Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
CUTTING APPARATUS AND METHOD FOR THE FINAL CUTTING OF FISH FILLETS FROM FISH WHICH ARE TRANSPORTED, TAIL FIRST, IN TRANSPORTING DIRECTION T ALONG A TRANSPORTING PATH
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/110672
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a cutting apparatus (10) designed and intended for the final cutting of fish fillets from fish which are transported, tail first, in transporting direction T along a transporting path and which have already undergone belly cutting and flank cutting, having a framework (11), having a transporting apparatus (13), which is driven in circulation by means of a drive element (12) and has at least one accommodating element (14) for a fish which is to be processed, and having a cutting-blade assembly (15), which has two blade heads (16, 17), each with a driven circular blade (18, 19), wherein the two blade heads (16, 17) are located on opposite sides of the transporting path such that the fish which are to be processed can be transported along the transporting path between the spaced-apart circular blades (18, 19), the cutting apparatus being distinguished in that, for the purpose of altering the distance (B) between the circular blades (18, 19), the blade heads (16, 17) are mounted in a movable manner on the framework (11), and in that the cutting-blade assembly (15) is assigned at least one sensing element (20, 27), which is fixed to one of the movable blade heads (16, 17), wherein each sensing element (20, 27) is arranged on the blade head (16, 17) downstream of the cutting edges (SK) of the circular blades (18, 19) , as seen in the transporting direction T, said cutting edges being directed counter to the transporting direction T, and projects beyond the respective cutting edge (SK), as seen in a direction transverse to the transporting direction T, in the direction of the centre axis (M) of the transporting apparatus (13) and therefore of the fish which are to be processed. The invention also relates to a corresponding method.

Inventors:
PFUHL ARNE (DE)
HÜSER REIKO (DE)
NORDHAUS-KEDING KEVIN (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/084113
Publication Date:
June 10, 2021
Filing Date:
December 01, 2020
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
NORDISCHER MASCHINENBAU (DE)
International Classes:
A22C25/16
Foreign References:
GB491027A1938-08-25
DE1679061A11971-03-18
US20130040544A12013-02-14
GB1196136A1970-06-24
US5413524A1995-05-09
Attorney, Agent or Firm:
STORK BAMBERGER PATENTANWÄLTE PARTMBB (DE)
Download PDF:
Claims:
Ansprüche

1. Schneidvorrichtung (10), ausgebildet und eingerichtet zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden, umfassend ein Rahmengestell (11), eine mittels eines Antriebselementes (12) umlaufend angetriebene Transportvorrichtung (13) mit mindestens einem Aufnahmeelement (14) für einen zu verarbeitenden Fisch sowie ein Trennmesseraggregat (15), das zwei Messerköpfe (16, 17) mit jeweils einem angetriebenen Kreismesser (18, 19) aufweist, wobei die beiden Messerköpfe (16, 17) auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen, derart, dass die zu verarbeitenden Fische entlang des Transportpfads zwischen den beabstandet zueinander liegenden Kreismessern (18, 19) hindurch transportierbar sind, dad u rch ge ke n nze i ch n et, dass die Messerköpfe (16, 17) zur Veränderung des

Abstandes (B) zwischen den Kreismessern (18, 19) bewegbar am Rahmengestell (11) gelagert sind und dass dem Trennmesseraggregat (15) mindestens ein Tastelement (20, 27) zugeordnet ist, das fest mit einem der bewegbaren Messerköpfe (16, 17) verbunden ist, wobei jedes Tastelement (30, 31) in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten (SK) der Kreismesser (18, 19) am Messerkopf (16, 17) angeordnet ist und quer zur Transportrichtung T in Richtung der Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische über die jeweilige Schneidkante (SK) hinausragt.

2. Schneidvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Messerköpfe (16, 17) separat voneinander steuerbar ausgebildet sind, wobei jedem Messerkopf (16, 17) ein eigenes Tastelement (20, 27) zugeordnet ist, wobei die beiden Tastelemente (20, 27) beabstandet zueinander auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen.

3. Schneidvorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand der Tastelemente (20, 27) zueinander quer zur Transportrichtung T geringer ist als der Abstand der Schneidkanten (SK) der Kreismesser (18, 19) zueinander quer zur Transportrichtung T. 4. Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Messerköpfe (16, 17) jeweils an einem freien Ende (28, 29) eines Tragarmes (30, 31) angeordnet sind, wobei die Tragarme (30,31) oberhalb der Transportvorrichtung (13) eine gemeinsame Schwenkachse (S) aufweisen, die sich in Transportrichtung T erstreckt und auf bzw. über der Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische liegt.

5. Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Messerköpfe (16, 17) individuell mit ihren Tragarmen (30, 31) um die Schwenkachse (S) schwenkbar am Rahmengestell (11) gelagert sind, wobei die beiden Tragarme (30, 31) und damit die Messerköpfe (16, 17) mit einem Federelement (32) gegen einen Anschlag (33, 34) in Richtung der Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische vorgespannt sind, derart, dass die Kreismesser (18, 19) in einer Ausgangsposition mit einem vorbestimmten minimalen Abstand (Bi) beabstandet zueinander stehen.

6. Schneidvorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (33, 34) für die Tragarme (30, 31) einstellbar ausgebildet sind, um den minimalen Abstand (Bi) zwischen den Kreismessern einstellen zu können.

7. Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Tastelement (20, 27) einstellbar ausgebildet ist, um den Abstand zur Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische und deren Mittelgräte einstellen zu können.

8. Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten (SK) der Kreismesser (18, 19) einerseits und jedem Tastelement (20, 27) andererseits in Transportrichtung T zwischen 5 und 50mm und bevorzugt zwischen 10 und 30mm beträgt. 9 Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jedem Messerkopf (16, 17) ein Abweiserelement (35, 36) zugeordnet ist, das einen ersten Abweiserabschnitt (37, 38) aufweist, der auf der der Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische zugewandten Innenseite der Kreismesser (18, 19) angeordnet ist, und einen zweiten Abweiserabschnitt (39, 40) aufweist, der sich vom ersten Abweiserabschnitt (37, 38) abknickend weg von der Mittelachse (M) der Transportvorrichtung (13) und damit der zu verarbeitenden Fische erstreckt.

