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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE FOR PROCESSING GROUND MATERIAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/037897
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for processing ground material, comprising a separator (18; 114), a housing (20; 116) and an air supply (120) for an airflow, wherein the device is designed to transport the ground material through the housing (20; 116) to the separator (18; 114), and wherein at least one electrostatic charging device (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250) is provided, which is designed to apply an electrical charge to ground material.

Inventors:
HOFFMANN DIRK (DE)
CIESLEWICZ ULRICH (DE)
HALLE HARALD (DE)
MUCK STEPHAN (DE)
MÜLLER CHRISTOPH (DE)
TANZMANN FLORIAN (DE)
STEINMETZ SASCHA (DE)
GRILL ALEXANDER (DE)
Application Number:
EP2020/073829
Publication Date:
March 04, 2021
Filing Date:
August 26, 2020
Export Citation:
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Assignee:
PFEIFFER SE GEBR (DE)
International Classes:
B05B5/00; B02C15/00; B02C15/04; B02C19/18; B07B7/083
Foreign References:
US20090078619A12009-03-26
DE102008022847A12009-11-19
US5507439A1996-04-16
DE2235986A11974-02-07
US20170252751A12017-09-07
Attorney, Agent or Firm:
KELLER, Christian et al. (DE)
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Claims:
Patentansprüche:

1 . Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut, umfassend einen Sichter (18; 114), ein Gehäuse (20; 116) und eine Luftzuführung (120) für einen Luftstrom, wobei die Vorrichtung ausgelegt ist, das gemahlene Gut durch das Gehäuse (20; 116) zu dem Sichter (18; 114) zu transportieren, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine elektrostatische Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250) vorgesehen ist, die ausgelegt ist, gemahlenes Gut mit elektrischer Ladung zu beaufschlagen.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250) ausgelegt ist, gemahlenes Gut überwiegend positiv oder überwiegend negativ aufzuladen.

3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250) an der Innenwand des Gehäuses (20; 116) angeordnet oder Teil des Gehäuses ist.

4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142) länglich ausgebildet ist, wobei vorzugsweise das Gehäuse (20) eine Längsachse aufweist und die wenigstens eine Aufladeelektrode (24, 26, 40; 140, 142) in eine der folgenden Raumrichtungen an der Innenwand des Gehäuses (20) ausgerichtet ist: senkrecht zur Längsachse, parallel zur Längsachse, schräg zur Längsachse.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung (40) als umlaufender Ring ausgebildet ist.

6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut eine Vertikalrollenmühle umfassend eine Mahleinheit (12) mit einem Mahlteller (14) und darauf abrollenden Mahlwalzen (16), einen oberhalb der Mahleinheit (12) angeordneten Sichter (18) und ein Gehäuse (20), wobei die Mahleinheit (12), der Sichter (18) und das Gehäuse (20) einen Mahlraum bilden, ist.

7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 50: 150: 250) im Bereich des Mahlraums vorgesehen ist. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Luftzuführung und/oder ein Düsenring unterhalb des Mahltellers (14) vorgesehen ist, wobei der Düsenring von Luft durchströmbar ist und die Aufladevorrichtung (26) ausgelegt ist, die durch die Luftzuführung und/oder den Düsenring strömende Luft elektrostatisch aufzuladen.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut ein einzelnstehender Sichter (110) ist, wobei die Aufladevorrichtung (140; 142) vorzugsweise im Bereich des Gehäuses (116) und/oder in der Luftzuführung (120) angeordnet ist.

10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250) eine Elektrodenanordnung oder ein Gebläse ist.

11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Entladevorrichtung (28) vorgesehen ist, die vorzugsweise in Strömungsrichtung des gemahlenen Guts nach der wenigstens einen Aufladevorrichtung (24, 26, 40) angeordnet ist.

12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das gemahlene Gut mineralische Materialien umfasst, vorzugsweise wenigstens eines der folgenden mineralischen Materialien: Erze, Kohle, Zementrohstoffe, Zementklinker und Gips.

