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Patent Searching and Data


Title:
DEVICE FOR PRODUCING HOLLOW TUBES, IN PARTICULAR DRINKING STRAWS, AND METHOD FOR SAME
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2021/185486
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a device for producing hollow tubes (10), in particular drinking straws, comprising a first formatting device (11) which is designed to convey a first material strip (21) in a longitudinally axial direction and shape said strip into a first hollow tube (23) during the conveying process, wherein a second formatting device (12) is provided which is arranged behind the first formatting device (11) in the conveyor direction (20) and is designed to wind a second material strip (22) around the first material strip (21) while the second material strip (22) is being conveyed in a longitudinally axial direction such that a double-layer hollow tube (10) is formed which has the first hollow tube (23) on the inside and the second material strip (22) on the outside.

Inventors:
REICHERT ANDREAS (DE)
SOLTOW RALF (DE)
PEHMÖLLER JÜRGEN (DE)
SCHAFFORZ MATHIAS (DE)
LEMKE VINCENT (DE)
Application Number:
PCT/EP2021/051004
Publication Date:
September 23, 2021
Filing Date:
January 19, 2021
Export Citation:
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Assignee:
HAUNI MASCHINENBAU GMBH (DE)
International Classes:
B31C5/00; B31D5/00
Attorney, Agent or Firm:
SEEMANN & PARTNER PATENTANWÄLTE MBB (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrohren (10), insbesondere von Trinkhalmen, umfassend eine erste Formatvorrichtung (11), die ausgebildet ist, einen ersten Materialstreifen (21) längsaxial zu för dern und während der Förderung zu einem ersten Hohlrohr (23) zu formen, wobei eine zweite Formatvorrichtung (12) vorgesehen ist, die in Förderrichtung (20) hinter der ersten Formatvorrichtung (11) angeordnet ist und ausgebildet ist, einen zweiten Materialstreifen (22) während einer längsaxialen Förderung des zweiten Materi alstreifens (22) um den ersten Materialstreifen (21) zu wickeln, so dass sich ein doppellagiges Hohlrohr (10) bildet, das im Inneren das erste Hohlrohr (23) aufweist und außen den zweiten Material streifen (22).

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Formatvorrichtung (11) und die zweite Formatvorrichtung (12) teilweise überlappen.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Formatvorrichtung (11) eine erste Formatkammer (31) umfasst und die zweite Formatvorrichtung (12) eine zweite Formatkammer (32) umfasst, wobei die erste Formatkammer (31) und die zweite Formatkammer (32) zueinander fluchtend, insbe sondere kollinear, ausgerichtet sind, wobei insbesondere der Durchmesser der ersten Formatkammer (31) kleiner ist als der Durchmesser der zweiten Formatkammer (32) oder dass der Durchmesser der ersten Formatkammer (31) so groß ist wie der Durchmesser der zweiten Formatkammer (32).

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn zeichnet, dass die erste Formatvorrichtung (11) spiegelversetzt oder rotationsversetzt zur zweiten Formatvorrichtung (12) angeord net ist.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn zeichnet, dass die Konturen der ersten Formatkammer (31) und/oder der zweiten Formatkammer (32) durchgehend symmet risch sind.

6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn zeichnet, dass im Einlaufbereich (13) der ersten Formatvorrichtung (11) ein Drückelement (14) vorgesehen ist, das ausgebildet ist, den ersten Materialstreifen (21) in eine Nut der ersten Formatvorrich tung (11) zu drücken.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekenn zeichnet, dass eine Rolle (15) vorgesehen ist, die ausgebildet ist, das erste Hohlrohr (23) auf den zweiten Materialstreifen (22) zu drücken.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekenn zeichnet, dass die erste Formatvorrichtung (11) eine Innenwan dung (61) umfasst, an der der erste Materialstreifen (21) entlang geführt wird, wobei die Innenwandung (61) eine poröse Struktur (60) aufweist, durch die die erste Formatkammer (31) der ersten Formatvorrichtung (11) mit Druckluft beaufschlagbar ist

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 umfassend eine, insbesondere angetriebene, gerillte Prägerolle (70) und eine An druckrolle (72), die ausgebildet sind, den ersten Materialstreifen (21) zwischen sich durchzuführen und mit, insbesondere längsaxia len, Rillen zu versehen, wobei insbesondere ein Abstand zwischen der Prägerolle (70) und der Andruckrolle (72) einer Hälfte bis drei Vierteln, insbesondere im Wesentlichen zwei Dritteln, einer Dicke des ersten Materialstreifens (21) entspricht.

10. Strangmaschine zur Herstellung von Hohlrohren (10), insbeson dere von Trinkhalmen, umfassend eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9.

11. Verfahren zum Herstellen von Trinkhalmen mit den folgenden Ver fahrensschritten: längsaxiales Fördern eines ersten Materialstreifens (21) durch eine erste Formatkammer (31) einer ersten Formatvorrich tung (11), wobei hierdurch ein erstes Hohlrohr (23) aus dem ersten Materialstreifen (21) gebildet wird,

Beieimen einer Fläche (16) eines längsaxial geförderten zweiten Materialstreifens (22) mit einem Klebstoff,

Aufbringen des zu einem Hohlrohr (23) geformten ersten Materialstreifens (21) auf die beleimte Fläche (16) des zweiten Ma terialstreifens (22) und Umhüllen des zu einem Hohlrohr (23) ge formten ersten Materialstreifens (21) mit dem zweiten Materialstrei fen (22), wobei das Umhüllen bei einer längsaxialen Förderung der Materialstreifen (11, 12) durch eine zweite Formatkammer (32) ei ner zweiten Formatvorrichtung (12) geschieht, wodurch ein doppel lagiges Hohlrohr (10) gebildet wird, anschließendes Ablängen des doppellangen Hohlrohrs (10) in Trinkhalme.

12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche (16) vollflächig oder im Wesentlichen vollflächig beleimt wird.

13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Materialstreifen (21) eine erste und eine zweite Kante (41, 42) aufweist, die im geformten Hohlrohr (10) auf Stoß liegen.

