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Patent Searching and Data


Title:
ENZYME STABILIZERS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/087184
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to detergents or cleaning agents, containing at least one protease and at least one organic compound of formula (I), said compound acting as a protease inhibitor and thus being a suitable enzyme stabilizer, and to the use of said compounds as enzyme stabilizers in protease-containing detergents and cleaning agents. The invention further relates to the corresponding detergents and cleaning agents and to the use of said detergents and cleaning agents.

Inventors:
O'CONNELL TIMOTHY (DE)
MUSSMANN NINA (DE)
HERBST DANIELA (DE)
PRÜSER INKEN (DE)
WEBER THOMAS (DE)
Application Number:
PCT/EP2015/076750
Publication Date:
June 09, 2016
Filing Date:
November 17, 2015
Export Citation:
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Assignee:
HENKEL AG & CO KGAA (DE)
International Classes:
C11D3/20; A61K31/185; A61K31/4192; A61P11/00; A61P29/00; A61P31/14; A61P31/18; A61P33/00; A61P33/02; A61P33/06; A61P35/00; C11D3/28; C11D3/34; C11D3/386
Domestic Patent References:
WO1997025397A11997-07-17
WO2009052344A22009-04-23
WO1992003595A11992-03-05
Foreign References:
FR2169752A11973-09-14
EP2615158A12013-07-17
US20120130078A12012-05-24
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Claims:
Patentansprüche

1. Wasch- oder Reinigungsmittel, enthaltend mindestens eine Protease und mindestens einen Enzymstabilisator, wobei der mindestens eine Enzymstabilisator ausgewählt wird aus Verbindungen der allgemeinen Strukturformel (I)

(I) wobei A ein 5-6-gliedriger Aryl- oder Cycloalkyl-Ring, ein Heteroaryl- oder

heteroalicyclischer Ring, in dem 1-3 Kohlenstoffatome durch O, N oder NR-w ersetzt sind, ist, insbesondere ein Ring der Formel (la) oder (Ib)

ist,

wobei

R11 ausgewählt wird aus COOX und SO3X;

jedes R12 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2, COOX, C(0)-Ris, C1-6 Hydroxyalkyl, jedes R13 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2 und SO3X;

R14 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

R15 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

n eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist;

m eine ganze Zahl von 0 bis 4 ist; und

X H, ein Alkalimetall oder Ammonium ist; und Stereoisomere, Tautomere und Salze davon.

2. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass A ein Ring der Formel (la) und RH SO3X ist, und optional n und m unabhängig voneinander ausgewählt werden aus 0 oder 1 wobei n+m mindestens 1 ist, wobei wenn n 1 ist, R12 OH oder NH2 und m 1 oder 0 ist und wobei wenn m 1 ist, R13 NH2 oder SO3X ist.

3. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass n 0 ist, m mindestens 1 ist, und R13 NH2 ist.

4. Wasch- oder Reinigungsmittel nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass A ein Ring der Formel (Ib) und R14 H ist.

5. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch

gekennzeichnet, dass der mindestens eine Enzymstabilisator ausgewählt wird aus 1 H- Benzotriazol-5-carbonsäure, 1 H-Benzotrioazol-4-sulfonsäure, 7-Amino-4-hydroxy-2- naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 2-Amino-1- naphthalinsulfonsäure, 5-Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 8-Amino-2- naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-2,7-naphthalindisulfonsäure, 5-Amino-2- naphthalinsulfonsäure und 4-Amino-1 ,7-naphthalindisulfonsäure.

6. Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch

gekennzeichnet, das die mindestens eine Protease in einer Menge von 0,05-5 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-2 Gew.-%, und der mindestens eine Enzymstabilisator in einer Menge von 0,05-15 Gew.-%, vorzugsweise zu 0,05-5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels in diesem enthalten sind.

7. Verwendung eines Wasch- oder Reinigungsmittels nach einem der Ansprüche 1-6 zum Waschen von Textilien oder Reinigen von festen Oberflächen.

8. Verfahren zur Reinigung von Textilien oder harten Oberflächen, dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einem Verfahrensschritt ein Wasch- oder Reinigungsmittel nach einem der Ansprüche 1-6 angewendet wird.

9. Verwendung einer Verbindung der allgemeinen Strukturformel (I)

wobei A ein 5-6-gliedriger Aryl- oder Cycloalkyl-Ring, ein Heteroaryl- oder

heteroalicyclischer Ring, in dem 1-3 Kohlenstoffatome durch O, N oder NR-w ersetzt sind ist, insbesondere ein Ring der Formel (la) oder (Ib)

ist,

wobei

R11 ausgewählt wird aus COOX und SO3X;

jedes R12 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2, COOX, C(0)-Ris, C1-6 Hydroxyalkyl, jedes R13 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2 und SO3X;

R14 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

R15 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

n eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist;

m eine ganze Zahl von 0 bis 4 ist; und

X H, ein Alkalimetall oder Ammonium ist;

oder Stereoisomeren, Tautomeren oder Salzen davon zur Stabilisierung eines Enzyms in einem protease-haltigen Wasch- oder Reinigungsmittel.

