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Patent Searching and Data


Title:
DENTAL GUIDE SYSTEM FOR TOOTH PREPARATION
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/074204
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a dental guide system (100) for tooth preparation, having: an electronic detection system (101) for detecting a three-dimensional actual tooth shape (103-1); a comparison device (105) for determining spatial deviation regions (107) where the determined actual tooth shape (103-1) deviates from a specified target tooth shape (103-5); and augmented reality glasses (109) having a display device (111) for optically displaying the spatial deviation regions (107).

Inventors:
FOLLONIER STÉPHANE (CH)
WACHTER WOLFGANG (LI)
Application Number:
PCT/EP2019/074332
Publication Date:
April 16, 2020
Filing Date:
September 12, 2019
Export Citation:
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Assignee:
IVOCLAR VIVADENT AG (LI)
International Classes:
A61B6/03; A61C1/08; A61B6/14; A61B34/10; A61B34/20; A61B90/00; G03B42/02
Domestic Patent References:
WO2015110859A12015-07-30
Foreign References:
US20150310668A12015-10-29
JP5043145B22012-10-10
Attorney, Agent or Firm:
BALDUS, Oliver (DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Dentales Führungssystem (100) zur Zahnpräparation, mit: einem elektronischen Erfassungssystem (101) zum

Erfassen einer dreidimensionalen Ist-Zahnform (103-1); einer Vergleichseinrichtung (105) zum Ermitteln von räumlichen Abweichungsbereichen (107), an denen die ermittelte Ist-Zahnform (103-1) von einer vorgegebenen Soll-Zahnform (103-S) abweicht; und einer Datenbrille (109) mit einer Anzeigeeinrichtung (111) zum optischen Anzeigen der räumlichen

Abweichungsbereiche (107).

2. Dentales Führungssystem (100) nach Anspruch 1, wobei die Datenbrille (109) das elektronische Erfassungssystem (101) umfasst .

3. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das elektronische Erfassungssystem (101) ein stereoskopisches Erfassungssystem mit einer ersten und einer zweiten Kamera (113-1, 113-2) oder ein

stereoskopisches Erfassungssystem mit einer plenoptischen Kamera umfasst.

4. Dentales FührungsSystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das elektronische Erfassungssystem (101) eine 3D-Kamera zum Erfassen einer dreidimensionalen Ist- Zahnform (103-1) auf Basis einer Laufzeitmessung von Licht umfasst .

5. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Vergleichseinrichtung (105) ausgebildet ist, einen Restaurationsparameter auf Basis der erfassten Ist-Zahnform (103-1) zu ermitteln.

6. Dentales Führungssystem (100) nach Anspruch 5, wobei das Führungssystem (100) ausgebildet ist, den

Restaurationsparameter auf der Anzeigeeinrichtung (111) der Datenbrille (109) anzuzeigen.

7. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das elektronische Erfassungssystem (101) ausgebildet ist, die dreidimensionale Ist-Zahnform (103-1) auf Basis einer zeitlichen Serie von Zahnbildern zu ermitteln.

8. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das elektronische Erfassungssystem (101) ausgebildet ist, die Position eines Behandlungswerkzeuges

9. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Führungssystem (100) ausgebildet ist, eine elektronische Datei zu erzeugen, die einen Ablauf einer Behandlung dokumentiert.

10. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das FührungsSystem (100) ausgebildet ist, die räumliche Position der Datenbrille (109) zu erfassen.

11. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Erfassungssystem (111) ein optisches Erfassungssystem ist, das eine Autofocus- oder

Zoomfunktion zum Erfassen der Ist-Zahnform umfasst.

12. Dentales Führungssystem (100) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Führungssystem (100) einen Spiegel (117) zum Erfassen der dreidimensionalen Ist-Zahnform (103-1) umfasst.

13. Verfahren zur Zahnpräparation, mit den Schritten:

Erfassen (S101) einer dreidimensionalen Ist-Zahnform (103-1) mit einem elektronischen Erfassungssystem (101) ;

Ermitteln (S1Q2) von räumlichen Abweichungsbereichen (107), an denen die ermittelte Ist-Zahnform (103-1) von einer vorgegebenen Soll-Zahnform (103-S) abweicht; und

Anzeigen (S103) der räumlichen Abweichungsbereiche (107) auf einer Anzeigeeinrichtung (111) einer Datenbrille (109) .