14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekenn zeichnet, dass der zweite Materialstreifen (22) eine dritte und eine vierte Kante (43, 44) aufweist, die nach dem Umhüllen des ersten Materialstreifens (21) mit dem zweiten Materialstreifen (22) auf Stoß liegen, wobei insbesondere die Stoßbereiche des ersten Ma terialstreifens (21) und des zweiten Materialstreifens (22) gegen überliegend sind.

15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekenn zeichnet, dass das längsaxiale Fördern des ersten Materialstrei fens (21) durch die erste Formatkammer (31) und die zweite For matkammer (32) in einer geraden Linie erfolgt.

Description:
Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrohren, insbesondere Trinkhalmen, und Verfahren hierzu

Beschreibung

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrohren, insbesondere von Trinkhalmen. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Herstellen von Trinkhalmen.

Aus DE 10 2017 108 789 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen eines dop pellagigen Röhrchens der Tabak verarbeitenden Industrie bekannt, bei dem ein innerer Materialstreifen längsaxial durch ein sich in Förderrich- tung konisch verjüngendes Formungsrohr gefördert wird, wobei hierdurch ein Rohr aus dem inneren Materialstreifen gebildet wird. Es wird zudem eine Fläche eines längsaxial geförderten äußeren Materialstreifens mit ei nem Klebstoff beleimt und der zu einem Rohr geformte innere Material streifen auf die beleimte Fläche des äußeren Materialstreifens aufge- bracht. Der äußere Materialstreifen wird um den zu einem Rohr geformten inneren Materialstreifen gewickelt, so dass sich ein doppellagiges Rohr bildet. Es ist zudem eine Strangmaschine der Tabak verarbeitenden In dustrie mit einem sich in einer Förderrichtung eines inneren Materialstrei- fens konisch verjüngenden Formungsrohr in DE 10 2017 108 789 A1 of fenbart, wobei an einem Ausgang des Formungsohrs sich eine Formatvor richtung anschließt, wobei die Formatvorrichtung ein Formatband auf weist, das sich in Förderrichtung bewegt und wobei die Formatvorrichtung ausgebildet ist, nach einem Aufbringen des zu einem Rohr geformten in neren Materialstreifens auf einen äußeren Materialstreifen den äußeren Materialstreifen um den zu einem Rohr geformten inneren Materialstreifen zu wickeln.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen sehr stabilen Herstell prozess von Hohlrohren, insbesondere von Trinkhalmen, zu ermöglichen, wobei die Qualität der hergestellten Trinkhalme verbessert werden soll. Insbesondere ist es Aufgabe, von Wellen freie oder glatte Hohlrohre bzw. Trinkhalme herzustellen.

Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zur Herstellung von Hohlrohren, insbesondere von Trinkhalmen, umfassend eine erste For matvorrichtung, die ausgebildet ist, einen ersten Materialstreifen längs axial zu fördern und während der Förderung zu einem ersten Hohlrohr zu formen, wobei eine zweite Formatvorrichtung vorgesehen ist, die in För derrichtung hinter der ersten Formatvorrichtung angeordnet ist und aus gebildet ist, einen zweiten Materialstreifen während einer längsaxialen Förderung des zweiten Materialstreifens um den ersten Materialstreifen zu wickeln, so dass sich ein doppellagiges Hohlrohr bildet, das im Inneren das erste Hohlrohr aufweist und außen den zweiten Materialstreifen.

Durch Vorsehen der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann effizient ein doppellagiges Hohlrohr hergestellt werden, aus dem dann beispielsweise Trinkhalme abgelängt werden können. Die so hergestellten Hohlrohre weisen eine Längsnaht auf.

Durch Verwendung von zwei hintereinander angeordneten Formatvorrich tungen ist eine sehr stabile Herstellung von Hohlrohren mit sehr guten Ei- genschaften möglich. Vorzugsweise überlappen die erste Formatvorrich tung und die zweite Formatvorrichtung teilweise. Unter Überlappen wird insbesondere verstanden, dass die beiden Formatvorrichtungen sich in Förderrichtung überlappen, d.h. teilweise Übereinanderliegen oder teil weise nebeneinanderliegen. Der Ausgang der ersten Formatvorrichtung liegt vorzugsweise im Einlaufbereich des zweiten Materialstreifens der zweiten Formatvorrichtung.

Vorzugsweise umfasst die erste Formatvorrichtung eine erste Formatkam mer und die zweite Formatvorrichtung umfasst eine zweite Formatkam mer, wobei die erste Formatkammer und die zweite Formatkammer zuei nander fluchtend, insbesondere kollinear, ausgerichtet sind. Hierdurch ist es insbesondere möglich, dass der zu einem Hohlrohr geformte erste Ma terialstreifen ohne Wellen zu bilden auf den zweiten Materialstreifen auf gebracht werden kann. Die Formatkammern sind in den Formatvorrichtun gen längserstreckt und hohl und dienen zur Aufnahme der Materialstrei fen und zur Formung der Materialstreifen in ein Rohr. Hierzu sind innen liegende Wände vorgesehen, die in Förderrichtung der Materialstreifen mit einem abnehmenden Krümmungsradius versehen sind. Auf diese Weise kann sich ein flacher oder im Wesentlichen flacher Materialstreifen an den Innenwänden anliegend oder an einem Formatband, das an den Innenwänden anliegt, anschmiegen und in Förderrichtung zunehmend zu einem Hohlrohr umgeformt werden.

Vorzugsweise ist in der zweiten Formatkammer ein Formatband vorgese hen, das die Formatkammer vom Anfang der Formatkammer bis zum Ende der Formatkammer durchläuft. Die erste Formatkammer und/oder die zweite Formatkammer ist im Querschnitt vorzugweise kreisförmig oder elliptisch. Unter einem elliptischen Querschnitt wird ein nicht kreisförmi ger Querschnitt verstanden.

Vorzugsweise ist die erste Formatvorrichtung formatbandfrei. Die Förde rung des ersten Materialstreifens erfolgt durch Zug, der auf den ersten Materialstreifen in der zweiten Formatvorrichtung wirkt. Vorzugsweise umfasst jede Formatvorrichtung ein Unterformat und ein Oberformat. Das Unterformat ist das Teil der Formatvorrichtung, das zu erst mit dem Materialstreifen in Kontakt kommt und eine Vorformung aus führt. Das Oberformat selber schließt dann das Hohlrohr. Es sorgt also im Zusammenhang mit dem Unterformat für eine vollständige Hohlrohrfor mung.

