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Title:
DEVICE AND METHOD FOR TEMPERATURE-CONTROLLED ROLLING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/115723
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device (120) for setting a desired temperature control for a metal strip guided through the device; characterized in that the device is arranged between the roughing train and the finishing train of a rolling mill and is formed by a plurality n ≥ 2 of individual segments arranged one behind the other in the running-through direction R of the metal strip; in that at least one of the segments is formed as a roller-hearth-furnace segment (122); and in that, in addition to the at least one roller-hearth-furnace segment (122), at least one further segment is provided, which is a further roller-hearth-furnace segment and/or a roller-table segment (124).

Inventors:
HAFER JOACHIM (DE)
KLINKENBERG CHRISTIAN (DE)
CECERE COSIMO ANDREAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/081991
Publication Date:
June 17, 2021
Filing Date:
November 13, 2020
Export Citation:
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Assignee:
SMS GROUP GMBH (DE)
International Classes:
B21B45/00
Domestic Patent References:
WO2011015365A12011-02-10
Foreign References:
EP0808672A11997-11-26
EP2462248A12012-06-13
Attorney, Agent or Firm:
KLÜPPEL, Walter (DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Vorrichtung (120) zur Einstellung einer gewünschten Temperaturführung für ein durch die Vorrichtung geführtes Metallband; dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zwischen der Vorwalzstraße und der Fertigwalzstraße einer Walzanlage angeordnet ist und aus einer Mehrzahl n > 2 von in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes hintereinander angeordneten individuellen Segmenten gebildet ist; dass mindestens eines der Segmente als Rollenherdofensegment (122) ausgebildet ist; und dass zusätzlich zu dem mindestens einen Rollenherdofensegment (122) mindestens ein weiteres Segment vorgesehen ist, bei dem es sich um ein weiteres Rollenherdofensegment und / oder um ein Rollgangsegment (124) handelt, welches außerhalb der Durchlaufrichung (R) angeordnet ist und in die Durchlaufrichtung (R) einbringbar ist.

2. Vorrichtung (120) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Segmente in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes hintereinander benachbart zueinander angeordnet sind.

3. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der Segmente austauschbar gegen ein Segment einer anderen Art ist, welches neben der Durchlaufrichtung (R) angeordnet ist.

4. Vorrichtung (120) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei miteinander austauschbare Segmente auf einer gemeinsamen Tragkonstruktion, vorzugsweise einer gemeinsamen Tragplatte, quer zur Durchlaufrichtung (R) verschiebbar angeordnet sind.

5. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei benachbarte Segmente (122, 124) lösbar miteinander verbunden sind.

6. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollgangsegmente (124) gedämmt oder ungedämmt ausgebildet sind.

7. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes durch die Vorrichtung (120) letzten Segment um ein Rollenherdofensegment (122) handelt.

8. Vorrichtung (120) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes durch die Vorrichtung vorletzten und/oder letzten Segment um ein Rollgangsegment (124) handelt.

9. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche; dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes durch die Vorrichtung ersten Segment um ein Rollenherdofensegment (122) handelt.

10. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Segmente (122, 124) jeweils gleich lang sind.

11. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Rollgangsegmente (124) eine Komponente (125) zur visuellen Oberflächenkontrolle des Metallbandes aufweist.

12. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Rollgangsegmente eine Komponente (126) zur Oberflächenbehandlung des Metallbandes, z.B. eine Flämmeinrichtung oder eine Schleifeinrichtung, aufweist.

13. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Rollgangsegmente (124) eine Heizeinrichtung (127), z.B. eine Induktionsheizeinrichtung zum Erwärmen des Metallbandes aufweist.

14. Vorrichtung (120) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Rollgangsegmente (124) ein Gebläse (128) zum

Verbessern der Luftzirkulation aufweist.

15. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung (120) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Rollenherdofensegmente (122) und deren Anordnung und Verteilung innerhalb der Vorrichtung (120) im Hinblick auf eine gewünschte Temperaturführung für das Metallband gewählt wird. 16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Wahl unter Zuhilfenahme eines Temperaturmodells erfolgt.

