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Title:
ELEVATOR-ROPE REEL, ELEVATOR SYSTEM, AND METHOD FOR INITIATING A ROPE-LIKE COMPENSATION WEIGHT WHEN EXTENDING A CLIMBING ELEVATOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/202089
Kind Code:
A1
Abstract:
An elevator-rope reel (1) is described, as can be used in particular for initiating a rope-like compensation weight when extending an extendable elevator system in the form of a climbing elevator. The elevator-rope reel (1) comprises a reel (3) and an elevator rope (5) wound up on the reel (3). The reel (3) also has a reel core (9) extending in an axial direction (7). Furthermore, the reel (3) has, at opposite ends, in the axial direction (7), of the reel core (9), in each case one smaller lateral boundary (11) extending in a plane transverse to the axial direction. The reel (3) also has, at opposite ends, in the axial direction (7), of the reel core (9), and located for example further out in the axial direction (7) with respect to the smaller lateral boundaries (11), in each case one larger lateral boundary (13) extending in a plane transverse to the axial direction (7). The larger lateral boundaries (13) have a larger diameter (D2) than the smaller lateral boundaries (11). The larger lateral boundaries (13) are in the form of separable components on the elevator-rope reel (1). In order to extend the climbing elevator, a previously employed weight compensation chain (39) can be replaced by the elevator rope (5) acting as a weight compensation part (31). Here, a first part-length of the weight compensation rope (31) can be unwound from the elevator-rope reel (1) and suspended on the elevator car (23) and the counterweight (25). Subsequently, the elevator-rope reel (1), following removal of the larger lateral boundary (13), together with a part of the weight compensation rope (31) remaining thereon, can be fastened to the counterweight (25) in a space-saving manner.

Inventors:
BIZZOZERO GABRIELE (CH)
BLUNSCHI JAN (CH)
CHRISTEN LUKAS (CH)
WEBER STEFAN (CH)
Application Number:
PCT/EP2019/060120
Publication Date:
October 24, 2019
Filing Date:
April 18, 2019
Export Citation:
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Assignee:
INVENTIO AG (CH)
International Classes:
B66B7/06; B66B9/193; B65H75/22; B65H75/24
Foreign References:
JP2014105050A2014-06-09
EP2676915A12013-12-25
EP2004536A12008-12-24
DE2729381A11979-01-11
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Aufzugseil-Trägerspule (1) aufweisend:

eine Trägerspule (3), und

ein auf die Trägerspule (3) aufgewickeltes Aufzugseil (5),

wobei die Trägerspule (3) einen in einer Axialrichtung (7) verlaufenden Spulenkern (9) aufweist,

wobei die Trägerspule (3) ferner an in der Axialrichtung (7) gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns (9) jeweils eine sich in einer Ebene quer zur Axialrichtung erstreckende kleinere Seitenbegrenzung (11) aufweist,

wobei die Trägerspule (3) weiterhin an in der Axialrichtung (7) gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns (9) jeweils eine sich in einer Ebene quer zur Axialrichtung (7) erstreckende größere Seitenbegrenzung (13) aufweist,

wobei die größeren Seitenbegrenzungen (13) einen größeren Durchmesser (D2) aufweisen als die kleineren Seitenbegrenzungen (11), und

wobei die größeren Seitenbegrenzungen (13) als abtrennbare Komponenten an der Aufzugseil-Trägerspule (1) ausgebildet sind.

2. Aufzugseil-Trägerspule nach Anspruch 1,

wobei der Durchmesser (D2) der größeren Seitenbegrenzungen (13) zumindest 10% größer ist als der Durchmesser (Dl) der kleineren Seitenbegrenzungen (11).

3. Aufzugseil-Trägerspule nach einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei das Aufzugseil (5) eine Gesamtlänge aufweist, die sich aus einer Grundlänge und einer Ergänzungslänge zusammensetzt,

wobei der Durchmesser (D2) der größeren Seitenbegrenzungen (13) derart bemessen ist, dass die größeren Seitenbegrenzungen (13) in Radialrichtung (8) über das mit seiner Gesamtlänge auf den Spulenkern engstmöglich aufgewickelte Aufzugseil (5) überstehen, und

wobei der Durchmesser (Dl) der kleineren Seitenbegrenzungen (11) derart bemessen ist, dass die kleineren Seitenbegrenzungen (11) in Radialrichtung (8) über das lediglich mit seiner Ergänzungslänge auf den Spulenkern (9) engstmöglich aufgewickelte Aufzugseil (5) überstehen.

4. Aufzugseil-Trägerspule nach Anspruch 3,

wobei die Grundlänge größer als 99m, vorzugsweise größer als l49m, stärker bevorzugt größer als 199m, ist und wobei die Ergänzungslänge größer als 19m, vorzugsweise größer als 49m, ist.

5. Aufzugseil-Trägerspule nach einem der vorangehenden Ansprüche,

wobei die größeren Seitenbegrenzungen (13) reversibel von einem Rest der Aufzugseil- Trägerspule (1) abtrennbar sind.

6. Aufzugseil-Trägerspule nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die größeren Seitenbegrenzungen (13) bezogen auf die kleineren Seitenbegrenzungen (11) in der Axialrichtung (7) weiter außen liegend mit Bezug auf eine axiale Mitte des

Spulenkerns (9) angeordnet sind.

7. Aufzuganlage (21), aufweisend:

eine Aufzugkabine (23),

ein Gegengewicht (25),

ein seilartiges Aufzugtragmittel (27), welches sowohl an der Aufzugkabine (23) als auch an dem Gegengewicht (25) angreift,

eine Antriebseinrichtung (29) zum Verlagern des Aufzugtragmittels (27) und dadurch Verlagern der Aufzugkabine (23) und des Gegengewichts (25) in entgegengesetzte Richtungen,

eine Aufzugseil-Trägerspule (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, welche an dem Gegengewicht (25) befestigt ist und deren aufgewickeltes Aufzugseil (5) als

Gewichtskompensationsseil (31) zumindest mit einer Teillänge zwischen der

Aufzugkabine (23) und dem Gegengewicht (25) nach unten hängend aufgehängt ist.

8. Aufzuganlage nach Anspruch 7,

wobei die Aufzuganlage (21) als Kletteraufzug (35) ausgebildet ist und wobei die Antriebseinrichtung (29) als innerhalb eines Aufzugschachts (33) vertikal verlagerbar ausgebildet ist.