14. Verfahren nach Anspruch 13, wobei ein

Restaurationsparameter auf Basis der erfasstep Isl.-

Zahnform (103-1) ermittelt wird.

15. Verfahren nach Anspruch 14 , wobei die der

Restaurationsparameter auf der Anzeigeeinrichtung ( 111 ) der Datenbrille (109) angezeigt wird .

16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15 , wobei die dreidimensionale Ist-Zahnform (103-1) auf Basis einer zeitlichen Serie von Zahnbildern ermittelt wird.

17. Verfahren nach Anspruch 13 bis 16, wobei die Position

eines Behandlungswerkzeuges ( 115 ) erfasst wird.

18. Verfahren nach Anspruch 13 bis 17 , wobei die räumliche

Position der Datenbrille (109) erfasst wird.

Description:
TITEL

DENTÄLES FUEHRUNGSSYSTEM ZUR ZAHNPRÄEPARATION BESCHREIBUNG

Die vorliegende Erfindung betrifft ein dentales Führungssystem zur Zahnpräparation und ein Verfahren zur Zahnpräparation, Bei der Formgebung von Zähnen im Mund eines Patienten kann es leicht zu Problemen kommen, weil Werkzeuge, wie beispielsweise Bohrer, nicht korrekt verwendet werden. Einmal abgetragenes Zahnmaterial ist dauerhaft entfernt und kann nicht wieder hinzugefügt werden. Grundsätzlich sollte die natürliche

Zahnsubstanz soweit wie möglich erhalten bleiben.

Es ist daher die technische Aufgabe der vorliegenden

Erfindung, die manuelle Formgebung von Zähnen im Mund eines Patienten zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Diese Aufgabe wird durch Gegenstände nach den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind

Gegenstand der abhängigen Ansprüche, der Beschreibung und der Figuren .

Gemäß einem ersten Aspekt wird die vorliegende Aufgabe durch ein dentales Führungssystem zur Zahnpräparation gelöst, mit einem elektronischen Erfassungssystem zum Erfassen einer dreidimensionalen Ist-Zahnform; einer Vergleichseinrichtung zum Ermitteln von räumlichen Abweichungsbereichen, an denen die ermittelte Ist-Zahnform von einer vorgegebenen Soll- Zahnform abweicht; und einer Datenbrille mit einer

Anzeigeeinrichtung zum optischen Anzeigen der räumlichen

Abweichungsbereiche. Das Erfassen einer dreidimensionalen Ist- Zahnform kann kontinuierlich und in Echtzeit während der Formgebung erfolgen. Durch das elektronische Erfassungssystem wird ein digitaler Datensatz erhalten, der die

dreidimensionale Ist-Zahnform beschreibt und der von der

Vergleichseinrichtung verarbeitet werden kann. Das Erfassen kann mittels eines optischen Verfahrens oder eines

Röntgenverfahrens durchgeführt werden. Im Allgemeinen kann das elektronische Erfassungssystem jedes Erfassungssystem sein, mit dem sich ein digitaler Datensatz für die dreidimensionalen Ist-Zahnform erhalten lässt. Die Abweichungsbereiche werden direkt über den visuell wahrnehmbaren Zahn überlagert.

Datenbrille mit der Änzeigeeinrichtung dient zum optischen Anzeigen der räumlichen Abweichungsbereiche über dem visuell wahrnehmbaren Zahn.

Durch das optische Hervorheben von Abweichungsbereichen durch die Datenbrille kann ein behandelnder Zahnarzt unmittelbar erkennen, welche räumlichen Bereiche des Zahns zu entfernen sind, damit die gewünschte Soll-Zahnform erhalten wird.

Dadurch wird der technische Vorteil erreicht, dass ein

unbeabsichtigtes Abträgen räumlicher Bereiche verhindert werden kann und möglichst viel natürliche Zahnsubstanz

erhalten bleibt.