Unter einem Schließen des Hohlrohrs wird hierbei insbesondere verstan den, dass die beiden seitlichen Kanten des Materialstreifens auf Stoß ge legt werden. Es ergibt sich dann eine längsaxiale Erstreckung dieser Stoßkante entlang des hergestellten Rohrs.

Vorzugsweise ist der Durchmesser der ersten Formatkammer kleiner als der Durchmesser der zweiten Formatkammer oder ist der Durchmesser der ersten Formatkammer so groß wie der Durchmesser der zweiten For matkammer. Hierbei ist insbesondere der lichte Durchmesser zu verste hen, d.h. der Durchmesser der ersten Formatkammer und der Durchmes ser der zweiten Formatkammer, in der ein Formatband mit durchläuft, wo bei der Durchmesser von der Innenseite des Formatbandes zur Innen seite des gegenüberliegenden Oberformats gemeint ist.

Durch diese Maßnahme der Anpassung der Durchmesser wird dafür ge sorgt, dass der innere Materialstreifen, d.h. der erste Materialstreifen, mit etwas Spannung zum äußeren Materialstreifen gefördert wird.

Vorzugsweise ist die erste Formatvorrichtung spiegelversetzt oder rotati onsversetzt zur zweiten Formatvorrichtung angeordnet. Bei der Rotations versetzung ist vorzugsweise eine Rotation um 180° vorgesehen.

Die erste Formatvorrichtung hat beispielsweise dann das Unterformat obenliegend und das Oberformat untenliegend und die zweite Formatvor richtung das Unterformat untenliegend und das Oberformat obenliegend. Bei einer Spiegelversetzung ist die erste Formatvorrichtung an einer Ebene zur zweiten Formatvorrichtung gespiegelt. Bei einer Rotationsver setzung handelt es sich um eine Verdrehung. Zudem sind die Formatvor richtungen zueinander linear verschoben, so dass die erste Formatvor richtung in Förderrichtung der Materialstreifen stromaufwärts der zweiten Formatvorrichtung angeordnet ist. Hierbei ist vorzugsweise ein teilweiser

Überlapp der Formatvorrichtungen vorgesehen.

Vorzugsweise sind die Oberformate der ersten Formatvorrichtung und der zweiten Formatvorrichtung zueinander benachbart angeordnet.

Vorzugsweise sind die Konturen der ersten Formatkammer und/oder der zweiten Formatkammer durchgehend symmetrisch. Der Querschnitt der Formatkammern ist somit symmetrisch. Dies hat den Vorteil, dass sehr hoch qualitative Hohlrohre gebildet werden können. Insbesondere werden sehr hoch qualitative doppellagige Hohlrohre gebildet.

Vorzugsweise ist im Einlaufbereich der ersten Formatvorrichtung ein Drückelement vorgesehen, das ausgebildet ist, den ersten Materialstrei fen in eine Nut der ersten Formatvorrichtung zu drücken. Das Drückele- ment drückt den ersten Materialstreifen dann in die Nut, um eine Vorfor mung des ersten Materialstreifens in der Nut, die in dem Unterformat an geordnet ist und zur ersten Formatkammer gehört, vorzusehen. Vorzugs weise ist die Form der Nut und die Form des Drückelements auf den sich gegenüberliegenden bzw. zueinander benachbart angeordneten Seiten formkomplementär.

Vorzugsweise ist eine Rolle vorgesehen, die ausgebildet ist, das erste Hohlrohr auf den zweiten Materialstreifen zu drücken, damit eine stabile Verbindung des zu einem ersten Hohlrohr ausgebildeten ersten Materi- alstreifens mit dem zweiten Materialstreifen ermöglicht wird. Zudem dient die Rolle zur verbesserten Mitnahme des ersten Materialstreifens und des zweiten Materialstreifens durch das Formatband in der zweiten Format vorrichtung. Durch diese Maßnahme wird vor allen Dingen auch dafür ge sorgt, dass die auf Stoß liegenden Kanten des ersten Materialstreifens in dem ersten Hohlrohr geschlossen bleiben.

Vorzugsweise umfasst die erste Formatvorrichtung eine Innenwandung, an der der erste Materialstreifen entlang geführt wird, wobei die Innen wandung eine poröse Struktur aufweist, durch die die erste Formatkam mer der ersten Formatvorrichtung mit Druckluft beaufschlagbar ist.

Die poröse Struktur ist insbesondere in eine Innenwandung der ersten Formatkammer integriert, insbesondere in eine Innenwandung des Ober formats und/oder Unterformats. Insbesondere umfasst die erste Format vorrichtung eine Luftkammer, welche die poröse Struktur mit Druckluft be aufschlagt. Die Druckluft, die durch die poröse Struktur austritt, schafft ein Luftpolster zwischen der Innenwandung und dem ersten Materialstrei fen. Durch das Luftpolster wird die Reibung zwischen der Innenwandung und dem daran entlanggeführten Materialstreifen deutlich reduziert. Zu dem wird der Materialstreifen besser vorgeformt und geführt, es tritt keine Wärmeentwicklung durch die Reibung auf und die Staubanhaftung in die sem Bereich wird reduziert. Besonders vorteilhaft ist die poröse Struktur, wenn die erste Formatvorrichtung formatbandfrei ist. Durch das Luftpols ter werden die bei einer formatbandfreien Förderung auftretenden Rei bungskräfte weitgehend eliminiert.

Bevorzugt umfasst die Vorrichtung eine, insbesondere angetriebene, ge rillte Prägerolle und eine Andruckrolle, die ausgebildet sind, den ersten Materialstreifen zwischen sich durchzuführen und mit, insbesondere längsaxialen, Rillen zu versehen, wobei insbesondere ein Abstand zwi schen der Prägerolle und der Andruckrolle einer Hälfte bis drei Vierteln, insbesondere im Wesentlichen zwei Dritteln, einer Dicke des ersten Mate rialstreifens entspricht.

