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Title:
DIP GLAZING OF SANITARY CERAMICS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/254164
Kind Code:
A1
Abstract:
A method for glazing sanitary ceramics is proposed, wherein blanks (9) to be glazed are delivered by a feed device (2) in an automatically driven manner and are picked up by a workpiece gripper (8) and automatically transported to a dip tank (4) with glaze (43) and immersed there. Subsequently, the finish-glazed blank (9) is transported to a removal device (3), to allow it to be processed further. In order to ensure a high quality of the dip glazing, it is proposed that the blanks (9) are automatically picked up from the feed device (2) by a multiaxis robot (16) with a workpiece gripper (8) and are immersed in the glaze (43) by the multiaxis robot (16) and the glazed blanks are subsequently transported to a removal device (3).

Inventors:
EBNER JÜRGEN (DE)
Application Number:
PCT/EP2020/066068
Publication Date:
December 24, 2020
Filing Date:
June 10, 2020
Export Citation:
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Assignee:
LIPPERT GMBH & CO KG (DE)
International Classes:
B28B11/04; B05C3/09; C04B41/86
Domestic Patent References:
WO2018042399A12018-03-08
Foreign References:
CN208305340U2019-01-01
CN109109143A2019-01-01
JP2009291674A2009-12-17
CN108407059A2018-08-17
Attorney, Agent or Firm:
PATENTANWÄLTE LOUIS-PÖHLAU-LOHRENTZ (DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik, wobei ein zu glasierender Rohling (9) einer Sanitärkeramik von einer Zuführvorrichtung (2) über einen Werkstückgreifer (8) aufgenommen und zu einem Tauchbecken (4) mit Glasur (43) transportiert und in die Glasur eingetaucht wird, und wobei der fertig glasierte Rohling (9) zu einer Abführvorrichtung (3) transportiert wird,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Rohling (9) und/oder dass die Rohlinge von einem

Mehrachsroboter (16) mit einem Werkstückgreifer (8) aufgenommen und transportiert wird und in die Glasur (43) getaucht wird.

2. Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Mehrachsroboter (16) einen zu glasierenden Rohling (9) mittels einer linearen geradlinigen Bewegung oder einer kreisförmigen Schwenkbewegung in die Glasur (43) des Tauchbeckens (4) eintaucht und/oder herausnimmt.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,

dass der Glasur (43) in dem Tauchbecken (4) eine Strömung eingeprägt wird, die im Wesentlichen quer zu einer Eintauchbewegung des Rohlings (9) verläuft.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass der aus dem Tauchbecken (4) entnommene Rohling (9) von dem Mehrachsroboter (16) für eine vorbestimmte Zeit in einer vordefinierten Position oder einer Gebrauchslage über dem Tauchbecken (4) gehalten wird, um überschüssige Glasur ablaufen zu lassen, und/oder um die Glasur anzutrocknen.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der

vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass nach dem Entnehmen eines Rohlings (9) aus dem Tauchbecken (4) ein Trocknen oder Vortrocknen der Glasur mittels einer

Antrocknungsvorrichtung durchgeführt wird, wobei die

Antrocknungsvorrichtung vorzugsweise ein Heißluftgebläse und/oder einen IR-Strahler umfasst. Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Ablaufgestell (5) vorgesehen ist und der glasierte Rohling (9) von dem Mehrachsroboter (16) für eine vorbestimmte Zeit in einer Gebrauchslage oder einer vordefinierten Position des Rohlings (9) auf dem Ablaufgestell (5) abgestützt wird oder abgelegt wird, um

überschüssige Glasur ablaufen zu lassen, und/oder die Glasur anzutrocknen.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Trocknungsgestell (6) vorgesehen ist und der Rohling (9) nach dem Aufträgen der Glasur von dem Mehrachsroboter (16) auf dem Trocknungsgestell (6) abgelegt wird, bevor von dem Mehrachsroboter (16) ein weiterer zu glasierender Rohling (9) von der Zuführvorrichtung (2) übernommen wird, oder bevor von dem Mehrachsroboter (16) ein anderer glasierter Rohling an dem Trocknungsgestell (7) aufgenommen und zu der Abführvorrichtung (3) transportiert wird.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Werkstückgreifer (8) durch den Mehrachsroboter (16) an einer Reinigungsstation (7) gereinigt wird, bevor ein neuer Rohling (9) mit dem Werkstückgreifer (8) aufgenommen wird. Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der

vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die zu glasierenden Rohlinge (9) auf der Zuführvorrichtung (2) derart transportiert werden, dass die zu glasierenden Rohlinge (9) hinsichtlich ihrer Position in einer vorgegebenen Lage ausgerichtet sind.

Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik nach einem der

vorangehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass die glasierten Rohlinge (9) auf der Abführvorrichtung (3) auf ihrer Montagefläche (91 ) stehend transportiert werden.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik,

mit einer Zuführvorrichtung (2) zum Zuführen von zu glasierenden

Rohlingen (9) von Sanitärkeramik,

und mit einem Tauchbecken (4) mit Glasur (43), um die Rohlinge (9) durch Eintauchen in das Tauchbecken (4) zu glasieren,

und mit einer Abführvorrichtung (3), um die glasierten Rohlinge (9) weiter zu transportieren,

dadurch gekennzeichnet,

dass ein Mehrachsroboter (16) mit einem Werkstückgreifer (8) vorgesehen ist, der von einer Steuerungsvorrichtung (15) derart gesteuert ist, dass der Mehrachsroboter (16) mit dem Werkstückgreifer (8) einen zu glasierenden Rohling (9) an der Zuführvorrichtung aufnimmt und diesen zu dem Tauchbecken (4) transportiert und dort in die Glasur (43) eintaucht, und dass der Mehrachsroboter (16) den glasierten Rohling (9) zu der Abführvorrichtung (3) transportiert und an diese zum Weitertransport übergibt.

12. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach Anspruch 11 ,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Mehrachsroboter (16) den zu glasierenden Rohling (9) in einer linearen Bewegung oder in einer kreisförmigen Schwenkbewegung in das Tauchbecken (4) eintaucht und/oder aus dem Tauchbecken (4) entnimmt.

13. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,

dass das Tauchbecken (4) mehrere Düsen (41 , 42) aufweist, die in dem Tauchbecken (4) oder im Bereich einer Wand des Tauchbeckens (4) nebeneinander und/oder übereinander angeordnet sind, um der Glasur

(43) in dem Tauchbecken (4) eine Strömung einzuprägen.

14. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet,

dass die Düsen (41 , 42) der Glasur (43) eine Strömung einprägen, die im

Wesentlichen quer zu der Eintauchbewegung und/oder

Entnahmebewegung des Rohlings (9) gerichtet ist, vorzugsweise dass mehrere der Düsen (41 , 42), insbesondere alle Düsen (41 , 42) parallel zueinander angeordnet sind.

15. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 12 bis 14,

dadurch gekennzeichnet, dass das Tauchbecken (4) einen Überlauf aufweist, der mit einem

Überlaufbecken verbunden ist und die Düsen (41 , 42) Glasur (43) in das Tauchbecken (4) derart einbringen, dass über den Überlauf Glasur (43) von der Oberfläche des Tauchbeckens abgeführt wird und zu dem Überlaufbecken fließt.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 12 bis 15,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Düsen (41 , 42) in einer 2D-Matrix angeordnet sind.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 12 bis 16,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Düsen (41 , 42) oder dass ein Teil der Düsen schwenkbar ausgebildet sind.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 12 bis 17,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Düsen (41 , 42) in dem Tauchbecken (4) an gegenüberliegenden Seiten angeordnet sind, um eine gegenläufige Strömung zu realisieren.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 18,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Werkstückgreifer (8) als ein Vakuumgreifer ausgebildet ist, der den Rohling (9) an einer Montagefläche (91 ), oder einer später unglasierten Fläche des Rohlings greift, vorzugsweise nur an der Montagefläche (91 ), oder nur an der später unglasierten Fläche greift.

20. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 18,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Werkstückgreifer (8) eine Abstützfläche (831 ) aufweist oder mehrere Abstützflächen (831 , 832, 833) aufweist, die an einer

Montagefläche (91 ) des Rohlings (9) anliegen, um diesen abzustützen.

21. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 20,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuerungsvorrichtung (15) das Vakuum des Werkstückgreifers (8) überwacht, um ein ordnungsgemäßes Greifen des Rohlings (9) zu detektieren und/oder um ein Ablösen des Rohlings (9) zu detektieren.

22. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach Anspruch 20,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuerungsvorrichtung (15) bei einem unvorhergesehenen Ablösen des Rohlings (9) einen Alarm auslöst und/oder eine vordefinierte Bewegung des Mehrachsroboters (16) durchführt, vorzugsweise dass der Rohling von der Steuerungsvorrichtung (15) automatisch gesteuert mit einem Flubkorb aus dem Tauchbecken gehoben wird.

23. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 22,

dadurch gekennzeichnet, dass ein Trocknungsgestell (6) vorgesehen ist, und die

Steuerungsvorrichtung (15) den Mehrachsroboter (16) derart ansteuert, dass dieser einen glasierten Rohling (9) von dem Tauchbecken (4) zu dem Trocknungsgestell (6) transportiert und dort in einer vorgegebenen Position des glasierten Rohlings (9) ablegt.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach Anspruch 23,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Steuerungsvorrichtung (15) den Mehrachsroboter (16) nach Ablauf einer vorgegebenen, vorzugsweise einstellbaren, Trocknungszeit derart ansteuert, dass dieser einen glasierten Rohling (9) an dem

Trocknungsgestell (6) aufnimmt und zu der Abführvorrichtung (3) transportiert.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 24,

dadurch gekennzeichnet,

dass der Werkstückgreifer (8) über ein von der Steuerungsvorrichtung

(15) ansteuerbares Wechselsystem (81 ) mit dem Mehrachsroboter (16) verbunden ist.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 25,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Lagervorrichtung für einen oder mehrere Werkstückgreifer (8) vorgesehen ist und die Steuerungsvorrichtung (15) den Mehrachsroboter

(16) zum automatischen Anschließen und/oder automatischen Ablegen eines Werkstückgreifers (8) und/oder zum automatischen Austausch eines Werkstückgreifers (8) gegen einen anderen Werkstückgreifer (8) derart ansteuert, dass der Mehrachsroboter (16) zu der Lagervorrichtung fährt und dort automatisch einen Werksstückgreifer (8) ablegt und/oder aufnimmt.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 26,

dadurch gekennzeichnet,

dass eine Reinigungsstation (7) vorgesehen ist und die

Steuerungsvorrichtung (15) den Mehrachsroboter (16) derart ansteuert, dass dieser den Werkstückgreifer (8) zu der Reinigungsstation (7) verbringt, um diesen zu reinigen, vorzugsweise bevor ein zu glasierender Rohling (9) aufgenommen wird.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 27,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Zuführvorrichtung (2) ein motorisch angetriebenes Förderband (22) oder mehrere parallel verlaufende motorisch angetriebene

Förderriemen, oder Förderketten aufweist, oder eine Artikelaufnahme auf einer motorisch angetriebenen Linearachse aufweist.

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 28,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Abführvorrichtung (3) ein motorisch angetriebenes Förderband oder mehrere parallel verlaufende motorisch angetriebene Förderriemen (31 ) oder Förderketten aufweist. 30. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 29,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Abführvorrichtung (3) einen höhenverstellbaren Rechen (33) aufweist und der Mehrachsroboter (16) einen glasierten Rohling (9) mit der Montagefläche (91 ) nach unten an die Abführvorrichtung (3) derart übergibt, dass in einer Position oberhalb der Abführvorrichtung der Rechen (33) mit einen Zinken unter die Montagefläche (91 ) des Rohlings (9) greift, anschließend die Steuerungsvorrichtung (15) den

Werkstückgreifer (8) von der Montagefläche (91 ) löst, sodass die

Montagefläche von den Zinken des Rechens (33) abgestützt ist und der Rechen (33) anschließend nach unten fährt und den glasierten Rohling (9) auf die Abführvorrichtung (3) aufsetzt.

31. Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik nach einem der Ansprüche 11 bis 30,

dadurch gekennzeichnet,

dass die Abführvorrichtung (3) eine Reinigungsvorrichtung (32) zur Reinigung der Montagefläche (91 ) von Glasurresten aufweist, insbesondere eine Reinigungsvorrichtung (32) mit Walze oder Bürste aufweist.

Description:
Tauchglasieren von Sanitärkeramik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1. In der Praxis werden Rohlinge von Sanitärkeramik im Sprühverfahren glasiert. Dazu wird manuell oder automatisch eine Sprühpistole verwendet, um die Glasur auf den Rohling aufzutragen.

Aus der WO 20018/042399 A1 ist ein entsprechendes Sprühglasierverfahren für Sanitärkeramik bekannt. Nachteil einer Sprühglasierung ist ein hoher Materialverbrauch der Glasur, der beispielsweise durch Overspray

hervorgerufen wird, und zudem in bestimmten Bereichen eine gegenüber einem Tauchglasieren verringerte Oberflächenqualität. Ein Tauchglasieren von Sanitärkeramik ist aufgrund der Größe und des

Gewichts der Rohlinge kaum oder nur unter ganz speziellen Voraussetzungen möglich. So ist aus dem Dokument CN 108407059 A ein Verfahren zum Tauchglasieren eines Waschbeckens bekannt. Dort muss aber ein spezieller Halter eingesetzt werden, um das Waschbecken zu halten und in einem Tauchbecken zu glasieren. Ferner ist eine auf das zu glasierende Waschbecken abgestimmte Tauchglasieranlage notwendig.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein universell einsetzbares, automatisiertes Tauchglasierverfahren für Sanitärkeramik zu schaffen, bei dem eine hohe Oberflächenqualität der Glasur möglich ist und zugleich ein hoher Durchsatz erzielt wird. Zudem soll das Verfahren geringe Herstell- und/oder Materialkosten ermöglichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik mit den Merkmalen des Anspruchs 1 , sowie durch eine

Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik mit den Merkmalen des Anspruchs 11 gelöst.

Erfindungsgemäß ist ein Verfahren zum Glasieren von Sanitärkeramik vorgesehen, wobei ein zu glasierender Rohling einer Sanitärkeramik von einer Zuführvorrichtung über einen Werkstückgreifer aufgenommen und zu einem Tauchbecken mit Glasur transportiert und in die Glasur eingetaucht wird, wobei der fertig glasierte Rohling zu einer Abführvorrichtung transportiert wird.

Wesentlich dabei ist, dass der Rohling und/oder dass die Rohlinge von einem Mehrachsroboter mit einem Werkstückgreifer aufgenommen wird und transportiert wird und in die Glasur getaucht wird.

Erfindungsgemäß ist auch eine Tauchglasiervorrichtung für Sanitärkeramik vorgesehen, mit einer Zuführvorrichtung zum Zuführen von zu glasierenden Rohlingen von Sanitärkeramik, und mit einem Tauchbecken mit Glasur, um die Rohlinge durch Eintauchen in das Tauchbecken zu glasieren, und mit einer Abführvorrichtung, um die glasierten Rohlinge weiter zu transportieren.

Wesentlich dabei ist, dass ein Mehrachsroboter mit einem Werkstückgreifer vorgesehen ist, der von einer Steuerungsvorrichtung derart gesteuert ist, dass der Mehrachsroboter mit dem Werkstückgreifer einen zu glasierenden Rohling an der Zuführvorrichtung aufnimmt und diesen zu dem Tauchbecken transportiert und dort in die Glasur eintaucht, und dass der Mehrachsroboter den glasierten Rohling zu der Abführvorrichtung transportiert und an diese zum Weitertransport übergibt.

