpackungsmaterial eine der Tragschicht, der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder der weiteren Barriereschicht zugeordnete Hilfsschicht oder mehrere der Tragschicht, der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder der weiteren Barriereschicht zugeordnete Hilfsschichten aus einem biologisch abbaubaren Faserstoff auf, wobei die jeweilige Hilfsschicht insbesondere aus einem Kraftpapier oder auch einer Kraftkarton je nach benötigter Festigkeit zum Aufnehmen von Kräften und/oder zum Aufnehmen der inneren Barriereschicht, der äußeren Barriereschicht und/oder den jeweiligen weiteren Barriereschichten gebildet ist.

[36] Damit kann beispielsweise einer jeweiligen Barriereschicht eine Hilfsschicht zugeordnet sein, also die jeweilige Barriereschicht auf der Hilfsschicht aufgebracht oder in die Hilfsschicht eingebracht sein, womit die entsprechende Barriereschicht dann mittels der Hilfsschicht beispielsweise auf der Tragschicht aufbringbar ist. Insgesamt können damit beispielsweise Halbzeug-Laminate hergestellt werden, welche beispielsweise die äußere Barriereschicht auf einer entsprechenden Hilfsschicht beinhalten, sodass dann diese Zusammenstellung aus äußerer Barriereschicht und Hilfsschicht auf der Tragschicht aufgebracht werden kann. Gleiches gilt sinngemäß für weitere Barriereschichten und entsprechende den Barriereschichten zugeordnete Hilfsschichten, welche jeweils als Halbzeug- Laminat oder auch Vorprodukt in einem Herstellungsprozess genutzt werden können.

[37] Eine „Hilfsschicht" ist dabei eine aus einem vorzugsweise biologisch abbaubaren Faserstoff, insbesondere aus einem Kraftpapier, gebildete Schicht, welche vergleichbare Eigenschaften zu denen der Tragschicht aufweist. So kann eine solche Hilfsschicht mechanische Kräfte aufnehmen und damit das Verbund-Verpackungsmaterial insgesamt belastbarer gestalten.

[38] Einer jeweiligen Barriereschicht „zugeordnet" bedeutet dabei, dass die jeweilige Barriereschicht und die jeweilige Hilfsschicht beispielsweise aufeinanderliegen und/oder miteinander verklebt oder auch andersartig, beispielsweise mittels Sputtern, auf die Oberfläche aufgebracht sind, sodass im letztgenannten Fall ein Mikro-Verbund oder ein Sub-Verbund innerhalb des Verbund-Verpackungsmaterials gebildet ist. Somit entsteht beispielsweise aus einer jeweiligen Barriereschicht und einer Hilfsschicht eine untergeordnete Schichtanordnung, welche dann mit anderen Schichten oder anderen Schichtanordnungen zum Verbund- Verpackungsmaterial zusammenfügbar ist.

[39] In einer weiteren Ausführungsform sind die innere Barriereschicht, die Tragschicht, die jeweilige weitere Barriereschicht, die jeweilige Hilfsschicht und/oder die äußere Barriereschicht mittels eines biologisch abbaubaren Haftvermittlers, insbesondere eines PLA-Klebstoffes, miteinander verbunden. [40] Durch ein Verwenden eines biologisch abbaubaren Haftvermittlers, insbesondere eines PLA-Klebstoffes, trägt auch dieser Haftvermittler dazu bei, dass das Verbund- Verpackungsmaterial insgesamt biologisch abbaubar bleibt und beispielsweise einer entsprechenden Norm genügt.

[41] Ein „biologisch abbaubarer Haftvermittler" ist dabei beispielsweise ein Klebstoff, welcher insbesondere auf Basis eines biologisch abbaubaren Stoffes, beispielsweise auf Stärkebasis gebildet sein kann oder auch auf Basis eines anderen, biologisch abbaubaren Elementes, welches eine Haftung zwischen einer jeweiligen Barriereschicht und beispielsweise einer Tragschicht ermöglicht. Insbesondere ist dabei dieser biologisch abbaubare Haftvermittler ein PLA-Klebstoff, also ein thermoplastischer, auf Basis eines PLA gebildeter, Klebstoff. Ein solcher Klebstoff kann dabei auch als sogenannter „hot melt" auf Basis von PLA, PBAT, PBS oder entsprechender Blends oder auch als wasserbasierter Dispersionskleber auf Basis von z.B. Polyester-Polyurethan Elastomer sein. Diese Klebstoffe ermöglichen eine gute Anbindung an die Faser von Karton oder Papier und anderseits zu beispielsweise der biologisch abbaubaren funktionalen Schicht.

[42] Um das Verbund-Verpackungsmaterial möglichst einfach und in bekannten industriellen Prozessen hersteilen zu können, ist oder sind die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht aus einer Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einer PLA-Folie gebildet, wobei die Folie aus dem biologisch abbaubaren Kunststoff oder die PLA-Folie insbesondere eine Dicke zwischen 0,02mm und 0,2mm, insbesondere zwischen 0,03mm und 0,1mm aufweist.

