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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE AND METHOD FOR RERECORDING AN EXISTING AUDIO SAMPLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2023/166109
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for rerecording an existing audio sample having a first number of channels (111, 112), the device comprising: a loudspeaker arrangement for playing back the first number of channels using a first number of loudspeaker systems (201, 202, 203) in a playback chamber (110), wherein the first number is equal to 1 or greater than 1, and wherein the one loudspeaker system (203) or the loudspeaker systems (201, 202, 203) of the first number of loudspeaker systems are designed to generate both a translational sound field and a rotational sound field in the playback chamber (110) for each channel (111, 112, 113) of the first number of channels; a microphone arrangement having a second number of microphone systems (221-231) which are arranged at different microphone positions in the playback chamber (110), wherein each microphone system of the second number of microphone systems (221-231) is designed to detect a pressure signal (OD) and also a directed differential signal (D); and an interface (150) for outputting or recording the pressure signal and the directed differential signal or a differential signal derived from the directed differential signal, as a rerecorded audio sample (240).

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Inventors:
KAETEL KLAUS (DE)
Application Number:
PCT/EP2023/055268
Publication Date:
September 07, 2023
Filing Date:
March 02, 2023
Export Citation:
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Assignee:
KAETEL SYSTEMS GMBH (DE)
International Classes:
H04R5/02; H04R5/027
Domestic Patent References:
WO1998023129A11998-05-28
WO2001058209A12001-08-09
WO2022157251A22022-07-28
WO2022218822A12022-10-20
WO2022253768A12022-12-08
WO2022218824A22022-10-20
WO2012130986A12012-10-04
WO2022157252A12022-07-28
Foreign References:
DE102013105375A12014-11-27
GB2551780A2018-01-03
EP2692154B12017-09-20
EP2692144B12017-02-01
EP2692151B12018-01-10
EP3061262B12018-01-10
EP3061266A12016-08-31
Attorney, Agent or Firm:
ZINKLER, Franz et al. (DE)
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Claims:
Patentansprüche Vorrichtung zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks mit einer ersten Anzahl von Kanälen (111 , 112), mit folgenden Merkmalen: einer Lautsprecheranordnung zum Wiedergeben der ersten Anzahl von Kanälen mit einer ersten Anzahl von Lautsprechersystemen (201 , 202, 203) in einem Wiedergaberaum (110), wobei die erste Anzahl gleich 1 oder größer als 1 ist, und wobei das eine Lautsprechersystem (203) oder die Lautsprechersysteme (201 , 202, 203) der ersten Anzahl von Lautsprechersystemen ausgebildet sind, um für jeden Kanal (111 , 112, 113) der ersten Anzahl von Kanälen sowohl ein Translationsschallfeld als auch ein Rotationsschallfeld in dem Wiedergaberaum (110) zu erzeugen; einer Mikrofonanordnung mit einer zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen (221- 231), die an verschiedenen Mikrofonpositionen in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet sind, wobei jedes Mikrofonsystem der zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen (221-231) ausgebildet ist, um ein Drucksignal (OD) und ferner ein gerichtetes Differenzsignal (D) zu erfassen; und einer Schnittstelle (150) zum Ausgeben oder Aufzeichnen des Drucksignals und des gerichteten Differenzsignals oder eines von dem gerichteten Differenzsignal abgeleiteten Differenzsignal als neu aufgezeichnetes Tonstück (240). Vorrichtung nach Anspruch 1 , bei der das existierende Tonstück einen Monokanal (113) aufweist und die erste Anzahl gleich 1 ist, bei der ein einziges Lautsprechersystem (203) in einer Mitten-Lautsprecherposition bezüglich einer Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet ist, wobei die zweite Anzahl größer als die erste Anzahl ist, und bei der die Mikrofonanordnung wenigstens ein erstes Mikrofonsystem (201) an einer ersten linken Mikrofonposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum und ein zweites Mikrofonsystem (202) an einer zweiten rechten Mikrofonposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum (110) aufweist. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der das existierende T onstück einen ersten linken Kanal (111) und einen zweiten rechten Kanal (112) aufweist und die erste Anzahl gleich 2 oder 3 ist, bei der ein erstes Lautsprechersystem der ersten Anzahl von Lautsprechersystemen an einer linken Lautsprecherposition bezüglich einer Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum angeordnet ist, bei der ein zweites Lautsprechersystem der zweiten Anzahl von Lautsprechersystemen an einer rechten Lautsprecherposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet ist, und bei der die Mikrofonanordnung wenigstens ein erstes Mikrofonsystem (201) an einer ersten linken Mikrofonposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum (110) aufweist und ein zweites Mikrofonsystem an einer zweiten rechten Mikrofonposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum aufweist.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, bei der das existierende Tonstück ferner einen Mitten- Kanal (113) aufweist und die erste Anzahl gleich 3 ist, wobei ein weiteres Lautsprechersystem (203) an einer Mitten-Lautsprecherposition bezüglich der Hörerposition (114) in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet ist, um für den Mitten-Kanal sowohl ein translatorisches Schallfeld als auch ein rotatorisches Schallfeld zu erzeugen.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der die Schnittstelle (150) ausgebildet ist, um in das neu aufgezeichnete Tonstück den Mitten-Kanal (113) als Mitten-Kanal des neu aufgezeichneten Tonstücks zu kopieren (151).

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die zweite Anzahl größer als die erste Anzahl ist, und bei der eine dritte Anzahl von Kanälen in dem neu aufgezeichneten Tonstück (240) wenigstens doppelt so groß ist wie die zweite Anzahl, wobei das jeweilige Drucksignal einen eigenen Kanal in der dritten Anzahl darstellt und das jeweilige gerichtete Differenzsignal oder das von dem gerichteten Differenzsignal abgeleitete Differenzsignal ebenfalls einen eigenen Kanal in der dritten Anzahl von Kanälen darstellt. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der jedem Kanal der ersten Anzahl von Kanälen (111 , 112, 113) eine eigene unterschiedliche Wiedergabeposition in einem ersten Wiedergabeformat zugeordnet ist, und bei der das eine oder die mehreren Lautsprechersysteme der ersten Anzahl von Lautsprechersystemen an der bzw. den Wiedergabepositionen des ersten Wiedergabeformats in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet ist bzw. sind, und bei der jedes Mikrofonsystem (221-231) an einer eigenen Wiedergabeposition eines zweiten Wiedergabeformats zugeordnet ist, wobei sich das zweite Wiedergabeformat von dem ersten Wiedergabeformat unterscheidet. Vorrichtung nach Anspruch 7, bei der das erste Wiedergabeformat ein Mono-For- mat, ein Stereo-Format oder ein 3-Kanal-Format mit einem linken Kanal (111), einem Mitten-Kanal (113) und einem rechten Kanal (112) ist, oder bei dem das zweite Wiedergabeformat ein ITU-empfohlenes Wiedergabeformat ist, das wenigstens eine Schicht (501 , 502, 503) aus einer Gruppe von Schichten (501 , 502, 503) aufweist, die eine untere Schicht (501), eine mittlere Schicht (502) und eine obere Schicht aufweist, wobei wenigstens eine Lautsprecherposition eines ersten Lautsprechersystems zu der oberen Schicht (503) gehört und wenigstens eine Lautsprecherposition eines zweiten Lautsprechersystems zu der mittleren Schicht (502) gehört, oder ein Dolby-Atmos- Wiedergabeformat ist oder ein MPEG- Wiedergabeformat ist, oder einen Teil eines der vorstehenden Wiedergabeformate aufweist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das existierende Tonstück in einem originären Wiedergaberaum mit einer bestimmten originären Raumakustik aufgenommen worden ist, und bei der der Wiedergaberaum (110) derselbe Wiedergaberaum wie der originäre Wiedergaberaum ist oder ein anderer Wiedergaberaum ist, dessen Raumakustik gleich oder ähnlich zu dem der originären Raumakustik ist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der jedes Lautsprechersystem (201 , 202, 203) der ersten Anzahl von Lautsprechersystemen folgende Merkmale aufweist: ein erstes Schallwandlersystem (201a, 203a, 202a); ein zweites Schallwandlersystem (201 b, 203b, 202b); einen ersten Eingang für ein erstes Audiosignal (111a, 113a, 112a), das dem ersten Schallwandlersystem (201 a, 203a, 202a) zur Erzeugung des T ranslationsschallfelds zuführbar ist; und einen zweiten Eingang für ein zweites Audiosignal (111b, 113b, 112b), das zu dem ersten Audiosignal unterschiedlich ist und dem zweiten Schallwandlersystem (201 b, 203b, 202b) zur Erzeugung des Rotationsschallfelds zuführbar ist, wobei das zweite Schallwandlersystem ausgebildet ist, um omnidirektional oder mit einer geringeren Richtwirkung oder Güte als das erste Schallwandlersystem Schall zu emittieren. Vorrichtung nach Anspruch 10, bei der das erste Schallwandlersystem (201a, 203a, 202a) einen oder mehrere Lautsprecher (602) aufweist, die in eine Richtung ausgerichtet sind und in einem Gehäuse (300) untergebracht sind, oder bei der das zweite Schallwandlersystem eine Mehrzahl von einzelnen Lautsprechern (318) aufweist, von denen jeder in eine andere Richtung ausgerichtet ist, wobei sich eine Richtung, in die ein Lautsprecher der Mehrzahl von einzelnen Lautsprechern (318) ausgerichtet ist, von der Richtung unterscheidet, in der die Lautsprecher (602) des ersten Schallwandlersystems ausgerichtet sind. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11 , bei der das zweite Schallwandlersystem eine kreisförmige Trägerstruktur (316) aufweist, an der die einzelnen Lautsprecher (318) als ungehäuste Lautsprecher mit Lautsprechermembranen angeordnet sind, so dass die Lautsprechermembranen in Betrieb in unterschiedliche Richtungen emittieren. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, bei der das zweite Schallwandlersystem (201b, 203b, 202b) wenigstens sechs einzelne Lautsprecher aufweist, o- der einen Dodekaeder mit 12 einzelnen Flächen aufweist, wobei ein einzelner Lautsprecher der Mehrzahl von Lautsprechern des zweiten Schallwandlersystems an jeweils einer Fläche der 12 einzelnen Flächen des Dodekaeder angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, die ferner ein Signalverarbei- tungselement (100) aufweist, um aus jedem Kanal der ersten Anzahl von Kanälen des existierenden Tonstücks das erste Audiosignal und das zweite Audiosignal für das Lautsprechersystem, das dem Kanal zugeordnet ist, zu erzeugen. Vorrichtung nach Anspruch 14, bei der die erste Anzahl von Kanälen einen Mitten- Kanal aufweist, und bei der das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um aus dem Mitten-Kanal sowohl das erste Audiosignal als auch das zweite Audiosignal für das Lautsprechersystem, das dem Mitten-Kanal zugeordnet ist, aus dem Mitten-Kanal durch Dämpfen (113c, 113d) oder Verstärken abzuleiten. Vorrichtung nach Anspruch 15, bei der das Signalverarbeitungselement ausgebildet ist, um das erste Audiosignal (113a) und das zweite Audiosignal (113b) derart abzuleiten, dass das zweite Audiosignal (113b) eine kleinere Leistung als das erste Audiosignal (113a) aufweist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, bei der die erste Anzahl von Kanälen einen linken Kanal und einen rechten Kanal aufweist, und bei der das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um das erste Audiosignal für das Lautsprechersystem (201), das dem linken Kanal zugeordnet ist, aus dem linken Kanal ohne den rechten Kanal oder mit dem rechten Kanal zu erzeugen, wobei ein Leistungsanteil des rechten Kanals in dem ersten Audiosignal (111a) kleiner als 1/10 des Leistungsanteils des linken Kanals in dem ersten Audiosignal (111a) ist, und bei dem das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um das zweite Audiosignal (112a) für das Lautsprechersystem (202), das dem rechten Kanal zugeordnet ist, aus dem rechten Kanal ohne dem linken Kanal oder mit dem linken Kanal zu erzeugen, wobei ein Leistungsanteil des linken Kanals in dem ersten Audiosignal (112a) kleiner als 1/10 des Leistungsanteils des rechten Kanals in dem ersten Audiosignal (112a) ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis 16, bei der die erste Anzahl von Kanälen einen linken Kanal und einen rechten Kanal aufweist, und bei der das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um das zweite Audiosignal (111b) für das Lautsprechersystem (201), das dem linken Kanal (111) zugeordnet ist, oder das zweite Audiosignal (112b) für das Lautsprechersystem (202), das dem rechten Kanal (112) zugeordnet ist, aus einer Differenz (1011 , 1012) aus dem linken Kanal (111) und dem rechten Kanal (112) oder aus einer Addition (1013, 1014) des linken und des rechten Kanals, wobei ein Kanal des linken oder rechten Kanals vor der Addition in seiner Polarität umgekehrt worden ist (1015, 1016), zu ermitteln. Vorrichtung nach Anspruch 18, bei der das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um ein Ergebnis (1011 , 1012) der Differenzbildung oder der Addition unabhängig von einer Korrelation aus dem linken Kanal und dem rechten Kanal für die Erzeugung des jeweiligen zweiten Audiosignals (111 b, 112b) zu verwenden, o- der um das Ergebnis (1011 , 1012) der Differenzbildung oder der Addition signalabhängig, z. B. abhängig von einer Korrelation zwischen dem ersten Kanal und dem zweiten Kanal, zu verstärken oder zu dämpfen (1031 , 1032) und ein Ergebnis der Verstärkung oder der Dämpfung für die Erzeugung des jeweiligen zweiten Audiosignals (111b, 112b) zu verwenden. Vorrichtung nach Anspruch 19, bei der das Signalverarbeitungselement (100) ausgebildet ist, um den linken oder rechten Kanal zu dämpfen (1103, 1203) und ein Ergebnis der Dämpfung bei der Erzeugung des jeweiligen zweiten Audiosignals zu dem Ergebnis der Differenzbildung oder der Addition oder zu dem Ergebnis des Verstärkens oder Dämpfens hinzuzuaddieren (1102, 1202). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 20, bei der das Lautsprechersystem (201 , 202, 203) für das erste Audiosignal und das zweite Audiosignal je einen Endverstärker (201c, 201c, 203c, 203d, 202c, 202d) aufweist. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der eines oder mehrere der Mikrofonsysteme (221-231) der Mikrofonanordnung folgende Merkmale aufweist: ein erstes Teilmikrophon (1) mit einem ersten Membranpaar, das eine erste Membran (11) und eine zweite Membran (12) aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind; und ein zweites Teilmikrophon (2) mit einem zweiten Membranpaar, das eine dritte Membran (13) und eine vierte Membran (14) aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind, wobei das erste Membranpaar so angeordnet ist, dass die erste Membran (11) und die zweite Membran (12) entlang einer ersten Raumachse auslenkbar sind, wobei das zweite Membranpaar so angeordnet ist, dass die dritte Membran (13) und die vierte (14) entlang einer zweiten Raumachse auslenkbar sind, und wobei die zweite Raumachse zu der ersten Raumachse unterschiedlich ist. Vorrichtung nach Anspruch 22, das folgende Merkmale aufweist: ein drittes Teilmikrophon (3) mit einem dritten Membranpaar, das eine fünfte Membran (15) und eine sechste Membran (16) aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind, wobei das dritte Membranpaar so angeordnet ist, dass die fünfte Membran (15) und die sechste Membran (16) entlang einer dritten Raumachse auslenkbar sind, wobei die dritte Raumachse zu der ersten Raumachse und der zweiten Raumachse unterschiedlich ist. Vorrichtung nach Anspruch 22 oder 23, bei dem die Raumachsen orthogonal zueinander sind, oder bei dem zwischen zwei Raumachsen ein Winkel ist, der zwischen 60 und 120 ° liegt. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 24, bei dem die Membranen des ersten Membranpaars, des zweiten Membranpaars bzw. des dritten Membranpaars direkt gegenüberliegen, parallel zueinander, ausgerichtet zueinander, oder in einem Abstand kleiner als 2 cm voneinander angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 22 bis 25, bei dem das erste Teilmikrophon (1) ausgebildet ist, um ansprechend auf eine Auslenkung der ersten Membran (11) ein erstes Membransignal zu liefern, und um ansprechend auf eine Auslenkung der zweiten Membran (12) ein zweites Membransignal zu liefern, wobei das erste Membransignal und das zweite Membransignal eine erste Phasenrelation aufweisen, wobei das erste Teilmikrophon (1) ausgebildet ist, um das erste Membransignal und das zweite Membransignal mit einer veränderten ersten Phasenrelation zu kombinieren, um ein erstes Differenz-Ausgangssignal (21) zu liefern, das der ersten Raumachse zugeordnet ist, oder bei der das zweite Teilmikrophon (2) ausgebildet ist, um ansprechend auf eine Auslenkung der dritten Membran (13) ein drittes Membransignal zu liefern, und um ansprechend auf eine Auslenkung der vierten Membran (14) ein viertes Membransignal zu liefern, wobei das dritte Membransignal und das vierte Membransignal eine zweite Phasenrelation zueinander haben, und wobei das zweite Teilmikrophon (2) ausgebildet ist, um das dritte Membransignal und das vierte Membransignal mit einer veränderten zweiten Phasenrelation zu kombinieren (30), um ein zweites Differenz-Ausgangssignal (22) zu liefern, das der zweiten Raumachse zugeordnet ist, oder bei der ein drittes Teilmikrophon (3) ausgebildet ist, um ansprechend auf eine Auslenkung einer fünften Membran (15) ein fünftes Membransignal zu liefern, und um ansprechend auf eine Auslenkung einer sechsten Membran ein sechstes Membransignal zu liefern, wobei das fünfte Membransignal und das sechste Membransignal eine dritte Phasenrelation aufweisen, und wobei das dritte Teilmikrophon (3) ausgebildet ist, um das fünfte Membransignal und das sechste Membransignal mit einer veränderten dritten Phasenrelation zu kombinieren (30), um ein drittes Differenz- Ausgangssignal (23) zu liefern, das der dritten Raumachse zugeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 26, bei dem die veränderte erste Phasenrelation 180 ° zur ersten Phasenrelation unterschiedlich ist oder von einer Phase zwischen 150 ° und 210 ° zu der ersten Phasenrelation unterschiedlich ist, oder bei dem die veränderte zweite oder dritte Phasenrelation 180 ° zur zweiten oder dritten Phasenrelation oder von einer Phase zwischen 150 ° und 210 ° zur zweiten bzw. dritten Phasenrelation unterschiedlich ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 25 oder 26, bei dem das erste Membransignal als symmetrisches Signal auf einer ersten positiven Leitung (11a) und einer ersten negativen Leitung (11 b) übertragen wird, bei dem das zweite Membransignal als symmetrisches Signal auf einer zweiten positiven Leitung (12a) und einer zweiten negativen Leitung (12b) übertragen wird, bei dem das erste Teilmikrophon (1) einen Kombinierer (31) mit einem ersten positiven Eingang (32) und einem ersten negativen Eingang (33) für das erste Membransignal und mit einem zweiten positiven Eingang (34) und einem zweiten negativen Eingang (35) für das zweite Membransignal aufweist, wobei die zweite negative Leitung (12b) des zweiten Membransignals mit dem zweiten positiven Eingang (34) des Kombinierers (31) verbunden ist, und wobei die zweite positive Leitung (12a) des zweiten Membransignals mit dem zweiten negativen Eingang (35) des Kombinierers verbunden ist, und wobei die erste positive Leitung (11a) des ersten Membransignals mit dem ersten positiven Eingang (32) des Kombinierers (31) verbunden ist, und wobei die erste negative Leitung (11b) des ersten Membransignals mit dem ersten negativen Eingang (33) des Kombinierers (31) verbunden ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 25 bis 28, bei dem das erste Teilmikrophon (1) ausgebildet ist, um das erste Membransignal und das zweite Membransignal in der ersten Phasenrelation zu addieren, um ein erstes Gleichtakt-Ausgangssignal (24b) zu liefern, oder bei dem das zweite Teilmikrophon (1) ausgebildet ist, um das dritte Membransignal und das vierte Membransignal in der zweiten Phasenrelation zu addieren, um ein zweites Gleichtakt-Ausgangssignal (24c) zu liefern, oder bei dem ein drittes Teilmikrophon ausgebildet ist, um ein fünftes Membransignal und ein sechstes Membransignal in einer dritten Phasenrelation zu addieren, um ein drittes Gleichtakt-Ausgangssignal (24d) zu liefern, oder das ausgebildet ist, um das erste Membransignal, das zweite Membransignal, das dritte Membransignal, das vierte Membransignal und gegebenenfalls das fünfte Membransignal und das sechste Membransignal in der ersten, der zweiten und gegebenenfalls der dritten Phasenrelation zu kombinieren, um ein zumindest teilweise omnidirektionales bzw. omnidirektionales Gleichtakt-Ausgangssignal (24a) zu liefern.