10. Eine Verbindung der allgemeinen Strukturformel (I)

(I) wobei A ein 5-6-gliedriger Aryl- oder Cycloalkyl-Ring, ein Heteroaryl- oder

heteroalicyclischer Ring, in dem 1-3 Kohlenstoffatome durch O, N oder NR-w ersetzt sind ist, insbesondere ein Ring der Formel (la) oder (Ib) oder (i )

K14

ist,

wobei

R11 ausgewählt wird aus COOX und SO3X;

jedes R12 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2, COOX, C(0)-Ris, C1-6 Hydroxyalkyl, jedes R13 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2 und SO3X;

R14 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

R15 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

n eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist;

m eine ganze Zahl von 0 bis 4 ist; und

X H, ein Alkalimetall oder Ammonium ist;

und Stereoisomeren, Tautomeren und Salzen davon,

zur Verwendung bei der Behandlung von Krankheiten ausgewählt aus der Gruppe aus Atemwegserkrankungen, Entzündungserkrankungen, HIV, Hepatitis, parasitären Infektionskrankheiten, Malaria, der Chagas Krankheit und Krebs,

Description:
Enzymstabilisatoren

Die vorliegende Erfindung betrifft Wasch- und Reinigungsmittel enthaltend mindestens ein Enzym und mindestens eine organische Verbindung, die als Proteaseinhibitor wirkt und somit ein geeigneter Enzymstabilisator ist, sowie die Verwendung dieser Verbindungen als Enzymstabilisator in Enzym-haltigen Wasch- und Reinigungsmitteln.

Der Einsatz von Enzymen in Wasch- und Reinigungsmitteln ist seit Jahrzehnten im Stand der Technik etabliert. Sie dienen dazu, das Leistungsspektrum der betreffenden Mittel entsprechend ihren speziellen Aktivitäten zu erweitern. Hierzu gehören insbesondere hydrolytische Enzyme wie Proteasen, Amylasen, Lipasen und Cellulasen. Die ersten drei genannten hydrolysieren Proteine, Stärke und Fette und tragen somit unmittelbar zur Schmutzentfernung bei. Cellulasen werden insbesondere wegen ihrer Gewebewirkung eingesetzt. Eine weitere Gruppe von Wasch- und Reinigungsmittelenzymen sind oxidative Enzyme, insbesondere Oxidasen, die ggf. im

Zusammenspiel mit anderen Komponenten vorzugsweise dazu dienen, Anschmutzungen zu bleichen oder die bleichenden Agentien in situ zu erzeugen. Neben diesen Enzymen, die einer fortwährenden Optimierung unterworfen werden, werden laufend weitere Enzyme für den Einsatz in Wasch- und Reinigungsmitteln bereitgestellt, um insbesondere spezielle Anschmutzungen optimal angehen zu können, wie beispielsweise Pektinasen, ß-Glucanasen, Mannanasen oder weitere Hemicellulasen (Glykosidasen) zur Hydrolyse insbesondere spezieller pflanzlicher Polymere.

Die am längsten etablierten und in praktisch allen modernen, leistungsfähigen Wasch- und Reinigungsmitteln enthaltenen Enzyme sind Proteasen und hierunter insbesondere Serin- Proteasen, zu denen erfindungsgemäß auch die Subtilasen gerechnet werden. Sie dienen dem Abbau proteinhaltiger Anschmutzungen auf dem Reinigungsgut. Allerdings hydrolysieren sie auch sich selbst (Autoproteolyse) und alle anderen in den betreffenden Mitteln enthaltenen Proteine, d.h. insbesondere Enzyme. Dies geschieht besonders während des Reinigungsvorgangs, d.h. in der wässrigen Waschflotte, wenn vergleichsweise günstige Reaktionsbedingungen vorliegen. Dies geschieht in geringerem Ausmaße aber auch während der Lagerung der betreffenden Mittel, weshalb mit einer langen Lagerung immer auch ein gewisser Verlust der Proteaseaktivität sowie der Aktivitäten der anderen Enzyme einhergeht. Besonders problematisch ist dies in gelförmigen oder flüssigen und insbesondere in wasserhaltigen Rezepturen, weil in diesem mit dem enthaltenen Wasser sowohl das Reaktionsmedium als auch das Hydrolyse-Reagenz zur

Verfügung stellen.

