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Title:
DISK BRAKE AND BRAKE PAD ARRANGEMENT THEREFOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/057608
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a disk brake (10) for a motor vehicle braking system having a frame-type housing (12), at least two brake pad assemblies (18, 20) accommodated in the frame-type housing (12), between which a brake disk that rotates around a rotation axis can be accommodated, and at least two guide bolts (30, 32) that are attached to the housing (12) and on which at least one of the brake pad assemblies (18, 20) is guided in a movable fashion with play in an axial direction. To prevent undesired noises in the disk brake, at least one suspension means (46, 48) is attached to the brake pad assembly (18, 20) guided on the guide bolts (30, 32), said suspension means pre-tensioning the brake pad assembly (10) relative to the guide bolts (30, 32) into a position corresponding to a tilting movement that results from a braking torque affecting the brake pad assembly (20) upon braking of the brake disk.

Inventors:
ZENZEN GUIDO (DE)
BECKER MARCO (DE)
SCHOG MICHAEL (DE)
ROESSINGER FLORIAN (DE)
Application Number:
PCT/EP2009/008150
Publication Date:
May 27, 2010
Filing Date:
November 16, 2009
Export Citation:
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Assignee:
LUCAS AUTOMOTIVE GMBH (DE)
ZENZEN GUIDO (DE)
BECKER MARCO (DE)
SCHOG MICHAEL (DE)
ROESSINGER FLORIAN (DE)
International Classes:
F16D65/18
Foreign References:
JPH0942337A1997-02-10
EP1700047B12007-10-24
FR2371606A11978-06-16
DE10312479A12004-10-14
US5577577A1996-11-26
DE10159504A12003-06-12
DE4240872A11994-06-09
FR2735195A11996-12-13
Attorney, Agent or Firm:
THUM, BERNHARD (DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Scheibenbremse (10) für eine Kraftfahrzeugbremsanlage mit 5 - einem rahmenartigen Gehäuse (12),

- wenigstens zwei in dem rahmenartigen Gehäuse (12) aufgenommenen Bremsbelaganordnύngen (18, 20), zwischen denen eine um eine Drehachse drehbare Bremsscheibe aufnehmbar ist, und

- wenigstens zwei Führungsbolzen (30, 32), die an dem Gehäuse (12) ange- lo bracht sind und an denen wenigstens eine der Bremsbelaganordnungen (18,

20) mit Spiel in axialer Richtung verlagerbar geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass an der auf den Führungsbolzen (30, 32) geführten Bremsbelaganordnung (18, 20) wenigstens ein Federmittel (46, 48) angebracht ist, das diese Bremsbelaganordnung (10) relativ zu den Führungsbolzen (30, 32) in eine i5 einer Kippbewegung, die beim Abbremsen der Bremsscheibe aus einem an der Bremsbelaganordnung (20) angreifenden Bremsmoment resultiert, entsprechende Stellung vorspannt.

2. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 1,

20 dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelaganordnung (18, 20) wenigstens einen Bremsbelagträger (22) und einen auf der der Bremsscheibe zugewandten Seite des Bremsbelagträgers (22) angeordneten Bremsbelag (24) aufweist, wobei das wenigstens eine Federmittel (46, 48) auf der vom Bremsbelag (24) abgewandten Seite des Bremsbelagträgers (22) angeordnet ist. 5

3. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bremsbelaganordnung (18, 20) auf den Führungsbolzen (30, 32) über ein verlagerbares Stellglied (40, 42) verlagerbar ist, wobei das wenigstens eine Federmittel (46, 48) an dem Stellglied (40, 42) angreift. 0

4. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (40, 42) wenigstens einen stirnseitig hohl ausgebildeten Bremskolben aufweist, in den das wenigstens eine Federmittel (46, 48) eingreift. 5

5. Scheibenbremse (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel (46, 48) die Bremsbelaganordnung (18, 20) sowohl in radialer Richtung als auch in Umfangsrichtung bezüglich der Drehachse vorspannt.

5 6. Scheibenbremse (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel aus einem Federblech hergestellt ist.

7. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel wenigstens einen bogenförmig verlau- lo fenden Federarm (66, 68, 70, 72; 67, 71) aufweist, der über eine Basis (62, 64) an dem Bremsbelagträger (22) befestigt ist.

8. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwei oder mehr Federmittel mit ihrer jeweiligen Basis i5 aneinanderliegend an dem Bremsbelagträger (22) angebracht sind, wobei sich ihre Federarme in einem Winkel zueinander erstrecken.

9. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel (66, 68, 70, 72) zwei bogenförmig 20 verlaufende Federarme (66, 68, 70, 72) aufweist, die an der Basis in einem Winkel von etwa 90° angeordnet sind.

10. Scheibenbremse (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel (46, 48) aus einem Federdraht herge- 5 stellt ist.

11. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Federmittel (46, 48) rückseitige Befestigungszapfen (34, 36, 38, 40) am Bremsbelagträger (20) klammerartig umgreift und mit seinen 0 freien Enden Federarme (56, 58) bildet.

12. Scheibenbremse (10) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Federdraht um den jeweiligen Führungsbolzen (32) herumgeführt ist und sich mit einem elastisch deformierbaren Abschnitt (84, 86)5 zu einem Befestigungsbereich an dem Bremsbelagträger (20) hin erstreckt, an dem der Federdraht am Bremsbelagträger angebracht ist.

13. Scheibenbremse nach Anspruch 12,dadurch gekennzeichnet, dass der Federdraht den Bremsbelagträger (20) an seinem Befestigungsbereich randseitig umklammert.

14. Bremsbelaganordnung (20) für eine Scheibenbremse nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem Bremsbelagträger (22), an dem ein Bremsbelag (24) angebracht ist, wobei der Bremsbelagträger (22) wenigstens zwei Führungsöffnungen (26, 28) aufweist, die dazu ausgebildet sind, jeweils einen Führungsbolzen (30, 32) aufzunehmen, auf dem sie bei einer Betätigung der Scheibenbremse axial ge- führt sind, wobei die Bremsbelaganordnung (20) wenigstens ein Federmittel (46, 48) aufweist, das sie relativ zu den Führungsbolzen in eine einer Kippbewegung, die beim Abbremsen der Bremsscheibe aus einem an der Bremsbelaganordnung angreifenden Bremsmoment resultiert, entsprechenden Stellung vorspannt.

Description:
Scheibenbremse und Bremsbelaganordnung hierfür

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Scheibenbremse für eine Kraftfahrzeugbrems- anläge mit einem rahmenartigen Gehäuse, wenigstens zwei in dem rahmenartigen Gehäuse aufgenommenen Bremsbelaganordnungen, zwischen denen eine um eine Drehachse drehbare Bremsscheibe aufnehmbar ist, und wenigstens zwei Führungsbolzen, die an dem Gehäuse angebracht sind und an denen wenigstens eine der Bremsbelaganordnungen mit Spiel in axialer Richtung verlagerbar geführt ist.

Derartige Scheibenbremsen sind aus dem Stand der Technik bekannt.

So beschreibt beispielsweise das Dokument DE 103 12 479 Al eine Scheibenbremse, bei der Bremsbelaganordnungen auf Führungsbolzen verlagerbar geführt sind. Eine der Bremsbelaganordnungen wird über einen Betätigungskolben in dem Gehäuse verlagert. Die gesamte Scheibenbremse funktioniert nach dem Schwimmsattelprinzip.