Unter längsaxialen Rillen werden Rillen verstanden, die sich parallel zur Förderrichtung des ersten Materialstreifens erstrecken. Insbesondere ist die Prägerolle in Förderrichtung stromaufwärts der ersten Formatvorrich tung angeordnet. Die Rillen werden mit der Prägerolle in den ersten Materialstreifen einge bracht. Durch die Rillen reduziert sich eine Rückbiegung des Materi alstreifens, da eine Dicke des Materialstreifens in den Bereichen der Ril len reduziert ist, so dass die Steifigkeit gemindert wird. Die Rillen werden so in den Materialstreifen eingebracht, dass der Materialstreifen nicht vollständig durchschnitten wird. Durch die Rillen lässt sich der erste Ma terialstreifen besser vorformen. Zusätzlich wird die Spannung des ersten Materialstreifens in der ersten Formatvorrichtung durch den zusätzlichen Antrieb der Prägerolle unterstützt, da der erste Materialstreifen in der ers ten Formatkammer nicht nur durch die Auflage auf dem zweiten Material streifen angetrieben wird, sondern zusätzlich durch die Prägerolle.

Vorzugsweise umfasst eine Strangmaschine zur Herstellung von Hohlroh ren, insbesondere doppellagigen Hohlrohren, insbesondere von Trinkhal men, eine erfindungsgemäße oder weitergebildete Vorrichtung, die vor stehend beschrieben ist.

Die Aufgabe wird ferner gelöst durch ein Verfahren zum Herstellen von Trinkhalmen mit den folgenden Verfahrensschritten: längsaxiales Fördern eines ersten Materialstreifens durch eine erste Formatkammer einer ersten Formatvorrichtung, wobei hierdurch ein erstes Hohlrohr aus dem ersten Materialstreifen gebildet wird,

Beieimen einer Fläche eines längsaxial geförderten zweiten Materi alstreifens mit einem Klebstoff,

Aufbringen des zu einem Hohlrohr geformten ersten Materialstrei fens auf die beleimte Fläche des zweiten Materialstreifens und Umhüllen des zu einem Hohlrohr geformten ersten Materialstreifens mit dem zwei ten Materialstreifen, wobei das Umhüllen bei einer längsaxialen Förde rung der Materialstreifen durch eine zweite Formatkammer einer zweiten Formatvorrichtung geschieht, wodurch ein doppellagiges Hohlrohr gebil det wird, anschließendes Ablängen des doppellangen Hohlrohrs in Trink halme.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren können sehr hoch qualitative Trinkhalme hergestellt werden. Zudem ist eine sehr glatte Oberfläche so wohl von innen als auch außen bei den Trinkhalmen ermöglicht. Da der zweite Materialstreifen vorher beleimt bzw. mit Klebstoff versehen wurde, wird beim Umwickeln des zweiten Materialstreifens um den ersten Materi alstreifen eine Verbindung der beiden Materialstreifen ermöglicht.

Das Wickeln des zweiten Materialstreifens um den ersten Materialstreifen geschieht in der zweiten Formatvorrichtung. Die zweite Formatvorrichtung weist vorzugsweise eine beheizte Nahtplätte bzw. ein beheiztes Oberfor mat auf, um ein schnelleres Abbinden des Nahtbereichs des doppellagi gen Hohlrohrs zu ermöglichen. Vorzugsweise liegen die Nahtbereiche, d.h. die Kanten des ersten Materialstreifens gegenüber den Kanten des zweiten Materialstreifens. Die Nahtbereiche sind vorzugsweise um 180° versetzt zueinander.

Vorzugsweise wird die Fläche vollflächig beleimt oder im Wesentlichen vollflächig beleimt, wodurch eine sehr verlässliche Verbindung der beiden Materialstreifen möglich ist. Unter einer vollflächigen Beleimung wird ins besondere verstanden, dass der zweite Materialstreifen über die gesamte Breite beleimt wird. In Förderrichtung kann die Beleimung in einem kur zen Bereich unterbrochen sein, damit beim Ablängen des doppellagigen Hohlrohrs in beispielsweise Trinkhalme oder Hohlröhrchen ein vorzugs weise zu verwendendes Schneidmesser nicht mit Klebstoff verunreinigt wird. Der Schnittbereich wird sozusagen von der Beleimung ausgespart.

Um die Qualität des hergestellten Hohlrohrs, insbesondere doppellagigen Hohlrohrs, zu verbessern, kann der erste Materialstreifen mittels einer el liptischen Walze vorgeformt werden. Die Ellipse ist hierbei im Querschnitt der Walze vorgesehen.

Wenn der erste Materialstreifen eine erste und eine zweite Kante auf weist, die im geformten Hohlrohr auf Stoß liegen, ist eine sehr hohe Qua lität der gebildeten doppellagigen Hohlrohre, insbesondere Trinkhalme, möglich. Die Qualität kann weiter erhöht werden, wenn der zweite Materi alstreifen eine dritte und eine vierte Kante aufweist, die nach dem Umhül len des ersten Materialstreifens mit dem zweiten Materialstreifen auf Stoß liegen. Besonders stabile Hohlrohre bzw. Trinkhalme sind dann möglich, wenn die Stoßbereiche des ersten Materialstreifens und des zweiten Ma terialstreifens gegenüberliegend sind.

Vorzugsweise liegt der Stoßbereich des ersten Materialstreifens zwischen einer 4 Uhr- und einer 8 Uhr-Position, vorzugsweise bei einer 6 Uhr-Posi tion. Hierdurch werden die Kanten bzw. Kantenbereiche des ersten Mate rialstreifens durch Verkleben mit dem zweiten Materialstreifen schon in einem frühen Verfahrensstadium fixiert. Dies ermöglicht die Herstellung von sehr stabilen Hohlrohren bzw. Trinkhalmen. Der radiale Winkelab stand der Stoßbereiche des zweiten Materialstreifens im Verhältnis zum ersten Materialstreifen liegt bei vorzugsweise 145° und 225°. Bevorzugt ist ein radialer Winkelabstand von 170° und 190° vorgesehen. Besonders bevorzugt ist ein radialer Winkelabstand von 180° vorgesehen.