Ein Ziel bei der Entwicklung von Wasch- und Reinigungsmittelrezepturen besteht darin, die enthaltenen Enzyme besonders während der Lagerung zu stabilisieren. Darunter wird der Schutz gegen verschiedene ungünstige Einflüsse verstanden, wie beispielsweise gegen Denaturierung oder Zerfall durch physikalische Einflüsse oder Oxidation. Ein Schwerpunkt dieser Entwicklungen besteht im Schutz der enthaltenen Proteine und/oder Enzyme gegen proteolytische Spaltung. Diese kann durch den Aufbau physikalischer Barrieren erfolgen, etwa durch Verkapselung der Enzyme in speziellen Enzymgranulaten oder durch Konfektionierung der Mittel in Zwei- oder Mehrkammersystemen. Der andere vielfach beschrittene Weg besteht darin, chemische Verbindungen zuzusetzen, die die Proteasen inhibieren und somit insgesamt als Stabilisatoren für Proteasen und die anderen enthaltenen Proteine und Enzyme wirken. Es muss sich dabei um reversible Proteaseinhibitoren handeln, da die Proteaseaktivität nur vorübergehend, insbesondere während der Lagerung, nicht aber mehr während des Reinigungsprozesses unterbunden werden soll.

Als reversible Proteaseinhibitoren sind im Stand der Technik Polyole, insbesondere Glycerin und 1 ,2-Propylenglycol, Benzamidin-Hydrochlorid, Borax, Borsäuren, Boronsäuren oder deren Salze oder Ester etabliert. Darunter sind vor allem Derivate mit aromatischen Gruppen, etwa ortho-, meta- oder para-substituierte Phenylboronsäuren zu erwähnen, insbesondere 4-Formylphenyl- Boronsäure, beziehungsweise die Salze oder Ester der genannten Verbindungen. Ein besonders guter Schutz ergibt sich, wenn Borsäurederivate zusammen mit Polyolen eingesetzt werden, da diese dann einen das Enzym stabilisierenden Komplex bilden können. Auch Peptidaldehyde, das heißt Oligopeptide mit reduziertem C-Terminus, insbesondere solche aus 2 bis 50 Monomeren sind zu diesem Zweck beschrieben. Zu den peptidischen reversiblen Proteaseinhibitoren gehören unter anderem Ovomucoid und Leupeptin. Auch spezifische, reversible Peptid-Inhibitoren sowie Fusionsproteine aus Proteasen und spezifischen Peptid-Inhibitoren werden hierfür eingesetzt.

Weitere etablierte Enzymstabilisatoren sind Aminoalkohole wie Mono-, Di-, Triethanol- und -propanolamin und deren Mischungen, aliphatische Carbonsäuren bis zu C12, wie beispielsweise Bernsteinsäure, andere Dicarbonsäuren oder Salze der genannten Säuren. Auch

endgruppenverschlossene Fettsäureamidalkoxylate sind für diesen Zweck etabliert. Bestimmte als Builder eingesetzte organische Säuren vermögen, wie in WO 97/18287 offenbart, zusätzlich zu ihrer Builder-Funktion auch ein Enzym zu stabilisieren.

Als Wasch- und Reinigungsmittelproteasen sind verschiedene Protease-Klassen etabliert, beispielsweise Metalloproteasen. Unter den Wasch- und Reinigungsmittelproteasen nehmen Proteasen vom Subtilisin-Typ (Subtilasen, Subtilopeptidasen, EC 3.4.21.62) aufgrund ihrer günstigen enzymatischen Eigenschaften wie Stabilität oder pH-Optimum allerdings eine herausragende Stellung ein. Sie werden aufgrund der katalytisch wirksamen Aminosäuren den Serin-Proteasen zugerechnet. Sie wirken als unspezifische Endopeptidasen, das heißt, sie hydrolysieren beliebige Säureamidbindungen, die im Inneren von Peptiden oder Proteinen liegen. Ihr pH-Optimum liegt meist im deutlich alkalischen Bereich. Einen Überblick über diese Familie bietet beispielsweise der Artikel„Subtilases: Subtilisin-like Proteases" von R. Siezen, Seite 75-95 in „Subtilisin enzymes", herausgegegeben von R. Bott und C. Betzel, New York, 1996. Subtilasen werden natürlicherweise von Mikroorganismen gebildet; hierunter sind insbesondere die von Bacillus-Spezies gebildeten und sekretierten Subtilisine als bedeutendste Gruppe innerhalb der Subtilasen zu erwähnen.

Es wird deshalb besonders daran gearbeitet, reversible Inhibitoren gerade dieser Enzymklasse zur Verfügung zu stellen. Dabei haben sich Polyole wie Glycerin und 1 ,2-Propylenglycol aufgrund ihrer hohen notwendigen Einsatzkonzentrationen als unvorteilhaft erwiesen, weil die übrigen Wirkstoffe der betreffenden Mittel damit nur noch in entsprechend geringeren Anteilen enthalten sein können.