[43] Eine Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff oder auch eine „PLA-Folie" ist beispielsweise ein homogenes Flächengebinde aus einem vergleichsweise dünnen, flächig ausgebreiteten biologisch abbaubaren oder auch PLA-basierten Kunststoff. Eine solche Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff oder auch PLA-Folie weist dabei eine über ihre Ausdehnung möglichst gleichmäßige Dicke auf und ist insbesondere durch ihre geringe Dicke biegeschlaff und dadurch in beispielsweise Kalandern oder Walzwerken zu verarbeiten. Solche Folien werden dabei beispielsweise in einem Blasprozess oder in einem Cast-Film-Prozess hergestellt und weisen beispielsweise eine Dickenvariation von bis zu 7% auf.

[44] In einer Ausführungsform ist die die innere Barriereschicht, die äußere Barriereschicht und/oder die jeweilige weitere Barriereschicht bildende Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff oder auch PLA-Folie mittels eines thermischen Aktivierens auf die Tragschicht oder auf die jeweilige Hilfsschicht aufgebracht, sodass ein Verbinden der jeweiligen Folie oder auch PLA-Folie mit der Tragschicht oder mit der Hilfsschicht mittels aktivierter thermoplastischer Eigenschaften des biologisch abbaubaren Kunststoffes, insbesondere des PLA durch eine thermische Verklebung erfolgt. [45] Damit können beispielsweise die thermoplastischen Eigenschaften der Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die thermoplastischen Eigenschaften der PLA-Folie besonders gut genutzt werden und es ist im besten Falle kein weiterer Klebstoff oder Haftvermittler erforderlich.

[46] Um das Verbund-Verpackungsmaterial besonders umweltfreundlich zu gestalten, weist der biologisch abbaubare Faserstoff eine Zellulose, eine Maisstärke, eine Maisfaser, eine Bagasse oder eine andere pflanzenbasierte Faser auf.

[47] Als „Zellulose" oder auch „Zellstoff" wird die beim chemischen Aufschluss von Pflanzenfasern entstehende faserige Masse, welche vorliegend aus Zellulose besteht, bezeichnet. Eine solche Zellulose oder auch Zellstoff ist dabei ein wichtiger Rohstoff der Papierherstellung. Häufig wird eine Zellulose aus Holz hergestellt, es wird jedoch auch Stroh, Bagasse, Kenaf, Zuckerrohr, Hanf oder Bambus als Rohstoff genutzt.

[48] „Maisstärke" und „Maisfaser" beschrieben entsprechende Stärke oder entsprechende Fasern, welche aus Mais gewonnen werden.

[49] „Bagasse" ist eine Masse aus faserigen, gemahlenen Überresten, welche bei der Zuckerfabrikation aus dem Zuckerrohr gewonnen werden kann. Weiterhin kann Bagasse auch aus Zuckerhirse gewonnen werden. [50] „Kenaf" ist eine tropische bis subtropische Pflanze, welche ein Malvengewächs ist, und zur Gewinnung von Fasern genutzt werden kann.

[51] In einer weiteren Ausführungsform sind die innere Barriereschicht, die Tragschicht, die jeweilige weitere Barriereschicht, die jeweilige Hilfsschicht und/oder die äußere Barriereschicht an einer ersten Fügeseite und an einer zweiten Fügeseite zum Bilden einer Fügezone durch ein Zusammenführen der ersten Fügeseite mit der zweiten Fügeseite in einer Fügerichtung, gegenüber einander und zwischen der ersten Fügeseite und der zweiten Fügeseite zueinander korrespondierend überstehen angeordnet, sodass mittels eines Überlappens der jeweilig überstehenden Barriereschicht, der jeweilig überstehenden Hilfsschicht und/oder jeweilig überstehenden Tragschicht an der ersten Fügeseite gegenüber einer jeweiligen benachbarten Schicht an der zweiten Fügeseite ein Fügen des Verpackungsmaterials zu einer Hülse derart ermöglicht ist, dass eine geschlossene innere Barriereschicht, eine geschlossene Tragschicht und/oder eine geschlossene äußere Barriereschicht gebildet ist oder sind.

[52] Damit kann eine entsprechend aus dem Verbund- Verpackungsmaterial geformte, geschlossene Hülse mit einer in Dickenrichtung des Verbund-Verpackungsmaterials nicht auftragenden Fügenaht gefügt werden. Entsprechend nebeneinander angeordnete, überlappende Schichten überlappen einander und schließen dabei gleichmäßig aneinander an, sodass ein gleichmäßiger Übergang geschaffen ist, welcher die Dicke der Fügenaht nicht erhöht. [53] In einer weiteren Ausführungsform ist dabei eine Hülse durch ein Fügen mittels eines Zusammenführens der ersten Fügeseite mit der zweiten Fügeseite, insbesondere mittels eines thermischen Aktivierens der inneren Barriereschicht und/oder eines thermischen Aktivierens der äußeren Barriereschicht gebildet.

[54] Damit kann insbesondere ein thermoplastisches Kleben, Fügen oder auch Verschweißen der Hülse durchgeführt werden, ohne dass eine entsprechende Klebenaht in Dickenrichtung des Verbund-Verpackungsmaterials aufträgt.

[55] Eine „Fügeseite" beschreibt dabei eine jeweilige Seite oder einen jeweiligen Rand eines Zuschnitts des Verbund- Verpackungsmaterials, welches mit der dazu korrespondierenden Fügeseite zum Bilden einer Fügezone zusammengeführt werden kann.