13. Verfahren zur Aufbereitung von gemahlenem Gut mit einer Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut nach einem der Ansprüche 1 bis 12, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

- Beaufschlagung des gemahlenen Guts mit elektrostatischer Ladung mit Hilfe wenigstens einer Aufladevorrichtung (24, 26, 40; 140, 142; 50; 150; 250);

- Befördern des elektrostatisch geladenen, gemahlenen Guts in dem Gehäuse zu dem Sichter (18; 114).

14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut eine Vertikalrollenmühle umfassend eine Mahleinheit (12) mit einem Mahlteller (14) und darauf abrollenden Mahlwalzen (16), einen oberhalb der Mahleinheit (12) angeordneten Sichter (18) und ein Gehäuse (20), wobei die Mahleinheit (12), der Sichter (18) und das Gehäuse (20) einen Mahlraum bilden, ist, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

- Aufbringen von grob vorzerkleinertem Rohstoff auf den Mahlteller;

Mahlen des grob vorzerkleinerten Rohstoffs zu gemahlenem Gut mittels der Mahlwalzen (16);

- Beaufschlagung des gemahlenen Guts mit elektrostatischer Ladung mit Hilfe wenigstens einer Aufladevorrichtung (24, 26, 40);

Befördern des elektrostatisch geladenen, gemahlenen Guts in dem Gehäuse zu dem Sichter mittels eines Luftstroms

15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das gemahlene Gut im Bereich der Mahleinheit (12) und/oder im Mahlraum im Bereich des Sichters (18) mit elektrostatischer Ladung beaufschlagt wird. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das elektrostatisch geladene gemahlene Gut mittels einer Entladevorrichtung (28) wieder entladen wird.

Description:
Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut

Beschreibung:

Technisches Gebiet:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Aufbereitung von gemahlenem Gut mittels einer solchen Vorrichtung.

Stand der Technik:

Insbesondere bei mineralischen Materialien weist das gemahlene Gut eine sehr breite Korngrößenverteilung auf. Um Mahlgut mit einer möglichst geringen Korngrößenverteilung bzw. mit einer maximalen Korngröße zu erhalten, erfolgt nach dem Mahlprozess in der Regel ein Sichtungsvorgang, in dem das Mahlgut klassiert wird. Mahlgut mit einer Korngröße, die geringer als eine vorgegebene Korngröße ist, gelangt durch den Sichter und steht der weiteren Verarbeitung zur Verfügung. Gemahlenes Gut, welches eine Korngröße größer als die maximal vorgegebene Korngröße aufweist, wird für eine weitere Vermahlung wieder zurück auf die Mahlvorrichtung geführt.

Wird als Mahlvorrichtung eine Vertikalrollenmühlen eingesetzt, so besteht die Möglichkeit, in einer einzigen Vorrichtung vorzerkleinertes Gut mittels einer Mahleinheit zu vermahlen, das gemahlene Gut auf dem Weg zum Sichter zu trocknen und dann das getrocknete gemahlene Gut in dem Sichter zu klassieren.

Bei der Vermahlung und Trocknung von mineralischen Materialien mittels einer Vertikalrollenmühle gelangt somit grob zerkleinertes Mahlgut auf eine Mahlschüssel, auf welcher es mittels Mahlwalzen vermahlen wird. Das gemahlene Gut wird von einem Luftstrom erfasst, der das gemahlene Mahlgut zu einem Sichter oberhalb des Mahltellers befördert. Auf dem Weg vom Mahlteller zum Sichter erfolgt im Wesentlichen die Trocknung des gemahlenen Mahlguts.

Im Hinblick auf den Wirkungsgrad einer Vertikalrollenmühle ist es wünschenswert, den Anteil des gemahlenen Guts, welches die gewünschte Korngröße überschreitet und somit erneut vermahlen werden muss, zu reduzieren. Aus verschiedensten Gründen, beispielsweise aus prozesstechnischen Gründen besteht manchmal die Notwendigkeit, gemahlenes Gut in einem vom Mahlprozess unabhängigen Prozessschritt zu klassieren. Dies erfolgt beispielsweise in einzelnstehenden Sichtern, die das gemahlene Gut unter anderem aus Silobeständen erhalten. In den einzelnstehenden Sichtern wird das gemahlene Gut in Feingut und Grobgut unterteilt. Das Feingut entspricht der vorgegebenen Korngrößenverteilung, insbesondere weist dieses eine Korngröße auf, die unterhalb einer maximalen Korngröße liegt. Das Grobgut, welches eine Korngröße aufweist, die oberhalb einer maximalen Korngröße liegt, wird ausgeschleust und muss gegebenenfalls erneut gemahlen werden.