30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 28, bei der die Schnittstelle (150) ausgebildet ist, um für jedes Mikrofonsystem oder für jedes Mikrofonsystem außer einem Mikrofonsystem an einer Mitten-Mikrofonposition das Drucksignal und das erste Differenzsignal, das zweite Differenzsignal und das dritte Differenzsignal als neu aufgezeichnetes Tonstück (240) auszugeben oder aufzuzeichnen.

31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 28, bei der die Schnittstelle (150) ausgebildet ist, um für jedes Mikrofonsystem das Drucksignal auszugeben oder aufzuzeichnen und um wenigstens zwei gerichtete Differenzsignal zu kombinieren und ein Ergebnis der Kombination als das von dem gerichteten Differenzsignal abgeleitete Differenzsignal auszugeben oder zwei verschiedene Kombinationen durchzuführen, um zwei von den gerichteten Differenzsignalen abgeleitete Differenzsignale auszugeben.

32. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 26 bis 28, bei dem eine Mikrofonposition eines Mikrofonsystems (222, 223) neben einem Schallwandlersystem eines Lautsprechersystems (201 , 202) für die Erzeugung des Rotationsschallfelds angeordnet ist, wobei das erste Teilmikrofon oder das zweite Teilmikrofon oder das dritte Teilmikrofon ausgebildet sind, um ein Membransignal einer Membran, die zu einem Schallwandler des Schallwandlersystems gerichtet ist, vor einer Kombination mit einem anderen Membransignal zu dämpfen. Verfahren zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks mit einer ersten Anzahl von Kanälen (111 , 112), mit folgenden Schritten:

Wiedergeben der ersten Anzahl von Kanälen mit einer ersten Anzahl von Lautsprechersystemen (201 , 202, 203) in einem Wiedergaberaum (110), wobei die erste Anzahl gleich 1 oder größer als 1 ist, und wobei das eine Lautsprechersystem (203) oder die Lautsprechersysteme (201 , 202, 203) der ersten Anzahl von Lautsprechersystemen ausgebildet sind, um für jeden Kanal (111 , 112, 113) der ersten Anzahl von Kanälen sowohl ein Translationsschallfeld als auch ein Rotationsschallfeld in dem Wiedergaberaum (110) zu erzeugen;

Aufzeichnen mit einer zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen (221-231), die an verschiedenen Mikrofonpositionen in dem Wiedergaberaum (110) angeordnet sind, wobei jedes Mikrofonsystem der zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen (221-231) ausgebildet ist, um ein Drucksignal (OD) und ferner ein gerichtetes Differenzsignal (D) zu erfassen; und

Ausgeben oder Aufzeichnen des Drucksignals und des gerichteten Differenzsignals oder eines von dem gerichteten Differenzsignal abgeleiteten Differenzsignal als neu aufgezeichnetes Tonstück (240). Neu aufgezeichnetes Tonstück, mit folgenden Merkmalen: für einen ersten Kanal, ein erstes Drucksignal, ein erstes gerichtetes Differenzsignal und ein zweites gerichtetes Differenzsignal; und für einen zweiten Kanal, ein zweites Drucksignal, ein drittes gerichtetes Differenzsignal und ein viertes gerichtetes Differenzsignal.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks

Beschreibung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Wiedergabe und Aufzeichnung von Audiosignalen und insbesondere auf das Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks, welches auch als Reamping bezeichnet wird.

Typischerweise werden akustische Szenen unter Verwendung eines Satzes von Mikrophonen aufgenommen. Jedes Mikrophon gibt ein Mikrofonsignal aus. Für eine Audioszene eines Orchesters, beispielsweise, können 25 Mikrophone verwendet werden. Dann führt ein Toningenieur eine Mischung der 25 Mikrophon-Ausgangssignale in, beispielsweise, ein Standardformat durch, wie beispielsweise ein Stereoformat, ein 5.1-, ein 7.1-, ein 7.2-, oder ein anderes entsprechendes Format. Bei einem Stereoformat werden beispielsweise durch den Toningenieur oder einen automatischen Mischprozess zwei Stereokanäle erzeugt. Bei einem 5.1 -Format resultiert das Mischen in fünf Kanälen und einem Subwoofer- Kanal. Analog hierzu wird beispielsweise in einem 7.2-Format eine Mischung in sieben Kanäle und zwei Subwoofer- Kanäle vorgenommen. Wenn die Audioszene in einer Wiedergabeumgebung „gerendert“ bzw. aufbereitet werden soll, wird ein Mischergebnis an elektrodynamische Lautsprecher angelegt. In einem Stereo- Wiedergabeszenario existieren zwei Lautsprecher, wobei der erste Lautsprecher den ersten Stereokanal empfängt, und der zweite Lautsprecher den zweiten Stereokanal empfängt. In einem 7.2-Wiedergabeformat existieren beispielsweise sieben Lautsprecher an vorbestimmten Positionen und darüber hinaus zwei Subwoofer, die relativ beliebig platziert werden können. Die sieben Kanäle werden an die entsprechenden Lautsprecher angelegt, und die zwei Subwoofer-Kanäle werden an die entsprechenden Subwoofer angelegt.

Die Verwendung einer einzigen Mikrofonanordnung bei der Erfassung von Audiosignalen und die Verwendung einer einzigen Lautsprecheranordnung bei der Wiedergabe der Audiosignale vernachlässigen typischerweise die wahre Natur der Schallquellen. Das europäische Patent EP 2692154 B1 beschreibt ein Set zum Erfassen und Wiedergeben einer Audioszene, bei dem nicht nur die Translation aufgenommen und wiedergegeben wird, sondern auch die Rotation und darüber hinaus auch die Vibration. Daher wird eine Tonszene nicht nur durch ein einziges Erfassungssignal oder ein einziges gemischtes Signal wieder- gegeben, sondern durch zwei Erfassungssignale oder zwei gemischte Signale, die einerseits simultan aufgezeichnet werden, und die andererseits simultan wiedergegeben werden. Damit wird erreicht, dass unterschiedliche Emissionscharakteristika von der Audioszene im Vergleich zu einer Standard-Aufnahme aufgezeichnet werden und in einer Wiedergabeumgebung wiedergegeben werden.

Hierzu wird, wie es in dem europäischen Patent dargestellt ist, ein Satz von Mikrophonen zwischen der akustischen Szene und einem (gedachten) Zuhörerraum platziert, um das „konventionelle“ oder Translations-Signal zu erfassen, das sich durch eine hohe Gerichtetheit bzw. hohe Güte auszeichnet.

Darüber hinaus wird ein zweiter Satz von Mikrophonen oberhalb oder seitlich von der akustischen Szene platziert, um ein Signal mit niedriger Güte bzw. niedriger Gerichtetheit aufzuzeichnen, das die Rotation der Schallwellen im Gegensatz zur Translation abbilden soll.

Auf der Wiedergabeseite werden an den typischen Standardpositionen entsprechende Lautsprecher platziert, von denen jeder eine omnidirektionale Anordnung hat, um das Rotationssignal wiederzugeben, und eine direktionale Anordnung hat, um das „konventionelle“ translatorische Schallsignal wiederzugeben. Ferner existiert noch ein Subwoofer entweder an jeder der Standard-Positionen oder nur ein einziger Subwoofer an irgendeiner Stelle.

Das europäische Patent EP 2692144 B1 offenbart einen Lautsprecher zum Wiedergeben von, einerseits, dem translatorischen Audiosignal und, andererseits, dem rotatorischen Audiosignal. Der Lautsprecher hat also eine omnidirektional emittierende Anordnung einerseits und eine direktional emittierende Anordnung andererseits.

Das europäische Patent EP 2692151 B1 offenbart ein Elektretmikrofon, das zum Aufzeichnen des omnidirektionalen oder des direktionalen Signals eingesetzt werden kann.

Das europäische Patent EP 3061262 B1 offenbart einen Ohrhörer und ein Verfahren zum Herstellen eines Ohrhörers, der sowohl ein translatorisches Schallfeld als auch ein rotatorisches Schallfeld erzeugt.

Die zur Erteilung vorgesehene europäische Patentanmeldung EP 3061266 AO offenbart einen Kopfhörer und ein Verfahren zum Erzeugen eines Kopfhörers, der ausgebildet ist, um unter Verwendung eines ersten Wandlers das „konventionelle“ translatorische Schallsignal zu erzeugen, und unter Verwendung eines zweiten senkrecht zum ersten Wandler angeordneten Wandlers das rotatorische Schallfeld zu erzeugen.

Die Aufzeichnung und Wiedergabe des rotatorischen Schallfelds zusätzlich zum translatorischen Schallfeld führt zu einer signifikant verbesserten und damit hochqualitativen Audiosignalwahrnehmung, die nahezu den Eindruck eines Live-Konzertes vermittelt, obgleich das Audiosignal durch Lautsprecher oder Kopf- bzw. Ohrhörer wiedergebeben wird.

Damit wird ein Schallerlebnis erreicht, das nahezu nicht unterscheidbar von der ursprünglichen Tonszene ist, bei der der Schall nicht durch Lautsprecher, sondern durch Musikinstrumente oder menschliche Stimmen emittiert wird. Dies wird dadurch erreicht, dass berücksichtigt wird, dass der Schall nicht nur translatorisch, sondern auch rotatorisch und gegebenenfalls auch vibratorisch emittiert wird und daher entsprechend aufgezeichnet und auch wiedergegeben werden soll.

Es existieren verschiedene Möglichkeiten, um aus bereits existierenden Tonstücken, bei denen lediglich das translatorische Schallfeld aufgezeichnet worden ist, auf synthetische Art und Weise eine Darstellung des Tonstücks zu erzeugen, das sowohl translatorische Komponenten als auch rotatorische Komponenten aufweist. Solche Verfahren sind in der WO2022157251 A2, in der WO2022218822A1 oder der WO2022253768A1 beispielhaft offenbart.