Durch die Verwendung eines Mehrachsroboters mit einem Werkstückgreifer wird ein individuelles und automatisiertes Handling eines Rohlings für

Sanitärkeramik ermöglicht. Der Mehrachsroboter ermöglicht einen individuell programmierbaren Bewegungsablauf und der Werkstückgreifer ermöglicht ein auf einen bestimmten Rohling von Sanitärkeramik abgestimmtes Handling. Somit ist ein vollautomatischer Ablauf des Tauchglasierverfahrens möglich. Eventuelle, durch manuelle Eingriffe erfolgende Fehler oder

Qualitätsabweichungen, werden vermieden.

Vorzugsweise wird unter Sanitärkeramik bzw. Badkeramik eine

Gebrauchskeramik verstanden, wie beispielsweise Waschtische und/oder Waschbecken und/oder WC-Schüsseln und/oder sonstige

Gebrauchsgegenstände, die im Wesentlichen aus Keramik bestehen. Ein Merkmal von Sanitärkeramik und/oder Badkeramik ist beispielsweise, dass Sanitärkeramik oder Badkeramik fest installiert ist, beispielsweise an einer Wand montiert und/oder auf einer Bodenfläche stehend montiert wird. Das Gewicht eines Rohlings aus Sanitärkeramik kann mehr als 3 kg, vorzugsweise mehr als 4 kg, höchst vorzugsweise mehr als 5 kg betragen.

Das Maximalgewicht eines Rohlings kann bis zu 50 kg oder 60 kg betragen. Insbesondere ist der Mehrachsroboter für das entsprechende Gewicht der Sanitärkeramik ausgelegt.

Als Glasur kann eine keramische Tauchglasur verwendet werden.

Insbesondere wird unter einem Mehrachsroboter ein fest installierter, beweglich angetriebener Roboter verstanden, der frei programmierbar ist und wenigstens drei rotatorisch angetriebene Achsen aufweist. Insbesondere kann ein

Fünfachsroboter oder ein Sechsachsroboter oder ein Siebenachsroboter verwendet werden. Auch ein entsprechender Knickarmroboter kann verwendet werden.

Vorzugsweise handelt es sich bei der Zuführvorrichtung um eine automatisch angetriebene Vorrichtung zum Zuführen oder Zustellen von Rohlingen der Sanitärkeramik zu dem Mehrachsroboter und/oder einer Roboterzelle. Unter Roboterzelle wird eine gewisse Fläche insbesondere eine abgesperrte Fläche verstanden, innerhalb derer der Mehrachsroboter angeordnet ist. Die

Zuführvorrichtung transportiert die Rohlinge der Sanitärkeramik vorzugsweise in ihrer Gebrauchslage. Unter Gebrauchslage der Sanitärkeramik wird eine räumliche Orientierung verstanden, die der späteren räumlichen Orientierung im montierten Zustand der Sanitärkeramik entspricht und/oder nahekommt.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Mehrachsroboter einen zu glasierenden Rohling mittels einer linearen geradlinigen Bewegung oder einer kreisförmigen Schwenkbewegung in die Glasur des Tauchbeckens eintaucht und/oder herausnimmt. Für eine hohe Qualität der Glasur auf dem Rohling muss sichergestellt werden, dass dieser allseitig von der Glasur umschlossen wird. Über die Bewegung des Mehrachsroboters beim Eintauchen des Rohlings in das Tauchbecken, kann eine Benetzung der Oberfläche des Rohlings unterstützt und/oder verbessert werden. Insbesondere durch eine Schwenkbewegung des Mehrachsroboters, während des Eintauchens des Rohlings in das Tauchbecken, kann der Glasurauftrag verbessert werden.

Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Geschwindigkeit der

Schwenkbewegung und/oder der Eintauchbewegung während des

Tauchglasierens beschränkt wird, um die auftretenden Kräfte zu begrenzen. Aufgrund des Gewichts und/oder der Abmessungen des Rohlings für

Sanitärkeramik treten während des Eintauchens des Rohlings in das

Tauchbecken mit der Glasur bzw. während der Schwenkbewegung des

Rohlings in der Glasur des Tauchbeckens relativ hohe Kräfte auf. Um ein Abreißen des Rohlings vom Werkstückgreifer zu verhindern kann vorgesehen sein, die Geschwindigkeit der Schwenkbewegung und/oder die Geschwindigkeit der Tauchbewegung auf eine Maximalgeschwindigkeit zu beschränken, um einen Abriss oder eine Beschädigung des Rohlings zu verhindern.

Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass der Glasur in dem Tauchbecken eine Strömung eingeprägt wird, die im Wesentlichen quer zu der

Eintauchbewegung des Rohlings verläuft. Indem der Glasur in dem

Tauchbecken eine Strömung im Wesentlichen quer zu der Eintauchbewegung des Rohlings eingeprägt wird, wird der Glasurauftrag auf die Oberfläche des Rohlings weiter verbessert. Insbesondere kann die Richtung und/oder die Stärke der Strömung einstellbar sein, beispielsweise durch entsprechende steuerbare Ventile. Durch diese Strömung der Glasur in dem Tauchbecken wird ermöglicht, dass auch schräge Flächen bzw. hinterschnittene Flächen des Rohlings von der Glasur erreicht werden. Dadurch kann ein allseitiger

Glasurauftrag des Rohlings erreicht bzw. die Qualität des Glasurauftrags verbessert werden. Vorzugsweise kann gleichzeitig die Verweildauer des Rohlings in der Glasur reduziert werden. Nach Ablauf einer vorgegebenen Tauchzeit kann der Mehrachsroboter den Rohling aus dem Tauchbecken entnehmen.

Insbesondere kann vorgesehen sein, dass der aus dem Tauchbecken entnommene Rohling von dem Mehrachsroboter für eine vorbestimmte Zeit in einer Gebrauchslage über dem Tauchglasurbecken gehalten wird, um

überschüssige Glasur ablaufen zu lassen.

Um die Kräfte beim Ablaufenlassen von überschüssiger Glasur auf den Rohling zu reduzieren, ist vorzugsweise vorgesehen, dass ein Ablaufgestell vorgesehen ist und der glasierte Rohling von dem Mehrachsroboter für eine vorbestimmte Zeit in einer Gebrauchslage, oder in einer vorgegebenen bzw. definierten Position des Rohlings auf dem Ablaufgestell abgestützt wird oder abgelegt wird, um überschüssige Glasur ablaufen zu lassen. Das Ablaufgestell kann derart angeordnet sein, dass der Rohling direkt oberhalb des Tauchbeckens abgestützt wird und die überschüssige Glasur in das Tauchbecken zurückläuft. Alternativ kann das Ablaufgestell über einem separaten Ablaufbecken angeordnet sein, wobei die überschüssige Glasur dann in dieses Ablaufbecken abläuft.

In einer Ausgestaltung kann auch vorgesehen sein, dass das Ablaufgestell als Karussell ausgebildet ist. Der Mehrachsroboter kann einen Rohling zum

Abtropfen auf dem Karussell ablegen, vorzugsweise in dessen Gebrauchslage ablegen. Dieses transportiert den Rohling weiter. In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann das Karussell auch eine Schwammeinheit aufweisen, um die Montagefläche des Rohlings von Glasur zu reinigen. Alternativ oder ergänzend kann das Karussell auch als ein Trocknungsgestell ausgebildet sein. D. h. der Rohling kann auf dem Karussell so lange verbleiben, bis die Glasur angetrocknet oder zwischengetrocknet ist.

Nach dem Abtropfen und/oder Trocknen der Glasur auf dem Karussell kann der Rohling von dem Roboterarm bzw. dem Werkstückgreifer von dem Karussell wieder aufgenommen werden. Alternativ kann das Karussell auch als

Abführeinheit ausgebildet sein, und den Rohling nach dem Abtropfen und/oder Trocknen der Glasur zur weiteren Verarbeitung weiter zu transportieren bzw. aus der Tauchglasiervorrichtung bzw. aus einer Roboterzelle heraus zu transportieren.