In diesem Fall ist es wünschenswert, den Anteil an Grobgut möglichst gering zu halten. Darstellung der Erfindung:

Es ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut sowie ein entsprechendes Verfahren zum Betreiben einer solchen Vorrichtung bereitzustellen, welches den Anteil von gemahlenem Mahlgut mit Korngrößen größer als die vorgegebene Korngröße reduziert.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein Teil des gemahlenen Mahlguts, welches eine Korngröße aufweist, welche größer als die vorgegebene maximale Korngröße ist, sich aus elektrostatisch verbundenen, gemahlenen Mahlgutteilchen geringer Korngröße zusammensetzt und somit Agglomerate bildet, wobei die Einzelteile der Agglomerate bereits zum größten Teil die gewünschte Korngröße aufweisen. Diese Agglomerate gelangen nicht durch den Sichter und werden somit unnötigerweise einer erneuten Vermahlung zugeführt oder als Grobgut ausgeschleust.

Es wurde erkannt, dass sich die Agglomeratbildung nach dem Mahlvorgang reduzieren lässt, indem das gemahlene Gut gezielt mit elektrostatischer Ladung beaufschlagt wird. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass es sogar zu einer Desagglomerierung von Agglomeraten kommt, die aus elektrostatisch verbundenen Mahlgutteilchen gebildet sind, wenn diese Agglomerate vor der Sichtung gezielt mit elektrostatischer Ladung beaufschlagt werden.

Wird das gemahlene Gut wie etwa in einer Vertikalrollenmühle einer T rocknung unterzogen, hat die Beaufschlagung des gemahlenen Guts mit elektrostatischer Ladung darüber hinaus einen positiven Einfluss auf die Trocknung. Die Lösung der Aufgabe besteht somit darin, eine Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut, umfassend einen Sichter, ein Gehäuse und eine Luftzuführung für einen Luftstrom, wobei die Vorrichtung ausgelegt ist, das gemahlenes Gut durch das Gehäuse zu dem Sichter zu transportieren, mit wenigstens einer elektrostatischen Aufladevorrichtung zu versehen, die ausgelegt ist, gemahlenes Gut mit elektrischer Ladung zu beaufschlagen.

Durch den Einsatz von elektrostatischer Ladung kann der Anteil des Mahlguts, welches nach dem Mahlvorgang erneut nachgemahlen werden muss bzw. als Grobgut ausgeschleust wird, deutlich reduziert werden, wodurch der Mahlvorgang bei gleichbleibender Mahlgutqualität mit geringerem Energieaufwand betrieben werden kann.

Weiterhin wurde festgestellt, dass der Anteil von elektrostatisch agglomeriertem, gemahlenem Mahlgut deutlich reduziert werden kann, wenn die wenigstens eine Aufladevorrichtung ausgelegt ist, gemahlenes Gut überwiegend positiv oder überwiegend negativ aufzuladen. Es wird somit bewusst eine elektrostatische Aufladung des gemahlenen Guts vorgenommen und nicht versucht, das beispielsweise aufgrund der Reibung während des Mahlprozesses oder Transportprozesses elektrostatisch aufgeladene, gemahlene Gut zu neutralisieren.

Vorzugsweise ist die wenigstens eine Aufladevorrichtung an der Innenwand des Gehäuses angeordnet, um den Luftstrom und somit den Materialstrom nicht zu beeinflussen. Hierbei kann die Aufladevorrichtung auch Teil des Gehäuses sein.

Es ist weiter von Vorteil, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung länglich ausgebildet ist, wobei vorzugsweise das Gehäuse eine Längsachse aufweist und die wenigstens eine Aufladevorrichtung in eine der folgenden Raumrichtungen an der Innenwand des Gehäuses angeordnet ist: senkrecht zur Längsachse, parallel zur Längsachse, schräg zur Längsachse. Auf diese Weise ist es möglich, das gemahlene Gut gezielt in einem bestimmten Bereich des Mahlraums oder des einzelnstehenden Sichters aufzuladen.