Schneidvorrichtung (10) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Tastelement (20, 27) einstückig mit dem Abweiserelement (35, 36) ausgebildet ist.

Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerköpfe (16, 17) und/oder die Kreismesser (18, 19) zum einen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet sind, die sich in Transportrichtung T erstrecken, und zum anderen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet sind, die vertikal zur Transportebene (E) ausgerichtet sind.

Verfahren zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden, umfassend die Schritte:

- Transportieren der zu bearbeitenden Fische Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads mittels einer Transportvorrichtung (13),

- Schneiden der Fischfilets parallel zur Mittelgräte des zu verarbeitenden Fisches mittels eines Trennmesseraggregats (15), indem die zu verarbeitenden Fische Schwanz voraus und mit dem Rücken nach oben zum Trennmesseraggregat (15) gerichtet zwischen zwei beabstandet zueinander liegenden Kreismessern (18, 19) des Trennmesseraggregats (15) hindurch transportiert werden, dad u rch g e ke n nze i ch n et, dass die Kreismesser (18, 19) hinsichtlich ihres Abstandes zueinander durch mindestens ein Tastelement (20, 27) gesteuert werden, das in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten (SK) der Kreismesser (18, 19) seitlich an der durch das Schneiden freigelegten Mittelgräte der Fische entlanggeführt wird.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreismesser (18, 19) in Abhängigkeit der Bewegung der Tastelemente (20, 27) durch eine mechanische Kopplung zwischen Tastelement (20, 27) und die Kreismesser (18, 19) umfassenden Messerköpfen (16, 17) individuell quer zur Transportrichtung T weg von der Mittelgräte und auf die Mittelgräte zu bewegt werden.

14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der Mittelgräte durch jedes Tastelement (20, 27) in einem Abschnitt der Mittelgräte abgetastet wird, der die Kreismesser (18, 19) bereits passiert hat. 15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einer Schneidvorrichtung (10) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 ausgeführt wird.

Description:
Schneidvorrichtung und Verfahren zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Schneidvorrichtung, ausgebildet und eingerichtet zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden, umfassend ein Rahmengestell, eine mittels eines Antriebselementes umlaufend angetriebene Transportvorrichtung mit mindestens einem Aufnahmeelement für einen zu verarbeitenden Fisch sowie ein Trennmesseraggregat, das zwei Messerköpfe mit jeweils einem angetriebenen Kreismesser aufweist, wobei die beiden Messerköpfe auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen, derart, dass die zu verarbeitenden Fische entlang des Transportpfads zwischen den beabstandet zueinander liegenden Kreismessern hindurch transportierbar sind.

Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden, umfassend die Schritte: Transportieren der zu bearbeitenden Fische Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads mittels einer Transportvorrichtung, Schneiden der Fischfilets parallel zur Mittelgräte des zu verarbeitenden Fisches mittels eines Trennmesseraggregats, indem die zu verarbeitenden Fische Schwanz voraus und mit dem Rücken nach oben zum Trennmesseraggregat gerichtet zwischen zwei beabstandet zueinander liegenden Kreismessern des Trennmesseraggregats hindurch transportiert werden.

Solche Schneidvorrichtungen und Verfahren kommen in der fischverarbeitenden Industrie zum Einsatz, um durch einen Bauchschnitt und einen Flankenschnitt vom Grätengerüst vorgelöste Fischfilets endgültig und vollständig vom Grätengerüst zu lösen. Dazu werden die zu verarbeitenden Fische Schwanz voraus und Bauchseite, also dorsale Speichen nach unten in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads in einer Transportebene transportiert und passieren dabei die unterschiedlichen Verarbeitungsstationen. Die Transportebene ist nicht in streng mathematischem Sinne als Ebene zu verstehen. Mit der Transportebene wird vielmehr beschrieben, in welchem Ebenenbereich die Fische mittels der Transportvorrichtung transportiert werden. Die Oberseite/Oberfläche der Transportvorrichtung spannt eine Ebene E auf. Diese Ebene und parallel dazu liegende Ebenen bilden den Ebenenbereich. Der Bauchschnitt erfolgt mittels eines Kreismesserpaares mit einem Schnitt zu beiden Seiten der Mittelgräte des Fisches beginnend im Bereich des Schwanzes in Richtung der Bauchhöhle des Fisches, wobei die dorsalen Speichen zwischen den Kreismessern geführt sind. Der Schnitt erfolgt hinsichtlich der Schnitttiefe vertikal zur Transportrichtung T und vertikal zur Transportebene E bis kurz unterhalb der Mittelgräte. Damit sind die Fischfilets zu beiden Seiten der Mittelgräte von den dorsalen Speichen gelöst. Durch den fortlaufenden Transport der Fische in Transportrichtung T erfolgt mit den Kreismessern im Bereich der Bauchhöhle quasi ein Leerschnitt. Der Flankenschnitt erfolgt ebenfalls z.B. mit einem Kreismesserpaar. Die Kreismesser sind dabei von oben entlang der Flankengräten geführt, so dass die Fischfilets von den Flankengräten gelöst werden, und zwar bis kurz unterhalb der Mittelgräte. Trotz dieser Vorschnitte sind die Fischfilets im Bereich des Rückens noch miteinander und mit dem Grätengerüst und insbesondere mit der Mittelgräte verbunden.

