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Title:
DISCHARGE CHUTE FOR A TABLET-MAKING MACHINE AND A METHOD FOR SORTING TABLETS AFTER THEY HAVE BEEN PRODUCED IN A TABLET-MAKING MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/233937
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a discharge chute (1) for a tablet-making machine, and to a method for sorting tablets after they have been produced in a tablet-making machine. The discharge chute (1) is characterised in that the channels (4, 5, 6, 13), into which the tablets are guided and/or sorted after they have been produced, are arranged on two planes (2, 3), the sorting of the tablets taking place with tandem sorting devices (7, 14). A sorting device preferably comprises two bars (8, 9, 10, 11), which are preferably designated as sorting bars (8, 10) and as separating bars (9, 11). The sorting bar (8, 10) preferably comprises a linear drive (17), which is preferably connected by means of a rocking lever (22) to the separating bar (9, 11). If the sorting bar (8, 10) moves upwards out of the rest position into the sorting position, the separating bar (9, 11) falls downwards automatically and frees the opening of the sorting channel.

Inventors:
KLAER INGO (DE)
BRAUN PIERRE (DE)
MIES STEPHAN (DE)
Application Number:
PCT/EP2019/064316
Publication Date:
December 12, 2019
Filing Date:
June 03, 2019
Export Citation:
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Assignee:
KORSCH AG (DE)
International Classes:
B30B11/08; B30B15/32
Foreign References:
US3097161A1963-07-09
US8078329B22011-12-13
CN104827706B2016-08-17
US20110233027A12011-09-29
JP2014024099A2014-02-06
US3097161A1963-07-09
US8078329B22011-12-13
Attorney, Agent or Firm:
HERTIN UND PARTNER RECHTS- UND PATENTANWÄLTE (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Ablaufrutsche (1 ) für eine Tablettiermaschine umfassend einen ersten Kanal (4) und einen oder mehrere weitere Kanäle (5, 6, 13) zur Aufnahme von Presslin- gen

dadurch gekennzeichnet, dass

die Ablaufrutsche (1 ) eine erste Ebene (2) und eine zweite Ebene (3) umfasst, wobei die beiden Ebenen (2, 3) übereinander angeordnet vorliegen und die erste Ebene (2) den ersten Kanal (4) umfasst, sowie Eingänge für die weiteren Kanäle (5, 6, 13), wobei die Ablaufrutsche (1 ) eine oder mehrere Sortiervorrich- tungen (7, 14) umfasst, die dazu eingerichtet sind, zumindest einige dieser Ein- gänge freizugeben oder zu blockieren, wodurch die Presslinge in Teilmengen von Presslingen unterteilt werden.

2. Ablaufrutsche (1 ) nach Anspruch 1

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens eine der Teilmengen von Presslingen über mindestens einen der weiteren Kanäle (5, 6, 13) in die zweite Ebene (3) gelangt.

3. Ablaufrutsche (1 ) nach Anspruch 1 oder 2

dadurch gekennzeichnet, dass

die Sortiervorrichtungen (7, 14) jeweils einen ersten Steg (8, 10) und einen zwei- ten Steg (9, 1 1 ) umfassen, wobei die Stege (8 - 11 ) über einen Linearantrieb (17) dergestalt miteinander verbunden sind, dass eine Aufwärtsbewegung des ersten Steges (8, 10) eine Abwärtsbewegung des zweiten Steges (9, 11 ) bewirkt und umgekehrt.

4. Ablaufrutsche (1 ) nach Anspruch 3

dadurch gekennzeichnet, dass

die Stege (8 - 1 1 ) der Sortiervorrichtungen (7, 14) schräg und/oder im Wesentli- chen parallel zu einer Bewegung eines Presslingstroms in dem ersten Kanal (4) in der ersten Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) verlaufen.

5. Ablaufrutsche (1 ) nach Anspruch 3 oder 4

dadurch gekennzeichnet, dass

die Linearantriebe (17) an einem Boden der zweiten Ebene (3) der Ablaufrut- sche (1 ) befestigt vorliegen.

6. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 5

dadurch gekennzeichnet, dass

die Ablaufrutsche (1 ) Sensoren umfasst, die dazu eingerichtet sind, die Bewe- gung der Stege (8 - 1 1 ) der Sortiervorrichtungen (7, 14) hinsichtlich eines Errei- chens ihrer Endlagen zu kontrollieren.

7. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

der erste Kanal (4) als durchgehender Kanal ausgebildet ist, an dessen Ende ein Auslauf (20) für eine erste Teilmenge von Presslingen angeordnet vorliegt.

8. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

die erste Ebene (2) Eingänge für einen zweiten Kanal (6), dritten Kanal (5) und vierten Kanal (13) umfasst, die zur Aufnahme einer zweiten, dritten und vierten Teilmenge von Presslingen eingerichtet sind, wobei Abschnitte der entsprechen- den Kanäle (5, 6, 13) Öffnungen in einem Boden der ersten Ebene (2) umfas- sen.

9. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

die zweite und dritte Teilmenge von Presslingen durch die Öffnungen im Boden der ersten Ebene (2) in die zweite Ebene (2) gelangt.

10. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

die vierte Teilmenge von Presslingen in einen Auslauf (18) für die vierte Teil- menge von Presslingen gelangt, wobei dieser Auslauf (18) Bestandteil der ers- ten Ebene (2) ist.

1 1. Ablaufrutsche (1 ) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass

die zweite Ebene (3) einen Auslauf (19) für die zweite und dritte Teilmenge von Presslingen umfasst.

12. Verfahren zum Sortieren von Presslingen nach deren Herstellung in einer Tab- lettiermaschine, wobei die Presslinge durch eine oder mehrere Sortiervorrichtun- gen (7, 14) in einer Ablaufrutsche (1 ) der Tablettiermaschine in unterschiedliche Kanäle (4, 5, 6, 13) der Ablaufrutsche (1 ) geleitet werden, wobei die Sortiervor- richtungen (7, 14) jeweils einen ersten Steg (8, 10) und einen zweiten Steg (9,

1 1 ) umfassen, die über einen Linearantrieb (17) dergestalt miteinander verbun- den sind, dass eine Aufwärtsbewegung des ersten Steges (8, 10) eine Abwärts- bewegung des zweiten Steges (9, 1 1 ) bewirkt und umgekehrt.

13. Verfahren nach Anspruch 12

dadurch gekennzeichnet, dass

die Ablaufrutsche (1 ) eine erste Ebene (2) und eine zweite Ebene (3) umfasst, wobei die Presslinge auf Höhe der ersten Ebene (2) in die Ablaufrutsche (1 ) ge- langen und durch die eine oder mehrere Sortiervorrichtungen (7, 14) zu Ausläu- fen (18 - 20) der Ablaufrutsche (1 ) geleitet werden, wobei mindestens ein Aus- lauf (18 oder 20) Bestandteil der ersten Ebene (2) und mindestens ein weiterer Auslauf (19) Bestandteil der zweiten Ebene (3) ist.

14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13

dadurch gekennzeichnet, dass

die Ablaufrutsche (1 ) zwei Sortiervorrichtungen (7, 14) umfasst, wobei die Press- linge mit der ersten Sortiervorrichtung (7) aus einem ersten Kanal (4) in einen dritten Kanal (5) geleitet werden und die Presslinge mit der zweiten Sortiervor- richtung (14) aus einem ersten Kanal (4) in einen vierten Kanal (13) geleitet wer- den.

15. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 14

dadurch gekennzeichnet, dass

die Presslinge, die an einem Abstreifer auf einer Matrizenscheibe der Tablettier- maschine mittels Druckluft aussortiert werden, in den zweiten Kanal (6) geleitet. werden.

16. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 1 bis 15

dadurch gekennzeichnet, dass

die Presslinge, die in den zweiten Kanal (6) oder dritten Kanal (5) geleitet wer- den, in einem fünften Kanal (15) gesammelt werden, wobei der fünfte Kanal (15) Bestandteil der zweiten Ebene (3) der Ablaufrutsche (1 ) ist.

Description:
ABLAUFRUTSCHE FÜR EINE TABLETTIERMASCHINE SOWIE EIN VERFAHREN ZUM SORTIEREN VON PRESSLINGEN NACH DEREN HERSTELLUNG IN

EINER TABLETTIERMASCHINE Die Erfindung betrifft eine Ablaufrutsche für eine Tablettiermaschine sowie ein Ver- fahren zum Sortieren von Presslingen nach deren Herstellung in einer Tablettierma- schine. Die Ablaufrutsche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kanäle, in die die Presslinge nach ihrer Herstellung sortiert werden, auf zwei Ebenen angeordnet sind, wobei das Sortieren der Presslinge mit Sortiervorrichtungen erfolgt, die Eingänge der Kanäle wechselseitig freigeben oder blockieren können.

Allgemeines und Stand der Technik:

Mit Tablettiermaschinen werden in vielen Industriezweigen pulverförmige oder gra- nulierte Materialien zu festen Presslingen verpresst. In der pharmazeutischen In- dustrie handelt es sich beispielsweise um vielfältige Formen von Tabletten, in der chemischen Industrie handelt es sich um Geschirrspül-Tabs, Toilettenreiniger-Tab- letten, Düngemittel-Stäbchen oder Katalysatoren, in der Nahrungsmittel-Industrie um Pfefferminz-Tabletten oder Traubenzucker-Tabletten. Vor allem die Unterklasse der Rundlaufpressen wurde entwickelt, um aus pulverförmigen oder granulierten Pressmassen, die trocken, riesel- und fließfähig sind, in großer Stückzahl feste und stabile Presslinge innerhalb engster Gewichtstoleranzen herzustellen. Diese Press- masse wird im Sinne der Erfindung bevorzugt auch als Tablettiermaterial bezeich- net. Bei einer Rundlauftablettenpresse werden die Tabletten in den Öffnungen oder Bohrungen einer Matrizenscheibe erzeugt, indem Tablettiermaterial, aus dem die Tablette später bestehen soll, zwischen einem Oberstempel und einem Unterstem- pel zu einem Pressling verpresst wird. Das Tablettiermaterial wird in Öffnungen und/oder Bohrungen der Matrizenscheibe zu Presslingen verpresst, wobei die Matri- zenscheibe Teil eines sich drehenden Rotors sein kann. Es ist im Sinne der Erfin- dung bevorzugt, dass der Rotor um eine Rotorachse rotiert, wobei die Rotorachse vorzugsweise senkrecht zu einer bevorzugt ebenen Rotoroberfläche und/oder Ro- torunterseite ausgebildet ist. Nach erfolgtem Pressvorgang werden die Tabletten und/oder Presslinge durch Anheben der Unterstempel aus den Öffnungen der Matri- zenscheibe ausgestoßen, so dass sie auf der Oberfläche der Matrizenscheibe zu liegen kommen. Von den Tabletten und/oder Presslingen, die sich auf der Oberseite der Matrizenscheibe befinden, werden die„guten“ Tabletten durch einen schräg ste- henden Tablettenabstreifer auf der Oberseite der Matrizenscheibe nach außen in ei- nen Einlauf einer Tablettenablaufrutsche geleitet.