[56] Eine solche „Fügezone" beschreibt dabei die Stelle, an welcher die erste Fügeseite mit der zweiten Fügeseite zusammengeführt ist und an welcher beispielsweise eine entsprechende Naht der dadurch gebildeten Hülse entsteht.

[57] Eine „Fügerichtung" ist die Richtung, in welcher entlang einer Bewegung die erste Fügeseite und die zweite Fügeseite zusammengeführt werden, beispielsweise entlang einer Fügeachse.

[58] „Zueinander korrespondierend überstehend angeordnet" beschreibt dabei ein Ausbilden der ersten Fügeseite gegenüber der zweiten Fügeseite derart, dass beispielsweise eine auf der ersten Fügeseite überstehende äußere Barriereschicht an der ersten Fügeseite eine an der zweiten Fügeseite zurückspringende äußere Barriereschicht gegenübersteht, sodass eine unterhalb der äußeren Barriereschicht angeordnete Tragschicht voreinander gestoßen werden kann und die an der erste Fügeseite überstehende äußere Barriereschicht dann über die an der zweiten Fügeseite freiliegende Tragschicht greift und mit dieser verbunden werden kann. Insgesamt entsteht damit in diesem Beispiel ein durchgehender Anschluss zwischen einer nicht aufeinanderliegenden Tragschicht und einer nicht aufeinanderliegenden äußeren Barriereschicht. Gleiches gilt für weitere Barriereschichten oder weitere Tragschichten oder Hilfsschichten sinngemäß.

[59] In einem weiteren Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch eine Abschlusskappe, insbesondere einen Deckel oder einen Boden, für eine dosenförmige Verpackung, insbesondere für eine aus einem Verbund-Verpackungsmaterial gemäß einer der vorherig beschriebenen Ausführungen gefertigten Dose für flüssige, pastöse oder trockene Lebensmittel, mit einem Grundkörper und einem Rand, wobei die Abschlusskappe zum Bilden einer geschlossenen dosenförmigen Verpackung mittels des Randes formschlüssig und/oder kraftschlüssig an eine Hülse der dosenförmigen Verpackung anschließbar ist, sodass mittels eines Anschlusses des Grundkörpers an die Hülse mittels des Randes die geschlossene dosenförmige Verpackung aus der Hülse und dem Grundkörper gebildet ist, wobei der Grundkörper und/oder der Rand einen biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere ein Polylactid (PLA), aufweist und/oder im Wesentlichen aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einem Polylactid, gebildet ist, sodass die Abschlusskappe insbesondere vollständig biologisch abbaubar ist.

[60] Eine solche Abschlusskappe kann, beispielsweise durch ein Ausnutzen der thermoplastischen Eigenschaften des biologisch abbaubaren Kunststoffs wie beispielsweise des Polylactids, an eine entsprechende Hülse angeschlossen und/oder gefügt werden, sodass eine dosenförmige Verpackung gebildet ist. Dadurch, dass der Grundkörper und/oder der Rand der Abschlusskappe beispielsweise ein Polylactid aufweist oder aufweisen und/oder im Wesentlichen aus einem Polylactid gebildet ist oder sind, wird damit auch die Abschlusskappe biologisch abbaubar hergestellt und bereitgestellt . Insgesamt kann damit mit der erfindungsgemäßen Abschlusskappe eine biologisch abbaubare dosenförmige Verpackung geschaffen werden.

[61] Eine „Abschlusskappe" ist dabei beispielsweise ein Deckel, ein Boden oder eine andere kappenförmige Anordnung, welche dazu dient, eine Hülse einer dosenförmigen Verpackung an einer jeweils offenen Seite abzuschließen und damit gemeinsam mit der Hülse eine entsprechende dosenförmige Verpackung zu schaffen.

[62] Ein „Grundkörper" ist dabei das Hauptvolumen der Abschlusskappe, beispielsweise eine flächige Anordnung aus einem Grundmaterial, wobei ein entsprechender „Rand" die Funktionalität eines Anschlusses an beispielsweise eine Hülse darstellt. Ein solcher Rand kann dabei vom Grundkörper abstehen oder aus dem Grundkörper herausstehen, sodass ein kraftschlüssiger oder auch formschlüssiger Anschluss an eine entsprechende Hülse geschaffen werden kann.

[63] „Formschlüssig" beschreibt eine Verbindung, bei welcher ineinandergreifende Teile jeweils gegenüberliegender Bestandteile der formschlüssigen Verbindung eine Bewegung der Teile gegeneinander verhindert. Beispielsweise ist eine solche formschlüssige Verbindung eine Rastverbindung, eine Schnappverbindung oder eine Klickverbindung. Demgegenüber ist eine „kraftschlüssig" geschaffene Verbindung, welche auch als reibschlüssige Verbindung bezeichnet wird, eine aufgrund einer Reibung zwischen zwei gegeneinander liegenden Flächen geschaffene Verbindung. Beispielsweise ist eine solche kraftschlüssige Verbindung auch eine Schweißverbindung. Sowohl eine formschlüssig als auch eine kraftschlüssig geschaffene Verbindung kann jeweils Kräfte aufnehmen und stellt damit eine kraftführende Verbindung dar. Im Falle der dosenförmigen Verpackung kann eine solche formschlüssige und/oder kraftschlüssige Verbindung dabei auch flüssigkeits- oder rieseldicht ausgebildet sein, sodass ein in der dosenförmigen Verpackung aufgenommener Inhalt nicht aus dieser dosenförmigen Verpackung herausgelangen kann.