Vorzugsweise liegt das Verhältnis der Breite des zweiten Materialstrei fens zur Breite des ersten Materialstreifens zwischen 52 zu 48 und 50,5 zu 49,5. Das Verhältnis der Breiten der Materialstreifen zueinander kann abhängig sein von dem Durchmesser des Hohlrohrs bzw. Trinkhalms. Bei spielsweise kann bei einem Außendurchmesser von 4,5 mm das Verhält nis der Breiten im Bereich von 51,5 zu 48,5 liegen. Bei einem Außen durchmesser von beispielsweise 5,3 mm kann dieses Verhältnis bei 51,1 zu 48,9 liegen und bei einem Außendurchmesser von 7,4 mm kann dieses Verhältnis bei 50,5 zu 49,5 liegen. Vorzugsweise ist ein innerer Stoß, der zwischen den Kanten des ersten Materialstreifens liegt, von 0,0 mm vorgesehen und ein äußerer Stoß zwi schen den Kanten des zweiten Materialstreifens von 0,0 mm bis 0,4 mm vorgesehen.

Vorzugsweise liegt das Gewicht des ersten und/oder zweiten Materi alstreifens für den Fall, dass es sich um Papier handelt, in einem Bereich von 27 g/m 2 bis 160 g/m 2 , insbesondere 120 g/m 2 bis 140 g/m 2 . Beson ders bevorzugt ist das Gewicht bei 130 g/m 2 .

Vorzugsweise ist die Dicke des ersten und des zweiten Materialstreifens in einem Bereich von 100 pm bis 180 pm, insbesondere 135 pm bis 175 pm, insbesondere 155 pm. Vorzugsweise liegt die Auftragsdicke des Klebstoffs, der auch als Positionsklebstoff bezeichnet wird, in einem Be reich von 10 pm bis 40 pm, insbesondere 15 pm bis 30 pm.

Die Breite der Materialstreifen kann je nach Format bei 23 mm bis 61 mm, insbesondere 24 mm bis 48 mm, liegen. Die Materialstreifen können aus Papier oder Pappe sein, das oder die die entsprechende Dicke und das entsprechende Gewicht wie oben angegeben hat. Das Papier kann einsei tig oder beidseitig farbig sein, es können Patches beispielsweise aus Alu minium oder anderen Materialien aufgebracht sein oder das Papier kann mit einem Material bedampft sein, beispielsweise kann eine Alukaschie rung vorgesehen sein. Es kann auch eine Prägung oder ein Aufdruck vor gesehen sein.

Als Klebstoff kann eine Klebstoffsorte oder können auch mehrere, bei spielsweise zwei Klebstoffsorten, vorgesehen sein. Insbesondere kann ein PVA-Kleber (Polyvinylacetat-Kleber) vorgesehen sein und gegebenen falls zusätzlich noch ein weiterer Hotmelt-Kleber.

Der hergestellte Durchmesser des doppellagigen Hohlrohrs liegt vorzugs weise zwischen 4 mm und 10 mm. Bevorzugt ist eine Dicke des ersten Materialstreifens und des zweiten Materialstreifens zwischen 0,1 mm und 0,18 mm, vorzugsweise 0,15 mm bis 0,16 mm, vorgesehen. Als Klebstoff kann ein Kaltleim oder ein Heißleim in Frage kommen.

Im Rahmen der Erfindung bedeutet ein Liegen von Kanten auf Stoß des jeweiligen Materialstreifenabschnitts, dass diese Kanten aneinandersto ßen oder einen kleinen Abstand voneinander haben.

Vorzugsweise erfolgt das längsaxiale Fördern des ersten Materialstrei fens durch die erste Formatkammer und die zweite Formatkammer in ei ner geraden Linie. Unter einer geraden Linie ist ein fluchtendes Fördern des ersten Materialstreifens gemeint oder ein knickfreies Fördern.

Insbesondere bei der Herstellung von Trinkhalmen ist vorgesehen, ein in neres Röhrchen so zu formen, dass das fertig geformte innere Röhrchen koaxial in das äußere Röhrchen bzw. koaxial auf dem äußeren Material streifen aufgelegt bzw. eingelegt wird. Hierdurch muss der fertig geformte Materialstreifen des inneren Hohlrohrs nicht mehr umgelenkt werden, so dass keine zusätzlichen Knicke oder Spannungen im Materialstreifen, bei spielsweise Papier, auftreten. Zum Formen der Materialstreifen wird die Kontur einer Formatvorrichtung bzw. der Formatkammer einer Formatvor richtung verwendet. Hierbei kommen erfindungsgemäß zwei Formatvor richtungen und zwei Formatkammern zur Verwendung. Die innere Fläche der Formatkammern stellt hierbei in Förderrichtung einen Übergang von einer Geraden oder im Wesentlichen Geraden zu einem Kreis oder einer Ellipse dar.

Der Innendurchmesser der Formatröhre bzw. der ersten Formatkammer der ersten Formatvorrichtung entspricht dem Außendurchmesser des ge formten ersten Hohlrohrs bzw. innenliegenden Hohlrohrs. Hierdurch ent steht eine Spannung in dem Materialstreifen, die dazu führt, dass sich der Materialstreifen an die Innenwandung der ersten Formatkammer der ers ten Formatvorrichtung anlegt und sich zu einem runden Kreis oder, falls die Formatkammer eine elliptische Form hat, zu einer Ellipse formt. Im Einlaufbereich der ersten Formatvorrichtung für das innere Hohlrohr dient ein Niederhalter oder eine Drückvorrichtung bzw. ein Drückelement dazu, den Materialstreifen gegen die Wandung der ersten Formatkammer zu drücken. Die erste und die zweite Formatvorrichtung können kleinbauend sein, wenn diese symmetrisch ausgestaltet sind, d.h. im Querschnitt, ins besondere durchgehend im Querschnitt, symmetrische Innenwandungen der Formatkammern aufweisen. Eine symmetrische Ausformung ist des wegen möglich, da der erste Materialstreifen beim Formen nicht überei nandergeschlagen wird, sondern die Kanten des ersten Materialstreifens auf Stoß geformt werden und vorzugsweise auch der zweite Materialstrei fen nicht übereinandergeschlagen wird, sondern auch dort die Material kanten Stoß an Stoß gelegt werden.