Zur Erzeugung von synthetischen Signalen wird hierbei auf Stereoeigenschaften von existierenden Tonstücken zurückgegriffen, und es wird der Unterschied zwischen dem linken und dem rechten Stereokanal verwendet, um eine Rotation des Schallfelds synthetisch zu rekonstruieren.

Allerdings ist diese Vorgehensweise auf Stereosignale begrenzt und erlaubt es nicht, zum Beispiel für Mono-Signale ein rotatorisches Schallfeld gewissermaßen „nachzukonsturie- ren“.

Darüber hinaus ist das synthetische Verfahren dahingehend begrenzt, dass es für Formate höherer Ordnung, also Formate, die mehr als zwei Kanäle (links und rechts) oder mehr als drei Kanäle (links, Mitte, rechts) aufweisen, nicht mehr einsetzbar ist, wenn hochqualitative Ergebnisse erzielt werden sollen. Darüber hinaus hat sich herausgestellt, dass selbst für eine synthetische Wiedergewinnung von Rotationsinformationen aus translatorisch aufgenommenen Stereosignalen Qualitätsprobleme entstehen, die beispielsweise daraus resultieren, dass das Differenzsignal eines Stereosignals starke Leistungsschwankungen aufweist, die im Hinblick auf das synthetisch erzeugte Rotationssignal Schwierigkeiten bereiten. Insgesamt stellt daher die synthetische Erzeugung von „angereicherten“ Tonstücken, also Tonstücken, die nicht nur translatorische Komponenten aufweisen, sondern auch das rotatorische Schallfeld beschreiben und letztendlich mittels geeigneter Wiedergabesysteme erzeugen können, zwar eine gute Möglichkeit dar, um einen existierenden, rein translatorischen Audioinhalt zu verbessern. Die letztendlich erreichbaren Qualitäten für das wirklich komplette Schallfeld mit translatorischem Schall einerseits und rotatorischem Schall andererseits sind jedoch bei der synthetischen Erzeugung begrenzt.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher, ein verbessertes Konzept zum Erzeugen eines Tonstücks zu schaffen.

Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks gemäß Patentanspruch 1 , ein Verfahren zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks gemäß Patentanspruch 33 oder ein neu aufgezeichnetes Tonstück gemäß Patentanspruch 34 gelöst.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass zu der Erzeugung einer hochqualitativen Audiodarstellung auf das Reamping-Verfahren zurückgegriffen wird. Beim Reamping-Verfahren oder beim Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks mit einem oder mehreren Kanälen, also einer ersten Anzahl von Kanälen, wird das Tonstück abgespielt, und zwar mit Lautsprechern, die an bestimmten Lautsprecherpositionen angeordnet sind. Wenn das existierende Tonstück lediglich einen einzigen Monokanal hat, so wird der Lautsprecher zum Neuaufzeichnen in der Mitte bezüglich einer Hörerinnenposition in einem Wiedergaberaum angeordnet. Hat das existierende Tonstück zwei Kanäle, also einen linken Kanal und einen rechten Kanal, so werden zwei verschiedene Lautsprechersysteme an den beiden Positionen links und rechts angeordnet. Analog hierzu wird dann, wenn das Tonstück drei Kanäle hat, also einen linken Kanal, einen mittleren Kanal und einen rechten Kanal, drei Lautsprechersysteme an den Positionen links, Mitte, rechts in dem Wiedergaberaum angeordnet. Die Lautsprechersysteme sind jedoch nicht, wie beim konventionellen Reamping, einfache translatorische Lautsprecher, sondern Lautsprechersysteme, die sowohl ein Translations-Schallfeld als auch ein Rotationsschallfeld in dem Wiedergaberaum erzeugen können. Hierzu werden die Lautsprechersysteme erfindungsgemäß mit zwei verschiedenen Audiosignalen angesteuert, nämlich einem Audiosignal für das Schallwandlersystem zum Erzeugen des Translations-Schallfelds, und einem weiteren Audiosignal für das Schallwandlersystem für das Rotationsschallfeld. Beide Audiosignale werden von ein und demselben Kanal des existierenden Tonstücks erfindungsgemäß erzeugt.

Um das neu aufgezeichnete Tonstück zu erhalten, werden erfindungsgemäß an den Wiedergabepositionen, die für ein Format höherer Ordnung gewünscht werden, einzelne Mikrofonsysteme angeordnet, die jeweils ausgebildet sind, um für die Position, an der die jeweiligen Mikrofonsysteme angeordnet sind, sowohl ein omnidirektionales Drucksignal als auch zumindest ein gerichtetes Differenzsignal zu erfassen. Das omnidirektionale Drucksignal repräsentiert den Schalldruck und stellt ein typisches Mono-Signal oder ein typisches einkanaliges Signal einer Mehrkanalaufzeichnung dar. Das gerichtete Differenzsignal stellt darüber hinaus eine Komponente der Schallschnelle (Sound Velocity) an der Mikrofonposition dar. Erfindungsgemäß kann die Schallschnelle durch verschiedene gerichtete Differenzsignale erfasst werden, wobei es für eine hochwertige Aufzeichnung bevorzugt wird, alle drei Komponenten der Schallschnelle separat aufzuzeichnen, also sowohl das gerichtete Differenzsignal in x-Richtung als auch das gerichtete Differenzsignal in y-Richtung und das gerichtete Differenzsignal in z-Richtung.

Das Ergebnis wird durch eine Schnittstelle ausgegeben oder aufgezeichnet, dahingehend, dass ein neu aufgezeichnetes Tonstück erhalten wird, das nunmehr eine Anzahl von Kanälen aufweist, die gleich der Anzahl der verwendeten Mikrofonsysteme ist, wobei jeder Kanal nunmehr nicht mehr, wie beim existierenden Tonstück, ein einziges Mono-Signal aufweist, sondern neben einem omnidirektionalen Audiosignal zusätzlich auch eines oder mehrere gerichtete Differenzsignale, um die Schallschnelle an dieser Position entweder angenähert (im Falle von lediglich einem gerichteten Differenzsignal oder einem aufsummierten Differenzsignal) oder besonders genau im Falle von drei gerichteten Differenzsignalen zu beschreiben.

Das erfindungsgemäße Verfahren und die entsprechende Vorrichtung zum Neuaufzeichnen zeichnen sich dadurch aus, dass beliebige Formate für die Tonstücke erzeugt werden können, wobei lediglich je nach Ausführungsform entsprechend zusätzliche Mikrofonsysteme an entsprechenden zusätzlichen Positionen in dem Wiedergaberaum angebracht werden können. Besonders bevorzugt wird ein Wiedergaberaum verwendet, der eine bestimmte Akustik aufweist, und der insbesondere, wenn diese Information noch verfügbar ist, entweder derselbe Wiedergaberaum ist, in dem das existierende Tonstück aufgezeichnet worden ist, oder der ähnliche akustische Eigenschaften oder zumindest vergleichbare akustische Eigenschaften aufweist wie der Wiedergaberaum, in dem das existierende Tonstück aufgenommen worden ist. Dadurch ist es möglich, auch alte Aufnahmen, die lediglich in Mono oder Stereo existieren, mit neuem „Leben“ zu erfüllen, weil durch die erfindungsgemäßen Lautsprechersysteme in dem Wiedergaberaum nicht nur das translatorische Schallfeld erzeugt wird, sondern auch das rotatorische Schallfeld, welches angenähert ist an das rotatorische Schallfeld, das die Künstlerin oder der Künstler bei der ersten Aufzeichnung des existierenden Tonstücks in dem Wiedergaberaum ebenfalls erzeugt hatte, das jedoch damals nicht aufgezeichnet worden ist.

Dieses „Unterlassen“ in der Vergangenheit kann erfindungsgemäß nachgeholt werden, selbst wenn die Künstlerin oder der Künstler oder die Künstlergruppe nicht oder nicht mehr verfügbar ist.

Damit ist es möglich, existierende Aufnahmen, die ohne rotatorische Schallfeldkomponenten aufgezeichnet worden sind, in ein neues, besonders hochqualitatives Format überzuführen, wobei das spezielle Format einfach dadurch erreichbar ist, dass entsprechende Mikrofonsysteme an entsprechenden durch das spezielle Format geforderten Positionen angeordnet werden.

Im Falle eines Neuaufzeichnens eines Mono-Stücks können zwei Mikrofonsysteme für eine Stereodarstellung, oder zum Beispiel fünf Mikrofonsysteme für eine Surround-Darstellung oder aber auch wesentlich höherwertige Formate erreicht werden, wie beispielsweise eine Multikanal-Anordnung mit 22 Kanälen (oder eine beliebige Untergruppe davon mit weniger als 22 Kanälen) gemäß ITU-R BS.2159-9 in einer oberen Schicht, einer mittleren Schicht und einer unteren Schicht, oder eine beliebig ausgewählte Anordnung der verschiedenen 25 Lautsprecher gemäß ISO/IEC 23003:1 . Ein weiteres Format ist das Dolby-Atmos-Format mit sieben Lautsprechern in der mittleren Schicht und vier oder auch sechs Lautsprechern in der oberen Schicht. Dies alles kann einfach dadurch erreicht werden, dass in den entsprechenden Wiedergabepositionen dieser Formate keine Wiedergabelautsprecher, sondern Mikrofonsysteme angeordnet werden, um jeweils Signale an diesen Stellen aufzuzeichnen, die dann, wenn das neu aufgezeichnete Audiostück irgendwann einmal wieder- gegeben werden soll, die entsprechenden Signale an den entsprechenden Wiedergabepositionen darstellen und dort durch geeignete Lautsprecher wiedergegeben werden können. Diese Wiedergabe wird jedoch nicht mit einfachen translatorischen Lautsprechersystemen stattfinden, sondern mit Lautsprechersystemen, die dazu in der Lage sind, sowohl ein translatorisches Schallfeld als auch ein rotatorisches Schallfeld zu erzeugen, die also nicht nur Gleichtaktsignale erzeugen können (Common-Mode-Signale), sondern die auch Gegentaktsignale (Differential-Mode-Signale) erzeugen können.

Bevorzugte Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend bezugnehmend auf die beiliegenden Zeichnungen detailliert erläutert. Es zeigen:

Fig. 1a eine bevorzugte Ausführungsform der Vorrichtung zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks;

Fig. 1 b eine schematische Darstellung des existierenden Tonstücks;

Fig. 1c eine schematische Darstellung des neu aufgezeichneten Tonstücks;

Fig. 2 eine Darstellung der Ansteuerung der einzelnen Lautsprecher der verschiedenen Lautsprechersysteme gemäß einem Ausführungsbeispiel;

Fig. 3 eine Darstellung der Lautsprecherpositionen und der Mikrofonsystempositionen für ein Dolby-Atmos-Format mit sieben Kanälen in der mittleren Schicht und sechs Kanälen in der oberen Schicht;

Fig. 4 eine schematische Übersichtsdarstellung über verschiedene Lautsprecherpositionen und Anordnungen gemäß ISO/IEC 23003:1 ;

Fig. 5 eine schematische Darstellung der Wiedergabepositionen einer 22.2-Multi- kanal-Anordnung gemäß ITU-R BS.2159-9;

Fig. 6a eine schematische Darstellung der vertikalen Positionen bei Dolby-Atmos;

Fig. 6b eine Draufsicht auf Wiedergabepositionen eines Dolby-Atmos-7.4-Formats;

Fig. 7 eine schematische Darstellung eines bevorzugten Lautsprechersystems; Fig. 8 eine weitere Ausführungsform eines bevorzugten Lautsprechersystems;

Fig. 9 eine bevorzugte Ausführungsform des Schallwandlersystems zur Emission des Rotationsschalls;

Fig. 10 eine weitere Ausführungsform eines Lautsprechersystems;

Fig. 11 ein Mikrofonsystem mit zwei Teilmikrofonen;

Fig. 12 ein Mikrofonsystem mit drei Teilmikrofonen;

Fig. 13a einen Kombinierer zum Erzeugen der gerichteten Differenzsignale;

Fig. 13b einen Einzelkombinierer für eine Differenzsignalerzeugung;

Fig. 13c einen Kombinierer gemäß einem Ausführungsbeispiel für das Mikrofonsystem;

Fig. 14 ein Mikrofonsystem bzw. ein Mikrofon gemäß einem Ausführungsbeispiel;

Fig. 15 eine bevorzugte Ausführungsform zum Erzeugen eines Ansteuersignals für die linke Seite oder die rechte Seite von Fig. 2; und

Fig. 16 eine bevorzugte Ausführungsform zum Erzeugen eines Ansteuersignals mit zwei variabel verstärkten Gegentaktsignalen für die erste oder linke und die zweite oder rechte Gegentaktsignal-Einspeisung.

Fig. 1a zeigt eine Vorrichtung zum Neuaufzeichnen eines existierenden Tonstücks mit einer ersten Anzahl von Kanälen, wobei beispielhaft in Fig. 1a ein erster Kanal 111 und ein zweiter Kanal 112 dargestellt sind. Die Vorrichtung umfasst eine Lautsprecheranordnung zum Wiedergeben der ersten Anzahl von Kanälen mit einer ersten Anzahl von Lautsprechersystemen in einem Wiedergaberaum 110. Die Lautsprecheranordnung umfasst bei dem in Fig. 1a gezeigten Ausführungsbeispiel ein erstes Lautsprechersystem 201 an einer ersten Lautsprecherposition, die bei dem in Fig. 1a gezeigten Ausführungsbeispiel die linke Position ist. Ein zweites Lautsprechersystem ist bei 202 gezeigt und an einer zweiten Lautsprecherposition angeordnet. Nachdem das existierende Tonstück zwei Kanäle 111 , 112 aufweist, wobei der erste Kanal für das linke Lautsprechersystem 201 gedacht ist und der zweite Kanal 112 für das rechte Lautsprechersystem 202 gedacht ist, werden lediglich zwei Lautsprechersysteme eingesetzt.

Jedes Lautsprechersystem ist ausgebildet, um für jeden Kanal 111 , 112 der ersten Anzahl von Kanälen sowohl ein Translations-Schallfeld als auch ein Rotationsschallfeld zu erzeugen. Vorzugsweise umfasst jedes Lautsprechersystem zu diesem Zweck zwei verschiedene Schallwandlersysteme, und zwar ein Schallwandlersystem zum Erzeugen des Rotationsschallfelds und ein separates Schallwandlersystem zum Erzeugen des Translations- Schallfelds. Zu diesem Zweck ist vorzugsweise ein Signalverarbeitungselement 100 vorgesehen, um aus jedem Kanal zwei Audiosignale zu erzeugen. Aus dem ersten Kanal 111 erzeugt das Signalverarbeitungselement 100 das erste Audiosignal 111a für das translatorische Schallwandlersystem und das zweite Audiosignal 111b für das rotatorische Schallwandlersystem. Entsprechend erzeugt das Signalverarbeitungselement 100 auch ein erstes Audiosignal 112a und ein zweites Audiosignal 112b aus dem zweiten Kanal 112, wobei diese Audiosignale an die jeweils unterschiedlichen Schallwandlersysteme des zweiten Lautsprechersystems zugeführt werden.