9. Aufzuganlage nach einem der Ansprüche 7 und 8,

wobei die Aufzugseil-Trägerspule (1) oberhalb des Gegengewichts (25) angeordnet an dem Gegengewicht (25) befestigt ist.

10. Verfahren zum Bewirken eines seilartigen Kompensationsgewichts (37) bei Verlängern eines verlängerbaren Kletteraufzugs (35),

wobei in dem Kletteraufzug (35) vor dem Verlängern zwischen einer Aufzugkabine (23) und einem Gegengewicht (25) eine Gewichtskompensationskette (39) nach unten hängend angehängt ist;

wobei zum Verlängern des Kletteraufzugs (35) die Gewichtskompensationskette (39) entfernt wird und durch ein Gewichtskompensationsseil (31) ersetzt wird,

wobei das Gewichtskompensationsseil (31) zuvor auf einer Aufzugseil-Trägerspule (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 aufgewickelt ist,

wobei eine erste Teillänge des Gewichtskompensationsseils (31) zum Ersetzen der Gewichtskompensationskette (39) von der Aufzugseil-Trägerspule (1) abgewickelt wird und einerseits an der Aufzugkabine (23) und andererseits an dem Gegengewicht (25) nach unten hängend angehängt wird,

wobei die Aufzugseil-Trägerspule (1) zusammen mit einer darauf aufgewickelten verbleibenden zweiten Teillänge des Gewichtskompensationsseils (31) an dem

Gegengewicht (25) befestigt wird. 11. Verfahren nach Anspruch 10, wobei vor dem Befestigen der Aufzugseil-

Trägerspule (1) an dem Gegengewicht (25) die größeren Seitenbegrenzungen (13) der Aufzugseil-Trägerspule (1) entfernt werden.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 und 11, wobei für ein weiteres Verlängern des Kletteraufzugs (35) von der auf der Aufzugseil-Trägerspule (1) aufgewickelten verbleibenden zweiten Teillänge des Gewichtskompensationsseils (31) zumindest ein Anteil abgewickelt wird, um die zwischen der Aufzugkabine (23) und dem Gegengewicht (25) angehängte erste Teillänge des Gewichtskompensationsseils (31) zu verlängern.

Description:
Aufzugseil-Trägerspule, Aufzuganlage sowie Verfahren zum Bewirken eines seilartigen Kompensationsgewichts bei Verlängern eines Kletteraufzugs

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Aufzugseil-Trägerspule, auf der ein Aufzugseil beispielsweise in Form eines Gewichtskompensationsseils aufgewickelt ist. Die

Erfindung betrifft ferner eine Aufzuganlage mit einer solchen Aufzugseil-Trägerspule. Ergänzend betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bewirken eines seilartigen

Kompensationsgewichts bei Verlängern eines Kletteraufzugs. In einer Aufzuganlage sind typischerweise eine Aufzugkabine und ein Gegengewicht innerhalb eines Aufzugschachts vertikal verlagerbar. Die Aufzugkabine und das Gegengewicht werden dabei beide durch ein gemeinsames seilartiges Aufzugtragmittel gehalten. Unter einem„seilartigen“ Aufzugtragmittel kann hierbei ein Tragmittel verstanden werden, dass länglich und in Erstreckungsrichtung hoch belastbar ist, quer zur Erstreckungsrichtung jedoch biegbar ist. Seilartige Aufzugtragmittel können

beispielsweise über ein oder mehrere Tragseile oder Trageriemen verfügen. In der Aufzuganlage ist ferner eine Antriebseinrichtung vorgesehen, um das Aufzugtragmittel zu bewegen und auf diese Weise die Aufzugkabine und das Gegengewicht in entgegengesetzte Richtungen innerhalb des Aufzugschachts zu verlagern.

Insbesondere bei Aufzuganlagen für sehr hohe Gebäude müssen die Aufzugtragmittel sehr lang sein, beispielsweise über 200 m lang, in manchen Fällen bis zu 500 m oder mehr lang. Dabei ist häufig ein Gewicht des Aufzugtragmittels, welches auf der einen Seite das Gegengewicht hält und welches auf der anderen Seite die Aufzugkabine hält, ähnlich groß oder sogar größer als das Gewicht des Gegengewichts bzw. der

Aufzugkabine selbst. Insbesondere hängen eine freihängende Länge und damit das Gewicht desjenigen Anteils des Aufzugtragmittels, welcher das Gegengewicht bzw. die Aufzugkabine hält, davon ab, wo sich diese beiden gegenläufig zu bewegenden

Aufzugkomponenten innerhalb des Aufzugschachts aktuell befinden.

Um Gewichtsunterschiede zwischen demjenigen Anteil des Aufzugtragmittels, welcher das Gegengewicht hält, und demjenigen Anteil des Aufzugtragmittels, welcher die Aufzugkabine hält, auszugleichen, ist bei hohen Aufzuganlagen oft ein seilartiges Kompensationsgewicht zwischen der Aufzugkabine und dem Gegengewicht nach unten hängend angehängt. Dieses seilartige Kompensationsgewicht kann beispielsweise eine Kompensationskette oder ein Kompensationsseil sein.

Beim Bau hoher Gebäude können sogenannte Kletteraufzüge, manchmal auch als Climblifit bezeichnet, eingesetzt werden. Ein solcher Kletteraufzug kann in seiner Transportlänge bzw. Hubhöhe verlängert werden, indem beispielsweise eine Plattform, an der die Antriebseinrichtung des Aufzugs angeordnet ist, in dem Aufzugschacht auf ein höheres Niveau gehoben wird. Um dabei weiterhin möglichst alle Stockwerke unterhalb der Plattform bedienen zu können, muss ergänzend auch die Länge des seilartigen Aufzugtragmittels verlängert werden. Dies wiederum führt dazu, dass beim Verlängern eines Kletteraufzugs auch die Länge des seilartigen Kompensationsgewichts verlängert werden sollte.

Bei Kletteraufzügen, welche einen Höhenunterschied in einem Bereich von

typischerweise bis zu etwa 175 m ± 50 m bedienen sollen, kann das seilartige

Kompensationsgewicht meist mit Hilfe einer Kompensationskette implementiert werden. Um das seilartige Kompensationsgewicht zu verlängern kann eine solche

Kompensationskette mithilfe ergänzend angehängter Kettenglieder verlängert werden. Allerdings können insbesondere aus Festigkeitsgründen in der Regel keine

Kompensationsketten mit einer Länge von mehr als typischerweise etwa 200 m eingesetzt werden.