Zum Positionieren von Bremsbelaganordnungen innerhalb eines Gehäuses einer Scheibenbremse ist es ferner üblich, Niederhaltefedern für die Bremsbelaganordnun- gen zu verwenden. Eine derartige Niederhaltefederanordnung ist aus dem Dokument DE 199 35 036 Cl bekannt. Bei diesem Dokument werden einzelne Bremsbelaganordnungen im Gehäuse über eine bügeiförmig ausgebildete Niederhaltefeder in radialer Richtung bezüglich der Drehachse der Scheibenbremse nach unten auf die Führungsbolzen gedrückt. Die Führungsbolzen durchsetzen dabei Ausnehmungen in den Bremsbelaganordnungen mit Spiel. Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass sich in Abhängigkeit von der Größe des auf den jeweiligen Bremsbelag wirkenden Bremsmoments die Bremsbelaganordnung relativ zu den Führungsbolzen im Rahmen des vorhandenen Spiels verlagern kann. In der Folge kommt es zu einem Phänomen, bei dem bei niedrigen Bremsmomenten die jeweilige Bremsbelaganordnung von oben auf die Führungsbolzen über die Niederhaltefeder aufgedrückt und in Kontakt mit diesen gehalten werden. Sobald allerdings das Bremsmoment zunimmt und ein sich daraus ergebendes Kippmoment bezüglich der Führungsbolzen auf die jeweilige Bremsbelaganordnung einwirkt, kommt es zu einem Zustand, bei dem die von der Niederhaltefeder auf die jeweilige Bremsbelaganordnung ausgeübten Kräfte über- wunden werden und so die jeweilige Bremsbelaganordnung verkippt. Schließlich verkippt die Bremsbelaganordnung im Rahmen des Spiels zwischen Führungsbolzen und Führungsbolzenausnehmung der Bremsbelaganordnung so weit, dass die Aus- nehmung mit ihrem Rand wieder am Führungsbolzen anschlägt. Dieses Anschlagen kann zu einem unerwünschten Geräusch führen, das vom Fahrer des Fahrzeugs wahrgenommen und wird ihm den Eindruck einer Fehlfunktion des Bremssystems vermitteln kann. Gleiches gilt auch für den Fall, wenn die Bremse freigegeben wird, so dass das Bremsmomerit mehr oder weniger abrupt abgebaut wird und aufgrund der Wirkung der Belaghaltefeder sich die jeweilige Bremsbelaganordnung wieder in ihre Ausgangsstellung zurückbewegt. Wiederum erfolgt die Relativbewegung im Rahmen des Spiels zwischen Führungsbolzen und Führungsbolzenausnehmung in der Bremsbelaganordnung, wobei es schließlich erneut zu einem geräuschinduzierenden hörbaren Anschlagen des Führungsbolzens an der Führungsbolzenausnehmung kommt.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Scheibenbremse der eingangs bezeichneten Art bereitzustellen, bei der derartige unerwünschte Geräusche wirkungs- voll unterbunden werden.

Diese Aufgabe wird durch eine Scheibenbremse der eingangs bezeichneten Art gelöst, bei der vorgesehen ist, dass an der auf den Führungsbolzen geführten Bremsbelaganordnung wenigstens ein Federmittel angebracht ist, das diese Bremsbelagan- Ordnung relativ zu den Führungsbolzen in eine einer Kippbewegung, die beim Abbremsen der Bremsscheibe aus einem an der Bremsbelaganordnung angreifenden Bremsmoment resultiert, entsprechende Stellung vorspannt.

Erfindungsgemäß ist demnach vorgesehen, dass die Bremsbelaganordnung über das wenigstens eine Federmittel entsprechend vorgespannt wird, so dass es zu keiner Relativbewegung und auch zu keinem abrupten geräuschinduzierenden Anschlagen in Folge des anwachsenden oder bei Freigabe der Bremse abnehmenden Bremsmoments kommen kann. Dadurch werden störende Geräusche, die durch ein derartiges Anschlagen bedingt sind, wirkungsvoll unterbunden.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Bremsbelaganordnung wenigstens einen Bremsbelagträger und einen auf der der Bremsscheibe zugewandten Seite des Bremsbelagträgers angeordneten Bremsbelag aufweist, wobei das wenigstens eine Federmittel auf der vom Bremsbelag abgewand- ten Seite des Bremsbelagträgers angeordnet ist. Es versteht sich, dass erfindungsgemäß auch mehrere Federmittel an dem Bremsbelagträger ausgebildet sein können. Der Bremsbelagträger kann seinerseits beispielsweise aus einem plattenförmigen Metallelement hergestellt sein, in dem die Führungsbolzenausnehmungen zum Aufnehmen der Führungsbolzen ausgebildet sein können.