Die Ablaufrutsche ist ein zentraler Bestandteil einer Tablettiermaschine, insbeson- dere einer Rundlaufpresse, da über sie die mit der Maschine hergestellten Tabletten und/oder Presslinge von der Oberfläche der Matrizenscheibe über den Tablettenab- streifer aus dem Pressraum der Rundlaufpresse herausgeleitet werden. In der ein- fachsten Form besteht die Rutsche aus einem einfachen u-förmigen Kanal, der stati- onär mit einer Haltevorrichtung auf dem Maschinensockel, an einem Eckholm oder auf einer Trägerplatte der Tablettiermaschine montiert ist und unter einem Winkel von der Oberseite der Matrizenscheibe schräg nach unten aus der Tablettierma- schine herausragt. Die aus dem Stand der Technik bekannten Ablaufrutschen ver- laufen dabei üblicherweise durch eine Maschinenverkleidung oder ein Fenster im Gehäuse der Tablettiermaschine, so dass die Tabletten und/oder Presslinge den Pressraum der Tablettiermaschine verlassen können, um weiter verarbeitet zu wer- den.

Die Laufflächen der Ablaufrutschen, auf der die Tabletten die Tablettiermaschine verlassen, sollten eben und sehr glatt sein, damit die Tabletten möglichst störungs- frei und ungebremst die Ablaufrutsche verlassen können. Früher wurden die Rut- schen aus verchromtem Stahlblech gefertigt. Blechrutschen werden üblicherweise aus dünnem Material mit einer Wandstärke von 1 - 2 mm hergestellt. Die Blechzu- schnitte werden üblicherweise abgekantet, gelocht und verschweißt. Da sich durch die Warmbehandlung das Material verzieht, werden die fertig geschweißten Ablauf- rutschen gerichtet und anschließend geschliffen oder poliert. Bei schonender Be- handlung haben die Edelstahlrutschen eine lange Lebensdauer und eine bleibende Oberflächenqualität auch bei einem täglichen 3-Schicht-Einsatz. Meistens werden die Rutschen jedoch durch ruppiges Handling beschädigt, deformiert und verbogen, so dass sie im Einsatz in der Tablettiermaschine Probleme bereiten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass diese Art der Ablaufrutschen nicht stabil genug für den tägli chen Dauereinsatz ist. Aus diesem Grunde haben sich in den letzten Jahren Ganzteil-Ablaufrutschen, die aus einem Block Kunststoff oder Aluminium gefräst werden, durchgesetzt. Diese Rutschen, die aus einem Vollmaterial hergestellt werden, sind in der Herstellung aufwändiger und teurer als Blechrutschen, dafür aber viel stabiler und sie bereiten keinerlei Probleme in der Produktion.

Mit Tablettiermaschinen werden in großer Stückzahl eine Vielzahl von Tabletten- und Presslings-Formaten hergestellt. Es gibt kleine und große, sowie leichte und schwere Tabletten, wobei alle diese Tabletten die Tablettiermaschine über die Tab- lettenablaufrutsche verlassen. Es ist demnach ein Anliegen der vorliegenden Erfin- dung, eine Tablettenablaufrutsche bereitzustellen, mit der Tabletten mit verschiede- nen Geometrien, Größen und Gewichten störungsfrei und ohne ein unerwünschtes Verklemmen oder Verkanten aus dem Pressraum der Tablettiermaschine abgeführt werden können.

Damit die Tabletten möglichst störungsfrei und schwerkraftbedingt die Rutsche ver- lassen können, muss die Ablaufrutsche eine steile Neigung von der Matrizenscheibe nach außen aufweisen. Die Steilheit der Ablaufrutsche erschwert allerdings einen hindernisfreien Anschluss der Ablaufrutsche an die Matrizenscheibe der Tabletten- presse, da die Oberfläche der Matrizenscheibe horizontal und eben ausgebildet ist. Ein weiteres Anliegen der vorliegenden Erfindung ist es demnach, den Übergangs- bereich zwischen Matrizenscheibe und Ablaufrutsche möglichst hindernisarm und wenig störungsanfällig zu gestalten.

Konventionelle Ablaufrutschen können bis zu vier Kanäle zur Aufnahme verschiede- ner Tabletten umfassen. Eine herkömmliche Rutsche kann beispielsweise einen Gutkanal umfassen, in den die als„gut“ befundenen Tabletten geleitet werden. Ein weiterer Kanal kann als„Musterkanal“ bezeichnet werden. Er kann für Stichproben verwendet werden, die aus dem Tablettenstrom im Gutkanal entnommen werden o- der für Probetabletten, die am Anfang eines Produktionszyklus oder beim Anlaufen der Tablettiermaschine hergestellt werden. Ein dritter Kanal kann beispielsweise für Ausschuss-Tabletten aus dem Gutkanal verwendet werden. Ein weiterer Kanal kann dafür eingerichtet sein, als„schlecht“ befundene Tabletten aufzunehmen. Dieser Ka- nal wird vorzugsweise auch als„Schlechtkanal“ bezeichnet, wobei das Aussortieren der Schlechttabletten beispielsweise mit einer Einzelsortiervorrichtung erfolgen kann. Das Aussortieren umfasst insbesondere eine Trennung der„guten“ von den „schlechten“ Tabletten.

Die einzelnen Kanäle liegen in der Regel in einer Ebene nebeneinander in der Ab- laufrutsche vor, so dass die herkömmlichen Rutschen dadurch sehr breit und auch schwer werden können. Die Abmessungen der Rutsche und auch das Teilegewicht erhöhen sich ferner, wenn mit der Tablettiermaschine auch große Tabletten mit ei- nem Durchmesser von beispielsweise 25 mm und einer Dicke von 5 mm hergestellt werden sollen. Für diese großen Tabletten muss die Kanalbreite so ausgelegt wer- den, dass zwei Tabletten nebeneinander zusammen mit einer senkrecht stehenden Tablette zwischen den beiden flach liegenden Tabletten genügend Platz haben und nicht zwischen den üblicherweise senkrecht verlaufenden Kanalwänden verklem- men. Ein Tablettenstau bei diesen großen Tabletten ist besonders kritisch, da durch das hohe Tablettengewicht von mehreren Gramm pro Tablette und aufgrund des großen Volumens der Tabletten der Kanal besonders schnell verstopft und die Tab- letten, der Tablettenbruch und der Staub unerwünschterweise im gesamten Press- raum verteilt werden können. Dies kann zum Maschinenstillstand und einer erforder- lichen Generalreinigung führen. Wenn zwei Tabletten nebeneinander liegen und sich zwischen ihnen eine senkrecht stehende Tablette befindet, ergibt sich bei den oben genannten Beispielsdimensionen eine erforderliche Breite von 55 mm für ei- nen Kanal der Ablaufrutsche. Da üblicherweise zusätzlich etwas Spiel- und Frei- raum zu den Seitenwänden des Kanals eingeplant wird, können herkömmliche Rut- schenkanäle eine lichte innere Weite von beispielsweise 60 mm aufweisen. Bei ei- ner Vierkanal-Rutsche für große Brausetabletten würde sich so eine lichte Gesamt- breite von 240 mm ergeben, so dass die Rutsche zuzüglich der Trennstege zwi- schen den Kanälen eine totale Breite von 255 mm hat. Solche Rutschen sind aller dings sehr unhandlich und aufgrund ihrer Herstellung aus einem Vollmaterial sehr schwer. Darüber hinaus stellt es eine große technische Herausforderung dar, eine solch breite Ablaufrutsche hindernis- und störungsfrei an die Matrizenscheibe anzu- schließen, um die Tabletten ohne Rückstaubildung aus dem Pressraum der Tablet- tiermaschine herauszuleiten. Eine besondere Herausforderung besteht technisch betrachtet darin, dass sich die Matrizenscheibe in einer horizontalen Ebene befindet und die Tablettenablaufrut- sche unter einem relativ steilen Winkel auf die Außenseite der Matrizenscheibe trifft. Bei mittiger Platzierung der Rutsche zur Matrizenscheibe kann man die mittigen Ka näle noch gut an das horizontale Niveau der Matrizenscheibe anpassen. Allerdings stellt die Anpassung der äußeren Kanäle eine Herausforderung dar, die weit von ei- ner virtuellen Mittellinie oder Zentralachse der Rutsche und der Matrizenscheibe entfernt sind. Diese Herausforderung wird bei herkömmlichen Ablaufrutschen dadurch gelöst, dass im Bereich der äußeren Rutschenkanäle horizontale Passble- che verwendet werden, die den Übergang von der Rutsche zur Matrizenplatte er- möglichen sollen. Nachteilig an dieser Behelfslösung ist allerdings, dass sich zur Rutschenneigung horizontale Flächen ergeben, auf denen die Tabletten häufig lie gen bleiben, da sich die Passbleche in der gleichen Ebene wie die Matrizenscheibe befinden.

Es ist aus der US 3,097,161 A eine Kapselfüllmaschine bekannt, bei der eine Ab- laufrutsche für die befüllten Kapseln eine Druckluftvorrichtung umfasst, welche nicht vollständig befüllte Kapseln aufgrund ihres geringeren Gewichts auf eine über der Ablaufrutsche angeordnete Ebene bläst. Der dort dargestellte Sortiermechanismus ermöglicht jedoch keine Sortierung von Kapseln in verschiedene Teilmengen auf- grund anderer Eigenschaften als deren Gewicht. Aber auch zur Unterscheidung von Kapseln mit geringen Gewichtsunterschieden ist dieser Mechanismus nicht geeig- net, da nur Objekte mit einer ausreichend großen Oberfläche und gleichzeitig gro- ßen Gewichtsunterschieden durch solch einen Druckluftmechanismus sortiert wer- den können. Außerdem muss der beschriebene Mechanismus zur Sortierung gegen die Schwerkraft arbeiten und benötigt immer die Bereitstellung ausreichender Ener- gie, um eine Kapsel entgegen dieser auf eine höhere Ebene zu heben.

Ein weiterer Nachteil von bekannten Tablettenablaufrutschen sind die verwendeten Sortierweichen, mit denen Tabletten von einem Kanal in einen anderen Kanal ge- schleust werden können. Bei einigen Vorrichtungen aus dem Stand der Technik be- finden sich die Sortierweichen als Klappen in der Lauffläche der Kanäle, wobei sich diese Klappen entweder nach oben oder nach unten öffnen können, wodurch bei- spielsweise fehlerhafte Tabletten aussortiert werden. Hier ist der Nachteil darin zu sehen, dass sich beim Schließen der Klappe nach dem Sortiervorgang„gute“ Tab- letten zwischen der Klappe und dem Kanalboden verklemmen können, was häufig zu einem unerwünschten Rückstau führt.