Obgleich bei bevorzugten Ausführungsbeispielen für die Lautsprechersysteme, die noch anhand der Figuren 7 bis 10 detailliert erläutert werden, komplett getrennte Schallwandlersysteme eingesetzt werden, um einerseits das Rotationsschallfeld und andererseits das Translations-Schallfeld zu erzeugen, können alternativ auch Schallwandlersysteme mit wenigstens zwei Lautsprechern eingesetzt werden, die beide mit dem Gleichtaktsignal und dem Gegentaktsignal angesteuert werden, so dass diese beiden Lautsprecher zusammen sowohl das Translations-Schallfeld als auch das Rotationsschallfeld erzeugen, wie es beispielsweise in der internationalen Anmeldung WO2022218824A2 dargestellt ist, die hiermit durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit aufgenommen ist.

Die Verwendung separater Systeme erlaubt es jedoch, dass das Rotationsschallfeld nahezu omnidirektional abgestrahlt werden kann, so dass eine besonders gute omnidirektio- nale, also ungerichtete Anregung des Rotationsschallfelds in dem Wiedergaberaum stattfinden kann, selbst wenn das Tonstück lediglich einen einzigen Mono-Kanal oder lediglich ein Stereosignal mit zwei Stereokanälen hat der ein 3-Kanal-Format ist. Die erste Anzahl von Kanälen kann somit gleich Eins sein, wenn das existierende Tonstück lediglich einen einzigen Mono-Kanal hat, oder wenn zum Reamping nur ein einziger Kanal eingesetzt werden soll. Alternativ kann das existierende Tonstück auch zwei oder mehr Kanäle aufweisen, so dass die erste Anzahl von Kanälen auch größer als 1 sein kann.

Die Vorrichtung zum Neuaufzeichnen umfasst ferner auch eine Mikrofonanordnung mit einer zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen 221 , 222, 223, 224, 225, die an verschiedenen Positionen in dem Wiedergaberaum angeordnet sind. Insbesondere ist jedes Mikrofonsystem der zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen ausgebildet, um sowohl ein omnidirektiona- les Drucksignal als auch ein gerichtetes Differenzsignal zu erfassen. Das omnidirektionale Signal ist in Fig. 1a jeweils als OD bezeichnet, während das gerichtete Differenzsignal jeweils als D bezeichnet ist. Die anschließende Nummer bezieht sich auf die Nummer des Mikrofonsystems, durch das die Signale erfasst werden.

Darüber hinaus umfasst die Lautsprecheranordnung eine Schnittstelle 150 zum Ausgeben oder Aufzeichnen des omnidirektionalen Drucksignals und wenigstens eines gerichteten Differenzsignals für jedes der Mikrofonsysteme der Anzahl der zweiten Anzahl von Mikrofonsystemen, um das neu aufgezeichnete Tonstück 240 entweder in aufgezeichneter Form oder in ausgegebener Form zu erhalten. Bei dem in Fig. 1a gezeigten Ausführungsbeispiel umfasst das Tonstück nach dem Reamping neun bzw. zehn verschiedene Audiosignale, die aus einem existierenden Tonstück mit zwei Kanälen erzeugt worden sind. Bei dem in Fig. 1a gezeigten Ausführungsbeispiel ist in der Mitten-Position das zweite Mikrofonsystem 221 dargestellt. Je nach Implementierung hat sich gezeigt, dass diese Wiedergabeposition lediglich durch das omnidirektionale Drucksignal gut beschrieben wird, weil an dieser Stelle typischerweise zum Beispiel ein Sprecher oder ein Sänger positioniert ist, der sich im Wesentlichen durch eine direkte Schallerzeugung und Schallausgabe auszeichnet. Daher kann an dieser Position das gerichtete Differenzsignal eher sekundär sein, und es kann weggelassen werden, wie es bei Fig. 1a mit der Klammer um das gerichtete Differenzsignal D2 am Eingang der Schnittstelle 150 oder am Ausgang des zweiten Mikrofons 221 angedeutet ist.

Alternativ kann auch das omnidirektionale Signal an dieser Stelle zum Beispiel durch Addition des ersten Kanals und des zweiten Kanals erzeugt werden, und es kann somit, wie es bei 151 gezeigt ist, separat eingefügt werden. Wenn weder das omnidirektionale Signal OD2 noch das gerichtete Differenzsignal D2 von dem Mikrofonsystem 221 an der Mitten- Position benötigt wird, kann auch auf die Aufstellung eines Mikrofonsystems an dieser Stelle komplett verzichtet werden, um den Aufwand für das Reamping bzw. für das Neuaufzeichnen zu reduzieren. Dann wird der Mittenkanal aus dem existierenden Tonstück falls vorhanden dem neuaufgezeichneten Tonstück hinzugefügt oder falls nicht vorhanden aus dem vorhandenen linken und rechten Kanal durch ein Downmixen erzeugt und das Ergebnis des Downmixens wird dem neuaufgezeichneten Tonstück hinzugefügt.

Wie es noch bezugnehmend auf Fig. 3 dargestellt wird, wird auch auf die Verwendung des zweiten Mikrofonsystems 221 an der Mitten- Position vorzugsweise verzichtet, wenn ein Dreikanal-Signal, das einen Mitten-Kanal aufweist, neu aufgezeichnet werden soll. Dann wird in dem neu aufgezeichneten Tonstück der Kanal bzw. die Spur B aus dem ursprünglichen Mitten-Kanal 113, wie er in Fig. 2 dargestellt ist, erzeugt und über das Einfügungselement 151 und die Schnittstelle 150 in das neu aufgezeichnete Tonstück eingefügt, ohne dass tatsächlich eine Aufzeichnung mit einem Mikrofonsystem stattgefunden hatte. Selbstverständlich kann jedoch je nach Ausführungsform auch an der Mitten-Position ein Mikrofonsystem 221 aufgestellt werden, wie es in Fig. 1a gezeigt ist, und es können sowohl das omnidirektionale Signal als auch das gerichtete Differenzsignal von diesem Mikrofonsystem über die Schnittstelle 150 in das neu aufgezeichnete Tonstück hineingebracht werden.

Der Wiedergaberaum 110 kann prinzipiell jeder Wiedergaberaum sein, der nicht unbedingt ein geschlossener Raum zu sein hat, sondern der einfach eine definierte räumliche Ausdehnung hat, in der an bestimmten Positionen die Lautsprechersysteme und die Mikrofonsysteme aufgestellt werden können. So kann der Raum auch ein „Freiraum“ sein, wenn das Tonstück zum Beispiel ein Live-Konzert war, also nicht in einem bestimmten Studio aufgenommen worden ist.

Wenn das Tonstück allerdings in einem Studio aufgenommen worden ist, so wird es bevorzugt, als Wiedergaberaum genau dieses Studio erneut für das Neuaufzeichnen zu verwenden, da dann das Rotationsschallfeld, das bei der allerersten Einspielung des Tonstücks durch den Künstler bzw. die Künstlerin erzeugt aber nicht aufgezeichnet worden ist, nunmehr durch die erfindungsgemäße Vorgehensweise zum Neuaufzeichnen gewissermaßen im Nachgang aufgezeichnet und für eine hochqualitative Audiowiedergabe verfügbar gemacht wird.

Fig. 1b zeigt eine Darstellung eines existierenden T onstücks, das typischerweise bestimmte Metadaten aufweisen wird, und das zusätzlich zu den Metadaten einen linken Kanal bzw. eine linke Spur A, eine rechte Spur bzw. einen rechten Kanal C und einen mittleren bzw. Mono-Kanal B haben wird. Der linke Kanal ist mit 111 bzw. 1001 bezeichnet. Der rechte

Kanal ist mit 112 bzw. 1002 bezeichnet und der mittlere Kanal ist mit 1013 bezeichnet.

Zum Vergleich zeigt Fig. 1c das neu aufgezeichnete Tonstück, das wieder Metadaten aufweist, die nunmehr einen größeren Umfang haben können als die ursprünglichen Metadaten, weil die den Metadaten zugeordneten Daten nunmehr wesentlich reichhaltiger geworden sind. Bei dem beispielhaften Szenario in Fig. 1c, bei dem fünf Wiedergabepositionen links breit, rechts breit, links, rechts und links hinten gezeigt sind, sind aus den ursprünglichen drei Kanälen bereits 20 Tonspuren geworden, wobei ein „Kanal“, z. B. der LW-Kanal, aus drei einzelnen Kanalsignalen besteht, nämlich dem omnidirektionalen Drucksignal OD1 , und dem gerichteten Differenzsignal D1a in x-Richtung, dem gerichteten Differenzsignal D1b in y-Richtung und dem gerichteten Differenzsignal D1c in z-Richtung. Die Erzeugung bzw. Aufnahme dieser Differenzsignale wird nachfolgend bezugnehmend auf die detailliertere Erläuterung des Mikrofonsystems in den Fig. 11 bis 14 detailliert dargestellt.

Je nach Ausführungsform kann eine maximale, d. h. maximal genaue Darstellung der Schallschnelle, durch alle drei Komponenten x, y, z explizit aufgezeichnet werden. Allerdings können auch bestimmte „Zwischen“-Darstellungen eingesetzt werden, um den Übertragungsaufwand bzw. die Größe des neu aufgezeichneten Tonstücks zu reduzieren. Es kann beispielsweise lediglich ein einziges Differenzsignal aufgezeichnet und übertragen werden, beispielsweise das größte der drei Differenzsignale. Alternativ können auch die drei Differenzsignale miteinander addiert werden, um ein insgesamtes Differenzsignal zu erzeugen und zu übertragen, also beispielsweise durch Addition von Di a , D und Di c . Alternativ können jeweils zwei Differenzsignale, also x, y bzw. x, z bzw. y, z aufaddiert werden. Beliebige Kombinationen sind ferner möglich, beispielsweise nur die Übertragung des größten Differenzsignals im Hinblick auf seine Leistung z. B. in einem Frame bzw. in einem bestimmten Zeitbereich und optional zusätzlich das zweitgrößte Signal oder eine Summe der beiden verbleibenden gerichteten Komponenten etc. Auf jeden Fall wird das neu aufgezeichnete Tonstück im Vergleich zum ursprünglichen Tonstück vorzugsweise mehr „Kanäle“ haben, und jeder Kanal wird neben dem vorzugsweisen omnidirektionalen Drucksignal auch wenigstens ein gerichtetes Differenzsignal umfassen, das ein tatsächlich gemessenes Differenzsignal ist oder ein Signal, das aus der Kombination, wie beispielsweise Addition, von gemessenen Differenzsignalen hervorgegangen ist. Auf jeden Fall wird dieses Differenzsignal die Schallschnelle mehr oder weniger genau beschreiben und es erlauben, dann, wenn das neu aufgezeichnete Tonstück wiedergegeben werden soll, einen entspre- chenden Differential-Mode-Wandler, also einen entsprechenden Wandler für die Erzeugung eines Rotationsschallfelds anzusteuern. Das Drucksignal ist wie beschrieben vorzugsweise omnidirektional und kann aber je nach Mikrophon auch noch Reste einer Richtwirkung in sich tragen. Allerdings ist es ein Drucksignal und stellt im Gegensatz zu den gerichteten Differenzsignalen, die die Schallschnelle darstellen, keine Richtung eines Vektorfeldes dar, sondern lediglich den ungerichteten Druck an der Mikrofonposition. Es kann auf verschiedene Weisen gewonnen werden, z. B. durch Addition von Signalen von Mikrofonmembranen, durch einen eigenen Druckwandler oder wie im bevorzugten Fall durch Addition der beiden Komponenten der Membranen eines Teilmikrophons, wie z. B. des Teilmikrophons für die z-Richtung.

Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Konzept dafür nützlich, dass eine „Hochskalierung“ stattfindet, dass also die zweite Anzahl von Mikrofonsystemen größer als die erste Anzahl von Kanälen ist. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich, z. B. nur einen Kanal eines existierenden Tonstücks zu verwenden, und mit diesem Kanal ein erfindungsgemäßes Lautsprechersystem anzusteuern, um dann mit einem erfindungsgemäßen Mikrofon, das an der Mitten- Position neben dem Lautsprechersystem angeordnet ist oder zwischen Hörerposition 114 und dem Lautsprechersystem angeordnet ist, das neu aufgezeichnete Monosignal zu erhalten, das nunmehr ein gerichtetes Differenzsignal zusätzlich zum omnidi- rektionalen Drucksignal umfasst. Die zweite Anzahl kann also auch gleich der ersten Anzahl sein.

Weitere Formate sind die Erzeugung von einem neu aufgezeichneten Tonstück mit Stereoeigenschaft aus einem ursprünglichen Tonstück mit Monoeigenschaft oder aus einem ursprünglichen Stereo-Tonstück, das jedoch keine Rotationsinformation hatte. Darüber hinaus ist es auch möglich, aus drei ursprünglichen Kanälen ein angereichertes, also neu aufgezeichnetes Tonstück, mit drei Mikrofonsystemen aufzuzeichnen, das wiederum drei „Kanäle“ hat, wobei nunmehr jedoch jeder Kanal zusätzlich zum (omnidirektionalen) Drucksignal ein gerichtetes Differenzsignal oder mehrere gerichtete Differenzsignale umfasst.

Fig. 3 zeigt eine bestimmte Ausführungsform der Anordnung der Lautsprechersysteme und der Mikrofonsysteme am Beispiel eines Neuaufzeichnens für das Dolby-Atmos-Format mit den erfindungsgemäßen Lautsprechersystemen von Molecular Acoustics (MA) und mit den Mikrofonsystemen von Molecular Acoustics (MA). Insbesondere ist ein Format gezeigt, das sechs Wiedergabepositionen und damit Positionen für die erfindungsgemäßen Mikrofonsysteme aufweist, nämlich die Positionen 222, 223, 224, 225, 226, 227 in der mittleren Schicht. Darüber hinaus sind sechs weitere Wiedergabepositionen und damit Mikrofonsystempositionen 226, 227, 228, 229, 230, 231 in der oberen Schicht gezeigt. Das sich ergebende neu aufgezeichnete Signal hat dann die angereicherten „Kanäle“ für die Mikrofonpositionen 222 bis 231 und zusätzlich noch das Mitten-Signal, das jedoch unmittelbar aus dem existierenden Tonstück extrahiert wird und dem Signal hinzugefügt wird, wie es bei 151 in Fig. 1a gezeigt und dargestellt worden ist. Wenn ferner bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel für jede Mikrofonposition das omnidirektionale Signal und drei gerichtete Differenzsignale aufgezeichnet werden, so sind aus dem ursprünglichen dreikanaligen Signal mit den Lautsprecherpositionen 201 , 202, 203 12 „angereicherte“ Kanäle und ein Mitten-Kanal entstanden, wobei jeder angereicherte Kanal ein omnidirektionales Signal und drei gerichtete Differenzsignale aufweist, so dass das neu aufgezeichnete Tonstück für die Implementierung von Fig. 3 insgesamt 48 + 1 , also 49 Kanäle als gewissermaßen dritte Anzahl von Kanälen aufweist, wenn die erste Anzahl von Kanälen gleich drei ist und die zweite Anzahl von Mikrofonsystemen gleich 12 ist.