Vorzugsweise kann das Abtropfen der Glasur über einen Zeitraum von 10 Sekunden bis zu 120 Sekunden andauern. Zeitgleich mit dem Abtropfen der Glasur kann auch ein Antrocknen oder Vortrocknen der Glasur erfolgen.

Zur Vortrocknung oder Antrocknung der Glasur kann eine Antrocknereinheit durch IR-Strahler, Heißluft oder einer ähnlichen Heizung vorgesehen sein.

Insbesondere kann nach dem Entnehmen eines Rohlings aus dem

Tauchbecken ein Trocknen oder Vortrocknen der Glasur mittels einer

Antrocknungsvorrichtung durchgeführt werden, wobei die

Antrocknungsvorrichtung vorzugsweise ein Heißluftgebläse und/oder einen IR- Strahler umfasst. Nachdem die überschüssige Glasur abgelaufen ist, ist vorgesehen, dass die Glasur getrocknet wird. Dabei kann vorgesehen sein, dass ein

Trocknungsgestell vorgesehen ist und der Rohling nach dem Aufträgen der Glasur von dem Mehrachsroboter auf dem Trocknungsgestell abgelegt wird, bevor von dem Mehrachsroboter ein weiterer zu glasierender Rohling von der Zuführvorrichtung übernommen wird, oder bevor von dem Mehrachsroboter ein anderer glasierter Rohling an dem Trocknungsgestell aufgenommen und zu der Abführvorrichtung transportiert wird.

Während ein bereits glasierter Rohling auf dem Trocknungsgestell abgelegt wurde, kann der Mehrachsroboter bereits einen zweiten zu glasierenden

Rohling von der Zuführvorrichtung aufnehmen und entsprechend glasieren. Alternativ kann der Mehrachsroboter einen bereits getrockneten Rohling von dem Trocknungsgestell aufnehmen und zu einer Abführvorrichtung

transportieren. Auf die Art und Weise wird der Durchsatz erhöht, indem eine Parallelisierung von Arbeitsschritten erfolgt. Es hat sich gezeigt, dass insgesamt Taktzeiten von 30 Sekunden bis 120 Sekunden je Rohling erzielbar sind.

Um eine hohe Qualität der Glasur zu ermöglichen kann vorgesehen sein, dass der Werkstückgreifer durch den Mehrachsroboter an einer Reinigungsstation gereinigt wird, bevor ein neuer Rohling mit dem Werkstückgreifer aufgenommen wird.

Insbesondere kann vorgesehen sein, dass die zu glasierenden Rohlinge auf der Zuführvorrichtung derart transportiert werden, dass eine Montagefläche der zu glasierenden Rohlinge in Richtung des Mehrachsroboters ausgerichtet ist. Darüberhinaus kann auf der Zuführvorrichtung zur Verbesserung der Qualität der Glasur eine automatische Befeuchtung der Artikel integriert werden. Dazu kann die Zuführvorrichtung eine Befeuchtungsanlage aufweisen. Insbesondere können selektiv einzelne Bereiche des Rohlings befeuchtet werden um das Saugverhalten des Rohlings zu beeinflussen und dadurch einen qualitativ hochwertigen, insbesondere gleichmäßigen Glasurauftrag zu erhalten.

Weiter kann vorgesehen sein, dass die glasierten Rohlinge auf der

Abführvorrichtung auf ihrer Montagefläche stehend transportiert werden, oder auf einer Fläche transportiert werden, die frei von Glasur bleibt.

Unter Montagefläche wird diejenige Fläche des Rohlings der Sanitärkeramik verstanden, mit der die fertige Sanitärkeramik bzw. Badkeramik an einer Wand oder auf einem Boden montiert wird. Vorzugsweise wird die Montagefläche nicht mit einer Glasur versehen. Insbesondere ist die Montagefläche oder zumindest ein Teil der Montagefläche von dem Werkstückgreifer abgedeckt und wird nicht von Glasur benetzt. Auch kann eine Reinigungsstation vorgesehen sein, um die Montagefläche von Glasurresten zu reinigen, bevor die Glasur gebrannt wird. Auf diese Art und Weise kann sichergestellt werden, dass die Montagefläche frei von Glasur bleibt.

In einer Ausgestaltung kann der Mehrachsroboter derart gesteuert werden, dass er den zu glasierenden Rohling in einer artikelspezifischen Bewegung in das Tauchbecken eintaucht und/oder aus dem Tauchbecken entnimmt. Eine artikelspezifische Bewegung kann eine lineare Bewegung und/oder eine kreisförmige Schwenkbewegung umfassen und/oder eine bestimmte Abfolge aus linearen und kreisförmigen Schwenkbewegungen umfassen. Bei der artikelspezifischen Bewegung, insbesondere der linearen Bewegung und/oder der kreisförmigen Schwenkbewegung des Mehrachsroboters kann die

Maximalgeschwindigkeit auf einen vorgegebenen Wert begrenzt sein, um die an dem Rohling, aufgrund des Strömungswiderstandes der Glasur auftretenden Kräfte zu beschränken. Alternativ oder ergänzend kann an dem

Werkstückgreifer ein Kraftsensor vorgesehen sein, der eine auf den zu glasierenden Rohling wirkende Kraft misst und den Mehrachsroboter derart ansteuert, dass die Geschwindigkeit der linearen Eintauchbewegung oder der kreisförmigen Schwenkbewegung auf einen Wert unterhalb einer zulässigen Maximalkraft oder Maximalgeschwindigkeit beschränkt wird.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Mehrachsroboter oder eine Steuerungsvorrichtung einen artikelspezifischen Speicher aufweist und ein artikelspezifisches Bewegungsprofil in dem Speicher abspeicherbar ist, vorzugsweise als ein artikelspezifisches Glasierprogramm abspeicherbar ist. Das artikelspezifische Bewegungsprofil kann neben einem Bewegungsablauf auch Geschwindigkeiten oder Geschwindigkeitsprofile, insbesondere

Maximalgeschwindigkeiten umfassen. Ebenfalls kann das artikelspezifische Bewegungsprofil Maximalkräfte umfassen. Im Betrieb kann dann aus dem Speicher ein artikelspezifisches Bewegungsprofil abgerufen werden, um eine schnelle Umrüstung auf einen neuen Artikel zu ermöglichen.

In einer vorzugsweisen Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass das

Tauchbecken mehrere Düsen aufweist, die in dem Tauchbecken oder im Bereich einer Wand des Tauchbeckens nebeneinander und/oder übereinander angeordnet sind, um der Glasur in dem Tauchbecken eine Strömung

einzuprägen. Über die Düsen ist es auf einfache Art und Weise möglich, der Glasur in dem Tauchbecken eine Strömung einzuprägen. Gleichzeitig kann das Tauchbecken über die Düsen mit frischer Glasur versorgt werden, sodass der Füllstand der Glasur in dem Tauchbecken konstant bleibt bzw. konstant gehalten wird.

Beispielsweise kann vorgesehen sein, die Düsen der Glasur eine Strömung einprägen, die im Wesentlichen quer zu der Eintauchbewegung und/oder Entnahmebewegung des Rohlings gerichtet ist, vorzugsweise dass mehrere der Düsen, insbesondere alle Düsen parallel zueinander angeordnet sind.

Um den Füllstand der Glasur in dem Tauchbecken konstant zu halten kann vorgesehen sein, dass das Tauchbecken einen Überlauf aufweist, der mit einem Überlaufbecken verbunden ist und die Düsen Glasur in das

Tauchbecken derart einbringen, dass über den Überlauf Glasur an der

Oberfläche des Tauchbeckens zu dem Überlaufbecken fließt. Insbesondere kann der Überlauf in einem oberen Bereich des Tauchbeckens angeordnet sein, um die Glasur an der Oberfläche des Tauchbeckens abfließen zu lassen.