Die Ist-Zahnform ist beispielsweise die tatsächliche räumliche Form eines Zahnes, eines Kiefers, eines

Bohrschablonenersatzes, einer Brücke oder einer Krone. Die Soll-Zahnform ist die räumliche Form des Zahnes, des Kiefers, des Bohrschablonenersatzes, der Brücke oder der Krone, die diese nach der manuellen Bearbeitung aufweisen sollen. Die Datenbrille ist ein als Brille getragenes elektronisches

Gerät, mit dem einem Benutzer zusätzlich zur natürlichen visuellen Wahrnehmung weitere Informationen optisch angezeigt werden können. Die Datenbrille kann durch die

Anzeigeeinrichtung zusätzliche Informationen auf einem Bild überlagern, das von dem Auge des Trägers wahrgenommen wird. Die Anzeigeeinrichtung umfasst beispielsweise einen augennahen Bildschirm oder einen Projektor zur direkten Projektion auf der Netzhaut. Daneben können die Informationen auf einem externen Bildschirm angezeigt werden.

In einer technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems umfasst die Datenbrille das elektronische Erfassungssystem. Durch eine Integration des Erfassungssystems in die Datenbrille wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich der Aufbau des dentalen Führungssystems vereinfacht .

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems umfasst das elektronische

Erfassungssystem ein stereoskopisches Erfassungssystem mit einer ersten und einer zweiten Kamera oder ein

stereoskopisches Erfassungssystem mit einer plenoptischen Kamera. Eine plenoptische Kamera, auch Lichtfeldkamera

genannt, erfasst neben den üblichen zwei Bilddimensionen die Richtung einfallender Lichtstrahlen. Durch die zusätzliche Dimension enthalten plenoptische Aufnahmen Informationen über die Bildtiefe. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die Ist-Zahnform mit geringem

technischem Aufwand erfasst werden kann und sich das

Erfassungssystem auf einfache Weise in eine Datenbrille integrieren lässt. Außerdem kann das Erfassen der

dreidimensionalen Ist-Zahnform auch auf Basis mehrerer Bilder, mittels eines Streifenprojektionsverfahrens oder mittels einer Linsenrasterkamera erfolgen.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems umfasst das elektronische

Erfassungssystem eine 3D-Kamera zum Erfassen einer

dreidimensionalen Ist-Zahnform auf Basis einer Laufzeitmessung von Licht. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich die Zahnform auf schnelle Weise und mit einer kompakten Kamera ermitteln lässt.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist die Vergleichseinrichtung ausgebildet, einen Restaurationsparameter auf Basis der erfassten Ist-Zahnform zu ermitteln. Der

Restaurationsparameter ist beispielsweise ein

Präparationswinkel , der angibt, um welchen Winkel die

Präparation von der Längsachse abweicht. Im Allgemeinen kann es sich bei dein Restaurationsparameter jedoch um jeden

Parameter handeln, der bei der Bearbeitung eine Rolle spielt. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass Restaurationsparameter überwacht werden können und sich die Formgebung des Zahnes weiter vereinfacht.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das Führungssystem ausgebildet, den Restaurationsparameter auf der Anzeigeeinrichtung der Datenbrille anzuzeigen. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass der Restaurationsparameter bei der manuellen Bearbeitung des Zahnes direkt berücksichtigt werden kann.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das elektronische

Erfassungssystem ausgebildet, die dreidimensionale Ist- Zahnform auf Basis einer zeitlichen Serie von Zahnbildern zu ermitteln. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich die Zahnform auf einfache und genaue Weise ermitteln lässt. Jedes weitere Zahnbild der Serie erhöht die Genauigkeit der ermittelten Ist-Zahnform. Die Serie der

Zahnbilder lässt sich beispielsweise zu einem (Teil-)

Rundumbild des Zahnes zusammensetzen, das zur weiteren Rekonstruktion der Ist-Zahnform verwendet wird. Hierzu können spezielle Computeralgorithmen verwendet werden.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das elektronische

Erfassungssystem ausgebildet, die Position eines

Behandlungswerkzeuges zu erfassen. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich die Position des Behandlungswerkzeuges in Echtzeit verfolgen lässt. Auf Basis dieser Position kann das Behandlungswerkzeug gesteuert werden. Aus der ermittelten Position des Behandlungswerkzeuges lässt sich auch auf die Ist-Form zurückschließen, da sich an der Position des Behandlungswerkzeuges kein Zahn befindet.