Die englischen Ausdrücke in Fig. 3 entsprechen folgenden deutschen Begriffen: left = links, right = rechts, front = vorne, mid = Mitte, rear = hinten, top = oben, wide = breit, side = Seite, MA triple microphone units = Molecular-Acoustics-Dreifachmikrofoneinheiten, loudspeaker = Lautsprecher.

Fig. 4 zeigt Kanalabkürzungen und Lautsprecherpositionen in der Ansicht von oben, wie sie aus ISO/IEC 23003:1 dargestellt sind.

Die englischen Begriffe entsprechen folgenden deutschen Begriffen: center = Mitte, low frequency enhancement = Niederfrequenzverbesserung, surround = Umgebung, direct = direkt, side = Seite, vertical = vertikal, height = Höhe.

Ein weiteres Wiedergabeformat, das 22.2-Multikanal-Format, ist in Fig. 5 gezeigt, wie es in ITU/R BS.2159-9 dargestellt ist. Hier existieren drei Schichten, nämlich die untere Schicht oder „bottom layer“ 501 , die mittlere Schicht oder „middle layer“ 502, und die obere Schicht oder „top layer“ 503. Die untere Schicht hat drei Kanäle (channels), die mittlere Schicht hat zehn Kanäle und die obere Schicht hat neun Kanäle, wobei zusätzlich noch zwei Subwoofer bzw. LFE-Kanäle vorhanden sind. Die einzelnen Abkürzungen für die Lautsprecherpositionen sind in Fig. 5 in der unteren Ansicht dargestellt und in der oberen Ansicht bezüglich eines Fernsehbildschirms (TV screen) 504 dargestellt.

Fig. 6a und Fig. 6b zeigen die vertikalen Positionen bzw. eine Draufsicht auf die Wiedergabepositionen bei Dolby-Atmos. Insbesondere das in Fig. 6b gezeigte Format unterscheidet sich von dem in Fig. 3 gezeigten Format dadurch, dass in Fig. 3 noch die beiden mittleren Mikrofonpositionen bzw. Lautsprecherpositionen 228, 229 TML (oben Mitte links) und TMR (oben Mitte rechts) verwendet werden, während diese in Fig. 6b nicht vorhanden sind.

Erfindungsgemäß können Mikrofonsysteme an allen Wiedergabepositionen, wie sie in Fig. 3, Fig. 4, Fig. 5, Fig. 6a, 6b gezeigt sind, positioniert werden. Es können auch beliebige Untermengen von Mikrofonsystemen platziert werden, wie es aus dem Vergleich von Fig. 6b und Fig. 3 ersichtlich ist, wobei in Fig. 6b die beiden Positionen TML und TMR nicht mit Mikrofonsystemen besetzt werden, so dass ein kleineres Format erzeugt wird. Alternativ können auch Benutzer-spezifische Formate, die nicht den standardisierten Formaten entsprechen, eingesetzt werden, wobei es jedoch bevorzugt wird, entsprechende Formate bzw. Teile von entsprechend standardisierten Formaten mit Mikrofonsystemen abzubilden, und die entsprechenden Bezeichnungen dann in den Metadaten dem neu aufgezeichneten Tonstück hinzuzufügen.

Fig. 2 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der Ansteuerung der drei Lautsprechersysteme 201 , 202, 203. Jedes einzelne Lautsprechersystem, das an einer bestimmten Lautsprecher-Position angeordnet ist, wie beispielsweise der linken Position, der mittleren Position und der rechten Position, umfasst ein erstes Schallwandlersystem 201a, 203a, 202a zur Wiedergabe des konventionellen (translatorischen) Schallsignals mittels einem als CM- bzw. Common-Mode-Wandler bezeichneten Schallwandlersystem. Das Schallwandlersystem kann einen einzelnen Lautsprecher oder mehrere Lautsprecher, d. h. mehrere Lautsprechermembranen, umfassen, die typischerweise gehäust sind und durch einen Subwoofer unterstützt werden können, wie es noch Bezug nehmend auf Fig. 7 bis 10 dargelegt wird. Darüber hinaus umfasst jedes Lautsprechersystem ein weiteres Schallwandlersystem 201 b, 203b, 202b, das mit einem separaten Audiosignal angesteuert wird und ausgebildet ist, um ein Rotationsschallfeld zu erzeugen. Dieses Wandlersystem ist als DM (Differential Mode) in Fig. 2 bezeichnet und symbolisch mit zwei voneinander weg gerichteten Lautsprechern, die in entgegengesetzte Richtungen abstrahlen, angedeutet. Vorzugsweise wird je- doch ein Schallwandlersystem verwendet, das nahezu omnidirektional, also in allen Richtungen im Wesentlichen gleich abstrahlt und vorzugsweise als Dodekaeder ausgebildet ist, wie er in Fig. 9 dargestellt ist.

Jedes Audiosignal wird durch einen jeweiligen Verstärker 201c, 201 d, 203c, 203d, 202c, 202d verstärkt. Typischerweise sind die Lautsprechersysteme aktive Lautsprechersysteme, so dass die Verstärker in den Lautsprechersystemen untergebracht sind, wie es in Fig. 2 dargestellt ist. Alternativ können die Verstärker jedoch auch separat von den Lautsprechern angeordnet werden, also z. B. in dem Signalverarbeitungselement 100, das jedoch in Fig. 2 dahingehend dargestellt ist, dass es die Endverstärker nicht umfasst.

Zur Erzeugung der beiden Audiosignale 113a, 113b werden vorzugsweise lediglich Dämpfungsglieder 113c und 113d eingesetzt. Das Kanalsignal des existierenden Tonstücks für die Mitte, also die Spur B bzw. der Monokanal 113 wird einem Verzweigungspunkt 113e zugeführt, und von dort über ein erstes Dämpfungsglied 113c dem Schallwandlersystem zur Erzeugung des rotatorischen Schalls 203b zugeführt, während das zweite Audiosignal 113a dahingehend erzeugt wird, dass das ursprüngliche Signal 113 durch das zweite Dämpfungsglied 113d gedämpft wird. Vorzugsweise sind die Dämpfungsglieder 113c, 113d unterschiedlich eingestellt, dahingehend, dass das Dämpfungsglied 113d weniger dämpft als das Dämpfungsglied 113c. Durch Einstellung dieser einstellbaren Dämpfungsglieder ist es möglich, den Anteil des rotatorischen Schalls für den Mitten-Kanal einzustellen. Selbst wenn nur ein einziges Monosignal vorhanden ist, führt bereits die Abstrahlung des Audiosignals 113b, obgleich dieses Signal phasengleich zum Audiosignal 113a ist, dazu, dass aufgrund des zweiten Schallwandlersystems 203b ein Rotationsschallfeld in dem Wiedergaberaum angeregt wird. Dieser auch als „Generatoreffekt“ bezeichnete Effekt führt dazu, dass in dem Wiedergaberaum ein Rotationsschallfeld angeregt wird, selbst wenn das ursprünglich existierende Tonstück nicht einmal ein Stereosignal hat, und daher keine synthetische Erzeugung eines Differential-Mode-Signals möglich ist, das ja das Vorhandensein von Stereosignalen erfordert. Das Rotationsschallfeld, das durch den Wandler 203b erzeugt wird, führt dazu, dass sich in dem Wiedergaberaum ein Rotationsschallfeld ausbreitet bzw. angeregt wird, das an den Mikrofonpositionen im Hinblick auf eine komplette Darstellung der Schallschnelle, wenn erforderlich, in x-, y- und z-Richtung aufgezeichnet wird. Somit kann bereits aufgrund eines vorzugsweise geschlossenen Wiedergaberaums beim erfindungsgemäß neuartigen Reamping eines Monosignals eine wesentlich verbesserte Darstellung erhalten werden. Die Erzeugung der Ansteuersignale 111a und 112a für das Schallwandlersystem zur Wiedergabe des translatorischen Schallfelds findet sowohl für den linken Kanal als auch für den rechten Kanal dadurch statt, dass der linke Stereokanal bzw. der rechte Stereokanal direkt oder nach Dämpfung durch ein vorzugsweise einstellbares Dämpfungsglied 1105 bzw. 1205 den entsprechenden Endverstärkern 201d, 202d zugeführt wird.

Zur Erzeugung des Differenzsignals, also des Ansteuersignals 111b, 112b, wird jedoch nunmehr auf den eingangsseitigen linken Stereokanal 111 bzw. 1001 und den rechten Stereokanal 112 bzw. 1002 zurückgegriffen. So werden zwei Polaritätsumkehrungen in den Blöcken 1015, 1016 vorgenommen, um dann das Ergebnis der Polaritätsumkehr in den jeweiligen Blöcken 1013, 1014 zu addieren, um die Gegentaktsignale 1011 bzw. 1012 zu erhalten, welche dann je nach Ausführungsform direkt oder nach Verstärkung durch einen spannungsgesteuerten Verstärker (VGA) 1031 , 1032 dem zweiten Schallwandlersystem zum Erzeugen des Rotationsschallfelds zugeführt werden. Auf dem Weg zum Lautsprecher kann jeweils noch eine Dämpfung in einem Dämpfungsglied 1101 bzw. 1201 vorgenommen werden. Darüber hinaus kann noch je nach Implementierung zu dem Differenzsignal am Ausgang des Verstärkers 1031 bzw. 1032 oder im Ausgang des Addierers 1013, 1014 ein durch ein Dämpfungsglied 1103 bzw. 1203 gedämpftes Gleichtaktsignal hinzugefügt werden, wobei das Signal am Ausgang des Addierers 1102 bzw. 1202, der diese Hinzufügung ausführt, noch durch ein optionales Dämpfungsglied 1104, 1204 gedämpft werden kann, um schließlich das jeweilige zweite Audiosignal für das DM-Wandlersystem zu erhalten, das mit 111 b bzw. 112b gekennzeichnet ist.

Es sei darauf hingewiesen, dass sämtliche Elemente 1101 , 1102, 1103, 1104, 1105 bzw. 1201 , 1202, 1203, 1204, 1205 optionale Elemente sind, die je nach Implementierung fest eingestellt auf einen bestimmten Dämpfungswert sein können, der sich von Element zu Element unterscheiden kann. Alternativ können manchen oder alle Elemente nicht vorhanden sind bzw. auf eine Dämpfung von 0 eingestellt sein. Es können auch nur Untergruppen dieser Elemente vorhanden sein.

Darüber hinaus ist auch die Verwendung des Verstärkers 1301 bzw. 1302, welcher durch das Steuersignal 1035 über dem Verzweigungspunkt 1033 gesteuert werden, optional, wie es auch durch den ebenfalls optionalen Schalter dargestellt ist, der entweder das Signal 1011 oder das Signal 1036 bzw. das Signal 1012 bzw. das Signal 1037 dann nach optionaler Verarbeitung dem zweiten Schallwandlersystem bzw. dem DM-Wandlersystem 201 b, 202b zuführt. Es wird lediglich bevorzugt, dass das zweite Audiosignal, also das Ansteuersignal für das Schallwandlersystem zur Erzeugung des Rotationsschallfelds jeweils aus den Unterschieden der beiden vom ursprünglich existierenden Tonstück vorhandenen Stereokanälen abgeleitet wird. Darüber hinaus ist auch die Verwendung eines Polaritäts-Invertierers 1015, 1016 und eine anschließende Addition bei 1013, 1014 lediglich optional. Es kann auch eine Subtraktion stattfinden oder eine näherungsweise Subtraktion dahingehend, dass das Signal am Ausgang der Operation, also das Signal, das mit „A-C“ oder „C-A“ bezeichnet ist, auf den Unterschied zwischen dem linken Stereokanal und dem rechten Stereokanal zurückgeht, ohne dass dieser Unterschied das genaue Ergebnis einer exakten Subtraktion ist.

Auf die optionale Verwendung des spannungsgesteuerten Verstärkers 1031 bzw. 1032 bzw. allgemein auf die Ansteuerung eines solchen Verstärkers basierend auf einer Korrelation des linken und des rechten Kanals wird Bezug nehmend auf Fig. 15 und 16 eingegangen. Diese Vorgehensweise ist auch in der WO2022253768 A1 beschrieben, die hiermit durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit aufgenommen ist.

Fig. 15 zeigt eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Ansteuersignals für einen Schallerzeuger, die einen Gegentaktsignalerzeuger 1010, einen steuerbaren Verstärker 1030 und eine Steuerung 1020 aufweist. Der Gegentaktsignalerzeuger 1010 ist ausgebildet, um ein Gegentaktsignal 1011 aus einem ersten Kanalsignal und einem zweiten Kanalsignal zu erzeugen. Das erster Kanalsignal 1001 und das zweite Kanalsignal 1002 stammen von einem Mehrkanalaudiosignal und können beispielsweise das linke Kanalsignal und das rechte Kanalsignal sein.

Der steuerbare Verstärker 1030 ist ausgebildet, um das Gegentaktsignal 1011 zu verstärken oder zu dämpfen, und zwar mit einer einstellbaren Verstärkung oder Dämpfung gemäß einem Einstellwert 1035, den der steuerbare Verstärker 1030 von der Steuerung 1020 empfängt. Insbesondere ist die Vorrichtung in Fig. 15 ausgebildet, um das verstärkte Gegentaktsignal 1036 als Basis für das Ansteuersignal für einen oder mehrere Schallerzeuger zu verwenden.

Die Steuerung 1020 ist ausgebildet, um den Einstellwert 1035 derart zu bestimmen, dass bei einer ersten Ähnlichkeit zwischen dem ersten Kanalsignal und dem zweiten Kanalsignal ein erster Einstellwert bestimmt wird, und dass bei einer zweiten Ähnlichkeit zwischen dem ersten Kanalsignal und dem zweiten Kanalsignal ein zweiter Einstellwert bestimmt wird, wobei insbesondere die erste Ähnlichkeit eine niedrigere Ähnlichkeit als die zweite Ähnlichkeit darstellt, und wobei der erste Einstellwert eine kleinere Verstärkung als der zweite Einstellwert oder eine größere Dämpfung als der zweite Einstellwert darstellt. Dieser Zusammenhang ist schematisch in der Abbildungsfunktion 1000 dargestellt, die einen Einstellwert für eine Verstärkung (Einstellwert größer als 1) und/oder für eine Dämpfung (Einstellwert kleiner als 1) darstellt, und zwar abhängig von einer Ähnlichkeitsskala. Insbesondere wird die Verstärkung für größere Ähnlichkeitswerte, also für stärkere Ähnlichkeiten zwischen dem ersten Kanalsignal und dem zweiten Kanalsignal immer größer. Dies ist dahin gehend vorteilhaft, dass dadurch der Pegelverlust des Gegentaktsignals, das vorzugsweise als Differenzsignal oder annäherndes Differenzsignal erzeugt wird, ausgeglichen wird bzw. teilweise kompensiert wird. Andererseits wird die Verstärkung immer kleiner, je unähnlicher die beiden Kanalsignale sind, weil dann der Pegel des Gegentaktsignals immer weiter zunimmt. Eine besondere Situation ergibt sich insbesondere dann, wenn das erste Kanalsignal und das zweite Kanalsignal besonders unähnlich sind, also vollständig korreliert sind, aber gegenphasig. Dann führt die Berechnung des Gegentaktsignals zu einer Überhöhung des Pegels des Gegentaktsignals, welche gemäß der Abbildungsfunktion, um Ähnlichkeitswerte auf Einstellwerte abzubilden, wie sie schematisch bei 1000 in Fig. 15 gezeigt ist, erfindungsgemäß dahin gehend angegangen wird, dass dann das Gegentaktsignal weniger verstärkt oder sogar gedämpft wird, also mit einem Verstärkungsfaktor kleiner als 1 in linearer Skala oder mit einem negativen Verstärkungsfaktor in einer logarithmischen Skala, wie beispielsweise einer dB-Skala.