Soll ein Kletteraufzug größere Höhenunterschiede bedienen, müssen daher meist seilartige Kompensationsgewichte in Form von Kompensationsseilen eingesetzt werden. Allerdings können solche Kompensationsseile hinsichtlich ihrer Länge nicht einfach ergänzt werden, sondern müssen bereits vorab in einer für ihren angestrebten Einsatz ausreichenden Länge bereitgestellt werden. Lange Kompensationsseile werden dabei meist auf einer Aufzugseil-Trägerspule aufgewickelt bereitgestellt und dann zur lnstallation in der Aufzuganlage von der Aufzugseil-Trägerspule abgewickelt.

Es wurde beobachtet, dass eine Handhabung einer Aufzugseil-Trägerspule mit einem langen darauf aufgewickelten Kompensationsseil aufwendig sein kann lnsbesondere kann die Aufzugseil-Trägerspule sehr groß und/oder schwer sein. Außerdem wurde beobachtet, dass es schwierig sein kann, ein Kompensationsseil für eine Aufzuganlage der Art bereitzustellen, dass es insbesondere bei einer als Kletteraufzug ausgestalteten Aufzuganlage bedarfsweise verlängert werden kann und somit mit der Länge des Kletteraufzugs„mitwachsen“ kann.

Es kann somit unter anderem ein Bedarf an einer Aufzugseil-Trägerspule und an einer mit einer solchen Aufzugseil-Trägerspule ausgestatteten Aufzuganlage bestehen, bei denen ein Kompensationsseil in vorteilhafter Weise, d.h. beispielsweise mit geringem

Platzbedarf und/oder mit verhältnismäßig geringem Gewicht, bereitgestellt und gegebenenfalls in seiner Länge vergrößert werden kann. Außerdem kann ein Bedarf an einem Verfahren zum Bewirken eines seilartigen Kompensationsgewichts bei Verlängern eines verlängerbaren Kletteraufzugs bestehen, bei dem eine Länge des

Kompensationsseils als seilartiges Kompensationsgewicht in vorteilhafter Weise verlängert werden kann.

Einem solchen Bedarf kann durch den Gegenstand gemäß einem der unabhängigen Ansprüche entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen definiert und/oder in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzugseil-Trägerspule

vorgeschlagen, welche eine Trägerspule und ein auf die Trägerspule aufgewickeltes Aufzugseil aufweist. Die Trägerspule weist hierbei einen in einer Axialrichtung verlaufenden Spulenkern auf. Ferner weist die Trägerspule an in der Axialrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns jeweils eine sich in einer Ebene quer zur Axialrichtung erstreckende kleinere Seitenbegrenzung auf. Weiterhin weist die

Trägerspule an in der Axialrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns jeweils eine sich in einer Ebene quer zur Axialrichtung erstreckende größere Seitenbegrenzung auf. Die größeren Seitenbegrenzungen weisen hierbei einen größeren Durchmesser auf als die kleineren Seitenbegrenzungen. Außerdem sind die größeren Seitenbegrenzungen als abtrennbare Komponenten an der Aufzugseil-Trägerspule ausgebildet.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzuganlage vorgeschlagen, welche eine Aufzugkabine, ein Gegengewicht, ein seilartiges Aufzugtragmittel, welches sowohl an der Aufzugkabine als auch an dem Gegengewicht angreift, sowie eine Antriebseinrichtung zum Verlagern des Aufzugtragmittels und dadurch Verlagern der Aufzugkabine und des Gegengewichts in entgegengesetzte Richtungen aufweist.

Ergänzend weist die Aufzuganlage eine Aufzugseil-Trägerspule gemäß einer

Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung auf, welche an dem Gegengewicht befestigt ist und dessen aufgewickeltes Aufzugseil als Gewichtskompensationsseil zumindest mit einer Teillänge zwischen der Aufzugkabine und dem Gegengewicht nach unten hängend aufgehängt ist.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Bewirken eines seilartigen Kompensationsgewichts bei Verlängern eines verlängerbaren Kletteraufzugs vorgeschlagen. Dabei ist in dem Kletteraufzug vor dem Verlängern zwischen einer

Aufzugkabine und einem Gegengewicht eine Gewichtskompensationskette nach unten hängend angehängt. Zum Verlängern des Kletteraufzugs wird die Gewichts

kompensationskette entfernt und durch ein Gewichtskompensationsseil ersetzt. Das Gewichtskompensationsseil ist zuvor auf einer Aufzugseil-Trägerspule gemäß einer Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung aufgewickelt. Dabei wird eine erste

Teillänge des Gewichtskompensationsseils zum Ersetzen der Gewichtskompensations kette von der Aufzugseil-Trägerspule abgewickelt und einerseits an der Aufzugkabine und andererseits an dem Gegengewicht nach unten hängend angehängt. Außerdem wird die Aufzugseil-Trägerspule zusammen mit einer darauf aufgewickelten verbleibenden zweiten Teillänge des Gewichtskompensationsseils an dem Gegengewicht befestigt.

Mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung können unter anderem und ohne die Erfindung einzuschränken als auf nachfolgend beschriebenen ldeen und Erkenntnissen beruhend angesehen werden.

Wie bereits einleitend angedeutet kann es insbesondere für den Fall, dass ein

Kletteraufzug über eine gewisse Höhe hinaus verlängert werden soll, notwendig oder zumindest vorteilhaft sein, eine Gewichtskompensationskette, die bis dahin ein seilartiges Kompensationsgewicht zwischen der Aufzugkabine und dem Gegengewicht hängend für den Kletteraufzug gebildet hat, durch ein Aufzugseil in Form eines

Gewichtskompensationsseils zu ersetzen. Das Aufzugseil kann, braucht aber nicht zwingend, ähnlich ausgestaltet sein, wie ein seilartiges Aufzugtragmittel lnsbesondere kann das Aufzugseil als Rundseil, Flachriemen oder Ähnliches ausgestaltet sein.