Über die Düsen und/oder den Überlauf kann zudem eine Blasenbildung in der Glasur verringert oder verhindert werden. Durch das Eintauchen des Rohlings in die Glasur können Lufteinschlüsse mit eingebracht werden, die als Blasen zur Oberfläche der Glasur steigen. Solche Blasen führen zu einer verminderten Qualität des Glasurauftrags und sind daher zu verhindern. Daher kann vorgesehen sein, dass über die Düsen derart Glasur in das Tauchbecken eingebracht wird, dass eventuelle an der Oberfläche der Glasur schwimmende oder befindliche Blasen über den Überlauf abgeführt werden, bevor ein neuer, zu glasierender Rohling in das Tauchbecken eingebracht wird. Insbesondere können die Düsen eine Düsenwand bilden bzw. in einer 2D- Matrix angeordnet sein. Unter einer zweidimensionalen Matrix versteht man beispielsweise eine N*M Matrix, in der die Düsen in Spalten und Reihen angeordnet sind. Beispielsweise können eine 5*4 Matrix oder eine 5*10 Matrix oder eine 15*20 Matrix oder beliebige andere Anordnungen vorgesehen sein. Eine Anordnung der Düsen in einer Düsenwand oder 2D-Matrix erlaubt eine besonders homogene Strömung und damit eine hochwertige

Produktoberfläche. Insbesondere sind die Düsen in dem Tauchbecken derart angeordnet, dass sie in regelmäßigen Abständen zueinander entlang einer Längsseite des Tauchbeckens und/oder in regelmäßigen Abständen

übereinander in der Höhe des Tauchbeckens angeordnet sind.

Es kann vorgesehen sein, dass einzelne Düsen der Matrix oder alle Düsen der Matrix schaltbar sind, um eine an einen bestimmten Typ von Rohling der Sanitärkeramik angepasste Strömung zu erzeugen bzw. einzustellen.

Insbesondere können die Düsen oder ein Teil der Düsen hinsichtlich

Förderrichtung und/oder Förderstärke einstellbar ausgebildet sein.

Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass die Düsen, oder dass ein Teil der Düsen, schwenkbar ausgebildet sind.

In einer Ausgestaltung können die Düsen in dem Tauchbecken an

gegenüberliegenden Seiten angeordnet sein, um eine gegenläufige Strömung zu realisieren. Durch eine gegenläufige Strömung in dem Tauchbecken wird ein verbesserter Glasurauftrag allseitig auf den zu glasierenden Rohling realisiert.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass der Werkstückgreifer als ein Vakuumgreifer ausgebildet ist, der den Rohling an einer Montagefläche des Rohlings greift, vorzugsweise nur an der Montagefläche greift. Insbesondere ist eine mit dem Werkstückgreifer verbundene Vakuumpumpe vorgesehen, die ein entsprechendes Vacuum produziert, um den Rohling der Sanitärkeramik zu greifen und mit dem Werkstückgreifer zu verbinden.

Um eine mechanisch gute Halterung und/oder stabile Abstützung durch den Werkstückgreifer zu erzielen kann vorgesehen sein, dass der Werkstückgreifer eine Abstützfläche aufweist oder mehrere Abstützflächen aufweist, die an einer Montagefläche des Rohlings anliegen, um diesen abzustützen. Die

Abstützflächen bilden zusätzliche Lagerflächen aus, um den Rohling der Sanitärkeramik mechanisch stabil an den Werkstückgreifer zu halten.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Steuerungsvorrichtung das Vakuum des Werkstückgreifers überwacht, um ein ordnungsgemäßes Greifen des Rohlings zu detektieren und/oder um ein Ablösen des Rohlings zu detektieren.

Insbesondere kann die Steuerungsvorrichtung bei einem unvorhergesehenen Ablösen des Rohlings einen Alarm auslösen und/oder eine vordefinierte

Bewegung des Mehrachsroboters einleiten. Bei dem Tauchglasieren kann es Vorkommen, dass eine zu lange Verweildauer eines Rohlings in der Glasur diese verunreinigt. Um dies zu vermeiden muss ein Abreißen oder ein Abfallen des Rohlings vom Werkstückgreifer detektiert werden. Sofern die

Steuerungsvorrichtung ein entsprechendes unvorhergesehenes Ablösen des Rohlings der Sanitärkeramik detektiert, sind Gegenmaßnahmen einzuleiten, wie beispielsweise einen Alarm auszulösen, um einen Bediener zu alarmieren, dass dieser den Rohling aus dem Glasurbecken entfernen kann. Hierfür kann beispielsweise in dem Glasurbecken ein beweglicher Korb oder ein beweglicher Rechen angeordnet sein, um einen abgefallenen Rohling aus der Glasur zu entfernen. Beispielsweise kann ein Bediener den Korb zusammen mit dem abgelösten Rohling herausziehen ist, um den Rohling aus dem Glasurbecken zu entfernen. Alternativ kann der Korb automatisch angetrieben angehoben werden, oder durch den Mehrachsroboter angehoben werden.

Um ein gutes Greifen des Rohlings durch den Werkstückgreifer zu ermöglichen kann eine Gegenhaltevorrichtung vorgesehen sein. Diese kann beispielsweise am Ende der Zuführvorrichtung angeordnet sein. Die Gegenhaltevorrichtung kann ein Spanntuch oder ein Luftkissen aufweisen um einen Rohling an einer dem Werkstückgreifer abgewandten Seite abzustützen und eine Gegenkraft gegen das Andrücken des Mehrachsroboters bzw. des Werkstückhalters aufzubauen. Alternativ kann die Gegenhaltevorrichtung auch ein Gegenlager aus Schaumstoff oder aus Gummi aufweisen.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass ein Trocknungsgestell vorgesehen ist, und die Steuerungsvorrichtung den Mehrachsroboter derart ansteuert, dass dieser glasierte Rohling von dem Tauchbecken zu dem

Trocknungsgestell transportiert und dort in einer Gebrauchslage des glasierten Rohlings ablegt.

Insbesondere kann die Steuerungsvorrichtung den Mehrachsroboter nach Ablauf einer vorgegebenen, vorzugsweise einstellbaren, Trocknungszeit derart ansteuern, dass dieser den glasierten Rohling an dem Trocknungsgestell aufnimmt und zu der Abführvorrichtung transportiert. Die Trocknungszeit kann beispielsweise zwischen 30 Sekunden und 120 Sekunden betragen.

Um unterschiedlich ausgeformte bzw. unterschiedliche Typen von Rohlingen von Sanitärkeramik verarbeiten zu können ist vorzugsweise ein Wechseln des Werkstückgreifers an dem Mehrachsroboter vorgesehen. Insbesondere kann der Werkstückgreifer über ein von der Steuerungsvorrichtung ansteuerbares Wechselsystem mit dem Mehrachsroboter verbunden sein. Durch Austausch des Werkstückgreifer kann somit sichergestellt werden, dass unterschiedliche Typen von Sanitärkeramik Rohlingen bzw. unterschiedliche Sanitärkeramik Rohlinge mit der erfindungsgemäßen Tauchglasiervorrichtung glasiert werden können.

Um einen automatisierten Austausch des Werkstückgreifers zu ermöglichen kann in einer vorzugsweisen Ausgestaltung vorgesehen sein, dass eine

Lagervorrichtung für einen oder mehrere Werkstückgreifer vorgesehen ist und die Steuerungsvorrichtung den Mehrachsroboter zum automatischen

Anschließen und/oder automatischen Ablegen eines Werkstückgreifers und/oder zum automatischen Austausch eines Werkstückgreifers gegen einen anderen Werkstückgreifer derart ansteuert, dass der Mehrachsroboter zu der Lagervorrichtung fährt und dort automatisch einen Werksstückgreifer ablegt und/oder aufnimmt. Alternativ oder ergänzend kann ein neuer Werkstückgreifer manuell an dem Roboterarm des Mehrachsroboters befestigt werden.