Es hat sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dass die wenigstens eine Aufladevorrichtung als umlaufender Ring ausgebildet ist, der an oder in der Gehäusewand angeordnet ist. Hierdurch lässt sich das gemahlene Mahlgut vergleichsweise gleichmäßig im Gehäuse aufladen.

Vorzugsweise handelt es sich bei der Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut um eine Vertikalrollenmühle umfassend eine Mahleinheit mit einem Mahlteller und darauf abrollenden Mahlwalzen, einen oberhalb der Mahleinheit angeordneten Sichter und ein Gehäuse, wobei die Mahleinheit, der Sichter und das Gehäuse einen Mahlraum bilden. Bei einer bevorzugten Weiterbildung ist wenigstens eine Aufladevorrichtung im Bereich des Mahlraums, beispielsweise im Bereich der Mahleinheit oder im Bereich des Sichters vorgesehen. Bei dieser Ausführungsform wird das gemahlene Gut nach dem eigentlichen Mahlprozess mit elektrostatischer Ladung beaufschlagt. In Hinblick auf eine optimierte Trocknung ist es von Vorteil, dass die Aufladevorrichtung im Bereich der Mahleinheit, also fern des Sichters vorgesehen ist. Ist es Ziel, Agglomerate zu trennen, so kann die Aufladevorrichtung vorzugsweise im Bereich des Sichters vorgesehen sein.

Bei einer zusätzlichen oder alternativen Ausführungsform ist eine Luftzuführung und/oder ein Düsenring unterhalb des Mahltellers vorgesehen, wobei der Düsenring von Luft durchströmbar ist und die Aufladevorrichtung ausgelegt ist, die durch die Luftzuführung und/oder den Düsenring strömende Luft elektrostatisch aufzuladen. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass ein sehr gutes Trocknungsergebnis des gemahlenen Guts erzielt werden kann, da bereits während des Mahlprozesses die Bildung von Agglomeraten reduziert bzw. verhindert wird.

Bei einer Ausführungsform ist die Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut ein einzelnstehender Sichter, wobei die Aufladevorrichtung vorzugsweise im Bereich des Gehäuses und/oder in der Luftzuführung angeordnet ist.

Für den Einsatz als Aufladevorrichtung eignet sich beispielsweise eine Elektrodenanordnung oder ein Gebläse. Beispielsweise kann bei einer bevorzugten Elektrodenanordnung eine Vielzahl von Elektroden vorgesehen sein, die in einer ringförmigen Halterung befestigt sind.

Um zu verhindern, dass elektrostatisch aufgeladenes, gemahlenes Gut der Vermahlung nachfolgende Prozessschritte negativ beeinflusst, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass wenigstens eine Entladevorrichtung vorhanden ist, wobei die Entladevorrichtung in Strömungsrichtung des gemahlenen Guts vorzugsweise nach der wenigstens einen Aufladevorrichtung angeordnet ist.

Es ist von Vorteil, dass das gemahlene Gut mineralische Materialien umfasst, vorzugsweise wenigstens eines der folgenden mineralischen Materialien: Erze, Kohle, Zementrohstoffe, Zementklinker und Gips.

Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Aufbereitung von gemahlenem Gut mit einer Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut nach einem der Ansprüche 1 bis 12, welches folgende Verfahrensschritte umfasst. Zunächst wird das gemahlene Gut mit elektrostatischer Ladung mit Hilfe wenigstens einer Aufladevorrichtung beaufschlagt. Anschließend wird das elektrostatisch geladene gemahlene Gut in dem Gehäuse zu dem Sichter transportiert.