17. Walzanlage (100) aufweisend eine Fertigwalzstraße (130) zum Walzen eines Metallbandes; gekennzeichnet durch die der Fertigwalzstraße (130) in Durchlaufrichtung (R) des Metallbandes vorgeschaltete Vorrichtung (120) nach einem der Ansprüche 1 bis 14.

18. Verwendung der Walzanlage (100) nach Anspruch 17 zum thermomechanischen Walzen des Metallbandes.

Description:
Vorrichtung und Verfahren zum temperaturkontrollierten Walzen

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Einstellen einer gewünschten Temperaturführung für ein Metallband, insbesondere ein Stahlband in einer Walzanlage, insbesondere einer Warmwalzanlage.

Es ist bekannt, dass beim Walzen von Metallband in einer Walzanlage die Einhaltung vorgegebener Temperaturbereiche in der Vorwalzstraße und in der Fertigwalzstraße der Walzanlage für die Einstellung von gewünschten

Materialeigenschaften bei dem Metallband von großer Bedeutung ist. Das gilt beispielsweise für die Herstellung von mikrolegiertem Stahlband, wenn dieses durch thermomechanisches Walzen hergestellt wird. Als temperaturbeeinflussendes Element zwischen der Vorwalzstraße und der Fertigwalzstraße wird zum Beispiel ein Rollenherdofen verwendet. Bei Rollenherdöfen ist die Einstellung einer gezielten Temperaturführung nur begrenzt und zeitträge möglich. Um zum Beispiel einen größeren Temperaturunterschied zwischen der Vorwalzstraße und der Fertigwalzstraße aktiv einzustellen, besteht zum Beispiel eine bekannte Maßnahme darin, dazwischen eine Wasserkühleinrichtung zu installieren. Diese Wasserkühleinrichtung kann entweder vor oder hinter dem Rollenherdofen, in jedem Fall aber zwischen den Vorwalzgerüsten und der Fertigwalzstraße platziert sein. Über die Einstellung der Kühlleistung der Wasserkühleinrichtung, insbesondere über die Einstellung der Kühlwassermenge, wird die erforderliche Temperatur des Metallbandes bei Einlauf in die Fertigwalzstraße eingestellt.

Die Beaufschlagung mit Wasser verstärkt jedoch eine ungleichmäßige Abkühlung des Metallbandes über seiner Dicke, was für bestimmte Produkte nachteilig ist. Insbesondere bei großen Wassermengen können dadurch unerwünschte Effekte, wie zum Beispiel Martensitbildung an der Oberfläche auftreten. Bei Stahlgüten, die ohne Nutzung der zusätzlichen Kühleinheit produziert werden, führt die zusätzlich in die Walzlinie eingebrachte Wasserkühleinrichtung - auch wenn sie abgeschaltet ist - durch ihren Platzbedarf zu einer zusätzlichen Abkühlung des Metallbandes. Diese zusätzliche Abkühlung ist zum Beispiel beim Erreichen von sehr kleinen Banddicken kontraproduktiv. Generell führt das Vorsehen der zusätzlichen Wasserkühleinrichtung - auch Vorbandkühler genannt - zu einer zusätzlichen Verlängerung der Walzanlage.

In Anbetracht der genannten Nachteile bei der Verwendung der besagten Wasserkühleinrichtung wird auf diese nach Möglichkeit gerne verzichtet. Die Einstellung einer bestimmten erforderlichen Temperaturführung bzw. Temperaturverteilung für das Metallband zwischen den Vorwalzgerüsten und der Fertigwalzstraße alleine über eine Änderung der Ofenraumtemperatur, ist jedoch insbesondere bei Rollenherdöfen zeitträge und je nach Größe des erforderlichen Temperaturunterschiedes zwischen den Vorwalzgerüsten und der Fertigwalzstraße oftmals nicht ausreichend.