Im Stand der Technik sind ferner drehbare Metallfahnen als Sortierweichen bekannt, die senkrecht zur Lauffläche der Rutschen angeordnet sind. Beispielsweise be- schreibt die US 8,078,329 B2 eine Tablettiermaschine mit solchen Metallfahnen. Diese einfachen Fahnen oder auch u-Profile liegen im Ruhezustand in einer Aus- buchtung an einer Flanke oder Seite im Gutkanal vor. Die Konstruktion der Weichen und die Ausführung der Schaltfahnen beziehungsweise u-Profile muss sowohl leicht für die benötigte hohe Drehgeschwindigkeit sein, aber auf der anderen Seite auch stabil genug, damit nicht nach jedem Waschvorgang der Rutschen die Schaltfahnen gerichtet und zurechtgebogen werden müssen. Sind die Schaltfahnen oder die Drehachse verbogen, dann schleift die Unterseite der Schaltfahne auf der Laufflä- che des Kanals und die Schaltfahne blockiert vor dem Erreichen der Endlage. Ist durch die Deformation der Schaltfahne ein zu großer Abstand zwischen der Unter- kante der Schaltfahne und der Lauffläche des Kanals entstanden, dann können sich Tabletten in dem Spalt verklemmen, was die Funktion der Weiche nachteilig beein- flussen kann. Auch in diesem Fall kommt es häufig zu einem Rückstau der Tablet- ten, der bis zum Rotor zurückreichen kann und somit den Betrieb der Tablettierma- schine unmöglich macht. Oftmals werden diese Schaltfahnen mit Drehmagneten be- trieben. Diese haben den Nachteil, dass sie nur in einer Richtung aktiv mit Strom betrieben werden und die Rückstellung durch Federkraft erfolgt. Insbesondere bei den drehbaren Schaltfahnen mit diesen nicht optimalen Drehantrieben passierte es oft, dass sich Tabletten zwischen die Unterkante der Schaltfahne und dem Boden- blech der Rutsche verklemmt haben. Dann klemmte und blockierte die Schaltfahne in beliebiger Position und die Tabletten konnten unkontrolliert in den einen oder an- deren - falschen - Kanal gelangen.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Ablaufrutsche für eine Tab- lettiermaschine und ein Verfahren zum Sortieren von Presslingen nach deren Her- stellung in einer Tablettiermaschine bereitzustellen, die nicht die Mängel und Nach- teile der aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen aufweisen. Insbeson- dere soll die bereitzustellende Ablaufrutsche so an die Matrizenscheibe der Tablet- tiermaschine angeschlossen werden können, dass der Übergang von der Matrizen- scheibe in die Ablaufrutsche möglichst störungsfrei und ohne einen Rückstau der Tabletten zu verursachen vonstattengehen kann. Dies soll insbesondere für Tablet- ten mit verschiedenen Geometrien, Größen und Gewichten ermöglicht werden. Dar- über hinaus sollen in der Ablaufrutsche Sortiervorrichtungen angeordnet sein, die ein unkompliziertes Überwechseln der Tabletten von einem in einen anderen Kanal innerhalb der Ablaufrutsche ermöglichen. Darüber hinaus soll die bereitzustellende Ablaufrutsche gut zu handhaben sein und ein möglichst geringes Gewicht aufwei- sen. Mit dem bereitzustellenden Verfahren soll eine effiziente und rückstaufreie Sor- tierung von Presslingen und deren Verteilung auf verschiedene Kanäle der Ablauf- rutsche gewährleistet werden.

Beschreibung der Erfindung:

Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche. Vorteil- hafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrie- ben. Erfindungsgemäß ist eine Ablaufrutsche für eine Tablettiermaschine vorgese- hen, die einen ersten Kanal und einen oder mehrere weitere Kanäle zur Aufnahme von Presslingen umfasst. Die Ablaufrutsche ist dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufrutsche eine erste und eine zweite Ebene umfasst, wobei die beiden Ebenen übereinander angeordnet vorliegen und die erste Ebene den ersten Kanal umfasst, sowie Eingänge für die weiteren Kanäle, wobei die Ablaufrutsche eine oder mehrere Sortiervorrichtungen umfasst, die dazu eingerichtet sind, zumindest einige dieser Eingänge freizugeben oder zu blockieren, wodurch die Presslinge in Teilmengen von Presslingen unterteilt werden. Dabei ist besonders bevorzugt, dass mindestens eine der Teilmengen von Presslingen über mindestens einen der weiteren Kanäle in die zweite Ebene gelangt.

Die vorgeschlagene Ablaufrutsche kann aufgrund ihrer Ausbildung in zwei Ebenen besonders schmal hergestellt, unkompliziert und unaufwändig an einer Tablettier- maschine befestigt werden, um die Presslinge aus dem Pressraum der Tablettier- maschine herauszuleiten und entsprechenden Ausläufen zuzuführen. Es hat sich gezeigt, dass der Übergang zwischen der Matrizenscheibe der Tablettiermaschine und der vorgeschlagenen Ablaufrutsche aufgrund der schmalen Ausführung der Ab- laufrutsche besonders„glatt“ und ohne Hindernisse für die Presslinge gestaltet wer- den kann, wodurch die Bildung von Fehleitungen und Rückstaus in den Pressraum hinein effizient vermieden wird. Bei einer Fehlleitung bleibt im Sinne der Erfindung eine fehlerhafte Tablette auf den vorzugsweise horizontalen Passblechen liegen. Nach einiger Zeit kann sie durch die Vibrationen von dem Blech rutschen und da- durch unkontrolliert in den Gutkanal gelangen, so dass sie unerwünschterweise mit den als„gut“ befundenen Tabletten die Rundlaufpresse verlässt.

Dadurch, dass die Sortierkanäle der vorgeschlagenen Ablaufrutsche in zwei Ebenen angeordnet sind, können die einzelnen Kanäle breiter ausgebildet sein als bei her- kömmlichen Ablaufrutschen, bei denen die Kanäle in einer Ebene angeordnet vorlie- gen. Dadurch wird gewährleistet, dass mit der vorgeschlagenen Ablaufrutsche Presslinge mit verschiedenen Geometrien, Größen und Gewichten besonders stö- rungsfrei und sicher durch die Kanäle der Ablaufrutsche fließen können, insbeson- dere ohne zu verkanten oder sich einzuklemmen. Dadurch werden unerwünschte Rückstaus vermieden und ein Zerbrechen der Presslinge, wenn im Verkantungsfall große Kräfte auf den Pressling wirken, verhindert. Es ist im Sinne der Erfindung be- vorzugt, dass die Begriffe„Tabletten“ und„Presslinge“ synonym verwendet werden.

Vorteilhafterweise können nebeneinander angeordnete Kanäle der oberen Ebene sehr breit sein, da weitere Kanäle in der zweiten Ebene angeordnet werden können. So können z. B. zwei obere Kanäle jeweils eine lichte Breite von 60 mm haben, so- dass vorteilhafterweise auch zwei größere Tabletten, wie z. B. Brausetabletten, mit einem Durchmesser von 25 mm nebeneinander und mit einer Tablette senkrecht dazwischen die Rutsche passieren können, ohne zu verklemmen. Ein Rutschen- schacht in der unteren Ebene, z. B. unter dem zweiten Rutschenkanal, ist dann vor- zugsweise für den Abtransport der aussortierten Einzeltabletten und der aussortier- ten Mittelwert-Tabletten bestimmt.

So ermöglicht die doppelstöckige-Tablettenablaufrutsche auf eine Breite von z. B. NUR max. 120 mm insgesamt beispielsweise 4 unterschiedliche Kanäle, die alle für die Handhabung von unterschiedlichen Tabletten, insbesondere von besonders gro- ßen Brausetabletten geeignet sind. Weiterhin erfolgt die notwendige Weichenum- stellung zur Leitung der Tablettenströme bevorzugt mittels vertikal beweglicher Tan- dem-Schwerter (Stege), zwischen denen sich keine Tablette oder Tablettenbruch mehr verklemmen kann.

Eine maximale Schachtbreite bei Tablettenrutschen ist insbesondere durch den übli- chen Einsatz von Wechselrotoren notwendig geworden. Da bei allen modernen Rundlaufpressen der Rotor - und damit auch das Werkzeugformat - bevorzugt ge- wechselt werden kann, können mit einer Maschine vorteilhafterweise sehr kleine Tablette aber auch sehr große Tabletten, wie z.B. Brausetabletten, gefertigt werden. Da man nun nicht für jedes Tablettenformat eine eigene Tablettenablaufrutsche ver- wenden will, sollte mit der Rutsche problemlos jedes Tablettenformat transportiert werden können. Mit einer„Standardrutsche“ können bevorzugt Tabletten bis 25 mm Durchmesser gepresst werden. Dabei sollten die Rutschen schon aus Stabilitäts gründen bevorzugt nicht breiter als 120 mm sein. Somit ist der verfügbare Raum für die Rutsche in der Breite beschränkt. Vorteilhafterweise ist durch die Vorrichtung eine 4-fach Tablettenablauf-Rutsche mit einer Breite von insbesondere 120 mm und mit einer Schachtbreite von jeweils 60 mm möglich, wobei die 4-Schächte bevorzugt auf zwei Ebenen verteilt sind und die Führung der Tablettenströme bevorzugt erfolgt mittels zwei vertikal arbeitender Tandem-Schwerter (Stege), die nicht mehr verklem- men können.

Vorteilhafterweise können die Stege zum Aussortieren von fehlerhaften Mittelwert- Tabletten die Kanälen Nr. 3+4, vorzugsweise in einer unteren Ebene und zum Aus- sortieren von Mustertabletten in einen Kanal Nr.2 verwendet werden. Schlechte Ein- zelwert-Tabletten werden dabei bevorzugt über die Einzelsortierung mittels Druckluft in den Kanal Nr. 4 geleitet. Für die Linearantriebe der Tandem- Schwerter wird vor- zugsweise ein entsprechender Raum unterhalb des Kanals Nr.1 benötigt. An dem äußeren Ende dieses unteren Kanals befindet sich vorteilhafterweise ein Anschluss für eine Staubabsaugung für die beiden oberen Kanäle Nr.1 +2.