Bei einer Weiterbildung des Verfahrens zur Aufbereitung von gemahlenem Gut mit Hilfe einer Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut ist die Vorrichtung zur Aufbereitung von gemahlenem Gut als Vertikalrollenmühle ausgebildet. Die Vertikalrollenmühle umfasst eine Mahleinheit mit einem Mahlteller und darauf abrollenden Mahlwalzen, einen oberhalb der Mahleinheit angeordneten Sichter und ein Gehäuse, wobei die Mahleinheit, der Sichter und das Gehäuse einen Mahlraum bilden. Bei diesem mit der Vertikalrollenmühle durchgeführten Verfahren wird zunächst grob zerkleinerter Rohstoff auf den Mahlteller aufgebracht und der grob zerkleinerte Rohstoff zu gemahlenem Gut mittels Mahlwalzen vermahlen. Das gemahlene Gut wird mit elektrostatischer Ladung mit Hilfe wenigstens einer Aufladevorrichtung beaufschlagt. Anschließend wird das elektrostatisch geladene gemahlene Gut zu dem Sichter mittels eines Luftstroms befördert.

Bei einer ersten Ausführungsform wird das gemahlene Gut im Bereich der Mahleinheit mit elektrostatischer Aufladung beaufschlagt. Hierdurch kann die Trocknung des gemahlenen Guts deutlich verbessert werden.

Bei einem zusätzlichen oder alternativen Verfahrensschritt wird das gemahlene Gut im Mahlraum im Bereich des Sichters mit elektrostatischer Ladung beaufschlagt. Dieses Verfahren ist insbesondere für die Vermeidung von Agglomeraten von Vorteil.

Um nachfolgende Prozessschritte nicht zu beeinflussen, wird gemäß einer bevorzugten Ausführungsform das elektrostatisch geladene Mahlgut mittels einer Entladevorrichtung wieder entladen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen:

Vorteilhafte Ausführungsformen werden anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigen:

Figur 1 : einen Längsschnitt durch eine Vertikalrollenmühle gemäß einer ersten Ausführungsform; Figur 2: einen Längsschnitt durch eine Vertikalrollenmühle gemäß einer zweiten Ausführungsform;

Figur 3: eine Ausführungsform einer Aufladevorrichtung in perspektivischer Ansicht;

Figur 4: einen Längsschnitt durch einen einzelnstehenden Sichter;

Figur 5: einen Schnitt durch eine Elektrodenanordnung gemäß einer ersten Ausführungsform;

Figur 6: einen Schnitt durch eine Elektrodenanordnung gemäß einer zweiten Ausführungsform;

Figur 7: einen Schnitt durch eine Elektrodenanordnung gemäß einer dritten Ausführungsform.

Bester Weg zur Ausführung der Erfindung und gewerbliche Anwendbarkeit:

Figur 1 zeigt einen Querschnitt durch eine Vertikalrollenmühle 10, welche für die Mahlung und Trocknung von mineralischem Gut, wie etwa Erze, Kohle, Zementrohstoffe, Zementklinker, Gips ausgelegt ist.

Die Vertikalrollenmühle 10 umfasst eine Mahleinheit 12 mit einem Mahlteller 14 und darauf abrollenden Mahlwalzen 16. Oberhalb der Mahleinheit 12 ist ein Sichter 18 vorgesehen. Die Mahleinheit 12 sowie der Sichter 18 sind von einem Gehäuse 20 umgeben. Der Sichter 18, das Gehäuse 20 und die Mahleinheit 12 bilden einen Mahlraum.

Das von der Mahleinheit 12 gemahlene Gut wird mit Hilfe eines Luftstroms von dem Mahlteller 14 zum Sichter 18 geführt. Im Innern des Mahlraums ist ein Trichter 22 vorgesehen, welcher gemahlenes Gut, das aufgrund seiner großen Korngröße nicht durch den Sichter 18 gelangt ist, wieder zurück auf die Mahleinheit 12 führt, um dort erneut vermahlen zu werden.

An dem Gehäuse 20 ist eine erste Aufladevorrichtung 24 im Bereich des Mahlraums vorgesehen. Aus Sicherheitsgründen sollte die Gehäusewand zumindest an ihrer Außenseite geerdet sein.

Eine zweite Aufladevorrichtung 26 ist unterhalb des Mahltellers 14 am Gehäuse 20 eingebaut. Im Bereich des Sichters 18 befindet sich im Mahlraum eine Entladevorrichtung 28. Bei der ersten und zweiten Aufladevorrichtung 24, 26 sowie der Entladevorrichtung 28 handelt es sich jeweils um Elektrodenanordnungen. Die Elektrodenanordnungen können beispielsweise punktförmig abstrahlen. Alternativ können sie auch als längliche Gebilde ausgebildet sein, die sich in einer beliebigen Richtung entlang der Gehäusewand des Gehäuses 20 erstrecken. Es ist darüber hinaus auch der Einsatz von Gebläsen möglich.