Es besteht die Möglichkeit, einen Rückenschnitt sowie einen Trennschnitt separat voneinander auszuführen. Bevorzugt ist jedoch ein kombinierter Rücken- und Trennschnitt, beispielsweise mit einer Schneidvorrichtung der gattungsbildenden Art. Dazu sind zwei Kreismesser eines Trennmesseraggregats in zwei Ebenen zueinander angestellt. In der ersten Ebene sind die beiden Kreismesser aus einer Ausgangslage, in der sie beabstandet und parallel zueinanderstehen, um Schwenkachsen geschwenkt, die sich in Transportrichtung T erstrecken, derart, dass die beiden Kreismesser V-förmig zueinanderstehen. Anders ausgedrückt sind die beiden Kreismesser seitlich/quer zur Transportrichtung T gekippt. In dieser Zwischenposition befindet sich der Punkt P des kleinsten Abstandes zwischen den Kreismessern am tiefsten Messerpunkt. Um jedoch eine „aggressive“ Kreismesserstellung zu erzeugen, in der die Kreismesser möglichst nah an der Mittelgräte entlangschneiden, sind die beiden Kreismesser in der zweiten Ebene um eine Schwenkachse geschwenkt, die vertikal zur Transportebene E ausgerichtet ist, derart, dass der Punkt P des geringsten Abstandes zwischen den Kreismessern entfernt vom tiefsten Messerpunkt der Kreismesser liegt. Man spricht dann von einer „aggressiven“ Messerstellung, da die Kreismesser dadurch sehr nah an die Wirbelsäule/Mittelgräte eingestellt werden können, um eine möglichst hohe Ausbeute zu erzielen. Idealerweise ist der Punkt P des geringsten Abstandes der Transportrichtung T entgegengerichtet, derart, dass der zu verarbeitenden Fisch mit seinem Schwanzende zwischen die Kreismesser eintaucht und der Anschnitt der zu verarbeitenden Fische mit dem geringst möglichen Abstand der Kreismesser erfolgt, um ausgehend vom Schwanz bereits maximal eng an der Mittelgräte entlangzuschneiden. Bei bekannten Schneidvorrichtungen der eingangs genannten Art sind die beiden V-förmig zueinanderstehenden Kreismesser bezüglich der V-Stellung und bezüglich der Größe des kleinsten Abstandes zwischen den beiden Kreismessern fest eingestellt. Grundsätzlich lassen sich vor der Inbetriebnahme der Schneidvorrichtung der Winkel a der V-Stellung und der Abstand P einstellen. Die Verarbeitung der Fische erfolgt dann aber mit den voreingestellten Werten. Da die zu verarbeitenden Fische in ihrer Größe und auch die Mittelgräte eines Fisches im Verlauf vom Schwanz in Richtung Kopf hinsichtlich ihrer Breite und Kontur variieren, eine zu enge Einstellung der Kreismesser jedoch die Gefahr in sich birgt, mit den Kreismessern in die Mittelgräte zu schneiden, müssen die Kreismesser bezüglich des Winkels a und insbesondere bezüglich des Abstandes P auf den größten Fisch bzw. die breiteste Stelle der Mittelgräte eingestellt werden. Das führt jedoch zu einem relevanten Ausbeuteverlust, da mit der Einstellung der Kreismesser auf große oder mittlere Fische bzw. breite Mittelgräten die Kreismesser bei kleineren Fischen und bei schmaleren Bereich der Mittelgräte nicht so dicht wie erforderlich an die Mittelgräte heranreichen. Dadurch bleibt wertvolles Fleisch im Bereich der Mittelgräte und/oder der Rückengräten, das von den Kreismessern nicht erreicht wird, da der Abstand zwischen den Kreismessern zu groß ist. Mögliche Abnormitäten der Mittelgräten, z.B.

Vorsprünge, Auswüchse, Verformungen oder dergleichen können gar nicht ausgeglichen werden, mit der Folge, dass die bezüglich ihres Abstandes fest eingestellten Kreismesser in die Mittelgräte einschneiden. Das Problem des Einschneidens wird noch verstärkt durch eine federbelastete Vorspannung der fest eingestellten Kreismesser, da die Kreismesser dann durch die „aggressive“ Messerstellung quasi in die Mittelgräte „gezogen“ werden.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, eine einfache und zuverlässige Schneidvorrichtung zu schaffen, die automatisiert eine individuelle und variable Schnittführung gewährleistet. Die Aufgabe besteht weiterhin darin, ein Verfahren vorzuschlagen, mit dem das endgültige Trennen der Fischfilets von der Mittelgräte ohne Gefahr von Einschnitten in die Mittelgräte mit maximaler Ausbeute realisiert wird.

Diese Aufgabe wird durch eine Schneidvorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass die Messerköpfe zur Veränderung des Abstandes zwischen den Kreismessern bewegbar am Rahmengestell gelagert sind und dass dem Trennmesseraggregat mindestens ein Tastelement zugeordnet ist, das fest mit einem der bewegbaren Messerköpfe verbunden ist, wobei jedes Tastelement in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten der Kreismesser am Messerkopf angeordnet ist und quer zur Transportrichtung T in Richtung der Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische über die jeweilige Schneidkante hinausragt. Die Messerköpfe sind einzeln oder synchron in Richtung der Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische und von dieser/diesen weg, also quer zur Transportrichtung T, bewegbar gelagert. Vorzugsweise ist das Trennmesseraggregat bzw. sind die Messerköpfe des Trennmesseraggregats im Wesentlichen frei schwingbar gelagert. Das bedeutet, dass die Messerköpfe frei - und wenn nur gegen den Widerstand einer Federkraft oder dergleichen - dem zu verarbeitenden Fisch oder Teilen davon ausweichen können.

Mit dem mindestens einen Tastelement ist eine mechanische Kopplung zwischen Tastelement und Messerkopf zur Steuerung der Messerköpfe geschaffen, mittels der der Abstand der Kreismesser zur Mittelgräte individuell steuerbar ist. Dadurch, dass zuerst die Kreismesser mit ihren der Transportrichtung T entgegengerichteten Schneidkanten auf den Schwanz voraus und Rücken nach oben weisend transportierten Fisch treffen, werden Fischfilets rückenseitig eingeschnitten und die Mittelgräte wird mindestens teilweise freigelegt. In diesen Einschnitt taucht das den Kreismessern bzw. zumindest den der Transportrichtung T entgegengerichteten Schneidkanten in Transportrichtung T nachgeordnete Tastelement ein und läuft außenseitig entlang der Mittelgräte. Dadurch, dass das Tastelement entlang eines harten Knochenmaterials geführt ist, kann eine präzise Abtastung und entsprechend auch eine präzise Steuerung erfolgen, indem z.B. großen- und/oder konturbedingte Veränderungen der Mittelgräte unmittelbar zum Ausweichen der Kreismesser führen.