Eine Verstärkung kann eine Verstärkung sein, die zu einer Vergrößerung des Pegels führt, also eine Verstärkung mit einem Verstärkungsfaktor größer als 1 bzw. einem positiven Verstärkungsfaktor auf einer dB-Skala. Eine Verstärkung kann jedoch auch eine Verstärkung mit einem Verstärkungsfaktor kleiner als 1 sein, also eine Dämpfung. Dann liegt der Verstärkungsfaktor zwischen 0,1 bzw. auf einer dB-Skala im negativen Bereich.

Je nach Ausführungsform findet eine direkte Analyse der Signale, um den Einstellwert zu bestimmen, in der Vorrichtung von Fig. 15 statt. Alternativ umfasst das Mehrkanalaudiosignal, das das erste Kanalsignal 1001 , 111 und das zweite Kanalsignal 1002, 112 umfasst, Metadaten 1050. Die Steuerung 1020 ist ausgebildet, um den Einstellwert 1035, 1051 aus den Metadaten 1050 zu extrahieren. Der steuerbare Verstärker ist ausgebildet, um gemäß dem extrahierten Einstellwert das Gegentaktsignal 1011 mit der einstellbaren Verstärkung oder Dämpfung zu beaufschlagen. Dies ist durch den Pfeil in den Block 1020 hinein für die Metadaten bei 1051 dargestellt. Dann findet eine direkte Signalanalyse in der Vorrichtung von Fig. 15 nicht unbedingt statt. Bei einer gemischten Implementierung wird aus den Metadaten 1051 ein Startwert für den Einstellwert ausgelesen, der dann durch eine Vorrichtung, die für eine tatsächliche Signalanalyse ausgebildet ist, verfeinert werden kann. Dagegen wird eine Vorrichtung, die keine Signalanalyse ausführen kann, sondern lediglich die Metadaten 1051 auslesen kann, für ein ganzes Stück denseiben Startwert verwenden, was bereits eine Verbesserung darstellt, oder zu bestimmten Zeitpunkten innerhalb eines Stücks, zu denen wieder ein neuer Einstellwert in den Metadaten vorhanden ist, diesen neuen Einstellwert zur Einstellung des bzw. der steuerbaren Verstärker verwenden.

Vorzugsweise ist die Steuerung 1020 ausgebildet, um einen Korrelationswert zwischen dem ersten Kanalsignal 1001 und dem zweiten Kanalsignal 1002 zu bestimmen, wobei der Korrelationswert ein Maß für die Ähnlichkeit ist. Besonders bevorzugt ist die Steuerung 1020 ausgebildet, um eine normierte Kreuzkorrelationsfunktion aus dem ersten Kanalsignal und dem zweiten Kanalsignal zu berechnen, wobei ein Wert der normierten Kreuzkorrelationsfunktion ein Maß für die Ähnlichkeit ist. Insbesondere ist die Steuerung 1020 ausgebildet, um einen Korrelationswert unter Verwendung einer Korrelationsfunktion zu berechnen, die einen Wertebereich von negativen und positiven Werten hat, wobei die Steuerung ausgebildet ist, um für einen negativen Wert der Korrelationsfunktion einen Einstellwert zu bestimmen, der eine Dämpfung oder Verstärkung darstellt, und für einen positiven Wert der Korrelationsfunktion den Einstellwert zu bestimmen, der eine Verstärkung bzw. Dämpfung darstellt, also das jeweils andere. Eine typische normierte Kreuzkorrelationsfunktion hat einen Wertebereich zwischen -1 und +1 , wobei der Wert -1 bedeutet, dass die beiden Signale voll korreliert aber gegenphasig sind, und damit maximal unähnlich.

Andererseits wird ein Wert von +1 dann erhalten, wenn die beiden Kanalsignale komplett korreliert sind und gleichphasig, also maximal ähnlich. Das Gegentaktsignal wird mit abnehmendem Wert von -1 auf 0 bei einer normierten Kreuzkorrelationsfunktion immer größer, weshalb der Verstärkungsfaktor in diesem Bereich immer weiter heruntergefahren wird. Bei einem Wert der normierten Kreuzkorrelationsfunktion zwischen 0 und -1 wird die Ähnlichkeit dagegen immer geringer, weshalb das Gegentaktsignal immer stärker gedämpft wird bzw. immer weniger verstärkt wird, um der Überhöhung des Gegentaktsignals entgegenzuwirken. Eine Ähnlichkeit zwischen den Kanalsignalen ist daher nur dann gleichlaufend mit der Kreuzkorrelationsfunktion, wenn die beiden Kanalsignale gleichphasig sind, also wenn das Vorzeichen der Kreuzkorrelationsfunktion +1 ist. Dagegen ist die Ähnlichkeit gegenläufig zum Wert der Kreuzkorrelationsfunktion, wenn das Vorzeichen der Kreuzkorrelationsfunktion negativ ist.

Eine bevorzugte Abbildungsfunktion, die beispielweise als Abbildungsfunktion in 1000 von Fig. 1 eingesetzt werden könnte, hat als y-Achse das Verstärkungsmaß av in dB dar. Der Ähnlichkeitswert entlang der x-Achse hat einen Wertebereich zwischen -1 und +1 , wobei eine maximale Ähnlichkeit bei einem Wert der Kreuzkorrelation von +1 erhalten werden würde. Dagegen wird eine maximale Unähnlichkeit, welche einen Wert der Kreuzkorrelationsfunktion im Hinblick auf den Betrag von 1 und einem negativen Vorzeichen entspricht, dazu führen, dass die Verstärkung zu einer Dämpfung wird, also zu einer Verstärkung kleiner 1 bzw. zu einer Verstärkung im negativen dB-Bereich. Bei einem solchen Ausführungsbeispiel ist der Zusammenhang zwischen dem Ähnlichkeitswert einerseits und dem Einstellwert andererseits linear, und zwar bis zu Werten von etwa 0,8 bei einem Ausführungsbeispiel. Oberhalb von Werten größer z. B. 0,8 ist der Verlauf der Verstärkung zum Einstellwert gepunktet gezeichnet und wird bei bestimmten Ausführungsbeispielen nicht mehr linear verlaufen. Dies liegt daran, dass dann das Gegentaktsignal immer kleiner wird und im Extremfall, wenn 100%ig gleichphasige Signale am Eingang der Steuerung vorliegen, sogar 0 werden kann. Dann würde eine sehr große Verstärkung dazu führen, dass lediglich ein sehr kleines Signal, das dann zum großen Teil aus Rauschen bestehen würde, verstärkt wird. Daher wird in diesem Fall die Verstärkung entweder auf einem Maximalpegel gelassen oder die Verstärkung wird auf 0 abgesenkt, um dann für einen solchen Fall das Gegentaktsignal gewissermaßen „auszuschalten“. Wieder eine andere Möglichkeit besteht darin, den Verstärkungsfaktor bereits vorher herunterzunehmen, wie es durch die gebogene gestrichelte Linie gezeigt ist, die dann in die vertikale gepunktete Linie mündet, um bereits bei Werten vielleicht von 0,6 oder 0,7 in eine gewisse Kompression zu gehen, um dann bei einem Wert von 0,8 oder bei Werten größer 0,8, aber kleiner als 1 , auf eine Verstärkung von 0 dB zu gehen.

Bei einem alternativen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird der Einstellwert nicht anhand der Kanalsignale 1001 , 1002 bestimmt, sondern anhand des Gegentaktsignals 1011 , wie es durch die gepunktete Linien vom Gegentaktsignal 1011 zur Steuerung 1020 in Fig. 15 dargestellt ist. Hierbei wird ein Pegel, eine Amplitude oder eine andere Amplituden-bezogene Größe, wie beispielsweise der Betrag der Amplitude, das Quadrat der Amplitude oder auch die dritte Potenz der Amplitude als Näherung für die Lautheit etc. des Gegentaktsignals 1011 erfasst. Abhängig von diesem Pegel wird die Verstärkung eingestellt, um bei kleinem Pegel bzw. kleiner Amplitude des Gegentaktsignals eine große Verstärkung zu wählen und bei einem großen Pegel des Gegentaktsignals eine Dämpfung bzw. eine Verstärkung mit einem Verstärkungswert kleiner als 1 zu verwenden. Die Ver- stärkungs-Ähnlichkeits-Abbildungsfunktion kann je nach Implementierung in einer Look-Up- Tabelle in der Steuerung 1020 von Fig. 1 abgelegt sein, oder kann unter Verwendung einer Funktion mit einem quantitativen Ähnlichkeitswert als Eingangsgröße und dem Einstellwert 1035 als Ausgangsgröße berechnet werden. Alternative Möglichkeiten, die sich von einer Tabelle oder einer Funktion unterscheiden, können ebenfalls eingesetzt werden.

Fig. 15 zeigt eine allgemeine Implementierung, die eingesetzt werden kann, wenn lediglich ein einziges Ansteuersignal für einen einzigen Schallwandler ausgerechnet werden soll. Fig. 15 zeigt ferner eine Basisimplementierung, bei der auch weitere Gegentaktsignale für weitere Lautsprecher berechnet werden können. Eine solche spezielle Implementierung für die Berechnung von zwei Gegentaktsignalen, also beispielsweise eines Gegentaktsignals für eine linke Seite und eines Gegentaktsignals für die rechte Seite ist in Fig. 16 dargestellt. In Fig. 16 wird bei einer Gleichtaktsignaleinspeisung ein linkes Kanalsignal als Beispiel für das erste Kanalsignal 1001 eingespeist, das auch das Bezugszeichen 1011 in nachfolgenden Darstellungen hat. Ferner kann in einer weiteren Gleichtaktsignaleinspeisung ein rechtes Signal 1002 bzw. 1012 eingespeist werden.

Der Gegentaktsignalerzeuger 1010 ist gestrichelt dargestellt und umfasst einen Addierer 1013, einen weiteren Addierer 1014 und zwei Polaritätsumkehrstufen 1015 bzw. 1016. Damit wird erreicht, dass aus dem linken Kanalsignal und dem rechten Kanalsignal ein erstes Gegentaktsignal 1011 als Differenzsignal berechnet wird und dass aus der Differenz zwischen dem rechten Kanal und dem linken Kanal ein weiteres Gegentaktsignal 1012 erzeugt wird, welche beide in den steuerbaren Verstärker 1030 eingegeben werden, welcher einen ersten Einzelverstärker 1031 für das linke bzw. erste Gegentaktsignal umfasst, und welcher einen zweiten Einzel Verstärker 1032 für das zweite bzw. rechte Gegentaktsignal 1012 umfasst. Der Verstärker 1030 hat einen Eingang für den Einstellwert g(t), welcher hier ein von einem Vorzeichen-behafteten Wert c(t) der normierten Kreuzkorrelationsfunktion, die einen Wertebereich zwischen -1 und +1 liefert, abgeleiteter Spannungswert sein kann. Die Verstärker 1031 , 1032 erhalten über den Verzweigungspunkt 1033 denselben Einstellwert und sind vorzugsweise als spannungsgesteuerte Verstärker ausgebildet. Sieliefern für den gegebenen Ähnlichkeitswertebereich zwischen -1 und +1 , welcher vorzugsweise in Treiberspannungen umgesetzt wird, also in Werte mit der Dimension Volt (V), eine Verstärkung zwischen -10 dB und +10 dB. Bei dem in Fig. 16 gezeigten Ausführungsbeispiel berechnet die Steuerung 1020 intern also den Wert c(t) der vorzugsweise verwendeten normierten Kreuzkorrelationsfunktion und setzt diesen Wert über eine Abbildung 1000 in den entsprechenden Verstärkungswert g(t) um, der über den Anschluss 1035 dem Verstärker 1030 zugeführt wird. Vorzugsweise wird dieser Wert an einem Verzweigungspunkt 1033 gegeben und genau gleich an die beiden Einzel Verstärker 1031 , 1032 weitergeleitet. Es können jedoch auch alternative unterschiedliche Verstärkungswerte für die unterschiedlichen Signale verwendet werden, wobei es jedoch bevorzugt wird, denselben Einstellwert für beide Differenzen zu verwenden.

Je nach Implementierung können Einzelverstärker 1031 , 1032 ausgebildet sein, um als Einstellwert einen speziellen Spannungswert, einen speziellen Stromwert oder einen speziellen digitalen Wert zu erhalten. In einem solchen Fall ist die Steuerung 1020 ausgebildet, um einen entsprechenden Ähnlichkeitswert unter Verwendung der Tabelle 1000 in den von den Verstärkern 1031 , 1032 benötigten Spannungswert, Stromwert oder digitalen Wert umzusetzen. Bei alternativen Ausführungen kann der steuerbare Verstärker 1030 auch derart ausgebildet sein, dass er bereits eine Umsetzung mittels einer Tabelle 1000 umfasst. Dann ist im Hinblick auf die Terminologie der vorliegenden Erfindung diese Umsetzung als Teil der Steuerung zu betrachten. Es wird daher darauf hingewiesen, dass die Steuerung 1020 und der Verstärker 1030 nicht unbedingt getrennte physische Elemente oder Halbleiterbausteine oder getrennte Entitäten sein müssen, sondern dass die Definitionen dieser Elemente funktionale Definitionen sind. Der steuerbare Verstärker 1030 liefert schließlich zwei Gegentaktsignale, d.h. ein erstes Signal 1036, 72 für links und ein zweites Signal 1037 für rechts.

Nachfolgend wird Bezug nehmend auf die Fig. 7 bis 10 auf eine bevorzugte Ausführungsform eines Lautsprechersystems eingegangen. Diese Technik ist auch in der WO2012130986 beschrieben, die hiermit durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit aufgenommen ist.