Um die erste Formatvorrichtung kurz gestalten zu können, erfolgt vor- zugsweise die Umlenkung der zweiten Materialbahn um eine Umlenkung eines Formatbands der zweiten Formatvorrichtung. Bei der Umlenkung kann es sich um eine Umlenkrolle für das Formatband handeln.

Um die Rundheit des hergestellten inneren Hohlrohrs und des am Ende vollständig gefertigten doppellagigen Hohlrohrs zu verbessern, kann der erste Materialstreifen zusätzlich mit einer elliptischen Walze vorgeformt werden. Vorzugsweise ist zudem vorgesehen, mittels einer Rolle, die auch als Walze ausgebildet sein kann, das innere Hohlrohr auf den äuße ren Materialstreifen zu drücken, um die Mitnahme des inneren Hohlrohrs zu verbessern. Alternativ kann an der gleichen Stelle oder ergänzend hierzu ein Leimauftrag mit einer Düse beispielsweise vorgesehen sein, um einen Nahtschluss des zweiten Materialstreifens noch sicherer zu ge stalten. Durch die Erfindung ist es möglich, dass der innere Materialstrei fen nicht getwistet werden muss, um innen und außen eine gleich glatte Oberfläche zu erzielen. Zudem ist eine Prozessstabilität, eine hohe Rund heit und eine geringe Leimmenge bzw. Klebstoffmenge möglich.

Vorzugsweise ist das Oberformat der ersten Formatvorrichtung in längs- axialer Richtung zweigeteilt, so dass zwei einen Teil der ersten Format kammer bildende Backen vorgesehen sind.

Vorzugsweise ist eine Kühlung wenigstens eines Teils der ersten Format- Vorrichtung vorgesehen.

Durch die Erfindung ist ferner ein selteneres Vorkommen eines Papier staus bei der Herstellung von Hohlrohren möglich, da die offenen Strang formungsbereiche kurzgehalten werden können.

Weitere Merkmale der Erfindung werden aus der Beschreibung erfin dungsgemäßer Ausführungsformen zusammen mit den Ansprüchen und den beigefügten Zeichnungen ersichtlich. Erfindungsgemäße Ausfüh rungsformen können einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale erfüllen.

Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Er findungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezug nahme auf die Zeichnungen beschrieben, wobei bezüglich aller im Text nicht näher erläuterten erfindungsgemäßen Einzelheiten ausdrücklich auf die Zeichnungen verwiesen wird. Es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Vorrichtung in schematischer dreidi mensionaler Darstellung,

Fig. 2 eine schematische dreidimensionale Darstellung von einigen sich bewegenden Elementen unter Weglassung von Teilen der erfindungsgemäßen Vorrichtung,

Fig. 3 eine schematische Schnittdarstellung entlang A-A aus Fig. 1,

Fig. 4 eine schematische Schnittdarstellung entlang des Schnitts B-B aus Fig. 1 , Fig. 5 eine Schnittdarstellung eines hergestellten Hohlrohrs,

Fig. 6 eine schematische Schnittdarstellung entlang des Schnitts C-C aus Fig. 1 und

Fig. 7 eine schematische Schnittdarstellung in einer anderen Ausfüh rungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung auch entlang eines Schnitts C-C aus Fig. 1 , Fig. 8 eine schematisch vereinfachte dreidimensionale Schnittdarstel lung einer Deckleiste einer ersten Formatvorrichtung mit einer porösen Struktur,

Fig. 9 eine schematisch vereinfachte dreidimensionale Darstellung ei ner Prägerolle und einer Andruckrolle zum Einbringen von Ril len in den ersten Materialstreifen,

Fig. 10 eine schematisch vereinfachte Schnittdarstellung der Präge rolle und der Andruckrolle.

Im Rahmen der Erfindung sind Merkmale, die mit „insbesondere“ oder „vorzugsweise“ gekennzeichnet sind, als fakultative Merkmale zu verste hen.

In den Zeichnungen sind jeweils gleiche oder gleichartige Elemente und/oder Teile mit denselben Bezugsziffern versehen, so dass von einer erneuten Vorstellung jeweils abgesehen wird.

Fig. 1 zeigt schematisch eine dreidimensionale Darstellung einer erfin dungsgemäßen Vorrichtung. Es ist eine erste Formatvorrichtung 1 1 vor gesehen und in Förderrichtung 20 daran anschließend eine zweite For matvorrichtung 12. Die erste Formatvorrichtung 11 überlappt in einem Überlappungsbereich 18 die zweite Formatvorrichtung 12. Die erste For matvorrichtung 11 weist ein Unterformat 50 auf und ein Oberformat 51 . Das Unterformat 50 mit dem Oberformat 51 bilden eine in Fig. 1 nicht dar gestellte erste Formatkammer 31, die in diesem Ausführungsbeispiel In nenwände aufweist, die spätestens am Ausgang der ersten Formatvor richtung 11 eine kreisrunde Kontur ausbilden. Das Unterformat 50 liegt in Fig. 1 oberhalb vom Oberformat 51. Das Unterformat 50 ist in Längsrich tung zweigeteilt. Das Oberformat 51 ist in diesem Ausführungsbeispiel in Längsrichtung auch zweigeteilt. Das Unterformat 50 und das Oberformat 51 können auch jeweils einstückig ausgebildet sein. Im Einlaufbereich 13 der ersten Formatvorrichtung 11, also dort, wo der erste Materialstreifen 21 in die erste Formatvorrichtung 11 einläuft, ist ein Niederhalter bzw. ein Drückelement 14 vorgesehen, das den ersten Mate rialstreifen 21 in eine Nut des Oberformats 51 drückt. Dies ist in Fig. 6, nämlich eine schematische Schnittdarstellung entlang C-C aus Fig. 1, ge- nauer dargestellt. Dort ist das Drückelement 14 innenliegend drückend auf den ersten Materialstreifen 21 dargestellt.

Die Nut im Unterformat 50 ist vorzugsweise beginnend mit einer geraden Fläche zur Aufnahme des ersten Materialstreifens 21 und bildet sich fort- laufend in Förderrichtung 20 immer weiter in Richtung eines Teilkreises oder eines Halbkreises hoch. Entsprechend ist in dem Oberformat 51 eine Nut vorgesehen, die die Verformung der Nut des Unterformats 50 auf greift und spätestens am Ende der ersten Formatvorrichtung 11 einen zweiten Halbkreis bzw. Restteilkreis ausbildet, so dass die erste Format- kammer 31 der ersten Formatvorrichtung 11 im Querschnitt eine Kreis form aufweist.