Beispielsweise kann das Aufzugseil als Stahlseil mit einer Vielzahl von Litzen ausgebildet sein. Das als Gewichtskompensationsseil ausgestaltete Aufzugseil kann ein ähnliches Gewicht pro Aufzugseil-Länge aufweisen wie das seilartige Aufzugtragmittel, braucht aber nicht notwendigerweise eine gleiche Lasttragfähigkeit aufweisen. Das als Gewichtskompensationsseil dienende Aufzugseil kann dabei als Grundlänge zumindest eine Länge aufweisen, die deijenigen der Gewichtskompensationskette entspricht. Darüber hinaus kann das Aufzugseil eine Ergänzungslänge aufweisen, die derart bemessen ist, dass der Kletteraufzug deutlich über diejenige Höhe, bis zu der die Gewichtskompensationskette nutzbar war, verlängert werden kann und das Aufzugseil dabei als Kompensationsgewicht wirken kann.

Eine Gesamtlänge des Aufzugseils, welche sich aus einer Summe der Grundlänge und der Ergänzungslänge ergibt, kann dabei aufgewickelt auf eine Trägerspule bereitgestellt werden. Die Trägerspule kann hinsichtlich ihrer Struktur und/oder Funktionalität ähnlich wie eine Haspel, eine Kabeltrommel oder eine Bobine ausgestaltet sein lnsbesondere kann die Trägerspule über einen in Axialrichtung verlaufenden Spulenkern verfügen, auf dessen Mantelfläche das Aufzugseil aufgewickelt werden kann und an dem an in Axialrichtung gegenüberliegenden Enden Seitenbegrenzungen vorgesehen sind, durch die das aufgewickelte Aufzugseil an einem seitlichen Abrutschen von dem Spulenkern gehindert wird.

Der Spulenkern kann rotationssymmetrisch mit Bezug auf die Axialrichtung, insbesondere zylindrisch, ausgebildet sein bzw. eine solche Mantelfläche ausbilden. Alternativ kann der Spulenkern ähnlich wie bei einer Haspel aus mehreren parallel zu der Axialrichtung verlaufenden Streben ausgebildet sein, um die dann in ihrer Gesamtheit das

Aufzugseil gewickelt werden kann. Eine Mantelfläche eines solchen aus Streben zusammengesetzten Spulenkerns kann virtuell als die zwischen den Streben aufgespannte Fläche verstanden werden. Die Seitenbegrenzungen ragen quer zu dem Spulenkern, insbesondere senkrecht zu dem

Spulenkern, d.h. in Radialrichtung, über den Spulenkern hinaus ab. Mit anderen Worten weisen die Seitenbegrenzungen einen größeren Durchmesser auf als der Spulenkern. Die Seitenbegrenzungen können als Scheiben, insbesondere Kreisscheiben ausgebildet sein. Dabei können die Seitenbegrenzungen, brauchen aber nicht zwingend, als vollflächige Scheiben ausgebildet sein. Die Scheiben können einteilig, zweiteilig oder mehrteilig ausgebildet sein. Beispielsweise kann eine Scheibe, welche eine der Seitenbegrenzungen bilden soll, aus zwei Halbscheiben bzw. mehreren Teilscheiben zusammengesetzt sein. Alternativ können die Seitenbegrenzungen beispielsweise mit sich in Radialrichtung erstreckenden Streben oder Speichen ausgebildet sein, die eventuell durch einen in

Umfangsrichtung verlaufenden Ring miteinander verbunden sind. Unter einem

Durchmesser der Seitenbegrenzungen soll in diesem Fall eine Abmessung der

Seitenbegrenzung in Radialrichtung verstanden werden. Das Aufzugseil kann auf der Trägerspule in einer Vielzahl von Wicklungen aufgewickelt sein, wobei mehrere Wicklungen spiralförmig nebeneinander angeordnet sein können und mehrere Lagen von Wicklungen in Radialrichtung der Trägerspule übereinander angeordnet sein können. In einer engstmöglichen Wicklungskonfiguration können Wicklungen von in Radialrichtung benachbarten Wicklungslagen in Axialrichtung leicht versetzt zueinander angeordnet sein.

Eine Aufzugseil-Trägerspule, auf der das Gewichtskompensationsseil mit seiner Gesamtlänge aufgewickelt ist, ist dabei typischerweise verhältnismäßig groß und schwer, da das Gewichtskompensationsseil die Gewichtsunterschiede, die sich bei dem

Aufzugtragmittel abhängig von der aktuellen Position des Gegengewichts und der

Aufzugkabine relativ zueinander einstellen, weitgehend kompensieren soll.

Es wurde nun erkannt, dass es vorteilhaft sein kann, die Aufzugseil-Trägerspule nicht lediglich mit einteiligen Seitenbegrenzungen, zwischen denen das Aufzugseil auf dem Spulenkern aufgewickelt ist, auszustatten, sondern stattdessen eine zumindest zweiteilige

Seitenbegrenzung an jedem der in Axialrichtung gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns vorzusehen. Jede Seitenbegrenzung besteht dabei paarweise aus einer kleineren und einer größeren Seitenbegrenzung. Eine der größeren Seitenbegrenzungen kann dabei in Axialrichtung direkt neben einer ihr paarweise zugeordneten kleineren Seitenbegrenzung angeordnet sein bzw. an diese direkt angrenzen. Alternativ kann die genannte größere Seitenbegrenzung in Axialrichtung geringfügig beabstandet zu der ihr zugeordneten kleineren Seitenbegrenzung angeordnet sein, wobei ein Spalt zwischen der größeren und der kleineren Seitenbegrenzung erheblich kleiner sein soll, d.h. eine Breite des Spalts beispielsweise weniger als 20 % oder weniger als 10 % betragen soll, als ein Abstand in Axialrichtung zwischen den beiden kleineren Seitenbegrenzungen. Als weitere Alternative kann sich die größere Seitenbegrenzung auch in radialer Richtung an die kleinere Seitenbegrenzung anschließen, d.h. die größere Seitenbegrenzung kann in ihrem Zentrum eine Ausnehmung aufweisen, in der die kleinere Seitenbegrenzung aufgenommen werden kann.