Beispielsweis kann mit einem Tastwerkzeug als

Behandlungswerkzeug, dessen Position verfolgt wird, die dreidimensionale Ist-Zahnform berechnet werden.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das Führungssystem ausgebildet, eine elektronische Datei zu erzeugen, die einen Ablauf einer Behandlung dokumentiert. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass Informationen über die

Behandlung dauerhaft elektronisch gespeichert werden können.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das Führungssystem ausgebildet, die räumliche Position der Datenbrille zu erfassen. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die räumliche Position der Datenbrille bei der Ermittlung der dreidimensionalen Ist-Zahnform berücksichtigt werden kann.

Dadurch wird die Genauigkeit der ermittelten Ist-Zahnform erhöht. Durch die Berücksichtigung eines Winkels kann die Genauigkeit einer Projektion der AbweichungsInformation in der Datenbrille erhöht werden. In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems ist das Erfassungssystem ein

optisches Erfassungssystem, das eine Autofocus- oder

Zoomfunktion zum Erfassen der Ist-Zahnform umfasst. Die

Autofocus-Funktion erlaubt eine automatische ScharfStellung, indem eine Kameraeinstellung an die Entfernung zwischen Kamera und Zahn angepasst wird und der Zahn scharf abgebildet wird. Die Zoom-Funktion erlaubt eine stufenlose Anpassung des

Bildausschnitts an den Zahn. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich die Bedienung und

Handhabung des Führungssystems vereinfacht.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des dentalen Führungssystems umfasst das Führungssystem einen Spiegel zum Erfassen der dreidimensionalen Ist-Zahnform. Durch den Spiegel wird beispielsweise der technische Vorteil

erreicht, dass rückwärtige Bereiche des Zahnes räumlich erfasst werden können, die nicht direkt optisch zugänglich sind. Dadurch kann eine Rekonstruktion der Ist-Zahnform verbessert werden.

Gemäß einem zweiten Aspekt wird die vorliegende Aufgabe durch ein Verfahren zur Zahnpräparation gelöst, mit den Schritten eines Erfassens einer dreidimensionalen Ist-Zahnform mit einem elektronischen Erfassungssystem; eines Ermittelns von

räumlichen Abweichungsbereichen, an denen die ermittelte Ist- Zahnform von einer vorgegebenen Soll-Zahnform abweicht; und eines Anzeigens der räumlichen Abweichungsbereiche auf einer Anzeigeeinrichtung einer Datenbrille. Durch das Verfahren werden die gleichen technischen Vorteile wie durch das dentale Führungssystem nach dem ersten Aspekt erreicht.

In einer technisch vorteilhaften Ausführungsform des

Verfahrens wird ein Restaurationsparameter auf Basis der erfassten Ist-Zahnform ermittelt. Der Restaurationsparameter ist beispielsweise ein Präparationswinkel des Zahnes. Dadurch wird beispielsweise ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass sich die Formgebung des Zahnes weiter vereinfacht.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird der Restaurationsparameter auf der

Anzeigeeinrichtung der Datenbrille angezeigt. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass der

Restaurationsparameter bei der manuellen Bearbeitung des

Zahnes berücksichtigt werden kann.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die dreidimensionale Ist-Zahnform auf Basis einer zeitlichen Serie von Zahnbildern ermittelt. Dadurch wird beispielsweise ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass sich die Zahnform auf einfache und genaue Weise ermitteln lässt und jedes weitere Zahnbild der Serie die Genauigkeit der ermittelten Ist-Zahnform erhöht.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die Position eines Behandlungswerkzeuges erfasst. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass sich die Position des Behandlungswerkzeuges

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Behandlungswerkzeuges durchgeführt werden kann oder sich aus der ermittelten Position des Behandlungswerkzeuges auf die Ist-Form zurückschließen lässt, da sich an der Position des Behandlungswerkzeuges kein Zahn befindet.