Unter den bereits in vergleichsweise niedriger Konzentration wirksamen Serin-Protease-Inhibitoren nehmen Borsäurederivate eine herausragende Stellung ein. Unabhängig von ihrer stabilisierenden Wirkung weisen die Borsäurederivate jedoch einen entscheidenden Nachteil auf: Viele davon, wie beispielsweise Borat, bilden mit einigen anderen Wasch- bzw. Reinigungsmittelinhaltsstoffen unerwünschte Nebenprodukte, so dass diese in den betreffenden Mitteln nicht mehr für den erwünschten Reinigungszweck zur Verfügung stehen oder sogar als Verunreinigung auf dem Waschgut zurückbleiben.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, bor-freie Verbindungen zu identifizieren, die als Proteaseinhibitoren wirken und für den Einsatz als Enzymstabilisatoren in Wasch- und

Reinigungsmitteln geeignet sind. Hierbei war der Einsatz in insgesamt flüssigen, gelförmigen oder pastösen Wasch- und Reinigungsmitteln von besonderem Interesse, und darunter insbesondere in solchen, die Wasser enthalten.

Diese Aufgabe wird durch Wasch- oder Reinigungsmittel gelöst, die mindestens eine Protease und mindestens einen Enzymstabilisator enthalten, wobei der mindestens eine Enzymstabilisator ausgewählt wird aus Verbindungen der allgemeinen Strukturformel (I)

wobei A ein 5-6-gliedriger Aryl- oder Cycloalkyl-Ring, ein Heteroaryl- oder heteroalicyclischer Ring, in dem 1-3 Kohlenstoffatome durch O, N oder NR14 ersetzt sind ist, insbesondere ein Ring der Formel (la) oder (Ib) oder

R 14

ist,

wobei

R11 ausgewählt wird aus COOX und SO3X;

jedes R12 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2, COOX, C(0)-Ris, C1-6 Hydroxyalkyl, SH und jedes R13 unabhängig ausgewählt wird aus OH, NH2 und SO3X;

R14 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

R15 ausgewählt wird aus H und C1-6 Alkyl;

n eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist;

m eine ganze Zahl von 0 bis 4 ist; und

X H, ein Alkalimetall oder Ammonium ist.

In verschiedenen Ausführungsformen umfasst die Erfindung auch Stereoisomere, insbesondere Enantiomere und Diastereomere, Tautomere und Salze der vorstehend beschriebenen

Verbindungen.

„C1-6 Hydroxyalkyl", wie hierin verwendet, bezieht sich auf Alkylreste mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen, die mit einer oder mehreren, vorzugsweise einer Hydroxylgruppe substituiert sind, insbesondere

In verschiedenen Ausführungsformen ist RH SO3X. In derartigen Ausführungsformen können n und m unabhängig voneinander aus 0 oder 1 ausgewählt sein und n+m ist mindestens 1. Für den Fall, dass n 1 ist, ist R12 vorzugsweise OH oder NH2 und m ist 1 oder 0. Für den Fall, dass m 1 ist, ist R13 vorzugsweise NH2 oder SO3X. Für den Fall, dass n 0 ist und m mindestens 1 ist, ist R13 vorzugsweise NH2. In den vorstehend genannten Ausführungsformen der Erfindung ist A insbesondere ein Ring der Formel (la) und die Verbindung der Formel (I) somit ein Naphthalin- Derivat.

In verschiedenen anderen Ausführungsformen der Erfindung ist A ein Ring der Formel (Ib). In solchen Benzotriazol-Verbindungen ist R-w vorzugsweise H.

In allen vorstehend genannten Verbindungen ist X H, ein Alkali- oder Erdalkalimetall, insbesondere Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium oder Ammonium. Erfindungsgemäß bevorzugt sind die freien Säuren oder die Natriumsalze.

Beispielhafte Verbindungen der Formel (I) schließen ein, ohne darauf beschränkt zu sein: 1 H- Benzotriazol-5-carbonsäure, 1 H-Benzotrioazol-4-sulfonsäure, 7-Amino-4-hydroxy-2- naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-1 -naphthalinsulfonsäure, 2-Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 5- Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 8-Amino-2-naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-2,7- naphthalindisulfonsäure, 5-Amino-2-naphthalinsulfonsäure und 4-Amino-1 ,7- naphthalindisulfonsäure.

Unter einem Wasch- oder Reinigungsmittel sind erfindungsgemäß alle Mittel zu verstehen, die sich zum Waschen oder Reinigen von insbesondere Textilien und/oder festen Oberflächen eignen. Weitere geeignete Inhaltsstoffe werden weiter unten detailliert beschrieben.

Unter einer Protease sind erfindungsgemäß alle Enzyme zu verstehen, die in der Lage sind, Säureamidverknüpfungen von Proteinen zu hydrolysieren. Auch die Proteasen werden weiter unten detailliert beschrieben.