[64] Um eine erfindungsgemäße Abschlusskappe umweltfreundlich und günstig zu gestalten, weist diese einen PLA-Anteil von 50 % bis 100 %, insbesondere 90 % auf. Der übrige Anteil der Abschlusskappe kann dabei beispielsweise aus Papierfasern, Naturfasern oder anderen biologischen Fasern, Füllstoffen oder einer Barriereschicht oder mehrerer Barriereschichten gebildet werden, sodass auch eine faserverstärkte Abschlusskappe gebildet werden kann. Eine technische Angabe von 100% umfasst dabei auch technisch übliche Verschmutzungen oder Verunreinigungen, sodass ein realer Anteil einer Angabe „100%" hier beispielsweise 98,5% oder auch 99% entspricht.

[65] In einer Ausführungsform weist die Abschlusskappe dabei einen Anteil von biologisch abbaubaren Faserstoffen, insbesondere einer Zellulose, einer Maisstärke, einer Maisfaser, einer Bagasse oder einer anderen pflanzenbasierten Faser von 0% bis 50% auf, insbesondere 10% bis 30%, beispielsweise 20%.

[66] Um eine erfindungsgemäße Abschlusskappe günstig und mit wenig Formwerkzeugaufwand fertigen zu können, sind der Grundkörper und der Rand einstückig oder auch einteilig gebildet, insbesondere mittels eines Spritzgussverfahrens oder eines Thermoformverfahrens gefertigt. Eine solche Abschlusskappe kann dabei einen biologisch abbaubaren Kunststoff mit oder ohne einer aufgebrachten oder eingebrachten funktionalen Schicht, beispielsweise einer funktionalen Schicht mit einem PVOH, einem AlOx und/oder einem SiOx aufweisen.

[67] „Einstückig" beschreibt dabei ein direktes, stoffschlüssiges Anschließen des Grundkörpers an den Rand.

[68] In einer weiteren Ausführungsform ist der Grundkörper im Wesentlichen oder vollständig rund ausgebildet, wobei der Rand im Wesentlichen senkrecht zum Grundkörper eingerichtet ist. [69] In einer solchen Anordnung kann der im Wesentlichen senkrecht zum Grundkörper ausgerichtete Rand beispielsweise über eine Hülse aus einem Verbund-Verpackungsmaterial der oben genannten Ausgestaltungen gestülpt und mit dieser Hülse verbunden werden. Ein Grundkörper, welcher dabei im Wesentlichen oder vollständig rund ausgebildet ist, schafft dabei eine rund geformte Hülse und stabilisiert diese mechanisch, sodass eine entsprechend gebildete dosenförmige Verpackung möglichst stabil ausgestaltet ist.

[70] „Im Wesentlichen oder vollständig rund" beschreibt dabei nicht nur eine exakte runde oder auch rotationssymmetrische Ausbildung des Grundkörpers, sondern auch entsprechend technisch sinnvolle Abweichungen von dieser Rundheit, beispielsweise auch eine Ovalität oder eine exzentrische Rundheit oder exzentrische Ovalität, die auch aus Gründen der Produktpräsentation gewählt sein kann.

[71] „Im Wesentlichen senkrecht" beschreibt dabei eine Ausrichtung des Randes zum Grundkörper in einer Größenordnung von 90°. Dabei sind auch technisch sinnvolle Abweichungen von beispielsweise 60° bis 120° gegenüber dem Grundkörper eingeschlossen. Winkelangaben beziehen sich in diesem Zusammenhang auf einen Vollwinkel von 360°. Insbesondere können diese Winkel dabei auch von produktionstechnischen Gegebenheiten abhängig sein, insbesondere wenn Entformungsschrägen für Fertigungsverfahren wie einen Spritzguss notwendig sind. Damit können dann Abweichungen von beispielsweise 1° bis 3° oder auch bis 5° von einer Senkrechten oder von einem anderen Soll-Winkel begründet sein. [72] Um mit einer erfindungsgemäßen Abschlusskappe beispielsweise eine Getränkedose mit einer Trinköffnung oder auch einer Einfüll- oder Ausgussöffnung bilden zu können, ist im Grundkörper eine mittels eines Verschlusses verschlossene Öffnung angeordnet.

[73] Ein „Verschluss" kann dabei eine reversibel oder irreversibel angeordnete technische Einrichtung sein, welche eine entsprechende Öffnung im Grundkörper der Abschlusskappe verschließt und/oder einer solchen Öffnung zugeordnet ist.

[74] Eine „Öffnung" ist beispielsweise ein Durchbruch im Grundkörper oder ein Loch im Grundkörper, durch welchen beispielsweise in einer entsprechenden dosenförmigen Verpackung befindliche Flüssigkeit ausgegossen oder herausgetrunken werden kann. Auch ein Befüllen kann durch die Öffnung ermöglicht sein.

[75] In einer Ausführungsform ist dabei der Verschluss mittels einer Perforierung zwischen dem Verschluss und dem Grundkörper irreversibel vom Grundkörper lösbar.