In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die räumliche Position der Datenbrille

erfasst. Dadurch wird beispielsweise ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass die räumliche Position der Datenbrille bei der Ermittlung der dreidimensionalen Ist-Zahnform

berücksichtigt werden kann. Dadurch wird die Genauigkeit der ermittelten Ist-Zahnform erhöht. Durch die Ermittlung des Winkels zwischen der Datenbrille und der Zahnposition, lassen sich die räumlichen Abweichungsbereiche genauer auf der

Datenbrille anzeigen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Ansicht eines dentalen

Führungssystems ;

Fig, 2 eine Datenbrille zur Betrachtung eines Zahnes; und

Fig, 3 ein Blockdiagram eines Verfahrens zur

Zahnpräparation .

Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht eines dentalen

Führungssystems 100. Das Führungssystem 100 dient zum Führen einer behandelnden Person, die eine Zahnpräparation im Mund eines Patienten durchführt. Mit dem dentalen Führungssystem 100 wird die manuelle Formgebung des Zahnes optisch

unterstützt. Das dentale Führungssystem 100 ist nicht nur zur Formgebung von natürlichen Einzelzähnen geeignet, sondern kann ebenso zur Formgebung von künstlichen Zähnen oder dentalen Hilfsmitteln verwendet werden, wie beispielsweise Brücken, Teilprothesen, Implantaten, Bohrschablonen oder Abutments .

Das dentale Führungssystem 100 umfasst hierzu ein

elektronisches Erfassungssystem 101 , mit dem sich die

dreidimensionale Ist-Zahnform 103-1 im Mund des Patienten kontinuierlich während der Formgebung ermitteln lässt. Das Ermitteln der Ist-Zahnform 103-1 kann auf optischem Wege erfolgen. Im Allgemeinen kann hierzu jedoch auch jedes andere Verfahren verwendet werden, mit dem sich die räumliche Ist- Zahnform 103-1 ermitteln lässt. Das elektronische

Erfassungssystem 101 erzeugt beispielsweise einen Datensatz, der die räumliche Form des Zahnes beschreibt.

Das Erfassungssystem 101 umfasst beispielsweise ein

stereoskopisches Kamerasystem mit zwei elektronischen Kameras 113-1, 113-2. Durch die stereoskopische Aufnahme mit den beiden Kameras 113-1, 113-2 lässt sich die räumliche Ist- Zahnform 103-1 auf einfache Weise ermitteln und

rekonstruieren. Aus den jeweiligen Bildern der Kameras 113-1, 113-2 unter unterschiedlichen Parallaxenwinkeln, lässt sich auf die Ist-Zahnform 103-1 mittels eines Computeralgorithmus berechnen.

Das Erfassungssystem 101 kann auch eine Kamera umfassen, die mit einem Laufzeitverfahren von Licht einzelne Distanzen ermittelt (TOF-Kamera - Time of Flight Kamera) . Zu diesem Zweck wird der Zahn mittels eines Lichtpulses ausgeleuchtet und für jeden Bildpunkt die Zeit gemessen, die das Licht bis zum Objekt und wieder zurück braucht. Diese Zeit ist direkt proportional zur Distanz. Die Kamera liefert für jeden

Bildpunkt die Entfernung des darauf abgebildeten Zahnes.

Das Erfassungssystem 101 kann die Ist-Zahnform 103-1 auch auf einer Serie von Zahnbildern des Zahnes ermitteln, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln gewonnen worden sind. Zu diesem Zweck kann ein Berechnungsverfahren verwendet werden, dass aus den einzelnen Zahnbildern die Ist-Zahnform 103-1

rekonstruiert. Hierzu kann zusätzlich eine Information über die räumliche Position des Erfassungssystems 101 verwendet werden .

Das Erfassungssystem 101 kann jedoch auch auf einem

Computertomographieverfahren, Röntgenverfahren oder einem Magnetresonanzverfahren basieren, um die Ist-Zahnform 103-1 zu ermitteln. Dadurch wird der Vorteil erreicht, dass sich auch dreidimensionale Formen bestimmen lassen, die optisch nicht zugänglich sind, wie beispielsweise Zahnformen mit Läsionen. Durch diese Verfahren kann somit die Innensituation und das Innenvolumen des Zahnes erfasst werden. Umfasst beispielsweise der Zahn ein Loch, so kann eine entsprechende Ist-Zahnform erhalten werden, die nicht nur die äußere optisch wahrnehmbare Oberfläche wiedergibt. Die räumliche Form des Loches kann über die Änzeigeeinrichtung 111 angezeigt werden, so dass auch in diesem Fall das Erzeugen der Soll-Zahnform unterstützt werden kann. Bei minimalinvasiven Verfahren kann dadurch die Position des Bohrloches bestimmt werden.