Ohne an eine Theorie gebunden sein zu wollen, wird erfindungsgemäß davon ausgegangen, dass die erfindungsrelevanten Verbindungen mit der erfindungsgemäß zu inhibierenden/stabilisierenden Protease einen Komplex ausbilden. Dieser sieht wahrscheinlich so aus, dass sich die

erfindungsrelevante Verbindung in die Substratbindungstasche der Protease einlagert und dort nicht-kovalent gebunden wird. Auf diese Weise wird das aktive Zentrum der Protease durch die, durch dieses Enzym nicht hydrolysierbare, Verbindung blockiert und steht nicht für eine Hydrolyse anderer zugegebener Proteine zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um eine reversible Bindung, d.h. um ein Gleichgewicht zwischen Assoziation und Dissoziation. Der Gleichgewichtskoeffizient dieser Reaktion wird als Inhibitionskonstante oder K bezeichnet. Der erste Vorteil der erfindungsrelevanten Verbindungen gegenüber dem Stand der Technik besteht darin, dass sie günstige Inhibitionskonstanten bezüglich der in Wasch- und

Reinigungsmitteln einsetzbaren Proteasen aufweisen. Die Inhibitoren binden somit reversibel, d.h. sie gehen nicht zu feste und nicht zu lose vorübergehende Wechselwirkungen mit dem Enzym ein. Vorteilhafterweise liegt damit während der Lagerung der Großteil der erfindungsrelevanten Protease in Form eines Protease-Inhibitor-Komplexes vor. Die Protease und ggf. weitere enthaltene Proteine, insbesondere weitere Enzyme werden auf diese Weise gegenüber einer Proteolyse durch dieses Enzym geschützt (gegen Proteolyse stabilisiert) und sind so auch nach einer Lagerung uneingeschränkt leistungsfähig. Andererseits wird im Augenblick der Verdünnung des erfindungsgemäßen Mittels mit Wasser zur Herstellung einer wässrigen Wasch- bzw. Reinigungsflotte das Bindungsgleichgewicht in Richtung Dissoziation verschoben, so dass sich der Komplex auflöst und der Großteil der erfindungsrelevanten Protease proteolytisch aktiv werden kann.

Der zweite Vorteil der erfindungsrelevanten Verbindungen gegenüber dem Stand der Technik besteht darin, dass sie als Elemente lediglich C, H, N und O aufweisen und insbesondere frei von Bor sind. Sie bilden somit nicht die unerwünschten, auf Bor zurückzuführenden Nebenprodukte mit anderen Wasch- oder Reinigungsmittelinhaltsstoffen.

Ferner verfügen sie insbesondere aufgrund der enthaltenen Carboxyl- oder Sulfonylgruppen über eine gute Wasserlöslichkeit, so dass sie in entsprechende Mittel einfach eingearbeitet werden können und ein Ausfallen während der Lagerung vermieden wird.

Grundsätzlich wirken die genannten Verbindungen vermutlich deshalb als reversible Inhibitoren, weil sie ähnlich dem Substrat der Proteasen, strukturell an die Bedingungen der Bindungstasche angepasst sind. Dies gilt insbesondere für Serin-Proteasen, wie anhand der Beispiele zur vorliegenden Anmeldung mit der positiven Wirkung der dort experimentell beschriebenen

Verbindungen anhand von Serin-Proteasen, konkret Subtilasen, noch spezieller Subtilisinen gezeigt worden ist.

Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung betreffen:

- die Verwendung einer oben beschriebenen Verbindung als reversibler Inhibitor und/oder Stabilisator einer Protease, im Rahmen einer Wasch- oder Reinigungsmittelrezeptur;

- Wasch- oder Reinigungsverfahren, in dem eine Protease zur Wirkung kommt, die mit einer oben beschriebenen Verbindung inhibiert und/oder stabilisiert ist;

- die Verwendung eines erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmittels zum Waschen und/oder Reinigen von Textilien und/oder harten Oberflächen; sowie - die Verwendung einer Protease und einer oben beschriebenen Verbindung zur Herstellung eines Wasch- oder Reinigungsmittels.

- die Verwendung einer oben beschriebenen Verbindung bei der Behandlung von Krankheiten, wie beispielsweise Atemwegserkrankungen, Entzündungserkrankungen, HIV, Hepatitis, parasitären Infektionskrankheiten, Malaria, der Chagas Krankheit und Krebs.

In erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln, die in einer Ausführungsform in überwiegend fester Form vorliegen und in einer anderen Ausführungsform in überwiegend flüssiger, pastöser oder Gelform vorliegen, ist das Enzym, d.h. die Protease, in einer Menge von 0,05-5 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-2 Gew.-%, und der Enzymstabilisator in einer Menge von 0,05- 15 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht des Wasch- oder Reinigungsmittels in diesem enthalten.