Anwendungstests haben gezeigt, dass die vorgeschlagenen Ablaufrutschen leichter vom Gewicht her sind als konventionelle Ablaufrutschen, mit den im Stand der Technik beschriebenen Breiten und Blech- oder Materialdicken. Aufgrund der kom- pakten, schmalen Ausführung, die durch die vorgeschlagene Ablaufrutsche gewähr- leistet wird, ist die Ablaufrutsche für einen Operator oder Bediener der Tablettierma- schine gut zu handhaben und besonders bedienungsfreundlich. Einen besonderen Verdienst der Erfindung stellt es dar, dass durch die vorgeschlagene Anordnung der Elemente der Ablaufrutsche die erste Ebene der Ablaufrutsche ohne elektrische Komponenten bereitgestellt werden kann, so dass diese obere Eben der Ablaufrut- sche überraschenderweise gewaschen werden kann und dem Kunden in einer waschbaren Ausführung zur Verfügung gestellt werden kann, was im täglichen Be- trieb der Ablaufrutsche zu Einsparungen im Bereich von Personal und Kosten füh- ren kann. Überraschenderweise kann auch die zweite, untere Ebene der Ablaufrut- sche gewaschen werden, wenn zuvor elektrische Komponenten, die mit der zweiten Ebene der Ablaufrutsche assoziiert sind, entfernt wurden, wie zum Beispiel Stau- sensoren oder die beiden Linearantriebe, die die Sortiervorrichtungen beziehungs- weise ihre Elemente antreiben. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevor- zugt, dass eine Feuchtreinigung in einer Waschmaschine für Komponenten einer Tablettiermaschine möglich ist.

Weitere Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass die vorgeschlagene Ablaufrut- sche eine besonders stabile und verwindungssteife Form aufweist, so dass die Ab- laufrutsche den hohen mechanischen Belastungen im Langzeit-Einsatz standhält. Indem die Ablaufrutsche aus Edelstahl, Kunststoff und/oder Aluminium gefertigt sein kann, kann die vorgeschlagene Ablaufrutsche von der FDA USA zugelassen wer- den. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass Aluminium durch ein Nickel-Coating veredelt wird und/oder dass Eisen- oder Stahlmaterialien durch Vernickeln und/oder Verchromen gegen Korrosion geschützt werden. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die Ablaufrutsche Edelstahl 316L umfasst, da die Verwendung dieses Edelstahls gewährleistet, dass sich auch bei höchster oder längerer Belastung die Schutzschichten aus Nickel und/oder Chrom nicht abnutzen oder ablösen. Durch die verwendeten Materialien und die Ausgestal- tung der Ablaufrutsche können dauerhaft besonders glatte Laufflächen für die Tab- letten bereitgestellt werden, wodurch ein Verklemmen, Verkannten oder die Bildung von Rückstaus wirksam vermieden werden kann. Es war vollkommen überraschend, dass eine Ablaufrutsche bereitgestellt werden kann, bei der eine Montage und De- montage ohne Werkzeug erfolgen kann. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die vorgeschlagene Ablaufrutsche mit Schnellverschlüssen auf einem Rutschenträger befestigt vorliegt. Weiter kann im Zusammenhang mit der Verwen- dung der vorgeschlagenen Ablaufrutsche eine Stauüberwachung im Gutkanal erfol- gen, wodurch ein Rückstau in den Pressraum der Tablettiermaschine besonders wirksam vermieden werden kann.

Es ist im Sinne der Erfindung, dass die vorgeschlagene Ablaufrutsche mehrere Sor- tierkanäle umfasst, in die die Presslinge nach ihrer Herstellung im Pressraum der Tablettiermaschine in Abhängigkeit von ihren Eigenschaften sortiert werden können. Insbesondere umfasst die Ablaufrutsche einen ersten Kanal und einen oder meh- rere weitere Kanäle. Vorzugsweise werden die Presslinge oder die Tabletten, die durch Anheben der Unterstempel aus Öffnungen in der Matrizenscheibe ausgesto- ßen werden und auf der Matrizenscheibe zu liegen kommen, durch einen Tabletten- Abstreifer, der sich beispielsweise mit einem geringen Abstand oberhalb der Matri- zenscheibe befindet, in den Übergangsbereich von Tablettiermaschine und Ablauf- rutsche, insbesondere Matrizenscheibe und Ablaufrutsche, befördert. In diesem Übergangsbereich erfolgt ein erster Sortiervorgang, bei dem der Strom von Presslin- gen beziehungsweise die Gesamtheit der hergestellten Presslinge in zwei Teilmen- gen von Presslingen aufgeteilt wird. Im Sinne der Erfindung werden mit dem Begriff „Teilmenge der Presslinge“ solche Presslinge zusammengefasst, die sich nach Ab- schluss eines Sortiervorgangs im selben Sortierkanal der Ablaufrutsche befinden.

Die vorgeschlagene Ablaufrutsche weist in dem Übergangsbereich zwei Eingänge für die Presslinge auf, wobei ein erster Eingang in einen ersten Kanal der Ablaufrut- sche einmündet und dieser erste Kanal vorzugsweise eine erste Teilmenge von Presslingen aufnimmt.

Der erste Kanal der Ablaufrutsche ist vorzugsweise als durchgehender Kanal aus- gebildet, an dessen Ende ein Auslauf für eine erste Teilmenge von Presslingen an- geordnet vorliegt. Der erste Kanal ist Bestandteil der ersten Ebene der Ablaufrut- sche, die im Sinne der Erfindung bevorzugt auch als obere Ebene der Ablaufrutsche bezeichnet wird. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass insbesondere die erste oder obere Ebene der Ablaufrutsche auf im Wesentlichen derselben Höhe an- geordnet ist, wie die im Wesentlichen horizontale Ebene der Matrizenscheibe der Tablettiermaschine, wodurch vorteilhafterweise der ungehinderte Übergang der Tabletten aus dem Pressraum auf die Ablaufrutsche erfolgen kann. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den ersten Kanal als Gutkanal zu bezeichnen. Vorzugs- weise werden in den Gutkanal die Presslinge einsortiert, die von den verschiedenen Prüfvorrichtungen und Überwachungsmechanismen als„gut“ und damit ordnungs- gemäß befunden wurden, so dass sie in den Handel und zum Verbraucher gelan- gen können. Diese als„gut“ befundenen Presslinge bilden vorzugsweise die erste Teilmenge von Presslingen und werden im Sinne der Erfindung bevorzugt als„Gut- Tabletten“ bezeichnet. Der Gutkanal ist als durchgehender Kanal ausgebildet, so dass die für„gut“ befundenen Tabletten vom Übergangsbereich zwischen Tablettier- maschine und Ablaufrutsche direkt in den Bereich eines Auslaufs des Gutkanals ge- langen können, der sich vorzugsweise am Ende des Gutkanals auf der der Tablet- tiermaschine gegenüberliegenden Seite der Ablaufrutsche befindet. Diese Seite der Ablaufrutsche, an der sich bevorzugt die Ausläufe der Sortierkanäle befinden, wird im Sinne der Erfindung bevorzugt als Auslauf der Ablaufrutsche bezeichnet, wäh- rend die Seite der Ablaufrutsche, die den Übergangsbereich zur Tablettiermaschine bildet, vorzugsweise als oberer Einlauf der Ablaufrutsche bezeichnet wird. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Gutkanal von Seitenwänden begrenzt wird, wobei der Gutkanal vorzugsweise an einer Seite von einer Außenwand der Ablauf- rutsche begrenzt wird und an seiner anderen Seite von einer im Wesentlichen mittig in der Ablaufrutsche angeordneten Mittelwand der Ablaufrutsche. Diese Mittelwand weist vorzugsweise zwei Öffnungen auf, die bevorzugt als Eingänge zum dritten und vierten Kanal der Ablaufrutsche dienen und die mit den Stegen der ersten und der zweiten Sortiervorrichtung freigegeben oder blockiert werden können.

Die vorgeschlagene Ablaufrutsche weist in dem Übergangsbereich einen zweiten Eingang auf, der vorzugsweise in einen zweiten Kanal der Ablaufrutsche einmündet. Dieser zweite Kanal ist vorzugsweise dafür eingerichtet, eine zweite Teilmenge von Presslingen aufzunehmen. Bei diesen Tabletten der zweiten Teilmenge handelt es sich vorzugsweise um solche Tabletten, die am Tablettenabstreifer mit Druckluft aussortiert und als fehlerhaft befunden wurden. Diese Tabletten, die bevorzugt die zweite Teilmenge von Presslingen bilden, werden vorzugsweise auch als„Schlechtt- abletten“ bezeichnet. Der Schlechtkanal umfasst einen kurzen Kanalabschnitt, der vorzugsweise an drei Seiten von einer festen Seitenwand umgeben ist. Dabei wird eine Seitenwand vorzugsweise von der Mittelwand der Ablaufrutsche und die ge- genüberliegende Seite von einer Außenwand der Ablaufrutsche gebildet. Die Mittel- wand und die Außenwand liegen vorzugsweise mit einer Verbindungswand verbun- den vor, wobei diese Verbindungswand den hinteren Abschluss des Schlechtkanals bildet und den Schlechtkanal nach hinten begrenzt, so dass keine Presslinge der zweiten Teilmenge in einen anderen Kanal der oberen Ebene der Ablaufrutsche ge- langen können. Im Boden des Schlechtkanals ist vorzugsweise eine Öffnung ange- ordnet, durch die die Presslinge der zweiten Teilmenge in die zweite Ebene der Ab- laufrutsche, die bevorzugt auch als untere Ebene bezeichnet wird, fallen können. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die zweite Ebene einen fünften Kanal umfasst, der vorzugsweise auch als Sammelkanal bezeichnet wird. In dem Sammel- kanal werden vorzugsweise diejenigen Presslinge gesammelt, die in den zweiten o- der dritten Kanal der Ablaufrutsche geleitet wurden, d.h. vorzugsweise die zweite und dritte Teilmenge der Presslinge bilden. Bei diesen Tabletten handelt es sich be- vorzugt um die Schlechttabletten, die mit Druckluft im Bereich des Tablettenabstrei- fers aussortiert wurden, weil sie fehlerhaft sind, oder um die Ausschusstabletten aus dem Gutkanal, die mit der ersten Sortiervorrichtung in den Ausschusskanal, d.h. den dritten Kanal der Ablaufrutsche geleitet wurden. Es ist im Sinne der Erfindung bevor- zugt, dass der fünfte Kanal dazu eingerichtet ist, die Schlechttabletten und Aus- schusstabletten einem Auslauf zuzuführen, der vorzugsweise Bestandteil der zwei- ten Ebene der Ablaufrutsche ist. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Sammelkanal in der zweiten Ebene insbesondere unterhalb des zweiten, dritten und vierten Kanals angeordnet vorliegt und somit vorzugsweise im Wesentlichen eine Hälfte der unteren Ebene füllt, während die andere Seitenhälfte der unteren Ebene vorzugsweise die Linearantriebe der Sortiervorrichtungen umfasst, die vorzugsweise an einem Boden der zweiten Ebene der Ablaufrutsche befestigt vorliegen. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Schlechtkanal in seinem Boden eine Öff nung aufweist, so dass die Presslinge, die in den zweiten Kanal gelangen, durch diese Öffnung in den Sammelkanal der zweiten Ebene der Ablaufrutsche fallen. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die obere Ebene der Ablaufrutsche von einer Mittelwand in zwei im Wesentlichen ähnlich breite Seitenhälften geteilt wird. Während die eine Seite, beispielsweise in der Draufsicht aus Richtung der Tablettiermaschine die linke Seite, von dem vorzugsweise durchgehenden ersten Kanal, der bevorzugt den Gutkanal für die als„gut“ befundenen Tabletten bildet, wird die andere Seitenhälfte, in der Draufsicht aus Richtung der Tablettiermaschine beispielsweise die rechte Seite, bevorzugt vom zweiten, dritten und vierten Kanal gebildet, mit anderen Worten vom Schlechtkanal, vom Ausschusskanal und vom Musterkanal der Ablaufrutsche. Die Mittelwand, die bevorzugt diese Trennung mar- kiert, weist vorzugsweise zwei Öffnungen auf, durch die die Presslinge aus dem Gutkanal, d.h. aus der ersten Teilmenge der Presslinge, in den dritten oder vierten Kanal der Ablaufrutsche gelangen können.