Nachfolgend wird ein bevorzugter Lautsprecher unter Bezugnahme auf Fig. 7 und Fig. 8 beschrieben. Der Lautsprecher weist ein längliches Gehäuse 300 auf, das zumindest einen Subwoofer-Lautsprecher 310 zum Emittieren von niedrigeren Schallfrequenzen aufweist. Darüber hinaus ist ein Trägerabschnitt 312 auf einem oberen Ende 310a des Längsgehäu- ses bereitgestellt. Darüber hinaus weist das Längsgehäuse ein unteres Ende 31 Ob auf, und das Längsgehäuse ist bevorzugt in seiner gesamten Form geschlossen und wird insbesondere durch eine Bodenplatte 310b und die obere Platte 310a verschlossen, in der der Trä- gerabschnitt 312 bereitgestellt ist. Darüber hinaus wird eine ungerichtet emittierende Lautsprecheranordnung 314 bereitgestellt, die individuelle Lautsprecher zum Emittieren von höheren Schallfrequenzen aufweist, die bezüglich dieses Längsgehäuses 300 in unterschiedlichen Richtungen angeordnet sind, wobei die Lautsprecheranordnung wie dargestellt an dem Trägerabschnitt 312 fixiert ist und nicht von dem Längsgehäuse 300 umgeben ist. Vorzugsweise ist das Längsgehäuse ein zylindrisches Gehäuse mit einem Kreis als Durchmesser über die gesamte Länge des zylindrischen Gehäuses 300 hinweg. Vorzugsweise weist das Längsgehäuse eine Länge auf, die größer als 50 cm oder 100 cm ist, und eine seitliche Abmessung, die größer als 20 cm ist. Wie in Fig. 8 veranschaulicht ist, beträgt eine bevorzugte Abmessung des Längsgehäuses 175 cm, der Durchmesser beträgt 30 cm und die Abmessung des Trägers in der Richtung des Längsgehäuses beträgt 15 cm, und die Lautsprecheranordnung 314 ist wandförmig gebildet und hat einen Durchmesser von 30 cm, der derselbe wie der Durchmesser des Längsgehäuses ist. Der Trägerabschnitt 312 weist vorzugsweise einen Basisabschnitt auf, der übereinstimmende Abmessungen mit dem Längsgehäuse 300 aufweist. Wenn also das Längsgehäuse ein runder Zylinder ist, ist der Basisabschnitt des Trägers ein Kreis, der mit dem Durchmesser des Längsgehäuses übereinstimmt. Wenn das Längsgehäuse jedoch quadratisch ist, dann ist der untere Abschnitt des Trägers 312 ebenfalls quadratisch und stimmt in seinen Abmessungen mit dem Längsgehäuse 300 überein.

Darüber hinaus weist der Träger 312 einen Spitzenabschnitt mit einer Querschnittsfläche auf, die kleiner als 20 % der Querschnittsfläche des Basisabschnitts ist, wobei die Lautsprecheranordnung 314 an dem Spitzenabschnitt fixiert ist. Wie in Fig. 8 veranschaulicht ist, ist der Träger 312 vorzugsweise kegelförmig, so dass der gesamte Lautsprecher, der in Fig. 8 veranschaulicht ist, wie ein Bleistift mit einer Kugel an der Spitze aussieht. Dies ist aufgrund der Tatsache vorteilhaft, dass die Verbindung zwischen der ungerichteten Lautsprecheranordnung 314 und dem Subwoofer-bereitgestellten Gehäuse so klein wie möglich ist, da nur der Spitzenabschnitt 312b des Trägers in Kontakt mit der Lautsprecheranordnung 314 ist. Dadurch ergibt sich eine gute Schallentkopplung zwischen der Lautsprecheranordnung und dem Längsgehäuse. Darüber hinaus wird es bevorzugt, dass das Längsgehäuse unterhalb der Lautsprecheranordnung platziert ist, da die ungerichtete Emission sogar noch besser ist, wenn sie von oben und nicht von unten des Längsgehäuses erfolgt.

Die Lautsprecheranordnung 314 weist eine kugelähnliche Trägerstruktur 316 auf, die als weiteres Beispiel auch in Fig. 9 dargestellt ist. Die individuellen Lautsprecher sind so be- festigt, dass jeder individuelle Lautsprecher in eine andere Richtung emittiert. Um die Trägerstruktur 316 zu veranschaulichen, stellt Fig. 8 mehrere Ebenen dar, wobei jede Ebene in eine andere Richtung zeigt und jede Ebene einen einzelnen Lautsprecher mit einer Membran darstellt, beispielsweise einen einfachen kolbenartigen Lautsprecher, jedoch ohne Rückwandgehäuse für diesen Lautsprecher. Die Trägerstruktur kann insbesondere wie in Fig. 9 dargestellt realisiert werden, wobei erneut die Lautsprecherräume oder Ebenen 318 dargestellt sind. Darüber hinaus wird es bevorzugt, dass die Struktur, wie sie in Fig. 9 veranschaulicht ist, außerdem viele Löcher 320 aufweist, so dass die Trägerstruktur 360 lediglich ihre Funktion als Trägerstruktur erfüllt, jedoch die Schallemission nicht beeinflusst und insbesondere nicht verhindert, dass die Membranen der individuellen Lautsprecher in der Lautsprecheranordnung 314 frei aufgehängt sind. Da frei aufgehängte Membranen eine gute Rotationskomponente erzeugen, kann eine sinnvolle und hochwertige Aufbereitung von Rotationsschall erzeugt werden. Die Trägerstruktur ist deshalb vorzugsweise so wenig sperrig wie möglich, so dass dieselbe lediglich ihre Funktion des strukturellen Stützens der individuellen kolbenähnlichen Lautsprecher erfüllt, ohne die Möglichkeit von Auslenkungen der individuellen Membranen zu beeinflussen.

Vorzugsweise weist die Lautsprecheranordnung zumindest sechs individuelle Lautsprecher und insbesondere sogar zwölf individuelle Lautsprecher auf, die in zwölf unterschiedlichen Richtungen angeordnet sind, wobei die Lautsprecheranordnung 314 bei diesem Beispiel ein fünfeckiges Dodekaeder (z. B. einen Körper mit 12 gleichmäßig verteilten Oberflächen) mit zwölf Einzelflächen aufweist, wobei jede Einzelfläche mit einer individuellen Lautsprechermembran versehen ist. Wichtig ist, dass die Lautsprecheranordnung 314 kein Lautsprechergehäuse aufweist und die individuellen Lautsprecher durch die stützende Struktur 316 gehalten werden, so dass die Membranen der individuellen Sprecher frei aufgehängt sind.

Darüber hinaus weist, wie in Fig. 10 bei einem weiteren Beispiel veranschaulicht ist, das Längsgehäuse 300 nicht nur den Subwoofer auf, sondern weist außerdem elektronische Bauteile auf, die zum Speisen des Subwoofer- Lautsprechers und der Lautsprecher der Lautsprecheranordnung 314 erforderlich sind. Außerdem weist das Längsgehäuse 300 nicht nur einen einzelnen Subwoofer auf. Stattdessen können ein oder mehrere Subwoofer- Lautsprecher in der Vorderseite des Gehäuses vorgesehen sein, wo das Gehäuse in Fig. 10 mit 310 angegebene Öffnungen aufweist, die durch eine beliebige Art von Abdeckungsmaterialien wie beispielsweise schaumartige Folie oder dergleichen bedeckt sein können. Das gesamte Volumen des geschlossenen Gehäuses dient als Resonanzkörper für die Subwoofer-Lautsprecher. Das Gehäuse weist außerdem einen oder mehrere gerichtete Lautsprecher für mittlere und/oder hohe Frequenzen auf, die in Fig. 10 mit 602 angegeben sind, die vorzugsweise mit dem einen oder den mehreren Subwoofern ausgerichtet sind, die in Fig. 10 mit 310 angegeben sind. Diese gerichteten Lautsprecher sind in dem Längs- gehäuse 300 angeordnet, und falls mehr als ein derartiger Lautsprecher vorhanden ist, dann sind diese Lautsprecher vorzugsweise in einer Reihe angeordnet, wie in Fig. 10 veranschaulicht ist, und der gesamte Lautsprecher ist in Bezug auf den Hörer so angeordnet, dass die Lautsprecher 602 den Hörern zugewandt sind. Anschließend werden die individuellen Lautsprecher in der Lautsprecheranordnung 314 mit dem zweiten Erfassungssignal oder dem zweiten Audiosignal versorgt und die gerichteten Lautsprecher werden mit dem jeweiligen ersten Audiosignal versorgt. Somit hat jedes individuelle Lautsprechersystem eine ungerichtete Anordnung 316, eine gerichtete Anordnung 602 und einen Subwoofer 310. Vorzugsweise sind die drei Lautsprecher 602 in einer d’Appolito-Anordnung angeordnet, d. h., die oberen und die unteren Lautsprecher sind Mitteltonlautsprecher und der Lautsprecher in der Mitte ist ein Hochtonlautsprecher.

Alternativ kann jedoch der Lautsprecher in Fig. 10 ohne den gerichteten Lautsprecher 602 verwendet werden, um die ungerichtete Anordnung in Fig. 1b für jeden Lautsprecherstandort zu implementieren, und ein zusätzlicher gerichteter Lautsprecher kann beispielsweise lediglich in der Nähe der Mittelposition oder in der Nähe jeder Lautsprecherposition platziert werden, um den Schall mit hoher Richtwirkung separat von dem Schall mit geringer Richtwirkung zu reproduzieren.

Darüber hinaus weist das Gehäuse einen weiteren Lautsprecher 604 auf, der an einem oberen Abschnitt des Gehäuses aufgehängt ist und der über eine frei aufgehängte Membran verfügt. Dieser Lautsprecher ist ein Tief-/Mittelton- Lautsprecher für einen Tief-/Mittel- ton-Frequenzbereich zwischen 80 und 300 Hz und vorzugsweise zwischen 100 und 300 Hz. Dieser zusätzliche Lautsprecher ist vorteilhaft, da der Lautsprecher aufgrund der frei aufgehängten Membran eine RotationsstimulationAenergie im Tief-/Mittel-Frequenzbereich erzeugt. Diese Rotation verstärkt die Rotation, die bei Tief-/Mittel-Frequenzen durch die Lautsprecher 314 erzeugt wird. Der Lautsprecher 604 empfängt den Tief-/Mittel-Frequenz- abschnitt des Signals, das dem Lautsprecher bei 314 bereitgestellt wird, z. B. das zweite Erfassungssignal oder das zweite gemischte Signal. Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel mit einem einzelnen Subwoofer ist der Subwoofer ein Zwölf-Zoll-Subwoofer in dem geschlossenen Längsgehäuse 300, und die Lautsprecheranordnung 314 ist eine Fünfeck-Dodekaeder-Mittel-Hochton-Lautsprecheranord- nung mit frei vibrierbaren Mitteltonmembranen.

Nachfolgend wird Bezug nehmend auf die Fig. 11 bis 14 eine bevorzugte Ausführungsform einer Mikrofonanordnung dargelegt, die, wenn lediglich ein einziges Differenzsignal erfasst werden soll, mit einem einzigen Teilmikrofon ausgebildet sein kann, die jedoch vorzugsweise mit zwei und sogar drei Teilmikrofonen ausgebildet ist, um die komplette Schallschnell in x-, y- und z-Richtung zu erfassen. Diese Technik ist auch in der WO2022157252A1 beschrieben, die hiermit durch Bezugnahme in ihrer Gesamtheit aufgenommen ist.

Fig. 11 zeigt ein erstes Teilmikrophon 1 mit einem Membranpaar, das eine erste Membran 11 und eine zweite Membran 12 aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind. Darüber hinaus ist in Fig. 11 ein zweites Teilmikrophon 2 mit einem zweiten Membranpaar gezeigt, das eine dritte Membran 13 und eine vierte Membran aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind. Das erste Membranpaar ist so angeordnet, dass die erste Membran 11 und die zweite Membran entlang einer ersten Raumachse, wie beispielsweise der x-Achse auslenkbar sind, wobei ferner das zweite Membranpaar so angeordnet ist, dass die dritte Membran 13 und die vierte Membran 14 entlang einer zweiten Raumachse, wie beispielsweise der y-Achse von Fig. 11 auslenkbar sind. Die zweite Raumachse unterscheidet sich von der ersten Raumachse, die beiden Raumachsen sind also nicht parallel. Vorzugsweise sind die beiden Raumachsen x, y orthogonal zueinander bzw. haben einen Winkel, der zwischen 60 und 120 ° liegt.

Fig. 12 zeigt ferner ein drittes Teilmikrophon 13 mit einem dritten Membranpaar, das eine fünfte Membran 15 und eine sechste Membran 16 aufweist, die einander gegenüberliegend angeordnet sind, wobei das dritte Membranpaar so angeordnet ist, dass die fünfte Membran 15 und die sechste Membran 16 entlang einer dritten Raumachse, wie beispielsweise der z-Achse auslenkbar sind. Die dritte Raumachse unterscheidet sich von der ersten Raumachse und der zweiten Raumachse, wobei vorzugsweise alle drei Raumachsen orthogonal zueinander sind. Unterschiedliche Winkel zwischen der dritten Raumachse und der ersten oder der zweiten Raumachse, wie beispielsweise in einem Bereich zwischen 60 und 120 ° werden bevorzugt. Fig. 12 zeigt ferner zu jeder Membran 11 bis 16 eine sehr schematische Empfindlichkeitscharakteristik, die zusätzlich entweder den Buchstaben F oder den Buchstaben R hat. F steht für front bzw. vorne und R steht für rear bzw. hinten. Die unterschiedlichen Empfindlichkeitscharakteristika der einzelnen Membranen, von denen jede typischerweise eine Gegenelektrode hat, sind also ebenfalls gegeneinander angeordnet.

Wie es ferner beispielsweise in Fig. 11 oder Fig. 12 gezeigt ist, wird es bevorzugt, dass die Membranen der verschiedenen Membranpaare direkt gegenüberliegen, parallel zueinander und ausgerichtet zueinander angeordnet sind, wobei ferner ein Abstand zwischen den beiden Membranpaaren klein ist und vorzugsweise kleiner als 2 cm ist. Ferner wird es bevorzugt, dass der Abstand für jedes Membranpaar innerhalb einer Toleranz im Wesentlichen gleich ist. Fig. 11 zeigt ferner Ausgangsleitungen für jede Membran. Insbesondere ist das erste Teilmikrophon 1 so ausgebildet, dass ansprechend auf eine Auslenkung der ersten Membran 11 ein erstes Membransignal geliefert wird, und dass ansprechend auf eine Auslenkung der zweiten Membran ein zweites Membransignal geliefert wird, das zu dem ersten Membransignal eine bestimmte Phasenrelation aufweist, die sich aufgrund der Anordnung der Membranen bzw. der Beschaltung bzw. des aufgezeichneten Schallfelds ergibt.

Darüber hinaus hat das zweite Teilmikrophon 2, das die beiden Membranen 13, 14 hat, ebenfalls Ausgangsleitungen, um ein drittes Membransignal aus der dritten Membran 13 und ein viertes Membransignal aus der vierten Membran 14 zu liefern. Ferner ist, je nach Implementierung, das dritte Teilmikrophon ebenfalls ausgebildet, um ansprechend auf eine Auslenkung der fünften Membran 15 ein fünftes Membransignal und ansprechend auf eine Auslenkung der Membran 16 in der dritten Raumachse, also beispielsweise in der z-Rich- tung ein sechstes Membransignal zu liefern.

Das erste Teilmikrophon, das zweite Teilmikrophon und, sofern vorhanden, das dritte Teilmikrophon sind ausgebildet, um die entsprechenden Membransignale der Membranen des Membranpaars zu kombinieren. Dies ist in Fig. 13a durch einen schematischen Kombinierer dargestellt, der bei 30 als ein Block für alle zwei bzw. drei Teilmikrophone gezeigt ist. Allerdings kann ein entsprechender Einzelkombinierer, wie er beispielsweise in Fig. 13b bei 31 gezeigt ist, für jedes einzelne Teilmikrophon vorhanden sein, so dass die Membransignale immer eines Teilmikrophons kombiniert werden, dass jedoch Membransignale von anderen Teilmikrophonen zumindest für die Erzeugung von einem ersten Differenzausgangssignal 21 für das erste Teilmikrophon, einem zweiten Differenzausgangssignal 22 für das zweite Teilmikrophon und einem dritten Differenzausgangssignal 23 für das dritte Teilmikrophon nicht miteinander kombiniert werden. Der Kombinierer 30 ist jedoch bei bevorzugten Ausführungsbeispielen ferner ausgebildet, um nicht nur die Differenzsignale 21 , 22, 23 zu bilden, sondern auch Common-Mode bzw. Gleichtaktsignale bzw. CM-Signale 24. Diese CM- Signale 24 können z. B. lediglich einzelne Komponentensignale X, Y, Z sein, wie sie von der Ambisonics-Technologie bekannt sind, oder ein omnidirektionales Signal, das beispielsweise dadurch erhalten wird, wenn die Membransignale aller einzelnen Membranen ohne Phasenverschiebung einzelner Membransignale aufaddiert werden.