In verschiedenen Ausführungsformen können das Enzym und der Enzymstabilisator in einer Enzymzusammensetzung vorformuliert vorliegen, wobei das Enzym in der Enzymzusammensetzung in einer Menge von 0,05-15 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-5 Gew.-% und der Enzymstabilisator in einer Menge von 0,05-35 Gew.-%, vorzugsweise 0,05-10 Gew.-% bezogen auf das Gesamtgewicht in der Enzymzusammensetzung enthalten sind. Diese Enzymzusammensetzung, die ebenfalls ein Bestandteil der vorliegenden Erfindung ist, kann dann in erfindungsgemäßen Wasch- oder Reinigungsmitteln eingesetzt werden und zwar in Mengen, die zu den oben angegeben Endkonzentrationen im Wasch- oder Reinigungsmittel führen.

Neben dem Enzymstabilisator gemäß der oben angegebenen allgemeinen Formel kann ein erfindungsgemäßes Mittel mindestens einen weiteren Stabilisator, insbesondere ein Polyol, wie Glycerin oder 1 ,2-Ethylenglycol, und/oder ein Antioxidans, enthalten.

Bei der erfindungsgemäß stabilisierten, bzw. reversibel inhibierten Protease handelt es sich vorzugsweise um eine Serin-Protease, insbesondere um eine Subtilase, besonders bevorzugt um ein Subtilisin. Das Subtilisin kann dabei ein Wildtypenzym oder eine Subtilisin-Variante sein, wobei das Wildtypenzym bzw. das Ausgangsenzym der Variante vorzugsweise aus einer der folgenden ausgewählt ist:

- der Alkalischen Protease aus Bacillus amyloliquefaciens (ΒΡΝ'),

- der Alkalischen Protease aus Bacillus licheniformis (Subtilisin Carlsberg),

- der Alkalischen Protease PB92,

- Subtilisin 147 und/oder 309 (Savinase)

- der Alkalischen Protease aus Bacillus lentus, vorzugsweise aus Bacillus lentus (DSM 5483),

- der Alkalischen Protease aus Bacillus alcalophilus (DSM 1 1233), - der Alkalischen Protease aus Bacillus gibsonii (DSM 14391 ) oder einer hierzu mindestens zu 70% identischen Alkalischen Protease,

- der Alkalischen Protease aus Bacillus sp. (DSM 14390) oder einer hierzu mindestens zu 98,5% identischen Alkalischen Protease, und

- der Alkalischen Protease aus Bacillus sp. (DSM 14392) oder einer hierzu mindestens zu 98,1 % identischen Alkalischen Protease.

Erfindungsgemäße Mittel können neben der Protease ein oder mehrere weitere Enzyme enthalten, insbesondere aus folgender Gruppe: eine oder mehrere weitere Proteasen, Amylasen,

Hemicellulasen, Cellulasen, Lipasen und Oxidoreduktasen.

Bei der/den Amylase(n) handelt es sich vorzugsweise um eine a-Amylase. Bei der Hemicellulase handelt es sich vorzugsweise um eine ß- Glucanase, eine Pektinase, eine Pullulanase und/oder eine Mannanase. Bei der Cellulase handelt es sich vorzugsweise um ein Cellulase-Gemisch oder eine Einkomponenten-Cellulase, vorzugsweise bzw. überwiegend um eine Endoglucanase und/oder eine Cellobiohydrolase. Bei der Oxidoreduktase handelt es sich vorzugsweise um eine Oxidase, insbesondere eine Cholin-Oxidase, oder um eine Perhydrolase.

Die hierin beschriebenen Mittel umfassen alle denkbaren Wasch- oder Reinigungsmittelarten, sowohl Konzentrate als auch unverdünnt anzuwendende Mittel, zum Einsatz im kommerziellen Maßstab, in der Waschmaschine oder bei der Handwäsche beziehungsweise -reinigung. Dazu gehören beispielsweise Waschmittel für Textilien, Teppiche, oder Naturfasern, für die die

Bezeichnung Waschmittel verwendet wird. Dazu gehören beispielsweise auch Geschirrspülmittel für Geschirrspülmaschinen oder manuelle Geschirrspülmittel oder Reiniger für harte Oberflächen wie Metall, Glas, Porzellan, Keramik, Kacheln, Stein, lackierte Oberflächen, Kunststoffe, Holz oder Leder, für die die Bezeichnung Reinigungsmittel verwendet wird, also neben manuellen und maschinellen Geschirrspülmitteln beispielsweise auch Scheuermittel, Glasreiniger, WC-Duftspüler, usw. Zu den Wasch- und Reinigungsmittel im Rahmen der Erfindung zählen ferner Waschhilfsmittel, die bei der manuellen oder maschinellen Textilwäsche zum eigentlichen Waschmittel hinzudosiert werden, um eine weitere Wirkung zu erzielen. Ferner zählen zu Wasch- und