In einer Ausgestaltung kann der Werkstückgreifer eine Spülvorrichtung aufweisen um die Vakuumgreifer und/oder die Vakuumleitungen zu spülen, falls Glasur auf den oder die Vakuumgreifer oder in die Vakuumleitungen gelangt. Dadurch werden Fehlfunktionen des Werkstückgreifers beim Greifen oder Halten der Rohlinge verhindert.

Um eine hohe Qualität des Glasurauftrages sicherzustellen muss verhindert werden, dass Verschmutzungen und/oder Glasurreste von dem

Werkstückgreifer auf einen Rohling übertragen werden. Dafür kann eine Reinigungsvorrichtung vorgesehen sein und die Steuerungsvorrichtung kann den Mehrachsroboter derart ansteuern, dass dieser den Werkstückgreifer zu der Reinigungsvorrichtung verbringt, um diesen zu reinigen. Eine Reinigung erfolgt vorzugsweise bevor ein neuer zu glasierender Rohling aufgenommen wird. Ein Reinigen des Werkstückgreifers kann durch die Steuerungsvorrichtung automatisiert vorgesehen sein, beispielsweise in regelmäßigen Zeitabständen, oder nach bestimmten Schritten, beispielsweise bevor ein neuer Rohling durch den Werkstückgreifer gegriffen wird und/oder bevor der Werkstückgreifer abgelegt und/oder ausgetauscht wird und/oder nachdem ein neuer

Werkstückgreifer aufgenommen wurde. Die Reinigungsvorrichtung kann beispielsweise ein Tauchbecken mit einer Reinigungsflüssigkeit sein und/oder eine mechanische Reinigungsvorrichtung, die mittels Düsen und/oder Bürsten den Werkstückgreifer reinigt.

In einer Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Zuführvorrichtung als ein Transportband mit einem Förderband, oder mit mehreren parallel

angeordneten Förderriemen, oder einer oder mehreren Förderketten oder als Artikelaufnahme auf einer motorisch angetriebenen Linearachse ausgebildet ist.

Vorzugsweise kann vorgesehen sein, dass die Abführvorrichtung als ein

Transportband mit einem Förderband oder mit mehreren parallelen

Förderriemen oder Förderketten ausgebildet ist.

Nach dem Trocknen der Glasur auf dem glasierten Rohling wird dieser an die Abführvorrichtung übergeben, um weiterverarbeitet zu werden. Um durch den Mehrachsroboter eine reibungslose Übergabe des Rohlings zu bewerkstelligen kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass die Abführvorrichtung einen höhenverstellbaren Rechen aufweist und der Mehrachsroboter den glasierten Rohling mit der Montagefläche nach unten an die Abführvorrichtung derart übergibt, dass in einer Position oberhalb der Abführvorrichtung der Rechen mit einen Zinken unter die Montagefläche des Rohlings greift, anschließend die Steuerungsvorrichtung den Werkstückgreifer von der Montagefläche löst, sodass die Montagefläche von den Zinken des Rechens abgestützt ist und der Rechen anschließend nach unten fährt und den glasierten Rohling auf die Abführvorrichtung aufsetzt. Auf die Art und Weise ist eine automatisierte Übergabe des glasierten Rohlings an die Abführvorrichtung möglich, ohne dass dabei eine Verschmutzung des glasierten Rohlings zu befürchten ist.

Um sicherzustellen, dass die Montagefläche des glasierten Rohlings frei von Verunreinigungen ist, kann in einer Ausgestaltung vorgesehen sein, dass die Abführvorrichtung eine Reinigungsvorrichtung zur Reinigung der Montagefläche von Glasurresten aufweist, insbesondere eine Reinigungsvorrichtung mit Walze oder Bürste oder einen Schwamm aufweist.

Nachdem der glasierte Rohling durch die Abführvorrichtung weiter transportiert wurde, kann ein Bediener den Rohling zur weiteren Verarbeitung von der Abführvorrichtung aufnehmen. Insbesondere kann die Abführvorrichtung einen Hubtisch umfassen, um das Abnehmen des Rohlings zu erleichtern.

Die Erfindung kann bei der automatisierten Herstellung von

Sanitärkeramikartikeln verwendet werden. Insbesondere bei der Herstellung von qualitativ hochwertigen Sanitärkeramikartikeln kann das erfindungsgemäße Verfahren und/oder die erfindungsgemäße Tauchglasureinrichtung verwendet werden und ermöglicht bei einem hohen Durchsatz eine hohe

Fertigungsqualität. Gleichzeitig werden unnötige Materialkosten vermieden, da bei dem erfindungsgemäßen Verfahren kein Overspray von Glasur, wie es bei herkömmlichen Sprühglasierverfahren für Sanitärkeramik zwangläufig vorkommt, auftritt.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Figuren gezeigt und in der nachfolgenden Figurenbeschreibung beschrieben. Dabei zeigen:

Fig. 1 : eine Draufsicht auf eine erfindungsgemäße

Tauchglasiervorrichtung;

Fig. 2: ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen

Tauchglasiervorrichtung in Draufsicht;

Fig. 3: eine schematische Seitenansicht der Tauchglasiervorrichtung im

Bereich der Aufnahme eines Rohlings;

Fig. 4: eine schematische Seitenansicht der Tauchglasiervorrichtung im

Bereich des Tauchbeckens;

Fig.5: eine schematische Seitenansicht der Tauchglasiervorrichtung im

Bereich des Abtransports;

Fig. 6a, 6b: eine vergrößerte Darstellung der Übergabe eines glasierten

Rohlings an die Abführvorrichtung;

Fig. 7a,

7b, 7c: eine vergrößerte Ansicht eines Werkstückgreifers;

Fig. 8a: eine Draufsicht auf das Tauchbecken; Fig. 8b: eine Schnittdarstellung in Seitenansicht des Tauchbeckens;

In den Figuren sind unterschiedliche Beispiele von Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt. Dabei wurden gleiche oder gleich wirkende Komponenten jeweils mit denselben Referenzzeichen versehen. Wo die in den Figuren dargestellten Ausgestaltungen Gemeinsamkeiten aufweisen wurde, zur Vermeidung von Wiederholungen davon abgesehen, diese Gemeinsamkeiten mehrfach zu Beschreiben. Die jeweiligen Unterschiede der Ausgestaltungen sind zu den Figuren jeweils beschrieben. Es versteht sich von selbst, dass der Fachmann innerhalb des Schutzbereichs der Ansprüche einzelne

Ausgestaltungen abwandeln oder einzelne Merkmale der Ausgestaltungen miteinander kombinieren kann. In der Fig. 1 ist eine erste Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen

Tauchglasiervorrichtung 1 in schematischer Draufsicht gezeigt. Die

Tauchglasiervorrichtung 1 weist eine Roboterzelle 12 auf. Die Roboterzelle 12 ist von einer Wand eingefasst, um zu verhindern, dass während des Betriebs des Roboters Personen in den Gefahrenbereich gelangen können. In der Wand der Roboterzelle sind Türen 13 und 14 vorgesehen, um eine Wartung oder Reinigung der Roboterzelle vornehmen zu können.