Der dritte Kanal wird bevorzugt auch als Ausschusskanal bezeichnet. Er nimmt be- vorzugt die Tabletten aus dem Gutkanal auf, die außerhalb einer zuvor definierten Gewichtstoleranz liegen. Solche Tabletten können beispielsweise beim Start und beim Anlaufen der Tablettiermaschine oder beim Beenden oder Unterbrechen eines Produktionsvorgangs erzeugt werden. Aber auch während der Produktion, wenn zum Beispiel eine Störung bei der Pressmaterialzufuhr eintritt oder es zu einer Brü- ckenbildung in der Materialzufuhr und dadurch zu einer Reduzierung des Material- flusses in das Füllgerät kommt oder das Pressmaterial dem Ende zugeht, kann der Presskraftmittelwert erheblich vom Sollwert abweichen, wodurch eine Aussortierung dieser Tabletten in den Ausschusskanal notwendig ist. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Ausschusskanal in seinem Boden eine Öffnung aufweist, so dass die Presslinge, die in diesen dritten Kanal gelangen, durch diese Öffnung in den Sammelkanal der zweiten Ebene der Ablaufrutsche fallen und dem Auslauf in der zweiten Ebene für aussortierte Tabletten zugeführt werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den Eingang des dritten Kanals als erste Öffnung in der Mittel wand der Ablaufrutsche zu bezeichnen.

Der vierte Kanal der Ablaufrutsche wird bevorzugt auch als Musterkanal bezeichnet. Er kann vorzugsweise für Stichproben verwendet werden, die aus dem Tabletten- strom im Gutkanal entnommen werden oder für Probetabletten, die am Anfang ei- nes Produktionszyklus oder beim Anlaufen der Tablettiermaschine hergestellt wer- den. Die Tabletten, die in den vierten Kanal der Ablaufrutsche gelangen, werden be- vorzugt auch als Mustertabletten bezeichnet; sie bilden vorzugsweise die vierte Tei- lemenge von Presslingen. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Mus- terkanal in seinem Boden keine Öffnung aufweist, wobei die vierte Teilmenge von Presslingen in einen Auslauf für die vierte Teilmenge von Presslingen gelangt, wo bei dieser Auslauf Bestandteil der ersten Ebene ist. Vorzugsweise werden Tabletten der vierten Teilmenge von Presslingen auch als Mustertabletten bezeichnet. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die zweite Sortiervorrichtung dazu verwen- det werden kann, um Tablettenmuster aus dem Gutkanal auszuschleusen. Vorzugs- weise verlassen die Mustertabletten den Gutkanal durch die Öffnung in der Mittel wand der Ablaufrutsche und gelangen dadurch in den Musterkanal, an dessen Ende ein Auslauf für Mustertabletten angeordnet ist. Dieser Auslauf für Mustertabletten ist vorzugsweise am hinteren, vorzugsweise linken Ende der ersten Ebene der Ablauf- rutsche angeordnet. Die Mustertabletten können dort in Tüten oder kleinen Behäl- tern aufgefangen werden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den Eingang des vierten Kanals als zweite Öffnung in der Mittelwand der Ablaufrutsche zu bezeich- nen.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die zwei Öffnungen in der Mittelwand der Ablaufrutsche, die vorzugsweise die Eingänge für den dritten und den vierten Sortierkanal bilden, mit Sortiervorrichtungen geöffnet und geschlossen werden kön- nen. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die Presslinge mit der ersten Sortiervorrichtung aus dem ersten Kanal in einen dritten Kanal geleitet werden und dass die Presslinge mit der zweiten Sortiervorrichtung aus dem ersten Kanal in einen vierten Kanal geleitet werden. Mit anderen Worten ist die erste Sor- tiervorrichtung dazu eingerichtet, Presslinge aus dem Gutkanal in den Ausschusska- nal zu leiten, während die zweite Sortiervorrichtung dazu eingerichtet ist, Presslinge aus dem Gutkanal in den Musterkanal zu leiten. Insofern fungieren die Sortiervor- richtungen vorzugsweise als Weichen, die dazu eingerichtet sind, einen Strom von Presslingen zu kanalisieren in dem Sinne, dass beispielsweise entweder ein Durch- gang durch den durchgehenden Gutkanal in der ersten Ebene der Ablaufrutsche ge- währt wird oder dass ein Pressling oder eine Gruppe von Presslingen in eine Öff nung in der Mittelwand der Ablaufrutsche geleitet wird, wodurch der Pressling oder die Gruppe von Presslingen aus dem einen durchgehenden Gutkanal aussortiert wird.

Vorzugsweise wird mit der Erfindung eine kompakte, schmale zweibahnige Tablet- tenauslaufrutsche bereitgestellt, welche die Funktion einer breiten vierbahnigen Tablettenablaufrutsche erfüllt, indem die Ablaufrutsche eine obere und eine untere Ebene aufweist, wobei sich in der oberen Ebene die Kanäle für Gut-, Muster-, Aus- schuss- und Schlechttabletten befinden und wobei sich in der unteren Ebene der Sammelkanal für die Tabletten aus dem Ausschusskanal und dem Schlechtkanal befindet, sowie der mechanische Antrieb für linear bewegliche Sortier- und Trenn- stege, die wiederum mit einem Linearantriebe pro Stegpaar und Sortiervorrichtung verbunden sind. Durch die besonders kompakte, schmale Ausgestaltung der Tablet- tenrutsche wird es insbesondere ermöglicht, dass verschiedene Tablettenformate, -geometrien, -großen und -gewichte insbesondere durch die Schwerkraft störungs- frei die Rutsche verlassen können.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die erste Sortiervorrichtung insbeson- dere durch die schräge Positionierung im Gutkanal die Ausschusstabletten in den Ausschusskanal leitet und dass die zweite Sortiervorrichtung insbesondere durch die schräge Positionierung im Gutkanal die Mustertabletten aus dem Gutkanal in den Musterkanal leitet. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die erste Ebene Eingänge für einen zweiten Kanal, dritten Kanal und vierten Kanal umfasst, die zur Aufnahme einer zweiten, dritten und vierten Teilmenge von Presslingen ein- gerichtet sind, wobei Abschnitte des zweiten und dritten Kanals Öffnungen in einem Boden der ersten Ebene umfassen, durch die die zweite und dritte Teilmenge von Presslingen in die zweite Ebene gelangen kann. Es ist im Sinne der Erfindung bei- spielsweise bevorzugt, dass der Ausschusskanal in der oberen Ebene keinen Bo- den hat, so dass die Tabletten, die in diesen dritten Kanal geleitet werden, nach un- ten in die untere Ebene in den Sammelkanal fallen, der im Sinne der Erfindung be- vorzugt einen fünften Kanal darstellt. Es ist im Sinne der Erfindung insbesondere bevorzugt, dass die einzeln im Bereich des Tablettenabstreifers durch Druckluft aus- sortierten schlechten Tabletten in den Schlechtkanal in der oberen Ebene geleitet werden und dass diese Schlechttabletten durch eine Öffnung im Kanalboden in den darunter befindlichen Sammel- oder Abfallkanal fallen, wobei der Schlechtkanal den zweiten Kanal im Sinne der Erfindung darstellt und der Sammelkanal den fünften Kanal im Sinne der Erfindung darstellt. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die zweite Ebene einen Auslauf für die zweite und dritte Teilmenge von Press- lingen aufweist, wobei dieser Auslauf Bestandteil der zweiten Ebene ist und das hin- tere Ende und den Auslauf des Sammelkanals darstellt.

Es ist ferner bevorzugt, dass die zweite und dritte Teilmenge von Presslingen durch die Öffnungen im Boden der ersten Ebene in die zweite Ebene gelangt. Mit anderen Worten ist es bevorzugt, dass die direkt vom Abstreifer mit Druckluft aussortierten Presslinge und Tabletten, die Ausschuss aus dem Gutkanal darstellen, durch die Öffnungen im Boden der ersten Ebene in die zweite Ebene gelangen. Vorzugsweise gelangt die vierte Teilmenge von Presslingen in einen Auslauf für die vierte Teil- menge von Presslingen, wobei dieser Auslauf Bestandteil der ersten Ebene ist. Hierbei handelt es sich bevorzugt um Mustertabletten, die über einen eigenen Aus- lauf aus der Ablaufrutsche herausgeholt werden können.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Sortiervorrichtungen einen ersten Steg und einen zweiten Steg umfassen, wobei die Stege über einen Linearantrieb dergestalt miteinander verbunden sind, dass eine Aufwärtsbewegung des ersten Steges eine Abwärtsbewegung des zweiten Steges bewirkt und umgekehrt. Die Ver- wendung von stabilen Stegen ist gegenüber den aus dem Stand der Technik be- kannten dünnen Blechen besonders vorteilhaft, weil die stabilen Stege sich nicht verbiegen können. Vorzugsweise umfasst eine Sortiervorrichtung jeweils einen vor- zugsweise schräg platzierten Sortiersteg, der über einen Linearantrieb im Wesentli- chen senkrecht von einer Bodenposition im Gutkanal auf eine obere Sortierposition angehoben werden kann. Vorzugsweise werden der erste Steg und der zweite Steg einer Sortiervorrichtung als„Stegpaar“ bezeichnet. Der erste Steg kann vorzugs- weise als Sortiersteg bezeichnet werden, der vorzugsweise schräg verlaufend im Gutkanal vorliegt. Der zweite Steg kann vorzugsweise als Trennsteg bezeichnet werden. Die beiden Trennstege der Sortiervorrichtungen liegen bevorzugt in den Eingängen des dritten Kanals und des vierten Kanals der Ablaufrutsche angeordnet vor, wobei der Trennsteg der ersten Sortiervorrichtung im Eingang des Ausschuss- kanals angeordnet ist und der Trennsteg der zweiten Sortiervorrichtung im Eingang des Musterkanals angeordnet vorliegt. Die Trennstege der beiden Sortiervorrichtun- gen verlaufen vorzugsweise im Wesentlichen parallel zu einer Bewegung des Presslingstroms im ersten Kanal in der ersten Ebene der Ablaufrutsche. Die beiden Sortierstege der beiden Sortiervorrichtungen verlaufen beispielsweise schräg inner- halb des Gutkanals.