Grob zerkleinerter Rohstoff gelangt über eine nicht dargestellte Zuführung auf den Mahlteller 14 und wird dort mittels der Mahlwalzen 16 vermahlen. Ein Luftstrom, der über eine nicht dargestellte Luftzuführung in die Vertikalrollenmühle eingeleitet wird, fördert das gemahlene Gut zu dem Sichter 18. Der Sichter 18 ist so eingestellt, dass er gemahlenes Gut, das kleiner als eine vorgegebene Korngröße ist, hindurchströmen lässt, während er größeres Mahlgut nicht durchlässt. Das nicht durch den Sichter 18 hindurchtretende gemahlene Gut wird über den Trichter 22 wieder zurück auf den Mahlteller 14 geführt, wo es erneut vermahlen wird.

Die erste Aufladevorrichtung 24 bewirkt, dass das gemahlene Gut auf dem Weg zum Sichter 18 elektrostatisch (positiv oder negativ) aufgeladen wird. Die erste Aufladevorrichtung 24 führt aufgrund des Überangebots von Ladungen unter anderem zu einer Desagglomerierung von elektrostatisch geladenem Mahlgut, welches sich zu Agglomeraten verbunden hat. Dies bewirkt, dass die Agglomerate zerfallen und das gemahlene Gut durch den Sichter 18 geführt werden kann und nicht wieder zurück zum Mahlteller 14 gelangt. Weiterhin hat die Desagglomerierung den Vorteil, dass das gemahlene Gut besser getrocknet wird, da das Wasser nicht in den Agglomeraten gefangen ist.

Die zweite Aufladevorrichtung 26, welche unterhalb des Mahltellers 14 angebracht ist, bewirkt unter anderem, dass das gemahlene Gut keine Agglomerate bildet. Die Trocknung kann hierdurch nochmals verbessert werden.

Bei einer nicht im Detail dargestellten Ausführungsform ist die zweite Aufladevorrichtung 26 im Bereich eines unterhalb des Mahltellers befindlichen Düsenrings bzw. in der sich unterhalb des Mahltellers befindlichen Luftzuführung der durch den Mahlraum strömenden Luft angeordnet.

Bei dieser Anordnung wird die durch die Mahleinheit und anschließend durch den Mahlraum strömende Luft aufgeladen. In diesem Fall eignen sich als Aufladevorrichtungen besonders Gebläse, um die Luft positiv oder negativ aufzuladen.

Sowohl die erste Aufladevorrichtung 24 als auch die zweite Aufladevorrichtung 26 bewirken darüber hinaus, dass sich die im grob zerkleinerten Rohstoff bzw. gemahlenen Gut befindlichen Wassertröpfchen nicht zu größeren Wassertropfen verbinden, wodurch die Trocknung des gemahlenen Guts deutlich beschleunigt werden kann.

Die Entladevorrichtung 28, welche auf Höhe des Sichters 18 im Mahlraum angeordnet ist und sich somit in Strömungsrichtung des gemahlenen Guts oberhalb der ersten und zweiten Aufladevorrichtung 24, 26 befindet, dient dazu, die mittels der ersten und zweiten Aufladevorrichtung 24, 26 aufgeladenen gemahlenen Teilchen wieder zu entladen, um der Mahltrocknung nachgelagerte Prozessschritte nicht negativ zu beeinflussen.

Figur 2 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Vertikalrollenmühle, die sich von der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform dadurch unterscheidet, dass eine dritte Aufladevorrichtung 40 oberhalb der ersten Aufladevorrichtung 24 vorgesehen ist. Auch diese dritte Aufladevorrichtung 40 hat die Aufgabe, gemahlenes Gut positiv oder negativ aufzuladen, um eine Bildung von Agglomeraten zu vermeiden und die Trocknung des Mahlguts zu verbessern.