[76] Eine solche Anordnung kann dabei eine analog zu einer üblichen Getränkedose geschaffene Einrichtung umfassen, welche den Verschluss aus dem Grundkörper irreversibel herausbrechbar macht. Somit kann dann eine entsprechende dosenförmige Verpackung einmalig geöffnet werden. Aufgrund der beinhalteten Menge ist dabei beispielsweise ein Wiederverschluss nicht vorgesehen oder nicht notwendig.

[77] Eine „Perforierung" beschreibt dabei eine gezielte Materialschwächung oder auch einen Materialabtrag zwischen dem Verschluss und dem Grundkörper, beispielsweise eine durchgehende oder auch unterbrochene Verringerung oder lokale Entnahme einer entsprechenden Materialstärke.

[78] „Vom Grundkörper lösbar" bezeichnet einen Vorgang, bei welchem der Verschluss ganz oder auch teilweise vom Grundkörper entfernt werden kann. So ist einerseits denkbar, dass der Verschluss vollständig aus dem Grundkörper herausnehmbar ist. Andererseits kann der Grundkörper aber auch über eine beispielsweise als Gelenk dienende Lasche mit dem Verschluss verbunden bleiben, sodass der Verschluss lediglich aus dem Grundkörper herausgebogen wird.

[79] Um den Verschluss reversibel nutzen zu können, ist der Verschluss als Schraubdeckel zum reversiblen Verschließen der Öffnung ausgebildet. In diesem Zusammenhang kann die Perforierung dann auch als Sicherung dienen, sodass der Schraubdeckel zunächst mit der Perforierung gegenüber dem Grundkörper gesichert ist und bei einem Aufbrechen die Perforierung dann zwar reversibel wieder auf die Öffnung aufgebracht, beispielswiese aufgeschraubt , werden kann, jedoch nicht wieder in einen gesicherten Zustand am Grundkörper überführt werden kann. Damit ist beispielsweise eine Öffnungskontrolle möglich, sodass ein bereits vorher erfolgtes Öffnen einer entsprechenden dosenförmigen Verpackung von einem Anwender bemerkt werden kann.

[80] Ein „Schraubdeckel" ist dabei eine deckelförmige Anordnung, welche mittels eines Gewindes und/oder auch einer Schnappverbindung auf die Öffnung aufgebracht wird. Beispielsweise weisen dabei sowohl der Schraubdeckel als auch die Öffnung entsprechend zueinander korrespondierende Innengewinde und Außengewinde auf.

[81] In einem weiteren Aspekt wird die Aufgabe gelöst durch eine dosenförmige Verpackung, insbesondere eine Dose für Getränke oder für flüssige, pastöse oder trockene Lebensmittel, mit einer Hülse aus einem Verbund- Verpackungsmaterial gemäß einer der vorig beschriebenen Ausführungsformen und/oder einer Abschlusskappe oder zwei Abschlusskappen gemäß einer der vorig beschriebenen Ausführungsformen .

[82] Eine solche dosenförmige Verpackung kann dabei beispielsweise aus einer Hülse und zwei deckelförmigen Abschlusskappen bestehen. Dabei kann beispielsweise auch eine Abschlusskappe ohne Öffnung und die zweite Abschlusskappe mit einer entsprechenden perforierten und/oder mit einem Schraubdeckel versehenen Öffnung versehen sein. Insgesamt kann damit beispielsweise eine biologisch abbaubare Getränkedose, insbesondere eine vollständig biologisch abbaubare Getränkedose geschaffen werden. Eine solche dosenförmige Verpackung muss dabei nicht nur für Getränke dienen, sondern kann beispielsweise auch für trockene Lebensmittel, Cerealien, Backzutaten, Kaffeebohnen oder auch Kochzutaten oder einen anderen Inhalt wie oben beschrieben dienen.

[83] In einer Ausführungsform ist dabei die Abschlusskappe oder sind die Abschlusskappen mittels eines Klebstoffs aus einem PLA oder auf PLA-Basis und/oder mittels eines thermischen Fügens wie eines Schweißens, insbesondere mittels Ultraschalles, mit der Hülse verbunden.

[84] Somit kann ein PLA auch für das Verbinden der Abschlusskappe oder der Abschlusskappen mit einer entsprechenden Hülse durchgeführt werden. Insgesamt bleibt damit die so geschaffene dosenförmige Verpackung vollständig biologisch abbaubar und umweltfreundlich.

[85] Ein „Klebstoff aus einem PLA" ist beispielsweise ein zu einem überwiegenden Teil aus PLA bestehender Klebstoff, welcher, beispielsweise mit einem flüchtigen Lösungsmittel, auf die Hülse aufbringbar ist, sodass dann mittels eines thermischen Aktivierens, insbesondere eines thermischen Schweißens, die jeweilige Abschlusskappe mit der Hülse verschweißt werden kann.

[86] Ein „thermisches Fügen" oder auch „thermisches Schweißen" beschreibt ein stoffschlüssiges Verbinden entsprechend gegenüberliegender und/oder aneinander anliegender Komponenten mittels einer thermischen Aktivierung, also mittels der Einbringung von Wärme. Ein thermisches Schweißen mittels Ultraschalles nutzt dabei Ultraschall-Sonotroden, um eine entsprechende Erwärmung in einer Schweißnaht herbeizuführen, sodass mittels des Ultraschalls ein Schweißen durchgeführt wird. Beispielsweise kann jedoch auch ein thermisches Aktivieren mittels Reibung, also in einem Reibschweißprozess, genutzt werden.