Für die Erzeugung eines Differenzsignals, wie beispielsweise des Differenzausgangssignals Diffx 21 ist der Kombinierer 30 ausgebildet, um das erste Membransignal 11 und das zweite Membransignal 12 mit einer veränderten ersten Phasenrelation zu kombinieren. Das erste Differenzausgangssignal Diffx 21 ist somit der ersten Raumachse, also beispielsweise der x-Achse, zugeordnet.

Ferner ist das zweite Teilmikrophon ausgebildet, um das zweite Membransignal 13 und das dritte Membransignal 14 mit einer veränderten zweiten Phasenrelation zu kombinieren, um ein zweites Differenzausgangssignal Diffy zu liefern, das bei 22 in Fig. 13a gezeigt ist und der zweiten Raumachse y zugeordnet ist. Ferner ist das dritte Teilmikrophon ausgebildet, um das fünfte Membransignal 15 und das sechste Membransignal 16 mit einer gegenüber der dritten Phasenrelation veränderten Phasenrelation zu kombinieren, um ein drittes Differenzausgangssignal zu liefern, das bei 23 in Fig. 13a gezeigt ist und der Raumachse z zugeordnet ist.

Vorzugsweise wird die Kombination so vorgenommen, wie es in Fig. 13c schematisch dargestellt ist. Zur Veränderung der ersten Phasenrelation zwischen dem ersten Membransignal 11 und dem zweiten Membransignal 12 ist in Fig. 13c schematisch ein Phasenände- rungsglied 40 gezeigt, das vorzugsweise einen Phasenwert von 180 ° hat, wobei der Phasenwinkel des Phasenglieds im Bereich zwischen 90 und 270 ° liegen kann. Der bevorzugte Bereich ist jedoch 170 ° bis 190 ° bzw. 180 ° in dem am meisten bevorzugten Ausführungsbeispiel.

Die Phasenänderungseinrichtung 41 ist vorgesehen, um für das zweite Teilmikrophon die zweite Phasenrelation zu verändern, so dass eine Addition, wie sie in Fig. 13c schematisch gezeigt ist, mit geänderter zweiten Phasenrelation stattfindet. Darüber hinaus ist auch für das dritte Teilmikrophon ein Phasenänderungselement 42 vorgesehen, das die dritte Phasenrelation zwischen den Membransignalen 15, 16 ändert und die Signale mit geänderter dritter Phasenrelation aufaddiert, um das dritte Differenzausgangssignal Diffz 23 aus Fig. 13c zu erhalten.

Wie es bereits anhand des Bezugszeichens 24 in Fig. 13a dargestellt worden ist, ist der Kombinierer auch ausgebildet, um konventionelle Gleichtaktsignale bzw. Common-Mode- Signale zu bilden. Um ein CM-z-Signal zu bilden, werden das fünfte Membransignal 15 und das sechste Membransignal 16 mit der ursprünglichen dritten Phasenrelation aufaddiert, also ohne die Wirkung eines Phasenglieds 42 beispielsweise.

Entsprechend wird vorgegangen, um eine konventionelle y-Richtungskomponente eines Richtungsmikrophons zu erhalten, indem die Membransignale des zweiten Membranpaars, 13, 14 aufaddiert werden, und zwar mit der ursprünglichen Phasenrelation, also ohne Wirkung eines Phasenglieds 41. Analog hierzu wird auch eine X-Komponente eines Richtungsmikrophons erhalten, wenn die beiden Richtungscharakteristika, also für die vordere Membran 11 und die hintere Membran 12 aufaddiert werden, und zwar wiederum ohne Wirkung eines Phasenelements 40.

Ein gesamtes omnidirektionales Signal kann erhalten werden, wenn alle sechs Membransignale in ihrer ursprünglichen ersten, zweiten und dritten Phasenrelation miteinander aufaddiert werden, wobei dieses omnidirektionale Signal beispielsweise als W-Signal oder P- Signal bezeichnet wird, wie es aus der Ambisonics-Technologie oder für ein Signal im B- Format bekannt ist, das eine omnidirektionale Komponente und eine Richtungskomponente in X-Richtung, eine Richtungskomponente in Y-Richtung und eine Z-Komponente in Z-Rich- tung aufweist.

Im Unterschied zu einem solchen B-Format-Signal, liefert das erfindungsgemäße Mikrophon zusätzlich zu diesen Signalen bzw. alternativ zu diesen Signalen Differenzsignale für die einzelnen Richtungen, also Signale, die sich ergeben, wenn eine Differenz zwischen der vorderen und der hinteren Richtcharakteristik gebildet wird, um das Schallfeld zu erfassen, das gewissermaßen seitlich bezüglich der gegenüberliegend angeordneten Membranen herrscht, also z. B. oberhalb und unterhalb der beiden Membranen 11 , 12 aus Fig. 11.

Die Änderung zwischen der ersten Phasenrelation links in Fig. 13c und der zweiten Phasenrelation rechts in Fig. 13c vor der entsprechenden Addition kann durch einen tatsächlich vorgesehenen Phasenschieber, eine Verzögerungsleitung, eine Phasenumkehr oder auch eine Phasenumpolung erreicht werden. Gerade der letzte Fall der Phasenumpolung wird für eine bevorzugte Ausführungsform eingesetzt, bei der die Membransignale als symmetrische Signale zwischen einer Plus-Leitung 11a und einer Minus-Leitung 11b übertragen werden. Eine solche schematische Darstellung des Membransignals 11 ist in Fig. 13b ist gezeigt, wobei die „Leitung“ 11 in Fig. 13c aus der positiven Einzelleitung 11a, der negativen Einzelleitung 11 b und einer Masse (GND) 11c entspricht. Dasselbe gilt für das zweite Membransignal 12, das wiederum aus einer positiven Leitung 12a, einer negativen Leitung 12b und einer gemeinsamen Masse 12c besteht. Das eigentliche Membransignal wird als Differenz zwischen der positiven und der negativen Leitung übertragen, wie es für die symmetrische Leitungsübertragung bekannt ist.

Um ein solches Signal zu kombinieren, ist der Kombinierer 30 ausgebildet, wie es in Fig. 13b für einen Einzelkombinierer 31 dargestellt ist. Der Einzelkombinierer 31 wäre in seiner entsprechenden Implementierung für jedes der drei Teilmikrophone 1 , 2, 3 von Fig. 11 vorgesehen. Der Einzelkombinierer 31 hat zwei Eingänge 32, 34 für das positive Potential und zwei Eingänge 33, 35 für das negative Potential sowie einen (oder zwei) Masseeingänge 38 für das Massepotential GND. Um nunmehr die Phasenumkehr, wie sie in Fig. 13c durch das Element 40, bzw. 41 , bzw. 42 dargestellt ist, zu erreichen, werden bei dem in Fig. 13b gezeigten Ausführungsbeispiel mit symmetrischer Signalübertragung die positive und die negative Leitung umgepolt, wie es in Fig. 13b links für das Membransignal 12 gezeigt ist. Die positive Leitung 12b wird mit dem negativen Eingang 35 verbunden und die negative Leitung 12b wird mit dem positiven Eingang 34 verbunden. Am Ausgang liefert der Einzelkombinierer dann das Differenzsignal 21 , das mit Diffx bezeichnet ist, das wiederum als Differenzsignal zwischen der positiven Leitung 36 und der negativen Leitung 37 übertragen wird, wobei ferner eine Ausgangsmasse 39 (GND) ebenfalls vorgesehen ist.

Obgleich in Fig. 13b ein solcher Einzelkombinierer lediglich für das erste Teilmikrophon dargestellt ist, wird es bevorzugt, einen solchen Einzelkombinierer auch für das zweite Teilmikrophon und für das dritte Teilmikrophon einzusetzen.

Fig. 14 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Mikrophons, bei dem die drei Teilmikrophone alle von einem Membranhalter 50 gehalten werden, wobei jedes Teilmikrophon ein längliches Gehäuse aufweist, wobei in der entsprechenden Spitze des Teilmikrophons die Membranpaare angeordnet sind, und zwar durch vorzugsweise ein durchlässiges Gitter von der Außenwelt geschützt. Insbesondere sind die beiden Membranen des ersten Teilmikrophons 1 in der y-z-Ebene angeordnet, so dass eine Auslenkung in x-Richtung erreicht wird. Darüber hinaus sind die beiden Membranen des zweiten Teilmikrophons 2 in derx-z-Ebene angeordnet, um eine Auslenkung in y-Richtung, also in der zweiten Raumachse, zu erreichen. Darüber hinaus sind die beiden Membranen des dritten Teilmikrophons 3 in der x-y- Ebene angeordnet, um durch Schall in der z-Richtung ausgelenkt zu werden. Die einzelnen Teilmikrophone haben ferner eine Ausgangsleitung, die entweder die einzelnen Membransignale nach außen führt, oder die bereits das Differenzausgangssignal 21 , 22 bzw. 23 (nicht in Fig. 14 gezeigt) nach außen führen. Je nachdem, welche Elektronik bereits in dem länglichen Gehäuse des entsprechenden Teilmikrophons verbaut ist, können die einzelnen Leitungen auch die konventionellen Common-Mode-Komponenten in den einzelnen Richtungen nach außen führen, wie es bei 24b, 24c für x und y gezeigt ist, wobei das Signal Z, das noch anhand von Fig. 7 erläutert wird, in Fig. 14 nicht dargestellt ist, aber durch das dritte Teilmikrophon 3 vorzugsweise innerhalb des länglichen Gehäuses bereits erzeugt werden kann.

Die drei Teilmikrophone sind so ausgebildet, dass jede Membran eine Gegenelektrode aufweist, so dass insgesamt bei dem in Fig. 14 gezeigten erfindungsgemäßen Mikrophon sechs einzelne Membranen und sechs entsprechende Gegenelektroden vorhanden sind. Diese Gegenelektroden bilden zusammen jeweils für jede Membran ein eigenes Kondensatormikrophon, wobei je nach Implementierung auch eine Kondensator- oder Elektret-Fo- lie auf der entsprechenden Gegenelektrode aufgebracht sein kann, um sechs einzelne Kondensator- oder Elektret-Mikrophone in der in Fig. 14 gezeigten Anordnung zu haben. Die „Spitzen“ der drei Teilmikrophone 1 , 2, 3 sind auf einen gemeinsamen Bereich bzw. eine gemeinsame Achse gerichtet, um die drei Membranpaare möglichst nahe zueinander zu positionieren, um eine Rotationsschwingung, dargestellt durch ihre drei Einzelkomponenten, die die Richtung der Rotation angeben, erfassen zu können. Um dies zu erreichen, wird vorzugsweise ein Mikrofonhalter vorgesehen, der bei 50 in Fig. 14 gezeigt ist. Der Mikrofonhalter ist dreiecksförmig bzw. kann auch drachenförmig oder in einer anderen Form ausgebildet sein. Er umfasst jedoch zwei Seiten, die einen Winkel von 90 ° zueinander haben, um das Teilmikrophon 1 und das Teilmikrophon 2 in einem Winkel von 90 ° zueinander auszurichten. Hierzu ist ein erster Halter 51 vorgesehen, der an der ersten Seite der beiden rechtwinklig angeordneten Seiten vorhanden ist, und ein zweiter Halter 52, der an der anderen Seite der beiden rechtwinklig zueinander angeordneten Seiten vorhanden ist. Um das dritte Mikrophon zu halten, ist ein dritter Halter 53 vorgesehen, der in der Winkelhalbierenden des 90 “-Winkels der beiden Seiten, an denen der erste Halter 51 und der zweite Halter 52 vorgesehen sind, ausgebildet ist und aus der Zeichenebene vorsteht, um das dritte Teilmikrophon möglichst nahe, in Hinblick auf seine empfindliche Mikrofonspitze an die beiden Mikrofonspitzen des ersten und des zweiten Teilmikrophons zu bringen. Die Halter 51 , 52 und 53 sind vorzugsweise als Clipse ausgebildet, um die einzelnen Teilmikrophone werkzeuglos montieren zu können. Andere Halteeinrichtungen können jedoch ebenfalls vorgesehen werden, um die länglichen Teilmikrophone in der entsprechenden Winkelform zu halten, damit die Membranpaare so ausgerichtet sind, wie es anhand von Fig. 11 oder Fig. 12 dargelegt worden ist. Für andere Anordnungen, bei denen die exakte rechtwinklige Anordnung zwischen den einzelnen Mikrophonen nicht entscheidend ist, können die Mikrophone auch in einem Winkel zwischen 70 und 110 ° angeordnet sein bzw. kann der dritte Halter 53 bzw. das dritte Teilmikrophon in einem Winkel zwischen 30 und 60 ° bezüglich des ersten Halters bzw. des zweiten Halters angeordnet sein. Der Mikrofonhalter 50 ist ferner an einem Stativ 54, das in Fig. 14 schematisch angezeigt ist, befestigt. Das Mikrophon kann auch statt des Stativs 54 mit einer Seilkonstruktion von einer Decke hängend getragen werden, um den unteren Bereich freizuhaben, beispielsweise wenn eine Bühne aufgezeichnet werden soll. Statt der elastischen Clipse, die in Fig. 14 für die einzelnen Halter dargestellt sind, können auch Magnethalterungen, Einrastelemente oder sonstige Halter eingesetzt werden.

Ein erfindungsgemäßes neu aufgezeichnetes Tonstück umfasst zumindest für einen ersten Kanal, ein erstes Drucksignal, ein erstes gerichtetes Differenzsignal und ein zweites gerichtetes Differenzsignal; und für einen zweiten Kanal, ein zweites Drucksignal, ein drittes gerichtetes Differenzsignal und ein viertes gerichtetes Differenzsignal. Wie beschrieben und in Fig. 1c dargestellt, kann das Tonstück eine große Anzahl weiterer Kanäle bzw. Drucksignale und/oder gerichtete Differenzsignale umfassen. Es kann ferner auf einem physikalischen, wie z. B. nicht flüchtigen oder digitalen, Speichermedium aufgezeichnet sein.

Obwohl manche Aspekte im Zusammenhang mit einer Vorrichtung beschrieben wurden, versteht es sich, dass diese Aspekte auch eine Beschreibung des entsprechenden Verfahrens darstellen, sodass ein Block oder ein Bauelement einer Vorrichtung auch als ein entsprechender Verfahrensschritt oder als ein Merkmal eines Verfahrensschrittes zu verstehen ist. Analog dazu stellen Aspekte, die im Zusammenhang mit einem oder als ein Verfahrensschritt beschrieben wurden, auch eine Beschreibung eines entsprechenden Blocks oder Details oder Merkmals einer entsprechenden Vorrichtung dar.