Die ermittelte Ist-Zahnform 103-1 wird einer elektronischen Vergleichseinrichtung 105 als Datensatz zugeführt. Die

Vergleichseinrichtung 105 ermittelt die räumlichen

Abweichungsbereiche 107, an denen die ermittelte Ist-Zahnform 103-1 von einer vorgegebenen Soll-Zahnform 103-S abweicht.

Die Soll-Zahnform 103-S wird beispielsweise zuvor in einem Zwischenschritt über eine Benutzerschnittstelle ausgewählt oder automatisch an Hand von klinischen Fällen, beispielsweise aus einer Datenbank oder durch Algorithmen (Maschine

Learning) , vorgeschlagen oder speziell gestaltet,

beispielsweise mit einem CÄD-Verfahren, und der elektronischen Vergleichseinrichtung 105 ebenfalls als Datensatz zugeführt. Eine Datenbank kann eine Anzahl an Datensätzen für mögliche Soll-Zahnformen speichern. Diese Menge an Soll-Zahnformen kann entweder automatisch oder manuell ausgewählt werden. Zudem ist es möglich vorgegebene Soll-Zahnformen über eine

Benutzerschnittstelle zu verändern.

Zum Ermitteln der Abweichung wird beispielsweise der

Datensatz, der die räumliche Ist-Zahnform 103-1 beschreibt, mit dem anderen Datensatz verglichen, der die Soll-Zahnform 103-S beschreibt. Stimmen beispielsweise Ist- und Soll- Zahnform 103-1, 103-S im Rahmen eines vorgegebenen

Toleranzwertes nicht überein, wird der entsprechende Bereich als ein Abweichungsbereich 107 erfasst.

Die elektronische Vergleichseinrichtung 105 ist beispielsweise durch ein Software-Modul gebildet, das auf einer

Computereinrichtung mit einem Prozessor und einem

elektronischen Speicher zum Speichern des Softwaremoduls und der Datensätze ausgeführt wird.

Die so ermittelten räumlichen Abweichungsbereiche 107 werden an die Datenbrille 109 übermittelt, durch die die

Zahnpräparation unterstützt wird. Die Datenbrille 109 hebt die Abweichungsbereiche 107 optisch hervor.

Die Datenbrille 109 (auch Augmented-Reality-Brille oder Smart- Glasses) ist ein tragbares Gerät, das in der Lage ist,

virtuell Informationen vor die Augen des Brillenträgers zu projizieren, während dieser die Umwelt weiterhin visuell wahrnehmen kann. Dadurch können Informationen in dem Sichtfeld des Trägers angezeigt und hinzugefügt werden. Zu diesem Zweck umfasst die Datenbrille 109 eine Anzeigeeinrichtung 111, die aus einem augennahen Bildschirm oder einen Projektor zur direkten Projektion auf der Netzhaut gebildet sein kann.

Die Anzeigeeinrichtung 111 dient zum Anzeigen derjenigen

Bereiche, an denen die ermittelte Ist-Zahnform 103-1 von der vorgegebenen Soll-Zahnform 103-S abweicht. Auf diese Weise kann ein Träger der Datenbrille 109 unmittelbar auf dem visuell wahrgenommenen Zahn erkennen, welche räumlichen

Bereiche von dem Zahn entfernt werden müssen, um die

gewünschte Soll-Zahnform 103-S zu erhalten. Der Träger der Datenbrille 109 verwendet ein dentales Werkzeug, wie beispielsweise einen Bohrer oder Fräser, um die

hervorgehobenen räumlichen Bereiche des Zahnes zu entfernen.