Im Inneren der Roboterzelle 12 sind einzelne Komponenten der

Tauchglasiervorrichtung 1 innerhalb der Reichweite eines Mehrachsroboters 16 angeordnet. So ist beispielsweise zentral in der Roboterzelle 12 der

Mehrachsroboter 16 montiert. Der Mehrachsroboter 16 ist auf einem Sockel 17 fest in der Roboterzelle 12 installiert (siehe Figur 3) und weist mehrere rotatorisch angetriebene Achsen sowie einen Roboterarm 18 auf. Über eine Zuführvorrichtung 2 werden zu glasierende Rohlinge 9 in die

Roboterzelle 12 zugestellt. Ein Bediener beschickt dazu die Zuführvorrichtung 2 mit zu glasierenden Rohlingen 9. Von einem an dem Roboterarm 18 des Mehrachsroboters 16 angeordneten Werkstückgreifer 8 werden die Rohlinge 9 innerhalb der Roboterzelle 12 von dem Zuführvorrichtung 2 aufgenommen und zu einem Tauchbecken 4 transportiert und dort durch Eintauchen glasiert. Das Tauchbecken 4 enthält eine Glasur 43. Innerhalb des Tauchbeckens 4 sind einander gegenüberliegend zwei Düsenreihen oder Düsenwände 41 und 42 angeordnet. Ein Ablaufgestell 5 ist neben bzw. oberhalb des Tauchbeckens 4 positioniert. Während des Eintauchens wird der Rohling 9 von der Glasur 43 benetzt bzw. überzogen. Nach erfolgtem Glasurauftrag wird der Rohling 9 durch den Mehrachsroboter 16 aus dem Glasurbecken bzw. dem Tauchbecken 4 entnommen und zur Zwischentrocknung auf einem Trocknungsgestell 6 abgelegt. In der Zwischenzeit, während die Glasur auf dem Rohling 9 trocknet, kann der Mehrachsroboter 16 einen neuen zu glasierenden Rohling 9 von der Zuführvorrichtung 2 aufnehmen und diesen durch Eintauchen in das

Tauchbecken 4 glasieren. Nach Ablauf der vorgebbaren Trocknungszeit, die vorzugsweise zwischen 30 Sekunden und 2 Minuten betragen kann, entnimmt der Mehrachsroboter 16 den getrockneten Rohling von dem Trocknungsgestell 6 und verbringt diesen zu der Abführvorrichtung 3. Dort wird der Rohling 9 mittels einem höhenverstellbaren Rechen 33 an die Abführvorrichtung 3 übergeben und von dieser mittels motorisch angetriebenen Förderriemen 31 aus der Roboterzelle 12

heraustransportiert. Außerhalb der Roboterzelle 12 können die fertig glasierten Rohlinge 9 von einem Bediener übernommen werden und so zu Weiterverarbeitung an weitere Stationen transportiert werden. Neue Rohlinge 9 können ebenfalls von einem Bediener an die Zuführvorrichtung 2 übergeben werden, um diese in die Roboterzelle 12 zu transportieren und zu glasieren.

Um eine Verschmutzung des Werkstückgreifers 8 und damit eventuell eine Verschmutzung der zu glasierenden Rohlinge 9 zu verhindern, ist eine

Reinigungsstation 7 vorgesehen, die ebenfalls innerhalb der Roboterzelle 12 angeordnet ist. Der Mehrachsroboter 16 kann, zum Reinigen des

Werkstückgreifers 8, diesen zu der Reinigungsstation 7 verbringen. Die Reinigungsstation 7 weist Düsen und/oder Bürsten auf, um den

Werkstückgreifer 8 zu reinigen. Nach erfolgreicher Reinigung des

Werkstückgreifers 8, kann der Mehrachsroboter 16 mittels des nun gereinigten Werkstückgreifers 8 einen neuen Rohling 9 von der Zuführeinrichtung 2 übernehmen.

Um einen automatisierten Ablauf sicherzustellen, ist eine programmierbare Steuerungseinrichtung 15 vorgesehen, die mit dem Mehrachsroboter 16 und/oder den Düsen 41 und 42 und/oder der Zuführvorrichtung 2 und/oder dem Abführvorrichtung 3 verbunden ist. Über die programmierbare

Steuerungseinrichtung 15 kann der Mehrachsroboter 16 individuell gesteuert werden.

In der Figur 1 ist der Mehrachsroboter 16 beispielhaft in einer Grundstellung dargestellt. Der Aktionsradius des Mehrachsroboters 16 ist durch einen gestrichelten Kreis skizziert. Sämtliche Komponenten der

Tauchglasiervorrichtung 1 sind innerhalb der Roboterzelle 12 derart angeordnet, dass diese durch den Mehrachsroboter 16 bzw. dessen

Roboterarms 18 erreichbar sind.

In der Darstellung der Fig. 1 ist sowohl die Aufnahme eines Rohlings 9 an der Zuführvorrichtung 2 wie auch das Eintauchen des Rohlings 9 in das

Tauchbecken 4 und auch die Abgabe des Rohlings 9 an die Abführvorrichtung schematisch jeweils mit freigeschnittenen Detailzeichnungen dargestellt, ohne dass dabei, jeweils der Roboterarm 18 bzw. Mehrachsroboter 16 zur Gänze gezeichnet ist. Diese reduzierte Darstellung dient der verbesserten

Übersichtlichkeit.

Die Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel der Tauchglasiervorrichtung 1. Auch in der Fig. 2 ist eine Roboterzelle 12 mit darin angeordneten

Mehrachsroboter 16 dargestellt.

Im Unterschied zu der Ausgestaltung der Tauchglasiervorrichtung in Fig. 1 ist die Reinigungsstation in Fig. 2 zwischen dem Tauchbecken 4 und dem

Trocknungsgestell 16 angeordnet. Weiter sind in dem Tauchbecken 4 die gegenüberliegenden Düsen 41 und 42 mit einzeln steuerbaren Ventilen 41 a und 42a versehen. Über die Ventile 41a und 42a, die von der

Steuerungseinrichtung 15 ansteuerbar sind, kann die Strömung der Glasur 43 innerhalb des Tauchbeckens 4 eingestellt bzw. an einen bestimmten Typ Rohling 9 angepasst werden. Dadurch ist es möglich, die Strömung der Glasur 43 innerhalb des Tauchbeckens 4 an das zu glasierende Produkt anzupassen.

Eine Aufnahme des Rohlings 9 durch den Mehrachsroboter 16 von der

Zuführvorrichtung 2 ist in der Fig. 3 dargestellt. Nachdem ein Bediener den Rohling in einen Transportschlitten 21 der Zuführvorrichtung 2 eingelegt hat, wird dieser über einen Antriebsmotor 23 angetrieben, automatisch in die

Roboterzelle 12 transportiert. Der Transport des Rohlings 9 in dem

Transportschlitten 21 erfolgt mit der Montagefläche 91 des Rohlings 9 in

Richtung auf den Mehrachsroboter 16 ausgerichtet. Alternativ dazu kann der Rohling 9 auch in einer anderen definierten Lage transportiert werden. Bei dem Transport eines Rohlings 9 ist darauf zu achten, dass alle Rohlinge 9 in einer vorgegebenen bzw. definierten Lage transportiert werden, in der der

Werkstückgreifer des Mehrachsroboters 16 den Rohling 9 gut greifen kann. Insbesondere werden alle Rohlinge 9 in derselben vorgegebenen Lage transportiert.

Am Ende der Zuführvorrichtung 2 erfolgt, wie in der Fig. 3 mittig dargestellt, die Aufnahme des Rohlings 9 durch den am Roboterarm 18 befestigten

Werkstückgreifer 8. Der Werkstückgreifer 8 wird von dem Mehrachsroboter 16 zu der Montagefläche des Rohlings 9 verbracht. Nachdem der Werkstückgreifer 8 die Montagefläche 91 des Rohlings 9 kontaktiert, schaltet die

Steuerungsvorrichtung 15 das Vacuum ein, um den Rohling 9 an den

Werkstückgreifer 8 zu fixieren. Danach kann der Mehrachsroboter 16 den Rohling 9 anheben und zu dem Tauchbecken 4 transportieren.

Wie in der Seitendarstellung der Figur 3 dargestellt, ist der Mehrachsroboter 16 über einen Sockel 17 fest auf dem Boden der Roboterzelle 12 installiert.