Die zweiteilige Seitenbegrenzung soll hierbei derart ausgestaltet sein, dass die beispielsweise in Axialrichtung der Mitte des Spulenkerns näher liegende kleinere Seitenbegrenzung einen kleineren Durchmesser aufweist als die in diesem Beispiel der Mitte des Spulenkerns ferner liegende größere Seitenbegrenzung. Beispielsweise kann gemäß einer Ausführungsform der Durchmesser der größeren Seitenbegrenzungen zumindest 10 %, vorzugsweise zumindest 20 % oder zumindest 30 % oder zumindest 50 %, größer sein als der Durchmesser der kleineren Seitenbegrenzungen. Konkreter ausgedrückt kann gemäß einer Ausführungsform das auf der Trägerspule aufzuwickelnde Aufzugseil eine Gesamtlänge aufweisen, die sich aus einer Grundlänge und einer Ergänzungslänge zusammensetzt. In dieser Konstellation kann der

Durchmesser der größeren Seitenbegrenzungen derart bemessen sein, dass die größeren Seitenbegrenzungen der Aufzugseil-Trägerspule in Radialrichtung über das mit seiner Gesamtlänge auf den Spulenkern engstmöglich aufgewickelte Aufzugseil überstehen.

Ferner kann der Durchmesser der kleineren Seitenbegrenzungen derart bemessen sein, dass die kleineren Seitenbegrenzungen in Radialrichtung über das lediglich mit seiner Ergänzungslänge auf den Spulenkern engstmöglich aufgewickelte Aufzugseil überstehen. Anders ausgedrückt können die Abmessungen der größeren und kleineren

Seitenbegrenzungen in Radialrichtung der Aufzugseil-Trägerspule derart gewählt sein, dass die größeren Seitenbegrenzungen derart weit in Radialrichtung über eine

Mantelfläche des Spulenkerns überstehen, dass zwischen den größeren

Seitenbegrenzungen das Aufzugseil mit seiner Gesamtlänge auf den Spulenkern aufgewickelt werden kann und dann von den größeren Seitenbegrenzungen in

Axialrichtung begrenzt wird. Die größeren Seitenbegrenzungen hindern somit alle Wicklungen des gesamten Aufzugseils daran, in Axialrichtung von der Trägerspule zu rutschen. Im Vergleich hierzu sind die kleineren Seitenbegrenzungen mit einem kleineren Durchmesser ausgebildet, d.h. sie stehen weniger weit über die Mantelfläche des Spulenkerns über als die größeren Seitenbegrenzungen. Der Durchmesser der kleineren Seitenbegrenzungen soll dabei jedoch zumindest derart groß gewählt werden, dass die kleineren Seitenbegrenzungen zumindest diejenigen Wicklungen des Aufzugseils in Axialrichtung seitlich begrenzen, die der Ergänzungslänge des auf den Spulenkern engstmöglich aufgewickelten Aufzugseils entsprechen. Anders ausgedrückt sollen die kleineren Seitenbegrenzungen ausreichend weit über die Mantelfläche des Spulenkerns überstehen, dass, nachdem die Grundlänge des Aufzugsseils von der Aufzugseil- Trägerspule abgewickelt wurde, zumindest die verbleibende Ergänzungslänge des auf dem Spulenkern noch aufgewickelten Aufzugseils von der kleineren Seitenbegrenzung an einem axialen Abrutschen von dem Spulenkern gehindert wird.

Gemäß einer Ausführungsform kann dabei die Grundlänge des Aufzugseils größer als 99 m, vorzugsweise größer als 149 m oder 199 m, und die Ergänzungslänge des

Aufzugseils größer als 19 m, vorzugsweise größer als 49 m, sein. Insbesondere kann ein Aufzugseil mit einer Grundlänge von beispielsweise 200 m oder mehr dazu eingesetzt werden, eine Gewichtskompensationskette beispielsweise in einem Kletteraufzug zu ersetzen, wobei dann die Ergänzungslänge des Aufzugseils dazu eingesetzt werden kann, bei einem weiteren Verlängern des Kletteraufzugs das durch das Aufzugseil gebildete Gewichtskompensationsseil entsprechend verlängern zu können.

Bei Ausführungsformen des Verfahrens gemäß dem dritten Aspekt der Erfindung, welches dazu eingesetzt werden kann, ein seilartiges Kompensationsgewicht bei einem Verlängern eines Kletteraufzugs zu bewirken, kann die vorgeschlagene Aufzugseil- Trägerspule wie folgt eingesetzt werden:

Bis der Kletteraufzug eine bestimmte Mindesthöhe von beispielsweise 130 m erreicht hat, wird zwischen der Aufzugkabine und dem Gegengewicht eine Kompensationskette nach unten hängend angehängt. Die Kompensationskette kann nach Bedarf mit der zunehmenden Höhe des Kletteraufzugs„mitwachsen“, in dem sie um weitere

Kettenglieder ergänzt wird.

Wenn der Kletteraufzug über diese Mindesthöhe hinaus verlängert werden soll, wird die Gewichtskompensationskette entfernt und durch ein Gewichtskompensationsseil ersetzt. Das Gewichtskompensationsseil ist dabei auf die zuvor beschriebene Aufzugseil- Trägerspule mit seiner Gesamtlänge aufgewickelt. Die Gesamtlänge ist dabei deutlich länger als dies für einen Kletteraufzug, der lediglich die genannte Mindesthöhe aufweist, nötig wäre, d.h., dass aufgewickelte Aufzugseil umfasst neben der Grundlänge auch eine substantielle Ergänzungslänge. Um die Gewichtskompensationskette zu ersetzen wird nun zunächst eine erste Teillänge des Gewichtskompensationsseils von der Aufzugseil-

Trägerspule abgewickelt, welche in etwa der Grundlänge entspricht. Dieser Teil des Gewichtskompensationsseils wird dann einerseits an der Aufzugkabine und andererseits an dem Gegengewicht angebracht, sodass er dazwischen nach unten durchhängt und somit als Kompensationsgewicht wirken kann. Eine zweite Teillänge des

Gewichtskompensationsseils, welche in etwa der Ergänzungslänge entspricht, verbleibt zunächst auf der Aufzugseil-Trägerspule. ln diesem teilabgewickelten Zustand wird die Aufzugseil-Trägerspule dann zusammen mit dem in der zweiten Teillänge darauf aufgewickelten Gewichtskompensationsseil an dem Gegengewicht der Aufzuganlage befestigt. Dementsprechend wird die Aufzugseil-

Trägerspule während des nachfolgenden Betriebs der Aufzuganlage zusammen mit dem Gegengewicht durch den Aufzugschacht bewegt.