[87] Im Weiteren wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen Figur 1 eine schematische Darstellung eines Verbundmaterials in einer geschnittenen Seitenansicht im Querschnitt,

Figur 2a und b eine jeweilige Fügeseite des

Verbundmaterials in einer isometrischen Darstellung,

Figur 3 einen Deckel für eine dosenförmige Verpackung in einer schematischen Draufsicht,

Figur 4 einen Boden für eine dosenförmige

Verpackung in einer schematischen Draufsicht,

Figur 5 eine Dose für Lebensmittel in einer geschnittenen Seitenansicht, sowie

Figur 6 eine Getränkedose in einer geschnittenen Seitenansicht.

[88] Ein Verbundmaterial 101 ist aus einer Innenschicht 131, einer Trägerschicht 133 sowie einer Außenschicht 135 gebildet. Das Verbundmaterial 101 findet dabei beispielsweise Anwendung als Wandungsmaterial in einer Verpackung für Lebensmittel, beispielsweise einer Getränkedose oder einer Chips-Dose. Im Folgenden wird hierzu auf eine Verwendung zum Verpacken eines Lebensmittels referenziert, was jedoch nur beispielhaft die Verwendung des Verbundmaterials 101 beschreibt. Weitere Anwendungen sind dabei ausdrücklich eingeschlossen. [89] Die Innenschicht 131 ist einer später dem Lebensmittel zugeordneten Innenseite 141 zugeordnet, die Außenschicht 135 ist einer späteren Außenseite 142 einer entsprechenden Verpackung zugeordnet, die Trägerschicht 133 ist zwischen der Innenschicht 131 und der Außenschicht 135 angeordnet. Die Innenschicht 131 dient dabei einem Zurückhalten eines entsprechenden Lebensmittels in der später gebildeten Verpackung, die Trägerschicht 133 dient dem Aufnehmen von Kräften, die Außenschicht 135 dient dem Schutz des Inhaltes in der späteren Verpackung vor äußeren Einflüssen, beispielsweise vor Feuchtigkeit oder vor Oxidation durch Gase.

[90] Die Innenschicht 131 besteht aus einer der Innenseite 141 zugewandten Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere eine PLA-Schicht, also insbesondere einer Schicht aus einem Polylactid, insbesondere einer Polylactid-Folie . Der Innenschicht 131 abgewandt ist ein Kraftkarton 113 angeordnet, welcher mit der Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere der PLA- Schicht 111 verbunden ist. Die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 111 ist dabei heiß auf den Kraftkarton 113 aufgewalzt, sodass die thermoplastischen Eigenschaften der Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere der PLA- Schicht zum Verbinden der Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere der PLA-Schicht 111 mit dem Kraftkarton 113 genutzt werden.

[91] Die Trägerschicht 133 besteht aus einem Kraftkarton 115. Die Außenschicht 135 ist von der Außenseite 142 betrachtet zunächst aus einer Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einer PLA-Schicht 127 gebildet, welche mittels eines Haftvermittlers 125 auf einer Barriere 123 aus einer Folie aus einem modifizierten PVOH aufgebracht ist. Mittels eines weiteren Haftvermittlers 121 ist dann diese Barriere 123 mit einer Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einer PLA- Schicht 119 verbunden. Diese Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere diese PLA-Schicht 119 ist dann auf einem Kraftkarton 117 angebunden. Die Außenschicht 135 mit den eben aufgezählten Bestandteilen ist ebenfalls heiß miteinander gefügt, sodass insgesamt ein fester Verbund auf dem Kraftkarton 117 entsteht. Der Haftvermittler 121 sowie der Haftvermittler 125 sind als biologisch abbaubarer Klebstoff, insbesondere PLA-Basierter Klebstoff ausgeführt.

[92] Die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 119 sowie die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA- Schicht 127 sind als Folie aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere als PLA-Folie mit einem Anteil von biologisch abbaubarem Kunststof, insbesondere einem PLA- Anteil von 85% und einem Anteil von natürlichen Fasern von 15% gebildet.

[93] Für den Produktionsprozess sind die Innenschicht 131, die Trägerschicht 133 sowie die Außenschicht 135 jeweils separat mittels eines thermischen Laminierens in einem Schritt oder mehreren Schritten vorbereitet und auf Rollen bereitgehalten . Mittels eines biologisch abbaubaren Kunststoffklebers, insbesondere eines PLA-Klebstoffs (nicht dargestellt) werden dann in einem Laminierprozess, die Innenschicht 131, die Trägerschicht 133 sowie die Außenschicht 135 aufeinander geklebt, sodass insgesamt das Verbundmaterial 101 gebildet ist.

[94] Ein Verbundmaterial 201 ist aus lediglich drei Schichten gebildet und damit einfacherer aufgebaut als das Verbundmaterial 101. Anhand dieses Beispiels soll dargestellt werden, wie eine Naht einer für eine Getränkedose oder andere Lebensmitteldose genutzten Hülse ohne Dickenauftrag erstellt werden kann:

[95] Das Verbundmaterial 201 besteht aus einer Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einer PLA-Schicht 211, einem Kraftpapier 213 sowie einer Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere einer PLA-Schicht 215. Die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 211 ist dabei einer Außenseite 242 zugeordnet, die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA- Schicht 215 einer Innenseite 241. Die entsprechende Innenseite 241 und Außenseite 242 beziehen sich dabei auf eine spätere Innenseite beziehungsweise Außenseite einer Dose, beispielsweise einer Dose für trockene Lebensmittel oder Getränke.