Das Problem, eine möglichst gute Temperaturführung für ein Metallband vor Einlauf in Vorwalzgerüste oder eine Fertigwalzstraße realisieren zu können, liegt auch der europäischen Patentanmeldung EP 2 462 248 A1 zu Grunde. Zur Lösung dieses Problems ist es aus dieser Patentanmeldung bekannt, zusätzlich zu einem festinstallierten Ofen stromaufwärts vor Vorgerüsten oder stromaufwärts vor dem Eingang der Fertigwalzstraße weitere temperaturbeeinflussende Elemente vorzusehen. Diese zusätzlichen temperaturbeeinflussenden Elemente sind gemäß dieser Patentanmeldung jeweils zwischen den Ofen und den Eingang der Vorgerüste und den Eingang der Fertigwalzstraße geschaltet. Bei diesen temperaturbeeinflussenden Elementen kann es sich beispielsweise um eine Kühlstrecke oder einfach auch nur um ein temperaturdämmendes Element, wie zum Beispiel einen Rollgang mit Kapselung handeln. Diese temperaturbeeinflussenden Elemente können wahlweise in die Prozesslinie eingebracht oder aus dieser entfernt werden. Dies kann durch ein Verschieben quer zur Förderrichtung des Metallbandes oder durch ein Verschwenken um eine parallel zur Förderrichtung des Metallbandes angeordnete Drehachse erfolgen. Mit Hilfe dieser neben den vorgelagerten Öfen zusätzlich vorgesehenen temperaturbeeinflussenden Elementen gelingt es gemäß der besagten Patentanmeldung, die Temperatur sowohl vor der Vorstraße als auch zwischen der Vorstraße und der Fertigwalzstraße entweder anzuheben, konstant zu halten oder abzusenken, je nach Bedarf. Der Bedarf, das heißt die Einstellung einer gewünschten Temperaturführung, kann in Abhängigkeit des Materials des Metallbandes, in Abhängigkeit von dessen Abmessungen und in Abhängigkeit von dessen Materialeigenschaften, vorzugsweise unter Verwendung eines Gefügemodells erfolgen. Das in der EP 2462248 A1 beanspruchte Verfahren zur Realisierung einer bestimmten gewünschten Temperaturführung des Metallbandes kann auch für unterschiedliche thermomechanische Behandlungen, insbesondere für thermomechanisches Walzen des Metallbandes eingesetzt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine bekannte Vorrichtung, ein bekanntes Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung dahingehend weiter zu bilden, dass sie eine noch flexiblere Realisierung einer Temperaturführung, insbesondere vor Einlauf des Metallbandes in eine Fertigwalzstraße ermöglichen.

Die Aufgabe wird in Bezug auf die Vorrichtung durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Die Lösung ist dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Vorwalzstraße und der Fertigwalzstraße die Vorrichtung aus einer Mehrzahl n > = 2 von in Durchlaufrichtung des Metallbandes hintereinander angeordneten individuellen Segmenten gebildet ist, dass mindestens eines der Segmente als Rollenherdofensegment ausgebildet ist und dass zusätzlich zu dem mindestens einen Rollenherdofensegment mindestens ein weiteres Segment vorgesehen ist, bei dem es sich um ein weiteres Rollenherdofensegment und / oder um ein Rollgangsegment handelt, welches außerhalb der Durchlaufrichtung (R) angeordnet ist und in die Durchlaufrichtung (R) einbringbar ist Die beanspruchte Ausgestaltung der Vorrichtung ermöglicht vorteilhafterweise eine flexible Einstellung der wirksamen Ofenlänge je nach Bedarf, d.h. je nach gewähltem Produktionsmodus oder je nach Art des zu behandelnden Metallbandes. In jedem Fall ist die richtige Temperaturführung ein wichtiger Parameter zur Erzielung optimaler bzw. gewünschter Eigenschaften des zu behandelnden Metallbandes, insbesondere Stahlbandes. Durch die

Beanspruchung des Merkmals, dass mindestens eines der Segmente als Rollenherdofensegment ausgebildet ist, wird sichergestellt, dass die Vorrichtung mindestens die Länge dieses einen Rollherdofensegmentes als wirksame Ofenlänge aufweist. Insgesamt ermittelt sich die wirksame Ofenlänge des als Rollenherdofen fungierenden Teils der Vorrichtung durch die Summe der Längen der Segmente, die jeweils als Rollenherdofensegment ausgebildet sind. Begrifflich ist davon die "Gesamtlänge der Vorrichtung" zu unterscheiden, welche neben der wirksamen Ofenlänge auch die Summe der Längen der Rollgangsegmente mit einschließt. Bei einem einzelnen weiteren Segment kann es sich entweder um ein Rollenherdofensegment oder um ein Rollgangsegment handeln. Wenn eine Mehrzahl von weiteren Segmenten vorhanden ist, kann es sich dabei um eine beliebige Kombination von Rollenherdofen- und/oder Rollgangsegmenten handeln, inklusive den Varianten, dass nur Rollenherdofen- oder nur