Dadurch, dass das Tastelement näher an der Mittelachse der Transportvorrichtung und damit näher an der Mittelgräte des Fisches liegt als die Kreismesser, wird jede Abweichung/Konturänderung der Mittelgräte, also z.B. aufgrund unterschiedlicher Fischgrößen, sich vom Schwanz in Richtung Kopf vergrößernder Mittelgräte und/oder Abnormalitäten im Bereich der Mittelgräte, vom Tastelement erfasst und direkt auf die Kreismesser übertragen, indem das Ausweichen der Tastelemente zwangsläufig zum Ausweichen der Messerköpfe und damit der Kreismesser führt. Dadurch sind die Kreismesser einerseits für jeden Fisch individuell maximal dicht an der Mittelgräte eingestellt, um eine maximale Ausbeute zu generieren, und andererseits werden die Kreismesser durch das Tastelement davor bewahrt, in die Mittelgräte einzudringen. Einfach ausgedrückt tastet jedes Tastelement in Transportrichtung T hinter den Kreismessern aber ortsnah zu diesen die jeweilige Breite/Kontur der Mittelgräte ab, so dass durch die Mittelgräte ausgelöste Auslenkungen jedes Tastelementes unmittelbar und direkt zum Auslenken der Messerköpfe mit den Kreismessern führen. Jedes Tastelement verhindert somit einen zu geringen Abstand zwischen den Kreismessern, wodurch ein Einschneiden der Mittelgräte mit den daraus resultierenden Konsequenzen des Verschleißes, der Verklemmung oder von Knochenresten im Fischfilet wirksam verhindert wird.

Eine bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Messerköpfe separat voneinander steuerbar ausgebildet sind, wobei jedem Messerkopf ein eigenes Tastelement zugeordnet ist, wobei die beiden Tastelemente beabstandet zueinander auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen. Wie erwähnt, können beide Messerköpfe mit einem einzigen Tastelement gesteuert werden, z.B. über entsprechende Steuer- und/oder Synchronisationsmimiken. Bevorzugt ist jedoch eine individuelle Steuerung jedes Messerkopfes für sich. Dadurch, dass jede Seite der Mittelgräte individuell durch ein separates Tastelement abgetastet werden kann, besteht insbesondere die Möglichkeit, nur eines der Kreismesser vom engsten Pfad entlang der Mittelgräte abzusteuern, wenn z.B. eine Verformung auf einer Seite der Mittelgräte vorliegt, während das zweite Kreismesser auf der gegenüberliegenden Seite weiterhin entlang des engsten Pfades geführt werden kann, wodurch eine weitere Ausbeutesteigerung realisiert ist.

Zweckmäßigerweise ist der Abstand der Tastelemente zueinander quer zur Transportrichtung T geringer als der Abstand der Schneidkanten der Kreismesser zueinander quer zur Transportrichtung T. Mit anderen Worten bilden die beiden einander gegenüberliegenden Tastelemente einen engeren Durchtrittskanal für den zu verarbeitenden Fisch als die beiden einander gegenüberliegenden Kreismesser. Dadurch wird zuverlässig sichergestellt, dass jede Konturveränderung der Mittelgräte, die zu einem Auslenken des Tastelementes führt, rechtzeitig auf die Kreismesser übertragen wird. Die Tastelemente erkennen jedes Hindernis an der Mittelgräte entlang des Transportpfads, bevor die Kreismesser dieses Hindernis erreicht haben, und sorgen über die mechanische Kopplung mit den Messerköpfen dafür, dass die Kreismesser noch rechtzeitig so weit abgesteuert werden, dass eine Kollision der Kreismesser mit der Mittelgräte oder Teilen davon ausgeschlossen ist.

Vorteilhafterweise sind die beiden Messerköpfe jeweils an einem freien Ende eines Tragarmes angeordnet, wobei die Tragarme oberhalb der Transportvorrichtung eine gemeinsame Schwenkachse S aufweisen, die sich in Transportrichtung T erstreckt und auf bzw. über der Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische liegt. Durch die Schwenkachse S und deren Ausrichtung ist einerseits ein im Wesentlichen freies Schwingen der Messerköpfe um die Schwenkachse S gewährleistet. Andererseits ist eine symmetrische Anordnung der Messerköpfe zum zu verarbeitenden Fisch geschaffen, wodurch eine einfache und präzise Steuerung der Messerköpfe, also ein direktes und präzises Ausweichen der Messerköpfe, ausgelöst durch jedes Tastelement, realisierbar ist.

Eine bevorzugte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Messerköpfe individuell mit ihren Tragarmen um die Schwenkachse S schwenkbar am Rahmengestell gelagert sind, wobei die beiden Tragarme und damit die Messerköpfe mit einem Federelement gegen einen Anschlag in Richtung der Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische vorgespannt sind, derart, dass die Kreismesser in einer Ausgangsposition mit einem vorbestimmten minimalen Abstand beabstandet zueinander stehen. Die Federkraft sorgt für einen definierten Druck der Kreismesser in Richtung der Mittelgräte der Fische. Die Federkraft kann z.B. über einen Pneumatikzylinder aufgebracht werden. Bevorzugt ist jedoch z.B. eine einfache Spiralfeder, die zwischen den beiden Tragarmen gespannt ist, derart, dass die Spiralfeder die beiden Tragarme aufeinander zu zieht. Optional sind auch magnetische Mittel zur Kraftaufbringung ersetzbar. Der Anschlag für jeden Tragarm verhindert einerseits eine Kollision der beiden Kreismesser miteinander und definiert andererseits einen vorbestimmten, festen minimalen Abstand der beiden Kreismesser. Vorteilhafterweise sind die Anschläge für die Tragarme einstellbar ausgebildet, um den minimalen Abstand zwischen den Kreismessern einstellen zu können. Als Anschlag kann z.B. eine einfache Schraube oder dergleichen dienen. Durch Drehen der Schraube, gegen die die Tragarme oder auch die Messerköpfe anschlagen, kann der Abstand der Messerköpfe mit den Kreismessern zueinander auf einfache Weise vergrößert oder verkleinert werden. Andere Stellelemente zur Voreinstellung des Abstandes der Kreismesser zueinander sind ebenfalls einsetzbar.