[96] Die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 211 steht an einer Fügeseite 251 über das Kraftpapier 213 über, sodass ein Absatz 221 gebildet ist. Weiterhin steht das Kraftpapier 213 über die innenliegende Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 215 über, sodass ein weiterer Absatz 223 gebildet ist. An einer dazu korrespondierenden Fügeseite 252 des Verbundmaterials 201, also der gegenüberliegenden Fügeseite, ist dazu angepasst die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 215 überstehend über das Kraftpapier 213 angeordnet, sodass ein Absatz 233 entsteht, ebenso ist das Kraftpapier 213 überstehend über die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 211 ausgebildet, sodass ein Absatz 231 entsteht. Der Absatz 231 weist dabei die gleiche Geometrie auf wie der Absatz 221, der Absatz 233 die gleiche Geometrie wie der Absatz 223. Insbesondere sind die Längen der jeweiligen Absätze in Umfangsrichtung identisch. Für ein Fügen des Verbundmaterials zu einer Hülse für eine dosenförmige Verpackung kann nun die Fügeseite 251 mit der Fügeseite 252 zusammengeführt werden, und zwar so, dass jeweilige Teile der Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere der PLA-Schicht 211, des Kraftpapiers 213 und der Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere der PLA-Schicht 215 jeweils in einer Ebene gegenüberliegen, also der Absatz 221 in den Absatz 231 geführt wird und der Absatz 223 in den Absatz 233. Wird nun Hitze aufgebracht, so verschmelzen die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA- Schicht 211 sowie die Schicht aus einem biologisch abbaubaren Kunststoff, insbesondere die PLA-Schicht 215 jeweils mit entsprechenden Absätzen am Kraftpapier 213, sodass eine Naht ohne Aufdickung entsteht. Somit wird eine Hülse für beispielsweise eine Getränkedose gefertigt, welche eine hohe Belastbarkeit aufweist und zudem eine glatte Außenseite und eine glatte Innenseite.

[97] Das hier beschriebene Beispiel dient der einfacheren Darstellung und ist auch auf das Verbundmaterial 101 oder ein anderes Verbundmaterial aus einer beliebigen Anzahl von Schichten übertragbar, in dem dann eine jeweilige Fügeseite so ausgestaltet ist, dass jeweilige Schichten gegeneinander überlappend ausgebildet werden, an jeweiligen Fügeseiten korrespondierend zueinander.

[98] Ein Deckel 301, welcher für eine dosenförmige Verpackung genutzt werden kann, weist einen flächigen Grundkörper 303 auf und ist im Wesentlichen rund. Der flächige Grundkörper 303 kann dabei dazu eingesetzt werden, eine Hülse für eine dosenförmige Verpackung zu verschließen. Dazu sind am Grundkörper 303 Stege 305 sowie ein Steg oder mehrere Stege 307 angeordnet, welche den Grundkörper 303 versteifen und beispielsweise gegen den Innendruck einer Getränkedose stützen.

[99] Weiterhin weist der Deckel 301 einen Verschluss 311 auf, welcher als vorperforierter Verschluss im Grundkörper 303 eingebracht ist. Somit kann der Verschluss 311 von einem Benutzer aufgebrochen werden, ist jedoch nicht wiederverschließbar .

[100] Weiterhin weist der Deckel 301 einen Rand 309 auf, welcher einen innenliegenden Bund 321, einen Ringsteg 322 sowie einen außenliegenden Bund 323 aufweist. [101] Der Bund 321 streckt sich im Wesentlichen senkrecht zum Grundkörper 303, der Ringsteg 322 verläuft in etwa parallel zum Grundkörper 303 und konzentrisch zu diesem, daran anschließend ist dann wiederum in etwa senkrecht zur Ebene des Grundkörpers 303 der Bund 323 angeordnet. Insgesamt entsteht so aus dem Bund 321, dem Ringsteg 322 sowie dem Bund 323 ein im Querschnitt U-förmiger Rand 309, welcher beispielsweise über eine Hülse einer entsprechend gebildeten Getränkedose greift.

[102] Ein analog zum Deckel 301 ausgebildeter Boden 401 weist einen Grundkörper 403 auf, welcher ebenfalls zur Versteifung Stege 405 sowie Stege 407 aufweist. Die Funktion ist hier analog zu den Stegen 305 und den Stegen 307 des Grundkörpers 303 am Deckel 301. Der Boden 401 weist dabei keinen Verschluss auf, dieser Boden soll eine entsprechende Hülse, beispielsweise eine Getränkedose, vollständig und dauerhaft verschließen.

[103] Weiterhin weist der Boden 401 analog zum Deckel 301 ebenfalls einen Rand 409 auf, welcher mittels eines Bundes 421, eines Ringsteges 422 und eines Bundes 423 einen U-förmigen Rand 409 bildet. Der Boden 401 kann damit mittels dieses U-förmigen Randes 409 über eine Hülse für eine dosenförmige Verpackung gestülpt werden. Der Boden 401 ist analog zum Deckel 301 rund ausgestaltet und weist einen gleichen Durchmesser auf.