Die Datenbrille 109 kann zusätzlich noch Sensoren

zur Bewegungserfassung des Kopfes oder zur räumlichen

Positionserkennung der Datenbrille 109 umfassen, wie

beispielsweise einen Gyrosensor, Damit kann die Anzeige der berechneten Abweichungsbereiche 107 genauer an die Bewegungen des Trägers angepasst werden. Die räumliche Position der Datenbrille 109 kann beispielsweise auf Basis vorgegebener optischer Referenzpunkte oder Marker erfolgen, die in der Umgebung der Datenbrille 109 angeordnet sind, wie

beispielsweise mittels einer Trilateration oder einer

Triangulation .

Das Erfassungssystem 101 kann in die Datenbrille 109

integriert sein. Dadurch ergibt sich der technische Vorteil, dass die Ist-Zahnform 103-1 auf einfache Weise während dem Tragen der Datenbrille 109 durchgeführt werden kann. Im

Allgemeinen kann das Erfassungssystem 101 auch als separates Gerät vorgesehen sein, mit dem die Ist-Zahnform 103-1 während der Formgebung ermittelt wird.

Fig. 2 zeigt die Datenbrille 109 zur Betrachtung des Zahnes und zum Anzeigen der Abweichungsbereiche 107. Die zu

entfernenden Abweichungsbereiche 107 werden direkt über den visuell wahrnehmbaren Zahn überlagert. Dadurch kann der Träger der Datenbrille 109 bei der Zahnpräparation in Echtzeit erkennen, an welchen Stellen die Ist-Zahnform 103-1 von der Sollzahnform 103-S abweicht.

Die Soll-Zahnform 103-S kann manuell auf Basis einer

Bibliothek ausgewählt werden, die eine Menge an Soll- Zahnformen 103-S umfasst. Mögliche Soll-Zahnformen 103-S können dem Träger auf der Datenbrille 109 mittels der Anzeigeeinrichtung 111 angezeigt werden.

Allerdings ist es auch möglich, dass die Vergleichseinrichtung 105 die Soll-Zahnform 103-S auf Basis der zuvor erfassten Ist- Zahnform 103-1 auswählt. In diesem Fall kann aus einer Menge an vorgegebenen Soll-Zahnformen 103-S diejenige ausgewählt werden, mit der im Vergleich zur Ist-Zahnform 103-1 die meiste Zahnsubstanz erhalten bleibt.

Zudem kann die Vergleichseinrichtung 105 ausgebildet sein, dass diese einen Restaurationsparameter auf Basis der

erfassten Ist-Zahnform 103-1 automatisch ermittelt. Dieser kann beispielsweise ein Präparationswinkel sein, der angibt, um welchen Winkel die gegenwärtige Ist-Zahnform 103-1 von einer Kronenlängsachse abweicht, d.h. beispielsweise ein halber Kegelwinkel. Zu diesem Zweck wird auf Basis der

kontinuierlich erfassten Ist-Zahnform 103-1 ermittelt, welchen Präparationswinkel diese aufweist.

Der Träger der Datenbrille 109 erhält den aktuellen

Präparationswinkel angezeigt, so dass dieser den Zahn solange bearbeiten kann bis der richtige Präparationswinkel , d.h. der Winkel des präparierten Stumpfes, erreicht ist.

Im Allgemeinen kann der Restaurationsparameter jedoch auch andere Eigenschaften beschreiben, wie beispielsweise andere geometrische Parameter, die einen Zahnstumpf, ein Implantat, ein Abutment, Hinterschnitte, Kieferknochensituationen oder einen Einschubwinkel betreffen oder Parameter, die die

ästhetische Situation betreffen, wie beispielsweise eine

Farbe, einen Punkt auf dem Zahn, die Gingiva, Papille,

Gaumenfalte oder das Zahnfleisch. Zusätzlich kann das

elektronische Erfassungssystem 101 die Position eines

Behandlungswerkzeuges 115 oder eines Spiegels 117 erfassen. Weiter kann das Führungssystem 100 ausgebildet sein, die Formgebung des Zahnes mittels des Erfassungssystems 101 kontinuierlich zu erfassen und eine elektronische Datei zu erzeugen, die einen Ablauf einer Behandlung lückenlos

dokumentiert, wie beispielsweise eine Videodatei oder CAD- Datei. In diesem Fall kann auch im Nachhinein die Formgebung des Zahnes auf Basis der elektronischen Datei verfolgt und begutachtet werden.