Erfindungsgemäß kann vorgesehen sein, dass die Bremsbelaganordnung auf den Führungsbolzen über ein verlagerbares Stellglied verlagerbar ist, wobei das wenigstens eine Federmittel an dem Stellglied angreift. In diesem Zusammenhang kann vorgesehen sein, dass das Stellglied wenigstens einen stirnseitig hohl ausgebildeten Bremskolben aufweist, in den das wenigstens eine Federmittel eingreift. Dadurch kann der in dem Bremskolben ausgebildete Hohlraum wirkungsvoll für die Unterbrin- gung des wenigstens einen Federmittels ausgenutzt werden.

Eine bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung sieht vor, dass das Federmittel die Bremsbelaganordnung in verschiedenen Richtungen, beispielsweise sowohl in radialer Richtung als auch in Umfangsrichtung bezüglich der Drehachse vorspannt. Vorzugsweise ist dabei die Richtung der Spannwirkung der Federmittel derart gewählt, dass sie die Bremsbelaganordnung in einer Richtung vorspannt, die einer Verlagerung entspricht, wie sie aufgrund eines zunehmenden Bremsmoments entgegen der Wirkung einer Niederhaltefeder oder einer anderweitig bestimmten Ausgangsposition auftritt, so dass abrupte geräuschinduzierende Verlagerung vermieden werden können.

Gemäß einer Ausführungsvariante der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Federmittel aus einem Federblech hergestellt ist. Dabei ist es möglich, dass das Federmittel wenigstens einen bogenförmig verlaufenden Federarm aufweist, der über eine Basis an dem Bremsbelagträger befestigt ist. Ferner kann vorgesehen sein, dass zwei oder mehr Federmittel mit ihrer jeweiligen Basis aneinanderliegend an dem Bremsbelagträger angebracht sind, wobei sich ihre Federarme in einem Winkel zueinander erstrecken. Die Basen dieser Federmittel können sozusagen „gestapelt" an dem Bremsbelagträger befestigt werden. Zur Befestigung einer oder mehrerer Basen können eine Schraube, ein Niet, eine (Punkt-)Schweißverbindung oder dergleichen verwendet werden. Die Federarme können je nach Bedarf und gewünschter Kraftausrichtung in vorbestimmter Winkellage zueinander oder/und zum Bremsbelagträger orientiert und an letzterem fixiert werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass das Federmittel wenigstens zwei bogenförmig verlaufende Federarme aufweist, die in einem Winkel von etwa 90° zueinander angeordnet und über eine gemeinsame Basis an dem Bremsbelagträger befestigt sind. Durch Verwendung ein oder mehrerer Fe- dermittel mit mehreren Federarmen lässt sich ein vordefiniertes Kippmoment auf die jeweilige Bremsbelaganordnung ausüben.

Ferner kann vorgesehen sein, dass das Federmittel aus einem Federdraht hergestellt ist. Dabei ist es erfindungsgemäß möglich, dass das Federmittel rückseitige Befestigungszapfen am Bremsbelagträger klammerartig umgreift und mit seinen freien Enden Federarme bildet. Ferner kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass der Federdraht um den jeweiligen Führungsbolzen herumgeführt ist und sich mit einem elastisch deformierbaren Abschnitt zu einem Befestigungsbereich an dem Bremsbe- lagträger hin erstreckt, an dem der Federdraht am Bremsbelagträger angebracht ist. Der Federdraht kann etwa die Form eines Ω annehmen, es sind aber auch andersartige Formen denkbar. Wichtig ist, dass sich das Federmittel elastisch deformieren lässt, um seine Federwirkung entfalten zu können.

Zur Anbringung kann vorgesehen sein, dass der Federdraht den Bremsbelagträger an seinem Befestigungsbereich randseitig umklammert.