Alternativ kann hier eine Ellipsenform vorgesehen sein. Bei einem kreis förmigen Querschnitt wird erreicht, dass sich ein erstes Hohlrohr 23 bil- det, das im Querschnitt kreisförmig ist.

Durch Vorsehen des Oberformats 51 oberhalb des Unterformats 50 bildet sich so ein erstes Hohlrohr 23, das eine untenliegende erste Kante 41 und eine untenliegende zweite Kante 42 aufweist, die auf Stoß liegen (siehe Fig. 4).

Der erste Umhüllungsmaterialstreifen 21 wird durch die erste Formatvor richtung 11 dadurch gezogen, dass diese aufgrund einer Haftung, vor- zugsweise Haftreibung bzw. Klebhaftung, auf einem zweiten Umhüllungs materialstreifen 22 aufliegt. Der zweite Umhüllungsmaterialstreifen 22 wird durch ein Formatband 54, das eingangs der zweiten Formatvorrich tung 12 über eine Umlenkrolle 19 umgelenkt in die zweite Formatvorrich tung 12 eingebracht wird, durch die zweite Formatvorrichtung 12 hin- durchgezogen.

Auf das Formatband 54 wird somit ein zweiter Materialstreifen 22 aufge legt. Der zweite Materialstreifen 22 wird auf der Fläche 16 mit Klebstoff versehen, damit ein stabiles doppellagiges Hohlrohr effizient hergestellt werden kann. Im Einlaufbereich der zweiten Formatvorrichtung 12 wird das erste Hohlrohr 23 auf den zweiten Materialstreifen 22 aufgelegt und durch die Förderung des zweiten Materialstreifens 22 mittels des Format bands 54 in Förderrichtung 20 mitgezogen. Die zweite Formatvorrichtung 12 umfasst ein Unterformat 52 und ein

Oberformat 53. Das Unterformat 52 ist hier einstückig dargestellt und das Oberformat 53 zweistückig. Die beiden Formatvorrichtungen 52, 53 über lappen im Überlappungsbereich 18. An die zweite Formatvorrichtung 12 anschließend kann eine Nahtplätte o- der eine Heizungsvorrichtung vorgesehen sein oder eine Kühlvorrichtung, je nachdem, welcher Klebstoff verwendet wird. Um eine bessere Mit nahme des ersten Materialstreifens 21 vorzusehen, kann eine Rolle 15, die auch als Walze ausgebildet sein kann, das erste Hohlrohr 23 auf den zweiten Materialstreifen 22 drücken. Dies ist in Fig. 2 schematisch darge stellt. Das Formatband 54 wird anschließend, was nicht dargestellt ist, von dem hergestellten doppellagigen Hohlrohr 10 entfernt und zurückge führt zur Umlenkrolle 19. Anschließend kann das hergestellte Hohlrohr 10 in entsprechend lange Hohlrohre abgelängt bzw. abgeschnitten werden. Hierdurch können sehr effizient Trinkhalme hergestellt werden.

Fig. 2 zeigt schematisch in einer dreidimensionalen Darstellung wie der erste Materialstreifen 21 von unten über eine nicht dargestellte Rolle zu einer nicht dargestellten ersten Formatvorrichtung geführt wird und in der ersten Formatvorrichtung zu einem ersten Hohlrohr 23 gefördert wird. Das erste Hohlrohr 23 wird mittels einer Rolle 15 auf ein über eine nicht dar gestellte Umlenkrolle geförderten zweiten Materialstreifen 22, der auf ein Formatband 54 aufgelegt wird, gedrückt. Dieser zweite Umhüllungsmate- rialstreifen 22 wird dann um das erste Hohlrohr 23 gewickelt und bildet so ein Hohlrohr 10.

Fig. 3 zeigt schematisch eine Schnittdarstellung entlang des Schnitts A-A aus Fig. 1, das einen Teil des Überlappungsbereichs 18 zeigt. Dort ist das Unterformat 52 mit dem Oberformat 53 der zweiten Formatvorrich tung 12 gezeigt. In dem Unterformat 52 ist in der Nut der Formatvorrich tung ein Formatband 54 gezeigt, auf das der zweite Umhüllungsmateri alstreifen 12 aufgelegt ist. Auf dem zweiten Umhüllungsmaterialstreifen 12 ist der zu einem ersten Hohlrohr 23 gebildete erste Materialstreifen 21 dargestellt, der von dem Unterformat 50 der ersten Formatvorrichtung 11 noch in diesem Bereich nach oben gehalten bzw. als Förderungsbegren zung vorgesehen ist. Der zweite Materialstreifen 22 ist im oberen Bereich noch offen. Im weiteren Verlauf in Förderrichtung 20 ist ein Schnitt entlang B-B aus

Fig. 1 in Fig. 4 schematisch dargestellt. Dort ist das Oberformat 53 im Wesentlichen geschlossen, so dass dort ein doppellagiges Hohlrohr 10 aus den beiden Materialstreifen 21, 22 gebildet ist. Fig. 5 zeigt schema tisch das hergestellte Hohlrohr 10 in einer Schnittdarstellung. Es sind dort auch eine erste Kante 41 und eine zweite Kante 42 des ersten Materi alstreifens 21, die auf Stoß liegen, und eine dritte Kante 43 sowie eine vierte Kante 44 des zweiten Materialstreifens 22, die auch auf Stoß lie gen, dargestellt. Zudem zeigt Fig. 4 die zweite Formatkammer 32 der zweiten Formatvor richtung 12.