Rollgangsegmente als weitere Segmente vorgesehen sind. Durch die beanspruchte flexible Ausgestaltung der weiteren Segmente auch als

Rollgangsegmente kann die insgesamt wirksame Ofenlänge je nach Bedarf variiert werden. So kann eine große wirksame Ofenlänge mit Rollenherdofenfunktion zum Beispiel für das Walzen dünner Metallbänder bereitgestellt werden durch das Vorsehen einer erforderlichen Anzahl von

Rollenherdofensegmenten innerhalb der Vorrichtung. Alternativ dazu kann auch eine kürzere wirksame Ofenlänge innerhalb der Vorrichtung bereitgestellt werden, indem zumindest einzelne der weiteren Segmente als Rollgangsegmente vorgesehen werden. Solche kürzeren wirksamen Ofenlängen sind beispielsweise erforderlich für Produkte, die eine bestimmte Abkühlung zwischen Vor- und Fertigwalzstraße erfordern. Gerade für diese Produkte kann vorteilhafterweise durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung auf eine separate Wasserkühlung verzichtet werden. Die erforderliche Kühlung kann stattdessen auf den in die Linie eingefahrenen Rollgangsegmenten erfolgen. Dort erfolgt die Abkühlung des Metallbandes an der Umgebungsluft, wodurch ein homogeneres Temperaturprofil insbesondere über der Banddicke einstellbar ist.

In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist daher vorgesehen, dass mindestens eines der Segmente austauschbar gegen ein Segment einer anderen Art ist, welches neben der Durchlaufrichtung angeordnet ist.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der beanspruchten Vorrichtung sind jeweils zwei benachbarte Segmente lösbar miteinander verbunden. Diese lösbare Verbindung bietet den Vorteil, dass die individuellen Segmente der Vorrichtung flexibel austauschbar sind. Der Austausch ist dann besonders einfach, wenn die Segmente zusätzlich auch noch gleichlang ausgebildet sind. Es können dann innerhalb der Vorrichtung vorhandene Rollenherdofensegmente entweder gegen andere Rollenherdofensegmente mit einem anderen Temperaturniveau oder gegen Rollgangsegmente ausgetauscht werden; letzteres um die wirksame Länge der Rollenherdofensegmente innerhalb der Vorrichtung zu verkürzen. Umgekehrt können in der Vorrichtung vorhandene Rollgangsegmente bei Bedarf gegen andere Rollgangsegmente oder gegen Rollenherdofensegmente ausgetauscht werden, letzteres um die wirksame Länge an Rollenherdofenfunktion innerhalb der Vorrichtung zu vergrößern.

Bevorzugt wird, wenn miteinander austauschbare Segmente auf einer gemeinsamen Tragkonstruktion angeordnet sind, über die besonders bevorzugt eine seitliche Verschiebung, insbesondere quer zur Durchlaufrichtung, der Segmente erfolgen kann. In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Vorrichtung können die Rollgangsegmente gedämmt oder ungedämmt ausgebildet sein. Die Wahl eines gedämmten oder ungedämmten Rollgangsegmentes erfolgt üblicherweise im Hinblick auf eine gewünschte einzustellende Temperaturführung für das jeweilige Metallband und erlaubt eine höhere Gradierung der passiven Kühlung.

Abgesehen davon, dass erfindungsgemäß mindestens eines der Segmente als Rollenherdofensegment ausgebildet sein muss, können alle Segmente innerhalb der Vorrichtung beliebig entweder als Rollenherdofensegment oder als Rollgangsegment ausgebildet sein. Gemäß beispielhaften Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann beispielsweise das - in Durchlaufrichtung des Metallbandes durch die Vorrichtung gesehen - letzte Segment und/oder das vorletzte Segment als Rollgangsegment ausgebildet sein. Zusätzlich kann auch das - in Durchlaufrichtung des Metallbandes durch die Vorrichtung gesehen - erste Segment als Rollenherdofensegment ausgebildet sein.