Bevorzugt ist jedes Tastelement einstellbar ausgebildet, um den Abstand zur Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische und deren Mittelgräte einstellen zu können. Dazu ist jedes Tastelement vorzugsweise lösbar am Messerkopf befestigt. Eine besonders einfache Lösung sieht Tastelemente vor, die durch Lösen einer Schraube, Einstellen des Abstandes und Festziehen der Schraube einstellbar sind. Andere Stellelemente zur Voreinsteinstellung des Abstandes der Tastelemente zur Mittelachse der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische und deren Mittelgräte bzw. zueinander sind ebenfalls einsetzbar.

Vorteilhafterweise beträgt der Abstand zwischen den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten der Kreismesser einerseits und jedem Tastelement andererseits in Transportrichtung T zwischen 5 und 50mm und bevorzugt zwischen 10 und 30mm. Wie bereits ausgeführt, ist jedes Tastelement in Transportrichtung T gesehen ortsnah hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten der Kreismesser angeordnet, mit denen der zu verarbeitende Fisch zuerst in Kontakt kommt. Aus empirischen Ermittlungen ist bekannt, dass die Mittelgräte grundsätzlich keine abrupten Veränderungen in den Dimensionen aufweist, sondern sich ausgehend vom Schwanzende in Richtung Kopfende im Wesentlichen kontinuierlich verändert und insbesondere breiter wird. Dadurch, dass jedes Tastelement in Transportrichtung T unmittelbar hinter den Schneidkanten der Kreismesser angeordnet ist, reicht die Ausweich-/Auslenkbewegung der Tastelemente und damit der Messerköpfe mit den Kreismessern noch aus, um den Abstand der Kreismesser ausreichend weit zu vergrößern.

Eine vorteilhafte Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, dass jedem Messerkopf ein Abweiserelement zugeordnet ist, das einen ersten Abweiserabschnitt aufweist, der auf der der Mittelachse M der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische zugewandten Innenseite der Kreismesser angeordnet ist, und einen zweiten Abweiserabschnitt aufweist, der sich vom ersten Abweiserabschnitt abknickend weg von der Mittelachse M der Transportvorrichtung und damit der zu verarbeitenden Fische erstreckt. Mit dem Abweiserelement wird sichergestellt, dass das durch die Kreismesser geschnittene Fischfilet nicht noch einmal geschnitten wird. Mit anderen Worten schützt das Abweiserelement die bereits geschnittenen Bereiche des Fischfilets vor erneutem Kontakt mit den Schneidkanten der Kreismesser.

Vorzugsweise ist jedes Tastelement einstückig mit dem Abweiserelement ausgebildet. Damit ist eine besonders einfache Bauweise gewährleistet, da mit einem Bauteil eine Mehrfachfunktion erreicht wird. Beispielsweise kann das Abweiserelement in Verlängerung des Abweiserabschnittes ein fingerartiges Tastelement aufweisen, das sich in den Transportpfad der zu verarbeitenden Fische erstreckt. Andere Varianten in der Ausbildung des Tastelementes, z.B. in Form separater Tastmittel, sind aber ebenfalls einsetzbar.

Eine bevorzugte Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die Messerköpfe und/oder die Kreismesser zum einen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet sind, die sich in Transportrichtung T erstrecken, und zum anderen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet sind, die vertikal zur Transportebene ausgerichtet sind. Damit ist auf besonders einfache und präzise Weise eine optimale Voreinstellung der Kreismesser für einen ausbeuteoptimierten Schnitt gewährleistet.

Die Aufgabe wird auch durch ein Verfahren mit den eingangs genannten Schritten dadurch gelöst, dass die Kreismesser hinsichtlich ihres Abstandes zueinander durch mindestens ein Tastelement gesteuert werden, das in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten SK der Kreismesser seitlich an der durch das Schneiden freigelegten Mittelgräte der Fische entlanggeführt wird.

Die sich daraus ergebenden Vorteile wurden bereits im Zusammenhang mit der Schneidvorrichtung erläutert, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechenden Passagen verwiesen wird. Letztlich ertasten die Tastelemente jede Abweichung der Mittelgräte und stellen sicher, dass die Kreismesser ausweichen, bevor diese die ertasteten Abweichungen erreichen. Vorzugsweise werden die Kreismesser in Abhängigkeit der Bewegung der Tastelemente durch eine mechanische Kopplung zwischen Tastelement und die Kreismesser umfassenden Messerköpfen individuell quer zur Transportrichtung T weg von der Mittelgräte und auf die Mittelgräte zu bewegt.

Erfindungsgemäß wird die Breite der Mittelgräte durch jedes Tastelement in einem Abschnitt der Mittelgräte abgetastet, der die Kreismesser bereits passiert hat.

Ganz besonders bevorzugt wird das Verfahren mit einer Schneidvorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 ausgeführt.

Die sich aus den vorstehenden Verfahrensschritten ergebenden Vorteile wurden bereits im Zusammenhang mit der Schneidvorrichtung erläutert, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen auf die entsprechenden Passagen verwiesen wird.