Wie insbesondere in Figur 3 zu erkennen, ist die dritte Aufladevorrichtung 40 als umlaufender Ring ausgebildet. Der umlaufende Ring weist in etwa den Durchmesser der Gehäusewand auf und ist in der Gehäusewand angeordnet. Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform ist der umlaufende Ring innen an der Gehäusewand befestigt.

Die dritte Aufladevorrichtung 40 umfasst somit eine ringförmige Halterung 42, die an oder in der Gehäusewand befestigt ist, wobei der Durchmesser der ringförmigen Halterung 42 an den Durchmesser der Gehäusewand angepasst ist. In der ringförmigen Halterung 42 ist eine Vielzahl von Elektrodenanordnungen 44 vorgesehen, die radial in den Mahlraum weisen. Die Elektrodenanordnungen 44 sind gleichmäßig, insbesondere äquidistant entlang des Umfangs der Halterung 42 verteilt.

Mit Hilfe der dritten Aufladevorrichtung 40 lässt sich eine sehr gleichmäßige Aufladung des gemahlenen Guts im Mahlraum erreichen. Die dritte Aufladevorrichtung 40 kann an jeder beliebigen Stelle des Gehäuses im oder am Gehäuse 20 befestigt sein.

Die in Figur 1 dargestellte erste und zweite Aufladevorrichtung 24, 26 sowie die Entladevorrichtung 28 sind wie oben angegeben als einzelne Elektrodenanordnungen ausgebildet. Diese können je nach Anforderung ebenfalls als umlaufender Ring ausgebildet sein. Es versteht sich, dass die in den Figuren dargestellten Aufladevorrichtungen 24, 26 und 40 einzeln oder in beliebiger Kombination in einer Vertikalrollenmühle eingesetzt werden können. Hierbei ist der Anbringungsort nicht auf die Gehäusewand beschränkt. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, die Aufladevorrichtungen bzw. Endladevorrichtungen auch an Bauteilen wie etwa dem Trichter 22 im Innern der Vertikalrollenmühle zu befestigen.

Beim Einsatz mehrerer Aufladevorrichtungen in einer Vertikalrollenmühle ist es sinnvoll, dass die Aufladevorrichtungen das gemahlene Gut mit der gleichen Polarität, also entweder positiv oder negativ aufladen. In einzelnen Anwendungsfällen kann es jedoch notwendig sein, dass mehrere Aufladevorrichtungen an unterschiedlichen Stellen in der Vertikalrollenmühle vorgesehen sind, wobei einige Aufladevorrichtungen das gemahlene Gut mit positiver Ladung beaufschlagen, während andere Aufladevorrichtungen das gemahlene Gut mit negativer Ladung beaufschlagen.

Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch einen einzelnstehenden Sichter 110. Ein einzelnstehender Sichter 110 hat die Aufgabe, beispielsweise in Silos gelagertes Mahlgut zu klassieren bzw. zu sichten. Der einzelnstehende Sichter 110 umfasst eine Materialzufuhr 112, durch welche das gemahlene Gut in den Bereich des eigentlichen Sichters 114 gelangt, in dem die Sichtung stattfindet. Das gemahlene Gut gelangt in ein Gehäuse 116 mit einer Gehäusewand 118, in welchem es zu dem Sichter 114 geführt wird. Bei dem Sichter handelt es sich um einen Windsichter, dem mittels einer Luftzuführung 120 Luft zugeführt wird.

Das gemahlene Gut wird in bekannter Art und Weise in Grobgut und Feingut getrennt.

In dem Gehäuse 116 sind in Strömungsrichtung des gemahlenen Guts vor dem Sichter 114 an der Gehäusewand 118 Aufladevorrichtungen 140 vorgesehen. Zusätzlich sind Aufladevorrichtungen 142 in der Wand 122 der Luftzuführung 120 angebracht.

Gemahlenes Gut, welches in das Gehäuse 118 gelangt, wird mittels der Aufladevorrichtungen 140 elektrostatisch aufgeladen. Darüber hinaus wird die Luft mittels der Aufladevorrichtung 142 elektrostatisch aufgeladen.