Das Erfassungssystem 101 kann zudem ausgebildet sein,

zusätzlich zur Ist-Zahnform die Zahnfarbe des Zahnes optisch zu erfassen, beispielsweise indem digitale Farbwerte der Zahnfarbe während einer Aufnahme gewonnen werden. Diese

Farbwerte können zusätzlich zur erfassten Ist-Zahnform in dem jeweiligen Datensatz gespeichert werden.

Das Führungssystem kann zudem einen Spiegel 117 zum

Unterstützen des Erfassens der dreidimensionalen Ist-Zahnform aufweisen. Durch den Spiegel 117 wird die Erfassung der Ist- Zahnform beschleunigt, indem rückwärtige Bereiche des Zahnes räumlich erfasst werden können, die nicht direkt optisch zugänglich sind, wie beispielsweise eine Innenseite des

Zahnes. Durch den Spiegel 117 lassen sich auf einfache und schnelle Weise zusätzliche Zahnbilder ermitteln, die zu einem (Teil-) Rundumbild des Zahnes zusammengesetzt werden können, das zur weiteren Rekonstruktion der Ist-Zahnform verwendet wird. Zum Ermitteln der Zahnform können im Allgemeinen

geeignete Computeralgorithmen verwendet werden.

Der Spiegel 117 kann beispielsweise fest mit der optischen Erfassungseinrichtung 111 verbunden sein, so dass eine

optische Erfassung gleichzeitig sowohl auf der Vorderseite als auch der Rückseite des Zahnes durchgeführt werden kann. Beispielsweise kann es sich um einen Spiegel mit integriertem

Kamera-/Videosystem handeln.

Im Allgemeinen kann der Spiegel 117 jedoch auch ein in der Hand gehaltener Spiegel 117 sein, mit dem sich Zahnbilder der Rückseite des Zahnes erhalten lassen. Diese Zahnbilder können ebenfalls für eine Rekonstruktion der Ist-Zahnform

herangezogen werden. Zudem kann durch die

Erfassungseinrichtung 101 die Position des Spiegels 117 erfasst werden, so dass diese Position bei der Ermittlung der Ist-Zahnform berücksichtigt werden kann, wie beispielsweise mittels eines Ray-Tracing-Verfahrens .

Fig. 3 zeigt ein Blockdiagram eines Verfahrens zur

Zahnpräparation . Das Verfahren umfasst den Schritt S101 eines Erfassens der dreidimensionalen Ist-Zahnform 103-1 mit dem elektronischen Erfassungssystem 101 , den Schritt S102 eines Ermittelns von räumlichen Abweichungsbereichen 107, an denen die ermittelte Ist-Zahnform 103-1 von der vorgegebenen Soll- Zahnform 103-S abweicht; und den Schritt 5103 eines Anzeigens der räumlichen Abweichungsbereiche 107 auf der

Anzeigeeinrichtung 111 der Datenbrille 109.

Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen der

Erfindung erläuterten und gezeigten Merkmale können in

unterschiedlicher Kombination in dem erfindungsgemäßen

Gegenstand vorgesehen sein, um gleichzeitig deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren.

Alle Verfahrensschritte können durch Vorrichtungen

implementiert werden, die zum Äusführen des jeweiligen

Verfahrensschrittes geeignet sind. Alle Funktionen, die von gegenständlichen Merkmalen ausgeführt werden, können ein

Verfahrensschritt eines Verfahrens sein. Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung ist durch die Ansprüche gegeben und wird durch die in der Beschreibung erläuterten oder den Figuren gezeigten Merkmale nicht beschränkt .

BEZUGSZEICHENLISTE

100 Dentales Führungssystem

101 Erfassungssystem

103-1 Ist-Zahnform

103-S Soll-Zahnform

105 Vergleichseinrichtung 107 Abweichungsbereich 109 Datenbrille

111 Anzeigeeinrichtung 113-1 Kamera

113-2 Kamera

115 Behandlungswerkzeug 117 Spiegel