Die Erfindung betrifft ferner eine Bremsbelaganordnung für eine Scheibenbremse der vorstehend beschriebenen Art, mit einem Bremsbelagträger, an dem ein Bremsbelag angebracht ist, wobei der Bremsbelagträger wenigstens zwei Führungsöffnungen aufweist, die dazu ausgebildet sind, jeweils einen Führungsbolzen aufzunehmen, auf dem sie bei einer Betätigung der Scheibenbremse axial geführt sind, wobei die Bremsbelaganordnung wenigstens ein Federmittel aufweist, das sie in eine einer Kippbewegung relativ zu den Führungsbolzen, die beim Abbremsen der Bremsschei- be aus einem an der Bremsbelaganordnung angreifenden Bremsmoment resultiert, entsprechende Stellung vorspannt.

Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft anhand der beiliegenden Figuren erläutert. Es stellen dar:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Scheibenbremse mit entsprechenden Bremsbelaganordnungen;

Fig. 2a eine Ansicht einer herkömmlichen Bremsbelaganordnung in der Scheibenbremse gemäß Fig. 1 bei niedrigem Bremsmoment; Rg. 2b eine Ansicht entsprechend Fig. 2a, die die Situation bei hohem Bremsmoment darstellt;

Fig. 3a eine Ansicht einer Bremsbelaganordnung gemäß einer ersten Ausfüh- rungsvariante der Erfindung;

Fig. 3b einen vergrößerten Ausschnitt der Fig. 3a zur Erläuterung des Federmittels;

Fig. 4 und 5 Ansichten einer Bremsbelaganordnung einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 6 und 7 Ansichten einer Bremsbelaganordnung einer dritten Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 8 und 9 Ansichten einer Bremsbelaganordnung einer vierten Ausführungsform der Erfindung sowie eines Führungsbolzens.

In Fig. 1 erkennt man eine an sich bekannte Scheibenbremse 10 in perspektivischer Ansicht. Diese umfasst ein Gehäuse 12 mit einem Querträger 14. An dem Gehäusequerträger 14 ist eine Belaghaltefederanordnung 16 angeordnet. Diese umgreift den Querträger 14. Die Belaghaltefederanordnung 16, auch Niederhaltefeder genannt, drückt von oben auf Bremsbelaganordnungen 18, 20. Jede Bremsbelaganordnung 18, 20 umfasst einen plattenartigen Bremsbelagträger 22 sowie einen daran angebrachten Bremsbelag 24. Zwischen den beiden Bremsbelaganordnungen 18, 20 läuft in üblicher Weise eine in Fig. 1 nicht gezeigte Bremsscheibe, die drehfest mit einem abzubremsenden Fahrzeugrad verbunden ist.

In Fig. 2a erkennt man einen Teilschnitt entsprechend der Schnittlinie IMI durch die Scheibenbremse 10. Man erkennt, dass die Bremsbelaganordnung 20, genauer gesagt der Bremsbelagträger 22, in seinen unteren Eckbereichen jeweils Ausnehmungen 26, 28 aufweist, durch die Führungsbolzen 30, 32 hindurch verlaufen. Die Ausnehmungen 26, 28 sind mit etwas Spiel gegenüber den Führungsbolzen 30, 32 dimensioniert, so dass sich die Bremsbelaganordnung 20 leichtgängig auf den Füh ¬ rungsbolzen 30, 32 verschieben lässt. In Fig. 2a ist auch die Drehrichtung D angedeutet, in die sich eine abzubremsende Bremsscheibe bei Vorwärtsfahrt des Fahrzeugs dreht. Dementsprechend ist auch das Bremsmoment gerichtet. Aufgrund der Wirkung der Niederhaltefeder 16 wird die Bremsbelaganordnung 20 mit der Kraft F x auf die beiden Bolzen 30 und 32 gedrückt, so dass unterhalb der Bolzen ein Spiel zwischen den Bolzen 30 und 32 und dem gegenüberliegenden Bereich der Kante der Ausnehmungen 26 und 28 vorhanden ist. Wird mit der Bremse leicht gebremst, so dass ein relativ geringes Bremsmoment an der Bremsbelaganordnung 20 angreift, so wirkt zusätzlich die Kraft F 2 , welche dafür sorgt, dass die Bremsbelaganordnung 20 auch noch rechts an dem Bolzen 30 bzw. 32 anliegt.