Jeder Steg kann in einer Bodenposition oder Ruheposition im Boden der ersten Ebene der Ablaufrutsche oder in einer Sortierposition vorliegen. Wenn ein Steg in einer Sortierposition vorliegt, ist er vorzugsweise dazu eingerichtet, den Eingang o- der den Kanal, in dem er vorliegt, zu blockieren, während er den Eingang oder den Kanal, in dem er vorliegt, in der Bodenposition freigibt. Diese Bewegung der beiden miteinander verbundenen Stege einer Sortiervorrichtung wird im Sinne der Erfin- dung bevorzugt als„wechselseitiges Blockieren und Freigeben“ der Kanaleingänge bezeichnet. Mit anderen Worten verhindert ein Steg, der sich in einer Sortierposition befindet, den Durchgang für die Presslinge durch den Eingang oder den Kanal, in dem der entsprechende Steg vorliegt, während der Steg den Durchgang der Press- linge durch den Eingang oder den Kanal, in dem er vorliegt, freigibt, wenn der ent- sprechende Steg in der Bodenposition vorliegt. Die Bodenposition ist vorzugsweise dadurch gekennzeichnet, dass der Steg in einer Bodenplatte der oberen Ebene der Ablaufrutsche versenkt vorliegt und vorzugsweise bündig mit ihr abschließt, so dass die hergestellten Presslinge über den in der Bodenplatte versenkt vorliegenden Steg hinüberfließen können. Die Sortierposition oder Arbeitsposition eines Stegs kann vorzugsweise auch als ausgefahrene Position des Stegs bezeichnet werden.

Mit anderen Worten ist es im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Kanäle der Ablaufrutsche, in die die Presslinge nach ihrer Herstellung sortiert werden, auf zwei Ebenen angeordnet sind, wobei das Sortieren der Presslinge mit Tandem-Sortier- vorrichtungen erfolgt. Eine Sortiervorrichtung umfasst bevorzugt zwei Stege, die als Sortiersteg und als Trennsteg bezeichnet werden. Vorzugsweise umfasst der Sor- tiersteg einen Linearantrieb, der bevorzugt über einen Kipphebel mit dem Trennsteg verbunden ist. Sofern sich der Sortiersteg aus der Ruheposition nach oben in die Sortierposition bewegt, senkt sich automatisch der Trennsteg durch Federwirkung nach unten ab und gibt die Öffnung des Sortierkanals frei. Ein besonderes Verdienst der vorgeschlagenen Ablaufrutsche besteht darin, dass sich durch die im Wesentlichen senkrechte Auf- und Abbewegung der Stege keine Tabletten oder Bruchstücke von Tabletten zwischen den Stegen und dem Rutschen- boden verklemmen können, wodurch die Sortiervorrichtungen unerwünschterweise außer Funktion gesetzt werden könnten. In der Ruheposition befinden sich die Sor- tierstege bündig im Rutschenboden, mit dem die Stege vorteilhafterweise bündig abschließen, so dass der Tablettenstrom nicht behindert wird. In der Arbeitsposition befinden sich die Trennstege in der ausgefahrenen Stellung und verhindern zuver- lässig, dass„gute“ Tabletten in die falschen Kanäle gelangen.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass parallel zu einer Aufwärtsbewegung eines Sortiersteges der Trennsteg der entsprechenden Sortiervorrichtung, der vor- zugsweise den Eingang zum dahinter befindlichen Kanal verschließt, synchron nach unten bewegt wird, und so den entsprechenden Kanal für die auszusortierenden Tabletten freigibt. Vorzugsweise sind die Sortiervorrichtungen der vorgeschlagenen Ablaufrutsche im Wesentlichen identisch ausgebildet. Es ist bevorzugt, dass der Sortiersteg einer Sortiervorrichtung über einen Linearantrieb angehoben und abge- senkt wird und dass der Trennsteg der Sortiervorrichtung beispielsweise mittels ei- nes Kipphebels mechanisch an den Hub des Sortierstegs gekoppelt ist, wobei die beiden Stege der Sortiervorrichtung dadurch vorteilhafterweise eine gegenläufige Bewegung ausüben. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Linearan- triebe der Sortiervorrichtungen in einem Boden oder einer Bodenplatte der zweiten Ebene der Ablaufrutsche befestigt vorliegen. Vorzugsweise können die Linearan- triebe sowohl elektrisch, pneumatisch, motorisch und/oder hydraulisch betrieben werden.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfassen die Sortiervorrich- tungen jeweils einen ersten Steg und einen zweiten Steg, wobei die Stege über ei- nen Linearantrieb dergestalt miteinander verbunden sind, dass eine Aufwärtsbewe- gung des ersten Steges eine Abwärtsbewegung des zweiten Steges bewirkt und umgekehrt. Die Verbindung zwischen den zwei Stegen umfasst insbesondere einen Kipphebel bzw. eine Art Wippe, welcher bevorzugt drehbar gelagert ist und beidsei- tig der Lagerung Kipphebelarme bzw. Wippenarme umfasst, wobei vorzugsweise je- weils ein erster Arm mit dem ersten Steg und der zweite Arm mit dem zweiten Steg zusammenwirkt. Dies kann bspw. dadurch realisiert werden, dass die Arme und Stege entsprechend zueinander angeordnet sind und/oder die Stege entsprechend ausgeformt sind, so dass sie nur mit jeweils einem der beiden Arme zusammenwir- ken, z. B. durch angepasste Aussparungen. Dabei ist der Antrieb umfassend den Hebel insbesondere unterhalb der Stege angeordnet und wirkt mit deren Untersei- ten zusammen. Die Arme können dabei vorzugsweise entlang einer Linie zueinan- der angeordnet sein oder einen Winkel zueinander aufweisen. In einer ersten Posi- tion des Hebels befinden sich dann bevorzugt der erste Arm des Hebels in einer ge- senkten Position und der zweite Arm in einer gehobenen Position. Durch das Zu- sammenwirken und die geometrische Anordnung und/oder Ausformung des Hebels und der Stege befinden sich dann insbesondere der erste Steg in einer gesenkten Position und der zweite Steg in einer gehobenen Position. In einer zweiten Position des Hebels, in der sich der erste Arm in einer gehobenen Position und der zweite Arm in einer gesenkten Position befinden, ist es vorzugsweise umgekehrt. Die Stege sind dabei vorzugsweise durch Federelemente mit einer Federkraft beauf- schlagt, so dass derjenige Steg, dessen Arm sich in einer gesenkten Position befin- det, nach unten gedrückt wird. Bevorzugt wird demnach der Steg, dessen Kipphe- belarm sich in einer abgesenkten Position befindet, ebenfalls in einer abgesenkten Position sein, wobei der andere Steg entgegen der Federkraft durch die ausgeübte Kraft des gehobenen Kipphebelarms nach oben gedrückt wird. Um einen der beiden gekoppelten Stege in eine obere Position bzw. eine Aufwärtsbewegung zu bringen, muss daher die von dem jeweiligen Arm des Kipphebels ausgeübte Kraft größer sein als die Federkraft, die auf diesen Steg ausgeübt wird. Der andere Steg wird da- bei durch vor allem durch die Federkraft nach unten gedrückt. Bevorzugt wird die ausgeübte Kraft zum Anheben des einen der beiden Stege durch einen Motor, vor- zugsweise elektrisch, aber auch pneumatisch, motorisch und/oder hydraulisch er- zeugt. Insbesondere kann auch ein elektrischer Linearmotor und/oder Linearaktor umfasst sein. Es kann aber auch bevorzugt sein, dass an der Drehlagerung des Kipphebels durch eine Verbindung einer Drehachse des Kipphebels mit einer rotie- renden Welle eines Elektromotors eine Kippbewegung ausgelöst werden kann, in- dem der Motor eine Teilumdrehung in die eine oder andere Richtung ausführt.

Es kann ebenso bevorzugt sein, dass nur ein Steg mit einer Federkraft beaufschlagt ist, so dass bevorzugt nur dieser aktiv durch einen Antrieb angehoben werden muss, während der andere durch die Federkraft dieses Stegs über die Kopplung an- gehoben werden kann, wenn beispielsweise der Antrieb des mit Federkraft beauf- schlagten Steges nicht erfolgt.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Ablaufrutsche Sensoren umfasst, die dazu eingerichtet sind, die Bewegung der Stege der Sortiervorrichtungen hin- sichtlich eines Erreichens ihrer Endlagen zu kontrollieren. Diese Sensoren sind vor- zugsweise im Bereich der Linearantriebe angebracht. Vorzugsweise sind die Linear- antriebe somit mit einer Endlagenüberwachung ausgestattet.

In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Sortieren von Presslingen nach deren Herstellung in einer Tablettiermaschine, wobei die Press- linge durch eine oder mehrere Sortiervorrichtungen in einer Ablaufrutsche der Tab- lettiermaschine in unterschiedliche Kanäle der Ablaufrutsche geleitet werden, wobei die Sortiervorrichtungen jeweils einen ersten Steg und einen zweiten Steg umfas- sen, die über einen Linearantrieb dergestalt miteinander verbunden sind, dass eine Aufwärtsbewegung des ersten Steges eine Abwärtsbewegung des zweiten Steges bewirkt und umgekehrt. Für das Verfahren gelten die hinsichtlich der Ablaufrutsche erläuterten Definitionen, technischen Wirkungen und Vorteile analog.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Ablaufrutsche eine erste und eine zweite Ebene umfasst, wobei die Presslinge auf Höhe der ersten Ebene in die Ab- laufrutsche gelangen und durch die eine oder mehrere Sortiervorrichtungen zu Aus- läufen der Ablaufrutsche geleitet werden, wobei mindestens ein Auslauf Bestandteil der ersten Ebene und mindestens ein weiterer Auslauf Bestandteil der zweiten Ebene ist. Die erste Ebene kann beispielsweise zwei Ausläufe umfassen, wobei ein rechter Auslauf den Auslauf des Gut- oder ersten Kanals darstellt, während ein wei- terer linker Auslauf der oberen Ebene den Auslauf des Muster- oder vierten Kanals darstellt. Der Auslauf der unteren Ebene der Auslaufrutsche kann beispielsweise der Auslauf des Sammel- oder fünften Kanals sein, wobei in dem Sammelkanal die Tab- letten aus dem zweiten und dritten Kanal gesammelt werden, d.h. die Tabletten aus dem Schlecht- und dem Ausschusskanal. In einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Sortieren von Presslingen nach deren Herstellung in einer Tablettiermaschine, wobei die Press- linge bevorzugt durch eine oder mehrere Sortiervorrichtungen in einer Ablaufrutsche der Tablettiermaschine in unterschiedliche Kanäle der Ablaufrutsche geleitet wer- den, wobei die Ablaufrutsche eine erste Ebene und eine zweite Ebene umfasst, wel- che übereinander angeordnet vorliegen, wobei die Presslinge auf Höhe der ersten Ebene in die Ablaufrutsche gelangen und durch eine oder mehrere Sortiervorrich- tungen zu Ausläufen der Ablaufrutsche geleitet werden, wobei mindestens ein Aus- lauf Bestandteil der ersten Ebene und mindestens ein weiterer Auslauf Bestandteil der zweiten Ebene ist.