Weitere zweckmäßige und/oder vorteilhafte Merkmale und Weiterbildungen zur Schneidvorrichtung sowie zum Verfahren ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung. Besonders bevorzugte Ausführungsformen der Schneidvorrichtung und des Verfahrens werden anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1 eine schematische Darstellung wesentlicher Komponenten einer erfindungsgemäßen Schneidvorrichtung in perspektivischer Ansicht,

Fig. 2 eine Vorderansicht der Schneidvorrichtung entgegen der Transportrichtung T,

Fig. 3 eine Draufsicht auf das Trennmesseraggregat,

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Messerkopfes mit Abweiserelement und Tastelement in perspektivischer Ansicht, und

Fig. 5 a bis c) eine schematische Darstellung der Schneidvorrichtung in unterschiedlichen Verarbeitungszuständen. Die in der Zeichnung dargestellte Schneidvorrichtung ist zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden, ausgebildet und eingerichtet.

Die dargestellte Schneidvorrichtung 10 umfasst ein Rahmengestell 11, eine mittels eines Antriebselementes 12 umlaufend angetriebene Transportvorrichtung 13 mit mindestens einem Aufnahmeelement 14 für einen zu verarbeitenden Fisch sowie ein Trennmesseraggregat 15, das zwei Messerköpfe 16, 17 mit jeweils einem angetriebenen Kreismesser 18, 19 aufweist, wobei die beiden Messerköpfe 16, 17 auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen, derart, dass die zu verarbeitenden Fische entlang des Transportpfads zwischen den beabstandet zueinander liegenden Kreismessern 18, 19 hindurch transportierbar sind.

Diese Schneidvorrichtung 10 zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass die Messerköpfe 16, 17 zur Veränderung des Abstandes zwischen den Kreismessern 18, 19 bewegbar am Rahmengestell 11 gelagert sind und dass dem Trennmesseraggregat 15 mindestens ein Tastelement 20 zugeordnet ist, das fest mit einem der bewegbaren Messerköpfe 16, 17 verbunden ist, wobei jedes Tastelement 20 in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 am Messerkopf 16, 17 angeordnet ist und quer zur Transportrichtung T in Richtung der Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische über die jeweilige Schneidkante SK hinausragt.

Die Schneidvorrichtung 10 kann als vereinzelte Verarbeitungsstation ausgebildet sein. Vorzugsweise sind entlang des Transportpfads in Transportrichtung T vor der Schneidvorrichtung 10 bzw. vor dem Trennmesseraggregat 15 für den Rücken- /T rennschnitt weitere Verarbeitungsstationen, wie z.B. ein Trennmesseraggregat für den Bauchschnitt, ein Trennmesseraggregat für den Flankenschnitt sowie ein Trennmesseraggregat für das Pinboneschneiden zur Bildung einer Verarbeitungslinie angeordnet. Die erfindungsgemäße Schneidvorrichtung 10 kann eine eigenständige Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung umfassen. Bevorzugt weist die Verarbeitungslinie eine übergeordnete Steuerungs- und/oder Regelungseinrichtung auf, an die die einzelnen Verarbeitungsstationen angeschlossen sind. Die im Folgenden beschriebenen Merkmale und Weiterbildungen stellen für sich betrachtet oder in Kombination miteinander bevorzugte Ausführungsformen dar. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Merkmale, die in den Ansprüchen und/oder der Beschreibung und/oder der Zeichnung zusammengefasst oder in einer gemeinsamen Ausführungsform beschrieben sind, auch funktional eigenständig die weiter oben beschriebene Schneidvorrichtung 10 weiterbilden können.

Die Schneidvorrichtung 10 ist bevorzugt dazu ausgebildet und eingerichtet, dass die zu verarbeitenden Fische nicht nur Schwanz voraus in Transportrichtung T, sondern zusätzlich mit dem Rücken nach oben weisend transportiert werden. Die Transportvorrichtung 13 ist derart ausgerichtet, dass sich eine im Wesentlichen horizontale Transportebene E ergibt, wobei auch gegenüber der Horizontalen geneigte Transportebenen möglich sind. Das Trennaggregat 15 ist vorzugsweise oberhalb der Transportvorrichtung 13 angeordnet. Die Transportvorrichtung 13 weist z.B. eine Transportkette oder einen Transportgurt auf. In der gezeigten Ausführungsform ist die Transportvorrichtung 13 ein Nagelband 21, das umlaufend um Umlenk- und/oder Antriebskörper 22 geführt und/oder angetrieben ist. Das Nagelband 21, ein endloses Transportband 23 mit dornartigen Aufsätzen 24 als Aufnahmeelement 14 für die zu verarbeitenden Fische, weist einen Transporttrum 25 und eine Rückführtrum 26 auf. Das Trennmesseraggregat 15 ist oberhalb des Transporttrums 25 angeordnet.

Die zu verarbeitenden Fische treffen Schwanz voraus auf das Trennmesseraggregat 15. Der Schwanz fädelt zwischen den beabstandet zueinanderstehenden Kreismessern 18, 19 ein. Dann treffen die Kreismesser 18, 19 mit ihren der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten SK auf den Fisch. Durch die Förderung der Fische in Transportrichtung T schneiden die Kreismesser 18, 19 zu beiden Seiten entlang der Mittelgräte der Fische und trennen die Fischfilets vollständig vom Grätengerüst.

Die Messerköpfe 16, 17 können über eine entsprechende Mimik/Konstruktion synchron gesteuert werden. Vorzugsweise sind die beiden Messerköpfe 16, 17 jedoch separat voneinander steuerbar ausgebildet, wobei jedem Messerkopf 16, 17 ein eigenes Tastelement 20, 27 zugeordnet ist, wobei die beiden Tastelemente 20, 27 beabstandet zueinander auf gegenüberliegenden Seiten des Transportpfads liegen. Mit der Steuerung der Messerköpfe 16, 17 ist die Bewegbarkeit der Messerköpfe 16, 17 und damit die Positionierung der Kreismesser 18, 19 relativ zum zu verarbeitenden Fisch beschrieben. Durch die Ausbildung als separat steuerbarer Messerkopf 16, 17 ist jeder Messerkopf 16, 17 individuell bewegbar und einstellbar. Jeder Messerkopf 16, 17 weist ein eigenes Tastelement 20, 27 auf, so dass jeder Messerkopf 16, 17 aufgrund der mechanischen Kopplung mit dem eigenen Tastelement 20, 27 individuell in Abhängigkeit z.B. des Verlaufs und/oder der Kontur und/oder der Dimension der Mittelgräte während der Verarbeitung optimiert relativ zum zu verarbeitenden Fisch positionierbar ist.