Um die Aufzugseil-Trägerspule einfacher handhaben zu können und/oder einfacher an dem Gegengewicht befestigen zu können, können vor dem Befestigen der Aufzugseil-

Trägerspule an dem Gegengewicht die größeren Seitenbegrenzungen der Aufzugseil- Trägerspule entfernt werden. Die Aufzugseil-Trägerspule wird hierdurch sowohl kleiner als auch leichter. Die größeren Seitenbegrenzungen sind hierfür als abtrennbare Komponenten an der

Aufzugseil-Trägerspule ausgebildet. Mit anderen Worten können die größeren

Seitenbegrenzungen derart ausgestaltet sein, dass sie vom Rest der Aufzugseil- Trägerspule abgetrennt werden können, ohne diesen zu schädigen lnsbesondere kann es bevorzugt sein, die größeren Seitenbegrenzungen ohne Werkzeug oder lediglich mit einfachem Werkzeug wie einem Schraubenzieher oder einem Schraubenschlüssel vom

Rest der Aufzugseil-Trägerspule lösen zu können.

Besonders bevorzugt können gemäß einer Ausführungsform der Erfindung die größeren Seitenbegrenzungen reversibel von einem Rest der Aufzugseil-Trägerspule abtrennbar ausgebildet sein. Anders ausgedrückt können die größeren Seitenbegrenzungen derart am Rest der Aufzugseil-Trägerspule angebracht sein, dass sie schädigungsfrei gelöst und, falls gewünscht, zu einem späteren Zeitpunkt wieder an dem Rest der Aufzugseil- Trägerspule befestigt werden können. Die Aufzugseil-Trägerspule kann somit beispielsweise wiederverwendbar ausgestaltet sein, sodass sie nach ihrer Verwendung beispielsweise in einem Kletteraufzug, nachdem die größeren Seitenbegrenzungen wieder angebracht wurden, wieder dazu verwendet werden kann, um ein Aufzugseil in seiner Gesamtlänge aufwickeln zu können.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform sind die größeren Seitenbegrenzungen bezogen auf die kleineren Seitenbegrenzungen in der Axialrichtung weiter außen liegend mit Bezug auf eine axiale Mitte des Spulenkerns angeordnet. Anders ausgedrückt können die größeren Seitenbegrenzungen an den gegenüberliegenden Enden des Spulenkerns derart angeordnet sein, dass sie die kleineren Seitenbegrenzungen in Axialrichtung zwischen sich aufnehmen. Die größeren Seitenbegrenzungen können in diesem Fall einfach von den kleineren Seitenbegrenzungen abgetrennt werden.

Es ist alternativ auch vorstellbar, die größeren Seitenbegrenzungen als in Axialrichtung innenliegende Seitenbegrenzungen auszubilden ln diesem Fall wären die größeren Seitenbegrenzungen in Axialrichtung zwischen den kleineren Seitenbegrenzungen aufgenommen. Um die größeren Seitenbegrenzungen abtrennen zu können, können diese beispielsweise mehrteilig ausgebildet sein, beispielsweise als zwei lösbar miteinander verbundene Halbkreisscheiben. ln einer weiteren Alternative können sich die größeren Seitenbegrenzungen in einer gleichen Ebene erstrecken wie die kleineren Seitenbegrenzungen, wobei die größeren Seitenbegrenzungen jeweils eine Ausnehmung aufweisen können, in der jeweils eine der kleineren Seitenbegrenzungen aufgenommen sein kann, sodass sich die größere

Seitenbegrenzung in Radialrichtung beispielsweise bündig an die kleinere

Seitenbegrenzung anschließt. Auch in diesem Fall kann die größere Seitenbegrenzung einfach von der kleineren Seitenbegrenzung abgetrennt werden.

Die beschriebene Aufzugseil-Trägerspule eignet sich somit besonders für einen Einsatz in Aufzuganlagen, welche als Kletteraufzug ausgebildet sind. Bei einem solchen Kletteraufzug ist die Antriebseinrichtung innerhalb des Aufzugschachts vertikal verlagerbar ausgebildet. Beispielsweise kann die Antriebseinrichtung mitsamt einer sie tragenden Plattform innerhalb des Aufzugschachts angehoben und dann an höherer Stelle befestigt werden, um den Kletteraufzug„wachsen“ zu lassen.

Dabei kann der Kletteraufzug, wenn er über eine bestimmte Höhe„hinausgewachsen“ ist und die Gewichtskompensationskette durch das Gewichtskompensationsseil ersetzt wurde und die Aufzugseil-Trägerspule an dem Gegengewicht befestigt wurde, weiter verlängert werden. Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann für ein solches weiteres Verlängern des Kletteraufzugs von der auf der Aufzugseil-Trägerspule aufgewickelten verbleibenden zweiten Teillänge des Gewichtskompensationsseils zumindest ein Anteil abgewickelt werden, um die zwischen der Aufzugkabine und dem Gegengewicht angehängte erste Teillänge des Gewichtskompensationsseils zu verlängern. Der

Kletteraufzug kann somit weiter„wachsen“, d.h. in seiner Höhe in einem oder mehreren Schritten verlängert werden, und dabei das Gewichtskompensationsseil nach Bedarf in seiner Länge angepasst werden, indem weitere Teillängen von der Aufzugseil- Trägerspule abgewickelt werden. Gegebenenfalls kann das sich hierdurch verringernde Gewicht der Aufzugseil-Trägerspule an dem Gegengewicht durch

Kompensationsgewichte, d.h. beispielsweise durch in das Gegengewicht eingelegte Gewichtsstücke, kompensiert werden.

Gemäß einer Ausführungsform der Aufzuganlage gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung kann die Aufzugseil-Trägerspule oberhalb des Gegengewichts angeordnet an dem Gegengewicht befestigt sein. Prinzipiell ist zwar vorstellbar, die Aufzugseil- Trägerspule an einer beliebigen Stelle an dem Gegengewicht anzubringen. Es wird jedoch als vorteilhaft erachtet, die Aufzugseil-Trägerspule oberhalb des Gegengewichts anzuordnen und dann das Gewichtskompensationsseil an dem Gegengewicht vorbei nach unten durchhängen zu lassen. Es wird daraufhingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der

Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen betreffend die Aufzugseil-Trägerspule, betreffend eine Aufzuganlage und/oder betreffend ein Verfahren zum Bewirken eines seilartigen Kompensationsgewichts bei Verlängern eines

Kletteraufzugs beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, übertragen, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.

Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die

Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.

Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage in Form eines Kletteraufzugs gemäß einer

Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht durch eine erfindungsgemäße Aufzugseil-Trägerspule.

Fig. 3 zeigt eine Explosions-Schnittansicht durch eine erfindungsgemäße Aufzugseil- Trägerspule.

Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht auf eine erfindungsgemäße Aufzugseil-Trägerspule.

Fig. 5 zeigt eine perspektivische Ansicht auf mehrere an einem Gegengewicht montierte erfindungsgemäße Aufzugseil-Trägerspulen.

Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen in den verschiedenen Figuren gleiche oder gleichwirkende Merkmale. Fig. 1 zeigt eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Aufzuganlage 21. Die

Aufzuganlage 21 umfasst eine Aufzugkabine 23 und ein Gegengewicht 25, welche innerhalb eines Aufzugschachts 33 vertikal verlagerbar sind. Die Aufzugkabine 23 sowie das Gegengewicht 25 werden mithilfe eines seilartigen Aufzugtragmittels 27 sowohl gehalten als auch verlagert. Hierzu kann das Aufzugtragmittel 27 mithilfe einer

Antriebseinrichtung 29 angetrieben werden.

Die Aufzuganlage 21 ist als Kletteraufzug 35 konzipiert. Hierzu kann die

Antriebseinrichtung 29 zusammen mit einer Plattform 51 in verschiedenen Höhen innerhalb des Aufzugschachts 33 mithilfe eines Verriegelungsmechanismus 53 fixiert werden. Um auch nach einer solchen Verlagerung der Antriebseinrichtung 29 mit der Aufzuganlage 21 Stockwerke in der gesamten darunterliegenden Höhe bedienen zu können, ist außerdem eine Zuführungsrolle 55 vorgesehen, auf der eine ergänzende Länge des Aufzugtragmittels 27 aufgewickelt ist, sodass durch Ab wicke ln von Teilen des Aufzugtragmittels 27 von der Zuführungsrolle 55 die Länge des Aufzugtragmittels 27 innerhalb des Aufzugschachts 33 verlängert werden kann.

Je nachdem, in welcher Höhe sich die Aufzugkabine 23 und dementsprechend das Gegengewicht 25 in dem Aufzugschacht 33 befinden, werden diese beiden

Aufzugkomponenten von unterschiedlich langen Teilen des Aufzugtragmittels 27 gehalten lnsbesondere bei sehr hohen Aufzügen bewirkt das Eigengewicht der

Aufzugtragmittel 27 bzw. das Ungleichgewicht zwischen dem die Aufzugkabine 23 haltenden Teil und dem das Gegengewicht 25 haltenden Teil des Aufzugtragmittels 27 einen erheblichen Anteil der von der Antriebseinrichtung 29 zu bewegenden Last.

Um dies auszugleichen, ist zwischen der Aufzugkabine 23 und dem Gegengewicht 25 eine nach unten durchhängende Gewichtskompensationskette 39 oder ein nach unten durchhängendes Gewichtskompensationsseil 31 vorgesehen, welche ein

Kompensationsgewicht 37 bilden.

Die Gewichtskompensationskette 39 kann, wenn der Kletteraufzug 35 verlängert wird, durch Anhängen weiterer Kettenglieder entsprechend verlängert werden. Ab einer gewissen Länge, oder wenn die Aufzugkabine mit mehr als einer vorgegebenen

Geschwindigkeit von beispielsweise mehr als 3 m/s verfahren werden soll, genügt jedoch die mechanische Festigkeit der Gewichtskompensationskette 39 nicht mehr. Wenn der Kletteraufzug 35 weiter verlängert bzw. schneller betrieben werden soll, wird in diesem Fall die Gewichtskompensationskette 39 abgehängt und durch ein

Gewichtskompensationsseil 31 ersetzt.

Da das Gewichtskompensationsseil 31 für den Fall, dass der Kletteraufzug 35 weiter verlängert werden soll, nicht ohne weiteres verlängert werden kann, wird nicht einfach ein Gewichtskompensationsseil 31 fester Länge mit seinen Enden an der Aufzugkabine 23 und dem Gegengewicht 25 befestigt, da ansonsten bei jedem Verlängerungsvorgang ein neues Gewichtskompensationsseil 31 zur Verfügung gestellt werden müsste. Statdessen wird das Gewichtskompensationsseil 31 auf einer Aufzugseil-Trägerspule 1 bereitgestellt. Eine Gesamtlänge des auf der Aufzugseil-Trägerspule 1 aufgewickelten Gewichtskompensationsseils 31 umfasst dabei eine Grundlänge, welche in etwa der Länge entspricht, bis zu der maximal eine Gewichtskompensationskette 39 eingesetzt werden kann. Darüber hinaus umfasst die Gesamtlänge des aufgewickelten

Gewichtskompensationsseils 31 eine Ergänzungslänge, die ausreichend lang gewählt sein sollte, um den Kletteraufzug 35 um ein gewünschtes Maß weiter verlängern zu können. Fig. 2 veranschaulicht eine Aufzugseil-Trägerspule 1 in Schnittansicht. Fig. 3 und 4 veranschaulichen eine hierbei das Aufzugseil 5 in Form des Gewichtskompensationsseils 31 aufnehmende Trägerspule 3 in Explosions-Schnittansicht sowie in Seitenansicht.

Die Aufzugseil-Trägerspule 1 umfasst die Trägerspule 3 sowie das auf die Trägerspule 3 aufgewickelte Aufzugseil 5. Die Trägerspule 3 weist einen in einer Axialrichtung 7 verlaufenden Spulenkern 9 auf. Der Spulenkern 9 kann beispielsweise von einem zylindrischen Körper oder von mehreren parallel zu der Axialrichtung 7 und von einer Mittelachse der Trägerspule 3 beabstandet angeordneten Streben 10 gebildet werden. Auf den Spulenkern 9 wird das Aufzugseil 5 in einer Vielzahl von Windungen aufgewickelt.