Für das Verfahren gelten die hinsichtlich der Ablaufrutsche erläuterten Definitionen, technischen Wirkungen und Vorteile analog.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Presslinge bevor- zugt durch die eine oder mehrere Sortiervorrichtungen in einer Ablaufrutsche der Tablettiermaschine in unterschiedliche Kanäle der Ablaufrutsche geleitet, wobei die Sortiervorrichtungen jeweils einen ersten Steg und einen zweiten Steg umfassen, die über einen Linearantrieb dergestalt miteinander verbunden sind, dass eine Auf- wärtsbewegung des ersten Steges eine Abwärtsbewegung des zweiten Steges be- wirkt und umgekehrt.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Ablaufrutsche zwei Sortiervorrich- tungen und fünf Kanäle umfasst, wobei die Presslinge mit der ersten Sortiervorrich- tung aus einem ersten Kanal in einen dritten Kanal geleitet werden und die Press- linge mit der zweiten Sortiervorrichtung aus einem ersten Kanal in einen vierten Ka- nal geleitet werden. Vorzugsweise werden die Presslinge, die am Abstreifer auf der Matrizenscheibe der Tablettiermaschine mittels Druckluft aussortiert werden, in den zweiten Kanal geleitet. Es ist ferner bevorzugt, dass die Presslinge, die in den zwei- ten oder dritten Kanal geleitet werden, in einem fünften Kanal, dem Sammelkanal, gesammelt werden, wobei der fünfte Kanal Bestandteil der zweiten Ebene der Ab- laufrutsche ist.

Ausführunqsbeispiel: Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben, wobei die Begriffe„rechts“ und„links“ so verwendet werden, wie sie sich in einer Draufsicht auf die Ablaufrutsche aus Richtung der Tablettiermaschine ergeben. In der ersten Ebene der Ablaufrutsche befindet sich auf der rechten Seite der sogenannte Gutka- nal. Von diesem Kanal gibt es eine erste Abzweigung zur linken Seite der Rutsche für alle aussortierten Tabletten, die einen Mittelwert über- oder unterschritten haben, wodurch die betroffenen Tabletten als Ausschuss betrachtet werden. Der Mittelwert bezieht sich vorzugsweise auf die gemessenen Presskraftsignale, wobei der Mittel- wert vorteilhafterweise„gleitend“ berechnet werden kann. Dieser Ausschusskanal endet an der linken Rutschenwand, hat aber eine Öffnung im Boden als Durchlass in die untere zweite Ebene. Die zweite Abzweigung zur linken Seite der Tabletten- ablaufrutsche folgt der ersten Abzweigung und ist für die Ausschleusung von Mus- tertabletten aus der Gut-Produktion bestimmt. Die Mustertabletten verlassen die Rutsche im Wesentlichen in der gleichen Höhe wie die Guttabletten in der ersten Ebene. Im Einlaufbereich der Rutsche auf der linken Seite befindet sich ein weiterer Kanal, der für die am Tablettenabstreifer mit Druckluft aussortierten fehlerhaften Einzeltabletten bestimmt ist. Dieser kurze Kanal wird als Schlechtkanal bezeichnet und wird durch eine schräg verlaufende Verbindungswand zwischen Mittel- und Au- ßenwand der Ablaufrutsche nach hinten begrenzt, so dass die am Abstreifer einzeln aussortierten Tabletten nicht an das Ende der Rutsche gelangen können. Da auch im Schlechtkanal der Boden fehlt, fallen die aussortierten Tabletten in den darunter liegenden Ausschusskanal, der die linke Seite der unteren Ebene bildet.

Darüber hinaus umfasst die Ablaufrutsche gemäß dem hier beschriebenen Ausfüh- rungsbeispiel zwei Sortiervorrichtungen, die sich von den herkömmlichen Weichen und Sortiervorrichtungen grundlegend unterscheiden. Die erste Sortiervorrichtung kann bevorzugt auch als Mittelwertweiche bezeichnet werden. Sie hat die Aufgabe, die Tabletten, die außerhalb einer Gewichtstoleranz liegen, zuverlässig von den„gu- ten“ Tabletten zu trennen und auszusortieren. Diese Situation ergibt sich häufig beim Start der Rundlaufpresse und beim Stopp der Maschine. Aber auch während der Produktion kann der Presskraftmittelwert erheblich vom Sollwert abweichen, wodurch eine Aussortierung dieser Tabletten notwendig ist. Wenn die Tablettiermaschine nicht mit einer Tabletteneinzelsortierung ausgerüstet ist, wird bei einer Einzelwertüberschreitung diese Mittelwertweiche aktiviert. Die erste Sortiervorrichtung ist vorzugsweise in der Lage, fehlerhafte Tabletten aus dem Tablettenstrom zu entfernen, sowie circa 2-3 Tabletten vor und circa 2-3 Tabletten nach der fehlerhaften Tablette vorzugsweise mit der schlechten Tablette auszusor- tieren, wodurch die Gefahr, dass eine fehlerhafte Tablette in den Gutkanal gelangt, besonders sicher minimiert wird.

Die Sortiervorrichtungen unterscheiden sich grundlegend von herkömmlich bekann- ten Sortiervorrichtungen. Es werden nicht mehr die sich um eine Achse drehenden Fahnen oder Käfige eingesetzt, sondern massive Stege, die sich im Wesentlichen senkrecht durch Schlitze im Boden der Ablaufrutsche auf und ab bewegen. Die Sor- tiervorrichtungen umfassen jeweils zwei Stege, die sich wie ein Tandem oder eine Wippe gegenseitig auf und ab bewegen. In einer Mittelwand der Tablettenablaufrut- sche befinden sich zwei Öffnungen, die als Eingänge für den dritten und den vierten Kanal dienen. Die erste Öffnung lässt die aussortierten Ausschuss- oder Mittelwert- Tabletten passieren, die zweite Öffnung die Mustertabletten. Würde man diese bei- den Öffnungen bei der normalen Tablettenproduktion nicht verschließen, dann wür- den bei der Produktion und bei Betätigung der Sortierstege im Gutkanal unter Um- ständen gute Tabletten in den Schlechtkanal und schlechte Tabletten in den Muster- kanal gelangen können. Um dies zu vermeiden, umfassen die Sortiervorrichtungen neben den Sortierstegen sogenannte Trennstege, die zum Verschließen der ersten und der zweiten Öffnung in der Mittelwand der Ablaufrutsche eingerichtet sind. Mit anderen Worten: die beiden Öffnungen in der Mittelwand der Rutsche können durch jeweils einen beweglichen Trennsteg verschlossen werden.

Wird nun beim Start der Rundlaufpresse die erste Sortiervorrichtung aktiviert, wird durch den Linearantrieb der Sortiersteg der ersten Sortiervorrichtung angehoben, um die Tabletten in den Ausschusskanal zu leiten. Gleichzeitig wird der korrespon- dierende Trennsteg bedingt durch eine mechanische Kopplung mit dem Sortiersteg nach unten abgezogen, wodurch die Öffnung für die auszusortierenden Tabletten frei wird. Die ausgeschleusten Tabletten fallen dann durch die Bodenöffnung nach unten in den Sammelkanal, der sich in der zweiten Ebene unterhalb der linken Rut- schenseite befindet. Die Sortiervorrichtung für die Mustertabletten, d.h. die zweite Sortiervorrichtung ist bevorzugt im Wesentlichen baugleich zu der ersten Sortiervor- richtung. Die Linearantriebe der Sortiervorrichtungen sind am Boden der zweiten Ebene der Tablettenrutsche befestigt. Sie wirken bevorzugt auf Trägerplatten der Sortierstege. Die Linearantriebe wirken bevorzugt aktiv in beide Richtungen und sie sind vorzugsweise mit Endlagensensoren ausgestattet, so dass das Erreichen der beiden Endlagen des Sortiersteges und indirekt des Trennsteges zuverlässig kon- trollier werden kann. Das Hoch- und Herunterfahren der Stege ist ein sehr schneller Vorgang, damit ein optimales Sortierergebnis erzielt werden kann.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Weichen beziehungsweise die Sortiervorrichtungen in der Trennwand durch einen Kipphebel angehoben werden, wenn die entsprechende Sortierweiche sich unten, vorzugsweise in der Ebene 2, in der Ruhestellung befindet. Wird beispielsweise die Sortierweiche im Gutkanal durch den Hubantrieb angehoben, werden die jeweils anderen Weichen durch Federn nach unten gedrückt, da der Kipphebel die Weiche frei gibt. Die Federn sind bei- spielsweise in Figur 4 dargestellt. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, den Hub- antrieb auch als Linearantrieb oder als Antrieb für die Sortierstege zu bezeichnen.

Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die vorgeschlagene Ablaufrutsche auch in Zusammenhang mit solchen Tablettiermaschinen eingesetzt werden kann, die eine pneumatische Einzelsortierung von schlechten Tabletten aufweisen. Die Aussortierung von als“schlecht“ erkannter Tabletten erfolgt üblicherweise mit Druckluft. Die entsprechende Sortierdüse befindet sich vorzugsweise in einer Spitze des Tablettenabstreifers, da sich insbesondere dort die Tabletten einzeln auf der Matrizenplatte befinden. Wird beim Pressvorgang eine Tablette als fehlerhaft er- kannt, wird ein Druckluftstoß ausgelöst, wenn die Tablette die Sortierdüse im Tablet- tenabstreifer erreicht, der die Tablette radial nach außen bewegt, so dass sie in der Öffnung des Schlechtkanals der Tablettenablaufrutsche landet. Da dieses Ka- nalsegment vorzugsweise keinen Boden beziehungsweise eine Öffnung im Boden aufweist, fällt die aussortierte Tablette nach unten in die zweite Ebene in den Sam- melkanal.

Die Erfindung wird durch die nachfolgende Figur näher beschrieben; es zeigt: Figur 1 Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Tablettenab- laufrutsche

Figur 2 Detailansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Tablettenab- laufrutsche

Figur 3 Schnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform der Tablettenablauf- rutsche

Figur 4 Darstellung der gekoppelten Verstellung zweier Stege einer Sortier- vorrichtung

Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Tabletten- ablaufrutsche (1 ). Insbesondere zeigt Figur 1 einen Schnitt durch die vorgeschla- gene Ablaufrutsche (1 ). Die Linearantriebe (17) für die Sortiervorrichtungen (7, 14), die vorzugsweise auch als Weichen bezeichnet werden können, sind am Boden der unteren Ebene (3) der Ablaufrutsche (1 ) befestigt. Dargestellt ist ferner der Auslauf (19) für den Sammelkanal (15), in dem sich die Tabletten aus dem Schlechtkanal (6) und dem Ausschusskanal (5) sammeln, nachdem sie durch Öffnungen im Boden der ersten Ebene (2) gefallen und somit in den Sammelkanal (15) der zweiten Ebene (3) gelangt sind. Der Auslauf (18) für die Mustertabletten wird in Figur 1 durch den Auslauf (20) für die Guttabletten verdeckt, ist aber dahinter angeordnet.