Der Abstand A der T astelemente 20, 27 zueinander quer zur T ransportrichtung T ist geringer als der Abstand B der Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 zueinander quer zur Transportrichtung T. Das bedeutet, dass die Tastelemente 20, 27 in jeder Verarbeitungssituation näher an der Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit am zu verarbeitenden Fisch und dessen Mittelgräte liegen als die Kreismesser 18, 19 mit ihren Schneidkanten S K im Bereich ihres geringsten Abstandes Bi. Die Figuren 5a bis c beschreiben verschiedene Verarbeitungssituationen der Schneidvorrichtung 10. In der Figur 5a ist der zu verarbeitende Fisch gerade mit seinem Schwanzende zwischen den Kreismessern 18, 19 eingefädelt. Die Kreismesser 18, 19 bzw. deren Schneidkanten SK weisen einen voreingestellten, minimalen Abstand Bi auf. Die Tastelemente 20, 27 weisen einen Abstand Ai auf, wobei Ai < Bi ist. Mit fortschreitendem Transport erreicht der Fisch mit seiner von den Kreismessern 18, 19 freigelegten Mittelgräte die Tastelemente 20, 27. Die Mittelgräte weist üblicherweise ausgehend vom Schwanzende in Richtung Kopfende eine zunehmende Breite auf. In der Figur 5b hat die Mittelgräte die Tastelemente 20, 27 gerade erreicht, allerdings entspricht die Breite der Mittelgräte in diesem Bereich noch dem Abstand A2 der Tastelemente, wobei A2 = Ai, so dass noch keine Auslenkung erfolgt.

Entsprechend ist auch der Abstand B2 der Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 unverändert, nämlich B2 = Bi. In der Figur 5c befindet sich die Mittelgräte mit einer Breite zwischen den Tastelementen 20, 27, die größer ist als A1 = A2. Entsprechend sind die Tastelemente 20, 27 seitlich ausgelenkt. Dadurch weisen die Tastelemente 20, 27 einen Abstand A3 auf, wobei A3 > Ai = A2. Durch die mechanische Kopplung von Tastelement 20, 27 und Messerkopf 16, 17 ist auch der Abstand B 3 der Schneidkanten S K der Kreismesser 18, 19 größer als Bi = B 2 . Bei einer gleichmäßig geformten Mittelgräte erfolgt die Bewegung der Messerköpfe 16, 17 synchron. Für den Fall, dass die Mittelgräte z.B. auf einer Seite eine Verformung aufweist, wird der Abstand B 3 und damit A3 nur durch die Bewegung eines einzelnen Messerkopfes 16 oder 17 verändert. Die Messerköpfe 16, 17 können direkt bewegbar am Rahmengestell 11 gelagert sein. Vorzugsweise sind die beiden Messerköpfe 16, 17 jeweils an einem freien Ende 28, 29 eines Tragarmes 30, 31 angeordnet, wobei die Tragarme 30, 31 oberhalb der Transportvorrichtung 13 eine gemeinsame Schwenkachse S aufweisen, die sich in Transportrichtung T erstreckt und auf bzw. über der Mittelachse der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische liegt (siehe insbesondere Figur 2). Optional können die Tragarme 30, 31 im Wesentlichen frei schwingend gelagert sein, derart, dass die Messerköpfe 16, 17 u.a. aufgrund der kragarmartigen Form der Tragarme 30, 31 um die Schwenkachse S auf die Mittelachse M zu schwenkend ausgebildet und eingerichtet sind. Vorzugsweise sind die beiden Messerköpfe 16, 17 individuell mit ihren Tragarmen 30, 31 um die Schwenkachse S schwenkbar am Rahmengestell 11 gelagert, wobei die beiden Tragarme 30, 31 und damit die Messerköpfe 16, 17 mit einem Federelement 32 aufeinander zu und gegen einen Anschlag 33, 34 in Richtung der Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische vorgespannt sind, derart, dass die Kreismesser 18, 19 in einer Ausgangsposition mit einem vorbestimmten minimalen Abstand Bi (siehe Figur 5a) beabstandet zueinander stehen. Es können für jeden Tragarm 30, 31 separate Federelemente 32 vorgesehen sein. Als Federelemente 32 werden auch Pneumatikzylinder oder dergleichen angesehen. Die Federkraft ist insbesondere beim Einsatz von Pneumatikzylindern einstellbar ausgebildet. Besonders bevorzugt ist zwischen den beiden Tragarmen 30, 31 quer zur Transportrichtung T ein den Transportpfad überspannendes Federelement 32 vorgesehen.

Die Anschläge 33, 34 können feste Anschlagbolzen oder dergleichen sein. Bevorzugt sind die Anschläge 33, 34 für die Tragarme 30, 31 jedoch einstellbar ausgebildet, um den Abstand B und insbesondere den minimalen Abstand Bi zwischen den Kreismessern 18, 19 einstellen zu können. Die Anschläge 33, 34 können, wie beschrieben, mechanischer Art sein. In anderen Ausführungsformen kann die Bewegung der Messerköpfe 16, 17 auch elektromechanisch oder elektronisch eingeschränkt oder begrenzt werden.

Vorzugsweise ist auch jedes Tastelement 20, 27 einstellbar ausgebildet, um den Abstand A zur Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische und deren Mittelgräte einstellen zu können. In einfachen Ausführungsformen sind die Tastelemente 20, 27 auf einen festen Minimalabstand Ai eingestellt. Durch die einstellbare Ausbildung kann der Minimalabstand Ai individuell voreingestellt werden.