Fig. 6 zeigt eine schematische Schnittdarstellung entlang des Schnitts C- C aus Fig. 1 in Förderrichtung dargestellt. Es ist die erste Formatvorrich tung 11 umfassend ein Unterformat 50 und ein Oberformat 51 dargestellt. Das Unterformat 50 und das Oberformat 51 sind übereinanderliegend, so dass sich eine durch die Nuten in dem Oberformat und dem Unterformat eine erste Formatkammer 31 bildet. In der ersten Formatkammer 31 ist in der Nut des Oberformats 50 ein Drückelement 14 vorgesehen, das nach oben in die Nut einen ersten Materialstreifen 21, der in Fig. 6 dargestellt ist, drückt. Das Oberformat 51 und das Unterformat 50 sind jeweils zwei geteilt, und zwar in Längsrichtung zweigeteilt, so dass die Teilung vertikal jeweils ausgerichtet ist. In Förderrichtung schließt sich an die erste For- matvorrichtung 11 eine zweite Formatvorrichtung 12 an, die ein Unterfor mat 52 und ein Oberformat 53 aufweist. Durch die zweite Formatvorrich tung 12 läuft ein Formatband 54, auf das ein zweiter Materialstreifen 22 aufgelegt wird. Der zweite Materialstreifen 22 wird in der zweiten Format kammer der zweiten Formatvorrichtung 12 zu einem Hohlrohr geformt, und zwar um den in der ersten Formatvorrichtung 11 geformten Hohlrohr

23.

Die Drückvorrichtung bzw. das Drückelement 14 hat eine Längserstre ckung in die Formatkammer 31 hinein. Die Länge des Drückelements ist vorzugsweise zwischen 30 % und 100 %, insbesondere 40 % und 80 %, der Länge der ersten Formatvorrichtung 11.

Fig. 7 zeigt eine schematische Schnittdarstellung entlang eines Schnitts, der dem Schnitt C-C aus Fig. 1 entspricht. Es ist allerdings die erste For- matvorrichtung 11 in einer anderen Ausführungsform dargestellt. Die erste Formatvorrichtung 11 weist kein Oberformat und auch kein Unterfor mat auf, sondern hat das Ober- und Unterformat einstückig ausgebildet. Die erste Formatvorrichtung 11 ist insgesamt allerdings geteilt, und zwar in Längsrichtung zweigeteilt, wobei die Teilung vertikal ausgerichtet ist. Es ergeben sich hieraus eine erste Formatvorrichtung 11, umfassend ein hinteres Formatteil 56 und ein vorderes Formatteil 57. Vorzugsweise ist das vordere Formatteil 57 zur Seite bzw. nach vorne, d.h. in Fig. 1 in Richtung des Betrachters, klappbar oder schwenkbar, damit eine Bedien- person in die erste Formatkammer 31 gelangen kann und dort Einstellun gen und Bedienarbeiten vornehmen kann. Alternativ kann das hintere For matteil 56 nach hinten wegklappbar oder schwenkbar sein.

Fig. 8 zeigt eine schematisch vereinfachte dreidimensionale Schnittdar Stellung eines Oberformats einer ersten Formatvorrichtung 11 mit einer porösen Struktur 60, die in eine Innenwandung 61 des Oberformats der ersten Formatkammer 31 integriert ist. Durch eine Luftkammer 62 ist die poröse Struktur 60 mit Druckluft beaufschlagbar. Die Druckluft bildet ein Luftpolster zwischen der Innenwandung 61 bzw. der porösen Struktur 60 und dem ersten Materialstreifen 21 aus, der in der ersten Formatkammer

31 entlang geführt wird. Durch das Luftpolster wird die Reibung zwischen dem ersten Materialstreifen 21 und der Innenwandung 61 stark reduziert.

Fig. 9 zeigt eine schematisch vereinfachte dreidimensionale Darstellung einer angetriebenen Prägerolle 70 mit einer gerillten Kontur 74. Eine An druckrolle 72 ist gegenüberliegend der Prägerolle 70 angeordnet. Ein Mo tor, der die Prägerolle 70 antreibt, ist in Fig. 9 aus Gründen der Über sichtlichkeit nicht gezeigt. Eine Anordnung umfassend die Prägerolle 70 und die Andruckrolle 72 ist stromaufwärts der ersten Formatvorrichtung 11 angeordnet und prägt den ersten Materialstreifen 21 mit längsaxialen

Rillen. Durch die Rillen wird die Steifigkeit des ersten Materialstreifens 21 reduziert. Auf diese Weise wird verhindert, dass sich das Hohlrohr 10 nach Verlassen der zweiten Formatkammer 32 durch die Rückstellkräfte des ersten Materialstreifens 21 verformt.

Fig. 10 zeigt schematisch vereinfacht eine Schnittdarstellung der Präge rolle 70 und der Andruckrolle 72. In dieser Darstellung ist die gerillte Kon tur 74 sichtbar. Die gezeigte Kontur 74 mit einem sägezahnartigen Profil ist rein beispielhaft. Ebenso kann die Kontur 74 jedes andere Profil auf weisen, mit dem Rillen in den ersten Materialstreifen 21 einbringbar sind. Der Abstand zwischen der oberen Kante der Kontur 74 und der Oberflä che der Andruckrolle 72 beträgt etwa zwei Drittel der Dicke des ersten Materialstreifens. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Kontur 74 den ersten Materialstreifen 21 komplett durchtrennt.

Alle genannten Merkmale, auch die den Zeichnungen allein zu entneh menden sowie auch einzelne Merkmale, die in Kombination mit anderen Merkmalen offenbart sind, werden allein und in Kombination als erfin dungswesentlich angesehen. Erfindungsgemäße Ausführungsformen kön nen durch einzelne Merkmale oder eine Kombination mehrerer Merkmale erfüllt sein.

Bezuqszeichenliste

10 Hohlrohr

11 erste Formatvorrichtung

12 zweite Formatvorrichtung

13 Einlaufbereich

14 Drückelement

15 Rolle

16 Fläche 18 Überlappungsbereich

19 Umlenkrolle

20 Förderrichtung 21 erster Materialstreifen 22 zweiter Materialstreifen 23 erstes Hohlrohr

31 erste Formatkammer

32 zweite Formatkammer

41 erste Kante

42 zweite Kante

43 dritte Kante

44 vierte Kante

50 Unterformat

51 Oberformat

52 Unterformat

53 Oberformat

54 Formatband

56 hinteres Formatteil

57 vorderes Formatteil 60 poröse Struktur 61 Innenwandung 62 Luftkammer 70 Prägerolle 72 Andruckrolle 74 Kontur