[104] Der Rand 309 sowie der Rand 409 sind im vorliegenden Beispiel geometrisch senkrecht zueinander beschrieben, wobei eine Abweichung von bis zu 3° zu einer jeweiligen Senkrechten anzunehmen ist welche für entsprechende Bestandteile als Entformungsschrägen für den Deckel 301 und den Boden 401 im Produktionsprozess dienen.

[105] Der Deckel 301 sowie der Boden 401 sind mit einem Spritzgussverfahren hergestellt und bestehen jeweils aus einem Anteil von 90% bis 95% eines biologisch abbaubaren Kunststoffs, im hier dargestellten Beispiel PLA, und 5% bis 10% natürlichen Fasern und Füllstoffen. In einer Alternativen können der Deckel 301 und/oder der Boden 401 auch in einem Thermoformverfahren gefertigt sein.

[106] Eine Dose 501 soll im vorliegenden Beispiel dazu dienen, ein schüttgutartiges oder auch pastöses Nahrungsmittel aufzunehmen, beispielsweise Mehl, Zucker, Yoghurt oder Cerealien. Die Dose 501 weist dabei eine an einem Hülsenboden 505 geschlossene Hülse 503 auf, welche aus dem Verbundmaterial 101 oder auch aus dem Verbundmaterial 201 gebildet ist. An einer Oberseite 507 ist die Hülse 503 zunächst offen und wird von dem Deckel 301 verschlossen. Der Grundkörper 303 des Deckels 301 stellt dabei sicher, dass der Inhalt der Dose 501 nicht aus der Dose 501 heraustreten kann. Dazu ist der Deckel 301 mit dem U-förmigen Rand 309 über einen Rand 509 der Hülse 503 gestülpt und mittels einer umlaufenden Schweißnaht 531 mit der Hülse 503 verbunden. Die Schweißnaht 531 ist dabei als Ultraschall-Schweißnaht ausgeführt, wobei das im Deckel 301 enthaltene PLA kurzzeitig aufgeschmolzen und damit thermoplastisch gefügt mit der Hülse 503 verbunden ist. Es kann dazu auch ein PLA-basierter Klebstoff zusätzlich innerhalb der Schweißnaht 531 verwendet werden (nicht dargestellt). [107] Insgesamt ist damit eine vollständig kompostierbare Dose 501 gebildet.

[108] Eine Getränkedose 601 weist eine rohrförmige Hülse 603 auf. Die rohrförmige Hülse ist an ihren beiden Enden 611 und 613 offen. Am Ende 611 ist die Hülse 603 mit einem Deckel 301 verschlossen. Dazu ist der Deckel 301 analog zum vorig beschriebenen Beispiel über einen Rand 609 der Hülse 603 geschoben, und zwar mittels des U-förmigen Randes 309. Damit stabilisiert der Deckel 301 die Hülse 603 in einer runden Form. Der Deckel 301 ist mittels des U-förmigen Randes 309 mit einer umlaufenden Schweißnaht 631 mit der Hülse 603 verbunden. Diese Schweißnaht 631 ist ebenfalls als Ultraschall-Schweißnaht analog zum vorigen Beispiel ausgeführt.

[109] An der Unterseite 613 ist die Hülse 603 mittels eines Bodens 401 verschlossen, wobei der Boden 401 mittels des Randes 409 über den Rand 610 geschoben ist. Mittels einer weiteren, umlaufenden Schweißnaht 631 ist dann der Boden 401 mit der Hülse 603 verbunden. Damit wird aus der Hülse 603, dem Deckel 301 sowie dem Boden 401 die flüssigkeitsdichte Getränkedose 601 gebildet.

[110] Die Hülse 603 ist dabei aus dem Verbundmaterial 101 oder alternativ auch aus dem Verbundmaterial 201 gebildet. Damit ist eine vollständig biologisch abbaubare Getränkedose 601 gebildet, welche lediglich Kraftkarton sowie PLA-basierte Werkstoffe aufweist. Damit ist die Dose 601 vollständig kompostierbar. Bezugszeichenliste 101 Verbundmaterial 111 PLA-Schicht 113 Kraftkarton 115 Kraftkarton 117 Kraftkarton 119 PLA-Schicht 121 Haftvermittler 123 Barriere 125 Haftvermittler 127 PLA-Schicht 131 Innenschicht 133 Trägerschicht 135 Außenschicht

141 Innenseiten

142 Außenseite

201 Verbundmaterial 211 PLA-Schicht 213 Kraftpapier 215 PLA-Schicht 221 Absatz 223 Absatz 231 Absatz 233 Absatz

241 Innenseite

242 Außenseite

251 Fügeseite

252 Fügeseite 301 Deckel

303 Grundkörper

305 Steg

307 Steg

309 Rand

311 Verschluss

321 Bund

322 Ringsteg

323 Bund 401 Boden

403 Grundkörper 405 Steg 407 Steg 409 Rand

421 Bund

422 Ringsteg

423 Bund 501 Dose 503 Hülse

505 Hülsenboden 507 Oberseite 509 Rand 531 Schweißnaht 601 Getränkedose 603 Hülse

609 Rand

610 Rand

611 Ende 613 Ende

631 Schweißnaht