Wie weiter oben bereits beschrieben, befinden sich die Tastelemente 20, 27 in Transportrichtung T gesehen ortsnah hinter den Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19. Ortsnah ist z.B. abhängig von der Gestalt und/oder Kontur und/oder Breite der Mittelgräte und bedeutet im Allgemeinen, dass die Distanz nur so groß ist, dass das Erkennen/Ertasten möglicher Verdickungen zwangsläufig dazu führt, dass die Kreismesser noch rechtzeitig nach außen bewegt werden, um einen Einschnitt in die Mittelgräte zu verhindern. Konkret beträgt der Abstand V zwischen den der Transportrichtung T entgegengerichteten Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 einerseits und jedem Tastelement 20, 27 andererseits in Transportrichtung T vorzugsweise zwischen 5 und 50mm und bevorzugt zwischen 10 und 30mm.

Optional ist jedem Messerkopf 16, 17 ein Abweiserelement 35, 36 zugeordnet, das einen ersten Abweiserabschnitt 37, 38 aufweist, der auf der der Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische zugewandten Innenseite der Kreismesser 18, 19 angeordnet ist, und einen zweiten Abweiserabschnitt 39, 40 aufweist, der sich vom ersten Abweiserabschnitt 37, 38 abknickend weg von der Mittelachse M der Transportvorrichtung 13 und damit der zu verarbeitenden Fische erstreckt. Vorzugsweise ist jedes Tastelement 20, 27 einstückig mit dem Abweiserelement 35, 36 ausgebildet. In den dargestellten Ausführungsformen ist das Tastelement 20, 27 eine partielle Verlängerung des zweiten Abweiserabschnittes 39, 40. Das das Tastelement 20, 27 umfassende Abweiserelement 35, 36 ist z.B. mittels Schrauben 41, 42 lösbar am Messerkopf 16, 17 befestigt.

Die Position bzw. Neigung der Kreismesser 18, 19 ist einstellbar. Das kann über die Einsteilbarkeit der Messerköpfe 16, 17 oder der Kreismesser 18, 19 selbst realisiert sein. Zur Einstellung/Verstellung sind die Messerköpfe 16, 17 und/oder die Kreismesser 18, 19 zum einen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet, die sich in Transportrichtung T erstrecken, und zum anderen um Achsen schwenkbar und/oder einstellbar ausgebildet, die vertikal zur Transportebene E ausgerichtet sind. Im Folgenden wird das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere anhand der Figuren 5a bis c beschrieben:

Das Verfahren dient zum endgültigen Trennen von Fischfilets von Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads transportierten Fischen, die bereits einem Bauchschnitt und einem Flankenschnitt unterzogen wurden. Dazu werden die zu bearbeitenden Fische Schwanz voraus in Transportrichtung T entlang eines Transportpfads mittels einer Transportvorrichtung 13 transportiert. Die Bauchseite mit den dorsalen Speichen ist dabei nach unten gerichtet. Die Rückenseite mit den ventralen Speichen weist nach oben. Beim Transport entlang des Transportpfads werden die Fischfilets parallel zur Mittelgräte des zu verarbeitenden Fisches mittels eines Trennmesseraggregats 15 geschnitten, indem die zu verarbeitenden Fische Schwanz voraus und mit dem Rücken nach oben zum Trennmesseraggregat 15 gerichtet zwischen zwei beabstandet zueinander liegenden Kreismessern 18, 19 des Trennmesseraggregats 15 hindurch transportiert werden.

Dieses Verfahren zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, dass die Kreismesser 18, 19 hinsichtlich ihres Abstandes zueinander durch mindestens ein Tastelement 20, 27 gesteuert werden, das in Transportrichtung T hinter den der Transportrichtung T entgegen gerichteten Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 seitlich an der durch das Schneiden freigelegten Mittelgräte der Fische entlanggeführt wird. Die Kreismesser 18, 19 können während des Trennvorgangs an die jeweils optimale Position angepasst werden, da jedes Tastelement bestehende Veränderungen in der Größe/Breite/Kontur der Mittelgräte quasi vorfühlt und die entsprechenden Ausweichbewegungen auf die Kreismesser überträgt. Dadurch, dass der ursprüngliche/kleinste Abstand A zweier gegenüberliegender Tastelemente 20, 27 kleiner ist als der ursprüngliche/kleinste Abstand B der einander gegenüberliegenden Kreismesser 18, 19 führt das Abtasten der Mittelgräte in Transportrichtung T hinter den Schneidkanten SK der Kreismesser 18, 19 noch zu einer rechtzeitigen Abstandsvergrößerung der Kreismesser 18, 19. Vorzugsweise wird die Breite der Mittelgräte durch jedes Tastelement 20, 27 in einem Abschnitt der Mittelgräte abgetastet, der die Kreismesser 18, 19 bereits passiert hat.

Vorzugsweise werden die Kreismesser 18, 19 in Abhängigkeit der Bewegung der Tastelemente 20, 27 durch eine mechanische Kopplung zwischen Tastelement 20, 27 und die Kreismesser 18, 19 umfassenden Messerköpfen 16, 17 individuell quer zur Transportrichtung T weg von der Mittelgräte und auf die Mittelgräte zu bewegt. Jedes Kreismesser 18, 19 folgt dadurch einem individuellen Pfad entlang der Mittelgräte in Abhängigkeit der Position des jeweils zugeordneten Tastelementes 20, 27. Sobald der Fisch mit seiner Mittelgräte den Bereich der Kreismesser 18, 19 verlassen hat, bewegen sich die Tastelemente 20, 27 und damit auch die Messerköpfe 16, 17 in ihre ursprüngliche Ausgangsposition zurück.

Besonders bevorzugt wird das Verfahren mit einer Schneidvorrichtung 10 nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 11 ausgeführt.