Vorteilhafterweise können die Rollgangsegmente verschiedene Komponenten aufweisen zur optischen Betrachtung, zur Oberflächenbehandlung oder zur Temperaturbehandlung des Metallbandes.

Die oben genannte Aufgabe der Erfindung wird weiterhin gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben der beanspruchten Vorrichtung nach Anspruch 15, durch eine Walzanlage gemäß Anspruch 17 sowie durch eine Verwendung der Walzanlage nach Anspruch 18. Die Vorteile dieser Lösungen entsprechen im Wesentlichen den oben mit Bezug auf die beanspruchte Vorrichtung genannten Vorteilen.

Im Hinblick auf die beanspruchte Walzanlage ist zu erwähnen, dass die beanspruchte Implementierung der erfindungsgemäßen Vorrichtung den Vorteil bietet, dass mit Hilfe der Vorrichtung das Metallband vor Einlauf in die Fertigwalzstraße auf die jeweils optimale Einlauftemperatur erwärmt oder abgekühlt werden kann. Erfindungsgemäß kann insbesondere die möglicherweise erforderliche Abkühlung ohne eine ansonsten im Stand der Technik erforderliche separate Wasserkühleinrichtung erfolgen. Erfindungsgemäß kann die Abkühlung auf den Rollgangsegmenten durch die Umgebungsluft erfolgen.

Die beanspruchte Vorrichtung und insbesondere das Vorsehen von

Rollgangsegmenten innerhalb der Vorrichtung ermöglicht die Realisierung einer passiven Kühlung, indem die wirksame Länge aller eingesetzten Rollenherdofensegmente und komplementär dazu auch die Länge der Luftkühlstrecke auf den Rollgangsegmenten gezielt ausgewählt werden können im Hinblick auf die gewünschte Temperaturführung. Die Gefahr einer Unterkühlung der Oberfläche des Metallbandes ist bei Luftabkühlung auf den

Rollgangsegmenten vorteilhafterweise geringer als bei einer Wasserkühlung. Die Luftkühlung führt deshalb zu dem besagten homogeneren Temperaturprofil innerhalb des zu kühlenden Metallbandes.

Die beanspruchte Vorrichtung bietet weiterhin den Vorteil, dass kein Einbauraum für zusätzliche Kühlvorrichtungen, zum Beispiel einem Vorbandkühler zum gezielten Abkühlen des Metallbandes, erforderlich ist. Durch den nicht erforderlichen zusätzlichen Einbauraum wird vorteilhafterweise auch vermieden, dass Produkte, die normalerweise ohne die Nutzung der zusätzlichen Kühleinrichtung gewalzt werden, beim Durchlaufen durch die dann zwar vorhandene, aber nicht genutzte Kühleinrichtung unnötig abkühlen. Insbesondere durch die Möglichkeit der Bereitstellung einer ausreichend großen Rollganglänge als Summe der Längen der insgesamt verbauten Rollgangsegmente kann das Metallband vor Einlauf in die Fertigwalzstraße an der Umgebungsluft gependelt werden. Auf diese Weise ergibt sich eine sehr große Variabilität in der Einstellung der Einlauftemperatur in die Fertigwalzstraße. Der Erfindung sind drei Figuren beigefügt, wobei Figur 1a die erfindungsgemäße Walzanlage mit der beanspruchten

Vorrichtung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;

Figur 1b die erfindungsgemäße Walzanlage mit der beanspruchten

Vorrichtung gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel; und

Figur 2 ein Rollgangsegment mit weiteren Komponenten zeigt

In den Figuren sind gleiche technische Elemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die genannten Figuren in Form von Ausführungsbeispielen detailliert beschrieben. Figur 1a und 1b zeigen eine Walzanlage 100 gemäß der vorliegenden Erfindung. Sie umfasst beispielhaft zwei Vorwalzgerüste einer Vorwalzstraße 110, denen in Durchlaufrichtung R des Metallbandes eine erfindungsgemäße Vorrichtung 120 nachgeschaltet ist. Der Vorrichtung 120 ist in Durchlaufrichtung des Metallbandes beispielhaft eine Fertigwalzstraße 130 mit sechs Fertigwalzgerüsten nachgeordnet. Die Vorrichtung 120 besteht hier beispielhaft aus einer Mehrzahl von n = 3 individuellen Segmenten wobei alle Segmente austauschbar ausgeführt sind. Diese Austauschbarkeit ist durch den Doppelpfeil P angedeutet. Beiden Figuren 1a und 1b ist neben der Walzanlage 100 ein Temperaturprofil über der Weglänge zugeordnet.