Wird nun bei dieser an sich bekannten Anordnung das Bremsmoment erhöht, so ergibt sich ein Kippmoment auf die Bremsbelaganordnung 20, wobei die Wirkung der Niederhaltefeder 16 überwunden wird. Dieses Kippmoment ergibt sich aus der ver- hältnismäßig großen Reibkraft F R , die durch Anpressen des Bremsbelags 24 der

Bremsbelaganordnung 20 erzeugt wird. Aufgrund dieses Kippmoments kommt es zu einer Relativbewegung zwischen der Bremsbelaganordnung 20 und dem Bolzen 32. Genauer gesagt dreht sich aufgrund des Kippmoments entgegen der Wirkung der Niederhaltefeder 16 die Bremsbelaganordnung 20 um den Bolzen 30 herum, so dass unter Aufbrauchen des Spiels zwischen dem Bolzen 32 und der Ausnehmung 28 schließlich der Rand der Ausnehmung 28 am unteren Bereich des Bolzens 32 zur Anlage kommt. Beim Stand der Technik wurde diese Relatiwerlagerung der Bremsbelaganordnung 20 relativ zu den Bolzen 30, 32 von dem Zustand gemäß Fig. 2a in den Zustand gemäß Fig. 2b ungedämpft und dadurch unter erheblicher Geräusch- entwicklung vollzogen.

Die Erfindung trägt dieser Geräuschentwicklung Rechnung, indem eine solche abrupte Verlagerung der Bremsbelaganordnungen auf den Bolzen unterbunden wird.

Fig. 3a zeigt eine Ansicht einer Bremsbelaganordnung gemäß der Erfindung auf die vom Bremsbelag abgewandte Seite des Bremsbelagträgers 22. Man erkennt, wie die beiden Ausnehmungen 26 und 28 des Bremsbelagträgers mit Spiel von den beiden Bolzen 30 und 32 durchsetzt sind (nun aufgrund der Gegenansicht spiegelverkehrt zu der Ansicht gemäß Fig. 2a und 2b). An dem Bremsbelagträger 22 sind rückseitig jeweils Befestigungszapfen 34, 36, 38, 40 angebracht. Ferner erkennt man, dass an der Rückseite der Bremsbelagträger jeweils an ihrer Stirnseite hohlzylindrische Kolben 42, 44 angreifen, die in an sich bekannter Weise hydraulisch verlagerbar in dem Gehäuse 12 der Scheibenbremse 10 angeordnet sind. Auf den Zapfen 34, 36 und 38, 40 sind jeweils Federelemente 46, 48 angebracht.

Mit Bezug auf Fig. 3b wird das Federelement 48 im Detail erläutert. Dieses umfasst einen klammerartigen Abschnitt 50, der die beiden Befestigungszapfen 38, 40 umgreift. An den klammerartigen Abschnitt 50 schließen sich zwei Schenkel 52, 54 an, die einen bogenförmigen Verlauf haben und so ähnlich dem griechischen Buchstaben „Ω" eine Einschnürung bilden. Der klammerartige Abschnitt 50 und die beiden Schenkel 52 verlaufen etwa in der Zeichenebene. Die freien Enden 56, 58 des Feder- elements 48 erstrecken sich aus der Zeichenebene heraus in die stirnseitige Öffnung 60 des Hohlkolbens 44 (siehe Fig. 3a). Die freien Enden 56, 58 liegen unter Vorspannung an der die Öffnung 60 begrenzenden zylindrischen Wand an und spannen so die Bremsbelaganordnung 20 auch in einer unbelasteten oder nur gering belasteten Betriebssituation in eine Stellung vor, die der Stellung gemäß Fig. 2b entspricht. Dies bedeutet, dass es nicht zu einer abrupten Verlagerung im Rahmen des Spiels zwischen dem Bolzen 30, 32 und den Ausnehmungen 26, 28 kommen kann, die beim Stand der Technik zu der unerwünschten Geräuschentwicklung führt. Vielmehr wird diese Verlagerung bereits durch die Vorspannung über die Federelemente 46 und 48 vorweggenommen, so dass es bereits ohne Bremswirkung zu einem Kontakt am Kontaktpunkt P kommt. Dadurch kann erfindungsgemäß der unerwünschten Geräuschentwicklung entgegengetreten werden.