Reinigungsmittel im Rahmen der Erfindung auch Textilvor- und Nachbehandlungsmittel, also solche Mittel, mit denen das Wäschestück vor der eigentlichen Wäsche in Kontakt gebracht wird, beispielsweise zum Anlösen hartnäckiger Verschmutzungen, und auch solche Mittel, die in einem der eigentlichen Textilwäsche nachgeschalteten Schritt dem Waschgut weitere wünschenswerte Eigenschaften wie angenehmen Griff, Knitterfreiheit oder geringe statische Aufladung verleihen. Zu letztgenannten Mittel werden u.a. die Weichspüler gerechnet. Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung umfassen alle festen, pulverförmigen, flüssigen, gelförmigen oder pastösen Darreichungsformen hierin beschriebener Mittel, die gegebenenfalls auch aus mehreren Phasen bestehen können sowie in komprimierter oder nicht komprimierter Form vorliegen können. Das Mittel kann als rieselfähiges Pulver vorliegen, insbesondere mit einem Schüttgewicht von 300 g/l bis 1200 g/l, insbesondere 500 g/l bis 900 g/l oder 600 g/l bis 850 g/l. Zu den festen Darreichungsformen des Mittels zählen ferner Extrudate, Granulate, Tabletten oder Pouches. Alternativ kann das Mittel auch flüssig, gelförmig oder pastös sein, beispielsweise in Form eines nicht-wässrigen Flüssigwasch- oder -geschirrspülmittels oder einer nicht-wässrigen Paste oder in Form eines wässrigen Flüssigwasch- oder -geschirrspülmittels oder einer wasserhaltigen Paste. Weiterhin kann das Mittel als Einkomponentensystem vorliegen. Solche Mittel bestehen aus einer Phase. Alternativ kann ein Mittel auch aus mehreren Phasen bestehen. Ein solches Mittel ist demnach in mehrere Komponenten aufgeteilt.

Die hierin beschriebenen Wasch- oder Reinigungsmittel, die als pulverförmige Feststoffe, in nachverdichteter Teilchenform, als homogene Lösungen oder Suspensionen vorliegen können, können ferner zusätzlich alle bekannten und in derartigen Mitteln üblichen Inhaltsstoffe enthalten, wobei bevorzugt mindestens ein weiterer Inhaltsstoff in dem Mittel vorhanden ist. Die hierin

beschriebenen Mittel können insbesondere Tenside, Builder (Gerüststoffe), Bleichmittel oder Bleichaktivatoren enthalten. Ferner können sie wassermischbare organische Lösungsmittel, Sequestrierungsmittel, Elektrolyte, pH-Regulatoren und/oder weitere Hilfsstoffe wie optische Aufheller, Vergrauungsinhibitoren, Schaumregulatoren sowie Färb- und Duftstoffe sowie

Kombinationen hiervon enthalten.

Vorteilhafte Inhaltsstoffe hierin beschriebener Mittel sind offenbart in der internationalen

Patentanmeldung WO2009/121725, dort beginnend auf Seite 5, vorletzter Absatz, und endend auf Seite 13 nach dem zweiten Absatz. Auf diese Offenbarung wird ausdrücklich Bezug genommen und der dortige Offenbarungsgehalt in die vorliegende Patentanmeldung einbezogen.

Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist ein Verfahren zur Reinigung von Textilien oder harten Oberflächen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass in mindestens einem Verfahrensschritt ein hierin beschriebenes Mittel angewendet wird.

Hierunter fallen sowohl manuelle als auch maschinelle Verfahren, wobei maschinelle Verfahren bevorzugt sind. Verfahren zur Reinigung von Textilien zeichnen sich im allgemeinen dadurch aus, dass in mehreren Verfahrensschritten verschiedene reinigungsaktive Substanzen auf das Reinigungsgut aufgebracht und nach der Einwirkzeit abgewaschen werden, oder dass das Reinigungsgut in sonstiger Weise mit einem Waschmittel oder einer Lösung oder Verdünnung dieses Mittels behandelt wird. Entsprechendes gilt für Verfahren zur Reinigung von allen anderen Materialien als Textilien, insbesondere von harten Oberflächen. Alle denkbaren Wasch- oder Reinigungsverfahren können in wenigstens einem der Verfahrensschritte um die Anwendung eines hierin beschriebenen Wasch- oder Reinigungsmittels bereichert werden und stellen dann

Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dar.

Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist die Verwendung eines hierin beschriebenen Mittels zur Reinigung oder zum Waschen von Textilien oder zur Reinigung von harten Oberflächen.

Noch ein weiterer Erfindungsgegenstand ist die Verwendung der hierin beschriebenen

Verbindungen zur Stabilisierung eines Enzyms in einem protease-haltigen Wasch- oder

Reinigungsmittel.

Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist schließlich noch die Verwendung einer oben beschriebenen Verbindung mit der Strukturformel (I) bei der Behandlung von Krankheiten wie Atemwegserkrankungen, Entzündungserkrankungen, HIV, Hepatitis, parasitären Infektionskrankheiten, Malaria, der Chagas Krankheit und Krebs bzw. die hierin beschriebenen Verbindungen zur Verwendung (i) als Medikament oder (ii) bei der Behandlung der vorstehend genannten

Krankheiten.