Elektrostatisch verbundene Mahlgutagglomerate zerfallen aufgrund des Überangebots der elektrostatischen Ladungen. Hierdurch wird verhindert, dass elektrostatisch geladene Agglomerate, deren Einzelteilchen eine Korngröße aufweisen, welche als Feingut klassifiziert wird, aufgrund der Agglomeratgröße dem Grobgut zugeordnet werden. Wenn auch nicht dargestellt, so kann der in Fig. 3 dargestellte Ring mit Aufladeektroden auch bei dem einzelnstehenden Sichter 110 eingesetzt werden.

In den Figuren 5 bis 7 sind verschiedene Ausführungsformen von Aufladevorrichtungen dargestellt, die für den Einsatz in Vertikalrollenmühlen bzw. einzelnstehenden Sichtern besonders geeignet sind.

Die in Fig. 5 dargestellte Aufladevorrichtung 50 umfasst ein Elektrodengehäuse 52, das aus einem keramischen Material gebildet ist. Im Inneren des Elektrodengehäuses 52 befindet sich im Abstand von den Wänden 54 des Elektrodengehäuses 52 eine stabförmige Elektrode 56 mit einer Elektrodenspitze 58. Die Elektrodenspitze 58 ist mit Abstand von der Öffnung 60 des Gehäuses 52 im Inneren des Elektrodengehäuses 52 angeordnet. Konzentrisch zu dem Elektrodengehäuse 52 befindet sich an dem der Elektrodenspitze 58 abgewandten Ende der Elektrode 56 eine Luftzuführung 62. An der Außenseite des Elektrodengehäuses 52 ist ein Flansch 64 vorgesehen.

Die Aufladevorrichtung 50 ist in eine Öffnung einer Gehäusewand einer Vertikalrollenmühle oder eines frei stehenden Sichters eingebaut. Hierbei liegt der Flansch 64 der Aufladevorrichtung 50 an der Innenwand des Gehäuses der Vertikalrollenmühle bzw. des einzeln stehenden Sichters an.

Die unter elektrischer Spannung stehende Elektrode 56 erzeugt an ihrer Spitze 58 Ladungen. Mit Hilfe der über die Luftführung 62 zugeführten Luft wird die elektrische Ladung durch die Gehäuseöffnung 60 in den Innenraum der Vertikalrollenmühle bzw. eines einzeln stehenden Sichters geführt.

Die in Fig. 6 dargestellte Aufladevorrichtung 150 unterscheidet sich von der in Fig. 5 dargestellten Aufladevorrichtung 150 dadurch, dass anstelle des Flansches 64 ein Außengewinde 170 an dem Elektrodengehäuse 152 vorgesehen ist. Mit Hilfe des Außengewindes 170 lässt sich der Abstand zwischen Gehäuseöffnung 160 und Innenwand des Gehäuses der Vertikalrollenmühle bzw. des Sichters einstellen.

In Fig. 7 ist eine dritte Ausführungsform einer Aufladevorrichtung 250 dargestellt. Die Aufladevorrichtung 250 umfasst ein Elektrodengehäuse 252 mit einer Öffnung 260. Die Aufladevorrichtung 250 weist eine Vielzahl von stabförmigen Elektroden 274 mit einer Elektrodenspitze 258 auf, die in einer ringförmigen Flalterung 272 um das Elektrodengehäuse 252 angeordnet sind. Hierbei ragen die stabförmigen Elektroden 274 jeweils in radialer Richtung durch eine Öffnung in dem Elektrodengehäuse 252 in das Innere des Elektrodengehäuses 252. Die Elektroden 274 sind entlang des Umfangs des Gehäuses 252 vorzugsweise äquidistant angeordnet. Die stabförmigen Elektroden 274 erzeugen an ihrer Elektrodenspitze 258 Ladungen bzw. Ionen, die mittels Luft, welche durch das Gehäuse 252 durchgeführt wird, zur Öffnung 260 transportiert werden. Von dort gelangt die elektrostatisch geladene Luft in den Innenraum der Vertikalrollenmühle bzw. des Sichters. Es versteht sich, dass die im Zusammenhang mit einzelnen Ausführungsformen beschriebenen Merkmale miteinander kombiniert oder gegebenenfalls ausgetauscht werden können.