Der Tauchvorgang, sprich das Tauchglasieren selbst, ist in der

Seitendarstellung der Fig. 4 schematisch dargestellt. Nachdem der

Mehrachsroboter 16 den Rohling 9 an der Zuführvorrichtung 2 aufgegriffen hat, transportiert er diesen zu dem Tauchbecken 4. Das Tauchbecken 4 weist an den gegenüberliegenden Wänden jeweils eine Düsenwand bzw. eine N*M Matrix bestehend aus einer Vielzahl von einzelnen Düsen 41 und 42 auf. Über die Vielzahl von Düsen 41 und 42 wird der Glasur 43 innerhalb des

Tauchbeckens 4 eine Strömung eingeprägt. Die Strömung verläuft quer zu der Eintauchrichtung des Rohlings 9 und unterstützt so das Benetzen des Rohlings mit Glasur. Die Strömung in dem Tauchbecken 4 ermöglicht es, dass auch kompliziert ausgeformte Rohlinge, beispielsweise Rohlinge mit

hinterschnittenen Wänden und/oder Kavitäten vollständig von der Glasur benetzt werden.

Um ein Benetzen zu unterstützen kann vorgesehen sein, dass der

Mehrachsroboter 16 mit seinem Roboterarm 18 den Rohling 9 beim Eintauchen in das Tauchbecken 4 verschwenkt. Das Verschwenken erfolgt dabei im wesentlich lateral zu der durch die Düsen 41 und 42 eingeprägten

Strömungsrichtung und unterstützt zusätzlich das Benetzen des Rohlings 9 mit Glasur.

In den Figuren 8a und 8b ist eine vergrößerte Darstellung des Tauchbeckens 4 dargestellt. Insbesondere sieht man in der vergrößerten Darstellung die Vielzahl von parallel angeordneten Düsen 41 bzw. 42, die jeweils in einer N*M Matrix, d.h. in Reihen und Spalten an einer Wand innerhalb des Tauchbeckens 4 angeordnet sind. Wie in der Fig. 8b dargestellt ist, erfolgt, nachdem der

Roboterarm 18 den Rohling 9 aus dem Tauchbecken 4 entfernt hat, ein

Verweilen des Rohlings 9 oberhalb des Tauchbeckens 4, um überschüssige Glasur in das Tauchbecken 4 zurück ablaufen zu lassen. Um die auf den Rohling 9 während des Abtropfens wirkenden Kräfte zu minimieren, ist ein Ablaufgestell 5 vorgesehen, welches eine Abstützung für den Rohling in der Ablaufposition bzw. Abtropfposition bildet. Der Roboterarm 18 setzt die dem Werkstückgreifer 8 gegenüberliegende Seite des Rohlings 9 auf ein Abstützlager des Ablaufgestells 5 auf, um die auf den Rohling 9 wirkenden Kräfte im Bereich des Werkstückgreifers 8 zu minimieren.

Nach dem Ablaufen der Glasur verbringt der Mehrachsroboter 16 den Rohling 9 auf das Trocknungsgestell 6, um dort die Glasur antrocknen zu lassen.

Nachdem die Glasur auf dem Rohling 9 angetrocknet ist, entnimmt der

Mehrachsroboter 16 mit seinem Roboterarm 18 bzw. dem Werkstückgreifer 8 den Rohling 9 an dem Trocknungsgestell 6 und verbringt diesen, wie in Fig. 5 dargestellt ist, zu der Abführvorrichtung 3. Die Abführvorrichtung 3 weist einen höhenverstellbaren Rechen 33 auf, mit dem ein Auskämmen des Rohlings 9 aus dem Werkstückgreifer 8 erfolgt.

In den Figuren 6a und 6b ist die Übergabe des Rohlings 9 an die

Abführvorrichtung 3 mit Hilfe des höhenverstellbaren Übergaberechens 33 in vergrößerter Seitenansicht (Fig. 6a) und in Draufsicht (Fig.6b) dargestellt.

Der Mehrachsroboter 16 dreht den Rohling 9 dazu, wie in Fig. 5 dargestellt ist, in eine vertikale Position. Die Zinken des Rechens 33 greifen dabei in den Werkstückgreifer 8 ein. Nach Lösen des Werkstückgreifers 8 von dem Rohling 9, ruht dieser mit seiner Montagefläche 91 nach unten auf dem

höhenverstellbaren Rechen 33. Der höhenverstellbare Rechen 33 kann nun zusammen mit dem Rohling 9 auf die Abführvorrichtung 3 bzw. auf die

Förderriemen 31 der Abführvorrichtung 3 abgesenkt werden, sodass die Förderriemen 31 den Rohling 9 aus der Roboterzelle 12 heraustransportieren. Die Förderriemen 31 sind dazu von einem Antriebsmotor umlaufend

angetrieben. Die Abführvorrichtung 3 weist eine oder mehrere Reinigungsvorrichtungen 32 auf. Die Reinigungsvorrichtungen 32 umfassen Bürsten bzw. drehbare

Bürstenwalzen oder Schwämme, um die Montagefläche 91 des Rohlings 9 zu reinigen. Bei dem Reinigungsvorgang werden eventuell an der Montagefläche 91 anhaftende Glasurreste entfernt, um sicherzustellen, dass die

Montagefläche 91 des Rohlings 9 nicht glasiert wird.

In den Figuren 7a bis 7c ist ein Werkstückgreifer 8 vergrößert dargestellt. Der Werkstückgreifer 8 ist in seinen Abmessungen an die Montagefläche 91 des Rohlings 9 angepasst. Der Werkstückgreifer 8 weist in dem dargestellten Beispiel zwei Vakuumgreifer 821 und 822 auf. Diese sind an der Rückseite des Werkstückgreifer 8 angeordnet und, wie in Fig. 7b zu sehen ist, mit

Vakuumanschlüssen versehen um an ein Vakuumschlauchsystem

angeschlossen zu werden. Zusätzlich zu den Vakuumgreifern 821 und 822 weist der Werkstückgreifer 8 drei Abstützflächen 831 , 832 und 833 auf. Die Abstützflächen 831 , 832, und 833 dienen zusätzlich als mechanische

Abstützung des Rohlings 9 an dem Werkstückgreifer 8.

Es ist vorgesehen, dass je Produktgruppe von Rohlingen 9 ein entsprechend angepasster Werkstückgreifer 8 vorgesehen ist. D.h. die Werkstückgreifer 8 können sich in ihren Abmessungen, sowie in der Anzahl von Vakuumgreifern und/oder Abstützflächen, voneinander unterscheiden. D.h. ein Werkstückgreifer 8 kann mehr als zwei Vakuumgreifer und/oder mehr oder weniger als drei Abstützflächen aufweisen.

Über eine Kupplung 81 kann der Werkstückgreifer 8 automatisch mit dem Roboterarm 18 verbunden werden bzw. von dem Roboterarm 18 gelöst werden. Dazu ist die Kupplung 81 als schaltbare Kupplung ausgebildet, die von der Steuerungseinrichtung 15 ansteuerbar ist. So ist es möglich einen

Werkstückgreifer 8 automatisch durch den Roboterarm 18 aufzunehmen und/oder abzulegen und/oder auszuwechseln. Dies erleichtert die Umrüstung der Tauchglasiervorrichtung 1 auf eine andere Produktgruppe und/oder die Wartung und/oder Reinging der Tauchglasiervorrichtung 1.

Bezugszeichenliste

1 Tauchglasiervorrichtung

12 Roboterzelle

13 Türe

14 Türe

15 Steuerungsvorrichtung

16 Mehrachsroboter

17 Sockel

18 Roboterarm

2 Zuführvorrichtung

21 Transportschlitten

22 Transportband

23 Zuführmotor

3 Abführvorrichtung

31 Förderriemen

32 Reinigungsvorrichtung/Bürstenwalze

33 Rechen

4 Tauchbecken

41 Düsen

42 Düsen

43 Glasur 5 Ablaufgestell

6 Trocknungsgestell

7 Reinigungsstation

8 Werkstückgreifer

81 Kupplung

821 Vakuumgreifer

822 Vakuumgreifer 831 Stützfläche

832 Stützfläche

833 Stützfläche

9 Rohling

91 Montagefläche