Alle Sachverhalte, Gegenstände und Ausführungsformen, die für hierin beschriebene Mittel beschrieben sind, sind auch auf die vorstehend genannten Verfahren und Verwendungen anwendbar. Daher wird an dieser Stelle ausdrücklich auf die Offenbarung an entsprechender Stelle verwiesen mit dem Hinweis, dass diese Offenbarung auch für die vorstehenden beschriebenen Verfahren und Verwendungen gilt.

Beispiele

Beispiel 1

Es wurde die Lagerstabilität protease-haltiger Wasch- und Reinigungsmittel in Gegenwart von Kandidaten-Verbindungen für den Einsatz als Enzymstabilisatoren untersucht. Dazu wurden die Kandidaten-Verbindungen in Anwesenheit von 1 ,2-Propandiol jeweils zu 1 % (w/w) in einer Waschoder Reinigungsmittel-Formulierung (siehe Tabelle 2) formuliert. Dann wurde die Protease (1 % PUR) zu der Formulierung hinzugegeben und die Formulierung bei 30°C für 8 Wochen gelagert.

In parallelen Reaktionsansätzen wurde die proteolytische Aktivität von 1 % Protease in 4% PG (1 ,2- Propandiol), 85% Matrix (siehe Tabelle 1 ) und in der Hälfte der Ansätze nach der Inkubation mit jeweils 1 % der Kandidaten-Verbindung (Angaben in w/w, ad 100% mit Wasser) in der

Formulierung, wie in Tabelle 1 angegeben, durch die Freisetzung des Chromophors para- Nitroanilin aus dem Substrat Succinyl Alanin-Alanin-Prolin-Phenylalanin-para-Nitroanilid

(AAPFpNA; Bachem L-1400) bestimmt. Die Freisetzung des pNA verursacht eine Zunahme der Extinktion bei 410 nm, deren zeitlicher Verlauf ein Maß für die enzymatische Aktivität ist. Die Messung erfolgte bei einer Temperatur von 25°C, bei pH 8,6 und einer Wellenlänge von 410 nm. Die Messzeit betrug 5 min bei einem Messintervall von 20 bis 60 Sekunden.

Zur Auswertung werden die Anfangswerte für die proteolytische Aktivität des betreffenden Mittels mit den nach der Lagerung bestimmten Werten verglichen. Je höher die nach der Lagerung verbleibende Aktivität ist, desto besser ist die erhaltene Protease während der Lagerung inaktiviert und desto besser eignet sich die betreffende Verbindung als erfindungsgemäßer Stabilisator. Der Stabilisierungseffekt der jeweils getesteten Verbindung wird daher als relativer prozentualer Anstieg der Protease Restaktivität gemessen.

Tabelle 1 : Formulierung für Aktivitätstest

Bestandteil Menge (Gew.-%)

entmineralisiertes Wasser Rest

Zitronensäure 1 ,42623

Entschäumer (10%ig) 0,008

Fettalkoholethersulfat (70%ig) 5,6

Fettalkoholether 4,4

Alkylbenzolsulfonsäure 4,4

(96%ig)

C12-18 Fettsäure 2,4 NaOH (50%ig) 0,95

Glycerin (99,5%ig) 2

Phosphat (DTPMP-Na 7 H 3 ) 0,2

(32%ig)

Konservierungsmittel 0,10

Ethanol (93%ig) 1

Der pH-Wert der Formulierung wurde durch das NaOH auf 8,4 eingestellt. Die Formulierung war klar und farblos.

Als Kandidaten-Verbindungen wurden getestet: Benzotriazol-5-carbonsäure, 1 H-Benzotrioazol-4- sulfonsäure, 7-Amino-4-hydroxy-2-naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 2- Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 5-Amino-1-naphthalinsulfonsäure, 8-Amino-2- naphthalinsulfonsäure, 4-Amino-2,7-naphthalindisulfonsäure, 5-Amino-2-naphthalinsulfonsäure und 4-Amino-1 J-naphthalindisulfonsäure.

Tabelle 2: gemessene Protease Restaktivität der Kandidaten-Verbindungen

Kandidaten-Verbindung (KV) relative Restaktivität nach Inkubation mit KV

Benzotriazol-5-carbonsäure 345 %

1 H-Benzotrioazol-4-sulfonsäure 171 %

7-Amino-4-hydroxy-2-naphthalinsulfonsäure 50%

4-Amino-1-naphthalinsulfonsäure 225 %

2-Amino-1-naphthalinsulfonsäure 27%

5-Amino-1-naphthalinsulfonsäure 359 %

8-Amino-2-naphthalinsulfonsäure 107 %

4-Amino-2J-naphthalindisulfonsäure 324 %

5-Amino-2-naphthalinsulfonsäure 144 %

4-Amino-1 J-naphthalindisulfonsäure 178%