Figur 2 zeigt eine Detailansicht einer bevorzugten Ausführungsform der Tabletten- ablaufrutsche (1 ). Insbesondere zeigt Figur 2 eine Draufsicht auf die obere Ebene (2) der vorgeschlagenen Tablettenablaufrutsche (1 ). Bei der vorgeschlagenen Ab- laufrutsche (1 ) sind jeweils maximal zwei Kanäle (4, 5, 6, 13) nebeneinander ange- ordnet, obwohl die Ablaufrutsche (1 ) vorzugsweise insgesamt vier Kanäle (4, 5, 6, 13) zum Sortieren von Presslingen umfasst. Diese vorteilhafte Anordnung der Ka- näle (4, 5, 6, 13) wird vorzugsweise dadurch ermöglicht, dass die Ablaufrutsche (1 ) zwei Ebenen (2, 3) umfasst, die übereinander angeordnet sind. Dadurch wird es vorteilhafterweise möglich, dass die Ablaufrutsche (1 ) die Funktion einer üblicher- weise doppelt so breiten 4-bahnigen Rutsche erfüllt. Darüber ermöglicht die auf zwei Ebenen (2, 3) angelegte Ablaufrutsche (1 ) eine völlig andere Aufteilung der einzel- nen Kanäle (4, 5, 6, 13), als dies bei konventionellen Ablaufrutschen aus dem Stand der Technik bekannt ist. Die Draufsicht zeigt ferner den Auslauf (20) für die Guttab- letten, der Bestandteil der oberen Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) ist.

Figur 2 zeigt darüber hinaus folgenden Details der Erfindung: Die„guten“ Tabletten werden von dem Tablettenabstreifer auf der Matrizenscheibe in den rechten Gutka- nal (4) der Tablettenablaufrutsche (1 ) geleitet. Der Gutkanal (4) befindet sich in der oberen Ebene (2) der vorgeschlagenen Ablaufrutsche (1 ). Beim Start und Stopp der Tablettiermaschine beziehungsweise bei Materialzuführproblemen werden die Tab- letten automatisch durch den Sortiersteg (10) der ersten Sortiervorrichtung (7) aus- sortiert und in den Sammelkanal (15) geleitet, der sich in der unteren zweiten Ebene (3) der Ablaufrutsche (1 ) befindet. Sollten aus der Gutproduktion Mustertabletten be- nötigt werden, so werden diese mit dem Sortiersteg (8) der zweiten Sortiervorrich- tung (14) in den Musterkanal (13) geleitet. Fehlerhafte einzelne Tabletten werden über die pneumatische Einzelsortierung in den linken Einlauf der Tablettenablaufrut- sche in der oberen Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) geleitet, an den sich der

Schlechtkanal (6) anschließt. Die fehlerhaften Tabletten fallen durch die Bodenöff- nung nach unten in die zweite Ebene (3) der Ablaufrutsche (1 ) und landen im Sam- melkanal (15).

Die Ablaufrutsche (1 ) umfasst eine Mittelwand (12), die die Ablaufrutsche (1 ) in zwei im Wesentlichen ähnlich große Seitenhälften teilt. Die Mittelwand (12) umfasst Öff nungen (16, 21 ), durch die hindurch die Tabletten aus dem Gutkanal (4) in den Aus- schusskanal (5) oder in den Musterkanal (13) gelangen können. Die erste Öffnung (16) in der Mittelwand (12) stellt den Eingang (16) für den Ausschusskanal (5) dar. Dieser Eingang (16) kann mit dem T rennsteg (11 ) der ersten Sortiervorrichtung (7) blockiert oder verschlossen werden, so dass keine Tabletten in den Ausschusskanal (5) hineingelangen können. Die zweite Öffnung (21 ) in der Mittelwand (12) stellt den Eingang (21 ) für den Musterkanal (13) dar. Dieser Eingang (21 ) kann mit dem Trennsteg (9) der zweiten Sortiervorrichtung (14) blockiert oder verschlossen wer- den, so dass keine Tabletten in den Musterkanal (13) hineingelangen können. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass der Sortiersteg (10) und der T rennsteg (11 ) die erste Sortiervorrichtung (7) bilden und dass der Sortiersteg (8) und der

Trennsteg (9) die zweite Sortiervorrichtung (14) bilden. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Abschnitte des ersten Kanals (4) und des vierten Kanals (13) Öffnungen für Staubabsaugvorrichtungen umfassen.

Figur 3 zeigt einen Schnitt durch eine bevorzugte Ausführungsform der Tablettenab- laufrutsche (1 ). Insbesondere zeigt Figur 3 weitere Details und die Funktion der Sor- tiervorrichtungen (7, 14). Auf der rechten Seite der Figur 3 befindet sich der Sor- tiersteg (8) der zweiten Sortiervorrichtung (14) in der Arbeitsposition, die auch aus ausgefahrene Position des Sortierstegs (8) bezeichnet wird. Der Trennsteg (9) der zweiten Sortiervorrichtung (14) befindet sich in der unteren Position, die vorzugs- weise auch als Ruhe- oder Bodenposition bezeichnet wird. Wenn sich der Trenn- steg (9) der zweiten Sortiervorrichtung (14) in der Ruheposition befindet, können die Mustertabletten, die bevorzugt aus dem Gutkanal (4) beziehungsweise aus der ers- ten Teilmenge von Presslingen stammen, in den Musterkanal (13) gelangen. Die Kopplung der beiden Stege (8, 9) der zweiten Sortiervorrichtung (14) erfolgt bevor- zugt durch einen Kipphebel (22). Dieser Kipphebel (22) ist auf der rechten Seite drehbar mit dem Sortiersteg (8) verbunden und in der Mitte ortsfest gelagert. Links- seitig wird der Hebel (22) durch die Rückstellfedern des Trennstegs (9) der zweiten Sortiervorrichtung (14) beaufschlagt. Wenn der Sortiersteg (8) durch den Linearan- trieb (17) nach oben bewegt wird, wird der Kipphebel (22) mit geschwenkt und er- laubt dadurch dem Trennsteg (9) durch die Federkraft eine Abwärtsbewegung.

Wird der Sortiersteg (8) nach unten gezogen, wird der Trennsteg (9) automatisch mittels des Kipphebels (22) angehoben. Die zugrundeliegende Mechanik für die Sortiervorrichtungen (7, 14), die die Kopplung der Stege (8, 9 und 10, 1 1 ) ermög- licht, befindet sich vorzugsweise in der unteren zweiten Ebene (3) der vorgeschlage- nen Tablettenablaufrutsche (1 ), und zwar in dem in Figur 3 dargestellten Beispiel der Erfindung auf der rechten Seite vom Sammelkanal (15). Mittig unter den T räger- platten der Sortierstege (8, 10) befinden sich die Linearantriebe (17), die mit jeweils einem Schnellverschluss an der Bodenplatte der unteren Ebene (3) lösbar befestigt sind. Es ist im Sinne der Erfindung bevorzugt, dass die Sortierstege (8, 10) vorzugs- weise auch als erste Stege bezeichnet werden, während die Trennstege (9, 11 ) be- vorzugt auch als zweite Stege bezeichnet werden. Figur 3 zeigt mittig in der Ablaufrutsche (1 ) eine Mittelwand (12), die zwei Öffnungen (16, 21 ) aufweist. Die erste Öffnung stellt den Eingang (16) des Ausschusskanals (5) dar, während die zweite Öffnung den Eingang (21 ) des Musterkanals (13) dar- stellt. Im vorderen rechten Bereich der oberen Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) be- findet sich der Schlechtkanal (6), der für fehlerhaft befundene Tabletten direkt von der Matrizenscheibe der Tablettiermaschine aufnimmt, die mit einem Druckluftstoß am Tablettenabstreifer von den„guten“ Tabletten getrennt wurden, wobei die„gu- ten“ Tabletten die erste Teilmenge von Presslingen bilden, die in den Gutkanal (4) gelangen. Die erste Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) befindet sich bevorzugt auf glei- eher Höhe wie eine horizontale Ebene der Matrizenscheibe, die der Oberfläche der Matrizenscheibe entspricht.

Figur 4 zeigt eine Darstellung der gekoppelten Verstellung zweier Stege (8 und 9 o- der 10 und 1 1 ) einer Sortiervorrichtung (7 oder 14) der vorgeschlagenen Ablauf-rut- sehe (1 ). Im Vordergrund sind die beiden Trennstege (9, 10) der ersten und der zweiten Sortiervorrichtungen (7, 14) zu sehen. Die Trennstege (9, 10) weisen an ih- rer Unterseite eine Aussparung auf, deren Kante mit jeweils einem Kipphebel (22) zusammenwirkt. Durch das Zusammenwirken der Kipphebel (22) und der Linearan- triebe (17) wird erreicht, dass eine Aufwärtsbewegung eines Sortierstegs (8, 11 ) zu einer Aufwärtsbewegung des korrespondierenden Trennstegs (9, 10) führt und um- gekehrt. Die Koppelmechanismen, die die gekoppelte Bewegung der Stege (8 und 9 beziehungsweise 10 und 1 1 ) der Sortiervorrichtungen (7, 14) ermöglichen, sind vor- zugsweise im Bereich der unteren Ebene (3) der Ablaufrutsche (1 ) untergebracht, vorzugsweise unterhalb des Gutkanals (4), der Bestandteil der ersten Ebene (2) der Ablaufrutsche (1 ) ist.

Bezugszeichenliste

1 Tablettenablaufrutsche

2 obere Ebene der Ablaufrutsche

3 untere Ebene der Ablaufrutsche

4 Gutkanal oder erster Kanal

5 Ausschusskanal oder dritter Kanal

6 Schlechtkanal oder zweiter Kanal

7 erste Sortiervorrichtung

8 Sortiersteg für Mustertabletten bzw. Sortiersteg der zweiten Sortiervorrichtung

9 Trennsteg für Mustertabletten bzw. Trennsteg der zweiten Sortiervorrichtung

10 Sortiersteg für Ausschusstabletten bzw. Sortiersteg der ersten Sortiervorrichtung

1 1 T rennsteg für Ausschusstabletten bzw. T rennsteg der ersten Sortiervorrichtung

12 Mittelwand

13 Musterkanal oder vierter Kanal

14 zweite Sortiervorrichtung

15 fünfter Kanal oder Sammelkanal

16 Eingang für den Ausschusskanal

17 Antrieb für die Sortierstege, Linearantrieb

18 Auslauf für Mustertabletten

19 Auslauf Sammelkanal

20 Auslauf Gutkanal

21 Eingang für den Musterkanal

22 Kipphebel