In Figur 1a ist das erste und zweite Segment in Durchlaufrichtung R als Rollenherdofensegment 122 ausgebildet und das dritte Segment als Rollgangsegment 124. Außerhalb der Durchlaufrichtung R sind jeweils für das erste und zweite Segment Rollgangsegmente 124 und für das dritte Segment ein Rollenherdofensegment 122 als Austauschsegment in Wartestellung. Das Temperaturprofil zeigt, dass die Temperatur des Metallbandes beim Durchlaufen der beiden Rollenherdofensegmente 122 der Vorrichtung 120 nahezu konstant bleibt und dann beim Durchlaufen des Rollgangsegmentes abfällt. Der Abfall der Temperatur ergibt sich durch die Luftkühlung auf dem Rollgangsegment 124 und ist so stark, dass die Temperatur des Metallbandes beim Einlauf in die Fertigwalzgerüste 130 auf 950°C abfällt, was einer typischen Temperatur beim thermomechanischen Walzen entspricht.

Wird eine noch niedrigere Einlauftemperatur in die Fertigwalzgerüste 130 angestrebt, wird das zweite Segment ausgetauscht so dass sich die in Figur 1b dargestellte Walzanlage 100 ergibt. Das zweite, wie auch das dritte Segment in Durchlaufrichtung R ist jetzt als Rollgangsegment 124 ausgebildet und die beiden Rollenherdofensegmente 122 sind als Austauschsegmente außerhalb der Durchlaufrichtung R in Wartestellung. Durch die im Vergleich zu Figur 1a längere Rollgangstrecke, die durch die beiden in Durchlaufrichtung R befindlichen Rollgangsegmente 124 gebildet wird, ergibt sich ein stärkerer Temperaturabfall. Zusätzlich wird in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Figur 1b das Vorband auf dem durch die beiden in Durchlaufrichtung R befindlichen Rollgangsegmente 124 gebildeten Rollgang auch noch gependelt, so dass nochmal eine zusätzliche Abkühlung an Luft erfolgt. Für Bandkopf und Bandfuß ergibt sich eine unterschiedliche Einlauftemperatur in die Fertigwalzgerüste von 910 °C (Bandkopf, durchgezogene Linie) bzw. 875 °C (Bandende, gestrichelte Linie).

Gemäß Figur 2 können die einzelnen Rollgangsegmente 124 beispielsweise eine Komponente 125 zur visuellen Oberflächenkontrolle des Metallbandes oder eine Komponente 126 zur Oberflächenbehandlung des Metallbandes, zum Beispiel eine Flämmeinrichtung oder eine Schleifeinrichtung, aufweisen. Auch können die Rollgangsegmente 124 ein temperaturbeeinflussendes Element umfassen, beispielsweise eine Heizeinrichtung 127 zum Erwärmen des Metallbandes, weiter insbesondere eine Induktionsheizeinrichtung oder ein Gebläse 128 zum Verbessern der Luftzirkulation in der Umgebung des Metallbandes und damit zum Verbessern von dessen Abkühlung.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betreiben der Vorrichtung 120 wird die Anzahl der Rollenherdofensegmente 124 und deren Anordnung und Verteilung innerhalb der Vorrichtung 120 im Hinblick auf eine gewünschte Temperaturführung für das Metallband gewählt. Die Wahl der Anzahl der Rollenherdofensegmente, deren Anordnung und Verteilung innerhalb der Vorrichtung 120 erfolgt vorteilhafterweise unter Zuhilfenahme eines Temperaturmodells.

Bezugszeichenliste

100 Walzanlage 110 Vorwalzgerüste

120 Vorrichtung 122 Rollenherdofensegment

124 Rollgangsegment

125 Komponente zur visuellen Oberflächenkontrolle 126 Komponente zur Oberflächenbehandlung

127 Heizeinrichtung

128 Gebläse 130 Fertigwalzstraße R Durchlaufrichtung des Metallbandes durch die Walzanlage und durch die Vorrichtung

P Doppelpfeil in Verschieberichtung