Figuren 4 und 5 zeigen eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bremsbelaganordnung. Statt der aus einem Federdraht geformten Klammern 46 und 48 werden bei der Ausführungsvariante gemäß Figuren 4 und 5 an der Rückseite des Belagträgers 22 der Bremsbelaganordnung 20 Federelemente 62 und 64 aus Federstahl, beispielsweise aus einem Federstahlbandmaterial, über Schrauben angebracht. Diese Federelemente weisen jeweils zwei Federarme 66, 68 bzw. 70, 72 auf, die paarweise im 90°-Winkel zueinander angeordnet sind und für eine Vorspannung entsprechend der Schilderung zu Figuren 3a und 3b sorgen. Die Federarme 66, 68 bzw. 70, 72 sind ausgehend von einer Basis 74 bzw. 76 jeweils bogenförmig und in sich elastisch federnd ausgebildet. Die Funktionsweise ist dieselbe wie mit Bezug auf Figuren 3a und 3b beschrieben.

Fig. 6 und 7 zeigen eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung. Diese unterscheidet sich von der Ausfϋhrungsform gemäß Rg. 4 und 5 lediglich darin, dass jeweils nur ein bogenförmiger Federarm 67, 71 an jedem Federelement 62, 64 über eine Schraube an dem Bremsbelagträger 22 angebracht ist. Die Ausrichtung der Federarme 67, 71 ist im Vergleich zu der vorangehend beschriebenen Ausfüh- rungsform schräg, so dass sich eine resultierende Federkraft ergibt, die in ihrer Richtung der gemäß der Ausfϋhrungsform nach Fig. 4 und 5 entspricht.

Ferner sei darauf hingewiesen, dass eine „Mehrarm-Lösung", wie sie in Fig. 4 und 5 gezeigt ist, auch durch Winkel versetztes „Stapeln" mehrerer einarmiger Federelemen- te gemäß Fig. 6 und 7 möglich ist.

Fig. 8 und 9 zeigen eine vierte Ausfϋhrungsvariante der Erfindung.

Dabei erkennt man, dass am Bolzen 32, der in der Ausnehmung 28 geführt ist, ein aus einem Federdraht geformtes Federelement 80 derart angeordnet ist, dass dieses Federelement 80 mit einem Schlaufenabschnitt 82 den Bolzen 32 umschlingt, unterhalb des Bolzens 32 eine Einschnürung vorgesehen ist, von der zwei Schenkel 84, 86 ausgehen, die in an der Stirnkante 88 des Bremsbelagträgers 22 entlang laufende Abschnitte 90, 92 übergehen. Diese Abschnitte 90 bzw. 92 weisen an ihren freien Enden abgewinkelte Greiferabschnitte 94, 96 auf, die den Bremsbelagträger 22 hintergreifen.

In Richtung der Längsachse des Bolzens 32 betrachtet, weist somit die Feder 80 Ω- förmige Gestalt auf. Durch den eingeschnürten Übergangsbereich zwischen dem Abschnitt 82 und den Schenkeln 84, 86 ist das Federelement orthogonal zur Längsachse des Bolzens 32 elastische deformierbar, d.h. streckbar, und sorgt so für eine Anzugwirkung zwischen dem Bolzen 32 und dem Bremsbelagträger 22. Diese Anzugwirkung ist so gerichtet, dass der Bolzen 32 an seiner Unterseite im Bereich des Kontaktpunkts P in Anlage mit dem Rand der Ausnehmung 28 kommt.

Auch mit der Ausgestaltung des Federelements 80 gemäß Figuren 8 und 9 lässt sich eine gezielte Vorpositionierung des Bremsbelagträgers 22 relativ zum Bolzen 32 erreichen, so dass abrupte geräuschinduzierende Relativbewegungen zwischen diesen beiden Komponenten unterbunden werden können.