Um zu verhindern, dass das aufgewickelte Aufzugseil 5 in Axialrichtung 7 von dem Spulenkern 9 abrutscht, weist die Trägerspule 3 an in Axialrichtung 7 entgegengesetzten Enden jeweils eine Seitenbegrenzung auf. Jede der Seitenbegrenzungen ist dabei zweiteilig ausgestaltet und umfasst eine kleinere Seitenbegrenzung 11 und eine größere Seitenbegrenzung 13. Die kleineren Seitenbegrenzungen 11 befinden sich in diesem

Beispiel näher zum Zentrum des Spulenkerns 9 als die größeren Seitenbegrenzungen 13, d.h. die kleineren Seitenbegrenzungen 11 können als innenliegende Seitenbegrenzungen angesehen werden, wohingegen die größeren Seitenbegrenzungen 13 als außenliegende Seitenbegrenzungen angesehen werden können. Die kleineren Seitenbegrenzungen 11 können fest oder sogar einstückig mit dem Spulenkern 9 verbunden sein. Die größeren

Seitenbegrenzungen 13 sind als abtrennbare Komponenten an der Aufzugseil-Trägerspule 1 ausgebildet. Insbesondere können die größeren Seitenbegrenzungen 13 beispielsweise mithilfe von Schrauben 41 oder anderen technischen Mitteln reversibel lösbar an den kleineren Seitenbegrenzungen 11 und/oder dem Spulenkern 9 angebracht sein. Der Spulenkern 9, die kleineren Seitenbegrenzungen 11 und/oder die größeren

Seitenbegrenzungen 13 können verhältnismäßig einfach aufgebaut sein und aus leicht zu verarbeitenden Materialien wie zum Beispiel Holz, Kunststoff oder Metall gefertigt werden. Ferner können in der Trägerspule 3 fest verschraubte und vorzugsweise nicht demontierbare Gewindestangen 43 vorgesehen sein.

Dabei weisen die kleineren Seitenbegrenzungen 11 einen Durchmesser Dl auf, der größer ist als der Durchmesser d des Spulenkerns 9 (wobei für den Fall, dass der Spulenkern 9 mittels der Streben 10 gebildet wird, dieser Durchmesser d einem Maximalabstand zwischen bezüglich der Axialrichtung 7 gegenüberliegenden Streben 10 entspricht). Die größeren Seitenbegrenzungen 13 weisen einen deutlich größeren Durchmesser D2 auf als die kleineren Seitenbegrenzungen 11.

Um ein Gewichtskompensationsseil 31 für eine Aufzuganlage 21 bereitzustellen und mit diesem beispielsweise eine zuvor darin verwendete Gewichtskompensationskette 39 zu ersetzen, wird das Kompensationsseil 31 in seiner Gesamtlänge auf die Trägerspule 3 der Aufzugseil-Trägerspule 1 aufgewickelt. Die größeren Seitenbegrenzungen 13 sind hinsichtlich ihres Durchmessers D2 dabei so bemessen, dass das gesamte

Gewichtskompensationsseil 31 zwischen den größeren Seitenbegrenzungen 13 Platz findet, sofern es engstmöglich aufgewickelte ist.

Um die Gewichtskompensationskette 39 dann zu ersetzen, wird eine der Länge der Gewichtskompensationskette 39 entsprechende Grundlänge des Gewichtskompensations seils 31 von der Aufzugseil-Trägerspule 1 abgewickelt. Ein Ende des Kompensationsseils 31 wird dann an der Aufzugkabine 23 befestigt. Die Aufzugseil-Trägerspule 1 wird anschließend zusammen mit der verbleibenden Ergänzungslänge an daran

aufgewickeltem Kompensationsseil 31 an dem Gegengewicht 25 befestigt, sodass das Kompensationsseil 31 zwischen dem Gegengewicht 25 und der Aufzugkabine 23 nach unten in den Aufzugschacht 33 durchhängt. Um einen Platzbedarf für die Aufzugseil- Trägerspule 1 beziehungsweise für mehrere vorzusehenden Aufzugseil-Trägerspulen 1 zu verringern, können zuvor die größeren Seitenbegrenzungen 13 von der jeweiligen Aufzugseil-Trägerspule 1 abgetrennt werden. Die verbleibenden kleineren

Seitenbegrenzungen 11 weisen dabei einen Durchmesser D 1 auf, der ausreichend ist, um den nach dem Abwickeln der Grundlänge auf der Trägerspule 3 verbleibenden Teil des Gewichtskompensationsseils 31 zwischen sich aufnehmen zu können und an einem Abrutschen in Axialrichtung 7 hindern zu können.

Soll der Kletteraufzug 35 weiter verlängert werden, kann von der Ergänzungslänge an Kompensationsseil 31 eine geeignete T eillänge abgewickelt werden, um das zwischen dem Gegengewicht 25 und der Aufzugkabine 23 verlaufende Gewichtskompensationsseil 31 weiter zu verlängern.

Fig. 5 zeigt eine mögliche Anordnung, wie mehrere Aufzugseil-Trägerspulen 1 an einem Gegengewicht 25 befestigt werden können. Die Aufzugseil-Trägerspulen 1 sind dabei allesamt oberhalb des Gegengewichts 25 angeordnet und mithilfe eines Tragegerüst 45 an dem Gegengewicht 25 befestigt. Eine Gewindestange 47 verläuft vertikal durch das Tragegerüst 45 und kann an ihrem oberen Ende in eine Halterung einer Umlenkrolle (nicht dargestellt) eingreifen, über die das Gegengewicht 25 an dem Aufzugtragmittel 27 gehalten ist. Umlenkbleche 49 dienen dazu, die aus den einzelnen Aufzugseil-

Trägerspulen 1 nach unten herauslaufenden Gewichtskompensationsseile 31 (nicht gezeigt) umzulenken und daran zu hindern, in Kontakt mit dem eventuell scharfkantigen Gegengewicht 25 zu gelangen. Abschließend ist daraufhinzuweisen, dass Begriffe wie„aufweisend“,„umfassend“, etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie„eine“ oder„ein“ keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.

B ezugszeichenliste

I Aufzugseil-Trägerspule

3 Trägerspule

5 Aufzugseil

7 Axialrichtung

8 Radialrichtung

9 Spulenkern

10 Streben

I I kleinere Seitenbegrenzung

13 größere Seitenbegrenzung

21 Aufzuganlage

23 Aufzugkabine

25 Gegengewicht

27 seilartiges Aufzugtragmittel

29 Antriebseinrichtung

31 Gewichtskompensationsseil

33 Aufzugschacht

35 Kletteraufzug

37 Kompensationsgewicht

39 Gewichtskompensationskette

41 Schrauben

43 Gewindestangen

45 Tragegerüst

47 Gewindestange für Umlenkrolle

49 Umlenkblech

51 Plattform

53 Verriegelungsmechanismus

55 Zuführungsrolle für Aufzugtragmittel d Durchmesser des Spulenkerns

Dl Durchmesser der kleineren Seitenbegrenzung

D2 Durchmesser der größeren Seitenbegrenzung